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Lehrpläne Bayern
Gymnasium
Evangelische Religionslehre
inhaltsbezogen
ER5 Lernbereich 1: Ich und die anderen (ca. 10 Std.)
12
ER5 Lernbereich 2: Die Bibel und ihre Geschichten (ca. 12 Std.)
12
ER5 Lernbereich 3: Lebenswege mit Gott (ca. 14 Std.)
11
ER5 Lernbereich 4: Von Gott erschaffen (ca. 10 Std.)
13
ER5 Lernbereich 5: Spuren des Glaubens (ca. 10 Std.)
8
ER6 Lernbereich 1: In Beziehung (ca. 12 Std.)
13
ER6 Lernbereich 2: Zwischen Galiläa und Jerusalem (ca. 8 Std.)
7
ER6 Lernbereich 3: „Mitten unter euch“ – Jesu Botschaft und Leben (ca. 16 Std.)
11
ER6 Lernbereich 4: Feste und Auszeiten (ca. 10 Std.)
11
ER6 Lernbereich 5: Anders – fremd – verschieden (ca. 10 Std.)
12
ER7 Lernbereich 1: Glaube findet Sprache (ca. 12 Std.)
15
ER7 Lernbereich 2: Kirche hat Geschichte (ca. 12 Std.)
7
ER7 Lernbereich 3: Islam (ca. 12 Std.)
14
ER7 Lernbereich 4: Ich und meine Wünsche (ca. 10 Std.)
14
ER7 Lernbereich 5: Nächstenliebe und diakonisches Handeln der Kirche (ca. 10 Std.)
9
ER8 Lernbereich 1: Befreit vor Gott und Mensch? – Voraussetzungen und Folgen der Reformation (ca. 12 Std.)
10
ER8 Lernbereich 2: Propheten und die Frage nach Gerechtigkeit (ca. 12 Std.)
12
ER8 Lernbereich 3: Die Welt als Gottes Schöpfung (ca. 12 Std.)
9
ER8 Lernbereich 4: Ich in der Zeit (ca. 8 Std.)
10
ER8 Lernbereich 5: „Was glaubst denn du?“ – Vielfalt des Glaubens (ca. 12 Std.)
11
ER9 Lernbereich 1: Frei im Netz!? (ca. 10 Std.)
11
ER9 Lernbereich 2: „Für uns“ – der Glaube an Jesus Christus (ca. 14 Std.)
11
ER9 Lernbereich 3: Judentum (ca. 12 Std.)
12
ER9 Lernbereich 4: „In Verantwortung vor Gott“ – das Verhältnis von Kirche und Staat (ca. 12 Std.)
10
ER9 Lernbereich 5: Liebe – der Himmel auf Erden? (ca. 8 Std.)
11
ER10 Lernbereich 1: Wie halt ich’s mit der Religion? (ca. 10 Std.)
9
ER10 Lernbereich 2: Buddhismus (ca. 12 Std.)
10
ER10 Lernbereich 3: Zum Glück?! (ca. 10 Std.)
12
ER10 Lernbereich 4: Mitten im Tod: das Leben (ca. 12 Std.)
11
ER10 Lernbereich 5: Gerechtigkeit und Frieden in der einen Welt (ca. 12 Std.)
11
ER11 Lernbereich 1: Glaube und Vernunft – alte und neue Herausforderungen (ca. 14 Std.)
13
ER11 Lernbereich 2: Freiheit leben (ca. 14 Std.)
12
ER11 Lernbereich 3: Sola scriptura!? – Zugänge zur Bibel (ca. 14 Std.)
12
ER11 Lernbereich 4: Zwischen Distanz und Nähe: Judentum, Christentum, Islam (ca. 12 Std.)
12
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Kompetenzerwartungen
denken darüber nach, welche Auswirkungen Veränderungen wie ein Schulwechsel auf ihr Leben und ihre Person haben, und tauschen sich mit anderen darüber aus.
nehmen in ihrer neuen Schulsituation Rollenerwartungen sowie eigene und fremde Ansprüche bewusst wahr und fassen diese in Worte.
entdecken in biblischen Geschichten grundlegende Aussagen von der liebenden Zuwendung Gottes zum Menschen und beziehen diese auf die eigene Person.
erläutern die Zehn Gebote und das Doppelgebot der Liebe als Wegweiser für gutes Leben; sie begründen diese aus Gottes liebender und befreiender Begleitung des Menschen und geben die beiden Texte im Wortlaut wieder.
leiten aus den biblischen Impulsen passende Haltungen im Umgang mit anderen und mit sich selbst ab und zeigen Möglichkeiten auf, diese zum Ausdruck zu bringen.
Veränderungen angesichts des Schulwechsels, z. B. neues Beziehungsgefüge, Schulweg, Schulgebäude, Tagesablauf
fremde und eigene Ansprüche und damit zusammenhängende positive und negative Gefühle
Geschichten von der liebenden Zuwendung Gottes, z. B. Mk 10,13-16, Lk 15,11-32, Lk 19,1-10
Zehn Gebote als Hilfe für ein gutes Leben in Freiheit und als Zusage der Begleitung Gottes
das Doppelgebot der Liebe als höchstes Gebot
Memoriertexte: Zehn Gebote, Doppelgebot der Liebe
zu den biblischen Impulsen passende Haltungen, z. B. Zuverlässigkeit, Fairness, Mitgefühl; dazu Anforderungssituationen, z. B. aus Klassengemeinschaft, Familie, Sport
Kompetenzerwartungen
beschreiben vielfältige Begegnungsmöglichkeiten mit der Bibel und ihren Inhalten und tauschen sich über eigene Erfahrungen aus.
erklären in Grundzügen den Aufbau der Bibel und finden sich sicher in ihr zurecht.
nehmen die Vielfalt und Vielstimmigkeit biblischer Texte wahr und zeigen im Überblick, dass die Bibel eine lange Geschichte hat.
erklären an Beispielen den Einfluss der Bibel auf unsere Kultur und unterscheiden davon ihren Gebrauch als Glaubensbuch.
erläutern an einem Beispiel, inwiefern die Bibel beim Lesen oder Übersetzen immer auch interpretiert wird; sie gestalten eigene Auslegungs- und Deutungsversuche.
Begegnungsmöglichkeiten und eigene Erfahrungen, z. B. Kinderbibel, verschiedene Bibelausgaben, Hören biblischer Erzählungen, biblische Texte und Geschichten als mögliche Lebensbegleiter (Taufspruch), Gebrauch der Bibel in Andacht und Gottesdienst
Grundzüge des Aufbaus der Bibel: Altes Testament (AT) und Neues Testament (NT) und ihre Unterteilungen
Hilfen, um sich in der Bibel zurechtzufinden: Einteilung in Bücher, Kapitel, Verse; Inhaltsverzeichnis und Anhänge
einfacher Überblick über die Geschichte der Bibel
Beispiele für die kulturelle Bedeutung der Bibel, z. B. biblische Bezüge in Werbung, Musik, Jugendliteratur oder im Film, Bibel als Quelle von Sprachbildern und Redewendungen
Bibel als Glaubensbuch in der Spannung von Menschenwort und Gotteswort
Beispiel für Interpretation und Gestaltung, z. B. eine biblische Geschichte oder ein Psalm (ggf. in verschiedenen Bibelausgaben, Darstellungsformen, Bildern, Filmsequenzen)
Kompetenzerwartungen
deuten das Symbol des Wegs, beziehen es auf Veränderungen, Entwicklungen und Umbruchsituationen im eigenen Leben; sie artikulieren dabei eigene Glaubensfragen und Gottesvorstellungen und deren mögliche Veränderung.
erproben mit Hilfe der Sprache der Psalmen Möglichkeiten, Freude und Leid, Glaubensgewissheit und ‑zweifel auszudrücken.
geben eine Geschichtstradition aus dem Alten Testament im Überblick wieder und deuten ausgewählte Erzählungen als Nachdenken über Gottes Wegbegleitung.
beschreiben wichtige Merkmale des Gottesglaubens in der gewählten Geschichtstradition und diskutieren seine Bedeutung im Blick auf das eigene und das gemeinschaftliche Leben.
benennen Spannungen im Gottesbild der Bibel, setzen sich damit auch im Blick auf eigenes Nachdenken über Gott auseinander und gehen mit Fragen, die offenbleiben müssen, konstruktiv um.
symbolische Bedeutung von „Weg“
Veränderungen, Entwicklungen und Umbruchsituationen im eigenen Leben und veränderte Vorstellungen und Redeweisen von Gott
ein Psalm, z. B. Ps 23, Ps 84, Ps 121, Ps 139
Gottesbilder in einer ausgewählten Geschichtstradition des Alten Testaments: aus Abrahamserzählungen, Exodustradition oder Königsgeschichten
grundlegende Aussagen über Gott in den behandelten Erzählungen, z. B. Gott als Befreier, Begleiter, Wegweiser, Gott sucht die Beziehung zu den Menschen (Offenbarung, Bund), Gott schützt den Menschen gegenüber fremden Machtansprüchen
Schwierigkeiten, Probleme, Anfragen in Bezug auf Gott, z. B. aufgrund von Erfahrungen mit Leid und Bösem, aufgrund der Unsichtbarkeit Gottes
Kompetenzerwartungen
nehmen wahr, dass sie ihr eigenes Leben und die Lebensbedingungen, auf die sie angewiesen sind, nicht selbst hervorgebracht haben, und beschreiben mögliche Konsequenzen für das eigene Lebensgefühl.
geben den 1. Glaubensartikel im Wortlaut wieder, setzen sich mit Luthers Auslegung auseinander und erklären die Bedeutung eines gemeinsamen Bekenntnisses für den christlichen Glauben in einfachen Worten.
erläutern mögliche Widersprüche zwischen den Aussagen des 1. Glaubensartikels und leidvollem Geschehen in der Welt; sie gehen damit um, dass sich manche Spannungen nicht einfach lösen lassen.
deuten zentrale Aussagen aus biblischen Schöpfungstexten und stellen Bezüge zum 1. Glaubensartikel her.
erläutern, wie der Glaube an Gott den Schöpfer Hoffnung machen kann, und diskutieren Konsequenzen für den Umgang mit sich selbst und mit anderen.
