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Lehrpläne Baden-Württemberg
Gymnasium
Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung (WBS)
prozessbezogen
2.1 Analysekompetenz
5
2.2 Urteilskompetenz
5
2.3 Handlungskompetenz
5
2.4 Methodenkompetenz
9
inhaltsbezogen
3.1.1 Verbraucher
11
3.1.2.1 Berufswähler
7
3.1.2.2 Arbeitnehmer
5
3.1.2.3 Unternehmer
9
3.1.3 Wirtschaftsbürger
11
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
2.1 Analysekompetenz
individuelles ökonomisches Verhalten analysieren und dabei Kategorien ökonomischen Verhaltens (Knappheit, Nutzen, Präferenzen, Anreize, subjektive Werte) einordnen (I)
ökonomische Phänomene und Probleme erkennen und selbstständig Fragen zu Ursachen, Verlauf und Ergebnissen ökonomischer Prozesse entwickeln (I)
ökonomisches Verhalten in Bezug auf andere Marktteilnehmer beschreiben und dabei Kategorien ökonomischen Verhaltens einordnen (Interdependenz, Tausch, Kooperation, Macht, Werte) (II)
modellhaftes Denken nachvollziehen und in Modellen denken (zum Beispiel Marktmodell, ökonomisches Verhaltensmodell) und das Verhältnis von Modell und Wirklichkeit reflektieren (I–III)
Möglichkeiten und Grenzen ökonomischen Verhaltens unter ökonomischen, politisch-rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Nachhaltigkeitsaspekten analysieren (III)
2.2 Urteilskompetenz
ökonomisches Handeln unter Sach- und Wertaspekten kriterienorientiert (zum Beispiel Effektivität, Effizienz, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Solidarität) beurteilen beziehungsweise bewerten (I)
ihre eigenen Interessen, Fähigkeiten und Potenziale in den Prozess für ihre berufliche Orientierung integrieren (I)
die Interessenkonstellationen zwischen ökonomisch Handelnden beurteilen (II)
beurteilen, inwieweit die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sowie die Mediengesellschaft ökonomisches Handeln beeinflussen (III)
politische Entscheidungen unter ökonomischen Aspekten sowie gesellschaftlichen Wertmaßstäben bewerten (III)
2.3 Handlungskompetenz
ökonomische Handlungsmöglichkeiten erkennen und ihr ökonomisches Handeln unter Wertvorstellungen stetig überprüfen (I)
die – auch langfristigen – Folgen ökonomischen Verhaltens auf andere Akteure unter Nachhaltigkeitsaspekten beurteilen und Handlungsoptionen überprüfen (II)
im Rahmen der Ordnungs- und Systembedingungen ökonomisches Verhalten gestalten (III)
Möglichkeiten beschreiben, auf die ökonomischen Rahmenbedingungen im politischen Prozess Einfluss zu nehmen (III)
lebenslanges Lernen als einen Prozess charakterisieren, der sich als Schlüsselkompetenz auch mit den Herausforderungen beruflicher Mobilität und Flexibilität auseinandersetzt
2.4 Methodenkompetenz
Quellen für Informationen zur Bewältigung ökonomischer Lebenssituationen sowie über Berufe, Bildungs- und Berufswege benennen und selbstständig mithilfe von Print- und elektronischen Medien sowie durch Erkundung oder Expertenbefragung erforschen
Informationen aus grundlegenden Rechtstexten herausarbeiten (zum Beispiel Grundgesetz, BGB)
die Interessen der Quellenherausgeber von Informationen ökonomischer Denkweisen identifizieren und die Validität sowie Objektivität von Informationen erkennen
Problemlösungsmethoden anwenden und dabei Folgeschritte beachten: Probleme erkennen, Lösungen suchen, Lösungen bewerten sowie Lösungen umsetzen (zum Beispiel Stärken- Schwächen-Analyse, Szenariotechnik, Vernetzungsdiagramm)
ökonomische Sachverhalte grafisch darstellen und auswerten
