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Lehrpläne Baden-Württemberg
Sekundarstufe I
Jüdische Religionslehre
prozessbezogen
2.1 Fragekompetenz
4
2.2 Lernkompetenz
5
2.3 Sach- und Orientierungskompetenz
5
2.4 Bewertungskompetenz
5
2.5 Dialogkompetenz
4
2.6 Gestaltungs- und Handlungskompetenz
5
inhaltsbezogen
3.1.1 HASCHEM (Klassen 5/6)
3
3.1.2 TORA (Klassen 5/6)
5
3.1.3 LUACH (Klassen 5/6)
7
3.1.4 HAADAM (Klassen 5/6)
3
3.1.5 KELAL JISRAEL (Klassen 5/6)
4
3.1.6 HAOLAM (Klassen 5/6)
3
3.2.1 HASCHEM (Klassen 7/8/9)
3
3.2.2 TORA (Klassen 7/8/9)
8
3.2.3 LUACH (Klassen 7/8/9)
7
3.2.4 HAADAM (Klassen 7/8/9)
5
3.2.5 KELAL JISRAEL (Klassen 7/8/9)
6
3.2.6 HAOLAM (Klassen 7/8/9)
4
3.3.1 HASCHEM (Klasse 10)
7
3.3.2 TORA (Klasse 10)
9
3.3.3 LUACH (Klasse 10)
8
3.3.4 HAADAM (Klasse 10)
6
3.3.5 KELAL JISRAEL (Klasse 10)
6
3.3.6 HAOLAM (Klasse 10)
6
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
2.1 Fragekompetenz
Fragestellungen zu jüdischen Themen entwickeln
religiöse Phänomene hinterfragen
Fragen an die jüdische Geschichte formulieren
religiöse Fragestellungen nachvollziehen
2.2 Lernkompetenz
Medien, Quellen und Hilfsmittel, wie Tenach, Siddur, Kommentare, Enzyklopädien und elektronische Nachschlagewerke einsetzen
Interesse an neuen Erkenntnisebenen zeigen
religiöse Erkenntnisse durch Umgang mit dem Tenach und der jüdischen Schriftauslegung gewinnen
eine der traditionellen jüdischen Lerntechniken (Partnerarbeit, Dialog, Memorieren) anwenden
den Wert des Lernens für ihre religiöse und individuelle Lebensgestaltung begreifen
2.3 Sach- und Orientierungskompetenz
historische und religiöse Sachverhalte in Zusammenhängen darstellen
historische Sachverhalte und religiöse Entwicklungen einordnen
sich religiös orientieren (Luach, "religiöser Kompass")
sich mit der eigenen Identität im Spannungsfeld zwischen individuellen Wurzeln und kollektivem Gedächtnis auseinandersetzen
eigene und fremde religiöse und nichtreligiöse Wertorientierungen vergleichen und bewerten
2.4 Bewertungskompetenz
religiöse und ethische Probleme erkennen
religiöse und ethische Fragestellung auf Grundlage der jüdischen Tradition erklären
moraltheologisch begründete Urteile finden
eigene begründete Positionen beziehen und vertreten
ethische Fragen im persönlichen und gesellschaftlichen Bereich erkennen und Lösungsvorschläge aus jüdischer Sicht entwerfen
2.5 Dialogkompetenz
Argumente für die eigene Position formulieren und sich mit anderen vernünftig darüber auseinandersetzen
Perspektivwechsel vollziehen und ihre Erfahrungen schildern
die Möglichkeiten und Grenzen eigener und fremder Positionen darlegen
spezifisch jüdische Minderheitenperspektiven darstellen und reflektieren
2.6 Gestaltungs- und Handlungskompetenz
ihre Verantwortung für die jüdische und die allgemeine Gemeinschaft und Umwelt reflektieren
eigene Gestaltungsmöglichkeiten in Auseinandersetzung mit jüdischer Ethik entwerfen
die Bedeutung persönlichen Engagements begreifen
im Rahmen ihrer jüdischen Lebensführung Gebet und Ritual folgen und anwenden
Verständnis für den Stellenwert der Mizwot (ben Adam laMakom und ben Adam leChawero) in der Alltagsgestaltung entwickeln
3.1.1 HASCHEM (Klassen 5/6)
