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Wahrnehmungs- und Darstellungskompetenz
unterschiedliche Wege und Methoden des Wahrnehmens aufzeigen
geeignete Strategien zum medialen Informationserwerb über die alevitische Lehre entwickeln und die Religionszugehörigkeit und die Gesinnung der Quelle dabei berücksichtigen
Empathie beziehungsweise Einfühlungsvermögen zum Ausdruck bringen, indem sie fremde Perspektiven einnehmen (zum Beispiel Rollenspiel, Gedankenexperiment, Schreibgespräch etc.)
religiöse Phänomene aus unterschiedlichen Perspektiven (Fremdwahrnehmung vs. Selbstwahrnehmung) zum Ausdruck bringen
Analysier- und Deutungskompetenz
Methoden und Techniken zur Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung entwickeln
sprachliche Ausdrucksformen zur Formulierung von religiösen Sachverhalten anwenden
religiöse Fragestellungen und ihre Glaubensinhalte erschließen
anhand eines Werkes der Kunst, Poesie, Musik das Geheimnis (zahiri vs. batini) der Wirklichkeit identifizieren
religiöse Texte, lyrische Werke und auch orale Tradierungen unter Verwendung von Fachwissen auslegen und können dabei auch die Eigenart religiöser Sprache in ihrer Vielschichtigkeit (zum Beispiel symbolisch, metaphorisch) aufzeigen
Dialogkompetenz
verschiedene Kommunikationsstrategien anwenden, um den eigenen Standpunkt zu vertreten
verschiedene Argumentationsstrategien entwickeln, um religiöse Fragen zu erörtern
Techniken (Fragestellungen) der Selbstreflexion anwenden
Strategien und Methoden aufzeigen, um fremde Standpunkte zu prüfen
nicht alevitische und alevitische Standpunkte dialogisch aufeinander beziehen
Urteilskompetenz
logische Schlussfolgerungen ziehen
sprachliche Kenntnisse anwenden, um religiöse Sachverhalte zu verstehen
ein Sach- und Werturteil bilden
eine religiöse Beurteilungskompetenz entwickeln
ihre religiöse Beurteilungskompetenz in der Diskussion zwischen traditionellen Problemstellungen und aktuellem Lebenskontext umsetzen
Gestaltungs- und Handlungskompetenz
Strategien zur Planung und Organisation von Projekten entwerfen
Techniken zur Erstellung von Handlungsszenarien entwickeln
Handlungs- und Problemlösungsstrategien aufzeigen
Verfahren zur Selbstreflexion anwenden
Möglichkeiten und Grenzen verantwortlichen Handelns abwägen
Beziehung von Gott zu Mensch im Alevitentum – Klassen 5/6
ihr persönliches Verhältnis zu Gott gestalten, es prüfen und mit der eigenen Lebenswirklichkeit in Beziehung setzen
das alevitische Gottes- und Menschenbild aus religiösen Gesängen analysieren und Konsequenzen für die eigene Lebenseinstellung aufzeigen
Elemente und Merkmale des Gottes- und Menschenbildes erläutern
Alevitische Glaubenslehre und -praxis – Klassen 5/6
verschiedene Ebenen des Einvernehmens (Rızalık) nennen und den Stellenwert überprüfen
aus den verschiedenen Ebenen des Einvernehmens (Rızalık) im persönlichen und zwischenmenschlichen Bereich Konsequenzen für das eigene Handeln aufzeigen (exemplarisch die Geschichte „Rıza Şehri“)
die Formen des Einvernehmens im Cem wiedergeben und analysieren
die Zwölf Dienste (Oniki Hizmet) eines Cem gestalten (zum Beispiel Rollenspiel)
die unterschiedlichen Gebetsformen eines Cem wie religiöse Gesänge (Deyişler), Fürbitten (Gülbenkler) und Semah auslegen
Cem als wichtigen Bestandteil der religiösen Praxis wiedererkennen
Verantwortliche Lebensgestaltung – Klassen 5/6
die 4 Tore (4 Kapı) des alevitischen Wertesystems benennen
die Handlungsoptionen der 10 Stufen (Edep-Regeln) aus dem ersten Tor (Şeriat – Tor zum formalen Verhalten) aufzeigen
den Sinn des alevitischen Weges (Yol) und der 4 Tore (4 Kapı) analysieren und Konsequenzen für die eigene Lebensgestaltung aufzeigen
