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Vorerschließung
Ende Klassen 8/9/10
zunehmend selbstständig Informationen aus dem Textumfeld (zum Beispiel Überschrift, Einleitung) und aus dem Text (zum Beispiel Sachfelder, Wortfelder, Handlungsträger) zusammenstellen
eine vorläufige Inhaltsvermutung, auch unter Berücksichtigung von Sachwissen, formulieren
Ende Klasse 11
aufgrund von Informationen aus dem Textumfeld (zum Beispiel Überschrift, Einleitung) und aus dem Text (zum Beispiel Sachfelder, Wortfelder, Handlungsträger, Konnektoren) Erwartungen über Inhalt und Struktur des Textes formulieren
Klassen 12/13 (Leistungsfach)
aufgrund von zusätzlichen Informationen und eigenen Vorkenntnissen Erwartungen über Inhalt und Struktur des Textes formulieren
zur Beschreibung des Textaufbaus Konnektoren erkennen und ihre Funktion erklären sowie die Personenverteilung beschreiben
Klassen 12/13 (Basisfach)
aufgrund von zusätzlichen Informationen und eigenen Vorkenntnissen Erwartungen über Inhalt und Struktur des Textes formulieren
zur Beschreibung des Textaufbaus Konnektoren erkennen und ihre Funktion erklären sowie die Personenverteilung beschreiben
Übersetzung
Ende Klassen 8/9/10
verschiedene Satzerschließungsmethoden anwenden
übersetzungsbegleitend ihr vorläufiges Textverständnis abschnittsweise darstellen
aus dem Bedeutungsspektrum polysemer Wörter zunehmend selbstständig eine im Kontext passende Bedeutung auswählen und ihre Entscheidung begründen
eigene Übersetzungen und die von Mitschülerinnen und Mitschülern unter Benutzung von Fachtermini anhand vorgegebener Kriterien analysieren und nötige Korrekturen begründen
Ende Klasse 11
aus verschiedenen Satzerschließungsmethoden eine für sie geeignete auswählen und anwenden
eine kontextgemäße Bedeutung aus einem Wörterbuchartikel auswählen und ihre Entscheidung begründen
eigene Übersetzungen und die von Mitschülerinnen und Mitschülern selbstständig analysieren und nötige Korrekturen begründen
Klassen 12/13 (Leistungsfach)
textadäquat verschiedene Satzerschließungs- und Übersetzungsmethoden selbstständig anwenden (zum Beispiel vorläufige Übersetzung, analytische und lineare Verfahren)
griechische Texte – gegebenenfalls mithilfe eines Kommentars – sachgerecht und zielsprachenorientiert wiedergeben
Klassen 12/13 (Basisfach)
textadäquat verschiedene Satzerschließungs- und Übersetzungsmethoden anwenden (zum Beispiel vorläufige Übersetzung, analytische und lineare Verfahren)
griechische Texte – gegebenenfalls mithilfe eines Kommentars – sachgerecht und zielsprachenorientiert wiedergeben
Strukturierung
Ende Klassen 8/9/10
in Lehrbuchtexten sprachlich-formale und inhaltliche Textmerkmale unter Anleitung herausarbeiten (zum Beispiel Textsorte, Personen, Tempora, Diathesen, Wort- und Sachfelder, sinntragende Begriffe)
aus dem Kontext die Funktion häufiger Partikel erklären
Ende Klasse 11
mithilfe ihrer Kenntnisse von Text- und Gliederungsmerkmalen Originaltexte selbstständig analysieren und dabei weitere Kategorien wie Partikel und Modi berücksichtigen
Klassen 12/13 (Leistungsfach)
die sprachlich-stilistische Gestaltung des Textes sowie gegebenenfalls die Metrik analysieren und auf ihren Bezug zum Textinhalt auswerten
sich mithilfe von zweisprachigen Ausgaben oder Übersetzungen auch in umfangreicheren Werken orientieren und einzelne Textstellen in den Werk- oder Geschehniszusammenhang einordnen
Klassen 12/13 (Basisfach)
die sprachlich-stilistische Gestaltung des Textes – gegebenenfalls unter Berücksichtigung metrischer Aspekte – analysieren und auf ihren Bezug zum Textinhalt auswerten
