Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
2.1 Wahrnehmen und sich hineinversetzen
ihre Wahrnehmung von Phänomenen, Sachverhalten und ethisch relevanten Situationen wiedergeben
ihre Wahrnehmung mit der anderer vergleichen und dabei Vormeinungen, Gewohnheiten und Prägungen (beispielsweise personal, sozial, kulturell, religiös, ethnisch, medial) berücksichtigen und aufzeigen
eigene Bedürfnisse, Interessen und Gefühle und die anderer erkennen und beschreiben
durch Perspektivenwechsel und wechselseitigen Austausch mögliche Empfindungen und Sichtweisen Beteiligter oder Betroffener erfassen und benennen
Phänomene, Situationen oder Sachverhalte und die zugrundeliegenden Werte und Normen benennen und differenziert darstellen
in Situationen, Ereignissen oder Handlungen ethische Fragestellungen oder Probleme identifizieren
Situationen und Sachverhalte aus verschiedenen Perspektiven betrachten und beschreiben
unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven die Wirkung des eigenen Handelns und Urteilens beschreiben
2.2 Analysieren und interpretieren
Informationen aus verschiedenen Quellen als Denkanstoß für die Deutung ethisch relevanter Sachverhalte erschließen
zentrale Begriffe der Ethik erläutern, voneinander abgrenzen und bestimmen
eine Meinung zu ethisch-moralischen Themen, Frage- und Problemstellungen darlegen und erläutern
das eigene Vorverständnis zu ethisch-moralischen Themen, Frage- und Problemstellungen klären und mit Lebenssituationen und Einstellungen anderer vergleichen Die Schülerinnen und Schüler können
Grundbedingungen verschiedener Perspektiven (beispielsweise Alter, physische oder psychische Merkmale, Geschlecht, sexuelle Identität oder Orientierung, Religion, Herkunft, Erfahrungen, Kultur) aufzeigen und vergleichen
die Beteiligten und Betroffenen in ethisch relevanten Situationen identifizieren und deren Stellenwert darlegen
die Interessenlage der Beteiligten und Betroffenen, die zugrundeliegenden Wertevorstellungen und mögliche Wertekonflikte erläutern
Argumentationen (*zum Beispiel aus Texten der Moralphilosophie*) für die Deutung ethischmoralischer Sachverhalte erarbeiten und einordnen
ethisch-moralische Sachverhalte unter verschiedenen Gesichtspunkten und Fragestellungen untersuchen und problematisieren
aus dem ethisch-moralischen Gehalt neu erworbenen Wissens eigenständige Folgerungen ziehen.
2.3 Argumentieren und reflektieren
sich zu ethisch relevanten Themen, Frage- und Problemstellungen äußern und eine Position argumentativ darlegen
einen Standpunkt begründet und unter Bezug auf moralische Regeln und ethische Grund sätze vertreten
die Schlüssigkeit und den Aufbau von ethischen Argumentationen oder von ethischen Entscheidungsprozessen überprüfen und in der Argumentation anwenden
verschiedene Argumente in der ethischen Auseinandersetzung in Beziehung setzen und gewichten
Werte und Normen bei ethischen Frage- und Problemstellungen diskutieren
die Geltungsansprüche von leitenden Prinzipien und Regeln hinsichtlich ethischer Fragen und Problemstellungen kritisch prüfen und erörtern
in kommunikativ-argumentativen Kontexten (beispielsweise Rollenspiele, Szenarien, Fallbeispiele, Diskussionen) Position beziehen und gemeinsam neue Lösungsansätze entwerfen und vertreten
2.4 Beurteilen und (sich) entscheiden
unterschiedliche Positionen (beispielsweise in einer Situations-, Fakten-, Interessenanalyse) erarbeiten und vergleichend bewerten
verschiedene Begründungen (beispielsweise Autorität, Religion, Tradition, Konvention, Moralphilosophie) abwägen und bewerten
ethische Grundsätze und moralische Regeln in Frage- und Problemstellungen vergleichen, abwägen und sich begründet entscheiden
eigene begründete Standpunkte entwickeln und moralphilosophische Begründungsansätze einbeziehen
Handlungs- und Lösungsansätze hinsichtlich der Realisierbarkeit, ihrer Normen- und Wertebasis und Folgen kritisch-argumentativ überprüfen (beispielsweise in Gedanken experimenten, ethischen Dilemmata) und bewerten
eigene Handlungsoptionen entwerfen, im Hinblick auf Folgen und Realisierbarkeit bewerten und die Rolle von Vernunft und Gefühl beim Entscheiden kritisch prüfen
Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen
3.2.1.1 Liebe und Sexualität
anhand von Beispielen Liebe und Sexualität als Grundbedürfnisse des Menschen darstellen und verschiedene Lebensformen daraufhin erläutern (zum Beispiel Ehe, Familie)
die Bedeutung von Liebe und Sexualität anhand von Beispielen beschreiben und Deutungen und Erscheinungsformen von Liebe und Sexualität in zwischenmenschlichen Beziehungen diskutieren (zum Beispiel Partnerschaft)
sich mit verschiedenen Formen und Auffassungen von Liebe und Sexualität im Spannungsfeld von Freiheit, Verantwortung und Selbstbestimmung auseinandersetzen (zum Beispiel durch Rollenbilder von Partnerschaft, Ehe, Familie, sexueller Identität, Gender)
Möglichkeiten eines verantwortungsvollen und selbstbestimmten Umgangs mit Liebe und Sexualität im Sinne gelingender Beziehungen erarbeiten und erörtern
3.2.1.2 Arbeit und Selbstbestimmung
