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Wahrnehmungs- und Darstellungskompetenz
in ihrem Lebensumfeld zwischen islamischen, anders religiösen und nichtreligiösen Phänomenen unterscheiden, sie darstellen und in Beziehung zu ihrem eigenen Leben setzen sowie eigene und andere Interessen und Sichtweisen herausarbeiten und charakterisieren
über praktische wie theoretische Grundlagen einer islamischen Lebenseinstellung in Vergangenheit und Gegenwart Auskunft geben
religiöse Themen und Inhalte benennen, Inhalte zentraler Textstellen aus Koran und Hadithen darlegen, Grundformen religiöser Sprache und Praxis und fachbezogene Begriffe bestimmen und theologisch einordnen
im gesellschaftlichen Umfeld religiös-kulturelle Ausdrucksformen beschreiben, religiöse und nicht-religiöse Optionen der Weltdeutung und Lebensgestaltung unterscheiden sowie Situationen, in denen religiöse und existenzielle Fragen des Lebens bedeutsam werden oder in denen Wertekonflikte auftreten, identifizieren
Deutungskompetenz
religiöse Motive und Elemente sowie religiöse Ausdrucksformen oder ästhetische, geistige und spirituelle Dimensionen von Religion erleben, deren Bedeutung erfassen und erläutern sowie reflektieren, die Sprache des Korans deuten, mediale und künstlerische Umsetzungen religiöser Motive in ihrer Eigenart identifizieren, auf die islamische Glaubensvorstellung hin überprüfen und einordnen
Besonderheiten rituell bedeutsamer Situationen erläutern, religiöse Aspekte in ihrem Lebensumfeld systematisieren und analysieren, islamische mit anders religiösen und nichtreligiösen Positionen und Fragestellungen vergleichen sowie deskriptive und normative Aussagen unterscheiden
aktuelle Fragestellungen und Herausforderungen erfassen und auf die Lehren des Korans und der Sunna beziehen
die eigene Lebenssituation mit Blick auf die Lebens- und Wirkungsweise bedeutender Gestalten der islamischen Geschichte und Überlieferung interpretieren, islamische Prinzipien erklären, in diskursiven Situationen einbringen und dabei unterschiedliche Deutungen und Lösungsansätze mit Blick auf die Wahrheitsfrage einbeziehen
Urteilskompetenz
Situationen ethischer und religiöser Grunderfahrungen, ethische und religiös-kulturelle Diskussionen sowie theologische Diskurse in ihren Grundzügen nachvollziehen, sich damit auseinandersetzen, eigene Fragestellungen daraus entwickeln, argumentativ begründet eine eigene Position einnehmen und vertreten
ihr eigenes religiöses Selbstkonzept in Ansätzen formulieren und zu Koran und Sunna in Beziehung setzen sowie die Bedeutung des Glaubens für die eigene Lebensorientierung erörtern
den Einfluss von analogen und digitalen Medien auf die Konstruktion sozialer Wirklichkeit kritisch reflektieren
Zweifel und Kritik an Religion prüfen sowie religiöse Glaubensfragen und ‑aussagen reflektieren, interpretieren, beurteilen und auf die eigene Lebenswirklichkeit übertragen
lebensförderliche und lebensfeindliche Erscheinungsformen von Religion, Denk- und Handlungsmustern unterscheiden und beurteilen sowie Modelle ethischer Urteilsbildung bewerten und beispielhaft anwenden
Dialog- und Sozialkompetenz
sich in Offenheit und Respekt mit Ideen, Meinungen und Lebensweisen anderer auseinandersetzen, anderen Menschen mit Wertschätzung, Achtsamkeit und Sensibilität begegnen, sich in Gedanken, Gefühle, Sicht- und Verhaltensweisen anderer hineinversetzen und deren Erfahrungen in Bezug zum eigenen Standpunkt bringen
über den islamischen Glauben Auskunft geben, eigene Gedanken, Gefühle und Sichtweisen zum Ausdruck bringen und begründet einen eigenen Standpunkt vertreten, mit anderen Standpunkten vergleichen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahrnehmen, eigene sowie andere Sichtweisen kritisch reflektieren und eigene Positionen weiterentwickeln
mit anderen verantwortungsbewusst umgehen sowie Konflikte respektvoll, friedlich und konstruktiv austragen
Gestaltungs- und Handlungskompetenz
Kategorien verantwortlichen Handelns auch in sensiblen Bereichen entwickeln und deren Praxisrelevanz reflektieren
mit ethisch-religiösen Denk- und Handlungsformen sinnvoll und sachgerecht umgehen, an diesen erprobend teilnehmen und ihre Erfahrungen reflektieren
anders religiöse und nichtreligiöse Ausdrucksformen aufzeigen, mit islamisch geprägten vergleichen, im Alltag mit der Vielfalt umgehen und religiös relevante Ausdrucksformen und Standpunkte ästhetisch, künstlerisch, medial sowie addressatenbezogen zum Einsatz bringen
islamisch begründete Handlungsmöglichkeiten situationsgemäß entwerfen und reflektiert umsetzen
Besonderheiten islamischer Feste zur Gestaltung des Schullebens einbringen, interreligiöse Begegnungsmöglichkeiten schaffen, gemeinsame Vorhaben entwickeln und durchführen
Methodenkompetenz
unterschiedliche methodische Zugänge des Verstehens wie Reflektieren, Fragenstellen, Hinterfragen, Sich-Einfühlen, Zuhören, Erfahren, Erzählen in beispielhaften Kontexten entfalten und sachgerecht anwenden
zwischen methodisch unterschiedlichen Zugängen zum Islam als Religion und Lebensweise unterscheiden und diesen Perspektivenwechsel kategorial zuordnen
Diskurs- und Problemlösungsstrategien in exemplarischen islamisch-religiösen Bezügen entwickeln
einfache hermeneutische Instrumente aus der islamischen Tradition und aus neueren Zugängen in ihren Ansätzen zur Erschließung islamischer Quellen anwenden
Regeln der islamischen Rechtsfindung in ihren Grundzügen anhand ethisch-moralischer sowie theologischer Aussagen exemplarisch identifizieren und auf eigene oder neue ethisch-moralische oder theologische Fragen ansatzweise anwenden
Mensch – Glaube – Ethik – Klassen 5/6
grundlegende Aspekte und Fragen des Menschseins sowie Grundzüge des islamischen Menschenbilds auf Grenzerfahrungen ihres eigenen Menschseins, ihres persönlichen Glaubensbezugs und auf zentrale Begriffe beziehen (zum Beispiel Islam (islām), Muslim (muslim), Schriftbesitzer (ahl al-kitāb))
die Bedeutung der zentralen Glaubenssätze des Islam für das heutige Leben erarbeiten und am Beispiel des Propheten Ibrāhīm Zweifel, Suche und Erkenntnis als elementare Bestandteile des Glaubens aufzeigen (zum Beispiel 2:260, 6:74-83)
in der Schöpfung und den Geschöpfen Gottes Namen und Attribute wahrnehmen, ihren persönlichen Bezug dazu zum Ausdruck bringen sowie durch den Vergleich des islamischen Gottesverständnisses mit dem anderer Religionen Respekt und Achtung entfalten (zum Beispiel Monotheismus, tawḥīd 2:255, 2:285, 52:2-7, Gottesverständnis im Christen- und Judentum)
am Beispiel des Propheten Yūsuf Konfliktpotenziale in Familie und Gesellschaft mit ihrem alltäglichen Leben in Beziehung setzen und anhand des Lebensweges anderer Propheten weitere Hinweise für ein friedliches Miteinander und Vergebung erarbeiten
die Wichtigkeit und den Anspruch auf Geschwisterlichkeit im Islam begründen (zum Beispiel 23:8, 48:29, 49:10) und durch das Beispiel des Propheten Muhammad Impulse für ein Bewusstsein für Freundschaft ableiten
die mögliche Relevanz und das Gestaltungspotenzial des Glaubens für das eigene Leben beschreiben, am Beispiel des Propheten Yūsuf Glaube und Gottvertrauen als elementare Sinnhorizonte für alle Menschen erschließen sowie erfassen, dass die lebenslange Auseinandersetzung mit existenziellen Fragestellungen zum menschlichen Dasein gehört (zum Beispiel Tod, Krieg, Krankheit)
aus den Glaubenssätzen des Islam die Rechenschaftspflicht des Menschen für seine Absichten und Handeln vor Gott ableiten und darauf aufbauend die Notwendigkeit ethischen Verhaltens begründen (zum Beispiel Begriffe Moral und Ethik (akhlāq) sowie deren unterschiedliche Verständnisse)
in ihrem Lebensumfeld religiöse Phänomene und Symbole wahrnehmen, Zwecke gemeinsamen religiösen Lebens erörtern, den Stellenwert von Religion für die muslimische Gemeinschaft in unserer Gesellschaft diskutieren und im Rückgriff auf das islamische Menschenbild Antworten und Positionen zu zentralen Fragen menschlichen Lebens formulieren
Koran und islamische Quellen – Klassen 5/6
die Rezitation des Korans wahrnehmen, seinen Charakter als direkte göttliche Zuwendung und Mitteilung an den Menschen erfassen, die Verse des Korans, Naturphänomene und die Natur selbst als Zeichen Gottes (āyāt) deuten sowie erschließen, dass die Worte Gottes im Koran dem Propheten durch Offenbarungen zuteil wurden und der Koran auf Arabisch geoffenbart worden ist (zum Beispiel 13:37, Begriffe al-qurʾān, muṣḥaf)
sich über eigene Erfahrungen mit dem Koran austauschen, zentrale thematische Aspekte des Korans exemplarisch erläutern und in Beziehung zueinander setzen (zum Beispiel Gedanke der Einheit Gottes (tawḥīd), die Prophetenschaft, Glaube an ein Jenseits, Gottergebenheit, ethische Prinzipien wie Gerechtigkeit und Barmherzigkeit)
die Bedeutung des Korans (zum Beispiel 2:2-4, 5:15, als Rechtleitung (hudā), die Unterscheidung (al-furqān), Barmherzigkeit (raḥma)) sowie die ungefähre Bedeutung beispielhafter kurzer Suren oder Verse des Korans herausarbeiten (zum Beispiel 1, 103, 105, 107, 112, 96, 97, 94, 93, 55:1-34, 2:255) und in Bezug zum eigenen Glauben und Leben setzen
in Grundzügen die Entstehungsgeschichte, den Gebrauch und Regeln des Umgangs mit dem Koran als heiliger Schrift des Islam herausarbeiten und seinen zentralen Stellenwert im Islam tiefergehend begründen (zum Beispiel als Wort Gottes (kalāmullāh), in Abgrenzung vom Prophetenwort (ḥadīth))