Haltung des Empfangens und der Empfänglichkeit als Grundzug des Lebens: Angewiesensein auf andere Menschen und auf Voraussetzungen, die man nicht selbst hervorgebracht hat
mögliche Konsequenzen daraus wie Abhängigkeitsgefühl, Gleichgültigkeit, Freude oder Dankbarkeit; dazu ggf. passende Ausschnitte aus Psalmen (z. B. Ps 104,24f., Ps 111,2) oder Liedern
Memoriertext: 1. Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses
Luthers Auslegung des 1. Glaubensartikels im Kleinen Katechismus
mögliche Widersprüche im Bild von Gott als gütigem Vater und allmächtigem Schöpfer, z. B. die Frage nach dem Warum von Leid und Bösem, die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes, die Frage, ob und wie Gott erkennbar ist
biblische Schöpfungstexte: Gen 1,1-2,4a, Gen 2,4b-3,24; ggf. andere Schöpfungs- und Verheißungstraditionen, wie z. B. Ps 136, Jes 65, Gen 8,22
Aspekte des Glaubens an Gott, den Schöpfer, z. B. Gott als Bewahrer und Vollender der Welt, der Mensch als Geschöpf und Teil der Schöpfung, Ebenbildlichkeit des Menschen, Auftrag zur Sorge für die Welt und zur Mitgestaltung
Konsequenzen des biblisch-christlichen Schöpfungsverständnisses, wie z. B. Würde jedes Menschen, Widerspruch gegen den Zustand der Welt und Hoffnung auf Veränderung, Mitgestaltung der Welt, Grenzen der Machbarkeit
Kompetenzerwartungen
identifizieren in ihrem Umfeld Spuren von Glaube und Religion und erklären in Ansätzen die Bedeutung von religiösen Ausdrucksformen für das Leben vor Ort.
erläutern die Bedeutung ausgewählter Symbole und Zeichen im Kontext des christlichen Glaubens.
beschreiben Grundzüge einer Kirchengemeinde und erklären, wie durch ihre Gebäude, durch einzelne Personen oder im Gemeindeleben christlicher Glaube zum Ausdruck gebracht wird.
unterscheiden verschiedene Möglichkeiten christlichen Feierns und Innehaltens und erproben diese exemplarisch.
Spuren und Ausdrucksformen von Glaube und Religion, z. B. in Architektur, im sozialen Leben (Einrichtungen, Beteiligung von Kirche und religiösen Gruppen an öffentlichen Veranstaltungen), im Leben und Wirken einer Person in der Umgebung
Symbole und Zeichen wie Kreuz, Taube, Weg, Licht; dazu ggf. Kennzeichen von Symbolsprache: Deutungsoffenheit u. a.
Grundzüge einer Kirchengemeinde: Gebäude, Personen, Aspekte von Gemeindeleben, z. B. Aktivitäten, Gottesdienste, Taufe, Abendmahl, Konfirmation, Kasualien; ggf. Kirchenexkursion
verschiedene Möglichkeiten christlichen Feierns und Innehaltens, z. B. Andachten zu bestimmten Anlässen, auch im Alltag
Kompetenzerwartungen
nehmen wahr, dass Menschen in Beziehungen leben, in denen sie Nähe und Vertrauen sowie Spannungen und Konflikte erfahren, und tauschen sich über eigene Erfahrungen aus.
beschreiben und reflektieren das Zusammenleben in der Familie als einen Ort, der ihnen vorgegeben ist und auf vielfältige Weise gestaltet werden kann; sie skizzieren dabei eigene Gestaltungsspielräume.
erläutern an Beispielssituationen Merkmale von Freundschaft und reflektieren die Bedeutung von Freundschaft im Leben.
beschreiben typische Rollen und Prozesse in Gruppen und die in ihnen wirkenden Regeln; sie unterscheiden positive und problematische Prozesse an konkreten Beispielen und leiten eigene Handlungsmöglichkeiten ab.
zeigen Möglichkeiten des Umgangs mit Konflikten auf und legen anhand konkreter Beispiele dar, welche davon in der jeweiligen Situation sinnvoll sein können.
identifizieren in biblischen Geschichten typische menschliche Konflikte und Schwierigkeiten des Zusammenlebens, deuten diese vor dem Hintergrund von Gottes Begleitung und Bejahung und stellen Bezüge zu Konfliktsituationen in ihrem Umfeld her.
Erfahrungen in Beziehungen, z. B. Nähe, Unterstützung, Fürsorge, Auseinandersetzung, Distanz und Eigenständigkeit
Herausforderungen des Familienlebens, z. B. Möglichkeiten der Entscheidungsfindung, Umgang mit Regeln, Ausbalancieren von Anpassung und Selbständigkeit
Zusammenleben in der Familie, auch angesichts verschiedener Familienformen, z. B. Kern-, Patchwork-, Eineltern- oder Mehrgenerationenfamilie
Merkmale von Freundschaften und ihre Bedeutung, Freundschaft als selbstgewählte enge Beziehungsform mit besonderen Spielräumen; ggf. auch unabhängig von örtlicher Nähe, etwa im digitalen Bereich
typische Prozesse und Mechanismen in Gruppen im Zusammenhang mit Rollenerwartungen und ‑mustern, z. B. Anführer, Außenseiter, Spaßmacher, Mitläufer
Umgang mit Konflikten, z. B. Konfrontation, Aushalten, Rückzug, Vermeidung, Möglichkeiten des Perspektivenwechsels und der Empathie, Mediation durch Streitschlichter
Gottes Zuwendung unabhängig vom Gelingen von Beziehungen in den Familien- und Verwandtschaftsgeschichten der Bibel oder einem Gleichnis bzw. gleichnishaften Handlungen Jesu
Kompetenzerwartungen
beschreiben die Lebensbedingungen in dem Land, in dem Jesus lebte, und wenden ihre Kenntnisse bei der Auseinandersetzung mit Leben und Botschaft Jesu an.
erklären wichtige Elemente des jüdischen Glaubens, um Jesus im Kontext des Judentums seiner Zeit zu verstehen.
nehmen wahr, dass das Judentum bis heute eine lebendige Religion ist, und zeigen dies an einem Beispiel auf.
geographische, politische und soziale Lebensbedingungen und Verhältnisse zur Zeit Jesu
im Überblick: verschiedene Gruppen des Judentums zur Zeit Jesu und ihre Überzeugungen
wichtige Elemente jüdischen Glaubens und Lebens: Hoffnung auf Gottes neue Welt und den Messias, Tora, Sabbat, Pessach
ein Beispiel für jüdisches Leben heute, z. B. Umgang mit Glaubenstraditionen, jüdisches Gemeindeleben, ein Fest
Kompetenzerwartungen
erläutern den Charakter der Evangelien als historisch bedingte Glaubenszeugnisse und berücksichtigen dies bei der Deutung von Texten aus den Evangelien.
identifizieren die Botschaft vom anbrechenden Reich Gottes als Mitte der Verkündigung Jesu, deuten Gleichnisse und Wundererzählungen als dessen Vergegenwärtigung und beziehen die Reich-Gottes-Botschaft auf jüdische Hoffnungen.
beschreiben differenziert und ausgewogen an Beispielen die unterschiedlichen Reaktionen, die Jesus bei Menschen seiner Zeit hervorruft.
geben über die Erzählungen von Passion und Ostern im Überblick Auskunft und zeigen, wie diese mit Jesu Botschaft vom Reich Gottes zusammenhängen.
geben den 2. Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses im Wortlaut wieder, deuten bekenntnishafte Aussagen sowie künstlerische oder musikalische Gestaltungen des Glaubens an Jesus Christus und drücken ihre Sicht auf Jesus Christus in selbstgewählter Form aus.
