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2.1 Analysekompetenz
politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Sach-, Konflikt- und Problemlagen unter Verwendung der gängigen Fachsprache strukturiert wiedergeben
politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Sach-, Konflikt- und Problemlagen anhand grundlegender sozialwissenschaftlicher Kategorien untersuchen (zum Beispiel Problem, Akteure, Interessen, Konflikt, Macht, Legitimation)
politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Sach-, Konflikt- und Problemlagen anhand des Politikzyklus untersuchen (Problem, Auseinandersetzung, Entscheidung, Bewertung der Entscheidung und Reaktionen)
politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Sach-, Konflikt- und Problemlagen anhand von Modellen und Theorien untersuchen
selbstständig problemorientierte Fragestellungen formulieren sowie Hypothesen aufstellen und auf ihre sachliche Richtigkeit hin untersuchen
bei der Untersuchung von Sach-, Konflikt- und Problemlagen unterschiedliche Bereiche berücksichtigen (Gesellschaft, Wirtschaft, Politik)
bei der Untersuchung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sach-, Konflikt- und Problemlagen unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen (individuelle, öffentliche, systemische)
vorliegende Urteile und Entscheidungen in Bezug auf Interessen- und Wertgebundenheit untersuchen
2.2 Urteilskompetenz
zu einer vorgegebenen Problemstellung eigenständig und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven durch Abwägen von Pro- und Kontra-Argumenten ein begründetes Fazit ziehen
unter Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven eigenständig Urteile kriterienorientiert formulieren (zum Beispiel Effizienz, Effektivität, Legalität, Legitimität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Transparenz, Repräsentation, Partizipation) und dabei die zugrunde gelegten Wertvorstellungen offenlegen
aufzeigen, dass sich politisches Urteilen und Handeln in einem ständigen Spannungsverhältnis wie zum Beispiel Macht versus Recht, Legitimität versus Effizienz, Interesse versus Gemeinwohl, Partizipation versus Repräsentation, Konflikt versus Konsens vollzieht
eigene Urteile nach kritischer Überprüfung und Kenntnisnahme neuer Sachverhalte dekonstruieren
begründete Vorschläge zur Bewältigung von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen formulieren
2.3 Handlungskompetenz
eigene Interessen, Urteile und Entscheidungen – auch aus Minderheitenpositionen heraus – sachlich und überzeugend vertreten
die Positionen und Begründungen von Andersdenkenden mit eigenen Argumenten sachlich und kritisch in Frage stellen
sich im Sinne eines Perspektivwechsels in die Situation, Interessen und Denkweisen anderer Menschen versetzen, diese Interessen und Denkweisen simulativ für eine begrenzte Zeit vertreten und das eigene Verhalten in der Rolle reflektieren
in politischen Kontroversen konfliktfähig sein, aber auch Kompromisse schließen
die Regeln für ein rationales und gewaltfreies Austragen politischer Konflikte einhalten
ihre Interessen in schulischen und außerschulischen Zusammenhängen wahrnehmen und an demokratischen Verfahren in Schule und Politik mitwirken
Texte und andere Medien, die der Teilhabe an politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozessen dienen, erarbeiten
bei der Nutzung von Medien die Grundsätze des Datenschutzes und der informationellen Selbstbestimmung beachten
2.4 Methodenkompetenz
selbstständig Recherchetechniken nutzen und auch an außerschulischen Lernorten (zum Beispiel Parlament, Rathaus, Gericht) Informationen gewinnen und verarbeiten
die gewonnenen Informationen quellenkritisch hinterfragen und dabei die Zuverlässigkeit der unterschiedlichen Medien einschätzen
lineare (zum Beispiel Kommentar, Rede, Bericht) und nichtlineare Texte (zum Beispiel Karikatur, Diagramm, Strukturmodell) auswerten
Informationen aus Rechtstexten entnehmen (zum Beispiel Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, UN-Charta, UN-Kinderrechtskonvention, Grundgesetz, Jugendschutzgesetz, Schulgesetz, SMV-Verordnung)
Diagramme, auch Vernetzungsdiagramme (zum Beispiel Strukturmodell, Mind-Map, Concept-Map), zur Visualisierung und Strukturierung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sach-, Konflikt- und Problemlagen erarbeiten
produkt-, rollen- beziehungsweise adressatenorientierte Texte verfassen (zum Beispiel Leserbrief, Blogeintrag, Rede, Streitgespräch, politische Strategie)
politisches Handeln simulieren (zum Beispiel Rollendebatte, Rollenspiel)
in elementarer Form sozialwissenschaftlich arbeiten (zum Beispiel eine Erkundung, Expertenbefragung, Meinungsumfrage oder ein Interview durchführen, auswerten und präsentieren)
Fallstudien erstellen und die Ergebnisse präsentieren (Erkennen von Problemen, Informationsgewinnung, Problemlösung/Entscheidung und Ermitteln alternativer Lösungsvarianten, Lösungskritik)