über den Aufbau des Korans, den Unterschied zwischen mekkanischen und medinensischen Suren, und die Bedeutung der basmala Auskunft geben, ausgewählte kurze Suren rezitieren (ṣūrat al-fātiḥa, al-ikhlās, al-nās, al-falaq) sowie den besonderen musikalisch-ästhetischen Charakter von Koranrezitationen wahrnehmen
zentrale Hadithwerke und Hadithgelehrte benennen, Koran und Sunna als zentrale Quellen des Islam einander gegenüberstellen, die Wichtigkeit und die religiöse Relevanz der prophetischen Tradition für die Muslime in Grundzügen erschließen (zum Beispiel 4:59/80) sowie sich mit verschiedenen Interpretationen einzelner Hadithe exemplarisch auseinandersetzen
die Wichtigkeit und Rolle der Meditation (dhikr) anhand von Koran und islamischer Tradition begründen und zum eigenen Leben in Beziehung setzen
die immerwährende intensive Auseinandersetzung der Muslime mit der inneren Dimension von Religion, das Verständnis von Religion (al-dīn) als Herzensangelegenheit und verschiedene Formen des dhikr erarbeiten sowie es als Ausdruck einer persönlichen Beziehung zu Gott oder als Werkzeug deuten, die stete Anwesenheit Gottes zu erfassen
Gott und Seine Schöpfung – Klassen 5/6
unterschiedliche Manifestationsweisen Gottes erschließen, Gott als fundamentale Ursache allen Seins entdecken (zum Beispiel 1:2, 6:73/95/101, 21:33, 55:1-33) sowie Entwicklungen und Veränderungen ihrer Vorstellung von Gott beschreiben und dies in Bezug zu zentralen Eigenschaften Gottes setzen (zum Beispiel die 99 schönen Namen Gottes (al-asmāʾu llāhi al-ḥusnā))
das Wirken Gottes in der Natur und im Menschen wahrnehmen, die islamische Vorstellung von Seiner Allmacht, Allwissenheit und Allgegenwart sowie ihren persönlichen Bezug zu Gott als Schöpfer formulieren, Bewusstsein für die Verantwortung für die Schöpfung entwickeln sowie die besondere Rolle des Menschen in der Schöpfung begründen (zum Beispiel khalīfa 2:30, 38:26)
das islamische Glaubensbekenntnis (shahāda) aus dem Koran ableiten, in Form, Gehalt und in eigenen Worten beschreiben und seine Bedeutung für ihr eigenes Leben mit Blick auf die Umstände und Herausforderungen der heutigen Zeit diskutieren (Begriff des tawḥīd)
Kernpunkte des islamischen Glaubens mit Auffassungen anderer Religionen vergleichen (zum Beispiel Bedeutung Ādams, Ibrāhīms, Mūsās, ʿĪsās) und mithilfe der Geschichten einzelner Propheten aus islamischer Sicht belegen
Sinn und Gehalt des rituellen Gebets (ṣalā), des Bittgebets (duʿāʾ) und Lobpreises (tasbīḥ), die Form und Bedeutung einzelner Handlungsabläufe sowie den Stellenwert von islamischen Festen, Gemeinschaftsgebeten und Segenswünschen auf den Propheten Muhammad erschließen
aufzeigen, dass jeder Mensch als Geschöpf Gottes geliebt werden sollte und Respekt den würdigen Umgang der Menschen miteinander prägt (zum Beispiel 17:70), und daraus die religiöse Verpflichtung zu ethisch-moralischem Verhalten als Grundlage für ein soziales Miteinander ableiten
ein Bewusstsein für das Ästhetische entfalten (zum Beispiel durch Wahrnehmung der Natur, der Schöpfung, der Kunst, Architektur, Musik und Dichtung im Islam und in anderen Religionen oder Kulturen), Schönheit auch aus ihrer eigenen Vorstellung heraus kreativ zum Ausdruck bringen (zum Beispiel zur Reflexion Ästhetik in der Religion (Symbole), Ästhetik als philosophische Disziplin, heutige Ästhetik, Diskurs um Musik und Jugendkultur)
den Stellenwert von Spiritualität und die Bedeutung der inneren Dimension religiöser Praxis erläutern (zum Beispiel 107:4-5, 2:264, 22:37)
Muhammad als Gesandter – Klassen 5/6
die Begriffe nabī und rasūl unterscheiden, die allgemeine Bedeutung der Propheten und die Gleichwertigkeit der Gesandten im Islam herausarbeiten und exemplarisch aufzeigen (zum Beispiel 2:285)
die wichtigsten Stationen und Erlebnisse des Lebens des Propheten Muhammad in Grundzügen darstellen und die Bedeutung der Charakterisierung des Propheten als khātam al-anbiyāʾ und al-nabī al-ummī erklären (zum Beispiel 5:67, 7:157-158, 29:48, 33:40, 35:24, 40:78)
die Vorbildfunktion des Propheten Muhammad anhand seiner grundlegenden Charaktereigenschaften und Botschaft für das eigene Leben ableiten (zum Beispiel 3:159, 21:107, 68:4) sowie seine koranische Bezeichnung raḥmatan li-l ͑ālamīn (21:107) und das Ideal des al-insān al-kāmil in Ansätzen erörtern
die Entstehung der muslimischen Gemeinschaft und das vertraglich geregelte Zusammenleben der unterschiedlichen Stämme und Religionen in Medina als erstes historisches Beispiel für ein Gemeinwesen von Muslimen und Nichtmuslimen erschließen (zum Beispiel Urkunde von Medina)
Kern- und Ausgangspunkte der islamischen Gemeinschaft (Umma) sowie in Grundzügen die Rolle, Funktion und Aufgaben des Propheten in der neuen Gemeinschaft erarbeiten, um islamische Prinzipien eines Gemeinwesens zu erfassen
anhand von ausgewählten mekkanischen und medinensischen Suren Veränderungen des Gehalts der koranischen Offenbarungen aufzeigen, diese Veränderungen in Bezug zu den wichtigsten sozialen, religiösen und politischen Aspekten ihrer Zeit setzen und zeitlose Handlungsmotive ableiten
unterschiedliche Konzepte zur Friedensbildung und ‑wahrung sowie die symbolische Bedeutung des Friedensgrußes darstellen und die Relevanz der diesen zugrundeliegenden Haltungen für das heutige Zusammenleben erläutern
exemplarisch aus der Sunna des Propheten Impulse für das eigene Handeln ableiten, die Grenzen der detailgetreuen Übertragbarkeit reflektieren und Handlungsperspektiven für ihr eigenes Leben in einer modernen Gesellschaft entfalten (zum Beispiel zur Reflexion: „Allahs Gesandter wurde niemals um etwas gebeten, und er hätte Nein gesagt.“ (al-Bukhārī, Muslim))
Gesellschaft und Geschichte – Klassen 5/6
Elemente der muslimischen Lebensweisen und –stile in ihrer Umgebung und eigenen Erfahrungswelt wahrnehmen und mit Blick auf die heutigen Lebensumstände mit der Lebensweise der ersten Muslime vergleichen (zum Beispiel Fasten im Ramadan (al-ṣaum))
ein Verständnis für Sinn und Bedeutung rituellen Handelns sowie religiöser Lebensweisen und Perspektiven für ihre eigene Lebensart durch die Erarbeitung kulturspezifischer Traditionen und Gewohnheiten innerhalb ihrer muslimischen Gemeinschaft entwickeln und vor dem Hintergrund genuin islamischer Riten und Gebräuche reflektieren
den Begriff und den Gedanken der Umma erläutern und mit der heutigen Zeit in Beziehung setzen (zum Beispiel Urkunde von Medina, 3:102-104/110, 49:29) sowie mit Blick auf ihr eigenes Leben, der Muslime in Deutschland und der Welt sowie der Menschen insgesamt Herausforderungen an die Zukunft der Umma formulieren
aus dem Beispiel der Auswanderung (Hidschra/hidjra) des Propheten und der ersten Muslime von Mekka nach Medina Chancen und Perspektiven durch Veränderung und Neubeginn für das eigene Leben herausarbeiten (zum Beispiel Begriff der Hidschra, 9:40, 73:10) sowie als Sinnbild für die Entfaltung der eigenen Spiritualität deuten
die Situation nach dem Tod des Propheten Muhammad für die Muslime wie Trauer und Ratlosigkeit, die Rolle und Bedeutung der ersten vier rechtgeleiteten Kalifen und die erste Aufspaltung der Gemeinschaft der Muslime in die beiden großen Ausrichtungen des Islam, Sunniten und Schiiten, aufzeigen und die Konsequenz der Aufspaltung für die Umma bis heute beschreiben
die wichtigsten Stationen der Ausweitung des Islam auf der Arabischen Halbinsel, der frühen islamischen Dynastien in Arabien, Spanien und im Maghreb sowie die damit einhergehende Ausweitung islamischer Gebiete nach Osten und nach Westen in Grundzügen und reflektiert darstellen und mit der heutigen globalen Verbreitung des Islam vergleichen
die Dynamik, Entwicklungs- und Anpassungsfähigkeit der Umma an immer wieder neue Situationen mit Blick auf die heutige muslimische Gemeinschaft beispielhaft diskutieren
die Moschee als Gebets- und Begegnungsstätte der Muslime entdecken, Arbeitsfelder ausgewählter muslimischer Einrichtungen (zum Beispiel Moscheegemeinden) und Hilfsorganisationen erfassen, anhand dessen ein Bewusstsein für Pluralität innerhalb der Glaubensgemeinschaft sowie einen respektvollen und toleranten Umgang damit entfalten (zum Beispiel 49:10), eigene Mitwirkungsmöglichkeiten diskutieren und sich selbst als einen Teil der Umma entdecken
Religionen und Weltanschauungen – Klassen 5/6
in ihrem persönlichen Lebensumfeld Ausdrucksformen und Lebensweisen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen wahrnehmen und charakterisieren, in Grundzügen deren Vielfalt erarbeiten, ihre grundlegenden Kennzeichen benennen und ihre Erfahrungen zuordnen
die konfessionelle und religiöse Zugehörigkeit der Menschen in Deutschland, Europa und weltweit, auch in historischer Perspektive in Grundzügen darstellen und Anspruch und Wirklichkeit der jeweiligen Glaubensgemeinschaft ansatzweise aufzeigen
über zentrale Ausdrucksformen des christlichen und jüdischen Glaubens sowie christlicher und jüdischer Lebensweisen Auskunft geben, exemplarisch in ihren Ausformungen und Bedeutungen beschreiben und mit Erfahrungen im muslimisch geprägten Lebensumfeld vergleichen
die Stellung Jesu im Christentum herausarbeiten und sich in Ansätzen mit seiner Bedeutung für den christlichen Glauben auseinandersetzen sowie mit dem Jesusbild im Koran in Beziehung setzen (zum Beispiel ʿĪsā ibn Maryam, rasūl, masīḥ, kalima 3:45, rūḥ 4:171)
in Grundzügen die Entstehungsgeschichte der Bibel darstellen, ihre Bedeutung, ihren Gebrauch und ihre Interpretation als heilige Schrift erklären und mit dem koranischen Verständnis von vorislamischen Offenbarungen in Beziehung setzen (indjīl, tawrā, zabūr)