Formen von Arbeit (zum Beispiel Erwerbsarbeit, Hausarbeit, Engagement) in ihrer jeweiligen Bedeutung für das Leben der Einzelnen und des Einzelnen (zum Beispiel Lebenserhalt, Bedürfnis befriedigung, Abhängigkeit, Selbstverwirklichung, soziale Anerkennung, Sinnstiftung) erfassen und vergleichen
Probleme der Arbeitswelt (zum Beispiel Entfremdung, Verletzung der Menschenwürde, Beeinträchtigung der Gesundheit, Verknappung von Zeit) unter ethisch relevanten Gesichts punkten analysieren, diskutieren und Lösungsvorschläge erarbeiten (zum Beispiel bezogen auf Solidarität, verantwortungsvoller Konsum, Unternehmensethik)
sich mit dem Stellenwert von Arbeit bezogen auf Lebensziele und Vorstellungen eines guten Lebens auseinandersetzen
3.2.1.3 Umgang mit Endlichkeit
Formen der Lebensgestaltung und Lebensführung im Hinblick auf Selbstbestimmung und Verantwortung in verschiedenen Lebensphasen untersuchen und vergleichen
sich mit Vorstellungen von Alter und möglichen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen auseinandersetzen Die Schülerinnen und Schüler können
Unterschiede im Umgang mit Altern, Sterben und Tod herausarbeiten und diskutieren (zum Beispiel bezogen auf Kulturen, Epochen, Religionen)
zentrale rechtliche und ethisch relevante Aspekte einer Konfliktsituation oder Lebenskrise an Fallbeispielen erschließen, Positionen dazu erarbeiten und unter Berücksichtigung von Wertekollisionen begründen (zum Beispiel Autonomie versus Schadensvermeidung, Lebensqualität versus Lebenszeit, Verteilungsgerechtigkeit)
Vorstellungen eines menschenwürdigen Alterns und Sterbens anhand von Beispielen erarbeiten, vergleichen und diskutieren
3.2.2.1 Konfliktregelung und Friedensbildung
Erklärungsansätze für Aggressionen und Gewalt darlegen und systematisierend voneinander abgrenzen und bewerten
Gewalt und gewaltloses Handeln als Mittel zur Konfliktregelung und Friedensbildung untersuchen und erörtern
Möglichkeiten einer gerechten und verantwortungsvollen Konfliktregelung gemäß allgemeinen Prinzipien guten Handelns beschreiben und beurteilen (zum Beispiel Menschenrechte, Würde, Toleranz, Freiheit, Verantwortung, Zivilcourage, auch mit Bezug auf philosophische Begründungen der Moral) BNE Friedensstrategien
3.2.2.2 Pluralismus und Toleranz (*)
Merkmale einer pluralistischen Gesellschaft beschreiben (zum Beispiel unterschiedliche Lebensstile, Vielfalt der Weltanschauungen und Weltbilder, Relativität von Wahrheitsansprüchen, Interkulturalität)
einige Merkmale einer pluralistischen Gesellschaft analysieren, miteinander vergleichen und in ihrer Bedeutung diskutieren (zum Beispiel verschiedene Weltbilder, Weltanschauungen)
verschiedene Auffassungen von Toleranz darlegen und in ihrer Bedeutung für das Zusammenleben vergleichen
Orientierungshilfen für einen gerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Andersheit und Fremdheit erläutern und an Beispielen ihre Wirksamkeit überprüfen (zum Beispiel Grund gesetz, Werte, Menschenrechte, rechtliche Normen)
ethisch-moralische Probleme des Zusammenlebens in einer pluralistischen Gesellschaft erfassen, Handlungsmöglichkeiten auf der Grundlage von freiheits- und gerechtigkeitsorientierten Normen entwerfen und sich damit auseinandersetzen GK 3.1.4.1 Frieden und Menschenrechte
3.2.3.1 Werte und Normen in der medial vermittelten Welt
die welterschließende und weltverändernde Wirkung von Medien in einer zunehmend digitalisierten Welt beschreiben und diskutieren
Begriffe wie Digitalisierung, virtuelle Welt, medial konstruierte Wirklichkeit und Lebenswelt erläutern und unterscheiden
mediale Darstellungen unter ethisch relevanten Fragestellungen analysieren und beurteilen (zum Beispiel bezogen auf Meinungsfreiheit, Persönlichkeitsrechte, Privatsphäre, Menschen würde, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit)
den Stellenwert von moralischen Werten und Normen für mediale Darstellungen aus verschiedenen Perspektiven beschreiben und diskutieren (zum Beispiel Produktion, Vertrieb, Rezeption)
3.2.4.1 Mensch und Umwelt
verschiedene Auffassungen von Natur erläutern und vergleichen (zum Beispiel Schöpfung, Ressource, Gegenstand der Wissenschaften)
unterschiedliche Sichtweisen vom Verhältnis des Menschen zur Natur auch im Hinblick auf Aspekte von Freiheit, Gerechtigkeit und Verantwortung identifizieren (zum Beispiel Abhängigkeit, Herrschaft, Achtung), voneinander abgrenzen und im Hinblick auf Vorstellungen eines guten, gerechten und verantwortungsvollen Lebens überprüfen und diskutieren
verschiedene Ansätze der Naturethik bestimmen, unterscheiden und an Beispielen erörtern (zum Beispiel anthropozentrisch, physiozentrisch)
exemplarisch Chancen und Risiken moderner Techniken analysieren und diskutieren (zum Beispiel Gentechnik, Energietechnologien, Medizintechnik) BNE Bedeutung und Gefährdungen einer nachhaltigen Entwicklung
Aspekte ethisch-moralischer Verantwortung des Menschen für den Schutz der Natur und den nachhaltigen Umgang mit Technik erläutern und diskutieren (zum Beispiel Ressourcen- und Mediennutzung, Biodiversität) BNE Komplexität und Dynamik nachhaltiger Entwicklung
3.2.4.2 Mensch als Kulturwesen (*)
den Menschen als Kulturwesen beschreiben und sich mit möglichen Auswirkungen auf sein Selbstverständnis (zum Beispiel Leiblichkeit, Moralität) auseinandersetzen