3.1.1.1 Familie und Gesellschaft
unterschiedliche Lebensformen beziehungsweise Formen des Zusammenlebens charakterisieren
Aufgaben der Familie erläutern (Erziehung, wirtschaftliche Funktion, Befriedigung emotionaler Bedürfnisse)
Aufgabenverteilungen in Familien bewerten
die besondere Stellung der Familie beschreiben (Art. 6 GG) sowie Maßnahmen des Staates zur Förderung der Familie erläutern (Transferzahlungen, Kinderbetreuung)
Maßnahmen zur Überwindung spezifischer Benachteiligungen aufgrund unterschiedlicher Gender-Rollen erörtern
3.1.1.2 Zuwanderung nach Deutschland
Ursachen von Zuwanderung nach Deutschland erläutern (Push- und Pull-Faktoren)
die Zusammensetzung der Bevölkerung in Deutschland mithilfe von Material analysieren (Migrationshintergrund, Altersstruktur)
Folgen von Zuwanderung für Deutschland erläutern
Anforderungen an die Aufnahmegesellschaft und an die Zuwanderer im Integrationsprozess erläutern (kulturelle Offenheit und Akzeptanz, Bildung, Sprache, Gestaltung des Staatsangehörigkeitsrechts)
die Zuwanderungspolitik Deutschlands und der EU erörtern (Arbeitsmigration, Flüchtlingspolitik, Familiennachzug)
3.1.1.3 Aufgaben und Probleme des Sozialstaats
das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes beschreiben (Art. 1, 20 GG)
Aufgaben des Sozialstaats erläutern (soziale Sicherung, sozialer Ausgleich)
Gestaltungsprinzipien der sozialen Sicherung charakterisieren (Solidar-, Äquivalenz- und Subsidiaritätsprinzip)
die Renten- und Krankenversicherung als Beispiele für die gesetzlichen Sozialversicherungen vergleichen (Zielsetzung, Anspruchsberechtigte, Finanzierung, Gestaltungsprinzipien)
unterschiedliche Formen von Gerechtigkeit charakterisieren (Leistungs-, Bedarfs-, Chancengerechtigkeit)
die Konzepte der absoluten und der relativen Armut vergleichen
Einflussfaktoren auf das Armutsrisiko mithilfe von Material analysieren (Familienstruktur, berufliche Qualifikation, Beschäftigungsverhältnis, Migrationshintergrund) sowie politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen von Armut erläutern
das Fürsorgeprinzip am Beispiel der Grundsicherung beschreiben (Zielsetzung, Anspruchsberechtigte, Finanzierung, Gestaltungsprinzip) und die Ausgestaltung der Grundsicherung bewerten
3.1.2.1 Rechtliche Stellung des Jugendlichen und Rechtsordnung
die besondere Rechtsstellung von Kindern und Jugendlichen erklären (Deliktfähigkeit, Strafmündigkeit, Jugendschutz nach dem JuSchG)
Formen von Jugendkriminalität beschreiben und ihre Ursachen anhand der Sozialisations- und der Entwicklungstheorie erklären
Zwecke von Strafen erklären (Vergeltung, Spezial- und Generalprävention, Täter-Opfer-Ausgleich) und an vorgegebenen Fallbeispielen jugendstrafrechtliche Sanktionen bewerten (Erziehungsmaßregeln, Zuchtmittel, Jugendstrafe)
Prinzipien des Rechtsstaats charakterisieren (Garantie der Grundrechte, Gewaltenteilung, Gleichbehandlung vor dem Gesetz, Gesetzesvorbehalt, Verhältnismäßigkeit)
Öffentliches Recht und Privatrecht vergleichen (Rechtsbeziehungen, Rechtsquellen, Ablauf der Gerichtsverfahren)
Straf- und Zivilprozess vergleichen (Zweck des Verfahrens, Prozessinitiative, Prozessparteien, Beweiserhebung)
die Bedeutung des Rechts für eine Gesellschaft erläutern (Herstellung von Gerechtigkeit, Friedens-, Ordnungs-, Schutz- und Gestaltungsfunktion)
3.1.2.2 Grundrechte
unterschiedliche Arten von Grundrechten erläutern (Freiheits-, Gleichheits- und Anspruchsrechte, Bürger- und Menschenrechte)
die besondere Stellung der Grundrechte beschreiben (Bindungswirkung, Wesensgehaltsgarantie, Ewigkeitsgarantie)
die Ausgestaltung des Minderheitenschutzes am Beispiel der Sinti und Roma beschreiben
an einem vorgegebenen Fallbeispiel einen Grundrechtskonflikt analysieren
3.1.3.1 Mitwirkung in der Schule
Kennzeichen demokratischer Wahlen anhand der Wahlgrundsätze beschreiben (frei, gleich, geheim, allgemein, unmittelbar)
an einem vorgegebenen Fallbeispiel die Einhaltung der Vorgaben einer Klassensprecherwahl mithilfe von Auszügen aus dem Schulgesetz und der SMV-Verordnung überprüfen
Konfliktursachen erläutern und Möglichkeiten der Konfliktbewältigung bewerten (Klassenrat, Streitschlichter)
Mitwirkungsrechte der Schülerinnen und Schüler beschreiben (Wahl der Schülervertreter und Verbindungslehrer, Mitgliedschaft in der Schulkonferenz, Evaluation, Anhörungs-, Vorschlags-, Beschwerde- und Informationsrecht)
Aufgaben der Schülervertreter erläutern (Interessenvertretung, Mitgestaltung des Schullebens)
an einem vorgegebenen Fallbeispiel den Entscheidungsprozess in der Schule analysieren (Schulkonferenz, Gesamtlehrerkonferenz) und über den Fall hinausgehend die Mitwirkungsrechte der Schülerinnen und Schüler bewerten
3.1.3.2 Politik in der Gemeinde
Partizipationsmöglichkeiten Jugendlicher beschreiben (Beteiligungsverfahren nach der GemO, Einflussnahme auf die öffentliche Meinung) und die Akzeptanz dieser Möglichkeiten unter Jugendlichen mithilfe von Material überprüfen
