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Lehrpläne Baden-Württemberg
Gymnasium
Jüdische Religionslehre
prozessbezogen
Fragekompetenz
4
Lernkompetenz
5
Sach- und Orientierungskompetenz
5
Bewertungskompetenz
5
Dialogkompetenz
4
Gestaltungs- und Handlungskompetenz
5
inhaltsbezogen
HASCHEM – Klassen 5/6
3
TORA – Klassen 5/6
5
LUACH – Klassen 5/6
7
HAADAM – Klassen 5/6
3
KELAL JISRAEL – Klassen 5/6
4
HAOLAM – Klassen 5/6
3
HASCHEM – Klassen 7/8
3
TORA – Klassen 7/8
8
LUACH – Klassen 7/8
7
HAADAM – Klassen 7/8
5
KELAL JISRAEL – Klassen 7/8
6
HAOLAM – Klassen 7/8
4
HASCHEM – Klassen 9/10
7
TORA – Klassen 9/10
9
LUACH – Klassen 9/10
8
HAADAM – Klassen 9/10
6
KELAL JISRAEL – Klassen 9/10
6
HAOLAM – Klassen 9/10
6
HASCHEM – Klassen 11/12 (Basisfach)
9
TORA – Klassen 11/12 (Basisfach)
8
LUACH – Klassen 11/12 (Basisfach)
7
HAADAM – Klassen 11/12 (Basisfach)
8
KELAL JISRAEL – Klassen 11/12 (Basisfach)
7
HAOLAM – Klassen 11/12 (Basisfach)
6
HASCHEM – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
10
TORA – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
9
LUACH – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
10
HAADAM – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
8
KELAL JISRAEL – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
8
HAOLAM – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
7
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Fragekompetenz
Fragestellungen zu jüdischen Themen entwickeln
religiöse Phänomene hinterfragen
Fragen an die jüdische Geschichte formulieren
religiöse Fragestellungen nachvollziehen
Lernkompetenz
Medien, Quellen und Hilfsmittel, wie Tenach, Siddur, Kommentare, Enzyklopädien und elektronische Nachschlagewerke einsetzen
Interesse an neuen Erkenntnisebenen zeigen
religiöse Erkenntnisse durch Umgang mit dem Tenach und der jüdischen Schriftauslegung gewinnen
eine der traditionellen jüdischen Lerntechniken (Partnerarbeit, Dialog, Memorieren) anwenden
den Wert des Lernens für ihre religiöse und individuelle Lebensgestaltung begreifen
Sach- und Orientierungskompetenz
historische und religiöse Sachverhalte in Zusammenhängen darstellen
historische Sachverhalte und religiöse Entwicklungen einordnen
sich religiös orientieren (Luach, „religiöser Kompass“)
sich mit der eigenen Identität im Spannungsfeld zwischen individuellen Wurzeln und kollektivem Gedächtnis auseinandersetzen
eigene und fremde religiöse und nichtreligiöse Wertorientierungen vergleichen und bewerten
Bewertungskompetenz
religiöse und ethische Probleme erkennen
religiöse und ethische Fragestellung auf Grundlage der jüdischen Tradition erklären
moraltheologisch begründete Urteile finden
eigene begründete Positionen beziehen und vertreten
ethische Fragen im persönlichen und gesellschaftlichen Bereich erkennen und Lösungsvorschläge aus jüdischer Sicht entwerfen
Dialogkompetenz
Argumente für die eigene Position formulieren und sich mit anderen vernünftig darüber auseinandersetzen
Perspektivwechsel vollziehen und ihre Erfahrungen schildern
die Möglichkeiten und Grenzen eigener und fremder Positionen darlegen
spezifisch jüdische Minderheitenperspektiven darstellen und reflektieren
Gestaltungs- und Handlungskompetenz
ihre Verantwortung für die jüdische und die allgemeine Gemeinschaft und Umwelt reflektieren
eigene Gestaltungsmöglichkeiten in Auseinandersetzung mit jüdischer Ethik entwerfen
die Bedeutung persönlichen Engagements begreifen
im Rahmen ihrer jüdischen Lebensführung Gebet und Ritual folgen und anwenden
Verständnis für den Stellenwert der Mizwot (ben Adam laMakom und ben Adam leChawero) in der Alltagsgestaltung entwickeln
HASCHEM – Klassen 5/6
anhand geeigneter Torastellen das jüdische Prinzip der Einheit Gottes erklären: Gott als Schöpfer der Welt (Gen. 1,1-2,4) Gott als Schöpfer des Menschen (Gen. 1,26-2,25)
Gott als Befreier und Gesetzgeber (Ex. 2,16; 2,17-22; Ex. 17,1-7; Ex. 19,1-23,9) beschreiben
das Gebet als eine Hinwendung zu Gott (Bittgebet, Dankesgebet, Lobgesang, Versöhnungsgebet etc.) (Gen. 22,3; Gen. 24,63; Gen. 28,11; Ex. 15,1-21; Deut. 11,13) nachvollziehen
TORA – Klassen 5/6
den Aufbau des Chumasch darstellen (Sefer/Buch, Paraschat haSchawua (Sidra)/Wochenabschnitt, Kapitel/Perek, Vers/Passuk)
in Grundzügen Inhalte der Tora den Büchern und ausgewählten Paraschiot zuordnen
sich mit den Inhalten der Tora und deren Bedeutung auseinandersetzen
klassische Kommentare und Midraschim zum Chumasch wiedergeben
die Beziehung zwischen Parascha und Haftara beschreiben
LUACH – Klassen 5/6
Inhalt und Struktur der Hauptgebete wiedergeben (Berachot, Schema Jisrael, Tefillin, Mesusa und Zizit, Adon Olam)
ausgewählte Stellen aus dem Machsor (Festtagsgebetbuch) erklären: Awinu Malkenu, Haftara von Jom Kippur (Jona)
vokalisierte hebräische Texte lesen (Schema Jisrael, 1.Teil)
den Schabbat und seine Gebote beschreiben (Kerzen, Challa, Kiddusch, Hawdala, Schabbatruhe und Melachot/verbotene Tätigkeiten)
die jüdischen Feiertage erklären (Schabbat, Rosch Haschana und Jom Kippur, Pessach, Schawuot, Sukkot und Schemini Azeret, Purim, Chanukka, die Fasttage)
den jüdischen Kalender erläutern (solilunares Prinzip, Tag, Woche, Schabbat), Monat, Jahr (Schaltjahr)
Stationen des jüdischen Lebensweges (Berit Mila, Bar- und Bat-Mizwa) skizzieren
HAADAM – Klassen 5/6
die Torastellen zum Menschen als Geschöpf Gottes, seine Verfehlung und seine Würde im Prozess des Bundes mit Gott benennen (der Mensch als Nefesch, Neschama, Ruach, Jezer hatow – Jezer hara; Gen. 1,26-27; 2,7; 3,1-23; 4,1-16; 6,1-22; 11,1-9; Richter; Psalmen)
die Stammväter/-mütter (Awot/Imahot)-Geschichte in ihren Höhen und Tiefen verstehen (Stamm, Familie, Chewruta) (Gen. 12-22; 23-35; 37-50)
Kaschrut (reine und unreine Tiere, Milch und Fleisch) erklären und den Respekt gegenüber den Tieren (zum Beispiel Vermeidung von Schmerzen, Einschränkung von Tierversuchen) nachvollziehen.
