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Lehrpläne Baden-Württemberg
Gymnasium Oberstufe
Philosophie
prozessbezogen
Entwickeln und darstellen
3
Beschreiben und hinterfragen
3
Rekonstruieren und analysieren
4
Prüfen und beurteilen
4
inhaltsbezogen
Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie
4
Philosophie des Geistes, der Sprache und Metaphysik
4
Kulturphilosophie und Kulturanthropologie
4
Sozial- und Politische Philosophie
4
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Entwickeln und darstellen
auf Prinzipielles zielende Ideen, Meinungen und Überzeugungen, Einzelaussagen und Aussagenzusammenhänge genau, übersichtlich und in logisch geordneter Form ausdrücken
Gedankengänge in beschreibender Betrachtung argumentativ entfalten (zum Beispiel in Sokratischen Gesprächen oder philosophischen Essays)
philosophische Positionen auf wesentliche Aussagen reduzieren
Beschreiben und hinterfragen
aus individuellen und kollektiven Wahrnehmungen philosophische Problemstellungen entwickeln
abstrakte Konzepte und Thesen phänomenologisch stützen oder durch Gegenbeispiele in Frage stellen
Intuitionen und grundlegende Begriffe des Selbst- und Weltverständnisses auf ihre Plausibilität prüfen (zum Beispiel mithilfe von Gedankenexperimenten)
Rekonstruieren und analysieren
sich das eigene Vorverständnis zu einem im Text beziehungsweise Medium enthaltenen philosophischen Problem mit seinen Voraussetzungen und Konsequenzen bewusst machen und artikulieren
philosophische Begriffe erklären und definieren, deskriptive von evaluativer beziehungsweise normativer Verwendung von Begriffen und Aussagen unterscheiden
die Verknüpfung von Prämissen und Konklusion in Argumenten untersuchen (zum Beispiel mithilfe des Syllogismus- oder des Toulmin-Schemas)
zentrale Begriffe und Behauptungen, grundsätzliche Positionen und Argumentationsmuster logisch geordnet darstellen
Prüfen und beurteilen
Schlüssigkeit und Stichhaltigkeit von Argumenten bewerten, um Argumentformen als gültig anzuerkennen und Fehlschlüsse zurückzuweisen
Verfahren der Widerlegung und der Argumentkritik anwenden mittels argumentkritischer Verfahren, die Widerspruchsfreiheit und Plausibilität von Positionen prüfen
Geltungsansprüche gewichten und unterschiedliche Rationalitätsauffassungen angemessen beurteilen
zwischen konträren Denkweisen vermitteln und differierende Positionen anerkennen (zum Beispiel anhand dialektischer Verfahren)
Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie
in der Auseinandersetzung mit traditionellen Bestimmungen von Wissen (zum Beispiel gerechtfertigte, wahre Überzeugung; Wissen-dass und Wissen-wie) Kriterien für „Wissen“ prüfen; Entstehungs- und Begründungskontexte unterscheiden; Stufen des Wissens und der Weisheit erläutern
Verfahren zur Gewinnung und zur Bestätigung von wissenschaftlichen Hypothesen beschreiben (zum Beispiel Beobachtung, Induktion, Zeugnisse anderer); Methoden des Erklärens und Verstehens in unterschiedlichen Wissenschaften erläutern (zum Beispiel hypothetisch-deduktiv, abduktiv, evolutionär)
konkurrierende erkenntnistheoretische Positionen darstellen, vergleichen und in ihrer Erklärungskraft beurteilen (zum Beispiel Rationalismus, Empirismus, Relativismus, Realismus)
Konzeptionen von Kausalität und Korrelation unterscheiden, Kriterien für Objektivität erörtern sowie den Wert der Wahrheit als regulative Idee in Philosophie und Wissenschaften diskutieren
Philosophie des Geistes, der Sprache und Metaphysik
ausgehend von lebensweltlichen Erfahrungen das Problem der Identität einer Person in der Zeit erörtern; Deutungen der Leib-Seele-Beziehung (zum Beispiel dualistische, naturalistische und hylemorphistische Deutungen) vergleichen und in ihrer Erklärungskraft beurteilen; Formen und Merkmale des Bewusstseins analysieren (zum Beispiel Intentionalität, Subjektivität, Erlebnisqualität)
Willensfreiheit als Problem der körperlich-geistigen Doppelnatur des Menschen beschreiben und analysieren; eine Theorie rationaler Entscheidung diskutieren
sprachliche und nicht-sprachliche Zeichenfunktionen unterscheiden; Sprache als Ausdruck der Weltansicht untersuchen; die Wahrheitsfähigkeit von Sätzen und Satzarten prüfen; Unterschiede von Gesagtem und Gemeintem sprachkritisch analysieren (zum Beispiel Ironie, Metaphern, indirekte Sprechakte, Implikaturen)
Zufall und Notwendigkeit in unterschiedlichen Wissensordnungen erörtern (zum Beispiel in Physik, Logik, Psychologie); Transzendenz und Absurdität als Deutungskategorien reflektieren
Kulturphilosophie und Kulturanthropologie
kulturelle Regeln und Naturgesetze unterscheiden; Kulturphilosophie und traditionelle philosophische Anthropologie vergleichen
Anthropotechniken in ihrer Ambivalenz analysieren; Konzepte künstlicher Intelligenz prüfen; kulturelle Veränderungen durch digitale Technologien reflektieren
Kultur als symbolisches Universum und als Praxis des Symbolisierens rekonstruieren; Lachen, Spiel und Künste als Ausdrucksformen des Menschen beschreiben und analysieren
das Konzept eines kulturellen Gedächtnisses prüfen; Positionen der Geschichtsdeutung vergleichen und erörtern; sich mit kulturkritischen und transkulturellen Perspektiven auseinandersetzen
Sozial- und Politische Philosophie
den Menschen als zoon politikon beschreiben und dabei faktische wie normative Orientierung durch Freundschaft, Wohlwollen, Liebe, ethische Reflexion und Fürsorge unterscheiden; Anerkennung, Vertrauen und Kooperation als Grundlage für Subjektivität und ethische Normativität beschreiben
das Verhältnis zwischen Macht, Recht und Moral erläutern; Sphären der Gerechtigkeit analysieren (zum Beispiel Gender, Mitgliedschaft und Zugehörigkeit, Erziehung und Eigentum); Begründungen für Menschenrechte prüfen und beurteilen
Konzeptionen von Souveränität (zum Beispiel durch Vertrag) und Legitimität (zum Beispiel durch Repräsentation) rekonstruieren; eine Theorie der Demokratie diskutieren
kosmopolitische, utopische und anarchistische Modelle von Vergemeinschaftung prüfen; Probleme transnationaler Gerechtigkeit erörtern
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