die Vorbildfunktion der Heiligen (der Heilige Ali, der Heilige Hüseyin, der Heilige Hünkar Bektaş Veli) im Zusammenhang des Wertesystems an konkreten Beispielen erörtern
Alevitische Feier- und Gedenktage – Klassen 5/6
die Bedeutung der Feier- und Gedenktage wie zum Beispiel Hızır-Tage, Newroz-Fest, Hıdırellez-Tag, Tag des Kurban Erkânı, Muharrem-Tage, Aşure-Tag für die alevitische Gemeinschaft herausarbeiten
aus Ritualen der Feier- und Gedenktage wie zum Beispiel das Kochen und Verteilen der Aşure-Suppe beziehungsweise Aşure-Süßspeise, das Pflanzen eines Baumes zum Hıdırellez-Fest, das Verzichten auf Fleisch zur Muharrem-Trauerzeit etc. Handlungsoptionen für den Alltag entwickeln
aus ihren Erlebnisberichten die regionalen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Riten und Gebräuche der alevitischen Feier- und Gedenktage skizzieren
Geschichtliche Entwicklung des Alevitentums – Klassen 5/6
die Gründe für die Migration nennen
die Bedeutung der Migrationsgeschichte für die heutige Lebenspraxis darstellen
die Namensgebung der verschiedenen heiligen Orte beziehungsweise Heiligenstätte der Aleviten untersuchen
die Bedeutung der Botschaften in den Entstehungsgeschichten der heiligen Orte der Aleviten für die Gegenwart überprüfen
den Stellenwert verschiedener Heiligenstätten für die Migranten aufzeigen
Gedichte und Weisheiten der heiligen Vorbilder in der Geschichte der Aleviten (zum Beispiel Heiliger Ali, Hünkar Bektaş Veli, Pir Sultan Abdal) gestalten
die Lebensgeschichte des Heiligen Ali vor dem historischen Hintergrund untersuchen und den Symbolcharakter des Heiligen Ali als Beispiel für einen vollkommenen Menschen (İnsan-ı Kâmil) darstellen
Andere Religionen und Weltanschauungen – Klassen 5/6
die Heiligen Schriften der abrahamitischen Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam) nennen
die Grundlagen wie zum Beispiel das Gottes- und Menschenbild, die religiöse Glaubenspraxis etc. der drei abrahamitischen Religionen analysieren
gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern anderer Religionen ein Projekt (zum Beispiel Erstellung eines interreligiösen Kalenders) gestalten
sich mit religiösen Werten wie zum Beispiel Teilen, Nächstenliebe etc. für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen auseinandersetzen
anhand von Rollenspielen unter anderem Möglichkeiten des friedlichen Zusammenlebens zum Ausdruck bringen (Förderung der Empathiefähigkeit)
Beziehung von Gott zu Mensch im Alevitentum – Klassen 7/8
die Schöpfungsgeschichte (Lichtmythologie) im Alevitentum wiedergeben und interpretieren
die Farbsymbolik der Schöpfungsgeschichte (Lichtmythologie) gestalten und dabei die Zuordnung beziehungsweise die Symbolik des weißen Lichts (das Licht Murtaza Alis) und des grünen Lichts (das Licht Muhammet Mustafas) auslegen
Textauszüge zum Gottes- und Menschenbild aus dem Buch Buyruk untersuchen, daraus das alevitische Gottes- und Menschenverständnis skizzieren und Handlungsoptionen für das diesseitsorientierte Leben erschließen
das Gottesverständnis (Hak-Prinzip) aus unterschiedlichen Quellen zum Beispiel Fürbitten, religiöse Gesänge und Gedichte auslegen und am Beispiel der Metapher „Ich bin eins mit Gott“ (Enel Hak) von Hallacı Mansur erörtern
Alevitische Glaubenslehre und -praxis – Klassen 7/8
den Ablauf des Cem wiedergeben
die Relevanz der Gebetstexte der Zwölf Dienste im Hinblick auf die heutige Lebenswirklichkeit überprüfen
den Symbolcharakter in Gebetsformen wie Fürbitten (Gülbenkler), Gesänge (Deyişler) und weiteren Riten (unter anderem Semah) gestalten und aus heutiger Sicht beurteilen
aus dem Ritual des Versprechens/Gelübdes (Ikrar) wie zum Beispiel beim Eintritt in die Pubertät, bei der Eheschließung und in die Weggemeinschaft (Müsahiplik) Perspektiven für die eigene Lebenswirklichkeit entwickeln