Evangelien als Glaubenszeugnisse, etwa am Beispiel der Weihnachtsgeschichten
Jesu Botschaft vom anbrechenden Reich Gottes anhand von ausgewählten Gleichnissen und Wundergeschichten
unterschiedliche Reaktionen auf Jesus von Seiten der religiösen Gruppierungen, der römischen Staatsmacht, der Jünger und Jüngerinnen
Zusammenhang von Passion und Ostern mit Jesu Botschaft vom Reich Gottes, z. B. Jesu Leiden und Sterben als Konsequenz seiner Botschaft vom Reich Gottes, Auferstehung als Durchsetzung der (gewaltlosen) Liebe Gottes, als Bestätigung der Botschaft Jesu und seines Vertrauens auf Gott
Memoriertext: 2. Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses
bekenntnishafte Aussagen: Jesus, der Christus; ggf. ein weiterer Hoheitstitel; Glaubensaussagen, z. B. in Gebeten, Liedern, Kunst, Musik
Kompetenzerwartungen
zeigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Formen des Feierns auf und deuten Feste als wichtiges Element des Menschseins.
erläutern, wie durch Festtage dem Lauf des Lebens eine Struktur gegeben wird und wie sich darin Momente der Wiederholung und Veränderung zeigen.
erklären den Aufbau des Kirchenjahrs und verorten die christlichen Hauptfeste im Kirchenjahr.
setzen christliche Feste in Bezug zum 2. Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses und identifizieren in ihnen wichtige Grundaussagen des Glaubens.
erproben eigene Gestaltungsmöglichkeiten beim Feiern von christlichen Festen und im Umgang mit christlichen Symbolen.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten anhand von Kriterien wie familiär/öffentlich, einmalig/wiederkehrend, ausgelassen/andächtig, christlich/aus einer anderen Religion, religiös/weltlich
Deutung von Festen, z. B. als Zeit der Freude, als bewusste Pause, als Unterbrechung des Alltags, als Abstandnehmen
Strukturierung des Lebens durch wiederkehrende Festtage (z. B. Geburtstag, Weihnachten, Silvester) und einmalige Feste (z. B. Taufe, Einschulung, Konfirmation)
Aufbau des Kirchenjahrs: wichtige christliche Feste des Kirchenjahrs in Weihnachtsfestkreis, Osterfestkreis, Trinitatiszeit; dazu ggf. liturgische Farben und Symbole
Feste des Kirchenjahrs in Bezug zum Apostolischen Glaubensbekenntnis, insbesondere Weihnachten, Ostern und Himmelfahrt
Gestaltungsmöglichkeiten von christlichen Festen, z. B. in Gottesdienst oder Andacht, ggf. im Rahmen der Religionsgruppe oder der Schule
Kompetenzerwartungen
tauschen sich mit anderen über Situationen aus, in denen sie sich fremd fühlen bzw. als „anders“ wahrgenommen werden; sie stellen Bezüge zu Situationen her, in denen sie andere als fremd und anders erleben.
beschreiben Verschiedenheit und Differenz als Grundgegebenheit des Menschseins und verdeutlichen dies an einem Beispiel.
identifizieren an Beispielen aus ihrem Alltag, aus Medien oder Literatur Vorurteile in der Gesellschaft und erläutern Ursachen und Folgen von Vorurteilen.
beschreiben unterschiedliche Reaktionen auf Anderssein und Fremdheit im privaten und öffentlichen Umfeld und nehmen dazu kritisch Stellung.
erläutern biblische Impulse zur Wahrnehmung von Verschiedenheit und zum Umgang mit Fremden und Fremdem und entwickeln daraus Kriterien für einen lebensförderlichen Umgang mit Verschiedenheit.
Situationen des Fremdseins und damit zusammenhängende Gefühle wie Unsicherheit, Angst, Faszination, Aggression
Verschiedenheit als Bedrohung und als Bereicherung
Differenzen als Barrieren zwischen Menschen, z. B. aufgrund von körperlicher oder geistiger Behinderung, Sprache, Kultur, sozialer Schicht
Ursachen von Vorurteilen in Auswahl, z. B. als lebensnotwendige Vereinfachung, als erlernte Gewohnheit, als Zeichen von Unsicherheit
Reaktionen auf Anderssein und Fremdheit: je ein Beispiel für gelungenes Miteinander und für Ausgrenzung bzw. Diskriminierung im näheren oder weiteren Umfeld
Biblische Impulse zur Wahrnehmung von Verschiedenheit und zum Umgang mit Fremden und Fremdem, z. B. Gottebenbildlichkeit, Fremdlingschaft in Ägypten oder im Exil, Nächstenliebe, Jesu Zuwendung zu behinderten und ausgegrenzten Menschen
Kriterien wie Interesse, Sachkenntnis, Respekt, Empathie, Balance zwischen Distanz und Nähe, Parteinahme, kompetente Hilfe
Kompetenzerwartungen
beschreiben Symbole für den Heiligen Geist in der Pfingstgeschichte und deuten diese.
beziehen Aussagen des 3. Artikels des Apostolischen Glaubensbekenntnisses auf Glaubensfragen und geben diesen im Wortlaut wieder.
unterscheiden das Bekenntnis von anderen Sprachformen und erproben eigene Formulierungen.
beschreiben an Beispielen die Gestaltung von Kirchenräumen und den Wandel von Baustilen und zeigen, wie Glaube in Kunst und Architektur ausgedrückt wird.
geben Auskunft über wichtige Elemente des Gottesdienstes und tauschen sich über Erfahrungen mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Gottesdienstgestaltung aus.
erschließen Psalmen und Gebete als Sprachformen des Glaubens und geben das Vaterunser im Wortlaut wieder; sie gehen eigenständig mit Formulierungen von Gebeten um.
Symbole aus Apg 2 (Feuerzungen und Sturm) und ihre Bedeutung, z. B. Eröffnung neuer Sprach- und Lebensräume, Pfingsten als Beginn einer Bewegung, die Grenzen zwischen Menschen überwindet
Memoriertext: 3. Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses
Bedeutung einzelner Aussagen des 3. Glaubensartikels in Bezug zu eigenen Fragen des Glaubens
die drei Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses als ein grundlegendes Bekenntnis des christlichen Gottesglaubens und seine Funktion, z. B. als gemeinschaftsstiftender Glaubenstext, inhaltliche Orientierungshilfe und Richtschnur, Reibungsfläche für die persönliche Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben
Gestaltung von Kirchen in unterschiedlichen Epochen, z. B. Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Moderne; Werke der bildenden Kunst als Ausdrucksformen des Glaubens
wichtige Elemente des Gottesdienstes, z. B. Gebete, Predigt, Sakramente, Symbole, alte und neue Musik
Psalmen und Gebete als Sprachformen, um z. B. Lob, Dank und Klage sowie Wünsche für sich und andere vor Gott zu bringen
das Vaterunser als grundlegendes Gebet
Memoriertext: Vaterunser
Kompetenzerwartungen
ordnen die Pfingstgeschichte in ihren biblischen Kontext ein und geben über die Bedeutung des Pfingstereignisses für die Entwicklung des christlichen Glaubens Auskunft.
beschreiben Leben und Wirken des Paulus in Grundzügen und erklären seine Rolle bei der Entwicklung des christlichen Glaubens.
stellen wichtige Etappen von der Entstehung des Urchristentums bis zur Konstantinischen Wende dar und deuten diese als Weichenstellungen auf dem Weg der Kirche, die Auswirkungen bis heute haben.
Pfingsten im biblischen Kontext zwischen Auferstehung und dem Entstehen der ersten Gemeinden, hierzu Apg 2, ggf. Bezug zum Turmbau zu Babel
Pfingsten als „Geburtsstunde der Kirche“
ausgewählte Aspekte aus Leben und theologischem Wirken des Paulus anhand von Berichten in der Apostelgeschichte und Beispielen aus den Briefen
wichtige Etappen als Weichenstellung: Leben und Konflikte in den ersten Gemeinden, Ausbreitung des Christentums, Christenverfolgung, Konstantinische Wende
Kompetenzerwartungen
identifizieren Spuren islamischer Religion und Kultur in ihrem Umfeld und ggf. in Medien oder bei Reisen, beschreiben diese Spuren und setzen sie in Bezug zum islamischen Glauben.
erläutern Grundzüge des islamischen Glaubens und den Einfluss von islamischem Glauben auf die Lebensführung.
geben einen Überblick über die Anfänge des Islam und die gegenwärtige Ausbreitung.
nehmen wahr, dass es „den“ Islam nicht gibt und beschreiben seine Vielgestaltigkeit in Auswahl.
erläutern ein kontroverses Gesprächsthema und verhalten sich in Begegnung und Gespräch mit Muslimen respektvoll.
entdecken in der Begegnung mit dem Islam eigene kulturelle Prägungen und Glaubensvorstellungen und bringen Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zwischen christlichem und islamischem Glauben angemessen zum Ausdruck.