das Leben und die Bedeutung Mose im Judentum erfassen und mit Berichten im Koran vergleichen, die heiligen Schriften und Quellen der jüdischen Religion benennen (zum Beispiel Tora, Tenach, Talmud, Mischna, Halacha) sowie ihre Bedeutung, Ausformung und ihren Gebrauch aufzeigen
eine eigene religiöse Position einnehmen, diese begründen und erfassen, dass sie oder ihre Gegenüber (zum Beispiel im Dialog) nicht mit allen Dimensionen der jeweils anderen Religion oder Weltanschauung tiefergehend übereinstimmen müssen, aber sich dennoch gegenseitig respektieren können
einfache Formen des respektvollen, toleranten und offenen Miteinanders mit Angehörigen anderer Religionen und Weltanschauungen einüben (unter anderem im Alltag mit Mitschülerinnen und Mitschülern, durch gemeinsame interreligiöse Feiern sowie Erkundung christlicher (auch karitativer) Einrichtungen)
Mensch – Glaube – Ethik – Klassen 7/8
ethisch-religiöse Tugenden und Sollens-Gebote des Islam (zum Beispiel fünf Säulen, sechs Glaubensgrundsätze des Islam, 6:151-153, 17:22-39) herausarbeiten und diese zu weiteren religiösen und nichtreligiösen Entwürfen sowie zum sozialen Miteinander in Bezug setzen (zum Beispiel Urkunde von Medina, zehn Gebote, goldene Regel, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)
Sinn und Gehalt der fünf Säulen des Islam erschließen, exemplarisch den Ablauf, Ritus und Bedeutung der großen Pilgerfahrt (Hadsch/ḥadjdj) darstellen, mit dem Glauben an den jüngsten Tag in Beziehung setzen und als Höhepunkt im religiösen und spirituellen Leben eines Muslims deuten
erfassen, dass Liebe und Verantwortung gegenüber Gott und den Menschen die Motivation von Tugenden und Geboten bilden, dass aus islamischer Sicht die Familie den Ausgangspunkt des verantwortlichen und fürsorglichen Miteinanders darstellt sowie dass Liebe und Sexualität eine verantwortungsvolle Beziehung vor Gott und den Menschen beschreibt (zum Beispiel 2:187, 17:32, 30:21), woraus sie Bedingungen für eine gelingende Partnerschaft in der Ehe ableiten
islamische Grundhaltungen (zum Beispiel Dankbarkeit, Liebe zu allen Geschöpfen, Barmherzigkeit, Frieden, Solidarität), das Phänomen des Gewissens und die Relevanz für das Leben des Gläubigen erörtern, ein Verständnis für Gottesrechte (ḥuqūq Allāh) entwickeln (zum Beispiel Verbot der Beigesellung (shirk)) und verschiedene Konzepte zur Umsetzung von Gerechtigkeit erarbeiten (zum Beispiel 2:256)
Inhalte verschiedener islamischer Zugänge zu Menschenrechten (ḥuqūq al-ādamiyīn, ḥuqūq al-ʿibād), mit Inhalten philosophischer, religiöser und anderer weltanschaulicher Vorstellungen vergleichen (zum Beispiel die Würde des Menschen (GG Art. 1-5), Religionsfreiheit, rechtliche Gleichheit von Mann und Frau), die Herausforderung begründen, allgemeine Menschen- und Kinderrechte aktiv umzusetzen sowie islamische Prinzipien zu deren Umsetzung erarbeiten
Erscheinungsformen sowie Möglichkeiten und Grenzen zur Eindämmung von Gewalt aufzeigen, sich auf der Basis islamischer Primärquellen und ihrer Deutung kritisch dazu positionieren, auf diese Weise in Ansätzen eine gewaltfreie islamische Ethik entfalten und Konsequenzen für ihr eigenes Leben erkennen (zum Beispiel aktuelle Gewaltphänomene, psychische Formen von Gewalt, zur Reflexion Verschwörungstheorien)
sich in sensibler Weise mit Sterben und Tod auseinandersetzen, Erscheinungsformen des Alterns, Umgang mit Krankheit und Leid sowie Aspekte würdigen Sterbens, von Sterbebegleitung und Ablauf von Trauerprozessen im Islam erfassen, Möglichkeiten des Umgangs mit Trauer erarbeiten und sensibel in Bezug zum eigenen Leben sowie zu Situationen des Sterbens und den Gefühlen anderer setzen (zum Beispiel 2:156, Bestattungskultur in Deutschland, Verbot der Selbsttötung, Sterbehilfe)
den Glauben an das Leben nach dem Tod und Jenseitsvorstellungen mithilfe islamischer Quellen und Überlieferungen herausarbeiten und diskutieren sowie das Begriffspaar Hölle (djahannam) und Paradies (djanna) mit Blick auf die Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes deuten
Koran und islamische Quellen – Klassen 7/8
sich anhand des Korans beispielhaft mit Themen, Personen und Ereignissen auseinandersetzen oder diese aus dem Koran ableiten (zum Beispiel respektvolles Verhalten gegenüber Eltern, Verantwortung der Eltern gegenüber ihren Kindern), auf diese Weise Argumentationsstränge aus islamischer Sicht erarbeiten und begründen, dass die Botschaft des Korans universelle Bedeutung besitzt und nicht auf die Zeit des Propheten beschränkt ist
ethische Prinzipien im Islam anhand des Korans und der Überlieferung erfassen und diese zu ihrem schulischen und außerschulischen Umfeld in Beziehung setzen (zum Beispiel Gerechtigkeit, friedliches Miteinander, Rechte und Pflichten, Hilfsbereitschaft, respektvoller Umgang mit dem anderen Geschlecht, Barmherzigkeit)
ihr Verständnis von Offenbarung und ihre Erfahrungen mit dem Koran sowie seinen Stellenwert für die Muslime und insbesondere für sich selbst erklären sowie sich mit Vertretern anderer Religionen und Weltanschauungen über deren zentrale Texte oder heilige Schriften austauschen, eine eigene religiöse Position einnehmen und diese begründen
begründen, dass der Koran sowohl einen historischen Bezug als auch einen Bezug zur Gegenwart besitzt und dass es neben einem wortwörtlichen Verständnis des Korans auch eine nach Sinn und Werteverständnis der Schrift fragende Betrachtungsweise gibt (Koranhermeneutik)
die Bedeutung des Wissens um die Offenbarungsanlässe (asbāb al-nuzūl) und historisch-kultureller Gegebenheiten für die Interpretation beispielhafter Koranverse erschließen, sich im Kontext unterschiedlicher Interpretationen des Korans exemplarisch in Ansätzen positionieren und erfassen, dass trotz konkreter Offenbarungsanlässe Generalisierungen koranischer Aussagen möglich sind
aufzeigen, dass Verse im Koran oft in einem größeren Zusammenhang interpretiert werden müssen, dass wortwörtliche Lesarten zu oberflächlichem Verständnis oder zu Fehlinterpretationen führen können (zum Beispiel Gotteseigenschaften, Kriegsverse, Rolle der Abrogation etwa beim Alkoholverbot) sowie verdeutlichen, dass es eine reichhaltige theologische Auslegungstradition des Korans gibt (zum Beispiel tafsīr, taʾwīl)
verschiedene Koranübersetzungen anhand beispielhafter Verse miteinander vergleichen, Grenzen der Übersetzbarkeit des Korans und die Notwendigkeit verschiedener Übersetzungen erfassen (zum Beispiel zur Reflexion Koranübersetzungen im Internet) sowie anhand unterschiedlich gestalteter Koranausgaben die Kalligraphie als ästhetische Ausdrucksform des Glaubens wahrnehmen und exemplarisch einüben
Gott und Seine Schöpfung – Klassen 7/8
den Missbrauch vorhandener Ressourcen und Möglichkeiten als Unrecht einordnen, die eigenen Möglichkeiten zum Erhalt natürlicher Ressourcen erörtern und die Rolle des Menschen als Wächter und Verantwortlichen für die Schöpfung diskutieren (zum Beispiel Begriff khalīfa)
erfassen, dass nach islamischem Verständnis Tiere, Pflanzen und Mineralien als Teil der Natur genauso wie der Mensch durch ihr Dasein Gott preisen, die Vielfalt der Menschen als Bereicherung und Teil der Schöpfung einordnen sowie durch den Vergleich mit Gottesvorstellungen anderer Religionen erarbeiten, dass Gott darin ebenfalls als Schöpfer betrachtet wird
herausarbeiten, dass der Koran ein Buch der Rechtleitung (al-hudā, al-furqān) und der Antworten auf Fragen des Lebens ist, am Beispiel der Propheten die Bedeutung der Gestaltung des eigenen und des Lebens der Gemeinschaft erfassen, dies in Zusammenhang mit dem Begriff ͑aqīda deuten und die Frage nach Gott und dem Sinn des Lebens als zeitlose Fragestellungen ableiten
darlegen, dass Wissen und Erkenntnis Aspekte des Glaubens sind und dass im Islam neben der Offenbarung auch die Vernunft und die Wahrnehmung der Sinne Erkenntnisquellen darstellen, sowie mithilfe unterschiedlicher Konzepte (zum Beispiel Meditation (dhikr), Mystik, Kunst, Dichtung) begründen, warum Religion auch Anregung zur Gestaltung und Bewältigung des eigenen Lebens ist
mögliche Folgen verantwortungslosen gesellschaftlichen oder ökologischen Handelns darstellen (zum Beispiel 30:41, 7:56, 13:11), daraus Impulse für den Glauben ableiten und in Beziehung zu aktuellen Fragen setzen (zum Beispiel nach gerechten Wirtschaftsformen, Umwelt‑, Klimaschutz) sowie kritisch prüfen, inwiefern dem Menschen bei Fehlern im Umgang mit der Natur Zeit bleibt, korrigierend einzugreifen
Auswirkungen ihres Handelns auf Mitmenschen, auf sie selbst und die Natur sowie konstruktive und vorausschauende Maßnahmen aufzeigen und die Bereitschaft entfalten, sich am immerwährenden Prozess tätig für alle zu beteiligen (zum Beispiel zur Reflexion Solidarität mit den Schwachen, Hilfsbereitschaft, ökologischer Fußabdruck, Umweltschutzorganisationen, ökologisches Gleichgewicht, Ökologie in unterschiedlichen Ländern, gemeinsame Schöpfungsverantwortung)
den globalen Zusammenhang des Lebens, das Verhältnis von Glauben und Handeln, den Auftrag zur Friedensförderung und Möglichkeiten der Umsetzung sowie die Verantwortung für sich selbst und die Schöpfung als Konsequenz aus dem islamischen Menschenbild erfassen und das islamische Verständnis vom Menschen als ein zwar auf Gott gerrichtetes aber dennoch freies Wesen sowie die innere, spirituelle Dimension von Glauben aufzeigen
Muhammad als Gesandter – Klassen 7/8
Aufgaben und Rollen des Propheten Muhammad während seines Lebens (zum Beispiel 4:59, 33:21/40) sowie seine wesentlichen Charakter- und Wesenseigenschaften und zentrale Verhaltens- und Handlungsweisen mit Blick auf die eigene Lebensweise und –führung herausarbeiten