anhand geeigneter Torastellen das jüdische Prinzip der Einheit Gottes erklären: Gott als Schöpfer der Welt (Gen. 1,1-2,4), Gott als Schöpfer des Menschen (Gen. 1,26-2,25)
Gott als Befreier und Gesetzgeber (Ex. 2,16; 2,17-22; Ex. 17,1-7; Ex. 19,1-23,9) beschreiben
das Gebet als eine Hinwendung zu Gott (Bittgebet, Dankesgebet, Lobgesang, Versöhnungsgebet etc.) (Gen. 22,3; Gen. 24,63; Gen. 28,11; Ex. 15,1-21; Deut. 11,13) nachvollziehen
3.1.2 TORA (Klassen 5/6)
den Aufbau des Chumasch darstellen (Sefer/Buch, Paraschat haSchawua (Sidra)/Wochenabschnitt, Kapitel/Perek, Vers/Pasuk)
in Grundzügen Inhalte der Torah den Büchern und ausgewählten Paraschiot zuordnen
sich mit den Inhalten der Torah und deren Bedeutung auseinandersetzen
klassische Kommentare und Midraschim zum Chumasch wiedergeben
die Beziehung zwischen Parascha und Haftara beschreiben
3.1.3 LUACH (Klassen 5/6)
Inhalt und Struktur der Hauptgebete wiedergeben (Berachot, Schema Jisrael, Tefillin, Mesusa und Zizit, Adon Olam)
ausgewählte Stellen aus dem Machsor (Festtagsgebetbuch) erklären: Awinu Malkenu, Haftara von Jom Kippur (Jona)
vokalisierte hebräische Texte lesen (Schema Jisrael, 1.Teil)
den Schabbat und seine Gebote beschreiben (Kerzen, Challa, Kiddusch, Hawdala, Schabbatruhe und Melachot / verbotene Tätigkeiten)
die jüdischen Feiertage erklären (Schabbat, Rosch Haschana und Jom Kippur, Pessach, Schawuot, Sukkot und Schemini Azeret, Purim, Chanukka, die Fasttage)
den jüdischen Kalender erläutern (solilunares Prinzip, Tag, Woche, Schabbat, Monat, Jahr (Schaltjahr))
Stationen des jüdischen Lebensweges (Berit Mila, Bar- und Bat-Mizwa) skizzieren
3.1.4 HAADAM (Klassen 5/6)
die Torastellen zum Menschen als Geschöpf Gottes, seine Verfehlung und seine Würde im Prozess des Bundes mit Gott benennen (der Mensch als Nefesch, Neschama, Ruach, Jezer hatow – Jezer hara; Gen. 1,26-27; 2,7; 3,1-23; 4,1-16; 6,1-22; 11,1-9; Richter; Psalmen)
die Stammväter/-mütter (Awot/Imahot)-Geschichte in ihren Höhen und Tiefen verstehen (Stamm, Familie, Chewruta) (Gen. 12-22; 23-35; 37-50)
Kaschrut (reine und unreine Tiere, Milch und Fleisch) erklären und den Respekt gegenüber den Tieren (zum Beispiel Vermeidung von Schmerzen, Einschränkung von Tierversuchen) nachvollziehen
3.1.5 KELAL JISRAEL (Klassen 5/6)
Stationen der Volkswerdung in der Torah benennen (Awot, Jeziat Mizrajim, Har Sinai, Erez Jisrael, Joschua als Nachfolger von Mosche)
diverse zentrale Ereignisse in der Geschichte nennen (Zerstörung beider Tempel / Beginn der Diaspora / Chanukka)
die Epoche von Torah und Tenach von der nachbiblischen Epoche unterscheiden
religiöses Zusammenleben in der Gegenwart beschreiben (Synagoge, Minjan, Bar- und Bat-Mizwa, Gemeinde)
3.1.6 HAOLAM (Klassen 5/6)
wichtige Grundlagen der jüdischen Ethik verstehen und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen erkennen (Sprüche der Väter / Ethik, Zedaka – Almosen, Schutz des Fremden)
das jüdische Menschenbild reflektiert darstellen (noachidische Gebote, Schöpfungsgeschichte, Ursprung verschiedener Religionen, "... liebe Deinen Nächsten ..." (Lev. 19,18), Darche Schalom)
ihre Eigenverantwortung für die Belange der Welt erkennen (Friede, Gerechtigkeit, Freiheit, Toleranz, Tierschutz)
3.2.1 HASCHEM (Klassen 7/8/9)