KELAL JISRAEL – Klassen 5/6
Stationen der Volkswerdung in der Tora benennen (Awot, Jeziat Mizrajim, Har Sinai, Erez Jisrael, Joschua als Nachfolger von Mosche)
diverse zentrale Ereignisse in der Geschichte nennen (Zerstörung beider Tempel / Beginn der Diaspora / Chanukka)
die Epoche von Tora und Tenach von der nachbiblischen Epoche unterscheiden
religiöses Zusammenleben in der Gegenwart beschreiben (Synagoge, Minjan, Bar- und Bat- Mizwa, Gemeinde)
HAOLAM – Klassen 5/6
wichtige Grundlagen der jüdischen Ethik verstehen und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen erkennen (Sprüche der Väter / Ethik, Zedaka – Almosen, Schutz des Fremden)
das jüdische Menschenbild reflektiert darstellen (noachidische Gebote, Schöpfungsgeschichte, Ursprung verschiedener Religionen, „... liebe Deinen Nächsten ...“ (Lev. 19,18), Darche Schalom)
ihre Eigenverantwortung für die Belange der Welt erkennen (Friede, Gerechtigkeit, Freiheit, Toleranz, Tierschutz)
HASCHEM – Klassen 7/8
anhand geeigneter Torastellen das jüdische Prinzip der Einheit Gottes aufzeigen (Gott als Schöpfer der Welt (Gen. 1,1-2,4), Gott als Schöpfer des Menschen (Gen. 1,26-2,25)
das theologische Konzept göttlicher Präsenz und Allmacht anhand folgender Torastellen darlegen: Gott als Befreier und Gesetzgeber (Ex. 2,16; 2,17-22; Ex. 17,1-7; Ex. 19,1-23,9) Gott als Beistand des Menschen durch die Korbanot (Lev. Paraschat Zaw, Kap. 6ff.; Lev. 23). Gott als Hort des Menschen durch das Gebet (Bittgebet, Dankesgebet, Lobgesang, Versöhnungsgebet etc.) (Gen. 22,3; Gen. 24,63; Gen. 28,11; Ex. 15,1-21; Deut. 11,13) Gottesdienst / Orte des Gebetes (Stiftszelt, Tempel, Synagoge) (Ex. 25,1-31,10; Ex. 36,8-40,38) Aufgaben von Priestern und Leviten/Tempeldienst (Ex., 28,1-21; Ex. 39,1-31; Lev. 7,28-9,24; Lev. 21,1-24; Lev. 22, 17-33; Lev. 24,1-23; Num. 1,48-4,49; Num. 8,5-26; Num. 18,1-32)
die Wege zur Gotteserkenntnis anhand der traditionellen, exegetischen Auslegung von RASCHI (Raschi zur Akedat Jizchak) und Rambam (Glaubensgrundsätze) nachvollziehen
TORA – Klassen 7/8
den Aufbau des Chumasch darstellen: Sefer (Buch), Paraschat haSchawua (Sidra/Wochenabschnitt), Kapitel/Perek (Vers/Passuk)
den Aufbau und zentrale Inhalte des Tenach darstellen (zum Beispiel Landnahme, Richter und Könige, Propheten, Exil und Rückkehr)
in Grundzügen Inhalte der Tora den Büchern und ausgewählten Paraschiot zuordnen
sich mit den Inhalten der Tora und deren Bedeutung auseinandersetzen
klassische Kommentare und Midraschim zum Chumasch wiedergeben
die Zusammenhänge zwischen Parascha und Haftara erläutern
Prinzipien traditioneller Schriftauslegung erklären (PaRDeS)
den Aufbau der Mischna und ausgewählte Inhalte nachvollziehen
LUACH – Klassen 7/8
Aufbau und Inhalte des Siddurs beschreiben (Schema Jisrael, Amida, Schacharit, Mincha, Maariw, Jigdal)
Inhalt und Struktur der Hauptgebete wiedergeben (Berachot, Schema Jisrael und seine Torastellen, Tefillin, Mesusa und Zizit, Struktur der Amida)
ausgewählte Stellen aus dem Machsor (Festtagsgebetbuch) erklären (Awinu Malkenu, Sündenbekenntnis Aschamnu, Akedat Jizchak)
vokalisierte hebräische Texte lesen (Schema Jisrael, Berachot, Birkat haMason)
die jüdischen Feiertage dem jüdischen Kalender zuordnen (Schabbat, Rosch Chodesch, Rosch Haschana und Jom Kippur, Pessach, Schawuot, Sukkot und Schemini Azeret, Purim, Chanukka, die Fasttage)
den jüdischen Kalender erläutern (solilunares Prinzip, Tag, Woche, Schabbat, Monat, Jahr, Schaltjahr, Schemittajahr, Joweljahr)
Stationen des jüdischen Lebensweges (Berit Mila, Bar- und Bat-Mizwa, Chuppa, Awelut) beschreiben
HAADAM – Klassen 7/8
die Torastellen zum Menschen als Geschöpf Gottes, seine Verfehlung und seine Würde im Prozess des Bundes mit Gott benennen (der Mensch als Nefesch, Neschama, Ruach, Jezer hatow – Jezer hara, Willensfreiheit des Menschen; Gen. 1,26-27; 2,7; 3,1-23; 4,1-16; 6,1-22; 11,1-9; Richter; Psalmen)
die Stammväter/-mütter (Awot/Imahot)-Geschichte in ihren Höhen und Tiefen verstehen (Stamm, Familie, Chewruta) (Gen. 12-22; 23-35; 37-50)
zwischenmenschliche Begegnungen im Sinne von „weahawta leReacha kamocha“ interpretieren (Lev. 19,15; 19,18; Ex. 23,9; Deut. 10,19; 25, 2-3; Micha 6,8; Pirke Awot 1,2; Jewamot 79a, Schabbat 133b)
allgemein-ethische mit religiös-jüdischen Prinzipien in Beziehung setzen (zum Beispiel in den Bereichen Wirtschafts- und Sozialethik (Mitzwot scheben Adam leChawero und scheben Adam laMakom; b Joma 8,9)
Kaschrut (reine und unreine Tiere, Milch und Fleisch, Verbot des Blutgenusses)
KELAL JISRAEL – Klassen 7/8
verschiedene Epochen der jüdischen Geschichte aufzeigen (biblische, nachbiblische Zeit, Mittelalter, Moderne)
Stationen der Volkswerdung im Tenach benennen (Awot, Jeziat Mizrajim, Har Sinai, Erez Jisrael)