anhand des Umgangs des Propheten Muhammad mit Freundschaft, Liebe und Familie beispielhafte Verhaltensstrukturen charakterisieren und zu ihrem Leben in Bezug setzen
die bedeutende Rolle der Frauen des Propheten Muhammad (Mütter der Gläubigen) (zum Beispiel 33:6, Khadīdja, ͑Āʾisha) sowie die bis heute erhaltene Bedeutung der Familienangehörigen und Nachkommen des Propheten begründen
Herausforderungen an sich selbst entlang der zentralen Aufgaben und Rollen des Propheten aufzeigen, diese in einem größeren Sinnzusammenhang von Vertrauenswürdigkeit, Klugheit, Menschlichkeit und Weisheit erschließen, in Bezug zur Bedeutung von Gottvertrauen, Mut und der eigenen Verantwortung für ein sinnerfülltes Leben setzen und realistische Zielvorstellungen für ihre eigene Zukunft entwerfen
vorherrschende Darstellungen des Propheten Muhammad sowohl in der islamischen wie auch in der nichtmuslimischen Rezeption des Islam in Grundzügen darstellen, Ursachen und charakteristische Merkmale dessen erklären, sie miteinander vergleichen und mit ihrem eigenen Muhammad-Bild in Beziehung setzen
sich auf der Basis von islamischen Quellen begründet zu unterschiedlichen Muhammad-Bildern positionieren, Unterschiede und Gemeinsamkeiten von religiösem Selbstverständnis mit dem westlichen Verständnis von Meinungs- und Pressefreiheit (Art.5 GG) diskutieren, sowie die friedliche Konfliktaustragung auch bei Berührung religiöser Inhalte islamisch begründen (zum Beispiel 6:68/108, 25:63, zur Reflexion Darstellungsverbot des Propheten, Annahme eines Bilderverbots im Islam)
Gesellschaft und Geschichte – Klassen 7/8
ihre eigenen Interessen, Verhaltensweisen, Wünsche und Hoffnungen, Gefühle und Ängste mit denen ihrer Mitmenschen vergleichen sowie Waren- und Medienkonsum, Gruppenverhalten, An- und Herausforderungen unserer Zeit und Gesellschaft an die Persönlichkeit eines jeden Menschen analysieren (zum Beispiel Rauschmittel, (muslimische) soziale Netzwerke, Sexualisierung der Öffentlichkeit) und mit ausgewogenen lebensbejahenden Konzeptionen in Beziehung setzen
anhand ausgewählter Beispiele einen reflektierten Umgang mit unterschiedlichen Medien einüben und sich kritisch aus islamischer Perspektive mit Darstellungen von Gewalt auseinandersetzen, die Bedeutung von Selbstkontrolle und Selbstbeherrschung aufzeigen sowie begründen, dass Stärke eine reife und starke Persönlichkeit erfordert
Darstellungsweisen des Islam durch ihre exemplarische Analyse unterschiedlicher Darstellungen in diversen Medien, Kunst und Architektur erfassen, sie beispielhaft beurteilen, ihre eigene Distanz, Betroffenheit oder Berührung bezüglich dieser Darstellungen formulieren und sich selbst als Teil der regionalen und weltweiten muslimischen Gemeinschaft deuten
den Begriff der Würde des Menschen aus allgemeiner und aus islamischer Sicht erfassen, mit persönlich als Unrecht erlebten Situationen in Beziehung setzen (zum Beispiel Diskriminierung, Mobbing, sexuelle Belästigung, Übergriffe gegen sexuelle Minderheiten) sowie die praktische Bedeutung von allgemeingültigen Grund- und Menschenrechten und von islamischen Grundprinzipien sowie die grundsätzliche Vereinbarkeit einer säkular verfassten Gesellschaft mit religiösem Leben erarbeiten
mögliche Spannungsfelder zwischen islamischer Tradition und Normen unserer modernen pluralistischen Gesellschaft herausarbeiten (zum Beispiel Verhältnis von Wahrheitsanspruch und Toleranz, Gleichberechtigung von Frau und Mann, zur Reflexion Geschlechtergerechtigkeit), konstruktive und gesellschaftlich tragfähige Bewältigungsstrategien formulieren und dabei weitere wesentliche Dimensionen der pluralistischen und säkularen Demokratie einbeziehen
die Rollenverständnisse von Frau und Mann in unterschiedlichen Bereichen aufzeigen, Rollenbilder und ‑zuweisungen kritisch reflektieren sowie sich mit der Vielfalt der Lebensformen und ‑stile in unserer Gesellschaft auseinandersetzen (zum Beispiel zur Reflexion über Frauengestalten in koranischen Erzählungen und als Wissensübermittlerinnen, emanzipatorische Positionen zur Rolle der Frau im Islam)
das Recht auf eine aktive und mündige gemeinschaftliche Teilhabe und den Wert sozialer Kompetenzen aufzeigen, Kriterien für ein zeitgemäßes Arbeitsethos formulieren (zum Beispiel 94:7-8, koranischer und prophetischer Auftrag zur Bildung, zur Reflexion gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie Humanisierung der Arbeitswelt, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Probleme der Wachstumsgesellschaft) sowie exemplarisch die Bedeutung weltweiter Hilfsorganisationen mit Blick auf globale Verantwortung deuten
Religionen und Weltanschauungen – Klassen 7/8
wesentliche Glaubensaussagen des Christentums anhand von Bibel, christlichen Zeugnissen und dem Selbstverständnis der Christen in Grundzügen erläutern und religionsimmanent in Beziehung zueinander setzen (zum Beispiel Gottesbild, Menschenbild, endzeitliche Vorstellungen, der Dreieine (Trinität), Botschaft Jesu (Nächstenliebe Lev 19,18, Mt 7,12, Mk 12,28-34, Bergpredigt Mt 5,1-7,29), Leiden/Tod/Auferstehung Jesu Mk 14,1-16,20, 1 Kor 1,18) sowie unterschiedliche Konfessionen und Ausrichtungen im Christentum aufzeigen
sich in Grundzügen mit der Geschichte der Juden (zum Beispiel gemäß jüdischem Verständnis) sowie wichtigen Stationen und Beispielen jüdischen Lebens in Deutschland aus Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen und die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den Schrecken des Nationalsozialismus und des Völkermordes an den Juden in Deutschland für das Zusammenleben der Menschen aufzeigen
wesentliche Glaubensaussagen des Judentums anhand des Tenach und Talmud erläutern und diese religionsimmanent in Beziehung zueinander setzen (zum Beispiel Gottes- und Menschenbild, Volk des Bundes, Gen 15,17, Ex 24, Dtn 29,11f, Jer 31,33, Dtn 7,7f, Gerechtigkeit und Frieden auf Erden (Heilsvorstellung)) sowie unterschiedliche Ausprägungen des heutigen Judentums erarbeiten
die christliche und jüdische Religion in ausgewählten Aspekten mit dem Islam vergleichen, sie aus islamischer Sicht einordnen und Gemeinsamkeiten darstellen (zum Beispiel Monotheismus, Schriftbesitzer (ahl al-kitāb), Anerkennung der vorangegangenen Propheten, Bedeutung und Sendung Mose/Mūsas und ͑Īsās/Jesu, Stellung Maryams/Marias, Dekalog / Zehn Gebote Ex 21,1-21, 17:22-38)
sich mit eigenen und fremden Vorurteilen gegenüber dem Christentum und dem Judentum kritisch auseinandersetzen (zum Beispiel Polytheismus, Antisemitismus, Antijudaismus, zur Reflexion Freundschaft mit Nichtmuslimen)
den nicht religiösen, sondern politischen Hintergrund der Konflikte zwischen Juden und Muslimen zu Zeiten des Propheten sowie in der Gegenwart ansatzweise beschreiben, den Fokus des Korans auf historisch eingrenzbare Erscheinungsformen des Judentums und Christentums erfassen und Konsequenzen für den Dialog ableiten
Gründe für den respektvollen Dialog und für das friedliche Miteinander mit Anderen erarbeiten, anhand konkreter Beispiele erläutern, wie solche Dialoge gelingen können (vergleiche zum Beispiel 29:46, 3:64, Sachkenntnis, Perspektivenwechsel, Empathie) sowie gemeinsame kreative oder kooperative Aktivitäten mit Vertretern anderer Religionen sowie Besuche in christlichen und jüdischen Einrichtungen gestalten und reflektieren (zum Beispiel Kirche, Synagoge)
Mensch – Glaube – Ethik – Klassen 9/10
die Vielschichtigkeit des islamischen Menschenbildes (zum Beispiel 50:16, 95:4, 17:14-15/70/84, 19:95) darstellen sowie den Begriff fiṭra (natürliche Anlage, zum Beispiel 30:30, 7:172) und die Rolle des Menschen als verantwortungsvoller Treuhänder Gottes (zum Beispiel 59:21) auch mit Blick auf ihr Leben erarbeiten
die existenzielle Bedeutung von Gefühlen sowie ethisches Bewusstsein im umfassenden Sinne als Grundlage ihres islamischen Selbstbewusstseins entdecken, sich in Menschen mit anderen Positionen hineinversetzen, einen Perspektivenwechsel vollziehen und dies in ihr Denken und Handeln verantwortungsvoll einbeziehen
ihre ethische und religiöse Urteilskraft anhand diskursiver Themen ihrer Lebens- und der gesellschaftlichen Wirklichkeit exemplarisch einüben (zum Beispiel Umweltfragen, Lage von Minderheiten und Andersdenkenden, Abtreibung, Schwangerschaftskonflikt, Präimplantationsdiagnostik), Modelle ethischer Urteilsbildung beurteilen, beispielhaft anwenden (zum Beispiel Fallanalyse, Dilemma-Diskussionen) und dabei ethische Problemlagen des Alltags oder der Welt bewusst einbeziehen (zum Beispiel durch soziale Schulprojekte)
die besondere Verantwortung des Menschen als Geschöpf Gottes mit Blick auf die Begriffe Islam und Muslimsein erarbeiten und in Diskussionen einbeziehen sowie den koranischen Impuls zum Wetteifern im Guten unabhängig von der Religionszugehörigkeit als individuellen Auftrag an den Menschen deuten (zum Beispiel 2:148, 5:48)
die ganz persönliche, nicht delegierbare Dimension der Verantwortung erschließen, die zunehmende Bereitschaft Entscheidungen zu fällen und Verantwortung zu übernehmen, als Grundbedingung des Erwachsenwerdens deuten (zum Beispiel Schule, Familie, Nachbarschaft, soziales Engagement) und Grenzen verantwortlichen Handelns abwägen
aus der islamischen Ethik und Überlieferung Formen und Maßstäbe für friedliche Konfliktlösungen erarbeiten und die Notwendigkeit ethischer und religiöser Urteilskraft sowie der Fähigkeit zur Empathie und zum Konfliktmanagement begründen, exemplarisch einüben und in ihr eigenes ethisch-religiöses Selbstverständnis einbeziehen