anhand geeigneter Torastellen das jüdische Prinzip der Einheit Gottes aufzeigen (Gott als Schöpfer der Welt (Gen. 1,1-2,4), Gott als Schöpfer des Menschen (Gen. 1,26-2,25)
das theologische Konzept göttlicher Präsenz und Allmacht anhand folgender Torastellen darlegen: Gott als Befreier und Gesetzgeber (Ex. 2,16; 2,17-22; Ex. 17,1-7; Ex. 19,1-23,9), Gott als Beistand des Menschen durch die Korbanot (Lev. Paraschat Zaw, Kap. 6ff; Lev. 23), Gott als Hort des Menschen durch das Gebet (Bittgebet, Dankesgebet, Lobgesang, Versöhnungsgebet etc.) (Gen. 22,3; Gen. 24,63; Gen. 28,11; Ex. 15,1-21; Deut. 11,13), Gottesdienst / Orte des Gebetes (Stiftszelt, Tempel, Synagoge) (Ex. 25,1-31,10; Ex. 36,8-40,38), Aufgaben von Priestern und Leviten / Tempeldienst (Ex., 28,1-21; Ex. 39,1-31; Lev. 7,28-9,24; Lev. 21,1-24; Lev. 22, 17-33; Lev. 24,1-23; Num. 1,48-4,49; Num. 8,5-26; Num. 18,1-32)
die Wege zur Gotteserkenntnis anhand der traditionellen, exegetischen Auslegung von RASCHI (Raschi zur Akedat Jizchak) und Rambam (Glaubensgrundsätze) nachvollziehen
3.2.2 TORA (Klassen 7/8/9)
den Aufbau des Chumasch darstellen: Sefer (Buch), Paraschat haSchawua (Sidra/Wochenabschnitt), Kapitel/Perek (Vers/Pasuk)
den Aufbau und zentrale Inhalte des Tenach darstellen (zum Beispiel Landnahme, Richter und Könige, Propheten, Exil und Rückkehr)
in Grundzügen Inhalte der Torah den Büchern und ausgewählten Paraschiot zuordnen
sich mit den Inhalten der Torah und deren Bedeutung auseinandersetzen
klassische Kommentare und Midraschim zum Chumasch wiedergeben
die Zusammenhänge zwischen Parascha und Haftara erläutern
Prinzipien traditioneller Schriftauslegung erklären (PaRDeS)
den Aufbau der Mischna und ausgewählte Inhalte nachvollziehen
3.2.3 LUACH (Klassen 7/8/9)
Aufbau und Inhalte des Siddurs beschreiben (Schema Jisrael, Amida, Schacharit, Mincha, Maariw, Jigdal)
Inhalt und Struktur der Hauptgebete wiedergeben (Berachot, Schema Jisrael und seine Torastellen, Tefillin, Mesusa und Zizit, Struktur der Amida)
ausgewählte Stellen aus dem Machsor (Festtagsgebetbuch) erklären (Awinu Malkenu, Sündenbekenntnis Aschamnu, Akedat Jizchak)
vokalisierte hebräische Texte lesen (Schema Jisrael, Berachot, Birkat haMason)
die jüdischen Feiertage dem jüdischen Kalender zuordnen (Schabbat, Rosch Chodesch, Rosch Haschana und Jom Kippur, Pessach, Schawuot, Sukkot und Schemini Azeret, Purim, Chanukka, die Fasttage)
den jüdischen Kalender erläutern (solilunares Prinzip, Tag, Woche, Schabbat, Monat, Jahr, Schaltjahr, Schemittajahr, Joweljahr)
Stationen des jüdischen Lebensweges (Berit Mila, Bar- und Bat-Mizwa, Chuppa, Awelut) beschreiben
3.2.4 HAADAM (Klassen 7/8/9)
die Torastellen zum Menschen als Geschöpf Gottes, seine Verfehlung und seine Würde im Prozess des Bundes mit Gott benennen (der Mensch als Nefesch, Neschama, Ruach, Jezer hatow – Jezer hara, Willensfreiheit des Menschen; Gen. 1,26-27; 2,7; 3,1-23; 4,1-16; 6,1-22; 11,1-9; Richter; Psalmen)
die Stammväter/-mütter (Awot/Imahot)-Geschichte in ihren Höhen und Tiefen verstehen (Stamm, Familie, Chewruta) (Gen. 12-22; 23-35; 37-50)
zwischenmenschliche Begegnungen im Sinne von "weahawta leReacha kamocha" interpretieren (Lev. 19,15; 19,18; Ex. 23,9; Deut. 10,19; 25,2-3; Micha 6,8; Pirke Awot 1,2; Jewamot 79a, Schabbat 133b)