relevante Aspekte des Tier-Mensch-Vergleichs darstellen und reflektieren (zum Beispiel Sprache, Moral, Kultur)
den unterschiedlichen Umgang des Menschen mit Natur und Umwelt unter Berücksichtigung verschiedener Menschenbilder (zum Beispiel Prometheus, homo faber, homo oeconomicus, homo symbolicus, Geschöpf Gottes) untersuchen
exemplarisch verschiedene Zukunfts- und Fortschrittsentwürfe im Hinblick auf Vorstellungen eines guten Lebens (unter anderem Freiheit, Gerechtigkeit und Verantwortung) untersuchen und diskutieren
die Verantwortung des Menschen als Kulturwesen für Natur und Umwelt erörtern BNE Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung
3.2.5.1 Ethisch-moralische Werte und Glaubensgrundsätze
den moralischen und ethischen Gehalt aus Glaubensgrundsätzen und religiösen Regeln an Beispielen herausarbeiten und darstellen (zum Beispiel Pflicht, Armen zu helfen; Lügenverbot; Nächstenliebe)
die Goldene Regel in ihrer Bedeutung für das Zusammenleben beschreiben und erörtern (zum Beispiel Projekt Weltethos) Die Schülerinnen und Schüler können
einige religiöse Regeln erläutern und mit moralischen Werten und Normen vergleichen (zum Beispiel Menschenwürde, Menschenrechte)
zu religiös bedingten Konflikten im Alltag (zum Beispiel aufgrund von Kleidung, Festen, Regeln, Symbolen) Stellung nehmen und Handlungsmöglichkeiten zur Lösung dieser Probleme auf der Grundlage von Selbstbestimmung, Gerechtigkeit und Verantwortung prüfen BKPROFIL 3.3.1 Bild RRK 3.3.7 Religionen und Weltanschauungen
3.2.5.2 Erscheinungsformen und Bedeutung des Religiösen (*)
religiöse Phänomene systematisierend darstellen (zum Beispiel Polytheismus, Monotheismus)
unterschiedliche Funktionen von Religion beschreiben (Innen- und Außenperspektive)
exemplarisch ein religiöses mit einem anderen Menschen- und Weltbild vergleichen (zum Beispiel philosophisch, naturwissenschaftlich) und für einzelne Menschen- und Weltbilder argumentieren BK 3.2.1 Bild RRK 3.3.7 Religionen und Weltanschauungen
3.2.6.1 Glück und Moral
Lebens- und Glücksvorstellungen wiedergeben und unter verschiedenen Aspekten vergleichen (zum Beispiel Glücksversprechen, Sinnsuche, Freiheit, Hedonismus, Utopien)
Werte und Normen als konstitutiv für das Zusammenleben darlegen und diskutieren
Lebens- und Glücksvorstellungen im Kontext von Selbstbestimmung und Verantwortung erläutern und deren Vereinbarkeit mit Werten, gesellschaftlichen Konventionen und Pflichten prüfen und bewerten (zum Beispiel bezogen auf Ergebnisse der Glücksforschung)
Vorstellungen eines gelungenen Lebens entwerfen und ihre Vereinbarkeit mit Anforderungen der Moral überprüfen und diskutieren
3.2.6.2 Vernunft, Vertrag, Gefühl, Nutzen (*)
a) die Bedeutung vernünftiger Argumente zur Überprüfung von Behauptungen beschreiben und Merkmale einer vernunftgeleiteten Argumentation darstellen (zum Beispiel Sokrates) b) mögliche Probleme des Zusammenlebens im Naturzustand beschreiben und Merkmale einer Vertragstheorie (zum Beispiel wohl verstandener Egoismus, Prinzip der Gegenseitigkeit) erläutern (zum Beispiel Hobbes) c) moralische Gefühle (zum Beispiel Empörung, Mitleid, Scham, Sympathie) wahrnehmen, beschreiben und ihren Stellenwert für das menschliche Zusammenleben darstellen (zum Beispiel Hume, Schopenhauer) d) die Orientierung am erwartbaren Nutzen bei Handlungsentscheidungen beschreiben und in seiner Bedeutung für das menschliche Zusammenleben darstellen (zum Beispiel Bentham)
die Bedeutung von Vernunft, Vertrag, Gefühl und Nutzen für die Motivation moralischen Handelns erläutern und diskutieren BNE Demokratiefähigkeit
das zugrundeliegende Menschenbild der unterschiedlichen Positionen herausarbeiten
die verschiedenen Zugänge zur Begründung von Moral voneinander abgrenzen, vergleichen und mit ihnen argumentieren
zur Überzeugungskraft dieser Begründungen in Ansätzen Stellung nehmen
3.3.1.1 Freiheit und Naturalismus
Freiheitsspielräume in der Lebenswelt identifizieren und mithilfe unterschiedlicher Freiheitsbegriffe (Wahl-, Willens- und Handlungsfreiheit, negative/positive Freiheit) analysieren
biologische, psychische und soziale Faktoren, die menschliches Handeln beeinflussen, benennen und in Bezug auf Selbst- und Fremdbestimmung diskutieren
Positionen in der Debatte um Freiheit (Kompatibilismus, Inkompatibilismus) in Grundzügen erarbeiten und im Hinblick auf Willensfreiheit, Moralität und Verantwortung erörtern
eine naturalistische Konzeption des Menschen darstellen und unter Berücksichtigung ihrer Implikationen problematisieren (zum Beispiel Reduktionismus, Determinismus)
sich mit dem Wert der Freiheit für das eigene Leben auseinandersetzen (zum Beispiel hinsichtlich Sicherheit, Selbstbeschränkung, Identitäten, Konventionen, Gerechtigkeit)
3.3.1.2 Freiheit und Anthropologie
Grundlagen philosophischer Anthropologie (zum Beispiel Weltoffenheit, Selbstbewusstsein) darstellen und deren Beitrag für das jeweilige Selbstverständnis des Menschen untersuchen Die Schülerinnen und Schüler können
die Bedingungen der Möglichkeit von Freiheit aus verschiedenen Menschenbildern (zum Beispiel religiöse, philosophische, einzelwissenschaftliche) herausarbeiten und vergleichen