sich selbst als religiöses Wesen deuten, ihre Autonomiefähigkeit als Subjekt wahrnehmen sowie ihr religiöses Selbstverständnis entfalten und entlang der eigenen Erfahrungen, Erkenntnisse, religiösen Informationsbestände sowie Entwicklungen reflektieren
geschlechtliche Rollenbilder und ‑erwartungen diskutieren, die Beeinflussung ihres ethisch-religiösen Selbstverständnisses durch an sie herangetragene Rollenbilder kritisch prüfen und in ihre Reflexion einbeziehen (zum Beispiel Maryam 19, Ehefrauen und Töchter des Propheten Muhammad)
Koran und islamische Quellen – Klassen 9/10
zentrale Aspekte der Werke und Methoden ausgewählter Koranexegeten (zum Beispiel al-Ṭabarī, Fakhruddīn al-Rāzī, Muḥammad Asad) darstellen, den Stellenwert von Überlieferung und Vernunft bei unterschiedlichen Exegeten vergleichen, unterschiedliche Interpretationen beispielhafter Koranstellen einander gegenüberstellen und sich dazu positionieren
die Entstehung der Hadithwissenschaften (ʿulūm al-ḥadīth) mit ihren klassischen Vertretern und Werken (zum Beispiel al-kutub al-sitta), den Aufbau und die Kategorien von Hadithen sowie deren Bedeutung als wichtige Interpretationshilfe des Korans exemplarisch herausarbeiten und beispielhaft Fragen nach Kontextualität, Authentizität und Überlieferungsgeschichte diskutieren
die Entwicklung und Relevanz der Rechtsschulen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede für das praktische religiöse Leben exemplarisch herausarbeiten (zum Beispiel Gebetshaltung), Quellen (zum Beispiel auch Online-Fatwa-Wesen) und wichtige Rechtsfindungsregeln im Islam (zum Beispiel idjmāʿ, qiyās, idjtihād) voneinander abgrenzen und in Ansätzen beispielhaft auf einfache Probleme anwenden sowie grundlegende Kategorien des islamischen Rechts reflektieren (zum Beispiel farḍ, wādjib, ḥalāl, ḥarām, sharī ͑a, fiqh, fatwā)
unterschiedliche hermeneutische Ansätze zur Deutung des Korans vergleichen (zum Beispiel gesamtheitliche, nach ethischen Zwecken fragende, metaphorische oder historisierende Auslegungen) und diese an isolierten Wortlauten orientierten Auslegungen gegenüberstellen sowie einfache hermeneutische Instrumente für die eigene Koranlektüre formulieren und beispielhaft anwenden
politische und theologische Auswirkungen der frühen Spaltung in eine sunnitische und schiitische Ausrichtung des Islam (zum Beispiel Stellung von ʿAlī) aufzeigen, weitere Ausformungen des Islam (unter anderem Aleviten) in Grundzügen darstellen sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich der sunnitischen Tradition benennen
die Aktualität von Koran und islamischen Quellen für die Gegenwart am Beispiel des Vergleichs von Menschenrechten mit den fünf ethischen Zielen des islamischen Rechts (maqāṣid al-sharīʿa) erarbeiten, weitere allgemeingültige Prinzipien und Denkansätze des Islam entdecken und ihre Bedeutung für das eigene Leben diskutieren (zum Beispiel Schöpfungsgeschichte, Anthropologie und Menschenbild, Auftrag des Menschen, Bedeutung der Propheten)
Wissenssuche als koranischen Auftrag an alle Menschen beschreiben und den Vorzug des Nachdenkens (tafakkur) gegenüber der bloßen Nachahmung (taqlīd) erschließen, die Notwendigkeit und Chance einer auf Reflexion der islamischen Quellen beruhenden persönlichen Überzeugung ableiten, sowie Aspekte einer daraus erwachsenden Charakterbildung diskutieren
den Koran als Aufforderung zur selbstständigen religiösen Verortung, mündigen Religiosität und Spiritualität sowie Suche nach Gewissheit im Glauben erschließen, beispielhaft belegen sowie mit Blick auf ihr Leben als lebenslange Aufgabe deuten
Gott und Seine Schöpfung – Klassen 9/10
anhand ihrer Lebensgeschichte und Erfahrungen Momente des Vertrauens, des Glaubens und der Spiritualität beschreiben und mit der Frage nach Gott in Beziehung setzen sowie Möglichkeiten zur Gestaltung einer persönlichen Beziehung zu Gott erörtern (zum Beispiel Gottesdienst ( ͑ibāda), ethisch-soziales Handeln, Reflexion über die in der Welt manifesten Eigenschaften Gottes, Gotteserfahrung einzelner Propheten)
exemplarisch Gottesbeweise darstellen und diskutieren, unterschiedliche Wege der Erkenntnis und Erfahrung Gottes aufzeigen und diese in ihre Beziehung zu Gott einordnen (zum Beispiel durch Offenbarung, Vernunft, Gedenken Gottes (dhikr), Intuition und Inspiration (Herz), Reflexion über Erscheinungen der Namen Gottes in Natur und Mitmenschen, Episoden aus dem Leben einzelner Propheten)
das Verhältnis von göttlicher Bestimmung und Allmacht (qadar, qadr) (zum Beispiel Existenz, äußere Erscheinung, Abstammung) zum freien Willen des Menschen (zum Beispiel Willens- und Entscheidungsfreiheit) diskutieren sowie die Bedeutung von zum Beispiel Gottvertrauen (tawakkul), Dankbarkeit und Ambiguitätstoleranz als Wege aus der Unwägbarkeit des Lebens erfassen
sich auf dieser Basis in Spannungsfeldern von zum Beispiel Autorität und persönlicher Freiheit, von Gemeinwohl und Individualität sowie von äußerer Form und spirituellem Gehalt verorten sowie die eigene Autonomiefähigkeit und die damit verbundene Verantwortung erkennen (zum Beispiel Begriffe Freiheit, Selbstverantwortung, Mündigkeit, religiöse Reife (taklīf))
religiöse und soziale Facetten sowie Bedeutung von Selbstbestimmung erörtern (zum Beispiel für eigenen Lebens- und Bildungsweg, Karriere, Umgang mit dem eigenen Körper, den eigenen Ressourcen sowie mit ihrer freien Zeit, Auseinandersetzung mit Schönheitsidealen, Geschlechterrollen, Kleidervorschriften) und den Stellenwert von lebenslangem Lernen, Charakterbildung und Vorbildsein darstellen
darlegen, dass der Autonomiefähigkeit eines jeden Einzelnen praktische Grenzen gesetzt sind (zum Beispiel durch die Freiheit des anderen, das Gebot des Friedens und der Toleranz, eigene Frömmigkeit, Dogmatik), und dass der Islam zugleich eine aktive Übernahme von Verantwortung für sich selbst, den Mitmenschen und die Schöpfung verlangt und den Menschen somit in die dazugehörigen Beziehungen insbesondere auch im Verhältnis zu Gott setzt
die Schöpfungsgeschichte des Menschen mit Blick auf die Beziehung zwischen Gott und Schöpfung allgemein sowie auf den Sinn menschlichen Strebens, dem Leben nach dem Tod sowie dem Wohlgefallen Gottes deuten (zum Beispiel 2:30-38, zur Reflexion Schöpfung und Evolution) und die Rolle weiterer besonderer Geschöpfe Gottes (zum Beispiel Engel, Dschinnen, Iblīs/Satan (shayṭān)) in Beziehung zu Gott und dem Menschen setzen (zum Beispiel 113, 114, 15:39-40)
Wege zu einem verantwortungsvollen Umgang mit moderner Medizin und Technik, Fragen des Umweltschutzes und gesellschaftspolitischen Fragen ableiten (zum Beispiel Gentechnologie, Ressourcen, Klima, Luftverschmutzung, Atommüll, soziale Gerechtigkeit, Toleranz)
Muhammad als Gesandter – Klassen 9/10
den Menschen als Adressaten des Korans (zum Beispiel 1:1-2, 17:70, 2:2-5, 59:21) und Muhammad als Vorbild und als Barmherzigkeit Gottes für alle Menschen erfassen (zum Beispiel 33:21/45-46, 21:107, 68:4, Abschiedspredigt) und weitere historische oder zeitgenössische muslimische Persönlichkeiten als Vorbild mit einbeziehen (zum Beispiel die Gefährten des Propheten (al-ṣaḥāba), andere Propheten, zeitgenössische Persönlichkeiten)
die Lebensumstände des Propheten, die Bedeutung seines Handelns und seiner Aussagen sowie die Tragweite und Übertragbarkeit dessen auf die heutigen Gegebenheiten erörtern (zum Beispiel das erste Offenbarungserlebnis 96:1-5, 74:1-3, Verhältnis zwischen Muhammad und seinem damaligen Umfeld, Bewältigung von Konflikten)
neben Koran und kanonischen Hadith-Werken auch Hinweise in anderen islamischen Quellen als Informationsmöglichkeit über den Propheten einbeziehen und ihre Relevanz diskutieren (zum Beispiel Prophetenbiografien (sīra), Offenbarungsanlässe (asbāb al-nuzūl), Korankommentare (tafsīr))
am Beispiel des Lebens und Handelns des Propheten Muhammad, seiner ersten muslimischen Gemeinschaft in Mekka und Medina sowie beispielhafter Gestalten des Islam ethisch-moralische Grundprinzipien (zum Beispiel Zutrauen, Achtsamkeit, Pragmatik, gesellschaftlicher Frieden, Gerechtigkeit, Sicherheit) erschließen und in Bezug zum eigenen Leben und Selbstverständnis setzen
konkrete islamische Tugenden anhand von Koran und Sunna unter anderem im Sinne des hadīth djibrīl belegen und Wege der Umsetzbarkeit diskutieren, exemplarisch die Konsequenzen ihres Handelns und Denkens abwägen, Verantwortung für getroffene Entscheidungen übernehmen und sich selbst als tragenden Bestandteil ihrer Gesellschaft deuten
die Lebensweise des Propheten Muhammad mit der Praxis und den Glaubenssätzen einer herausragenden Person außerhalb des Islam vor ihrem historischen Kontext vergleichen (zum Beispiel Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Dalai Lama, Mutter Theresa, Konfuzius, Buddha) und mit Blick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihr eigenes religiöses Selbstverständnis reflektieren
sich als subjekt‑, handlungs- und entscheidungsfähige Person beschreiben und Optionen und Motive für das eigene Denken und Handeln sowie Einsichten in religiöse Verpflichtungen und in die soziale Verantwortung und das Engagement in Gemeinschaft und Gesellschaft entwickeln und beispielhaft einüben
durch die Frage nach der Relevanz des Religiösen für das eigene Handeln ihr religiöses Wesen entfalten und sich selbst religiös verorten sowie sich im Spannungsfeld von Tradition und Situation, Kulturgebundenheit und Identität, Historizität und Aktualität mit der Rolle von Religion in der eigenen und in anderen Gesellschaften auseinandersetzen