Partizipationsmöglichkeiten der Bürger beschreiben (Bürgermeister- und Gemeinderatswahl mit Kumulieren und Panaschieren, Bürgerbegehren und -entscheid, Bürgerinitiative, Einflussnahme auf die öffentliche Meinung)
die Modelle der plebiszitären und der repräsentativen Demokratie vergleichen (Formen der Entscheidungsfindung, Bedeutung des Parlaments, Legitimation politischer Entscheidungen)
die Organe einer Gemeinde (Gemeinderat, Bürgermeister, Verwaltung) hinsichtlich ihres Zusammenwirkens beim Entscheidungsprozess darstellen (Initiative, Entscheidung, Ausführung) und ihre Legitimation beschreiben (Wahl, Ernennung)
an einem vorgegebenen kommunalen Konflikt den Entscheidungsprozess anhand des Politikzyklus analysieren und über den Fall hinausgehend Möglichkeiten der Einflussnahme von Bürgern bewerten
3.1.3.3 Politischer Willensbildungsprozess in Deutschland
Partizipationsmöglichkeiten beschreiben (Art. 5, 8, 9, 20, 21, 38 GG)
Auswirkungen digitaler Medien auf die politische Willensbildung erläutern (zum Beispiel Blogs, soziale Netzwerke)
Parteien, Verbände und Bürgerinitiativen vergleichen (verfassungsrechtliche Stellung, innerer Aufbau, Zielsetzung, Dauer des politischen Engagements, vertretenes Interessenspektrum)
das Wahlsystem zum Bundestag erklären (personalisierte Verhältniswahl mit Erst- und Zweitstimme, Wahlkreis, Direktmandat, Sperrklausel)
Aufgaben der Parteien erläutern (Beteiligung an Wahlen, Besetzung politischer Ämter, Bündelung gesellschaftlicher Interessen, Einflussnahme auf die öffentliche Meinung, Einflussnahme auf die politische Entwicklung in Parlament und Regierung)
in einem Politikfeld die von Parteien vertretenen Positionen mithilfe von Material vergleichen
die Aufgaben der Medien in einer demokratischen Gesellschaft erläutern (Information, Agenda-Setting, Herstellung von Öffentlichkeit, Ermöglichung der Teilhabe am öffentlichen Diskurs, Kritik und Kontrolle)
die Bedeutung der Pressefreiheit für die Demokratie erläutern
Kennzeichen von politischem Extremismus erläutern (Ablehnung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, Freund-Feind-Stereotypen, ideologischer Dogmatismus, Missionsbewusstsein)
die Bedeutung von Zivilcourage und zivilgesellschaftlichem Engagement für den Erhalt der demokratischen Gesellschaft erläutern
Möglichkeiten der Bürger, ihre Interessen in den politischen Entscheidungsprozess einzubringen, bewerten
3.1.3.4 Politischer Entscheidungsprozess in Deutschland
Aufgaben des Bundestags beschreiben (Wahl, Kontrolle, Gesetzgebung, Repräsentation, Artikulation)
die Arbeitsweise des Bundestags als Rede- und Arbeitsparlament beschreiben (Parlamentsdebatten, Ausschüsse, Fraktionen)
Formen von Gewaltenverschränkung in der parlamentarischen Demokratie Deutschlands erklären (Opposition im Deutschen Bundestag als Kontrollinstanz, personelle Verschmelzung von Regierungsfraktionen im Deutschen Bundestag mit der Regierung)
die Stellung des Abgeordneten im Spannungsverhältnis von freiem Mandat (Art. 38 GG) und Fraktionsdisziplin (Art. 21 GG) erläutern
Aufgaben der Bundesregierung erläutern (politische Führung, Gesetzesinitiative, Ausführung von Gesetzen)
die Richtlinienkompetenz des Bundeskanzlers im Spannungsverhältnis von Verfassungsnorm (Art. 65 GG) und Verfassungsrealität (Parlamentsmehrheit, Koalitionskonstellation, Bundesratsmehrheiten, Interessenverbände) erläutern
den Gang der Gesetzgebung darstellen (Gesetzesinitiative, Lesung, Beratung in Ausschüssen, Abstimmung im Bundestag, Beratung und Abstimmung im Bundesrat, Vermittlungsausschuss, Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten)
an einem vorgegebenen Fallbeispiel den Entscheidungsprozess (Initiative, Entscheidung, Kontrolle) und dabei das Zusammenwirken von Bundesregierung, -präsident, -tag und -rat bei der Gesetzgebung anhand des Politikzyklus analysieren
Erweiterungen des repräsentativen Systems Deutschlands durch plebiszitäre Elemente erörtern
3.1.3.5 Kontrolle politischer Herrschaft in Deutschland
die Kontrolle politischer Herrschaft durch Medien erläutern (zum Beispiel investigativer Journalismus)
verfassungsrechtliche Stellung und Aufgaben des Bundesverfassungsgerichts beschreiben (Normenkontrolle, Verfassungsbeschwerde, Parteienverbot, Organstreitigkeit)
die Legitimation von Bundesverfassungsgericht und Bundestag vergleichen
die Kontrollfunktion des Bundesverfassungsgerichts erläutern und den Einfluss des Bundesverfassungsgerichts auf die Gesetzgebung des Bundestags mithilfe von Material überprüfen
3.1.3.6 Problemlösefähigkeit des politischen Systems – eine Fallstudie
anhand eines aktuellen politischen Konflikts (zum Beispiel Umwelt-, Verbraucher-, Energiepolitik, Digitalisierung, Migration, Verschuldung, demografischer Wandel, Friedenssicherung) eine Fallstudie erstellen
3.1.4.1 Frieden und Menschenrechte
einen vorgegebenen kriegerischen Konflikt analysieren
