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Lehrpläne Baden-Württemberg
Gymnasium Oberstufe
Psychologie
prozessbezogen
2.1 Analyse- und Methodenkompetenz
4
2.2 Reflexions- und Urteilskompetenz
4
2.3 Orientierungs- und Handlungskompetenz
3
inhaltsbezogen
3.1.1 Grundlagen der wissenschaftlichen Psychologie
3
3.1.2 Kognition, Emotion und Motivation
4
3.1.3 Die menschliche Persönlichkeit und ihre Entwicklung
4
3.1.4.1 Kommunikation
3
3.1.4.2 Soziale Wahrnehmung und Gruppe
4
3.1.5.1 Medienpsychologie
3
3.1.5.2 Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie
3
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
2.1 Analyse- und Methodenkompetenz
einen Sachverhalt beschreiben und dabei die psychologische Fachsprache sachgerecht anwenden und von alltagssprachlichen Beschreibungen abgrenzen
psychologische Fachtexte exzerpieren, Kernaussagen herausarbeiten sowie Darstellungen psychologischer Untersuchungsergebnisse fachlich angemessen wiedergeben (zum Beispiel mithilfe von Moderations- und Präsentationstechniken und durch den Einsatz digitaler Medien)
Fallbeispiele theoriegeleitet analysieren und auswerten
nachvollziehen, gegebenenfalls handlungsorientiert, wie Psychologie als empirische Wissenschaft evidenzbasiert zu Ergebnissen kommt
2.2 Reflexions- und Urteilskompetenz
psychologische Sachverhalte darlegen, reflektieren und in Bezug zueinander setzen
den Erklärungswert psychologischer Modelle und Erkenntnisse beurteilen
die Relevanz psychologischer Forschungsergebnisse diskutieren
sich mit ethischen Implikationen psychologischer Forschung auseinandersetzen
2.3 Orientierungs- und Handlungskompetenz
auf Grundlage psychologischer Theorien und Erkenntnisse Strategien zum Umgang mit Alltagssituationen entwickeln
rational Handlungsoptionen abwägen und gegebenenfalls Entscheidungen daraus ableiten
psychologische Erkenntnisse für die eigene Weiterentwicklung nutzen (zum Beispiel Selbstregulation)
3.1.1 Grundlagen der wissenschaftlichen Psychologie
Gegenstand, Grundlagen- und Anwendungsgebiete (zum Beispiel integratives Modell des psychischen Systems nach H. P. Nolting / P. Paulus) sowie Ziele der Psychologie darlegen
empirische Verfahren (systematische Beobachtung, Experiment, Befragung, Test) in Abgrenzung zur Alltagspsychologie beschreiben und exemplarisch anwenden
psychische Phänomene aus Sicht verschiedener Paradigmen der Psychologie erklären, diese in ihren jeweiligen historischen Kontext einordnen und sich mit ihren Potenzialen sowie ihren Begrenzungen auseinandersetzen
3.1.2 Kognition, Emotion und Motivation
den Begriff und den Prozess der menschlichen Wahrnehmung darstellen sowie Faktoren, die diese beeinflussen, anhand von Beispielen erläutern
ein psychologisches Gedächtnismodell darlegen, den Begriff Intelligenz beschreiben und problematisieren sowie Strategien zur Verbesserung kognitiven Lernens für das eigene Verhalten entwickeln
menschliches Erleben und Verhalten beispielhaft mit psychologischen Lern- und Motivationstheorien (zum Beispiel Konditionierung, Lernen am Modell, Lernen durch Einsicht, Selbstbewertungsmodell, Rubikonmodell) beschreiben und reflektieren
erklären, wie Kognition, Emotion und Motivation zusammenwirken (zum Beispiel Attributionstheorie, Stress und Stressbewältigung nach G. Kaluza)
3.1.3 Die menschliche Persönlichkeit und ihre Entwicklung