Gesellschaft und Geschichte – Klassen 9/10
sich mit Bereichen islamischer Geschichte kritisch auseinandersetzen und deren kulturelle, wissenschaftliche und gesellschaftliche Errungenschaften als Beiträge zur Kulturgeschichte der Menschheit erfassen, Merkmale und Ursachen von Aufstieg und Zerfall islamischer Hoch- und Gegenwartskulturen herausarbeiten sowie daraus Denk- und Handlungsoptionen für sich selbst ableiten (zum Beispiel zur Reflexion Wissenschaften und Wissenschaftsverständnis im Islam, Spanien im 10. Jahrhundert, gegenseitige geistige und kulturelle Befruchtung von Orient und Okzident)
Entwicklungen, Merkmale, religiöse und kulturelle Einflüsse auf muslimische Gemeinschaften oder Gesellschaften in einem anderen Land erschließen und diese mit Entwicklungen der Stellung von Religion und speziell des Islam in Deutschland vergleichen (zum Beispiel Vielfalt seiner Ausprägungen und Organisationen, Situation muslimischer Jugendlicher, plurale religiöse Lebensstile)
nationale sowie übernationale Vernetzungsstrukturen zwischen muslimischen Gemeinschaften und Gesellschaften erarbeiten und sich mit der Formulierung „Muslime in der Diaspora“ kritisch auseinandersetzen
das Grundanliegen des Islam im Sinne der umfassenden Vervollkommnung des Menschen deuten, Konzepte und Erscheinungsformen von Religion oder Religiosität auch des Islam erörtern (zum Beispiel der Begriff al-dīn), entlang zentraler religionswissenschaftlicher Unterscheidung ihr eigenes Verständnis von Religion diskutieren sowie religiöse Bezugspunkte und Erfahrungsräume analysieren (zum Beispiel Umma, Moscheegemeinde, Religionsunterricht, Elternhaus, Freundeskreis, Kultur, Gesellschaft)
Ausrichtungen im Islam (zum Beispiel eigene Rechtsschule) vor dem Hintergrund historischer, kultureller und gesellschaftlicher Erfahrungen und Einflüsse reflektieren sowie Unterschiede zwischen reflektierten kritischen Haltungen und Selbstüberschätzung aufzeigen und mit ihrem Denken und Handeln in Beziehung setzen (vergleiche zum Beispiel Ibrāhīm, Yūnus)
religiös-kulturelle Anregungen entdecken sowie Verantwortlichkeit für ihr privates und berufliches Leben und das Zusammenleben in Gemeinschaft und Gesellschaft entwickeln, daraus Perspektiven für ihr Arbeits- und Berufsleben ableiten und die religiös-kulturelle Selbstverortung nicht als Widerspruch dazu, sondern als Chance und Bereicherung beurteilen
extreme Strömungen im Islam analysieren, ihre Ursachen, Argumente und Auswirkungen exemplarisch diskutieren (zum Beispiel Djihadismus, islamistischer Terrorismus) sowie ihre eigene islamische Position methodisch-argumentativ von diesen abgrenzen
anhand positiver kultureller und gesellschaftlicher Identifikationsmöglichkeiten sowohl in der muslimischen Gemeinschaft als auch in der Gesamtgesellschaft die Bedeutung ihrer religiös-kulturellen Selbstverortung erfassen und Impulse für einen selbstständigen Beitrag zur islamischen Kultur und Gemeinschaft sowie zur Gesamtgesellschaft in Deutschland herausarbeiten
Religionen und Weltanschauungen – Klassen 9/10
sich mit der Pluralität von Religionen und Weltanschauungen auseinandersetzen, den Wahrheitsanspruch einzelner Glaubenslehren und Deutungsansätze exemplarisch herausarbeiten, voneinander abgrenzen und in Bezug zum Islam setzen
stereotypische Vorurteile und Zuschreibungen gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen, deren Ursachen (zum Beispiel persönliche Erfahrungen, Unkenntnis, Kultur, Nationalität, Medienberichte) und Folgen bestimmen, mit Vorbehalten gegenüber der eigenen Religion vergleichen und die Funktionen solcher Vorbehalte kritisch reflektieren
Menschen unterschiedlichen Glaubens oder Denkens wahrnehmen, deren Lebenseinstellungen und ‑stile aus der inneren Logik ihres Denkansatzes heraus beispielhaft erklären, wobei sie die Begriffe Religion, Philosophie und Weltanschauung sowie lebensförderliche und lebensfeindliche Formen von Religion und Weltanschauung unterscheiden
gemeinsame Standpunkte (zum Beispiel Verständnis von Leben und Tod, Meditation, Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit) und Alltagserfahrungen im Dialog mit Vertretern anderer Religionen und Weltanschauungen aufeinander beziehen, die Schwierigkeiten und Grenzen des Dialogs benennen und Wege zur Vereinbarung von Toleranz und sich widersprechenden Standpunkten aufzeigen
Glaubenslehre, religiöse Ausdrucksformen sowie Lebenswelten im Hinduismus und Buddhismus in Grundzügen darstellen, spezifische Ausrichtungen ansatzweise unterscheiden und in ihrem historischen Kontext sachgerecht deuten sowie den Zusammenhang zwischen Religion und Kultur aufzeigen
anhand der Person Mahatma Gandhis die konkrete Ausgestaltung und Bedeutung seiner hinduistischen Glaubens- und Lebenshaltung in Vergangenheit und Gegenwart herausarbeiten und diese mit ihrem Glauben und seinen Inhalten vergleichen
hinduistische oder buddhistische Gemeinschaften oder Gesellschaften beschreiben und spezifische Errungenschaften und Problemlagen erörtern (zum Beispiel Tibet-Buddhismus, Exiltibeter, Indien, hinduistische und buddhistische Gemeinschaften in Deutschland)
die Anziehungskraft fernöstlicher Religiosität und Kultur erklären und sich begründet dazu positionieren (zum Beispiel Person und Lehre des Dalai Lama, Philosophie Zens, Weisheiten des Tao, Meditationsformen wie Yoga, Kampfsportarten, Medizin und Heilmethoden, Reinkarnation)
Mensch – Glaube – Ethik – Klassen 11/12
die Relevanz der Frage nach dem Sinn des Lebens und damit auch des Todes erfassen, dies in Beziehung zur Frage nach Gott und Offenbarung setzen und die islamische Vorstellung vom Sinn des Lebens und des Todes erschließen
aus Koran und Sunna ableiten, dass der Glaube an Gott und die Hingabe an Seinen Willen dem Menschen Hilfe bei der Gestaltung und Bewältigung seines Lebens bietet und verantworteter, verinnerlichter sowie reflektierter Glaube Grundlage und Voraussetzung islamischen Handelns für das persönliche wie auch gemeinschaftliche Leben ist
wahrnehmen, dass viele Menschen keinen Bezug mehr zu Religion und Glauben haben und es konkurrierende Konzepte der Lebensgestaltung und der Beantwortung der Sinnfrage gibt (zum Beispiel Naturwissenschaften, nichtreligiöse oder religionskritische philosophische Konzeptionen), und die Relevanz dieser Entwicklungen auf das religiöse Selbstverständnis reflektieren
agnostische und atheistische Vorstellungen beispielhaft erarbeiten, diese in Bezug zu Ethik und Moral setzen, von religiösem Denken unterscheiden und mit dogmatischen sowie ethischen Dimensionen des koranischen kufr-Begriffs vergleichen, religionskritische Ansätze immanent sowie anhand von Offenbarung und Gottesglauben reflektieren und überprüfen [LF]
die gegenseitige Abhängigkeit von Gottes- und Sinnfrage aufzeigen, exemplarisch die Relevanz des Glaubens in Zeiten von Moderne und Säkularismus begründen und erschließen, dass es auch mystische Dimensionen und Konzepte des Glaubens gibt (zum Beispiel Rūmī, al-Ghazālī, Ibn al-ʿArabī, Ibn Sīnā, Mulla Ṣadrā) [LF]
die Theodizeefrage mit Blick auf die Welt nachvollziehen und das Verhältnis von der Existenz des Bösen wie auch Leid und der Allmacht und Liebe Gottes anhand des Korans in Ansätzen untersuchen, die theologische Konstruktion des Bösen (Satan, al-nafs al-ammāra, fitna) auf die Sinnfrage beziehen (zum Beispiel Gottesfurcht (taqwā)) und islamische Antworten aus Vergangenheit und Gegenwart auf die Theodizeefrage exemplarisch diskutieren
vereinfachte Beurteilungen von Glauben durch andere, auch aus ihrer nichtreligiösen Umwelt, von ihrem religiösen und spirituellen Selbstbild unterscheiden, sich in Empathie besonders auch gegenüber nicht religiösen Menschen üben und so ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln, um sich verantwortungsvoll in der Gesellschaft zu verorten
exemplarisch Einflüsse fundamentaler Konzepte der antiken Philosophie auf das islamische Denken sowie grundlegend diskutierte Fragen der islamischen Philosophie und Theologie in Ansätzen erschließen und herausarbeiten, wie in der islamisch-philosophischen und ‑theologischen Tradition die Vereinbarkeit von Vernunft und Glaube begründet und Vernunft und Offenbarung als sich ergänzende Wege zu allgemeiner sowie religiöser Erkenntnis verstanden wurden (zum Beispiel al-Māturīdī, al-Ghazālī, Ibn Rushd) [LF]
erfassen, dass Individualisierung und Egoismus ehrenamtlichen Einsatz für den anderen herausfordert, die zunehmende Bedeutung der Einbindung islamischer Ethik in Beruf, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik aufzeigen (zum Beispiel islamische Seelsorge) sowie die grundlegenden Werte der islamischen Ethik (zum Beispiel Empathie, Solidarität, Frieden, soziales Engagement, gerechtes und tolerantes Verhalten) als stete und zeitlose Hilfen zur Bewältigung des Alltags deuten
die zeitliche Begrenztheit des Lebens gemäß den Vorstellungen des Islam erschließen und diese denen anderer Religionen oder Weltanschauungen gegenüberstellen (Tod und Auferstehung in Juden- und Christentum, Reinkarnationslehre im Hinduismus und Buddhismus, nichtreligiöse Einstellungen), um Empathie für andere Menschen zu entfalten und die eigene Vorstellung zu reflektieren
die Frage nach Grenzen und Begrenztheit des Lebens in Zeiten moderner Technik und Medizin anhand von islamischen Quellen, aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und ethischen Fragestellungen diskutieren (zum Beispiel Sterbehilfe, Organspende, Organhandel, lebensverlängernde medizinische Maßnahmen) und mögliche Konsequenzen der Begrenztheit für das eigene Leben erörtern (zum Beispiel bewusstes und verantwortetes Leben, Zuversicht, Lebensfreude) [LF]