diverse zentrale Ereignisse in der Geschichte und deren Folgen erklären (Zerstörung beider Tempel / Beginn der Diaspora / Jawne: Rabbinisches Judentum, Hellenismus und Chanukka, Formen der Judenfeindschaft (zum Beispiel Fehlinterpretation des Schadenersatzprinzips „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ Lev. 24,20; Auserwählungsgedanke), Zionismus und der moderne Staat Israel)
eine Perspektive für religiöses Zusammenleben in der Gegenwart entwickeln (Minjan und Verpflichtung zur Gemeinschaft)
sich mit ihrer eigenen jüdischen Herkunft auseinandersetzen (Schoa, jüdische Gemeinden in Deutschland nach 1945, Zuwanderung aus den GUS-Staaten seit 1990)
jüdische Spuren in Deutschland und in der Region entdecken (jüdische Heimatgeschichte vor Ort)
HAOLAM – Klassen 7/8
die Mizwot der Tora in Beziehung zu Herausforderungen der modernen Welt setzen (Religionsfreiheit und Dina deMalchuta Dina, Verhältnis von Religion und Staat: Beschneidung, Schächten, Soziale Gerechtigkeit als Botschaft der Propheten)
wichtige Grundlagen der jüdischen Ethik verstehen und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen erkennen (Sprüche der Väter / Ethik, Zedaka – Almosen, Schutz des Fremden)
das jüdische Menschenbild reflektiert darstellen (noachidische Gebote, Schöpfungsgeschichte, Ursprung verschiedener Religionen, „... liebe Deinen Nächsten ...“ (Lev. 19,18), Darche Schalom)
ihre Eigenverantwortung für die Belange der Welt erkennen (Friede, Gerechtigkeit, Freiheit, Toleranz, Umweltschutz, Tierschutz)
HASCHEM – Klassen 9/10
anhand geeigneter Torastellen das jüdische Prinzip der Einheit Gottes aufzeigen (Gott als Schöpfer der Welt (Gen. 1,1-2,4), Gott als Schöpfer des Menschen (Gen. 1,26-2,25), Ebenbildlichkeit des Menschen nach Gen.1)
das theologische Konzept göttlicher Präsenz anhand folgender Torastellen darlegen: – Gott als Befreier und Gesetzgeber (Ex. 2,16; 2,17-22; Ex. 17,1-7; Ex. 19,1-23,9) – Gott als Beistand des Menschen durch die Korbanot (Lev. Paraschat Zaw, Kap. 6ff.; Lev. 23). – Gott als Hort des Menschen im Gebet (Bittgebet, Dankesgebet, Lobgesang, Versöhnungsgebet: Gen. 22,3; Gen. 24,63; Gen. 28,11; Ex. 15,1-21; Deut. 11,13)
Gottesdienst / Orte des Gebetes (Stiftszelt, Tempel, Synagoge, ausgehend von Ex. 25,1-31,10; Ex. 36,8-40,38)
das Konzept der Heiligkeit Gottes und der Forderung nach Heiligkeit in Bezug auf das jüdische Volk entfalten (Lev. 11,43f.; Lev. 19)
die 13 Glaubensgrundlagen des Rambam erklären und erörtern
die Bundesschlüsse mit der gesamten Menschheit und dem jüdischen Volk sowie die Zuwendungen und Abwendungen Gottes erläutern (Jesaja 1,1-27; 40, 1-26, Secharia 2ff., Haftara zu Paraschat Behaalotecha; Micha 5 und 6, Haftara zu Paraschat Balak; Amos 2f.; Hosea 11f.)
sich mit den Anfechtungen des Glaubens nach Hiob sowie während der Verfolgung und Vernichtung auseinandersetzen (Theodizee)
TORA – Klassen 9/10
den Aufbau des Chumasch darstellen: Sefer (Buch), Paraschat HaSchawua (Sidra/Wochenabschnitt) Kapitel/Perek (Vers/Passuk)
den Aufbau des Tenach darstellen und zentrale Inhalte (zum Beispiel Landnahme, Richter und Könige, Propheten, Exil und Rückkehr) herausarbeiten
in Grundzügen Inhalte der Tora den Büchern und ausgewählten Paraschijot zuordnen
sind in der Lage, eine wichtige Stelle der Tora mit dem klassischen Kommentar von Raschi vorzustellen, zum Beispiel den Anfang der Schöpfungserzählung, Gen. 1,1
klassische Kommentare und Midraschim zum Chumasch analysieren
die Zusammenhänge zwischen Parascha und Haftara erläutern
Prinzipien traditioneller Schriftauslegung erklären (PaRDeS)
den Aufbau des Talmuds (Ordnungen der Mischna, Gemara, Beschreibung eines Talmudblattes) untersuchen
jüdisches Lernen mit dem Wissenserwerb in anderen Bereichen vergleichen und begreifen (Schema Jisrael: Weschinantam leWanecha: Weitergabe der Tradition; laassok beDiwre Tora: Toralernen als Selbstzweck, nach Pirke Awot Kap. 6)
LUACH – Klassen 9/10
Aufbau und Inhalte des Siddurs beschreiben – Schema Jisrael dem Chumasch zuordnen – Amida (Berachot unterteilen in Lob, Bitten und Dank) – Gebetszeiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Schacharit, Mincha und Maariw herausarbeiten
Aufbau und Inhalt des Machsors (Festtagsgebetbuch) erläutern (Hallel, Mussaf Amida für die Schalosch Regalim, Kol Nidre, Awinu Malkenu, Sündenbekenntnis Aschamnu)
vokalisierte hebräische Texte (Schema Israel, Berachot über Speisen und Birkat Hamason) lesen und hebräische Begriffe aus dem Schema Jisrael der Deutschen Übersetzung zuordnen
die jüdischen Feiertage in den jüdischen Kalender einordnen und deren Ursprung im Chumasch und Tenach herausarbeiten und zwischen Tora-, rabbinischen und modernen Feier- und Gedenktagen unterscheiden (Schabbat, Rosch Haschana und Jom Kippur, Pessach, Schawuot, Sukkot und Schemini Azeret, Purim, Chanukka, die Fasttage, Jom Jeruschalaim)
Stationen des jüdischen Lebensweges (Berit Mila, Pidjon HaBen, Bar- und Bat-Mizwa, Chuppa, Get, Awelut) beschreiben