allgemein-ethische mit religiös-jüdischen Prinzipien in Beziehung setzen (zum Beispiel in den Bereichen Wirtschafts- und Sozialethik (Mitzwot scheben Adam leChawero und scheben Adam laMakom; b Joma 8,9)
Kaschrut (reine und unreine Tiere, Milch und Fleisch, Verbot des Blutgenusses)
3.2.5 KELAL JISRAEL (Klassen 7/8/9)
verschiedene Epochen der jüdischen Geschichte aufzeigen (biblische, nachbiblische Zeit, Mittelalter, Moderne)
Stationen der Volkswerdung im Tenach benennen (Awot, Jeziat Mizrajim, Har Sinai, Erez Jisrael)
diverse zentrale Ereignisse in der Geschichte und deren Folgen erklären (Zerstörung beider Tempel / Beginn der Diaspora / Jawne: Rabbinisches Judentum, Hellenismus und Chanukka, Formen der Judenfeindschaft (zum Beispiel Fehlinterpretation des Schadenersatzprinzips "Auge um Auge, Zahn um Zahn" Lev. 24,20; Auserwählungsgedanke), Zionismus und der moderne Staat Israel)
eine Perspektive für religiöses Zusammenleben in der Gegenwart entwickeln (Minjan und Verpflichtung zur Gemeinschaft)
sich mit ihrer eigenen jüdischen Herkunft auseinandersetzen (Schoa, jüdische Gemeinden in Deutschland nach 1945, Zuwanderung aus den GUS-Staaten seit 1990)
jüdische Spuren in Deutschland und in der Region entdecken (jüdische Heimatgeschichte vor Ort)
3.2.6 HAOLAM (Klassen 7/8/9)
die Mizwot der Torah in Beziehung zu Herausforderungen der modernen Welt setzen (Religionsfreiheit und Dina deMalchuta Dina, Verhältnis von Religion und Staat: Beschneidung, Schächten, Soziale Gerechtigkeit als Botschaft der Propheten)
wichtige Grundlagen der jüdischen Ethik verstehen und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen erkennen (Sprüche der Väter / Ethik, Zedaka – Almosen, Schutz des Fremden)
das jüdische Menschenbild reflektiert darstellen (noachidische Gebote, Schöpfungsgeschichte, Ursprung verschiedener Religionen, "... liebe Deinen Nächsten ..." (Lev. 19,18), Darche Schalom)
ihre Eigenverantwortung für die Belange der Welt erkennen (Friede, Gerechtigkeit, Freiheit, Toleranz, Umweltschutz, Tierschutz)
3.3.1 HASCHEM (Klasse 10)
anhand geeigneter Torastellen das jüdische Prinzip der Einheit Gottes aufzeigen (Gott als Schöpfer der Welt (Gen. 1,1-2,4), Gott als Schöpfer des Menschen (Gen. 1,26-2,25), Ebenbildlichkeit des Menschen nach Gen.1)
das theologische Konzept göttlicher Präsenz anhand folgender Torastellen darlegen: Gott als Befreier und Gesetzgeber (Ex. 2,16; 2,17-22; Ex. 17,1-7; Ex. 19,1-23,9), Gott als Beistand des Menschen durch die Korbanot (Lev. Paraschat Zaw, Kap. 6ff.; Lev. 23), Gott als Hort des Menschen im Gebet (Bittgebet, Dankesgebet, Lobgesang, Versöhnungsgebet: Gen. 22,3; Gen. 24,63; Gen. 28,11; Ex. 15,1-21; Deut. 11,13)
Gottesdienst / Orte des Gebetes (Stiftszelt, Tempel, Synagoge, ausgehend von Ex. 25,1-31,10; Ex. 36,8-40,38)
das Konzept der Heiligkeit Gottes und der Forderung nach Heiligkeit in Bezug auf das jüdische Volk entfalten (Lev. 11,43f.; Lev. 19)
die 13 Glaubensgrundlagen des Rambam erklären und erörtern
die Bundesschlüsse mit der gesamten Menschheit und dem jüdischen Volk sowie die Zuwendungen und Abwendungen Gottes erläutern (Jesaja 1,1-27; 40,1-26, Secharia 2ff., Haftara zu Paraschat Behaalotecha; Micha 5 und 6, Haftara zu Paraschat Balak; Amos 2f.; Hosea 11f.)