Spuren islamischer Religion und Kultur, z. B. in Alltagserfahrungen mit Menschen islamischer Glaubenszugehörigkeit, bei Gebäuden (insbesondere Moscheen), in Nachrichten, Filmen, Musik
Grundzüge islamischen Glaubens: Gottesverständnis des Islam; die Fünf Säulen, ihre Glaubensbedeutung und ihre Bedeutung im Alltag; Offenbarung des Koran, Schriftverständnis
Anfänge des Islam: Mohammed in Mekka und Medina, Kampf gegen Polytheismus, Mohammed als Prophet und politischer Führer
gegenwärtige Ausbreitung im Überblick, z. B. Länder mit überwiegend muslimischer Bevölkerung, Verbreitung des Islam in Europa
Vielgestaltigkeit des Islam, z. B. unterschiedliche Glaubenspraxis, islamische Richtungen wie Sunnismus, Schiismus, Alevitentum; ggf. fundamentalistische Strömungen
kontroverses Gesprächsthema, z. B. Frage des Kopftuchtragens, Geschlechterrollen, politische Dimension des Islam
christliche Glaubensvorstellungen in Auseinandersetzung mit muslimischen, z. B. Bedeutung Jesu, Verständnis von Offenbarung, Schriftverständnis, Bedeutung Abrahams
ein Beispiel guten Miteinanders der Religionen, z. B. in der Schule
Kompetenzerwartungen
formulieren eigene Wünsche, Träume, Sehnsüchte und diskutieren über Möglichkeiten und Grenzen ihrer Erfüllbarkeit.
nehmen wahr, in welchem Verhältnis Medien einerseits und Wünsche und Träume von Jugendlichen andererseits stehen, und beziehen kritisch Stellung dazu.
erörtern positive und negative Wirkungen von Vorbildern und Idolen.
beschreiben an einem Beispiel Ursachen, Symptome und Folgen von Sucht bzw. Abhängigkeit sowie mögliche Auswege und stellen Bezüge her zur Thematik von Wünschen und Träumen.
entdecken Impulse des Glaubens für einen lebensdienlichen Umgang mit Wünschen und Träumen und bringen sie ins Gespräch mit anderen ein.
erläutern biblische und nichtbiblische Visionen von einer besseren Welt und setzen diese in Beziehung zu eigenen Zukunfts- und Hoffnungsbildern.
Wünsche, Träume, Sehnsüchte, z. B. in ihrer realitätsübersteigenden und wirklichkeitsverändernden Kraft; dazu Beispiele und Erfahrungen
Verhältnis von Medien und Wunschträumen Jugendlicher: Ausdruck von Wünschen und Träumen in der medialen Welt, z. B. virtuelle Selbstinszenierung; Einfluss von Medien, z. B. Erzeugung von Bedürfnissen durch Schönheitsideale, Werbung o. Ä.
positive Wirkungen von Vorbildern und Idolen, z. B. Hilfe beim Entwickeln einer eigenen Persönlichkeit und beim Formulieren von Lebenszielen; negative Wirkungen, z. B. Leistungsdruck, unrealistische Ziele, Personenkult
Sucht bzw. Abhängigkeit, z. B. in Bezug auf Essen, Drogen, digitale Medien
Auswege, z. B. durch Hilfs- und Unterstützungsangebote wie Online-Seelsorge, Telefonseelsorge, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen
christliche Impulse für einen lebensdienlichen Umgang mit Wünschen und Träumen, z. B. Angenommensein, Vertrauen und Hoffnung, Kreativität des Menschen, das 1. Gebot in seiner kritischen Funktion, die Möglichkeit, Wünsche im Gebet vor Gott zu bringen
Visionen als Entwürfe einer besseren Welt, z. B. in der Literatur oder im Film; dazu biblische Texte wie Jes 11, Mi 4, Offb 21; ggf. Gestaltung eigener Visionen in Wort oder Bild
eine Vision, die die Geschichte beeinflusst hat, z. B. Martin Luther King, Nelson Mandela, Friedensgebete in der DDR
Kompetenzerwartungen
reflektieren eigene Erfahrungen von Hilfsbedürftigkeit sowie von Möglichkeiten und Grenzen des Helfens.
erklären die zentrale Bedeutung von Nächstenliebe für den christlichen Glauben anhand biblischer Überlieferungen und stellen Bezüge zu eigenen Erfahrungen mit Helfen und Sich-helfen-Lassen her.
beschreiben an Beispielen aus Geschichte und Gegenwart die Umsetzung des Gedankens der Nächstenliebe im diakonischen Handeln der Kirche.
nehmen Hilfsbedürftigkeit im näheren gesellschaftlichen Umfeld wahr und erörtern Handlungsmöglichkeiten im Horizont von Nächstenliebe.
Erfahrungen von Hilfsbedürftigkeit, z. B. in Familie, Freundeskreis, Schule
Möglichkeiten und Grenzen des Helfens, z. B. angesichts von Voraussetzungen, Begabungen, Gefühlen; dazu auch Schwierigkeiten wie Verpflichtung, Abhängigkeit, eigene Schwäche
zentrale Bedeutung von Nächstenliebe: Nächstenliebe als Konsequenz und Ausdruck von Gottesliebe, biblische Überlieferungen wie Lev 19,18, Lk 10,25-27, Mt 25,31-46
Nächstenliebe im diakonischen Handeln der Kirche in Geschichte und Gegenwart: Anfänge der Diakonie als Institution (z. B. Johann Hinrich Wichern, Wilhelm Löhe, Friedrich von Bodelschwingh), ein ausgewähltes diakonisches Arbeitsfeld, z. B. im lokalen Umfeld
Handlungsmöglichkeiten an einem Beispiel; ggf. ein Projekt diakonischen Lernens an einem außerschulischen Lernort
Kompetenzerwartungen
beschreiben Zusammenhänge zwischen Luthers Leben in der Zeit des ausgehenden Mittelalters und seinen theologischen Einsichten.
erläutern reformatorische Entdeckungen zu Gott und Mensch unter dem Gesichtspunkt von Freiheit und reflektieren sie vor dem Hintergrund eigener Vorstellungen und Erfahrungen.
setzen sich mit problematischen Entwicklungen in der Reformationszeit kritisch auseinander und beziehen dazu unter Berücksichtigung des historischen Kontextes Stellung.
stellen Einflüsse der Reformation auf das kulturelle und gesellschaftliche Leben dar und identifizieren sie in ihrer Lebenswelt.
Voraussetzungen der Reformation, wie z. B. mittelalterliche Frömmigkeit, Mönchtum, Papsttum, Ablasswesen; Veränderungen in Wissenschaft und Weltbild
Aspekte des Lebens Luthers in ihrer Bedeutung für die reformatorische Theologie, z. B. Eintritt ins Kloster, Bibelstudium, „Thesenanschlag“, Reichstag in Worms
reformatorische Entdeckungen: „allein durch Christus, allein aus Gnade, allein durch Glauben, allein die Schrift“, auch in ihrer Relevanz für das Leben der Schülerinnen und Schüler
der Gedanke der Freiheit eines Christenmenschen und des allgemeinen Priestertums
mindestens ein Beispiel für Problematisches oder Verstörendes im Zusammenhang mit der Reformation, wie z. B. Umgang mit Glaubensgegnern, Bauernkrieg, Judenfeindschaft, Bildersturm
Einflüsse der Reformation, wie z. B. die Bedeutung der Bibelübersetzung für die deutsche Sprache, der Stellenwert einer Bildung für alle, Demokratisierungs- und Gleichberechtigungstendenzen; ggf. Beispiele aus Architektur, Musik, Literatur, Film
Kompetenzerwartungen
nehmen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit im eigenen Leben bzw. in der Gesellschaft wahr und erläutern Ursachen und Folgen an einem Beispiel.
erklären am Beispiel einer prophetischen Tradition des Alten Testaments, was Propheten auszeichnet und wie sie sich im Namen Gottes für Gerechtigkeit einsetzen.
deuten den prophetischen Kampf gegen andere Götter als Kritik an Mächten und Ideologien, die den Menschen ganz beanspruchen wollen, und setzen sich damit in Bezug auf eigene Lebenserfahrungen auseinander.
beschreiben am Beispiel eines Propheten, wie Glaube und Zweifel, Selbstbewusstsein und Unsicherheit zusammengehören, und tauschen sich über Möglichkeiten und Grenzen aus, eigene Standpunkte zu vertreten und für Gerechtigkeit einzutreten.
erörtern, wie Menschen sich für Gerechtigkeit engagieren, und beschreiben Ähnlichkeiten und Differenzen zu biblischen Propheten.
Erfahrungen mit Ungerechtigkeit, z. B. in Familie, Schule, Gesellschaft; dazu unterschiedliche Vorstellungen von Gerechtigkeit
Merkmale prophetischer Existenz und Verkündigung wie Berufung, Visionen, Bezugnahme auf die jeweils aktuelle politische Situation, Zeichenhandlungen, öffentliche Kritik, Ansage von Heil und Unheil; dazu eine prophetische Tradition im Überblick, z. B. Jeremia, Amos
prophetisches Verständnis von Gerechtigkeit auf der Basis der Tora: Leben in geschenkter Freiheit im Sinne der Exodustradition, Orientierung an den Schwachen, Hoffnung auf Schalom
mindestens ein Beispiel für die Kritik der Propheten an der Götzenverehrung und ihr Werben um Treue zu dem lebendigen Gott; ein aktuelles Beispiel für lebensfeindliche Ideologien
Zweifel und Unsicherheit des Propheten: sich zum Reden gezwungen fühlen; Erfahrungen wie Ablehnung, Konkurrenz, Verfolgung; Zweifel an Gott und am eigenen Auftrag
eigene Erfahrung damit, für Überzeugungen einzustehen; dazu Gefühle wie Mut, Stolz, Sicherheit, Angst, Zweifel, Einsamkeit
eine Person oder eine Gruppierung, die sich im Lebensbereich der Schülerinnen und Schüler oder im gesellschaftlichen Kontext für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt bzw. eingesetzt hat: ihre Motivation, ihr Auftreten, ihre Botschaft; Unterscheidung zwischen biblischen Propheten im engeren Sinne und mutigen, engagierten Menschen
Kompetenzerwartungen
erklären den Begriff Weltbild und beschreiben Konsequenzen verschiedener Vorstellungsmodelle für das Selbstverständnis des Menschen und sein Verhältnis zur Welt.
