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DGS 2.1.1 Gebärden als ein Zusammenspiel aus manuellen und non-manuellen Elementen begreifen
unterscheiden Gebärden nach dem Merkmal Einhändigkeit bzw. Zweihändigkeit, indem sie diese entsprechend zuordnen und ausführen können.
nutzen die Erfahrungen aus verschiedenen Bewegungs- und Wahrnehmungsübungen, um ihre Körperwahrnehmung einzuschätzen und zu sensibilisieren.
setzen Körper- und Mimikausdruck zur Verdeutlichung von Gebärden bewusst ein und berücksichtigen Rückmeldungen der Lehrkraft sowie der Mitschülerinnen und Mitschüler.
sind sich bewusst, dass sich ausgewählte idiomatische Gebärden (Unterscheidung idiomatische Gebärden und Idiome siehe unten) von allgemeinen Gebärden durch das Fehlen eines Wortbildes maßgeblich unterscheiden und wenden diese kontext- und situationsbezogen an.
leiten aus den vorgegebenen Handformen verschiedene Gebärden ab und stellen sie gebärdensprachlich dar.
achten bei der Ausführung von Gebärden auf die Einhaltung aller Parameter, um Verwechslungen (Minimalpaare) und Irritationen in der Kommunikation zu vermeiden.
setzen ihre Kenntnisse um den Aufbau von Gebärden ein und zerlegen diese nach den Parametern, um Minimalpaare zu kreieren.
DGS 2.1.2 Das Fingeralphabet als eigenständigen Bereich erfahren
führen die Buchstaben des Fingeralphabets manuell richtig aus und fingern ihren Vornamen bzw. Familiennamen auswendig.
lesen Fingeralphabet-Wörter, indem sie diese nachfingern und mittels Druckbuchstaben festhalten.
erkennen aus den gefingerten und schriftlich notierten Wörtern die benannten Gebärdenzeichen wieder.
lösen Fingeralphabet-Rätsel gebärdensprachlich und schriftlich und stellen eigene Fingeralphabet-Rätsel her.
erfinden kleine Fingeralphabet-Geschichten aus den Fingeralphabet-Buchstaben von Eigennamen, Tiernamen oder Gegenstandsbezeichnungen und präsentieren sie gebärdensprachlich.
bauen eine Fingeralphabet-Geschichte von A–Z auf und stellen sie gebärdensprachlich vor.
DGS 2.2.1 Grundübungen zur Ausführung der Gebärdensprache durchführen
untersuchen die Bildhaftigkeit von Gebärdenzeichen anhand verschiedener Gebärdenbilder und ordnen diese in verschiedene Kategorien ein (sehr ikonisch, wenig ikonisch, nicht ikonisch).
ordnen Gegenstände, Personen und Orte den entsprechenden Leitfragen (WAS; WER; WO) zu.
stellen gebärdensprachliche Räumlichkeit durch das Anzeigen von Personen und Gegenständen im Raum mittels Zeigeindex durch die Zeigefingerhand dar.
benennen angezeigte Personen mit ihrem Namen und ersetzen diese mit dem entsprechenden Personalpronomen.
imitieren Bewegungsabläufe von Tieren durch entsprechende Körperhaltung, Mimik sowie Bewegung und benennen diese mit Verben. Hierzu zählen sie auf die Leitfrage MACHEN WAS die Tätigkeiten der imitierten Tiere auf und ordnen sie dem entsprechenden Tier zu.
DGS 2.2.2 Die vereinfachte Glossentranskription kennenlernen und benutzen
stellen Gebärden in großgeschriebenen und unterstrichenen Wort-Glossen dar und wählen bei Bedarf die korrekte Unterstreichungsfarbe (braun) aus.
lesen Glossen und setzen diese in Gebärden um.
setzen Flexionsmorpheme in der Hauptzeile in die entsprechenden gebärdensprachlichen Äußerungen um (++ &) und wählen bei Bedarf die korrekte Kennzeichnungsfarbe (grün) aus.
notieren Gebärden-Glossen in einer dreizeiligen Lineatur und ordnen die jeweiligen Flexionsmorpheme der betreffenden Glosse der entsprechenden Parallelzeile zu.
setzen Flexionsmorpheme in der Ober- und Unterzeile in die entsprechenden gebärdensprachlichen Äußerungen um (? pff) und wählen bei Bedarf die korrekte Markierungsfarbe (orange, braun).
DGS 2.2.3 Nomen, Verben und Adjektive kennenlernen und unterscheiden
ordnen Nomen der richtigen Leitfrage zu ( ).
setzen bei Verben die entsprechende Leitfragen ein ( ).
erkennen und bilden gegensätzliche Verbpaare (z. B. WEINEN – LACHEN).
visualisieren mit Symbolen (z. B. Piktogramme, Gebärdenbilder, farbige Markierung, Montessorihände) die beiden Kategorien Nomen und Verb.
erstellen für beide Kategorien verschiedene Wortfelder.
bilden aus verschiedenen Adjektiven passende Gegensatzpaare.
erweitern das Satzglied mit dem Gegensatzpaar durch Anfügen eines Subjekts und der Leitfrage WAS zu einem Fragesatz.