sich mit den Anfechtungen des Glaubens nach Hiob sowie während der Verfolgung und Vernichtung auseinandersetzen (Theodizee)
3.3.2 TORA (Klasse 10)
den Aufbau des Chumasch darstellen: Sefer (Buch), Paraschat HaSchawua (Sidra/Wochenabschnitt) Kapitel/Perek (Vers/Pasuk)
den Aufbau des Tenach darstellen und zentrale Inhalte (zum Beispiel Landnahme, Richter und Könige, Propheten, Exil und Rückkehr) herausarbeiten
in Grundzügen Inhalte der Torah den Büchern und ausgewählten Paraschijot zuordnen
eine wichtige Stelle der Torah mit dem klassischen Kommentar von Raschi vorzustellen, zum Beispiel den Anfang der Schöpfungserzählung, Gen. 1,1
klassische Kommentare und Midraschim zum Chumasch analysieren
die Zusammenhänge zwischen Parascha und Haftara erläutern
Prinzipien traditioneller Schriftauslegung erklären (PaRDeS)
den Aufbau des Talmuds (Ordnungen der Mischna, Gemara, Beschreibung eines Talmudblattes) untersuchen
jüdisches Lernen mit dem Wissenserwerb in anderen Bereichen vergleichen und begreifen (Schema Jisrael: Weschinantam leWanecha: Weitergabe der Tradition; laassok beDiwre Torah: Toralernen als Selbstzweck, nach Pirke Awot Kap. 6)
3.3.3 LUACH (Klasse 10)
Aufbau und Inhalte des Siddurs beschreiben – Schema Jisrael dem Chumasch zuordnen – Amida (Berachot unterteilen in Lob, Bitten und Dank) – Gebetszeiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Schacharit, Mincha und Maariw herausarbeiten
Aufbau und Inhalt des Machsors (Festtagsgebetbuch) erläutern (Hallel, Mussaf Amida für die Schalosch Regalim, Kol Nidre, Awinu Malkenu, Sündenbekenntnis Aschamnu)
vokalisierte hebräische Texte (Schema Israel, Berachot über Speisen und Birkat Hamason) lesen und hebräische Begriffe aus dem Schema Jisrael der Deutschen Übersetzung zuordnen
die jüdischen Feiertage in den jüdischen Kalender einordnen und deren Ursprung im Chumasch und Tenach herausarbeiten und zwischen Torah-, rabbinischen und modernen Feier- und Gedenktagen unterscheiden (Schabbat, Rosch Haschana und Jom Kippur, Pessach, Schawuot, Sukkot und Schemini Azeret, Purim, Chanukka, die Fasttage, Jom Jeruschalaim)
Stationen des jüdischen Lebensweges (Berit Mila, Pidjon HaBen, Bar- und Bat-Mizwa, Chuppa, Get, Awelut) beschreiben
Ausführungen über Inhalte, Funktion und Spiritualität von Gebeten und Beten interpretieren
die Bedeutung von Seder-Teller, Sukka, Lulaw, Schabbat-, Feiertagskerzen, Tefillin, Mesusa und Zizit, Kiddusch und Hawdala erläutern
die tiefgründige Rolle des Schabbats analysieren (Israel M. Lau: Wie Juden leben, Kapitel "Der Sabbat")
3.3.4 HAADAM (Klasse 10)
die Torastellen zum Menschen als Geschöpf Gottes, seine Verfehlung und seine Würde im Prozess des Bundes mit Gott deuten (Jezer hatow – Jezer hara, Willensfreiheit des Menschen; Gen. 1,26-27; 2,7; 3,1-23; 4,1-16; 6,1-22; 11,1-9; ausgewählte Psalmen)
zwischenmenschliche Begegnungen im Sinne der Nächstenliebe "weahawta leReacha kamocha" interpretieren (Lev. 19,15-18 / Ex. 23,9 / Deut. 10,19-25 / Micha 6,8 / Pirke Awot 1,2 / Jewamot 79a / Schabbat 133b)