die Konzepte des negativen und des positiven Friedens vergleichen
Hauptziele (Wahrung von Weltfrieden und internationaler Sicherheit, Durchsetzung der Menschenrechte) und Grundsätze der UNO (staatliche Souveränität, allgemeines Gewaltverbot, verbindliche Beschlüsse des Sicherheitsrats, Recht zur individuellen und kollektiven Selbstverteidigung) beschreiben
die Organe der UNO (Generalversammlung, Sicherheitsrat, Generalsekretär) hinsichtlich ihrer Legitimation beschreiben und die Aufgaben dieser Organe beschreiben (Artikulation, Wahl des Generalsekretärs und der nichtständigen Mitglieder, verbindliche und nicht verbindliche Beschlüsse, Repräsentation)
Zusammensetzung (ständige und nichtständige Mitglieder) und Entscheidungsfindung des Sicherheitsrats beschreiben
Maßnahmen der UNO zur Konfliktbeilegung nach Kapitel VI und VII der UN-Charta erläutern
an einem vorgegebenen Konflikt Maßnahmen der UNO zur Bewahrung, Schaffung und Sicherung des Friedens bewerten
an vorgegebenen Fallbeispielen die Einhaltung von Menschenrechten mithilfe von Auszügen aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte überprüfen
Möglichkeiten zum Schutz der Menschenrechte durch internationale Organisationen (UN-Sicherheitsrat, UN-Menschenrechtsrat) und NGOs erläutern
3.1.4.2 Die Europäische Union
erläutern, wie Entscheidungen der EU das tägliche Leben der EU-Bürger beeinflussen
Partizipationsmöglichkeiten der EU-Bürger beschreiben (Wahlen, Europäische Bürgerinitiative, Petitionen, Europäischer Bürgerbeauftragter)
die Organe der EU (Europäischer Rat, Europäische Kommission, Europäisches Parlament, Ministerrat, EuGH) hinsichtlich ihres Zusammenwirkens beim Entscheidungsprozess darstellen (Initiative, Entscheidung, Ausführung, Kontrolle) und hinsichtlich ihrer Legitimation (Wahl, Ernennung, von Amts wegen) beschreiben
die Organe der EU mit den Verfassungsorganen Deutschlands im Hinblick auf ihre Legitimation vergleichen
an einem vorgegebenen Fallbeispiel eine länderübergreifende Herausforderung innerhalb der EU anhand des Politikzyklus analysieren und Lösungsmöglichkeiten erörtern (zum Beispiel Umwelt-, Verbraucher-, Energiepolitik, Digitalisierung, Migration, Verschuldung, demografischer Wandel, Friedenssicherung)
die EU-Beitrittskriterien beschreiben
an einem vorgegebenen Fallbeispiel den möglichen Beitritt eines Staates unter Berücksichtigung formaler und informeller Gesichtspunkte erörtern (geostrategische, wirtschaftliche, kulturelle Interessen)
3.2.1.1 Grundlagen des internationalen Systems
die Struktur des internationalen Systems beschreiben (Anarchie, Sicherheitsdilemma, Interdependenzen)
Akteure der internationalen Beziehungen beschreiben (Staaten, internationale Organisationen, transnationale Akteure) und ihre Handlungsmotive charakterisieren (Durchsetzung von Eigeninteressen, Einhaltung von Normen)
Rahmenbedingungen der Politik im Nationalstaat mit denen der internationalen Politik vergleichen (Gewaltmonopol, Gesetzgebung, Durchsetzung von Entscheidungen)
3.2.1.2 Frieden und Sicherheit
Bedrohungen für die internationale Sicherheit erläutern (zum Beispiel Staatszerfall, Terrorismus, Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, Territorialkonflikte, Ressourcenkonflikte, Klimawandel, Cyber-Angriffe)
den erweiterten Sicherheitsbegriff beschreiben (Sach-, Referenz-, Gefahren-, Raumdimensionen)
den Wandel von klassischen Kriegen zu „Neuen Kriegen“ charakterisieren (Akteure, Ziele, Mittel)
die Weiterentwicklung der UN-Mandate vom klassischen Peacekeeping (Überwachung von Waffenstillständen) zum komplexen Peacekeeping (vorübergehende Übernahme von Regierungsverantwortung, Aufbau funktionsfähiger staatlicher Institutionen durch zivile Fachkräfte, Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen durch NGOs) erläutern
die NATO als System der kollektiven Verteidigung (Art. 5 NATO-Vertrag) beschreiben und die NATO-Strategie vor dem Hintergrund der aktuellen Sicherheitslage erörtern
das Konzept der Schutzverantwortung der Staaten im humanitären Völkerrecht beschreiben (Universalität und Schutz von Menschenrechten, humanitäre Katastrophen als Friedensbedrohung, humanitäre Interventionen zur Sicherung der Menschenrechte)
das Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Souveränität einerseits und Schutzverantwortung der Staatengemeinschaft sowie humanitären Interventionen andererseits darstellen
Möglichkeiten zum Schutz der Menschenrechte durch internationale Organisationen (UN-Sicherheitsrat, UN-Menschenrechtsrat, ein internationales Strafgericht) und durch NGOs erläutern
Maßnahmen von UNO, NATO und NGOs zur Bewahrung, Schaffung und Sicherung des Friedens bewerten
3.2.1.3 Deutsche Außenpolitik
Grundlagen der deutschen Sicherheitspolitik beschreiben (Präambel, Art. 24, 26 GG, Parlamentsarmee)
die Mitwirkung Deutschlands in NATO und UNO beschreiben