sich mithilfe von zweisprachigen Ausgaben oder Übersetzungen auch in umfangreicheren Werken orientieren und einzelne Textstellen in den Werk- oder Geschehniszusammenhang einordnen
Rekapitulation
Ende Klassen 8/9/10
den Inhalt eines Textes paraphrasieren
Texte sinngebend vorlesen und so ihr Textverständnis zeigen
Abbildungen nach Vorgaben mit dem Text vergleichen
Ende Klasse 11
Textinhalte dem Sinn nach zunehmend strukturiert paraphrasieren
Textaussagen am griechischen Original belegen
Klassen 12/13 (Leistungsfach)
griechische Texte zunehmend sicher paraphrasieren und exzerpieren
ihre Aussagen zum Text mit Belegen in korrekter Zitierweise begründen
Klassen 12/13 (Basisfach)
griechische Texte zunehmend sicher paraphrasieren
ihre Aussagen zum Text mit Belegen in korrekter Zitierweise begründen
Reflexion
Ende Klassen 8/9/10
ihre inhaltlichen Vorerwartungen mit den bei der Übersetzung gewonnenen Erkenntnissen vergleichen
Inhalte von Lehrbuchtexten mit eigenen Erlebnissen und Einstellungen vergleichen
weitere inhaltliche Dimensionen des Textes durch Vergleich mit themenverwandten Texten oder Rezeptionsdokumenten herausarbeiten
Textinhalte – auch aus anderen Perspektiven – in anderen Darstellungsformen präsentieren (zum Beispiel szenisch, visuell, auditiv, eigene Textproduktion)
Aussagen und Inhalte von Texten durch eigene Recherche ergänzen sowie die Resultate in geeigneter Form und mediengestützt präsentieren
Ende Klasse 11
Inhalte von Originaltexten mit der eigenen Lebenswelt und persönlichen Wertvorstellungen vergleichen
das Entstehen einer philosophischen Reflexions- und Fragehaltung am Beispiel des sokratischen Philosophierens beschreiben
Original und gedruckte Übersetzungen unter Anleitung vergleichen
Klassen 12/13 (Leistungsfach)
Merkmale der für die griechische Literatur repräsentativen Gattungen beschreiben und korrekt benennen (Epos, Drama, Lyrik, Geschichtsschreibung, philosophischer Dialog)
die in einem Text verwendeten sprachlichen, stilistischen und gestalterischen Mittel beschreiben, benennen und ihre Funktion innerhalb des Textes erklären
Original und gedruckte Übersetzungen vergleichen
durch den Vergleich von Texten herausarbeiten, wie Themen, Motive und Gattungstraditionen umgesetzt werden, und dabei gegebenenfalls intertextuelle Bezüge unter Anleitung analysieren und deuten
Leerstellen in Texten benennen und mögliche Ergänzungen diskutieren
Texte mithilfe von Hintergrundinformationen über Autor, Werk, Gattung und historischen Kontext erläutern und die Textaussagen kritisch bewerten
zeitgebundene und überzeitliche Fragestellungen in den Texten unterscheiden sowie einen begründeten eigenen Standpunkt dazu formulieren
eigene Fragestellungen formulieren und bei der Interpretation berücksichtigen und das eigene hermeneutische Vorgehen anhand der dabei erzielten Ergebnisse überprüfen
Denkmodelle der Griechen in ihrer Fremdheit und Nähe erläutern und charakterisieren (zum Beispiel materialistische und idealistische Weltbilder, zyklische und lineare Entwicklungsmodelle)
Texte – auch aus anderen Perspektiven – in andere Darstellungsformen umsetzen und so gestaltend interpretieren (zum Beispiel szenisch, visuell, auditiv, eigene Textproduktion)
griechische Texte mit Rezeptionszeugnissen vergleichen, die je unterschiedlichen Sichtweisen und Darstellungsabsichten beschreiben und den Traditionsbezug deuten
Klassen 12/13 (Basisfach)
Gattungsmerkmale der im Unterricht behandelten poetischen, historischen und philosophischen Texte beschreiben und korrekt benennen (zum Beispiel Epos, Drama, Lyrik, Geschichtsschreibung, philosophischer Dialog)