unterscheiden die verschiedenen Zugänge von Naturwissenschaft und Glauben zu Fragen nach der Welt und dem Menschen und nehmen Stellung zu Anfragen an den Schöpfungsglauben im Namen der Naturwissenschaft.
erläutern die biblisch-christliche Rede von Gott als Schöpfer der Welt und dem Menschen als Geschöpf und beziehen diese auf ihre eigenen Vorstellungen von der Welt.
leiten aus wichtigen Aussagen des Schöpfungsglaubens Konsequenzen für das Verhältnis zur Welt und die Weltgestaltung ab und beschreiben diese an einem Beispiel.
verschiedene Vorstellungsmodelle von Welt, wie z. B. die Welt als Kreislauf, als Geheimnis, als zielgerichtete Fortentwicklung, als zielloser Zufall; daraus erwachsende Einflüsse auf das Lebensgefühl und u. U. auf die Lebensführung
unterschiedliche Weltzugänge von Naturwissenschaft und Glauben, dazu Unterscheidung von Sachfragen und Sinnfragen
Möglichkeit eines konstruktiven Verhältnisses von Schöpfungsglauben und Naturwissenschaft: Reden von der Schöpfung als Glaubensperspektive im Unterschied zu Fragen nach der Weltentstehung als wissenschaftlicher Herangehensweise; dazu ggf. Problematik von Kreationismus und Evolutionismus
biblischer Schöpfungsglaube als bestimmte Sichtweise auf die Welt als noch nicht vollendete, dazu Aspekte aus Gen 1–3, z. B. Ordnung vs. Chaos, Hoffnung auf Vollendung, Ebenbildlichkeit und Herrschaftsauftrag des Menschen; 1. Artikel des Glaubensbekenntnisses
mögliche Konsequenzen des Schöpfungsglaubens, z. B. Dank und Klage als Ausdrucksformen einer auf Gott den Schöpfer bezogenen Haltung, Einsatz für eine bessere Welt, Entlastung von Machbarkeitsvorstellungen, Relativierung der Welt
Kompetenzerwartungen
identifizieren und deuten Situationen, in denen Zeit im Alltag eine Rolle spielt oder zum Problem wird, und tauschen sich darüber unter Einbezug eigener Erfahrungen aus.
philosophieren über Zeit und erläutern wichtige Aspekte von Zeit als Grundbedingung menschlichen Lebens.
beschreiben bedeutsame Veränderungen im Rahmen der eigenen Lebensgeschichte und beziehen sie auf die Frage nach der eigenen Identität.
leiten aus biblisch-christlichen Sichtweisen von Zeit, Endlichkeit und Ewigkeit Konsequenzen für das Lebensgefühl bzw. die Lebensgestaltung ab und bringen sie mit ihren Überlegungen und Erfahrungen ins Gespräch.
Phänomene wie Zeitdruck, Zeitknappheit, Freizeit, Langeweile, Nichtstun im Erfahrungsbereich der Schülerinnen und Schüler
mindestens eine Problemstellung in Bezug auf Zeit, z. B. Relativität von Zeit und Zeitempfinden, Komplexität des Zeitbegriffs
Zeit als grundlegende Voraussetzung für die Entstehung von Leben, seiner Entwicklung, seiner Endlichkeit und Unumkehrbarkeit
Beispiele für eigene Veränderungen und Entwicklungen von der Kindheit zum Jugendalter; Fragen nach Brüchen und Kontinuität angesichts solcher Entwicklungen
Aspekte biblisch-christlicher Sichtweisen von Zeit, z. B. Lebenszeit als Gabe Gottes, Gott als Herr der Zeit und Geschichte, Schöpfung als unabgeschlossener Prozess, Ewigkeit als Aufgehobensein in Gottes Hand und als Zeitlosigkeit
Konsequenzen daraus für Lebensgefühl bzw. Lebensgestaltung wie Lebenszeit als Geschenk und Gestaltungsaufgabe, Befreiung vom Zwang, selbst alles erreichen zu müssen, Sensibilität für Ewigkeits- und Kairosmomente im Leben
Kompetenzerwartungen
tauschen sich über eigene Erfahrungen mit Glauben und Kirche aus und beziehen diese auf die Vorstellung von sichtbarer und verborgener Kirche.
benennen wichtige Unterschiede zwischen der evangelischen und der katholischen Sicht von Kirche und setzen sie in Beziehung zu gegenwärtigen ökumenischen Bestrebungen.
nehmen die Vielfalt der Auslegung des christlichen Bekenntnisses wahr und verorten in ihr konfessionelle Ausprägungen.
nehmen gegenwärtige Frömmigkeitsformen bzw. -bewegungen innerhalb der Kirche wahr und verorten sie im historischen Zusammenhang.
beschreiben ein religiöses bzw. religionsähnliches Sinnangebot außerhalb der Kirche und setzen sich damit im Horizont christlicher Freiheit auseinander.
Erfahrungen und Einstellungen der Schülerinnen und Schüler z. B. im Blick auf eigene Glaubensvorstellungen, Konfessionalität, Konfirmation, gemeindliches Engagement, Schulgottesdienste; die Rede von der verborgenen Kirche als Herausforderung für die vorfindliche sichtbare Kirche
Unterschiede im Kirchenverständnis von evangelischer und katholischer Kirche, dazu sichtbare Auswirkungen wie Ämter, Abendmahl; ökumenische Bestrebungen, z. B. auf regionaler oder internationaler Ebene
Vielfalt christlicher Konfessionen und Glaubensweisen im Überblick; dazu ein vertieftes Beispiel
mindestens ein Beispiel für gegenwärtige Frömmigkeitskultur, z. B. Klöster als Meditationsorte, Communitäten wie Taizé, charismatische Bewegungen wie Hillsong, Jugendgemeinden wie CVJM; dazu kirchengeschichtliche Zusammenhänge
ein Beispiel eines religiösen bzw. religionsähnlichen Sinnangebots: Aspekte wie Organisationsform, Verbreitung, Wirkung; dahinterstehende Vorstellungen, z. B. zu Zeit und Geschichte, Welt und Mensch, Gut und Böse; ggf. Erklärungen für mögliche Attraktivität
aus evangelischem Freiheitsverständnis abgeleitete Haltungen und Kriterien für die Auseinandersetzung wie Offenheit, Toleranz und Diskussionsbereitschaft, Dienst am Menschen
Kompetenzerwartungen
beschreiben und reflektieren ihr eigenes Agieren im Internet, unterscheiden dabei Formen der Nutzung und Grade der Mitgestaltung.
erläutern, wie durch die weltweite digitale Vernetzung einerseits Freiheiten und Handlungsmöglichkeiten eröffnet und andererseits Abhängigkeiten und Zwänge geschaffen werden.
reflektieren Auswirkungen des Internets auf das eigene Selbstverständnis und Selbstbild und entwickeln dazu Perspektiven unter Einbezug eines protestantischen Menschenbildes.
erörtern mindestens ein Beispiel problematischen Umgangs mit Menschen im Internet und leiten aus einem christlichen Verständnis von der Würde des Menschen Konsequenzen für eigene Internetaktivitäten ab.
Formen von Internetnutzung und –gestaltung im Zusammenhang mit z. B. Kommunikation, Spiel, Information, Unterhaltung, Konsum
Freiheiten und Handlungsmöglichkeiten durch digitale Vernetzung im gesellschaftlichen und persönlichen Bereich, z. B. Unabhängigkeit von zeitlichen und lokalen Begrenzungen, Teilhabe an Information, politische Mitbestimmung, freie Wahl der Unterhaltung, Hilfen im Alltag, Austausch über Kulturgrenzen hinweg
Abhängigkeiten und Zwänge, z. B. durch ständige Erreichbarkeit, zeitintensive Nutzung, falsche bzw. einseitige Information, Lenkung von Aufmerksamkeit, unkontrollierbare Weitergabe bzw. -verarbeitung personenbezogener Daten
Auswirkungen, z. B. Bewertungen durch andere als Stärkung oder Kränkung der eigenen Persönlichkeit, Austausch über Fragen, die die eigene Person betreffen, als Hilfe zur Orientierung oder als Konformitätsdruck, Ambivalenz einer erweiterten Privatsphäre, Gefahr des Rückzugs
Selbstverständnis des Menschen aus protestantischer Sicht als Korrektiv: seine Identität nicht selbst hervorbringen müssen, Freiheit von Zuschreibungen anderer und Freiheit zu Individualität und aktiver Gestaltung
ein Beispiel für einen problematischen Umgang mit Menschen, z. B. Cybermobbing, digitaler Pranger, Diskriminierung, Verbreitung von Unwahrheiten, Gerüchten und Geheimnissen
Konsequenzen aus dem christlichen Verständnis von Menschenwürde, Geschöpf und Ebenbildlichkeit, z. B. respektvoller Umgang mit Daten und Bildern anderer, Vermeiden von problematischen Kontakten, Eintreten gegen Verleumdung und Bloßstellung
Kompetenzerwartungen
setzen sich mit der Frage nach Gott auseinander und tauschen sich dabei über eigene Vorstellungen und Anfragen aus.