die Bedeutung von Erziehung, Bildung und Sozialisation für die individuelle Lebensgestaltung im Hinblick auf Selbstbestimmung und Fremdbestimmung untersuchen und problematisieren
das Selbstverständnis des Menschen in der Moderne (zum Beispiel bezogen auf Vernunft, Freiheit, Aufklärung) anhand von Beispielen aus der Lebenswelt beschreiben und sich damit auseinandersetzen
3.3.2.1 Grundlagen des Zusammenlebens
ethisch-moralische Konflikte in einer pluralistischen Gesellschaft identifizieren und mögliche Ursachen erarbeiten (zum Beispiel Vielfalt der kulturellen Lebensformen, Wertewandel, Säkularisierung)
Grundlagen und Voraussetzungen für ein gutes und gerechtes Zusammenleben erarbeiten und prüfen (zum Beispiel Toleranz, Menschenwürde, Menschenrechte, Partizipation, Rechts staatlichkeit, Bereitschaft zum Diskurs)
verschiedene Konzeptionen von Toleranz untersuchen, vergleichen und mögliche Grenzen von Toleranz diskutieren
die Bedeutung der Menschenrechte und die Achtung der Menschenwürde für ein gutes und gerechtes Zusammenleben beurteilen
verschiedene Begründungen von Menschenrechten (zum Beispiel Natur, Vertrag, Vernunft) unterscheiden Die Schülerinnen und Schüler können
sich mit dem Geltungsanspruch der Menschenrechte (zum Beispiel Partikularismus, Kultur relativismus, Universalismus) auseinandersetzen BNE Demokratiefähigkeit
Lösungsansätze für ethisch-moralische Konflikte in einer pluralistischen Gesellschaft erörtern BNE Friedensstrategien
3.3.2.2 Gerechtigkeit und Recht
individuelle und institutionelle Gerechtigkeitsprobleme in der Lebenswelt identifizieren und mithilfe verschiedener Formen der Gerechtigkeit (zum Beispiel Verteilungs-, Bildungs-, Generationengerechtigkeit) analysieren
die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls mit einer weiteren Theorie der Gerechtigkeit (zum Beispiel Frankfurt, von Hayek, Nussbaum, Walzer) in Grundzügen vergleichen und das zugrundeliegende Verständnis von Gerechtigkeit herausarbeiten
die Tragfähigkeit dieser Theorien für die Lösung von Gerechtigkeitsfragen (zum Beispiel bezogen auf Bildung, Generationengerechtigkeit, Einkommen) untersuchen und problematisieren
die Bedeutung des Rechtspositivismus und seiner Kritik (zum Beispiel Vernunft-, Naturrecht) diskutieren und das Verhältnis von Legalität und Legitimität (Recht und Moral) an konkreten Fällen erörtern (zum Beispiel ziviler Ungehorsam) BNE Demokratiefähigkeit
Funktionen des Rechts und Merkmale eines gerechten Strafrechts diskutieren (Strafzweck theorien, Alternativen zur Strafe, zugrundeliegendes Menschenbild)
3.3.3.1 Tugendethik
zentrale philosophische Begriffe der Tugendethik von Aristoteles (zum Beispiel Eudaimonie, Telos, Tugend, ethische und dianoetische Tugenden, Phronesis, Logos) bestimmen
den Zusammenhang von Eudaimonie, Logos und Telos für die Begründung der aristotelischen Ethik (zum Beispiel Mensch als sprach- und vernunftbegabtes Sozialwesen, Glückseligkeit als höchstes Ziel) erläutern
den Begriff der Eudaimonie (zum Beispiel im Zusammenhang mit Teleologie, Lebensformen, Seelenlehre) bei Aristoteles erläutern und diskutieren
den aristotelischen Tugendbegriff auch unter Berücksichtigung der Mesoteslehre erarbeiten und anhand von Beispielen (zum Beispiel Tapferkeit, Sanftmut, Wahrhaftigkeit) prüfen
die Tugendethik von Aristoteles mit einem anderen glücks- oder strebensethischen Ansatz (zum Beispiel Stoa, Martha Nussbaum) vergleichen und diskutieren
auf der Grundlage der aristotelischen Ethik Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Problemstellungen der Angewandten Ethik (zum Beispiel in Alltagssituationen, Medizin, Medien, Ökologie) beispielhaft erarbeiten, diskutieren und bewerten BNE Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung
Möglichkeiten und Grenzen der Tugendethik von Aristoteles (zum Beispiel bezogen auf Menschenbild, Mesoteslehre, Lebensformen) auch im Vergleich zu anderen Positionen der Moralphilosophie untersuchen und bewerten
3.3.3.2 Utilitarismus
zentrale Begriffe des klassischen Utilitarismus (zum Beispiel Glück und Leid, hedonistisches Kalkül, Utilitätsprinzip) bestimmen
den klassischen Utilitarismus in Grundzügen erläutern und diskutieren (Menschenbild, quantitativer und qualitativer Hedonismus)
den klassischen Utilitarismus mit einer Variante des modernen Utilitarismus (zum Beispiel Regelutilitarismus, Präferenzutilitarismus) vergleichen und problematisieren
Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Problemstellungen der Angewandten Ethik (zum Beispiel in Alltagssituationen, Medizin, Medien, Ökologie) auf der Grundlage der utilitaristischen Ethik exemplarisch erarbeiten, diskutieren und bewerten BNE Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung
Möglichkeiten und Grenzen des Utilitarismus (zum Beispiel Folgenabschätzung, Gerechtigkeit, Wertmonismus) auch im Vergleich zu anderen Positionen der Moralphilosophie untersuchen und bewerten
3.3.3.3 Pflichtethik
zentrale philosophische Begriffe der kantischen Pflichtethik (zum Beispiel Aufklärung, Vernunft, Freiheit, guter Wille, Pflicht, Neigung, Maxime, Imperative) bestimmen
den argumentativen Zusammenhang von Kants Begründung der Moralphilosophie durch Freiheit und Vernunft erläutern (Mensch als Sinnes- und Vernunftwesen, Autonomie des Willens, Pflicht und Neigung) Die Schülerinnen und Schüler können