die in einem Text verwendeten sprachlichen, stilistischen und gestalterischen Mittel beschreiben, benennen und ihre Funktion innerhalb des Textes erklären
Original und gedruckte Übersetzungen unter ausgewählten Kriterien vergleichen
durch den Vergleich von Texten herausarbeiten, wie Themen und Motive umgesetzt werden
Leerstellen in Texten benennen und mögliche Ergänzungen diskutieren
Texte mithilfe von Hintergrundinformationen über Autor, Werk, Gattung und historischen Kontext erläutern und die Textaussagen kritisch bewerten
Fragestellungen in den Texten herausarbeiten sowie einen begründeten eigenen Standpunkt dazu formulieren
eigene Fragestellungen formulieren und bei der Interpretation berücksichtigen
ausgewählte Denkmodelle der Griechen beschreiben und erläutern (zum Beispiel materialistische und idealistische Weltbilder, zyklische und lineare Entwicklungsmodelle)
Texte – auch aus anderen Perspektiven – in andere Darstellungsformen umsetzen und so gestaltend interpretieren (zum Beispiel szenisch, visuell, auditiv, eigene Textproduktion)
griechische Texte mit Rezeptionszeugnissen vergleichen und die je unterschiedlichen Sichtweisen und Darstellungsabsichten beschreiben
3.3.2.1 Epos
epische Dichtung historisch einordnen und ihre Entstehungs- und Rezeptionsbedingungen beschreiben (Mykenische Zeit, sogenannte Dunkle Jahrhunderte, Adelsgesellschaft, Sänger an Adelshöfen, Oral Poetry)
spezifische Themen epischer Dichtung benennen und an Beispielen erläutern (zum Beispiel Wirken der Götter, Weltsicht, Selbstverantwortung und Schicksal, Rache und Gerechtigkeit, Problematik des Helden, Individuum und Gemeinschaft, Krieg und Frieden, Mann und Frau, Ehe und Familie)
Erzählstränge, Leitmotive und narrative Strukturen eines Epos herausarbeiten (zum Beispiel Rückzug Achills, Patroklie, Wiederaufnahme des Kampfes; Telemachie, Apologe, innere und äußere Heimkehr; Zorn, Ehre, Ruhm, Klugheit, Treue, Sehnsucht; Rückblenden, Vorausblicke, Verdichtungen)
ein Epos in seiner Gesamtkonzeption überblicksartig darstellen
die formalen und sprachlichen Charakteristika des Epos korrekt benennen und an einem konkreten Text nachweisen (zum Beispiel Musenanruf, auktoriale Erzählung, Rede, Dialog, innerer Monolog, typische Szenen, Gleichnisse, homerische Kunstsprache, epische Epitheta, Formelsprache)
an ausgewählten Beispielen mögliche Wirkungen der metrischen Gestaltung beschreiben (Hexameter, Daktylen, Spondeen; Enjambement)
das Handeln wichtiger Gestalten des Epos beschreiben und deren Handlungsmotive erläutern
sich mit den Werten, die dem Handeln zentraler Gestalten des Epos zugrunde liegen, auseinandersetzen
3.3.2.2 Lyrik
die Konstruktion des lyrischen Ichs charakterisieren
den Situations- und Adressatenbezug, soweit gegeben, herausarbeiten (zum Beispiel in symposiastischer oder paränetischer Lyrik)
die Darstellung menschlicher Grunderfahrungen und Extremsituationen in dichterischen Texten analysieren
unterschiedliche Werthaltungen und Lebensentwürfe beschreiben und vergleichen (zum Beispiel Stellenwert kriegerischer und bürgerlicher Tugend, ökonomischen Besitzes und sozialer/politischer Stellung, politische Konzepte, Gerechtigkeit, Verhältnis zu Göttern und Schicksal)
3.3.2.3 Tragödie
das Theater als Spielstätte der Tragödie und Aspekte der Aufführungspraxis beschreiben
die kultische und gesellschaftlich-politische Funktion der Tragödie erläutern
den Aufbau einer Tragödie beschreiben