stellen in Auseinandersetzung mit christlichen Bekenntnisaussagen die Frage nach der Bedeutung Jesu für den christlichen Gottesglauben und formulieren eigene Gedanken dazu.
erläutern das „Für uns“ in unterschiedlichen Deutungen von Kreuz und Auferstehung Jesu und erörtern mögliche Konsequenzen für Lebensgefühl und Lebensorientierung.
identifizieren das „Für uns“ in Texten der Evangelien über Jesus Christus, erklären die Unterscheidung zwischen historischem Jesus und geglaubtem Christus und beziehen sie auf die Frage nach Gott.
vergleichen unterschiedliche Jesus-Deutungen in Bereich der Kultur und der Religionen und ordnen diese in den jeweiligen gesellschaftlichen und historischen Kontext ein.
unterschiedliche Vorstellungen von Gott im Lebensbereich der Schülerinnen und Schüler; eigene Anfragen an den Gottesglauben, z. B. angesichts von Vernunft und Autonomie, persönlicher oder fremder Leidenserfahrungen, der Pluralität der Religionen
christliche Bekenntnisaussagen, z. B. Hoheitstitel, Apostolikum; ggf. dazu Gedanken aus dem Kleinen Katechismus, moderne Bekenntnisse
Deutungen von Tod und Auferstehung Jesu „für uns“ wie Mitleiden Gottes, Stellvertretung, Erlösung, Versöhnungsopfer, Sieg über den Tod; dazu neutestamentliche Stellen (z. B. Mk 9,30-32, Mk 14–16, Joh 14,6, Phil 2,6-11), ein allgemein verständlicher theologischer Text; ggf. Beispiele aus Kunst und Musik
beispielhafte Texte aus den Evangelien, von Kreuz und Auferstehung her erschlossen, wie Ich-bin-Worte, Geschichten von Heilung, Sündenvergebung, Umkehr, Nachfolge
die – unbeantwortbare – Frage nach dem historischen Jesus; Möglichkeiten der Annäherung an Jesu Zeit und Person; Evangelien als nachösterliche Glaubenszeugnisse
Jesus-Deutungen in den Religionen und in der Gegenwartskultur, z. B. in Judentum oder Islam, in Film, Popmusik, Werbung
Kompetenzerwartungen
beschreiben Grundmotive jüdischen Glaubens und stellen sie in einen Zusammenhang zu gelebter jüdischer Religion bzw. Kultur.
geben Auskunft über die vielgestaltige Ausprägung des Judentums und treten Vereinfachungen entgegen.
stellen wichtige Stationen jüdischer Geschichte bis zur Gegenwart dar und beziehen sie auf jüdisches Selbstverständnis.
erläutern an einem ausgewählten Thema differenziert das Verhältnis von Judentum und Christentum und formulieren Konsequenzen für den christlichen Glauben.
erkennen Erscheinungsformen des Antisemitismus und vertreten einen begründeten Standpunkt gegen Judenfeindschaft.
Grundmotive jüdischen Glaubens wie Glaube an den einen Gott (Sch’ma Israel), Exodus, Bedeutung von Erinnerung und Hoffnung, Tora als Orientierung, Bedeutung des Landes Israel
Gestaltung jüdischer Religion und Kultur im Alltagsleben und an Festtagen sowie in weiteren Zeugnissen, z. B. in Literatur, Film, Musik
verschiedene Ausprägungen des Judentums, z. B. orthodox, konservativ, liberal, „säkular“; Pluralität innerhalb dieser Ausprägungen; unterschiedliche Antworten auf die Frage nach der Zugehörigkeit zum Judentum
ausgewählte Stationen jüdischer Geschichte bis zur Gegenwart im Überblick, z. B. Zeiten und Formen der Blüte, der Krise und der Anfeindung und Verfolgung, ausgewählte Hintergründe des Nahostkonflikts
Aspekte zum Verhältnis von Judentum und Christentum wie Kontinuität und Diskontinuität, Nähe und Differenz, Verwandtschaft und Eigenständigkeit, Dialog und Asymmetrie, z. B. anhand der Bedeutung Jesu, anhand von Vorstellung(en) von Gott, von eschatologischen Erwartungen
Motive und Formen von Antisemitismus: religiöser Antijudaismus, rassistischer Antisemitismus, politischer Antizionismus, auch in der Gegenwart
Beispiele für den Einsatz gegen Judenfeindschaft
Kompetenzerwartungen
identifizieren verschiedene Ausprägungen des Miteinanders von Kirche und Staat im 21. Jahrhundert und diskutieren die Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft.
beschreiben die Konflikte der evangelischen Kirche im Nationalsozialismus und beurteilen differenziert unterschiedliche Haltungen und Entscheidungen von Christen gegenüber dem Nationalsozialismus.
erläutern die Rolle der Kirche in der DDR und reflektieren verschiedene Wege von Christen in der DDR, sich für Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen.
recherchieren Beispiele für politisches Engagement der Kirche vor Ort und diskutieren eigene Mitwirkungsmöglichkeiten.
verschiedene Ausprägungen des Miteinanders in Deutschland, z. B. Religionsunterricht, Kirchensteuer, Militärseelsorge, Diakonie; andere Formen des Miteinanders, z. B. Laizismus
Konflikte der evangelischen Kirche im Nationalsozialismus in Bezug auf den Staat sowie innerkirchliche Konflikte; ggf. Aspekte der Vorgeschichte nach 1918
Haltungen und Entscheidungen von Christen gegenüber dem Nationalsozialismus zwischen Mitwirkung und Widerstand: Deutsche Christen, Bekennende Kirche, Beispiele für christlich motivierten politischen Widerstand, Umgang mit Schuld nach 1945
Kirche und Christen in der DDR zwischen Repressionen und begrenzter Autonomie; Freiwilligkeitskirche und Entkirchlichung; Kirche im Sozialismus; Rolle der Kirche bei der friedlichen Revolution 1989
politisches Engagement der Kirche vor Ort, z. B. bei Themen wie Umgang mit Asylbewerbern, Fragen des Umweltschutzes, Fragen im Bereich der Energiegewinnung
eigene Mitwirkungsmöglichkeiten auf der Basis der demokratischen Strukturen der evangelischen Kirche
Kompetenzerwartungen
nehmen vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen das Spektrum menschlicher Beziehungen wahr und charakterisieren diese nach verschiedenen Kriterien.
unterscheiden verschiedene Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft und formulieren kritische Anfragen gegenüber Idealvorstellungen, die der Wirklichkeit nicht gerecht werden.
erklären unter Bezug auf biblische Aussagen die Bedeutungen von Liebe für die Beziehung von Gott und Mensch.
formulieren mithilfe des Gedankens der Liebe Gottes Konsequenzen in Bezug auf Liebe, Partnerschaft und Sexualität.
nehmen einen Standpunkt gegen missbräuchliche und herabwürdigende Äußerungen und Umgangsweisen im Bereich von Liebe, Partnerschaft und Sexualität ein und vertreten diesen differenziert.
Beziehungen im privaten und weiteren Umfeld; dazu Kriterien zur Einordnung wie vorgefunden/selbst gewählt, eng/lose, ersehnt/vermieden, fest/gebrochen etc.
unterschiedliche Bedeutungen von Liebe und Vielfalt möglicher Formen von Partnerschaft sowie damit zusammenhängende Erwartungen
Anfragen an Heilserwartungen und Idealisierungen in Bezug auf Liebe (z. B. in Medien) und an Formen der Banalisierung und Entzauberung von Liebe; Umgang z. B. mit empfundenen Grenzüberschreitungen, Zurückweisung, Enttäuschung, Trennung
Bedeutungen von Liebe im Verhältnis Gott und Mensch, z. B. Gottes Verlässlichkeit und Treue, Gott als Schöpfer, als Vater und Mutter, als eifersüchtig Liebender, Gottes Hingabe und Mitleiden
mögliche Konsequenzen wie Angewiesenheit, Vertrauen, Verantwortlichkeit, Fürsorge, Behutsamkeit, Perspektivwechsel, Handeln in beiderseitigem Einverständnis, Wahrhaftigkeit, Wertschätzung des eigenen Körpers, Angenommensein in sexueller Identität und Orientierung
Kritik an herabwürdigenden Sprach- und Umgangsformen wie Sexismus, Homophobie; kritische Bewertung der Kommerzialisierung von Sexualität; Informationen über Hilfe bei Missbrauch
Kompetenzerwartungen
nehmen unterschiedliche Formen von Religion bzw. Weltanschauung als zum Menschen gehörend wahr und deuten sie im Blick auf Fragen nach Sinn und Lebensorientierung.
setzen sich mit religionspsychologischen Erkenntnissen auseinander und beziehen sie auf Entwicklungen in der eigenen Biografie.
unterscheiden verschiedene Begriffsbestimmungen von Religion und bringen sie ins Gespräch mit einer theologischen Position.
identifizieren unterschiedliche Bewertungen von Religion und setzen sich mit ihnen differenziert auseinander.