das Versprechen/Gelübde (Ikrar) als Möglichkeit der gegenseitigen Verantwortung interpretieren
Verantwortliche Lebensgestaltung – Klassen 7/8
die Spezifik der Vier Tore (4 Kapı) des alevitischen Wertesystems und die darin enthaltene Ethik herausarbeiten
die 10 Stufen (Edep-Regeln) aus dem zweiten Tor (Tor zum mystischen Pfad) skizzieren
aus den 10 Stufen (Edep-Regeln) aus dem zweiten Tor (Tarikat - Tor zum mystischen Pfad) Konsequenzen für die eigene Lebensgestaltung aufzeigen
die Vorbildfunktion der Heiligen (Şah Ismail, Hünkar Bektaş Veli und Pir Sultan Abdal) im Zusammenhang des Wertesystems erörtern
die Botschaften der Heiligen mit denen ihrer eigenen Vorbilder (Stars und Sternchen) vergleichen
den alevitischen Weg (Yol) als Orientierung und Hilfestellung für eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung entwerfen und beurteilen
Alevitische Feier- und Gedenktage – Klassen 7/8
aus Erfahrungsberichten ihres sozialen Kontextes (Interview von Angehörigen, Gemeindemitgliedern, Geistlichen etc.) die Gründe der regionalen Unterschiede der Riten und Gebräuche der alevitischen Feier- und Gedenktage beschreiben
die Feier- und Gedenktage zum Beispiel Hızır-Tage, Newroz-Fest, Hıdırellez-Tag, Tag des Kurban Erkânı, Muharrem-Tage, Aşure-Tag auf das alevitische Verständnis hin prüfen und die schlüssige Umsetzung, wie zum Beispiel des Kansız Kurban in Anlehnung an die alevitische Lehre zum Beispiel Bewahrung der Natur und Umwelt, unnötiges Töten von Tieren etc. begründen
den Symbolcharakter beziehungsweise die Rituale verschiedener Feier- und Gedenktage in ihrem Alltag anwenden (Suppenküchenbesuch, Spendenaktion) und dabei ihr Erleben (Verantwortungsübernahme für andere) zum Ausdruck bringen
anhand von Feier- und Gedenktagen regionale Gemeinsamkeiten und Unterschiede begründen und dabei die Einheit in der Vielfalt erklären.
Geschichtliche Entwicklung des Alevitentums – Klassen 7/8
Kriterien für die Gleichwertigkeit aller Menschen, unabhängig von ihrer Religion, Herkunft und Geschlecht, das konfessionelle friedliche Zusammenleben, die gewaltfreie Beseitigung von Missständen in der heutigen Gesellschaft etc. entwickeln und auf das Handeln bedeutsamer Glaubensvertreter wie zum Beispiel Yunus Emre, Hünkar Bektaş Veli, Pir Sultan Abdal übertragen
die Etymologie der Begriffe wie Massaker, Genozid, Pogrom und Aufstand/Widerstand untersuchen und die Begriffe dabei voneinander abgrenzen
einschlägige Ereignisse der alevitischen Geschichte erläutern, den einzelnen Epochen zuordnen und sich mit den Folgen auseinandersetzen
die Auswirkungen der alevitischen Gedenktage (zum Beispiel Sivas) wie die Organisation und Vernetzung der alevitischen Gemeinden aufzeigen
die Entstehung der alevitischen Gedenktage (Kerbela, Dersim, Sivas) skizzieren und als wichtigen Teil der Erinnerungskultur erschließen
das Handeln bedeutsamer Glaubensvertreter (zum Beispiel Yunus Emre, Hünkar Bektaş Veli, Pir Sultan Abdal) für die Verbreitung des alevitischen Glaubens vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung interpretieren und daraus Perspektiven für die aktuelle Lebenslage entwickeln
Andere Religionen und Weltanschauungen – Klassen 7/8
die Bestrebungen und Werte in den Weltreligionen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in der religiösen Praxis herausarbeiten und mit denen aus dem alevitischen Glauben vergleichen
die Grundlagen, wie zum Beispiel das Gottes- und Menschenbild, die religiöse Glaubenspraxis etc. der drei abrahamitischen Weltreligionen mit den Grundlagen im Alevitentum vergleichen
sich mit der Bedeutung des Glaubens für sich selbst auseinandersetzen und an möglichen Selbsterfahrungen, Beispielen und Situationen zum Ausdruck bringen