die Gestaltungsmittel einer Tragödie benennen (zum Beispiel Stichomythie, Botenbericht, Deus ex machina, Metrik: jambischer Trimeter)
die Personenkonstellation in einem Drama beschreiben
das Bühnengeschehen beschreiben und darstellen
das Handeln der auftretenden Personen charakterisieren sowie ihre Argumente und Antriebe herausarbeiten und bewerten
die Funktion des Chores in einer griechischen Tragödie charakterisieren (Handlungsträger, Nebenfigur, Kommentator)
einen zentralen Konflikt, der in einer griechischen Tragödie modellartig verhandelt wird, beschreiben und zu ihm Stellung nehmen (zum Beispiel Verhalten in Extremsituationen, Verhältnis des Menschen zu Gottheit und Schicksal, Individuum und gesellschaftliche Werte und Normen, Theodizee)
Theorien des Aristoteles über die Wirkungsweise der Tragödie erläutern
tragische Aspekte herausarbeiten (zum Beispiel Hamartia, tragischer Konflikt, tragische Ironie)
3.3.2.4 Komödie
das Theater als Spielstätte der Komödie und Aspekte der Aufführungspraxis beschreiben
die Aufbauelemente einer Alten Komödie beschreiben (Prolog, Parodos, Agon, Parabase, epeisodische Szenen, Stasimon, Exodos)
die Gestaltungsmittel und typischen Szenen einer Komödie benennen (zum Beispiel Prügelszenen, Botenbericht, Veränderungen von Raum und Zeit; Metrik: jambischer Trimeter)
das Bühnengeschehen beschreiben und den Großen Plan des Protagonisten herausarbeiten
Darstellung und Lösung von Konflikten in einer Komödie herausarbeiten
verschiedene Formen des Komischen herausarbeiten (zum Beispiel Sprachkomik, Handlungskomik, Slapstick)
die sprachliche und stilistische Bandbreite komischen Sprechens erläutern (zum Beispiel Parodie, Obszönitäten, komische Wortbildungen und Metaphern)
die politisch-gesellschaftliche Funktion der Komödie und des personenbezogenen Spotts erörtern
3.3.2.5 Geschichtsschreibung
die Verwendung unterschiedlicher Quellen (schriftliche, mündliche, materielle, bildliche Quellen) analysieren und bewerten
die historische Methode des Autors in ihren Grundzügen darstellen (zum Beispiel Autopsie, Quellenkritik, Fiktion, Wertungen)
narrative Techniken herausarbeiten und beschreiben (zum Beispiel Ich-Perspektive, Stoffdisposition, Darstellung paralleler Ereignisse, erzählender Text und wörtliche Reden, Dramatisierung, Darstellungselemente anderer Gattungen)
den Umgang des Autors mit den Dimensionen Zeit und Raum beschreiben
Aufbau und Intentionen von Reden analysieren
herausragende Gestalten des jeweiligen Werkes charakterisieren und bewerten (zum Beispiel Kroisos, Solon, Xerxes, Perikles, Alkibiades, Kleon)
das jeweilige Bild vom Gegner charakterisieren
das jeweilige Geschichtswerk in seinen historischen Kontext einordnen
die Darstellung historischer Personen und Ereignisse in Geschichtswerken mit der in anderen Gattungen vergleichen (zum Beispiel Xerxes bei Herodot und Aischylos, Alkibiades bei Thukydides und Platon)
das dem jeweiligen Geschichtswerk zugrundeliegende Menschenbild zusammenfassen
an ausgewählten Beispielen Freiheit und Verantwortung des Menschen als eines geschichtlich handelnden Wesens untersuchen
unterschiedliche Geschichtsmodelle vergleichen (zum Beispiel zyklisch, linear, teleologisch)
3.3.2.6 Philosophie – Kosmologie
mythische und rationale Erklärungen von Weltentstehung und Naturphänomenen differenziert darstellen
verschiedene Antworten der Vorsokratiker auf die Frage nach der ἀρχή erläutern
unterschiedliche Modelle, die den Aufbau der Welt beschreiben, erläutern und vergleichen (zum Beispiel Elemente-Lehre, Materialismus, Atomismus)
3.3.2.6 Philosophie – Ontologie/Erkenntnistheorie