Ausführungen über Inhalte, Funktion und Spiritualität von Gebeten und Beten interpretieren
die Bedeutung von Sederteller, Sukka, Lulaw, Schabbat-, Feiertagskerzen, Tefillin, Mesusa und Zizit, Kiddusch und Hawdala erläutern
die tiefgründige Rolle des Schabbats analysieren (Israel M. Lau: Wie Juden leben, Kapitel „Der Sabbat“)
HAADAM – Klassen 9/10
die Torastellen zum Menschen als Geschöpf Gottes, seine Verfehlung und seine Würde im Prozess des Bundes mit Gott deuten (Jezer hatow – Jezer hara, Willensfreiheit des Menschen; Gen. 1,26-27; 2,7; 3,1-23; 4,1-16; 6,1-22; 11,1-9; ausgewählte Psalmen)
zwischenmenschliche Begegnungen im Sinne der Nächstenliebe „weahawta leReacha kamocha“ interpretieren (Lev. 19,15-18 / Ex. 23,9 / Deut. 10,19-25 / Micha 6,8 / Pirke Awot 1,2 / Jewamot 79a / Schabbat 133b)
Hauptmerkmale der jüdischen Ethik: Geistigkeit, Freiheit, Verantwortlichkeit mithilfe klassischer Texte darlegen (Pirke Awot, Rambam: Mischne Tora, Hilchot Jessode Hatora und Hilchot Teschuwa)
den unschätzbaren Wert des menschlichen Lebens im Judentum anhand des Prinzips von Pikuach Nefesch herausarbeiten
allgemein-ethische mit religiös-jüdischen Prinzipien in Beziehung setzen (zum Beispiel in den Bereichen Wirtschafts- und Sozialethik, Materialismus, Egoismus, Determinismus)
die 613 Mizwot nach verschiedenen Gesichtspunkten klassifizieren und erörtern (Mitzwot scheben Adam laMakom und scheben Adam leChawero nach der Mischna Joma 8,9; Vernunftgebote und Gehorsamsgebote nach Joma 67b und Saadja Gaon: Glaubenslehren und Meinungen, Buch 3; Körperpflichten und Herzenspflichten nach Bachja ibn Pakuda: Chowot Halewawot, Einleitung)
KELAL JISRAEL – Klassen 9/10
verschiedene Epochen der jüdischen Geschichte erklären (biblische, nachbiblische Zeit, Mittelalter, Moderne)
Stationen der Volkswerdung aus dem Tenach herausarbeiten (Awot, Jeziat Mizrajim, Har Sinai, Erez Jisrael, Richter (Debora), Könige)
diverse zentrale Ereignisse in der Geschichte und deren Folgen erklären (Zerstörung beider Tempel / Beginn der Diaspora / Jawne: Rabbinisches Judentum, Hellenismus und Chanukka, Kreuzzüge / Synagoga und Ecclesia, Aufklärung und Haskala, Formen der Judenfeindschaft (zum Beispiel Fehlinterpretation des Schadenersatzprinzips „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ Lev. 24,20; Auserwählungsgedanke), Zionismus und der moderne Staat Israel)
Perspektiven für religiöses Zusammenleben in der Gegenwart entwickeln (Minjan und Verpflichtung zur Gemeinschaft, Religiöse und säkulare Bewegungen des Judentums in Vergangenheit und Gegenwart)
sich mit ihrer eigenen jüdischen Herkunft auseinandersetzen (Schoa, jüdische Gemeinden in Deutschland nach 1945, Zuwanderung aus den GUS-Staaten seit 1990)
jüdische Spuren in Deutschland und in der Region entdecken (SchUM-Gemeinden, Landjudentum, jüdische Heimatgeschichte vor Ort)
HAOLAM – Klassen 9/10
die Mizwot der Tora in Beziehung zu Herausforderungen der modernen Welt setzen (Religionsfreiheit und Dina deMalchuta Dina / Verhältnis von Religion und Staat: Beschneidung, Schächten. Soziale Gerechtigkeit als Botschaft der Propheten)
wichtige Grundlagen der jüdischen Ethik verstehen und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen erkennen (Sprüche der Väter / Ethik, Zedaka, Gastfreundschaft, Schutz des Fremden)
die Herausforderung der Religionen durch fortschreitende Säkularisation der modernen Gesellschaft benennen und seine Minderheitenposition nach außen vertreten
religiöse Werte und religiösen Extremismus differenziert betrachten
das jüdische Menschenbild reflektiert darstellen (noachidische Gebote, Schöpfungsgeschichte, Ursprung verschiedener Religionen, „weahawta leReacha kamocha“ (Lev. 19,18), Darche Schalom)
ihre Eigenverantwortung für die Belange der Welt erkennen (Friede, Gerechtigkeit, Freiheit, Wirtschaftsethik, Umweltschutz, Menschenrechte oder Tierschutz)
HASCHEM – Klassen 11/12 (Basisfach)
anhand geeigneter Torastellen das jüdische Prinzip der Einheit Gottes aufzeigen (Gott als Schöpfer der Welt (Gen. 1,1-2,4), Gott als Schöpfer des Menschen (Gen. 1,26-2,25), Ebenbildlichkeit des Menschen nach Gen. 1)
das theologische Konzept göttlicher Präsenz anhand folgender Torastellen darlegen: – Gott als Befreier und Gesetzgeber (Ex. 2,16; 2,17-22; Ex. 17,1-7; Ex. 19,1-23,9) – Gott als Hort des Menschen im Gebet (Bittgebet, Dankesgebet, Lobgesang, Versöhnungsgebet) (Gen. 22,3; Gen. 24,63; Gen. 28,11; Ex. 15,1-21; Deut. 11,13ff.; )
zum Konzept der Heiligkeit Gottes und der Forderung nach Heiligkeit in Bezug auf das jüdische Volk Stellung nehmen (Lev. 11,43f.; Lev. 19)
die 13 Eigenschaften der Liebe nach Ex. 34, 6f. erläutern
die Bundesschlüsse mit der gesamten Menschheit (Gen. Paraschat Noach), den Urvätern (etwa Gen. 15; Gen. 17; Gen. 26,24; Gen. 28, 10ff.) und dem jüdischen Volk (Ex. Paraschat Jitro) sowie die Abwendungen und Hinwendungen Gottes erläutern (Jesaja 1, 1-27; 40, 1-26, Secharia 2ff.)