mithilfe von Material überprüfen, inwieweit die deutsche Außenpolitik dem Zivilmachtskonzept entspricht (Einhegung militärischer Gewalt, Umsetzung international akzeptierter Normen, Entwicklung internationaler Institutionen)
Anti-Terror-Gesetze im Spannungsfeld von Freiheit und Sicherheit bewerten
3.2.1.4 Globales Regieren
unterschiedliche Formen des Regierens in den internationalen Beziehungen erläutern (durch Staaten, mit Staaten, ohne Staaten)
die UNO als Akteur in den internationalen Beziehungen bewerten (Konfliktlösung, Befriedung der internationalen Beziehungen, Schutz der Menschenrechte, Förderung nachhaltiger Entwicklung)
3.2.2.1 Grundlagen des politischen Systems
demokratische, autoritäre und totalitäre Typen politischer Systeme vergleichen (zum Beispiel Herrschaftslegitimation, -zugang, -anspruch, -monopol, -struktur und -weise)
Staatsstrukturprinzipien nach Art. 20, 23, 24 GG erläutern (Demokratie, Rechtsstaat, Bundesstaat, Republik, Sozialstaat, offene Staatlichkeit)
3.2.2.2 Politische Teilhabe
das Wahlsystem zum Bundestag mit reinen Mehrheits- und Verhältniswahlsystemen in anderen Staaten vergleichen (Legitimation, Repräsentation, Regierungsbildung)
das Wahlsystem zum Bundestag bewerten
Ursachen des Nichtwählens (Protest, Politikferne, Zufriedenheit) beschreiben und mögliche Folgen einer geringen Wahlbeteiligung (fehlende Legitimation, Interessendurchsetzung wahlaktiver Minderheiten) erläutern
den Zusammenhang von sozialem Status (Milieuzugehörigkeit, Bildung) und der Partizipation der Bürger erklären sowie die Folgen für die Demokratie bewerten
die Bedeutung der Medien für die politische Teilhabe erläutern (zum Beispiel Meinungs- und Pressefreiheit, Medienkonsum, Medialisierung der Wahlkämpfe, Medialisierung der Politik)
die Erweiterung der Partizipationsmöglichkeiten um dialogorientierte Partizipationsformen und Bürgerbeteiligung erörtern (zum Beispiel Zukunftswerkstatt, Mediation, Beteiligungshaushalt, Beteiligungsportale)
Möglichkeiten der Bürger, ihre Interessen in der repräsentativen Demokratie Deutschlands in den politischen Entscheidungsprozess einzubringen, bewerten
3.2.2.3 Gesetzgebung und Regieren
die Bedeutung der Exekutive für den Gesetzgebungsprozess erläutern (Initiativrecht, Ministerialbürokratie)
die Mitwirkung des Bundesrats an der Gesetzgebung erläutern (einfache und zustimmungspflichtige Gesetze, Vermittlungsausschuss)
die Europäisierung der Gesetzgebung erläutern (zum Beispiel EU-Verordnungen, -Richtlinien, -Beschlüsse und -Empfehlungen, Entscheidungen des EuGH)
die Entscheidungsfindung im föderalen System Deutschlands mit der Vielzahl an Mitregenten und Vetospielern bewerten (EU, Interessenverbände, Bundesrat, Bundesverfassungsgericht)
3.3.1.1 Gesellschaftsstruktur und gesellschaftlicher Wandel
Modelle der sozialen Differenzierung charakterisieren (Schichtmodell, soziale Milieus, Modell von Exklusion und Inklusion)
die Konzepte von Rawls und Nozick zu sozialer Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit vergleichen (Gerechtigkeitsgrundsätze, Rechte und Verpflichtungen der Bürger gegenüber dem Staat, Begründungen des zulässigen Ausmaßes an Ungleichheit, Funktionen des Staates)
den gesellschaftlichen Wandel mithilfe von Material analysieren (Werte, Familie, Demografie, Digitalisierung)
3.3.1.2 Ausgestaltung des Sozialstaats
Aufgaben des Sozialstaats erläutern (soziale Sicherung, sozialer Ausgleich, politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe, sozialer Frieden, wirtschaftliche Stabilisierung)
die Ausgestaltung des Sozialstaats nach dem Versicherungs-, Fürsorge- und Versorgungsprinzip charakterisieren (Zielsetzung, Anspruchsberechtigte, Finanzierung, Gestaltungsprinzip)
das im Grundgesetz verankerte Spannungsverhältnis von individueller Freiheit und Sozialstaatsgebot erklären (Art. 1, 2 Abs. 1, 20 GG)
Modelle des Wohlfahrtsstaats nach Esping-Andersen (liberal, konservativ, sozialdemokratisch) vergleichen (Dekommodifizierung, Bedeutung von Familie, Markt und Staat, sozialpolitische Hauptanliegen)
neue soziale Risiken als Herausforderungen für den Sozialstaat erläutern (demografischer Wandel, Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, Wandel der Familie)
eine sozialstaatliche Reformmaßnahme bewerten
Verteilungspolitik
die Entwicklung der vertikalen Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen mithilfe von Material analysieren
politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen ungleicher Einkommens- und Vermögensverteilung erläutern
Maßnahmen der Umverteilung durch den Staat erläutern (Steuern, Transferzahlungen, sozial gestaltetes öffentliches Güterangebot)
die Einkommensbesteuerung beschreiben (Grundfreibetrag, Progression, Kinderfreibetrag, Spitzensteuersatz, Durchschnittssteuersatz) und deren Ausgestaltung bewerten
erörtern, ob durch staatliche Maßnahmen die Vermögensunterschiede in einer Gesellschaft reduziert werden sollen (zum Beispiel Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer, Vermögensabgabe)