Hauptmerkmale der jüdischen Ethik: Geistigkeit, Freiheit, Verantwortlichkeit mithilfe klassischer Texte darlegen (Pirke Awot, Rambam: Mischne Torah, Hilchot Jessode HaTorah und Hilchot Teschuwa)
den unschätzbaren Wert des menschlichen Lebens im Judentum anhand des Prinzips von Pikuach Nefesch herausarbeiten
allgemein-ethische mit religiös-jüdischen Prinzipien in Beziehung setzen (zum Beispiel in den Bereichen Wirtschafts- und Sozialethik, Materialismus, Egoismus, Determinismus)
die 613 Mizwot nach verschiedenen Gesichtspunkten klassifizieren und erörtern (Mitzwot scheben Adam laMakom und scheben Adam leChawero nach der Mischna Joma 8,9; Vernunftgebote und Gehorsamsgebote nach Joma 67b und Saadja Gaon: Glaubenslehren und Meinungen, Buch 3; Körperpflichten und Herzenspflichten nach Bachja ibn Pakuda: Chowot HaLewawot, Einleitung)
3.3.5 KELAL JISRAEL (Klasse 10)
verschiedene Epochen der jüdischen Geschichte erklären (biblische, nachbiblische Zeit, Mittelalter, Moderne)
Stationen der Volkswerdung aus dem Tenach herausarbeiten (Awot, Jeziat Mizrajim, Har Sinai, Erez Jisrael, Richter (Debora), Könige)
diverse zentrale Ereignisse in der Geschichte und deren Folgen erklären (Zerstörung beider Tempel / Beginn der Diaspora / Jawne: Rabbinisches Judentum, Hellenismus und Chanukka, Kreuzzüge / Synagoge und Ecclesia, Aufklärung und Haskala, Formen der Judenfeindschaft (zum Beispiel Fehlinterpretation des Schadenersatzprinzips "Auge um Auge, Zahn um Zahn" Lev. 24,20; Auserwählungsgedanke), Zionismus und der moderne Staat Israel)
Perspektiven für religiöses Zusammenleben in der Gegenwart entwickeln (Minjan und Verpflichtung zur Gemeinschaft, Religiöse und säkulare Bewegungen des Judentums in Vergangenheit und Gegenwart)
sich mit ihrer eigenen jüdischen Herkunft auseinandersetzen (Schoa, jüdische Gemeinden in Deutschland nach 1945, Zuwanderung aus den GUS-Staaten seit 1990)
jüdische Spuren in Deutschland und in der Region entdecken (SchUM-Gemeinden, Landjudentum, jüdische Heimatgeschichte vor Ort)
3.3.6 HAOLAM (Klasse 10)
die Mizwot der Torah in Beziehung zu Herausforderungen der modernen Welt setzen (Religionsfreiheit und Dina deMalchuta Dina/Verhältnis von Religion und Staat: Beschneidung, Schächten. Soziale Gerechtigkeit als Botschaft der Propheten)
wichtige Grundlagen der jüdischen Ethik verstehen und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen erkennen (Sprüche der Väter / Ethik, Zedaka, Gastfreundschaft, Schutz des Fremden)
die Herausforderung der Religionen durch fortschreitende Säkularisation der modernen Gesellschaft benennen und seine Minderheitenposition nach außen vertreten
religiöse Werte und religiösen Extremismus differenziert betrachten
das jüdische Menschenbild reflektiert darstellen (noachidische Gebote, Schöpfungsgeschichte, Ursprung verschiedener Religionen, "weahawta leReacha kamocha" (Lev. 19,18), Darche Schalom)
ihre Eigenverantwortung für die Belange der Welt erkennen (Friede, Gerechtigkeit, Freiheit, Wirtschaftsethik, Umweltschutz, Menschenrechte oder Tierschutz)
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