die Bedeutung des Glaubens für den Einzelnen formulieren und sich mit Minderheitenpositionen auseinandersetzen
verschiedene Hintergründe religiöser Auseinandersetzungen erörtern
Beziehung von Gott zu Mensch – Klassen 9/10
die Evolutionstheorie skizzieren und mit der alevitischen Schöpfungsgeschichte (Lichtmythologie Hak-Muhammet-Ali) vergleichen
die Begriffe Zahiri und Batini erläutern und an eigenen Beispielen aufzeigen
das Licht (delil) im Alevitentum vor dem Hintergrund der Zahiri- und Batini-Bedeutung als Symbol für Erkenntnis, Wissenschaft und für das Erforschen erklären und an der Weisheit „Ein Weg ohne Bildung führt in die Finsternis“ des Heiligen Hünkar Bektaş Veli erörtern
Licht als Quelle jeglicher Schöpfung (göttliches Licht) als zentralen Stellenwert im Zusammenhang mit der göttlichen Wahrheit im Menschen zum Ausdruck bringen
das alevitische Gottes- und Menschenbild im Hinblick auf die verborgen Deutungen (Batini) analysieren (Hak-Evren-Insan und Hak-Muhammet-Ali)
Alevitische Glaubenslehre und -praxis – Klassen 9/10
Anwendungsmöglichkeiten der Botschaften des Ur-Cem-Mythos für die eigene Lebenswelt überprüfen
das Lokma-Ritual (Dankgaben) im Cem interpretieren und Anwendungsmöglichkeiten im aktuellen Lebenskontext herausarbeiten
die verborgenen Deutungen (Batini) der religiösen Symbole in Gebetsformen wie Fürbitten (Gülbenkler), Gesänge (Deyişler) und insbesondere Semah analysieren
das Gesellschaftsmodell der „Stadt des Einvernehmens“ (Rıza Şehri) prüfen und Perspektiven aus dem Gesellschaftsmodell entwickeln
den Ablauf der Bestattungszeremonie (zum Beispiel rituelle Waschung, Fürbitten, Einvernehmen, Segensmahl, …) skizzieren
die Bedeutung der Fürbitten und Segen wie zum Beispiel helallik im Bestattungsritual im Hinblick auf die Würdigung der Totenseele zum Ausdruck bringen und den Stellenwert des Einvernehmens (Rızalık) in diesem Kontext erläutern
die Aufgabe der Hinterbliebenen und Ordensgeschwister (Müsahip) als Bürgen hinterfragen
die Aussage des Heiligen Hünkar Bektaş Veli „Wir sterben nicht, wir verwandeln unsere Erscheinung“ (vergleiche Vilayetname II) deuten
die Metapher von Yunus Emre („ölmeden önce ölmek“ – das Sterben vor dem Sterben) interpretieren und daraus die Dies- und Jenseitsvorstellung entwickeln
anhand der Diesseitsvorstellung Handlungsmöglichkeiten im Rahmen ihrer Eigenverantwortung und Mitverantwortung formulieren
das Ziel der Vervollkommnung (insan-ı kamil) durch die Lebenszyklen (devriye) erläutern
Verantwortliche Lebensgestaltung – Klassen 9/10
die Werke der Sieben Großen Dichter (Yedi Ulu Ozanlar) und andere wichtige Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart (zum Beispiel Hünkar Bektaş Veli, Yunus Emre, Aşık Veysel, Mahsuni Şerif) miteinander vergleichen und Perspektiven für das eigene Handeln entwickeln
aus den Werken der Dichter und Philosophen die Wertschätzung gegenüber Natur und Umwelt, Flora und Fauna (zum Beispiel Hünkar Bektaş Veli, Aşık Veysel) herausarbeiten und anhand eigener Erlebnisse den Umgang im Alltag mit Natur und Umwelt wie zum Beispiel Müllverhalten, Ressourcennutzung etc. beschreiben
den Stellenwert der Natur anhand der vier Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft) skizzieren und projektartig gestalten (zum Beispiel das Pflanzen eines Baumes zum Hıdırellez-Fest)
an ausgewählten Beispielen Ursachen und Folgen der Umweltzerstörung aufzeigen und für eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung Alternativen entwerfen
die Bedeutung des Weges (Yol) und der 4 Tore (4 Kapı) als alevitischen Glaubensweg erschließen
aus den jeweiligen 10 Stufen (Edep-Regeln) aus dem dritten Tor (Marifet – Tor zur Erkenntnis) und vierten Tor (Hakikat – Tor zur Wahrheit) Konsequenzen für die eigene Lebensgestaltung aufzeigen