mithilfe von Material überprüfen, inwieweit durch Umverteilungspolitik gleiche Chancen zur politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe gewährleistet werden
Migrations- und Integrationspolitik
Migrationsbewegungen innerhalb der EU und die Zusammensetzung der Bevölkerung in Deutschland und der EU mithilfe von Material analysieren
politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen von Zuwanderung erläutern
Maßnahmen staatlicher Migrations- und Integrationspolitik (Regulierung der Zuwanderung, Zugang zum Arbeitsmarkt, Sprach- und Bildungsförderung, Abbau kultureller Barrieren, Staatsangehörigkeitsrecht) und zivilgesellschaftliche Initiativen zur Integrationsförderung erläutern
mithilfe von Material überprüfen, inwieweit durch Integrationspolitik gleiche Chancen zur politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe gewährleistet werden
Bildungspolitik
die Entwicklung der Teilnahme an Bildung und die Entwicklung der Bildungsabschlüsse sowie die Einflussfaktoren darauf (soziale Herkunft, Migrationshintergrund, Geschlecht) mithilfe von Material analysieren
politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen von ungleichen Bildungschancen erläutern
Maßnahmen staatlicher Bildungspolitik und gesellschaftliche Initiativen zur Bildungsförderung erläutern
mithilfe von Material überprüfen, inwieweit durch Bildungspolitik gleiche Bildungschancen gewährleistet werden
3.3.2.1 Grundlagen des politischen Systems
neuzeitliche Vertragstheorien zur Legitimation politischer Herrschaft (Hobbes, Locke und Rousseau) vergleichen (Menschenbild, Begründung des Vertrags, Staatsstruktur, Rechte des Einzelnen, Gemeinwohlverständnis)
neuere Demokratietheorien (Schumpeter, Habermas, Scharpf) in Bezug auf die Input- und Output-Legitimation vergleichen
demokratische, autoritäre und totalitäre Typen politischer Systeme vergleichen (zum Beispiel Herrschaftslegitimation, -zugang, -anspruch, -monopol, -struktur und -weise)
Wechselwirkungen zwischen politischer Ordnung und Wirtschaftsordnung erläutern
Modelle der Demokratie charakterisieren (plebiszitär – repräsentativ, parlamentarisch – präsidentiell, Konkordanz – Konkurrenz)
Staatsstrukturprinzipien nach Art. 20, 23, 24 GG erläutern (Demokratie, Rechtsstaat, Bundesstaat, Republik, Sozialstaat, offene Staatlichkeit)
3.3.2.2 Politische Teilhabe
das Wahlsystem zum Bundestag mit reinen Mehrheits- und Verhältniswahlsystemen in anderen Staaten vergleichen (Legitimation, Repräsentation, Regierungsbildung)
das Wahlsystem zum Bundestag bewerten
Wahlverhalten anhand der Rational-Choice-, der soziologischen und der individualpsychologischen Theorie erklären
Ursachen des Nichtwählens (Protest, Politikferne, Zufriedenheit) beschreiben und mögliche Folgen einer geringen Wahlbeteiligung (fehlende Legitimation, Interessendurchsetzung wahlaktiver Minderheiten) erläutern
den Zusammenhang von sozialem Status (Milieuzugehörigkeit, Bildung) und Partizipation der Bürger erklären sowie die Folgen für die Demokratie bewerten
die Bedeutung der Medien für die politische Teilhabe erläutern (zum Beispiel Meinungs- und Pressefreiheit, Medienkonsum, Medialisierung der Wahlkämpfe, Medialisierung der Politik)
die Entstehung von Parteien und die Struktur des Parteiensystems anhand eines Modells erklären (zum Beispiel Cleavage-Modell)
Kritik am Einfluss der Parteien auf Staat und Gesellschaft erörtern (Besetzung von Ämtern, Einflussnahme auf die Medien)
die Erweiterung der Partizipationsmöglichkeiten um dialogorientierte Partizipationsformen und Bürgerbeteiligung erörtern (zum Beispiel Zukunftswerkstatt, Mediation, Beteiligungshaushalt, Beteiligungsportale)
das politische System der Schweiz als halbdirekte Demokratie charakterisieren und eine Erweiterung des repräsentativen Systems Deutschlands durch plebiszitäre Elemente bewerten
Möglichkeiten der Bürger, ihre Interessen in der repräsentativen Demokratie Deutschlands in den politischen Entscheidungsprozess einzubringen, bewerten
3.3.2.3 Gesetzgebung und Regieren
die Pluralismustheorie Fraenkels charakterisieren
den Einfluss von Interessenverbänden auf Parlament und Regierung erörtern (Einfluss auf die öffentliche Meinung, personelle und finanzielle Unterstützung, Expertise)
den Einfluss der Medien auf Gesetzgebung und Regieren erläutern
die Bedeutung der Exekutive für die Gesetzgebung erläutern (Initiativrecht, Ministerialbürokratie)
die Mitwirkung des Bundesrats an der Gesetzgebung erläutern (einfache und zustimmungspflichtige Gesetze, Vermittlungsausschuss)
die Europäisierung der Gesetzgebung erläutern (zum Beispiel EU-Verordnungen, -Richtlinien, -Beschlüsse und -Empfehlungen, Entscheidungen des EuGH)
die Entscheidungsfindung im föderalen System Deutschlands mit der Vielzahl an Mitregenten und Vetospielern bewerten (EU, Interessenverbände, Bundesrat, Bundesverfassungsgericht)
3.3.2.4 Kontrolle politischer Herrschaft