sich mit den Anfechtungen des Glaubens nach Hiob sowie während der Verfolgung und Vernichtung auseinandersetzen
die 13 Glaubensgrundlagen des Rambam sowie seine negative Theologie (nach More Newuchim 1, 46ff.) erklären und erörtern
die grundlegenden Gotteslehren des Judentums mit denen des Christentums und des Islam vergleichen
Argumente von Religionskritikern darlegen
TORA – Klassen 11/12 (Basisfach)
den Unterschied zwischen der schriftlichen und mündlichen Tora charakterisieren und die mündliche Überlieferungskette von Mose bis zur Zeit der Mischna aufzeigen (nach Sprüche der Väter 1,1 und Einleitung zur Mischne Tora des Rambam) und das Prinzip „Zaun um die Tora“ erläutern
den Aufbau des Tenach (hebräische Bibel) und des Talmud (SchaS) beschreiben und einen Überblick über die übrigen Gattungen der rabbinischen Literatur entfalten. Sie können zwischen Midrasch Haggada und Midrasch Halacha differenzieren
sich mit Inhalten der Tora auseinandersetzen und sind in der Lage, wichtige Stellen des Chumasch mit dem klassischen Kommentaren von Raschi auszulegen: – Anfang der Schöpfungserzählung, Gen. 1 – Anfang der Offenbarungserzählung und der zehn Gebote, Ex. 19,1 und 20,1 – Anfang der Einzelgesetze, „Mischpatim“, Ex. 21,1 – Schadensersatz/Talionsgesetz, Ex. 21,24-25 – Gebote der Nächsten- und Fremdenliebe, Lev. 19,18; 33-34
den Aufbau der Kodizes (Mischne Tora, Schulchan Aruch, Mapa) erklären
Regeln der traditionellen Schriftauslegung nennen (zwei Auslegungsregeln des Rabbi Jischmael aus der Einleitung zu Sifra, sowie die Lehre vom vierfachen Schriftsinn: „PaRDeS“)
den Stellenwert von Responsen in aktuellen halachischen Diskussionen erklären, etwa an einer rabbinischen Stellungnahme zu medizinethischen Fragen
die Zusammenhänge zwischen Parascha und Haftara erläutern und die Aufgabe der Propheten anhand einer Haftara erklären – Haftara vor Tischa BeAw (Jesaja 1,1-27) und Schabbat Nachamu (Jesaja 40, 1-26) – Haftara Jom Kippur Mincha (Jona)
sind mit dem rabbinischen Auslegungspluralismus vertraut und können ihn zum Beispiel am Streit zwischen den Schulen von Hillel und Schammai exemplifizieren (Eruwin 13b)
LUACH – Klassen 11/12 (Basisfach)
die Stationen des jüdischen Lebensweges (Berit Mila, Bar- und Bat-Mizwa, Chuppa, Get, Awelut) beschreiben
die Liturgie mit den täglichen Hauptgebeten Schacharit, Mincha, Maariw sowie Schabbat- und Festtagsgebeten beschreiben
den Aufbau des jüdischen Kalenders erläutern und die Feiertage sowie andere besondere Zeiten (Omerzeit, Drei Wochen zwischen 17. Tamus und 9. Aw) in den jüdischen Kalender einordnen, deren Ursprung im Chumasch und Tenach herausarbeiten und zwischen Tora-, rabbinischen und modernen Feier- und Gedenktagen unterscheiden
die Regeln des täglichen jüdischen Lebens und ihre Bedeutung erläutern: Schabbat, Speisegesetze
die verschiedenen religiösen Ausrichtungen des Judentums und ihre Entstehung beschreiben und anhand einzelner Fragestellungen die Unterschiede zwischen ihnen erläutern (zum Beispiel: Schriftliche und Mündliche Tora, Liturgie, Rolle der Geschlechter)
Aufbau und Inhalte des Siddurs beschreiben Schema Jisrael, Amida (Entstehung und Struktur, Unterschiede zwischen Wochentag und Schabbat), Gebetszeiten
Aufbau und Inhalt des Machsors (Festtagsgebetbuch) erläutern (Kol Nidre, Awinu Malkenu)
HAADAM – Klassen 11/12 (Basisfach)
die Torastellen zum Menschen als Geschöpf Gottes, seine Verfehlung und seine Würde im Prozess des Bundes mit Gott deuten (Jezer hatow – Jezer hara, Willensfreiheit des Menschen; Gen. 1,26-27 /Gen. 2,7 / Gen. 3,1-23 / Gen. 4,1-16 Gen. 6,1-22 / Gen. 11,1-9; ausgewählte Psalmen) und das Konzept von Lohn und Strafe – Olam hase/Olam haba – erklären
zwischenmenschliche Begegnungen im Sinne der Nächstenliebe „weahawta leReacha kamocha“ interpretieren (Lev. 19,15; 19,18; Ex. 23,9; Deut. 10,19; 25,2-3; Pirke Awot 1,2)
Hauptmerkmale der jüdischen Ethik: Geistigkeit, Freiheit, Verantwortlichkeit mithilfe klassischer Texte darlegen (Pirke Awot, Rambam: Hilchot Teschuwa)
den unschätzbaren Wert des menschlichen Lebens im Judentum anhand des Prinzips von Pikuach Nefesch herausarbeiten
allgemein-ethische mit religiös-jüdischen Prinzipien in Beziehung setzen (zum Beispiel in den Bereichen Wirtschafts- und Sozialethik, Materialismus, Egoismus, Determinismus)
die 613 Mizwot nach verschiedenen Gesichtspunkten klassifizieren und erörtern (Mitzwot scheben Adam laMakom und scheben Adam leChawero nach der Mischna Joma 8,9; Vernunftgebote und Gehorsamsgebote nach Joma 67b)
die in Noach verankerte Vorstellung von Menschlichkeit auf die Beziehungen zwischen dem jüdischen Volk und anderen Völkern erläutern und diskutieren (nach Sanhedrin 56; Jonathan Sacks: Wie wir den Krieg der Kulturen noch vermeiden können, Gütersloh 2007, Kapitel 3)