die Kohärenz des Wertesystems „4 Tore“ (4 Kapı) erörtern und Konsequenzen für eine friedliche Gemeinschaft aufzeigen
Alevitische Feier- und Gedenktage – Klassen 9/10
die Entstehungsgeschichte der alevitischen Feier- und Gedenktage (Hızır-Tage, Newroz-Fest, Tag des Hızır Ilyas (Hıdırellez), Tag des Kurban Erkânı, Muharrem-Trauerzeit, Aşure-Tag) im Kontext ihrer Zeit und Umwelt interpretieren und ihre Wirkung skizzieren
Werte wie Solidarität, Verbundenheit und Wertschätzung von Feier- und Gedenktagen erörtern
das Erleben von Feier- und Gedenktagen im aktuellen Kontext hinterfragen und Kriterien für „Gedenkwürdigkeit“ entwickeln
am Beispiel des Heiligen Hüseyin das Fasten als Verzicht und das Innehalten analysieren
Möglichkeiten des Fastens im Sinne von Enthaltsamkeit im persönlichen Kontext wie zum Beispiel Verzicht auf das Handy, auf soziale Netzwerke etc. erörtern
Geschichtliche Entwicklung des Alevitentums – Klassen 9/10
eine Zeitleiste zur geschichtlichen Entwicklung des Alevitentums der verschiedenen Epochen (Seldschukische Epoche, Osmanische Epoche, Republikgründung der Türkei) gestalten
die Verfolgung von Aleviten vor dem Hintergrund der Menschenrechte analysieren und bewerten
die Gründe für die geschichtliche Entwicklung des Alevitentums in der Türkei und der Diaspora (Auswanderung, Migration, Neuverortung) skizzieren und die Konsequenzen gesellschaftlichen Wandels seit der Gründung der türkischen Republik für die Entwicklung des Alevitentums (zum Beispiel Ana/Dede-Ocak-Verständnis, Cem-Verständnis, Identitätsbildung) aufzeigen
die politischen, sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Sieben Großen Dichter (Yedi Ulu Ozanlar) erörtern
die Bedeutung der Sieben Großen Dichter als Vorbilder im Alevitentum begründen
das Leitmotiv und die einzelnen Botschaften der Vorbilder für ihr Handeln im historischen Kontext beurteilen
das gemeinsame Gedankengut (Würde, Freiheit, Gleichheit, Unabhängigkeit, …) trotz unterschiedlicher Zeitepochen nachweisen
Andere Religionen und Weltanschauungen – Klassen 9/10
die Goldene Regel anderer Religionen und Weltanschauungen nennen
die Goldene Regel aus alevitischen Weisheiten auslegen
die zentralen Aussagen interpretieren und im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit prüfen
Werte aus der Goldenen Regel herausarbeiten und Normen als Orientierung im Umgang miteinander formulieren
(aus der Minderheitenperspektive) mit Schülerinnen und Schülern anderer Glaubensrichtungen im interreligiösen Dialog Perspektiven für das Leben der Goldenen Regel entwickeln
sich mit Folgen religiöser Einflüsse auf das menschliche Handeln im aktuellen Kontext auseinandersetzen und Folgen für die multiple Gesellschaft (zum Beispiel Identität, Annäherung, Spaltung) aufzeigen
das Grundprinzip der Aleviten („Das wichtigste Buch zum Lesen ist der Mensch“) erläutern, den Stellenwert zu Heiligen Büchern in Beziehung setzen und Konsequenzen für den aktuellen Lebenskontext aufzeigen
Beziehung von Gott zu Mensch – Klassen 11/12
die 4 Tore (4 Kapı) im alevitischen Wertesystem benennen
den Begriff Marifet (mystische Erkenntnis) definieren
die mystische Erkenntnis als Voraussetzung für die angestrebte Vervollkommnung in Beziehung setzen
das 3. Tor (Marifet) auf Merkmale für die Selbsterkenntnis des Menschen hin überprüfen und als die Manifestation Gottes im Menschen erschließen
aus dem 4. Tor (Hakikat) die Bedeutung der Selbsterkenntnis für die Erlangung der göttlichen Wahrheit im Menschen wiedererkennen
die Ganzheitlichkeit des Menschen (Verstand, Gefühl, Körper und Geist) als Schlüssel zur Wahrheit (Hakikat) benennen und dies als Voraussetzung zur Vervollkommnung des Menschen aufzeigen