Platons Ideenlehre in ihren Grundzügen beschreiben
erkenntnistheoretische Konzepte der Vorsokratiker (zum Beispiel Parmenides, Heraklit, Empedokles) sowie der Sophistik (zum Beispiel Gorgias, Protagoras) der platonischen Ideenlehre gegenüberstellen
3.3.2.6 Philosophie – Anthropologie/Ethik/Staatstheorie
Platons Menschenbild (mögliche Aspekte: Leib-Seele-Dualismus, soma-sema, Eros) charakterisieren und gegebenenfalls mit anderen Konzepten vergleichen (zum Beispiel Pythagoras, Atomisten/Epikur, Protagoras-Mythos)
wichtige Begriffe der platonischen Seelenlehre erklären und ihre Relevanz in anderen philosophischen Teilbereichen aufzeigen (Seelenteile, Präexistenz, Unsterblichkeit, Wiedergeburt, Seelenwanderung, Anamnesis)
Platons Tugendlehre in ihren Grundzügen darstellen und mit alternativen Modellen der Wertebildung vergleichen (Kardinaltugenden, Frage nach Einheit und Lehrbarkeit von ἀρετή)
Grundzüge des platonischen Idealstaates darstellen
3.3.2.6 Philosophie – Rhetorik/Dichtungstheorie
ausgehend von Platons Auseinandersetzung mit der sophistischen Rhetorik die unterschiedlichen Zielsetzungen von Philosophie und Rhetorik herausarbeiten
Aussagen zu Wirkung und Wahrheitsanspruch des gesprochenen Wortes bei den Sophisten und Platon vergleichen und bewerten (zum Beispiel Protagoras, Gorgias)
Aussagen Platons über den dichterischen Prozess sowie die Wirkung von Dichtung wiedergeben
Platons Aussagen zu Wahrheitsanspruch und Wirklichkeitsbezug der Dichtung beschreiben und dazu Stellung nehmen
Platons Verwendung literarischer Formen, zum Beispiel Dialog und mythische Erzählung, vor dem Hintergrund seiner Erkenntnis- und Dichtungstheorie erläutern
3.4.2.1 Epos
epische Dichtung historisch einordnen und ihre Entstehungs- und Rezeptionsbedingungen beschreiben (Mykenische Zeit, sogenannte Dunkle Jahrhunderte, Adelsgesellschaft, Sänger an Adelshöfen, Oral Poetry)
spezifische Themen epischer Dichtung benennen und an Beispielen erläutern (zum Beispiel Wirken der Götter, Weltsicht, Selbstverantwortung und Schicksal, Rache und Gerechtigkeit, Problematik des Helden, Individuum und Gemeinschaft, Krieg und Frieden, Mann und Frau, Ehe und Familie)
Erzählstränge, Leitmotive und narrative Strukturen eines Epos herausarbeiten (zum Beispiel Rückzug Achills, Patroklie, Wiederaufnahme des Kampfes; Telemachie, Apologe, innere und äußere Heimkehr; Zorn, Ehre, Ruhm, Klugheit, Treue, Sehnsucht)
ein Epos in seiner Gesamtkonzeption überblicksartig darstellen
formale und sprachliche Charakteristika des Epos korrekt benennen und an einem konkreten Text nachweisen (zum Beispiel Musenanruf, auktoriale Erzählung, Rede, Dialog, innerer Monolog, typische Szenen, Gleichnisse, epische Epitheta)
an ausgewählten Beispielen mögliche Wirkungen der metrischen Gestaltung beschreiben (Hexameter, Daktylen, Spondeen; Enjambement)
das Handeln wichtiger Gestalten des Epos beschreiben und deren Handlungsmotive erläutern
sich mit den Werten, die dem Handeln zentraler Gestalten des Epos zugrunde liegen, auseinandersetzen
3.4.2.2 Lyrik
die Konstruktion des lyrischen Ichs charakterisieren
den Situations- und Adressatenbezug, soweit gegeben, herausarbeiten (zum Beispiel in symposiastischer oder paränetischer Lyrik)
die Darstellung menschlicher Grunderfahrungen und Extremsituationen in dichterischen Texten beschreiben und erläutern
unterschiedliche Werthaltungen und Lebensentwürfe beschreiben und vergleichen (zum Beispiel Stellenwert kriegerischer und bürgerlicher Tugend, ökonomischen Besitzes und sozialer/politischer Stellung, politische Konzepte, Gerechtigkeit, Verhältnis zu Göttern und Schicksal)