die unterschiedlichen Messiasvorstellungen (Bar Kochba, Schabetaj Zewi, Teile der modernen Chabad-Bewegung, moderner politischer Messianismus, messianische Welt als gesellschaftliches Ideal) im rabbinischen Judentum erläutern (nach Sanhedrin 98f.) und die unterschiedlichen messianischen Bewegungen geschichtlich einordnen und im historischen sowie im Gegenwartskontext diskutieren
KELAL JISRAEL – Klassen 11/12 (Basisfach)
sich anhand der Stationen der Volkswerdung im Tenach mit religiösen und säkularen Vorstellungen von Volk, Gemeinschaft und Land auseinandersetzen (Awot, Jeziat Mizrajim, Har Sinai, Erez Jisrael)
verschiedene innerjüdische Strömungen des Judentums um die Jahrtausendwende (200 vor bis 200 nach der Zeitrechnung) charakterisieren:
Stellung nehmen zu Zentren jüdischer Gelehrsamkeit in der Diaspora – Babylonien (Babylonischer Talmud / Geonim) – Sepharad (Rambam, Joseph Karo) – Aschkenas (SchUM-Gemeinden, Raschi und Tossafisten) – Polen (Mosche Isserles)
die Entwicklung und Ausformung jüdischer Ausrichtungen der Neuzeit, deren Auseinandersetzungen untereinander und ihre Wirkung auf das Judentum der Gegenwart beurteilen
verschiedene Formen der Judenfeindschaft unterscheiden – antike Judäophobie (Megillat Esther) – christlicher Antijudaismus („Jesusmörder“, Hostienfrevel, Ritualmordbeschuldigungen, Kreuzzüge) – moderner Antisemitismus (19. Jahrhundert / 20. Jahrhundert) – sekundärer Antisemitismus – moderner Antizionismus
sich mit den Auswirkungen der Schoa auf die jüdische Gemeinschaft in Europa und Israel auseinandersetzen – Von der Ausgrenzung bis zur Vernichtung – Biografien – Schicksale der örtlichen jüdischen Gemeinden – Jom Ha Shoah, 27. Januar, 9. November
zu den Entwicklungen der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland nach 1945 Stellung nehmen und zu Herausforderungen der Gegenwart Perspektiven entwickeln – Assimilation – Traditionalismus – Einwanderung – Antisemitismus – Demografischer Wandel
HAOLAM – Klassen 11/12 (Basisfach)
das Verhältnis zwischen Universalismus und Partikularismus in den monotheistischen Weltreligionen im Vergleich zur jüdischen Sichtweise darstellen
kennen den in Noach verankerten Menschheits- und Menschlichkeitsbegriff (sieben noachidische Gebote nach Sanhedrin 56a-b) und können daraus auf die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden schließen
den Dialog der monotheistischen Religionen in Geschichte und Gegenwart nachvollziehen und Perspektiven für die heutigen Beziehungen der Religionen zueinander entwickeln
auf der Grundlage der jüdischen Ethik Perspektiven für die Verbesserung der Welt entwickeln (Tikun Olam): Friede, Gerechtigkeit, Zedaka/Wohlfahrt, Freiheit, Wirtschaftsethik, Umweltschutz, Menschenrechte, Tierschutz (nach Jonathan Sacks: The Dignity of Difference / Wie wir den Krieg der Kulturen noch vermeiden können)
die Herausforderung der Religionen durch fortschreitende Säkularisierung der modernen Gesellschaft benennen und ihre Minderheitenposition nach außen vertreten
religiös-politische Konfliktherde auf internationaler Ebene und ihre Auswirkungen analysieren und dazu Stellung beziehen
HASCHEM – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
anhand geeigneter Torastellen das jüdische Prinzip der Einheit Gottes aufzeigen (Gott als Schöpfer der Welt (Gen. 1,1-2,4), Gott als Schöpfer des Menschen (Gen. 1,26-2,25), Ebenbildlichkeit des Menschen nach Gen. 1)
das theologische Konzept göttlicher Präsenz anhand folgender Torastellen darlegen – Gott als Befreier und Gesetzgeber (Ex. 2,16; 2,17-22; Ex. 17,1-7; Ex. 19,1-23,9) – Gott als Beistand des Menschen durch die Korbanot (Lev. Paraschat Zaw, Kapitel 6ff.; Lev. 23) – Gott als Hort des Menschen im Gebet (Bittgebet, Dankesgebet, Lobgesang, Versöhnungsgebet) (Gen. 22,3; Gen. 24,63; Gen. 28,11; Ex. 15,1-21; Deut. 11,13ff.; )
zum Konzept der Heiligkeit Gottes und der Forderung nach Heiligkeit in Bezug auf das jüdische Volk Stellung nehmen (Lev. 11,43f.; Lev. 19)
die 13 Eigenschaften der Liebe nach Ex. 34, 6f. erläutern
die Bundesschlüsse mit der gesamten Menschheit (Gen. Paraschat Noach), den Urvätern (etwa Gen. 15; Gen. 17; Gen. 26,24; Gen. 28, 10ff.) und dem jüdischen Volk (Ex. Paraschat Jitro) sowie die Abwendungen und Hinwendungen Gottes erläutern (Jesaja 1, 1-27; 40, 1-26, Secharia 2ff., Haftara zu Paraschat Behaalotecha; Micha 5 und 6, Haftara zu Paraschat Balak; Amos 2f.; Hosea 11f.)
sich mit den Anfechtungen des Glaubens nach Hiob sowie während der Verfolgung und Vernichtung auseinandersetzen (Ansätze von Hans Jonas und Eliezer Berkovits)
die 13 Glaubensgrundlagen des Rambam sowie seine negative Theologie (nach More Newuchim 1, 46ff.) erklären und erörtern, ebenso die Lehre von den Namen/Eigenschaften Gottes nach Jehuda halevi (Kusari 2, 2ff.)