den Kategorischen Imperativ als Prüfverfahren des Moralischen erarbeiten und von der Goldenen Regel abgrenzen
Kants Konzeption von Menschenwürde darstellen und anhand von Beispielen prüfen
auf der Grundlage von Kants Pflichtethik Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Problemstellungen der Angewandten Ethik (zum Beispiel in Alltagssituationen, Medizin, Medien, Ökologie) exemplarisch erarbeiten, diskutieren und bewerten BNE Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung
Möglichkeiten und Grenzen der Pflichtethik von Kant (zum Beispiel bezogen auf Menschenbild, guter Wille, Pflicht, Folgen, Gefühle) auch im Vergleich zu anderen Positionen der Moral philosophie untersuchen und bewerten
3.3.4.1 Verantwortungsethik
Dimensionen des Verantwortungsbegriffs (Relationen, Formen) erfassen und bestimmen
eine verantwortungsethische Position (zum Beispiel Jonas) in Grundzügen erläutern und mit einer anderen Verantwortungskonzeption in Ansätzen vergleichen und bewerten
Werte funktional zuordnen (zum Beispiel als instrumentell, moralisch, eudaimonistisch) und sich mit Wertekonflikten im Kontext verantwortlichen Handelns auseinandersetzen
Orientierungshilfen für verantwortliches Handeln in ethisch relevanten Entscheidungssituationen aufzeigen und prüfen (zum Beispiel Nachhaltigkeitskonzept, Folgenabschätzung, Vorrangregeln, Berufsethos) Die Schülerinnen und Schüler können
auf der Grundlage einer Verantwortungskonzeption Entscheidungsmöglichkeiten für Problemstellungen der Angewandten Ethik (zum Beispiel in Alltagssituationen, Medizin, Medien, Ökologie) exemplarisch erarbeiten, diskutieren und beurteilen
Möglichkeiten und Grenzen einer Verantwortungskonzeption (zum Beispiel bezogen auf Menschenbild, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit) auch im Vergleich zu Positionen der Moral philosophie reflektieren und bewerten BNE Komplexität und Dynamik nachhaltiger Entwicklung
3.3.4.2 Angewandte Ethik
Bereiche der Angewandten Ethik (zum Beispiel Naturethik, Technikethik, Medizinethik, Medienethik, Wissenschaftsethik und Wirtschaftsethik) in ihren Grundlagen und ihrer ethischen Bedeutung beschreiben und im Zusammenhang mit Vorstellungen eines guten Lebens diskutieren (zum Beispiel bezogen auf naturethische Positionen, Nachhaltigkeit, homo faber, Würde, Information, Wahrheit, Wachstum, Gerechtigkeit)
anhand von ethisch relevanten Problemfällen der Angewandten Ethik Ziele und Interessen der Beteiligten und Betroffenen herausarbeiten, vergleichen und erläutern (zum Beispiel Energieversorgung, Arbeitserleichterung, Gesundheit, Information, Fortschritt, Wachstum)
in Problemfällen der Angewandten Ethik (zum Beispiel Klimawandel, Digitalisierung, Entfremdung, Genetik, Selbstoptimierung) die den verschiedenen Interessen und Zielen zugrundeliegenden Werte herausarbeiten und benennen
im Kontext der Angewandten Ethik relevante Werte im Hinblick auf ihren ethisch-moralischen Gehalt untersuchen, vergleichen und bewerten (zum Beispiel Naturschutz, Leben, Würde, Selbstbestimmung, Gerechtigkeit, Freiheit) BNE Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung Die Schülerinnen und Schüler können
Beurteilungsmaßstäbe der Angewandten Ethik auf Beispielfälle anwenden und überprüfen (zum Beispiel Nachhaltigkeit, Folgenabschätzung, Vorrangregeln, Berufsethos)
bei der Auseinandersetzung mit Problemfällen der Angewandten Ethik mit moralphiloso phischen Begründungsansätzen oder ethischen Positionen argumentieren sowie diese bei der Urteils- und Entscheidungsfindung berücksichtigen (zum Beispiel Tugendethik, Utilitarismus, Pflichtethik, verantwortungs- oder naturethische Positionen)
eigene Stellungnahmen zu Entscheidungssituationen der Angewandten Ethik erarbeiten und reflektiert begründen
3.3.5.1 Grundlagen philosophischer Ethik
deskriptive Ethik, normative Ethik und Metaethik hinsichtlich ihrer Funktionen und Arbeitsweisen unterscheiden
Argumentationsformen und -strukturen im Kontext von Ethik und Moral anhand von Beispielen identifizieren und veranschaulichen (zum Beispiel praktischer Syllogismus, Toulmin-Schema, naturalistischer Fehlschluss) BNE Demokratiefähigkeit
Aufgaben und Grenzen philosophischer Ethik in einer pluralistischen Gesellschaft beschreiben und diskutieren (zum Beispiel Prüfung von Geltungsansprüchen, ethisch-moralische Reflexion, Relativismus und Universalismus)
eine Position der Moralkritik in ihren Grundzügen darstellen und bewerten (zum Beispiel Marx, Nietzsche, Freud)
3.3.5.2 Religion und Religionskritik
Funktionen von Religion für Individuum und Gesellschaft in einer säkularisierten Welt darstellen und diskutieren (zum Beispiel Kontingenzbewältigung, Identitätsbildung)
Gemeinsamkeiten, Differenzen und Konflikte zwischen einer religiösen und einer säkularen Sichtweise des Menschen erarbeiten und zu daraus resultierenden Konflikten Stellung nehmen
das Spannungsverhältnis von Glauben und Wissen, Religion und Vernunft analysieren und erörtern (zum Beispiel Moralbegründung, moralische Motivation, Theodizee-Problem)
eine Position der Religionskritik darstellen und beurteilen (zum Beispiel Feuerbach, Marx, Nietzsche, Freud)