Erkenntnisse aus ökonomischen Lebenssituationen an außerschulischen Lernorten mit regionalem Bezug (zum Beispiel Berufserkundung, Betriebsbesichtigung, Betriebspraktikum, Berufsinformationsmesse) dokumentieren und präsentieren
ökonomisches Handeln mithilfe handlungsorientierter Methoden simulieren: zum Beispiel Wettbewerbe, Planspiel, Schülerfirma, Waren- und Dienstleistungstest, Kauf- und Verkaufsgespräch, Bewerbungssituationen
kritisch über ökonomisches Verhalten diskutieren mithilfe von Methoden wie Dilemmadiskussion oder Streitgespräch
Entscheidungsprozesse für die Berufswahl in einem Portfolio dokumentieren
3.1.1 Verbraucher
ökonomisches Handeln erläutern (ökonomisches Prinzip, Kaufverhalten) und dabei die Möglichkeit des nachhaltigen Konsums und Verzichts einordnen (zum Beispiel an einem globalen Produkt)
die Bedingungen (unter anderem Geschäftsfähigkeit, Willenserklärung) für das Zustandekommen eines Kaufvertrags (zum Beispiel Online-Geschäfte) mithilfe von gesetzlichen Regelungen erklären und die Bedeutung eines Girokontos für verschiedene Zahlungsarten beschreiben
einen Haushaltsplan (Einnahmen-Ausgaben-Rechnung) erstellen und Haushaltspläne strukturell (zum Beispiel in Bezug auf Ziele, Salden) vergleichen
Gründe für und gegen Sparen erörtern und Ziele einer Vermögensanlage (um Werteaspekte erweitertes magisches Dreieck: Sicherheit, Rentabilität und Liquidität) bewerten
Ursachen für Überschuldung sowie deren Folgen erläutern und die Wirkung staatlicher Schutzvorschriften (zum Beispiel Widerrufsrecht) beurteilen
die Wechselbeziehungen im erweiterten Wirtschaftskreislauf beschreiben und mögliche Machtverhältnisse analysieren
Bestimmungsfaktoren von Nachfrage (unter anderem Preise, eigene Bedürfnisse, Budgetgrenzen, Peergroup, Werbung, Lebensstil) und Angebot (unter anderem Kosten für Produktionsfaktoren) erläutern und dabei Verbraucherverhalten in einer Informationsgesellschaft analysieren
anhand eines Preis-Mengen-Diagramms die Preisbildung beim Polypol auf dem vollkommenen Markt und die Grenzen dieses Modells erklären
Börsen als Orte des Aufeinandertreffens von Angebot und Nachfrage erläutern
Marktversagen (zum Beispiel bei negativen externen Effekten, Informationsasymmetrien) erklären und Lösungsmöglichkeiten (zum Beispiel Selbstverpflichtung, Gesetze) beurteilen
die Macht des Verbrauchers bei unterschiedlichen Marktformen vergleichen und Voraussetzungen für Konsumentensouveränität (unter anderem Instrumente der Verbraucherpolitik) erklären
3.1.2.1 Berufswähler
eigene Wünsche, Interessen, Fähigkeiten und weitere Einflussfaktoren im Hinblick auf ihren Berufswahlprozess analysieren
Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt in unterschiedlichen Berufsfeldern an Erwerbstätige erläutern und mit ihren Wünschen, Interessen und Fähigkeiten vergleichen
mithilfe von Medien und Institutionen (auch von außerschulischen Partnern) entscheidungsrelevante Informationen (Berufswege, Bildungswege) für die Studien- und Berufswahl analysieren und eigene Zukunftsentwürfe gestalten
unterschiedliche Bewerbungsverfahren vergleichen und eigene Bewerbungsdokumente erstellen
Erwerbsbiografien nach schulischer Ausbildung, dualer Ausbildung beziehungsweise Studium vergleichen
Erfahrungen im Rahmen des Berufserkundungsprozesses (unter anderem Praktikum) darstellen und beurteilen
Folgen des Wandels der Arbeit (zum Beispiel technologische, gesellschaftliche Entwicklungen) an einem Beispiel beurteilen
3.1.2.2 Arbeitnehmer
die Bedeutung von Arbeit sowie die Folgen prekärer Arbeitsverhältnisse und von Arbeitslosigkeit für den Einzelnen erläutern
Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses erläutern