den Unterschied zwischen dem biblischen Gott und dem Gott der Philosophen erläutern (nach Jehuda Halevi, Kusari 4,16)
die grundlegenden Gotteslehren des Judentums mit denen des Christentums und des Islam auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede überprüfen
Argumente von Religionskritikern (etwa Spinoza, Marx) darlegen und sich mit ihnen mithilfe traditioneller Argumente konstruktiv auseinandersetzen
TORA – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
den Unterschied zwischen der schriftlichen und mündlichen Tora charakterisieren und die mündliche Überlieferungskette von Mose bis zur Zeit der Mischna aufzeigen (nach Sprüche der Väter 1,1 und Einleitung zur Mischne Tora des Rambam) und das Prinzip „Zaun um die Tora“ erläutern
den Aufbau des Tenach (hebräische Bibel) und des Talmud (SchaS) beschreiben und einen Überblick über die übrigen Gattungen der rabbinischen Literatur entfalten. Sie können zwischen Midrasch Haggada und Midrasch Halacha differenzieren
sich mit Inhalten der Tora auseinandersetzen und sind in der Lage, wichtige Stelle des Chumasch mit den klassischen Kommentaren von Raschi auszulegen – Anfang der Schöpfungserzählung, Gen. 1 – Anfang der Offenbarungserzählung und der zehn Gebote, Ex. 19,1 und 20,1 – Anfang der Einzelgesetze, „Mischpatim“, Ex. 21,1 – Schadensersatz/Talionsgesetz, Ex. 21,24-25 – Gebote der Nächsten- und Fremdenliebe, Lev. 19,18; 33-34
den Aufbau und Inhalte der Kodizes (Mischne Tora, Schulchan Aruch, Mapa) erklären und unterscheiden zwischen – Sepharad (Mosche ben Maimon beziehungsweise Rambam, Joseph Karo beziehungsweise HaMechaber, Rabbenu Jona) – Aschkenas (SchUM-Gemeinden Rabbenu Gerschom: Takkanot; Raschi, Tossafisten, Rosch) – Osteuropa (Mosche Isserles beziehungsweise Rema, Gaon von Wilna, Baal Schem Tov)
Regeln der traditionellen Schriftauslegung erklären (zwei Auslegungsregeln des Rabbi Jischmael aus der Einleitung zu Sifra, sowie die Lehre vom vierfachen Schriftsinn „PaRDeS“)
den Stellenwert von Responsen in aktuellen halachischen Diskussionen erörtern, etwa an einer rabbinischen Stellungnahme zu medizinethischen Fragen
die Zusammenhänge zwischen Parascha und Haftara erläutern und die Mahn- und Trostreden der Propheten anhand einer Haftara analysieren: – Haftara 8.Tag Pessach (Jesaja 10,32-12,6) – Haftara vor Tischa BeAw (Jesaja 1,1-27) und Schabbat Nachamu (Jesaja 40,1-26) – Haftara Jom Kippur Mincha (Jona)
sich mit dem rabbinischen Auslegungspluralismus vertraut machen und ihn zum Beispiel am Streit zwischen den Schulen von Hillel und Schammai exemplifizieren (Eruwin 13b)
jüdisches Lernen mit dem Wissenserwerb in anderen Bereichen vergleichen und begreifen (Schema Jisrael: Weschinantam leWanecha: Weitergabe der Tradition; laassok beDiwre Tora: Toralernen als Selbstzweck, nach Pirke Awot Kapitel 6)
LUACH – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
die Stationen des jüdischen Lebensweges (Berit Mila, Pidjon HaBen, Bar- und Bat-Mizwa, Chuppa, Get, Awelut) beschreiben
die Liturgie mit den täglichen Hauptgebeten Schacharit, Mincha, Maariw sowie Schabbat- und Festtagsgebeten beschreiben
den Aufbau des jüdischen Kalenders erläutern und die Feiertage sowie andere besondere Zeiten (Omerzeit, Drei Wochen zwischen 17. Tamus und 9. Aw) in den jüdischen Kalender einordnen, deren Ursprung im Chumasch und Tenach herausarbeiten und zwischen Tora-, rabbinischen und modernen Feier- und Gedenktagen unterscheiden
die Regeln des täglichen jüdischen Lebens und ihre Bedeutung erläutern (Schabbat, Speisegesetze, Ehegesetze in ihren Grundlagen (Taharat Hamischpacha))
den Aufbau einer Synagoge beschreiben, Bezüge zum Tempel herstellen sowie zwischen verschiedenen Stilepochen sowie architektonischen Ausprägungen verschiedener religiöser Ausprägungen unterscheiden
die verschiedenen religiösen Ausrichtungen des Judentums und ihre Entstehung beschreiben und anhand einzelner Fragestellungen die Unterschiede zwischen ihnen erläutern (zum Beispiel: Schriftliche und Mündliche Tora, Liturgie, Rolle der Geschlechter)
Aufbau und Inhalte des Siddurs beschreiben Schema Jisrael, Amida (Entstehung und Struktur, Unterschiede zwischen Wochentag und Schabbat), Gebetszeiten (Donin, Jüdisches Gebet heute, Amida)
Aufbau und Inhalt des Machsors (Festtagsgebetbuch) erläutern (Hallel, Mussaf Amida für die Schalosch Regalim, Kol Nidre, Awinu Malkenu, Sündenbekenntnis Aschamnu)
Ausführungen über Inhalte, Funktion und Spiritualität von Gebeten und Beten interpretieren (Donin; Jüdisches Gebet heute, Einleitung und Kapitel 1)
die tiefgründige Rolle des Schabbats analysieren (etwa nach Israel M. Lau: Wie Juden leben, im Kapitel „Der Sabbat“)
HAADAM – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
die Torastellen zum Menschen als Geschöpf Gottes, seine Verfehlung und seine Würde im Prozess des Bundes mit Gott deuten (Jezer hatow – Jezer hara, Willensfreiheit des Menschen (Gen. 1,26-27 / Gen. 2,7 / Gen. 3,1-23 / Gen. 4,1-16 / Gen. 6,1-22 Gen. 11,1-9 / ausgewählte Psalmen) und das Konzept von Lohn und Strafe im Diesseits und im Jenseits – Olam hase / Olam haba – erklären
zwischenmenschliche Begegnungen im Sinne der Nächstenliebe „weahawta leReacha kamocha“ interpretieren (Lev. 19,15; 19,18; Ex. 23,9; Deut. 10,19; 25,2-3; Micha 6,8; Pirke Awot 1,2; Jewamot 79a, Schabbat 133b)
Hauptmerkmale der jüdischen Ethik: Geistigkeit, Freiheit, Verantwortlichkeit mithilfe klassischer Texte darlegen (Pirke Awot, Rambam: Mischne Tora, Hilchot Jessode Hatora und Hilchot Teschuwa, E.Lévinas: Schwierige Freiheit, Kapitel „Ethik und Geist“)