3.4.2.3 Tragödie
das Theater als Spielstätte der Tragödie beschreiben
die kultische und gesellschaftlich-politische Funktion der Tragödie erläutern
den Aufbau einer Tragödie beschreiben
wichtige Gestaltungsmittel einer Tragödie benennen (zum Beispiel Stichomythie, Botenbericht, Deus ex machina, Metrik: jambischer Trimeter)
die Personenkonstellation in einem Drama beschreiben
das Bühnengeschehen beschreiben und darstellen
das Handeln der auftretenden Personen charakterisieren sowie ihre Argumente und Antriebe herausarbeiten und bewerten
die Funktion des Chores in einer griechischen Tragödie charakterisieren (Handlungsträger, Nebenfigur, Kommentator)
einen zentralen Konflikt, der in einer griechischen Tragödie modellartig verhandelt wird, beschreiben und zu ihm Stellung nehmen (zum Beispiel Verhalten in Extremsituationen, Verhältnis des Menschen zu Gottheit und Schicksal, Individuum und gesellschaftliche Werte und Normen, Theodizee)
tragische Aspekte herausarbeiten (zum Beispiel Hamartia, tragischer Konflikt, tragische Ironie)
3.4.2.4 Komödie
das Theater als Spielstätte der Komödie beschreiben
wichtige Gestaltungsmittel und typische Szenen einer Komödie benennen (zum Beispiel Prügelszenen, Botenbericht, Veränderungen von Raum und Zeit; Metrik: jambischer Trimeter)
das Bühnengeschehen beschreiben und den Großen Plan des Protagonisten herausarbeiten
Darstellung und Lösung von Konflikten in einer Komödie herausarbeiten
verschiedene Formen des Komischen herausarbeiten (zum Beispiel Sprachkomik, Handlungskomik, Slapstick)
sprachliche und stilistische Formen komischen Sprechens erläutern (zum Beispiel Parodie, Obszönitäten, komische Wortbildungen und Metaphern)
3.4.2.5 Geschichtsschreibung
die historische Methode des Autors in ihren Grundzügen darstellen (zum Beispiel Autopsie, Quellenkritik, Fiktion, Wertungen)
narrative Techniken herausarbeiten und beschreiben (zum Beispiel Ich-Perspektive, Stoffdisposition, Darstellung paralleler Ereignisse, erzählender Text und wörtliche Reden, Dramatisierung, Darstellungselemente anderer Gattungen)
Aufbau und Intentionen von Reden analysieren
herausragende Gestalten des jeweiligen Werkes charakterisieren und bewerten (zum Beispiel Kroisos, Solon, Xerxes)
das jeweilige Bild vom Gegner charakterisieren
das jeweilige Geschichtswerk in seinen historischen Kontext einordnen
das dem jeweiligen Geschichtswerk zugrundeliegende Menschenbild zusammenfassen
an ausgewählten Beispielen Freiheit und Verantwortung des Menschen als eines geschichtlich handelnden Wesens untersuchen
unterschiedliche Geschichtsmodelle vergleichen (zum Beispiel zyklisch, linear, teleologisch)
3.4.2.6 Philosophie – Kosmologie
mythische und rationale Erklärungen von Weltentstehung und Naturphänomenen differenziert darstellen
verschiedene Antworten der Vorsokratiker auf die Frage nach der ἀρχή erläutern
ausgewählte Modelle, die den Aufbau der Welt beschreiben, erläutern (zum Beispiel Elemente-Lehre, Materialismus, Atomismus)
3.4.2.6 Philosophie – Anthropologie/Ethik/Staatstheorie
Platons Menschenbild (mögliche Aspekte: Leib-Seele-Dualismus, soma-sema, Eros) beschreiben
wichtige Begriffe der platonischen Seelenlehre erklären und ihre Relevanz in anderen philosophischen Teilbereichen aufzeigen (Seelenteile, Präexistenz, Unsterblichkeit, Wiedergeburt, Seelenwanderung, Anamnesis)
Platons Tugendlehre in ihren Grundzügen darstellen (Kardinaltugenden, Frage nach Einheit und Lehrbarkeit von ἀρετή)
Grundzüge des platonischen Idealstaates darstellen