parlamentarische Kontrollrechte beschreiben (Plenarsitzung, konstruktives Misstrauensvotum, Budgetrecht, Fragerechte des Bundestags, Aktuelle Stunde, Untersuchungsausschüsse)
Formen von Gewaltenverschränkung in der parlamentarischen Demokratie Deutschlands erklären (Opposition im Deutschen Bundestag als Kontrollinstanz, personelle und programmatische Verschmelzung von Regierungsfraktionen im Deutschen Bundestag mit der Regierung, informeller Einfluss der Regierungsfraktionen auf die Regierungsarbeit)
mithilfe von Material überprüfen, inwieweit Mehrheits- und Minderheitsfraktionen ihre Kontrollfunktion wahrnehmen
die Kontrollmöglichkeiten auf EU-Ebene durch das Europäische Parlament beschreiben (Fragerechte, Wahl des Kommissionspräsidenten und Bestätigung der Kommission, Misstrauensvotum gegen die Kommission, Untersuchungsausschüsse, Budgetrecht)
Kontrollmöglichkeiten des Europäischen Parlaments mit denen des Deutschen Bundestags vergleichen (Einfluss auf die Exekutive, Rolle in der Gesetzgebung)
die Aufgaben des EuGH beschreiben (zum Beispiel Nichtigkeitsklagen, Vertragsverletzungsverfahren, Untätigkeitsklagen, Vorabentscheidungen) und an einem vorgegebenen Fallbeispiel die Kontrollfunktion des EuGH bewerten
erörtern, ob Medien ihre Kontrollfunktion wahrnehmen (zum Beispiel Wirklichkeitsverzerrung durch Medien, Journalisten als politische Akteure, Journalismus unter wirtschaftlichen Zwängen, investigativer Journalismus)
3.3.3.1 Grundlagen der Wirtschaftspolitik
die Konzepte des Ordoliberalismus, Neoliberalismus, Keynesianismus und des Marxismus vergleichen (Stellenwert des Individuums, Effizienz sowie Stabilität und Instabilität von Märkten, Verhältnis von Markt und Staat)
Formen des Marktversagens (zum Beispiel fehlende Bereitstellung öffentlicher Güter, Fehlallokation durch externe Effekte, Gefährdung des Wettbewerbs, Informationsasymmetrien) und die Forderung nach wirtschaftspolitischem Handlungsbedarf erklären
Markt, Hierarchien und Kooperation als Koordinationsmechanismen erläutern
die Ziele der deutschen Wirtschaftspolitik erläutern (Magisches Viereck und seine Erweiterung zum Sechseck) und mit den Grundzügen der Wirtschaftspolitik in der EU (Empfehlung des Rates) vergleichen
3.3.3.2 Wohlstand und Wirtschaftswachstum
die Bedeutung von Wachstum erklären (Verteilungs-, Beschäftigungs- und Machteffekte)
Einflussfaktoren auf das Wachstum erläutern (politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche, natürliche Rahmenbedingungen)
Konzepte zur Messung von Wachstum und Wohlstand erörtern (BIP und ein alternatives Konzept zur Wohlstandsmessung)
die Konzepte der Angebots- und der Nachfrageorientierung zur Wachstumsförderung vergleichen
Maßnahmen der Wachstumspolitik auf nationaler oder europäischer Ebene bewerten
Beschäftigungspolitik
die Entwicklung des Arbeitsmarkts mithilfe von Material analysieren (Arbeitslosenquote, Arbeitsvolumen, Sockelarbeitslosigkeit)
strukturelle und konjunkturelle Arbeitslosigkeit erklären
individuelle, gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Folgen von Arbeitslosigkeit erläutern
das Prinzip der Tarifautonomie erläutern (Art. 9 GG, Tarifpartner, Tarifverhandlungen)
Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland (Reallöhne und Niedriglohnsektor) sowie die Entwicklung der Lohnstückkosten im europäischen Vergleich mithilfe von Material analysieren
die Konzepte der Angebots- und der Nachfrageorientierung zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit vergleichen
Maßnahmen zur Regulierung des Arbeitsmarkts bewerten (zum Beispiel Kündigungsschutz, Mindestlohn, Kurzarbeitergeld)
politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen des globalisierten Arbeitsmarkts für Deutschland erläutern
Maßnahmen der Beschäftigungspolitik auf nationaler oder europäischer Ebene bewerten
Geldpolitik
reale (Angebots- und Nachfrageinflation) und monetäre Ursachen (Geldbasis, Geldmultiplikator, Geldmenge) von Inflation erklären
das Prinzip der Unabhängigkeit der EZB, ihre Ziele, ihre Instrumente (Liquiditäts-, Zinspolitik) und ihre Legitimation beschreiben
die Konzepte der restriktiven und der expansiven Geldpolitik vergleichen
die Geldpolitik der EZB bewerten
Fiskalpolitik
Funktionen des Staatshaushalts erläutern (gesamtwirtschaftliche Funktion, verteilungs- und sozialpolitische Funktion, Verwirklichung politischer Ziele, Bedarfsdeckung)
die Konzepte der kontraktiven und der expansiven Fiskalpolitik vergleichen
Maßnahmen der Fiskalpolitik auf nationaler oder europäischer Ebene bewerten
mögliche Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Politikfeldern Fiskal-, Wachstums-, Beschäftigungs- und Geldpolitik darstellen
3.3.4.1 Grundlagen des internationalen Systems
die Struktur des internationalen Systems beschreiben (Anarchie, Sicherheitsdilemma, Interdependenzen)
systemische Rahmenbedingungen erläutern (Unipolarität, Bipolarität, Multipolarität, hegemoniale Herrschaft)