die Ausgestaltung von Arbeitsverhältnissen (zum Beispiel Arbeitsgesetze, Arbeitsorganisation) analysieren
Bestimmungsfaktoren von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt darstellen und Möglichkeiten der Lohnbildung erklären
die Bedeutung von Gewerkschaften und Arbeitgebervertretungen für den sozialen Frieden erklären (unter anderem Instrumente des Arbeitskampfs, betriebliche Mitbestimmungsmöglichkeiten) und für einen Tarifkonflikt einen möglichen Lösungsweg gestalten (Tarifvertragsrecht)
3.1.2.3 Unternehmer
Motive für die Gründung von Unternehmen mit eigenen Berufsvorstellungen vergleichen
Gewinn und Umsatz vergleichen sowie Kostenarten (zum Beispiel Einzel- und Gemeinkosten, variable und fixe Kosten) systematisch darstellen und Möglichkeiten der Verwendung von Unternehmensgewinnen vergleichen
Zusammenhänge betrieblicher Abläufe in einem Unternehmen (Beschaffung, Produktion, Absatz) erklären
Zielbeziehungen (-harmonie, -neutralität, -konflikt) zwischen Unternehmenszielen (ökonomisch, ökologisch, sozial) beschreiben und an Beispielen erläutern
Interessenkonflikte zwischen den Stakeholdern (Kunden, Arbeitnehmer, Zulieferer, Eigentümer, Gesellschaft) sowie die Bedeutung von Diversity Management im Unternehmen erläutern
staatliche Regelungen (zum Beispiel Kündigungsschutz, Umweltschutzauflagen, gewerbliche Schutzrechte) im Hinblick auf Interessenkonflikte und unternehmerische Entscheidungen beurteilen
Ursachen für unternehmerischen Erfolg und unternehmerisches Scheitern charakterisieren
die volkswirtschaftliche Bedeutung von Unternehmen (Entrepreneurship, KMU, Großunternehmen) darstellen und deren Verantwortung für die Gesellschaft erörtern
Chancen und Risiken für Unternehmen auf globalen Märkten – ausgehend von Standortfaktoren – an einem regionalen Beispiel erörtern
3.1.3 Wirtschaftsbürger
Unterschiede möglicher Wirtschaftsordnungen (Planungs- und Lenkungsformen, Eigentumsverfassung, Ziele) mithilfe eines Gedankenexperiments erklären und die Rolle der Akteure darin vergleichen
das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Gleichheit erläutern und grundlegende Prinzipien (Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit) der Sozialen Marktwirtschaft anhand des Grundgesetzes darstellen
die Bedeutung von Wettbewerbspolitik als ein grundlegendes Merkmal der Sozialen Marktwirtschaft für den Bürger an einem Beispiel beschreiben (zum Beispiel Kartellverbot)
das Bruttoinlandsprodukt als Wachstumsmerkmal erläutern und mit einem alternativen Wohlstandsindikator vergleichen
konjunkturelle Phasen (Konjunkturzyklus) vergleichen und mögliche Folgen für Verbraucher, Erwerbstätige (Arbeitnehmer/Unternehmer) und den Staat beurteilen
ein angebotspolitisches und ein nachfragepolitisches Instrument der Wirtschaftspolitik mithilfe von Wirkungsketten vergleichen
an Beispielen aus dem Staatshaushalt Kosten und Nutzen für die betroffenen Akteure erläutern
analoge und digitale Partizipationsmöglichkeiten (zum Beispiel Engagement in Verbänden und Gewerkschaften, Onlinepetitionen) im wirtschaftspolitischen Entscheidungsprozess an einem Beispiel beurteilen
die ökonomische Integration der Europäischen Union (Binnenmarkt, Währungsunion) erläutern und Auswirkungen auf das Handeln als EU-Bürger darstellen
Möglichkeiten und Grenzen nationalstaatlicher Steuerung im EU-Wirtschaftsraum (zum Beispiel Arbeitslosigkeit) analysieren
protektionistische Maßnahmen (zum Beispiel Subventionen, Zölle, Quoten) und deren Auswirkungen auf die internationale Arbeitsteilung beurteilen
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