Beispiele möglicher Instrumentalisierung von Religion identifizieren, analysieren und Stellung dazu nehmen (zum Beispiel Fundamentalismus) RRK 3.4.3 Gott
3.4.1.1 Freiheit und Naturalismus
Freiheitsspielräume in der Lebenswelt identifizieren und mithilfe unterschiedlicher Freiheitsbegriffe (Wahl-, Willens- und Handlungsfreiheit, negative/positive Freiheit) analysieren
biologische, psychische und soziale Faktoren, die menschliches Handeln beeinflussen, benennen und in Bezug auf Selbst- und Fremdbestimmung diskutieren
Positionen in der Debatte um Freiheit (Kompatibilismus, Inkompatibilismus) in Grundzügen erarbeiten und im Hinblick auf Willensfreiheit, Moralität und Verantwortung erörtern
eine naturalistische Konzeption des Menschen darstellen und unter Berücksichtigung ihrer Implikationen problematisieren (zum Beispiel Reduktionismus, Determinismus)
sich mit dem Wert der Freiheit für das eigene Leben auseinandersetzen (zum Beispiel hinsichtlich Sicherheit, Selbstbeschränkung, Identitäten, Konventionen, Gerechtigkeit)
den Stellenwert von Freiheit in gesellschaftlichen Kontroversen (zum Beispiel in Kulturen, Medien, Medizin, Religion, Wirtschaft) herausarbeiten und diskutieren
3.4.1.2 Freiheit und Anthropologie
Grundlagen philosophischer Anthropologie (zum Beispiel Weltoffenheit, Selbstbewusstsein, Institutionen) darstellen und deren Beitrag für das jeweilige Selbstverständnis des Menschen untersuchen
die Bedingungen der Möglichkeit von Freiheit aus verschiedenen Menschenbildern (zum Beispiel religiöse, philosophische, einzelwissenschaftliche) herausarbeiten und vergleichen
eine einzelwissenschaftliche und eine philosophische Konzeption des Menschen (zum Beispiel naturalistische, psychologische, soziologische) in ihren Grundzügen beschreiben und hinsichtlich ihrer Implikationen vergleichen und bewerten
die Bedeutung von Erziehung, Bildung und Sozialisation für die individuelle Lebensgestaltung im Hinblick auf Selbstbestimmung und Fremdbestimmung untersuchen und problematisieren
das Selbstverständnis des Menschen in der Moderne (zum Beispiel Aufklärung, Fortschritt) erarbeiten und sich damit auseinandersetzen (zum Beispiel bezogen auf Selbstoptimierung, Beschleunigung, Rationalisierung)
3.4.1.3 Freiheit und digitale Welt
Grundzüge der digitalen Revolution beschreiben und ethisch relevante Probleme der Digitalisierung identifizieren (zum Beispiel Künstliche Intelligenz. Big Data, Cyberwar, Post-Privacy)
Formen der Machtausübung und Spielräume der Freiheit in der digitalen Welt anhand von Beispielen (Arbeitswelt, Technik, Mobilität, Medizin) identifizieren und mit Bezug auf ein selbstbestimmtes Leben erörtern Die Schülerinnen und Schüler können
Auswirkungen der Digitalisierung und Virtualisierung auf das Menschenbild der Moderne untersuchen und diskutieren (zum Beispiel Cyborg, digitales Selbst, Transhumanismus)
3.4.2.1 Grundlagen des Zusammenlebens
ethisch-moralische Konflikte in einer pluralistischen Gesellschaft identifizieren und mögliche Ursachen erarbeiten (zum Beispiel Vielfalt der kulturellen Lebensformen, Wertewandel, Säkularisierung)
Grundlagen und Voraussetzungen für ein gutes und gerechtes Zusammenleben erarbeiten und prüfen (zum Beispiel Toleranz, Menschenwürde, Menschenrechte, Partizipation, Rechts staatlichkeit, Bereitschaft zum Diskurs)
verschiedene Konzeptionen von Toleranz untersuchen, vergleichen und mögliche Grenzen von Toleranz diskutieren
die Bedeutung der Menschenrechte und die Achtung der Menschenwürde für ein gutes und gerechtes Zusammenleben beurteilen
verschiedene Begründungen von Menschenrechten (zum Beispiel Natur, Vertrag, Vernunft) unterscheiden
sich mit dem Geltungsanspruch der Menschenrechte (zum Beispiel Partikularismus, Kulturrelativismus, Universalismus) auseinandersetzen BNE Demokratiefähigkeit Die Schülerinnen und Schüler können
Lösungsansätze für ethisch-moralische Konflikte in einer pluralistischen Gesellschaft erörtern. BNE Friedensstrategien
3.4.2.2 Gerechtigkeit und Recht
individuelle und institutionelle Gerechtigkeitsprobleme in der Lebenswelt identifizieren und mithilfe verschiedener Formen der Gerechtigkeit (zum Beispiel Verteilungs-, Bildungs-, Generationengerechtigkeit) analysieren
die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls mit einer weiteren Theorie der Gerechtigkeit (zum Beispiel Frankfurt, von Hayek, Nussbaum, Walzer) in Grundzügen vergleichen und das zugrundeliegende Verständnis von Gerechtigkeit herausarbeiten
die Tragfähigkeit dieser Theorien für die Lösung von Gerechtigkeitsfragen (zum Beispiel bezogen auf Bildung, Generationengerechtigkeit, Einkommen) untersuchen und problematisieren
die Bedeutung des Rechtspositivismus und seiner Kritik (zum Beispiel Vernunft-, Naturrecht) diskutieren und das Verhältnis von Legalität und Legitimität (Recht und Moral) an konkreten Fällen erörtern (zum Beispiel ziviler Ungehorsam) BNE Demokratiefähigkeit
Funktionen des Rechts und Merkmale eines gerechten Strafrechts diskutieren (Strafzwecktheorien, Alternativen zur Strafe, zugrundeliegendes Menschenbild)
3.4.2.3 Gerechtigkeit und globalisierte Welt
Formen interkultureller Begegnung exemplarisch beschreiben und Ursachen möglicher Probleme identifizieren