philosophische (zum Beispiel kategorischer Imperativ, Utilitarismus) und islamische Begründungen von Ethik exemplarisch miteinander vergleichen und darstellen, inwieweit ethische Systeme bestimmte Werte über den direkten Eigennutz des Handelnden stellen, dies mit der islamischen Perspektive vergleichen und Kernelemente für einen grundlegende ethische Übereinstimmungen über die Grenzen von Religion und Weltanschauung hinweg formulieren
Koran und islamische Quellen – Klassen 11/12
zentrale Aspekte unterschiedlicher Strömungen rationaler islamischer Theologie (ʿilm al-kalām) in Vergangenheit und Gegenwart in Grundzügen darstellen, voneinander abgrenzen und ihren jeweiligen Geltungsanspruch abwägen (zum Beispiel der Muʿtazila, Ashʿarīya, Māturīdīya) sowie Tradition und Vielfalt islamischer Philosophie exemplarisch erarbeiten (zum Beispiel Ibn Sīnā, al-Ghazālī)
Ansätze der islamischen Theologie (zum Beispiel Muʿtazila, Ashʿarīya, Māturīdīya, Zwölferschia, Mystik, Philosophie, Reformbewegungen, islamistische und historisierende Zugänge) zur Beantwortung konkreter Fragenstellungen (zum Beispiel nach Willensfreiheit, Stellung des Propheten, Menschenrechte, djihād) vergleichend einbeziehen, mit ihrem eigenen Denken in Beziehung setzen und sich begründet positionieren
den hermeneutischen Anspruch des Korans belegen (zum Beispiel 4:82) und exegetische Prinzipien hinsichtlich ihrer Relevanz für ein gesamtheitliches und vertieftes Verständnis des Korans anhand von Beispielen diskutieren (zum Beispiel Auslegung des Korans durch den Koran, eigenes Nachdenken über ihn 38:29, Berücksichtigung der Offenbarungsanlässe, des Hadith, der islamischen Tradition, historisch-kultureller Rahmenbedingungen)
den Bedeutungsumfang sowie die praktische Relevanz einzelner Koranverse mithilfe von Konzepten der klassischen uṣūl al-fiqh nachvollziehen (zum Beispiel Unterscheidung von Wortlaut und intendierter Bedeutung, von bedingten und unbedingten Urteilen, Bestimmung des nur eingeschränkten Bedeutungsumfangs manch einer universeller Formulierungen (takhṣīṣ)) sowie ein Gesamtbild von Koranversen zu aktuellen Themenbereichen erschließen (zum Beispiel Stellung von Mann und Frau, Umgang und Bild von Nichtmuslimen, Krieg und Frieden)
anhand ausgesuchter Verse des Korans Gehalt, Konsequenzen und Schwierigkeiten von klassisch-islamischen wie auch zeitgenössischen Ansätzen der Hermeneutik (zum Beispiel modernistische, historisierende Auslegung) sowie von vereinfachter und am isolierten Wortlaut orientierter Textauslegung analysieren sowie argumentativ einander gegenüberstellen (zum Beispiel 4:34, 9:5, ḥadd-Strafen, Jenseitsvorstellungen, Gottesbild, Menschenbild) und koranische Antworten auf theologische, soziale, (welt‑)politische sowie praktische Fragen der Muslime wie auch der Gesamtgesellschaft aufzeigen
die wesentlichen Quellen und Regeln der Rechtsfindung im Islam (zum Beispiel idjmāʿ, qiyās, ʿurf, istiḥsān, istiṣlāḥ, al-maṣāliḥ al-mursala, idjtihād) auf ausgesuchte zentrale Fragestellungen argumentativ anwenden (zum Beispiel Umgang mit der nicht-muslimischen Gesellschaft, moderne soziale Lebensformen, medizinische Fragen, Spannungsfeld von Berufstätigkeit und religiöser Pflicht, globale Probleme, Generationenkonflikte)
sich zur Frage nach der Anwendung von idjtihād auf der Basis von Koran und Hadith, der ethischen Zwecke des islamischen Rechts (maqāsid al-sharīʿa) sowie bedeutender islamischer Gelehrter und Theologen begründet positionieren [LF]
nichtislamische Zugänge zu Koran und Hadith beispielhaft erfassen (zum Beispiel Einordnung des Korans als Text der Spätantike, nicht-islamische Koran- oder Hadithübersetzungen, philologische, poetische, rhetorische, ästhetische Herangehensweise, bibelwissenschaftliche Ansätze) und mit ausgewählten Beispielen traditioneller oder zeitgenössischer Zugänge innerhalb des Islam in Beziehung setzen und theologisch einordnen
Schlussfolgerungen zu aktuellen Fragestellungen bezüglich des Umgangs mit Koran und islamischen Quellen für ihr eigenes, gemeinschaftliches sowie gesellschaftliches Leben formulieren und begründen (zum Beispiel zu Exegese, Hermeneutik, Hadithen, Umgang mit ideologisierten und islam-kritischen Deutungen sowie mit vereinfachten ḥarām- und ḥalāl-Debatten, religiösem Habitus)
Gott und Seine Schöpfung – Klassen 11/12
verschiedene Zugänge zum Glauben an Gott reflektieren, mit dem eigenen Glauben in Beziehung setzen, Konsequenzen des Glaubens an Gott für das menschliche Empfinden und Verhalten aufzeigen und von Atheismus abgrenzen (zum Beispiel Selbsterkenntnis als Weg zur Gotteserkenntnis)
mystische und andere Ansätze der islamischen Theologie mit Blick auf Glauben, Gottesbild, Menschenbild, religiöse Praxis oder Spiritualität erörtern und daraus Handlungsoptionen für ihren eigenen religiösen und spirituellen Lebensweg entwickeln (zum Beispiel 2:115, 3:103, zur Reflexion Transreligiosität der Mystik, spirituelle Momente in der alltäglichen Religionspraxis)
koranische Aussagen zur Schöpfung in Bezug zueinander setzen und hinsichtlich ihrer Bedeutung für den islamischen Glauben analysieren sowie unter Berücksichtigung von exegetischen (zum Beispiel Zweck der Texte, Erzählkunst, Metaphorik, Vieldeutigkeit) und wissenschaftstheoretischen (zum Beispiel Uneindeutigkeit und Fehlbarkeit empirischen Wissens, Vorläufigkeit von Theorien, metaphysische Unterbestimmtheit) Aspekten naturwissenschaftlichen Modellen gegenüberstellen (zum Beispiel aus Kosmologie, Neurobiologie, Stammesgeschichte)
Modelle zur Vereinbarkeit einer naturgesetzlich strukturierten Erfahrungswelt und eines aktiv wirkenden Schöpfergottes darstellen, empirische und metaphysische Fragen unterscheiden, islamische Konzepte einer fortwährenden Schöpfung aufzeigen (zum Beispiel Welt als Erscheinungsort der Namen Gottes, Okkasionalismus), theologische Zugänge zum Begriff des Naturgesetzes darstellen (zum Beispiel metaphorisch als Schöpfungsgewohnheiten Gottes im kalām) und Nachsinnen (tafakkur) über die Schöpfung als koranischen Auftrag belegen (zum Beispiel 2:164, 3:190-191, 21:30, 29:20, 67:1-4)
die koranischen Schöpfungsberichte auf die Menschenwürde in seiner tiefen Dimension (zum Beispiel anthropologischer Zugang zur Schöpfung, 2:30-37, 17:70) und auf ethische Probleme der Gegenwart beziehen (zum Beispiel Gentechnik, soziale Gerechtigkeit, humanitäre Katastrophen, Würde des Menschen in Medien und Öffentlichkeit, Flüchtlingssituationen, Frieden, Friedensbildung, Friedenswahrung) und anhand dessen den eigenen Lebensstil reflektieren und Gestaltungsoptionen erarbeiten
theologische, wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Diskurse zur Geschlechterdifferenz in ihrer historischen sowie sozialen Bedingtheit erfassen, Natur und soziale Konstruktion bei Fragen der Geschlechtsidentität unterscheiden und Konzepte von Weiblichkeit und Männlichkeit kritisch prüfen
anhand theologischer, gesellschaftsrelevanter und rechtlicher Argumentation das Thema Sexualität mit Blick auf verantwortlichen Umgang, Liebesfähigkeit und Partnerschaft erörtern (zum Beispiel Vertrauen, Barmherzigkeit, Respekt), eigene Zukunftsvorstellungen entwickeln, die Frage nach persönlichem Glück diskutieren und theologisch begründen
die Frage nach Verantwortung und Glück für sich und andere in Zusammenhang mit Themen wie Gesundheit, Ernährung, Konsum, Politik, Ökologie, Finanzen, Wirtschaft und globale Gerechtigkeit diskutieren und im Sinne der Nachhaltigkeit interpretieren
Muhammad als Gesandter – Klassen 11/12
anhand wichtiger Phasen im Leben Muhammads die zentralen Aussagen seiner Botschaft und seines Auftrags darstellen, Ziele des Islam wie Gerechtigkeit, Schutz und Sicherheit, Frieden und Glück sowie Eigenschaften des Islam beispielhaft belegen (zum Beispiel Offenbarungsreligion, umfassend, realistisch, maßvoll, weit, flexibel sowie entwicklungsfähig) und auf das eigene Leben sowie die Lebensumstände der Gegenwart beziehen
dies auf den eigenen Lebensstil beziehen sowie Perspektiven und Lebenskonzepte für sich selbst wie auch die muslimische Gemeinschaft entwerfen und exemplarisch aufzeigen (zum Beispiel 7:170, 30:21, 39:12, 24:35)
ethisch-moralische Themen auf der Basis traditioneller Quellen, in ihrer historischen Entwicklung sowie zeitgenössischen Interpretation mit Blick auf das Leben des Propheten Muhammad und den Bedingungen der heutigen Zeit reflektieren (zum Beispiel Glaubens‑, Handlungs- und Entscheidungsfreiheit, Willensfreiheit und Determination, Recht und Gerechtigkeit, Eigenerfahrung und Autorität, Respekt, Verantwortung, Todesstrafe)
diese gemeinsam mit den Zielen und Eigenschaften des Islam mit der zunehmenden Komplexität sozialer, ökologischer, wirtschaftlicher, politischer und religiös-kultureller Bereiche in Beziehung setzen
auf der Basis aktueller Entwicklungen und Diskussionen das Verhältnis von Islam, Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Pluralismus und Menschenrechte mit dem Blick auf den Islam in Europa und speziell in Deutschland diskutieren, pragmatische sowie theoretisch fundierte Vereinbarungsmodelle von islamischem Recht sowie universellen Menschenrechten darstellen und verschiedene muslimische Stellungnahmen und Erklärungen zum Thema Menschenrechte mit Blick auf ein plurales Islamverständnis und einen grundlegende ethische Übereinstimmungen in unserer Gesellschaft diskutieren