Religion und Weltanschauung im Erfahrungsbereich der Schülerinnen und Schüler, z. B. religiös und weltanschaulich motivierte Haltungen und Ausdrucksformen, Sinnangebote in Kultur und Medien; dazu mögliche eigene Fragen nach Sinn und Lebensorientierung; religionssoziologische Einsichten
Einsichten aus Religions- und Entwicklungspsychologie
verschiedene Begriffsbestimmungen von Religion; Unterscheidung von Religion, Kirche und Glauben
eine theologische Deutung von Religion, z. B. Henning Luther, Friedrich Schleiermacher, Karl Barth, Paul Tillich
kritische Anfragen von Seiten der Schülerinnen und Schüler; unterschiedliche Bewertungen im Spannungsfeld von Dienlichkeit und Unverfügbarkeit, z. B. ethische Orientierung, Sinngebung, Kontingenzbewältigung, Gebundensein als Geborgenheit und Freiheit, Glaube als Geschenk
Kompetenzerwartungen
identifizieren Spuren fernöstlicher Religiosität, insbesondere des Buddhismus, in der westlichen Lebenswelt und diskutieren Gründe für die Präsenz und Attraktivität einzelner Elemente fernöstlicher Kultur.
erläutern Grundzüge des Hinduismus als geistige Voraussetzung für den Buddhismus.
erklären in Ansätzen Lehre und Ethik des Buddhismus und benennen dabei Grenzen des Verstehens aus der Außenperspektive.
setzen an einem Beispiel buddhistische und christliche Glaubensvorstellungen zueinander in Beziehung.
begegnen der fremden Religion respektvoll und bringen im Dialog eigene religiöse Einstellungen zur Sprache.
Gründe für die Attraktivität fernöstlicher Religiosität, z. B. Ästhetik buddhistischer Zeugnisse, Faszination durch Meditation, Weisheitslehren, Vorstellung von Reinkarnation
Grundlagen des Hinduismus, soweit sie zum Verständnis des Buddhismus notwendig sind: z. B. Atman, Brahman, Samsara, Karma, Moksha, Kastenwesen
Lehren des Buddhismus: Legenden zu Buddhas Leben im Überblick, Sicht von Welt und Mensch, Leben und Tod; Grundsätze der Lebensführung; dazu Grundzüge der Entstehung des Buddhismus
Nähe und Distanz von fernöstlichen und christlichen Glaubensvorstellungen an einem Beispiel, etwa bei Spiritualität, Verständnis von „Ich“, „Leiden“ und „Erlösung“
Begegnungsmöglichkeiten mit dem Buddhismus, z. B. persönlich, in Film, Literatur, Internet; ggf. Besuch eines buddhistischen Zentrums
Kompetenzerwartungen
identifizieren Kontexte im Alltag, in denen der Glücksbegriff verwendet wird, und grenzen verschiedene Bedeutungszusammenhänge voneinander ab.
reflektieren eigene Erwartungen an glückliches Leben und diskutieren Möglichkeiten und Grenzen ihrer Erfüllbarkeit.
beschreiben Ergebnisse der Glücksforschung und setzen sich im Blick auf die eigene Lebenssituation mit ihnen auseinander.
geben einen antiken und einen neuzeitlichen philosophischen Entwurf zu glücklichem Leben in Grundzügen wieder und setzen diese zueinander in Bezug.
nehmen die Pluralität biblisch-christlicher Perspektiven auf gelingendes Leben wahr, zeigen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu philosophischen Entwürfen auf und prüfen sich daraus ergebende Impulse auf Lebensrelevanz.
Kontexte wie Beziehungen, Sport, Musik, Naturerleben, Auszeiten, Arbeit, Freizeit
Dimensionen von Glück, z. B. anhaltend und kurzzeitig, innerlich und äußerlich, materiell und immateriell, erarbeitet und unverfügbar, als zufälliges Ereignis und Schicksalswendung
eigene Erwartungen an glückliches Leben, z. B. ausgehend von Vorstellungen in Familie, Freundeskreis, Literatur, Film, Musik, Werbung, social media
Möglichkeiten und Grenzen der Erfüllbarkeit angesichts von eigenem Glückserleben, Fragmentarität und Kontingenz des Lebens
Erkenntnisse moderner Glücksforschung, z. B. Glücksatlas, Grant Study, Flow-Theorie; Zusammenhänge von Glücksempfinden und sozialen, ökologischen, ökonomischen, politischen, dispositionalen Aspekten in Auswahl
antike und neuzeitliche Vorstellungen eines glücklichen und guten (Zusammen-)Lebens, z. B. Aristoteles (Glück und menschliches Tätigsein), Epikur (Glück und innerer Friede), Stoa (Tugend und glückseliges Leben); John Stuart Mill (Utilitarismus), Wilhelm Schmid (Lebenskunst und Lebensarbeit)
biblisch-christliche Vorstellungen gelingenden Lebens in Spannungsfeldern wie Geschenk und Gestaltungsauftrag, „schon“ und „noch nicht“, Machbarkeit und Begrenztheit; kritische Anfragen der Weisheitsliteratur
Kompetenzerwartungen
nehmen wahr, dass Abschied und Trauer zum Leben gehören, und tauschen sich über unterschiedliche Umgangsweisen damit aus.
unterscheiden verschiedene religiöse und philosophische Vorstellungen von Sterben und Tod bzw. von einem Leben nach dem Tod und nehmen Stellung dazu.
erklären wesentliche Aspekte des christlichen Auferstehungsglaubens und setzen diesen in Beziehung zu anderen Vorstellungen von Leben und Tod.
deuten das Leben aus der Sicht des christlichen Auferstehungsglaubens und beschreiben Konsequenzen für den Umgang mit Tod und Sterben.
formulieren ethische Fragestellungen im Problembereich von Lebensanfang oder Lebensende und erschließen eine ausgewählte Problemstellung differenziert und sachgerecht.
beziehen Aspekte einer christlichen Sicht von Gott und Mensch auf die ausgewählte Problemstellung und diskutieren über Lösungsmöglichkeiten.
Abschied und Trauer: Einsichten aus Psychologie und Seelsorge; ggf. eigene Erfahrungen
religiöse und philosophische Vorstellungen, z. B. aus der griechischen Philosophie, aus dem Nihilismus, aus den Naturwissenschaften, aus anderen Religionen, auch in Musik, Film und Kunst
christlicher Auferstehungsglaube, dazu z. B. Lk 24, Joh 11,25f., Röm 8,31-38, 1 Kor 15; Sprachbilder christlicher Tradition im Zusammenhang mit Auferstehung, wie Gericht Gottes, Paradies, Reich Gottes, ewiges Leben
ein konfliktethisches Thema, z. B. Präimplantationsdiagnostik, pränatale Diagnostik, Abtreibung, Organspende, Sterbehilfe, Todesstrafe, Suizid
christliche Perspektiven im Umgang mit der gewählten Problemstellung: der Mensch als Geschöpf Gottes, Würde des Menschen, Ebenbildlichkeit, Freiheit und Verantwortung, bedingungslose Zuwendung Gottes zum Menschen
Kompetenzerwartungen
erläutern anhand einer konkreten Fragestellung Zustände im globalen Kontext, die den Menschenrechten zuwiderlaufen und den Frieden gefährden.
beschreiben die Wirkmechanismen der globalen Vernetzung des Zusammenlebens in Bezug auf die gewählte Fragestellung und erläutern Ursachen und Wirkungen von Ungerechtigkeit und Friedlosigkeit.
unterscheiden und bewerten verschiedene Dimensionen des Begriffs Gerechtigkeit und erklären Zusammenhänge zwischen Gerechtigkeit und Frieden.
erklären biblisch-christliche Vorstellungen von Frieden und Gerechtigkeit und beziehen diese auf die gewählte Fragestellung.
diskutieren Konzepte zur Lösung der gewählten Fragestellung, auch in kirchlichen Initiativen oder Stellungnahmen, und zeigen Konsequenzen für das Alltagsverhalten auf.
ein aktuelles Beispiel für Verstöße gegen Menschenrechte im weltweiten Kontext, das Auswirkungen auf Europa und das unmittelbare Umfeld hat
Zusammenhänge von globaler Vernetzung und wachsender Ungerechtigkeit/Friedlosigkeit im gewählten Beispiel anhand von Presseartikeln, Hintergrundberichten, Internetrecherchen etc.
unterschiedliche Dimensionen des Begriffs Gerechtigkeit, z. B. Verteilungsgerechtigkeit, Beteiligungsgerechtigkeit; ggf. Gerechtigkeitstheorien im Überblick
christliche Impulse für die gewählte Fragestellung: biblische Gerechtigkeitsvorstellungen und Friedensvisionen, z. B. im Dekalog, in der Botschaft der Propheten, in Jesu Verkündigung des Reiches Gottes
kirchliche Initiativen oder Stellungnahmen, z. B. Argumente aus EKD-Denkschriften
eigene Ansätze zur Lösung der gewählten Fragestellung; dabei auch Informationen über Möglichkeiten persönlichen Engagements
Kompetenzerwartungen
reflektieren den Begriff der Mündigkeit vor dem Hintergrund ihrer eigenen Lebenssituation.
leiten aus Grundgedanken der Aufklärung Herausforderungen für den christlichen Glauben ab und untersuchen an Beispielen, inwiefern diese Herausforderungen von der zeitgenössischen Theologie aufgenommen wurden.
setzen sich auf der Grundlage verschiedener Ansätze aus Philosophie, Literatur, Film oder bildender Kunst kritisch mit dem Vernunftbegriff auseinander und stellen Bezüge zu eigenen Erfahrungen her.
erschließen einen theologischen Entwurf, der Glaube und Vernunft konstruktiv aufeinander bezieht.
beschreiben unterschiedliche Zuordnungen von Glaube und Naturwissenschaft, entwickeln Kriterien für eine differenzierte Verhältnisbestimmung und machen diese in der Auseinandersetzung mit Pauschalisierungen im öffentlichen Diskurs geltend.