die Konsequenzen für das eigene Ego im Zusammenwirken mit der Gemeinschaft, um das Ziel der Vervollkommnung zu erreichen, formulieren
Alevitische Glaubenslehre und -praxis – Klassen 11/12
die Stufen aus dem Tor der Erkenntnis (Marifet) und der Wahrheit (Hakikat) der Makâlât-Schrift nennen
aus den Stufen eigene Handlungsmöglichkeiten entwerfen und mit denen der anderen Schülerinnen und Schüler vergleichen
sich mit der Erkenntnis, dass es einen individuellen Weg bei deren Umsetzung gibt, auseinandersetzen und dabei die Chancen und Risiken erörtern
das alevitische Wertesystem als nicht starres und aufeinander folgendes Regelsystem erklären
Weisheiten (zum Beispiel von Yunus Emre, Hünkar Bektaş Veli) zum Tor der Erkenntnis (Marifet) und der Wahrheit (Hakikat) in Beziehung setzen und daraus Perspektiven für die heutige Glaubenspraxis aufzeigen
Verantwortliche Lebensgestaltung – Klassen 11/12
sich mit der Bedeutung der Menschenrechte auseinandersetzen
den Stellenwert der Menschenrechte in verschiedenen religiösen Schriften untersuchen
die alevitische Weisheit „72 insana bir nazarla bak“ („Betrachte alle Nationen gleich.“) im Hinblick auf die Menschenrechte (Menschenwürde, Gleichheit, …) interpretieren und Perspektiven für ein friedliches Miteinander entwickeln
die alevitische Weisheit „Eline diline beline sahip ol“ („Beherrsche deine Hände, deine Zunge und deine Lende.“) als Handlungsmaxime für eine verantwortliche Lebensgestaltung erörtern
den Solidaritätsgedanken im Alevitentum gegenüber Hilfsbedürftigen herausarbeiten und Konsequenzen für das eigene Handeln aufzeigen
die Bezeichnung can (Seele) auslegen und daraus die Gleichstellung zwischen Frau und Mann begründen
Alevitische Feier- und Gedenktage – Klassen 11/12
eine historische Zeitleiste zu alevitischen Gedenktagen entwerfen
inhaltliche Unterschiede der einzelnen Ereignisse herausarbeiten und miteinander vergleichen
Spezifika der Begriffe Genozid, Massaker und Pogrom anhand der Ereignisse untersuchen
die Bedeutung einer Erinnerungskultur von Gedenktagen erörtern und dabei Orte, Monumente und Symbole nennen und beschreiben
anhand aktueller Beispiele (zum Beispiel Jesiden) Ursachen und Folgen für die Verfolgung und Vertreibung von religiösen Minderheiten aufzeigen
Konsequenzen für die Umsetzung des Solidaritätsgedankens in einer pluralen Gesellschaft aufzeigen und aus der Sicht von Betroffenen dazu Stellung nehmen (Empathiefähigkeit)
Geschichtliche Entwicklung des Alevitentums – Klassen 11/12
sich mit den historischen Rahmenbedingungen der Migration auseinandersetzen
die Push- und Pull-Faktoren der Migration nennen und die Auswirkungen (zum Beispiel Entwurzelung, Identitätsverlust, …) überprüfen
die Möglichkeiten und Grenzen für den Erhalt der religiösen Identität untersuchen
die heutige religiöse Infrastruktur der Aleviten (zum Beispiel soziale Netzwerke, alevitischer Religionsunterricht, …) skizzieren
zu ihrer persönlichen Identitätsentwicklung im Zuge der Migration Stellung nehmen
Andere Religionen und Weltanschauungen – Klassen 11/12
Friedensaspekte in den jeweiligen religiösen Schriften (Thora, Bibel, Koran, Buyruk) nennen
Merkmale und Unterschiede der Friedensaspekte wiedergeben
anhand aktueller Beispiele Diskontinuität des Friedensbegriffs aufzeigen
Merkmale religiöser Stereotypen nennen und aus verschiedenen Perspektiven Stellung nehmen
Möglichkeiten und Grenzen der Meinungs- und Religionsfreiheit anhand aktueller Beispiele (Terroranschläge auf Medien) erörtern
aus den religiösen Werten Menschenliebe, Toleranz, Frieden und Freundschaft Normen entwickeln
für den Erhalt des Friedens und des religiösen Pluralismus Perspektiven entwickeln