Bedingungen der Möglichkeit interkultureller Verständigung erarbeiten und diskutieren
exemplarisch transnationale beziehungsweise intergenerationelle Gerechtigkeitsprobleme einer globalisierten Welt beschreiben (zum Beispiel Lebens- und Arbeitswelt, Flucht, wirtschaftliche Ausbeutung, Umweltzerstörung, Weltarmut) BNE Bedeutung und Gefährdungen einer nachhaltigen Entwicklung; Friedensstrategien
sich mit Lösungsansätzen (zum Beispiel globale Rechts- und Staatsordnung, internationales Strafrecht, Weltwirtschaftsordnung, Verantwortung für zukünftige Generationen) und Maßnahmen (zum Beispiel humanitäre Intervention, Völkerrecht, „gerechter Krieg“, Weltwirtschaftsordnung) zur Durchsetzung einer gerechten Weltordnung auseinandersetzen G 3.4.5 West- und Osteuropa nach 1945: Streben nach Wohlstand und Partizipation (12.1, zweistündig)
3.4.3.1 Tugendethik
zentrale philosophische Begriffe der Tugendethik von Aristoteles (Eudaimonie, Telos, Tugend, ethische und dianoetische Tugenden, Phronesis, Logos, Praxis und Poeisis) bestimmen Die Schülerinnen und Schüler können
den Zusammenhang von Eudaimonie, Logos und Telos für die Begründung der aristotelischen Ethik (Mensch als sprach- und vernunftbegabtes Sozialwesen, Glückseligkeit als höchstes Ziel) erläutern
den Begriff der Eudaimonie im Zusammenhang mit Teleologie, Lebensformen und Seelenlehre bei Aristoteles erläutern und diskutieren
den aristotelischen Tugendbegriff erarbeiten und anhand von Beispielen prüfen (zum Beispiel Freundschaft, Wahrhaftigkeit, Sanftmut)
dianoetische Tugenden von ethischen Tugenden unterscheiden und die Rolle der Phronesis in der Mesotes-Lehre erläutern
die gesellschaftliche Bedeutung verschiedener Tugenden bei Aristoteles erarbeiten (zum Beispiel Gerechtigkeit, Tapferkeit) und hinsichtlich ihres historischen Kontextes und ihrer Aktualität erörtern
die Tugendethik von Aristoteles mit einem anderen glücks- oder strebensethischen Ansatz (zum Beispiel Stoa, Nussbaum) vergleichen und diskutieren
auf der Grundlage der aristotelischen Ethik Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Problemstellungen der Angewandten Ethik (zum Beispiel in Alltagssituationen, Medizin, Medien, Ökologie) erarbeiten, diskutieren und bewerten BNE Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung
Möglichkeiten und Grenzen der Tugendethik von Aristoteles (zum Beispiel bezogen auf Menschenbild, Mesoteslehre, Lebensformen) auch im Vergleich zu anderen Positionen der Moralphilosophie untersuchen und bewerten
3.4.3.2 Utilitarismus
zentrale Begriffe verschiedener utilitaristischer Ethiken (Glück, Nützlichkeit, Regeln, Interessen) bestimmen und erläutern
den klassischen Utilitarismus (Bentham, Mill) in Grundzügen erläutern und diskutieren (Menschenbild, Freude und Leid, hedonistisches Kalkül, quantitativer und qualitativer Hedonismus) Die Schülerinnen und Schüler können
Handlungs- und Regelutilitarismus analysieren und miteinander vergleichen
das Utilitätsprinzip darlegen und hinsichtlich seiner Anwendbarkeit auch im Vergleich mit anderen Regeln und Imperativen (Goldene Regel, Kategorischer Imperativ, verantwortungs ethische Imperative) prüfen und bewerten
den Präferenzutilitarismus von Singer als Variante des modernen Utilitarismus erarbeiten und mit dem klassischen Utilitarismus vergleichen (Interessenbegriff)
den Personenbegriff bei Singer bestimmen und hinsichtlich seiner ethisch-moralischen Implikationen diskutieren
Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Problemstellungen der Angewandten Ethik (zum Beispiel in Alltagssituationen, Medizin, Medien, Ökologie) auf der Grundlage der utilitaristischen Ethik exemplarisch erarbeiten, diskutieren und bewerten BNE Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung
Möglichkeiten und Grenzen des Utilitarismus (zum Beispiel Folgenabschätzung, Gerechtigkeit, Wertmonismus, Interessenabwägung) auch im Vergleich zu anderen Positionen der Moralphilosophie untersuchen und bewerten
3.4.3.3 Pflichtethik
Kants Programm der Aufklärung anhand seiner grundlegenden Ideen erarbeiten und reflektieren
zentrale philosophische Begriffe der kantischen Pflichtethik (Autonomie, Vernunft, Freiheit, guter Wille, Pflicht, Neigung, Maxime, Imperative) bestimmen und erläutern
die Vorstellung Kants vom Menschen als Sinnes- und Vernunftwesen darstellen und im Zusammenhang von Kants Moralbegründung erklären (Bürger zweier Welten, Heteronomie, Autonomie)
Kants Begründung der Moralphilosophie durch Freiheit und Vernunft erschließen und darlegen (Autonomie des Willens, Pflicht und Neigung) Die Schülerinnen und Schüler können
den Gegensatz von Pflicht und Neigung erkennen und Handeln aus Pflicht von pflicht gemäßem Handeln unterscheiden
Handeln aus Pflicht als Ausdruck des guten Willens erläutern und sich damit auseinander setzen
Maxime, hypothetische Imperative und den Kategorischen Imperativ bestimmen und den Kategorischen Imperativ als Prüfverfahren des Moralischen erfassen (Universalisierung) und von der Goldenen Regel unterscheiden
Kants Konzeption der Menschenwürde darstellen und anhand von Beispielen prüfen