Begriff der Mündigkeit: I. Kants Diktum sowie eigene Vorstellungen und Erwartungen an Mündigkeit, Chancen und Grenzen eigenen Handelns
Aspekte der Lebenssituation wie Bedeutung von Volljährigkeit, Fragen eigener Positionierung angesichts eines pluralen Angebots von Lebensentwürfen
Zeitalter der Aufklärung: Vorrangstellung von Vernunft und Empirie, Fortschrittsoptimismus und positives Menschenbild, kritische Prüfung überkommener Autoritäten, Denkmuster und Glaubensüberzeugungen
Versuche, diese Herausforderungen theologisch aufzunehmen, z. B. Deismus, Ethisierung von Religion, rationalistische Bibelauslegung, Pietismus
Ansätze z. B. aus der Romantik, Moderne, Postmoderne, in denen Kritik an der Absolutsetzung von Vernunft und am Fortschrittsoptimismus deutlich wird
ein theologischer Entwurf, z. B. von W. Pannenberg, J. Moltmann, U. Beuttler, I. Dalferth
Zuordnungen von Glauben und naturwissenschaftlichem Denken, z. B. Konkurrenz, Dialog, Integration, Unabhängigkeit; dazu Kriterien wie Weltzugänge, Fragestellungen, unterschiedliche Sprachräume
ein Beispiel für Pauschalisierungen und Absolutsetzungen im Spannungsfeld von Szientismus und Fundamentalismus; damit zusammenhängende Kommunikationsstrategien unter besonderer Berücksichtigung digitaler Kontexte
Kompetenzerwartungen
nehmen Zusammenhänge von Freiheit und Bedingtheit in persönlichen und gesellschaftlichen Lebensvollzügen wahr und erschließen den Begriff der Freiheit vor dem Hintergrund unterschiedlicher Deutungsansätze.
beschreiben Gefährdungen und Ambivalenzen von Freiheit anhand konkreter Beispiele.
identifizieren Freiheitsgedanken in biblischen Texten und reflektieren diese im Zusammenhang von Rechtfertigung und Freiheit nach reformatorischem Verständnis.
nehmen Gewissen aus protestantischer Sicht als Ort von Identitäts- und Freiheitserfahrung wahr und entwickeln daraus Perspektiven für eine verantwortliche Lebensgestaltung.
Zusammenhänge von Freiheit und Bedingtheit im eigenen Erfahrungsbereich, wie z. B. Unterschied zwischen Wollen und Handeln, Selbst- und Fremdbestimmung, individuelle Fähigkeiten und Beschränkungen
Dimensionen von Freiheit wie Handlungsfreiheit, Gedankenfreiheit, Willensfreiheit, Entscheidungsfreiheit, Meinungsfreiheit, innere und äußere Freiheit; dazu die Unterscheidung von negativer und positiver Freiheit als Differenzierungshilfe
Deutungsansätze zur Freiheitsthematik aus Philosophie, Literatur bzw. Humanwissenschaften, z. B. J.-J. Rousseau, I. Kant, J. S. Mill, F. Schiller, H. Arendt, P. Bieri, S. Freud, G. Roth
Gefährdungen bzw. Ambivalenzen von Freiheit aus dem persönlichen und dem politischen Bereich, z. B. Verunsicherung durch eine Überfülle von Wahlmöglichkeiten, Missverständnis von Freiheit als Beliebigkeit, Spannungsverhältnis von Freiheit und Sicherheit, Anonymität und Verantwortung beim Agieren in digitalen Kontexten, Umschlagen von Freiheitsbewegungen in Gewalt und Diktatur
Freiheitsmotive in der Bibel, z. B. in der Exodustradition, in Schöpfungstexten, in Leben und Wirken Jesu, bei Paulus (Gal 3)
Grundgedanken aus M. Luthers „Freiheit eines Christenmenschen“; dazu ggf. W. Huber (Kommunikative Freiheit)
evangelisches Gewissensverständnis, ausgehend von D. Bonhoeffer: Gewissen als Person- und Glaubenszentrum, das durch Christus befreite Gewissen
Perspektiven für die verantwortliche Lebensgestaltung wie Freiheit als Voraussetzung für Übernahme von Verantwortung, Freiheit vom Zwang, richtig handeln zu müssen, Orientierung am Anderen, Vertrauen auf Vergebung, Versöhnung bzw. Erlösung
Kompetenzerwartungen
reflektieren eigene Einstellungen zur Bibel und tauschen sich darüber aus.
erschließen eine für die Gesamtheit der Bibel bedeutsame Schrift bzw. Erzähltradition.
erläutern Fragestellungen der historisch-kritischen Exegese und vollziehen deren Methodik in Ansätzen anhand eines Bibeltextes nach.
setzen weitere Lesarten der Bibel in Beziehung zur historisch-kritischen Exegese und prüfen an einem Textbeispiel aus der gewählten Tradition Reichweite und Grenzen unterschiedlicher Methoden und Lesarten.
nehmen die Bedeutung der Wirkungsgeschichte für das Verständnis biblischer Texte wahr und vergleichen und deuten ausgewählte literarische, künstlerische oder mediale Umsetzungen des gewählten Textes.
setzen sich mit evangelischem Schriftverständnis auseinander und vergleichen es mit dem anderer Traditionen.
Aufbau, Inhalt und Deutung einer ausgewählten biblischen Schrift bzw. Erzähltradition in ihren innerbiblischen Bezügen, z. B. Vätergeschichten, Exodus, Hiob, ein Evangelium
historisch-kritische Auslegung eines exemplarisch gewählten Abschnitts der behandelten biblischen Tradition; Anliegen und Reichweite der historisch-kritischen Exegese
zwei weitere Lesarten der Bibel, z. B. psychologisch, befreiungstheologisch, feministisch
Rezeption und Interpretation des gewählten biblischen Themas, z. B. in Gesellschaft und Politik, Kunst, Literatur, Musik, Film, Werbung, digitalen Medien; ggf. eigene Gestaltungsversuche
Aspekte eines evangelischen Schriftverständnisses zwischen Anspruch auf Autorität und Freiheit von Autoritäten: Heilige Schrift, Wort Gottes, Jesus Christus als Mitte der Schrift, sola scriptura
Schriftverständnis in einer Tradition mindestens einer anderen Konfession (z. B. Katholizismus, Orthodoxie) oder Religion (z. B. Judentum, Islam); fundamentalistisches Bibelverständnis
Kompetenzerwartungen
nehmen lebensweltliche bzw. mediale Zusammenhänge wahr, in denen das Verhältnis von Judentum, Christentum und Islam zum Thema wird, und setzen sich mit der Problematik von stereotypen Zuschreibungen auseinander.
stellen exemplarisch Beziehungen von Judentum, Christentum und Islam in Vergangenheit und Gegenwart dar und reflektieren die Möglichkeit, von den drei Religionen als den „abrahamitischen“ zu sprechen.
identifizieren gemeinsame Glaubensthemen und vergleichen an einem Beispiel ausgewählte Positionen der drei Religionen.
beschreiben einen gesellschaftlich und politisch relevanten Konflikt, in dem sich Zusammenhänge zu Judentum, Christentum und Islam ergeben oder zumindest solche Zuschreibungen gemacht werden, analysieren dessen Hintergründe und nehmen begründet Stellung.
unterscheiden verschiedene Geltungs- und Wahrheitsansprüche von Religionen und setzen sie in Beziehung zu einem differenzierten Verständnis von Toleranz.
Beispiele für das Verhältnis von Juden und/oder Christen und/oder Muslimen aus Lebensumfeld bzw. analogen wie digitalen Medien
Stereotypen, z. B. in Vorurteil, Klischee, Ressentiment; ihre Funktionen wie Komplexitätsreduktion, Abwertung, Konturierung der eigenen Identität
Beziehungen von Judentum, Christentum und Islam im Überblick, z. B. zur Zeit der Kreuzzüge, während der Blütezeit des Islam in Spanien, im 20. und 21. Jahrhundert
Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der jüdischen, christlichen und islamischen Berufung auf Abraham
ein gemeinsames Glaubensthema, wie z. B. Gottesbild, Fragen nach Leben, Tod und Erlösung, Schriftverständnis, religiöse Praxis
ein aktueller Konflikt, z. B. im Zusammenhang mit Geschlechterrollen, Mitwirkung in der Demokratie, Einstellung zu Macht und Gewalt; Frage nach der religiösen Dimension, dazu soziale, politische und geschichtliche Hintergründe sowie ausgewählte Beiträge bzw. Meinungsäußerungen auch aus digitalen Medien; Ansätze eines gelingenden Miteinanders
Geltungs- und Wahrheitsansprüche von Religionen in ihrer Spannung zum Toleranzbegriff, z. B. exklusives, inklusives, pluralistisches Verständnis, Relativismus; Unterscheidung von Toleranz, Akzeptanz und Indifferenz; Grenzen von Toleranz
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