Dimensionen der Persönlichkeit (zum Beispiel Big Five, Selbstregulation) beschreiben, reflektieren und die Kontroverse um anlage- und umweltbedingte Determinanten herausarbeiten, diskutieren und beurteilen
die mögliche Bedeutung frühkindlicher Bindungserfahrungen (zum Beispiel J. Bowlby, M. Ainsworth) für die sich entwickelnde Persönlichkeit darstellen und problematisieren
ein Konzept von Entwicklung darlegen und Entwicklungsaufgaben anhand einer Lebensphase veranschaulichen
ein Konstrukt von Identität (zum Beispiel nach J. Marcia oder H. Keupp) beschreiben und dessen Bedeutung auch für die eigene Entwicklung beurteilen
3.1.4.1 Kommunikation
wesentliche Merkmale menschlicher Kommunikation anhand eines Kommunikationsmodells (zum Beispiel nach P. Watzlawick oder nach F. Schulz von Thun) erläutern und sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Modells auseinandersetzen
gesprächshemmendes Verhalten und Probleme in Kommunikationssituationen analysieren sowie gesprächsförderliches Verhalten, auch im Rahmen von praktischen Übungen, entwickeln (zum Beispiel nach C. Rogers) und auf das eigene Kommunikationsverhalten anwenden
Konfliktlösungsstrategien erläutern (zum Beispiel Win-Win-Modell nach T. Gordon, Gewaltfreie Kommunikation nach M. Rosenberg) und an Beispielen Lösungsmöglichkeiten entwickeln und begründen
3.1.4.2 Soziale Wahrnehmung und Gruppe
soziale Wahrnehmungsprozesse, auch anhand von Beispielen aus ihrer Lebenswelt, veranschaulichen (zum Beispiel Halo-Effekt, Primacy-Effekt, Rosenthal-Effekt)
sich mit Einstellungen und Vorurteilen sowie Möglichkeiten ihrer Veränderung auseinandersetzen (zum Beispiel Theorie der kognitiven Dissonanz nach L. Festinger)
Merkmale von Gruppen beschreiben und grundlegende gruppendynamische Prozesse erläutern (zum Beispiel Rollen, Phasen der Gruppenbildung)
darlegen, wie andere auf menschliches Verhalten einwirken können (zum Beispiel Konformität und Gehorsam anhand klassischer sozialpsychologischer Experimente, Führungsstile, Werbung)
3.1.5.1 Medienpsychologie
die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen anhand von Forschungsergebnissen und Studien (zum Beispiel KIM- und JIM-Studien) erfassen und daran das eigene Medienverhalten überprüfen und reflektieren
ausgewählte Erkenntnisse zur Medienrezeption und ‑wirkung auf Menschen erklären und Wirkungszusammenhänge aufzeigen (zum Beispiel in Bezug auf Social Media, Gewaltdarstellungen)
Folgen von Medienkonsum und Mediennutzung analysieren, sich dabei mit Chancen und Risiken auseinandersetzen (zum Beispiel auf die kindliche Entwicklung, auf das Kommunikationsverhalten) und Konsequenzen für eine sinnvolle Mediennutzung entwickeln
3.1.5.2 Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie
den Begriff „psychische Störung“ anhand typischer Kriterien beschreiben und das Spannungsfeld von Norm und Abweichung diskutieren (zum Beispiel Gefahr von Stigmatisierung)
Leitsymptome von Störungsbildern (zum Beispiel Angststörungen, Essstörungen, affektive Störungen, Entwicklungsstörungen) anhand des ICD (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) beziehungsweise des DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) beschreiben, Erklärungsansätze zu deren Genese erläutern (zum Beispiel Biopsychosoziales Modell, Diathese-Stress-Modell) und Interventionsformen vergleichen
ein Konzept zur psychischen Gesundheit wiedergeben (zum Beispiel Konzept der Resilienz, Modell der Salutogenese) und dessen Umsetzung reflektieren
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