auf der Grundlage von Kants Pflichtethik Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Problemstellungen der Angewandten Ethik (zum Beispiel in Alltagssituationen, Medizin, Medien, Ökologie) exemplarisch erarbeiten, diskutieren und bewerten BNE Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung
Möglichkeiten und Grenzen der Pflichtethik von Kant (zum Beispiel bezogen auf Menschenbild, guter Wille, Pflicht, Folgen, Gefühle) auch im Vergleich zu anderen Positionen der Moral philosophie untersuchen und bewerten
3.4.4.1 Verantwortungsethik
Dimensionen des Verantwortungsbegriffs (Relationen, Formen) erfassen und bestimmen
Grundzüge der verantwortungsethischen Position von Jonas erarbeiten und ansatzweise bewerten (Seinsverantwortung, verantwortungsethische Imperative, Heuristik der Furcht) Die Schülerinnen und Schüler können
Jonas´ Verständnis von Verantwortung mit weiteren Verantwortungskonzeptionen (zum Beispiel Zimmerli, Ropohl, Lenk) vergleichen und im Hinblick auf die Lösung von Verantwortungsproblemen bewerten
Orientierungshilfen für verantwortliches Handeln in ethisch relevanten Entscheidungs situationen aufzeigen und prüfen (zum Beispiel Nachhaltigkeitsüberlegungen, Folgen abschätzung, Vorrangregeln, Berufsethos)
auf der Grundlage einer Verantwortungskonzeption Entscheidungsmöglichkeiten für Problemstellungen der Angewandten Ethik (zum Beispiel in Alltagssituationen, Medizin, Medien, Ökologie) exemplarisch erarbeiten, diskutieren und beurteilen
Möglichkeiten und Grenzen einer Verantwortungskonzeption (zum Beispiel bezogen auf Menschenbild, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit) auch im Vergleich zu Positionen der Moral philosophie untersuchen und bewerten BNE Komplexität und Dynamik nachhaltiger Entwicklung
3.4.4.2 Angewandte Ethik
Bereiche der Angewandten Ethik in ihren Grundlagen und ihrer ethischen Relevanz beschreiben (zum Beispiel Naturethik, Technikethik, Medizinethik, Medienethik, Wissenschaftsethik, Wirtschafts ethik) und im Zusammenhang mit Vorstellungen eines guten Lebens diskutieren
zentrale Begriffe oder Aspekte verschiedener Bereiche der Angewandten Ethik benennen und erläutern (zum Beispiel naturethische Positionen, Risiko, Wirklichkeit, Wahrheit, Wachstum)
anhand von ethisch relevanten Problemfällen der Angewandten Ethik Ziele und Interessen der Beteiligten und Betroffenen herausarbeiten, vergleichen und erläutern (zum Beispiel Energieversorgung, Arbeitserleichterung, Gesundheit, Information, Fortschritt) Die Schülerinnen und Schüler können
in Problemfällen der Angewandten Ethik (zum Beispiel bezogen auf Klimawandel, Digitalisierung, Entfremdung, Genetik, Selbstoptimierung) die den verschiedenen Interessen und Zielen zugrundeliegenden Werte herausarbeiten und zuordnen (instrumentelle, moralische, eudaimonistische Werte)
im Kontext der Angewandten Ethik relevante Werte im Hinblick auf ihren ethisch-moralischen Gehalt untersuchen, vergleichen und bewerten (zum Beispiel Naturschutz, Leben, Würde, Selbstbestimmung, Gerechtigkeit) BNE Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung
Beurteilungsmaßstäbe der Angewandten Ethik auf Beispielfälle anwenden und überprüfen (zum Beispiel Nachhaltigkeitsvorstellungen, Folgenabschätzung, Vorrangregeln, Berufsethos)
bei der Auseinandersetzung mit Problemfällen der Angewandten Ethik mit moralphilosophischen Begründungsansätzen oder ethischen Positionen argumentieren sowie diese bei der Urteils- und Entscheidungsfindung berücksichtigen (zum Beispiel Tugendethik, Utilitarismus, Pflichtethik, verantwortungs- oder naturethische Positionen)
eigene Stellungnahmen zu Entscheidungssituationen der Angewandten Ethik erarbeiten und reflektiert begründen BNE Demokratiefähigkeit
3.4.5.1 Grundlagen philosophischer Ethik
deskriptive Ethik, normative Ethik und Metaethik hinsichtlich ihrer Funktionen und Arbeitsweisen unterscheiden
Argumentationsformen und -strukturen im Kontext von Ethik und Moral anhand von Beispielen identifizieren und veranschaulichen (praktischer Syllogismus, Toulmin-Schema, Sein-Sollen-Fehlschluss) BNE Demokratiefähigkeit Die Schülerinnen und Schüler können
Aufgaben und Grenzen philosophischer Ethik in einer pluralistischen Gesellschaft beschreiben und diskutieren (zum Beispiel Prüfung von Geltungsansprüchen, ethisch-moralische Reflexion, Relativismus und Universalismus)
eine Position der Moralkritik in ihren Grundzügen darstellen und bewerten (zum Beispiel Marx, Nietzsche, Freud)
3.4.5.2 Religion und Religionskritik
Funktionen von Religion für Individuum und Gesellschaft in einer säkularisierten Welt darstellen und diskutieren (zum Beispiel Kontingenzbewältigung, Identitätsbildung)
Gemeinsamkeiten, Differenzen und Konflikte zwischen einer religiösen und einer säkularen Sichtweise des Menschen erarbeiten und zu daraus resultierenden Konflikten Stellung nehmen
das Spannungsverhältnis von Glauben und Wissen, Religion und Vernunft analysieren und erörtern (zum Beispiel Moralbegründung, moralische Motivation, Theodizee-Problem)
eine Position der Religionskritik darstellen und beurteilen (zum Beispiel Feuerbach, Marx, Nietzsche, Freud)
Beispiele möglicher Instrumentalisierung von Religion identifizieren, analysieren und Stellung dazu nehmen (zum Beispiel Fundamentalismus)