internationale Konfliktkonstellationen spieltheoretisch erklären (Sicherheits- und Wohlfahrtsdilemma)
Akteure der internationalen Beziehungen beschreiben (Staaten, internationale Organisationen, transnationale Akteure) und ihre Handlungsmotive charakterisieren (Durchsetzung von Eigeninteressen, Einhaltung von Normen)
Rahmenbedingungen der Politik im Nationalstaat mit denen der internationalen Politik vergleichen (Gewaltmonopol, Gesetzgebung, Durchsetzung von Entscheidungen)
unterschiedliche Konstellationen in den internationalen Beziehungen erläutern (westfälisches Modell, postwestfälisches Modell, präwestfälisches Modell)
3.3.4.2 Frieden und Sicherheit
Bedrohungen für die internationale Sicherheit erläutern (zum Beispiel Staatszerfall, Terrorismus, Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, Territorialkonflikte, Ressourcenkonflikte, Klimawandel, Cyber-Angriffe)
den erweiterten Sicherheitsbegriff beschreiben (Sach-, Referenz-, Gefahren-, Raumdimensionen)
den Wandel von klassischen Kriegen zu „Neuen Kriegen“ charakterisieren (Akteure, Ziele, Mittel)
die Weiterentwicklung der UN-Mandate vom klassischen Peacekeeping (Überwachung von Waffenstillständen) zum komplexen Peacekeeping (vorübergehende Übernahme von Regierungsverantwortung, Aufbau funktionsfähiger staatlicher Institutionen durch zivile Fachkräfte, Stärkung zivilgesellschaftliche Strukturen durch NGOs) erläutern
Möglichkeiten erörtern, Staaten beim Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen (zivilisatorisches Hexagon) zu unterstützen
die NATO als System der kollektiven Verteidigung (Art. 5 NATO-Vertrag) beschreiben und die NATO-Strategie vor dem Hintergrund der aktuellen Sicherheitslage erörtern
das Konzept der Schutzverantwortung der Staaten im humanitären Völkerrecht (Universalität und Schutz von Menschenrechten, humanitäre Katastrophen als Friedensbedrohung, humanitäre Interventionen zur Sicherung der Menschenrechte) beschreiben
das Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Souveränität einerseits und Schutzverantwortung der Staatengemeinschaft sowie humanitären Interventionen andererseits darstellen
Möglichkeiten zum Schutz der Menschenrechte durch internationale Organisationen (UN-Sicherheitsrat, UN-Menschenrechtsrat, ein internationales Strafgericht) und durch NGOs erläutern
Funktionen internationaler Strafgerichtshöfe erläutern (Vergeltung, Beitrag zur gesellschaftlichen Versöhnung)
Maßnahmen von UNO, NATO und NGOs zur Bewahrung, Schaffung und Sicherung des Friedens bewerten
3.3.4.3 Wohlstand und Wohlstandsverteilung
die Entwicklung des globalen Wohlstands und die globale Verteilung des Wohlstands mithilfe von Material analysieren (BIP in Kaufkraftparitäten, Schattenwirtschaft, ein alternatives Konzept zur Wohlstandsmessung)
das UN-Zielsystem zur nachhaltigen Entwicklung beschreiben und mithilfe von Material überprüfen, inwieweit dieses erreicht worden ist
Ursachen der Globalisierung erklären (politische, sozio-kulturelle, wirtschaftliche, technologische) und die Dimensionen der Globalisierung charakterisieren (politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche, ökologische)
Welthandelsordnung
die Konzepte des Freihandels und des Protektionismus vergleichen (zum Beispiel theoretische Annahmen, Zugang zu Märkten, politische Maßnahmen)
Ziele (Präambel) und Grundsätze der WTO (Meistbegünstigung, Reziprozität, Inländerbehandlung, Allgemeine Ausnahmebestimmungen) beschreiben
gesundheits-, umwelt- und entwicklungspolitische sowie arbeitsrechtliche Regelungen im WTO-Vertragswerk erläutern und ihren jeweiligen Stellenwert charakterisieren
das Entscheidungsverfahren in der WTO charakterisieren (Einstimmigkeit, Zweidrittel- und Dreiviertelmehrheit)
den Streitbeilegungsmechanismus der WTO charakterisieren
die Ausgestaltung der Welthandelsordnung durch die WTO bewerten
den Einfluss von NGOs auf die Gestaltung des Welthandels bewerten
3.3.4.4 Deutsche Außenpolitik
Grundlagen der deutschen Sicherheitspolitik beschreiben (Präambel, Art. 24, 26 GG, Parlamentsarmee)
die Mitwirkung Deutschlands in NATO und UNO beschreiben
mithilfe von Material überprüfen, inwieweit die deutsche Außenpolitik dem Zivilmachtskonzept entspricht (Einhegung militärischer Gewalt, Umsetzung international akzeptierter Normen, Entwicklung internationaler Institutionen)
Anti-Terror-Gesetze im Spannungsfeld von Freiheit und Sicherheit bewerten
3.3.4.5 Globales Regieren
unterschiedliche Formen des Regierens in den internationalen Beziehungen erläutern (durch Staaten, mit Staaten, ohne Staaten)
Tendenzen der Weltpolitik erläutern (Globalisierung und Fragmentierung, Entstaatlichung und Staatlichkeit, Verrechtlichung und Entrechtlichung)
die UNO als Akteur in den internationalen Beziehungen bewerten (Konfliktlösung, Befriedung der internationalen Beziehungen, Schutz der Menschenrechte, Förderung nachhaltiger Entwicklung)