zusätzlich in der Auseinandersetzung mit dem Vorbild Muhammad und zeitgenössischen islamischen Denkern und Theologen den Glauben und die Praxis eines mündigen Menschen von religiösem Fanatismus unterscheiden sowie Extremismus und Terrorismus vom Islam abgrenzen (zum Beispiel 8:61, 60:7-9, 5:27-32, 6:151, 16:90, 25:68, 49:9, Reflexion der Deutung des Schwertverses 9:5 und des Begriffs Dschihad (djihād))
einen klassischen oder aktuellen theologischen oder islamwissenschaftlichen Diskurs (zum Beispiel die Frage nach idjtihād, historischer Kontextualisierung von Koran und Hadithen, Quellenlage der Prophetenbiografie (sīra)) mit Blick auf den Propheten Muhammad und die frühe islamische Theologie nachvollziehen und auf der Basis grundlegender theologischer Argumente und traditioneller Quellen Position beziehen
die Begriffe Glaube, Wissen und Gewissheit mit Blick auf den Propheten Muhammad voneinander abgrenzen und in ihrer spirituellen Dimension deuten
Gesellschaft und Geschichte – Klassen 11/12
sich in Grundzügen mit der wissenschaftlichen, politischen und medialen Darstellung des Islams in Deutschland, seinen aktuell islamrechtlichen Fragen zur Anwendung islamisch-religiöser Normen (zum Beispiel Gebete am Arbeitsplatz, Beschneidung, Schächten (ḥalāl Schlachten), Bestattung), seinen zentralen Vertretern und deren Bedeutung für die Glaubensgemeinschaft sowie seiner Entwicklungstendenzen auseinandersetzen (zum Beispiel zur Reflexion zeitgemäße Kriterien in der ḥalāl Schlachtung)
den Gehalt der deutschen, europäischen und internationalen Islamkonferenzen sowie muslimische Aufrufe und Stellungnahmen zu politischen Ereignissen mitsamt ihren Abschlusspapieren auf der Basis islamischer Quellen und theologischer Diskurse erörtern und darin skizzierte zukünftige Arbeitsfelder für die islamische Gemeinschaft, Gesellschaft und Politik diskutieren
die Geschichte, Entwicklung und Situation der Muslime und des Islams in Deutschland mit europäischen Beispielen weitreichender Integration der Muslime und der Religion des Islam in deren Gesellschaft und Kultur vergleichen (zum Beispiel Großbritannien, Österreich) und mögliche Entwicklungsperspektiven für Deutschland aufzeigen (zum Beispiel zur Reflexion Integrationsdebatten, Gleichbehandlungsgrundsatz im Grundgesetz, Beitrag der Medien zur Integration von Muslimen)
die Besonderheiten der sich in Deutschland entwickelnden islamischen Theologie in Grundzügen darstellen, Beispiele ihrer spezifischen Ansätze sowie offene Themenbereiche oder Bedürfnisse der muslimischen Gemeinschaft diskutieren (zum Beispiel Teilhabe in allgemeinen ethischen Diskursen, gesellschaftsrelevante Fragen (Gewaltdiskurs, Prävention von Extremismus und Radikalismus), religiöse Pluralität, Jugendarbeit, muslimische Lebensstile)
Prinzipien der Wirtschaftsethik im Islam erschließen (zum Beispiel Zinsverbot, Gebot maßvoller Verschuldung, Verbot des Betrugs, Vertragspflicht, Verkauf nur von Eigentum, Gebot der Nachhaltigkeit, Verbot von Glücksspiel, Fatwas zu wirtschaftlichen Themen), mit Blick auf vorhandene Konzeptionen oder ihrer Übertragbarkeit auf elementare Wirtschaftsbereiche analysieren und kritisch reflektieren (zum Beispiel Islamic Banking, Vergleich mit anders religiös oder säkular fundierter Wirtschaftsethik)
am Beispiel muslimischer Persönlichkeiten in Vergangenheit und Gegenwart erschließen, dass die jeweiligen Wissensbestände, Glaubenshaltungen und Handlungsweisen die Dynamik und Prozesshaftigkeit des Islam in Abhängigkeit von Zeit, Ort und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen widerspiegeln und dass religiös-kulturelles Wissen, Glaubenssätze und Handeln eine Balance zwischen Bewahren und Gestalten durch die Auseinandersetzung mit einer sich ständig ändernden gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Struktur erfordert
den Einfluss antiker Philosophie (zum Beispiel Aristoteles, Neuplatoniker, Epikureer) auf die geistige Kultur Deutschlands und Europas wie auch auf die islamische Philosophie, Theologie und Kultur erschließen und den Wert und die Bedeutung von Schrift für die Menschheit und den Islam erarbeiten
exemplarisch einen bedeutenden aktuellen Diskurs innerhalb oder außerhalb des Islam in seiner Vielschichtigkeit darstellen, aus unterschiedlichen Blickwinkeln der islamischen Gegenwartskultur heraus kritisch erörtern und im Spannungsfeld eines stark medial geprägten Islambildes, der Selbstdarstellung der Muslime, der Vielfalt theologischer Ansätze und kulturellen Errungenschaften des Islam sowie der eigenen Selbstverortung begründet Position dazu beziehen (zum Beispiel Gender-Diskurse)
Religionen und Weltanschauungen – Klassen 11/12
unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Deutungen der Wirklichkeit vergleichen (zum Beispiel individualistische, kollektive, metaphysische, religiöse, politische, naturwissenschaftliche Weltanschauungen), ihre Standpunkte im jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontext sachgerecht darstellen, entsprechend ihrer Hintergründe unterschiedliche Auswirkungen religiös-weltanschaulicher Deutungen auf Leben und Handeln reflektieren und dialogisch in Bezug zu islamischen Standpunkten setzen
unterschiedliche Welt- und Menschenbilder erfassen, vergleichen und beurteilen (zum Beispiel kosmologische, religiöse, machtpolitische Vorstellungen, psychologische, philosophische, theologische Anthropologie) sowie zum islamischen Denken in Bezug setzen [LF]
dem Leben dienende Elemente von Religionen, Weltanschauungen und politische Meinungen von lebensfeindlichen ideologisierten Weltsichten abgrenzen und Kategorien der Unterscheidung erarbeiten, um historische und zeitgenössische Phänomene einzuordnen (zum Beispiel Islamfeindlichkeit, Antisemitismus), sowie ideologische Motive sowohl in der islamischen Gemeinschaft wie auch in der Gesamtgesellschaft innerhalb und außerhalb Deutschlands beurteilen (Ideologiekritik)
Anzeichen, Ursachen, Gefahren von Extremismus/Radikalismus, Fanatismus oder Terrorismus innerhalb und außerhalb des Islam wahrnehmen, zentrale Aspekte kategorial bestimmen und zuordnen, exemplarisch die Parallelität von politischem und religiösem Extremismus aufzeigen sowie das Phänomen, die Praxis und Gefahren von takfīr untersuchen
Muslime als Gemeinschaft des mittleren Maßes (zum Beispiel 2:143) erfassen, aus der islamischen Theologie Impulse und Argumente zum Umgang mit religiösem Extremismus und Möglichkeiten der Prävention ableiten und diskutieren, sich mit religiös begründeten problematischen Eindeutigkeitsbehauptungen methodenorientiert auseinandersetzen (zum Beispiel Texte, (Video‑)Botschaften, Predigten) und beispielhaft den religiös-virtuellen Raum analysieren und beurteilen (zum Beispiel manipulative Berichterstattung im Internet)
die Säkularisierungsthese erarbeiten und überprüfen (zum Beispiel Boom der Esoterik, Modernität von Fundamentalismen, andere Religionsstile, These der Entprivatisierung von Religion, Konzept der multiplen Moderne), verschiedene funktionale Deutungen und Begründungen der Religion unterscheiden und sich mit Erklärungen für die Lebendigkeit des Phänomens Religion theoretisch und theologisch auseinandersetzen (zum Beispiel Religionssoziologie, These der unsichtbaren Religion, Bedarf nach Religion, 44:38) [LF]
aktuelle Haltung laizistischer Staaten (zum Beispiel Frankreich) gegenüber Religion erschließen und von den Bedingungen sowohl in säkularen (zum Beispiel Bundesrepublik Deutschland) wie auch in religiös begründeten Staaten (zum Beispiel in der islamischen Welt) abgrenzen [LF]
den universalistischen Anspruch der europäischen Aufklärung erschließen und ihre zentralen Aspekte benennen, Aufklärungskonzepten aus der islamischen Welt gegenüberstellen und beurteilen
die Idee eines Weltethos der Weltreligionen und großen historischen Kulturräume als Beitrag zum Weltfrieden diskutieren und beurteilen sowie Kernelemente eines gemeinsamen Ethos erarbeiten
sich mit zentralen Themen der globalen Verantwortung der Religionen und Weltanschauungen auseinandersetzen (zum Beispiel Herrschaftskritik, Aufruf zur sozialer Verantwortung, Suche nach gerechter Gesellschaftsordnung, gerechter Umgang mit den Mitmenschen, Eindämmung von Gewalt und Extremismus, Solidarität, Bekämpfung von Hunger und Armut, Durchsetzung von Toleranz und Gleichberechtigung) und Vorstellungen zur Gestaltung der Zukunft formulieren
Sinn, Grundlagen und Ziele interreligiösen Dialogs aufzeigen sich mit aktuellen zentralen Texten zum Dialog auseinandersetzen, islamische Prinzipien für einen Dialog der Religionen und Weltanschauungen formulieren, die gleichzeitige Möglichkeit von konkurrierenden Wahrheitsansprüchen und praktischer Toleranz in der pluralistischen Gesellschaft aufzeigen sowie sichere Formen dialogischer Interaktion anwenden
anhand der Quellen und Gebräuche verschiedener Religionen, Weltanschauungen und Kulturen die unterschiedlichen Verständnisweisen von Toleranz erschließen, durch Perspektivenwechsel Phänomene der Interreligiosität und ‑kulturalität und des Pluralismus erfassen, deren Chancen und Grenzen herausarbeiten sowie Handlungsoptionen und Bewältigungsstrategien entfalten [LF]
im Spannungsfeld ihrer eigenen religiösen Selbstverortung, gesellschaftlicher, religiöser und kultureller Pluralität sowie soziopolitischer und rechtlicher Rahmenbedingungen die Grundbedingungen für das Gelingen der Einheit in Vielheit mit Blick auf Religionen, Weltanschauungen und Kulturen in Deutschland und Europa herausarbeiten und mögliche zukünftige Handlungsfelder insbesondere für sich und die islamische Gemeinschaft entwerfen [LF]