den unschätzbaren Wert des menschlichen Lebens im Judentum anhand des Prinzips von Pikuach Nefesch herausarbeiten
allgemein-ethische mit religiös-jüdischen Prinzipien in Beziehung setzen (zum Beispiel in den Bereichen Wirtschafts- und Sozialethik, Materialismus, Egoismus, Determinismus)
die 613 Mizwot nach verschiedenen Gesichtspunkten klassifizieren und erörtern (Mitzwot scheben Adam laMakom und scheben Adam leChawero nach der Mischna Joma 8,9; Vernunftgebote und Gehorsamsgebote nach Joma 67b und Saadja Gaon: Glaubenslehren und Meinungen, Buch 3; Körperpflichten und Herzenspflichten nach Bachja ibn Pakuda: Chowot Halewawot, Einleitung)
die in Noach verankerte Vorstellung von Menschlichkeit auf die Beziehungen zwischen dem jüdischen Volk und anderen Völkern erläutern und diskutieren (nach Sanhedrin 56; Jonathan Sacks: The Dignity of Difference, Kapitel 3)
die unterschiedlichen Messiasvorstellungen im rabbinischen Judentum erläutern (nach Sanhedrin 98f.) und die unterschiedlichen messianischen Bewegungen geschichtlich einordnen und im historischen sowie im Gegenwartskontext diskutieren (etwa Bar Kochba, Schabetaj Zewi, Teile der modernen Chabad-Bewegung, moderner politischer Messianismus, messianische Welt als gesellschaftliches Ideal)
KELAL JISRAEL – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
sich anhand der Stationen der Volkswerdung im Tenach mit religiösen und säkularen Vorstellungen von Volk, Gemeinschaft und Land auseinandersetzen (Awot, Jeziat Mizrajim, Har Sinai, Erez Jisrael)
das jüdische Konzept des Königtums anhand des Tenach erklären (Deut.17,14-20) – Schaul (Königskritik, Kampf gegen Amalek 1. Sam.15,2-34 (Haftara von Schabbat Sachor) – David (Erwerb des Jerusalemer Tempelberges, Tehillim/Psalmen) – Schelomo (Bau des ersten Tempels) – ausgewählte Propheten und deren Kritik an Königen (zum Beispiel Haftara von Schabbat Sachor / David Batschewa) / Tempelkult (Haftara zu Jom Kippur Jesaia 57,14-58,14), sowie deren Trost für das Volk (zum Beispiel Jesaia 40-41 / Rückführung der Exilierten)
verschiedene innerjüdische Strömungen des Judentums um die Jahrtausendwende (200 vor bis 200 nach der Zeitrechnung) charakterisieren: – hellenistische Juden (Chanukka/Assimilation) – Sadduzäer, Pharisäer und Rabbinisches Judentum (Jochanan ben Sakkai / Jawne/Tannaim) – Zeloten (Massada) – messianische und apokalyptische Vorstellungen (Bar Kochba) – Entstehung des Christentums
Stellung nehmen zu Zentren jüdischer Gelehrsamkeit in der Diaspora – Babylonien (Babylonischer Talmud / Geonim) – Sepharad (Rambam, Joseph Karo) – Aschkenas (SchUM-Gemeinden, Raschi und Tossafisten) – Polen (Mosche Isserles)
die Entwicklung und Ausformung jüdischer Ausrichtungen der Neuzeit, deren Auseinandersetzungen untereinander und ihre Wirkung auf das Judentum der Gegenwart beurteilen – Chassidim und Mitnagdim – Maskilim (Moses Mendelsson) – Reformjudentum Neoorthodoxie (19. Jahrhundert / Deutschland) – Zionismus und Zionismuskritik (säkular und religiös) – Conservative/Masorti Judaism Modern Orthodox; Reconstructionist Judaism, Chabad (20. Jahrhundert / USA)
verschiedene Formen der Judenfeindschaft unterscheiden – antike Judäophobie (Megillat Esther) – christlicher Antijudaismus („Jesusmörder“, Hostienfrevel, Ritualmordbeschuldigungen, Kreuzzüge) – moderner Antisemitismus (19. Jahrhundert / 20. Jahrhundert) – sekundärer Antisemitismus – moderner Antizionismus
sich mit den Auswirkungen der Schoa auf die jüdische Gemeinschaft in Europa und Israel auseinandersetzen – Von der Ausgrenzung bis zur Vernichtung – Biografien – Schicksale der örtlichen jüdischen Gemeinden – Jom Ha Shoah, 27. Januar, 9. November
zu den Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland nach 1945 Stellung nehmen und zu Herausforderungen der Gegenwart Perspektiven entwickeln – Assimilation – Traditionalismus – Einwanderung – Antisemitismus – Demografischer Wandel
HAOLAM – Klassen 11/12 (Leistungsfach)
das Verhältnis zwischen Universalismus und Partikularismus in den monotheistischen Weltreligionen im Vergleich zur jüdischen Sichtweise darstellen
kennen den in Noach verankerten Menschheits- und Menschlichkeitsbegriff (sieben noachidische Gebote nach Sanhedrin 56a-b) und können daraus auf die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden schließen
jüdische, christliche und muslimische Quellen zur Wahrnehmung von Awraham als Stammvater der drei monotheistischen Religionen vergleichen und das Verhältnis seiner Nachkommen erörtern
den Dialog der monotheistischen Religionen in Geschichte und Gegenwart erörtern (Jehuda Halevis Kusari; Zwangsdispute; rechtlicher Status von Juden und Christen in der islamischen Welt – Dhimmi; Nostra Aetate, Rheinischer Synodalbeschluss) und Perspektiven für die heutigen Beziehungen der Religionen zueinander entwickeln
auf der Grundlage der jüdischen Ethik Perspektiven für die Verbesserung der Welt entwickeln (Tikun Olam): Friede, Gerechtigkeit, Zedaka/Wohlfahrt, Freiheit, Wirtschaftsethik, Umweltschutz, Menschenrechte, Tierschutz (nach Jonathan Sacks: The Dignity of Difference / Wie wir den Krieg der Kulturen noch vermeiden können)
die Herausforderung der Religionen durch fortschreitende Säkularisierung der modernen Gesellschaft benennen und ihre Minderheitenposition nach außen vertreten
religiös-politische Konfliktherde auf internationaler Ebene und ihre Auswirkungen analysieren und dazu Stellung beziehen („9/11“, Nahostkonflikt und seine Folgen für die Juden in der Diaspora)
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