DGS 2.2.4 Zahleninkorporationen verstehen und benutzen
verknüpfen bei Zahlangaben mit Hunderter- und Tausenderzahlen zwei eigenständige Gebärden zu einer inkorporierten Gebärde.
setzen die Zahleninkorporation bei Zeit-, Geld- und Häufigkeitsangaben fachgerecht ein, indem sie vorgegebene Gebärden als eine Gebärde ausführen.
DGS 2.2.5 Besitzverhältnisse verstehen und darstellen
zeigen Besitzverhältnisse auf, indem sie die entsprechenden Possessivpronomen verwenden.
zeigen Besitzverhältnisse auf, indem sie die entsprechende Frageform anwenden.
DGS 2.2.6 Pluralbildungen bei Nomen und Personalpronomen verstehen und anwenden
bilden die Mehrzahl zu Personen und Gegenständen mit Zahlwörtern (z. B. ; ).
bilden die Mehrzahl zu Personen und Gegenständen mit dem Zahlwort .
bilden die Mehrzahl zu Gegenständen mit dem Symbol ++.
bilden die Mehrzahl zu Personen mit dem Symbol PERSON++.
bilden die Mehrzahl zu Personen und Gegenständen mit dem Zeigeindex Z-1 Z-2.
bilden Personalpronomina im Plural in Form von Zahlpronomen (z. B. ).
DGS 2.2.7 Verben in verschiedene Verbgruppen einteilen und unterscheiden
unterscheiden verschiedene Verben nach ihrer Raumnutzung und teilen sie in einfache Verben, Richtungsverben und Raumverben ein.
benennen die jeweilige Besonderheit der betreffenden Verbgruppe.
unterscheiden verschiedene Modalverben ( ) anhand repräsentativer Beispiele (Schulregeln, Regeln zu Hause, Können von Tieren).
stellen Modalverben und ihre Verneinungsform gegenüber und erkennen dadurch die Unterscheidungsmerkmale (alpha-Bewegung, Kopfverneinung).
DGS 2.3.1 Verschiedene dialogische Grundmuster kennenlernen, darauf reagieren und diese anwenden
erfassen die satzmimischen Merkmale für den zweiteiligen Aufforderungssatz (Bitte) und finden selbst Satzbeispiele aus realen Situationen im Alltag (Unterricht, Schule, Familie).
grenzen den Aussagesatz durch verschiedene Beispielsätze satzmimisch von Frage- und Aufforderungssatz (Befehl, Bitte) ab.
unterscheiden bei zweiteiligen schriftlichen Sätzen die Bitte, den Befehlssatz, den Fragesatz und den Aussagesatz. Dazu kennzeichnen sie glossentechnisch bei den jeweiligen Satztypen (ohne den Aussagesatz) die Mimik der Augen durch die Oberzeile mit den entsprechenden Satzzeichen in Orange und die Mimik des Mundes (BITTE) durch das Flexionsmorphem (Kussmund) in der Unterzeile in Braun.
erweitern den Befehlssatz um ein Objekt im Singular zu einem dreiteiligen Satz und festigen so die Satzstruktur durch eigene Satzformulierungen.
DGS 2.3.2 Grundlegende Aussagen verstehen und anwenden
bilden verschiedene zweigliedrige Aussagesätze (siehe Inhalte unten) und erweitern diese jeweils um ein Objekt.
wenden die einfache Satzverneinung mittels verneinenden Kopfschüttelns an.
DGS 2.3.3 Verschiedene Fragen beantworten und Fragen stellen
beantworten Entscheidungsfragen entweder mit einem bejahenden Kopfnicken oder einem verneinenden Kopfschütteln.
achten bei der gebärdensprachlichen Äußerung auf die richtige Ausführung der Fragemimik am Ende des Satzes.
differenzieren zwischen bejahenden und verneinenden Antwortsätzen, indem sie beide Antwortformen gegenüberstellen.
kennzeichnen die glossentechnischen Merkmale beim Fragesatz, bei der Bejahung und Verneinung in der Oberzeile in Orange jeweils durch Fragezeichen und durch Pfeile.
variieren die Antwortsätze mit verschiedenen Satzgliedern (Subjekt–Singular, Subjekt–Plural, Objekt–Singular).
ergänzen die Entscheidungsfrage um die spezielle Verbgebärde HABEN, wobei sie das Verb HABEN nicht an letzter Stelle, sondern direkt nach dem Subjekt platzieren.
unterscheiden verschiedene W-Fragen voneinander, indem sie gebärdensprachlich inhaltlich richtige Antwortsätze darbieten und zu jeder W-Frage das passende Wortfeld entwerfen.
setzen das Fragewort gebärdensprachlich und schriftlich an der letzten Stelle des Satzes ein und markieren den Fragesatz glossentechnisch mit einem Fragezeichen.
DGS 2.3.4 Grundlegende Satzverbindungen verstehen und anwenden
erweitern den einfachen Aussagesatz durch einen aneinandergereihten Nebensatz und verwenden als Bindeglied entweder die Konjunktion UND oder das Symbol #.
erweitern den einfachen Aussagesatz um eine Gegenüberstellung und verwenden als Bindeglied entweder die Konjunktion ODER und/oder die räumliche Verortung.
erweitern den einfachen Aussagesatz mit einem adversativen Nebensatz und verwenden als Bindeglied die Konjunktion ABER.
DGS 2.3.5 Komplexe Satzverbindungen verstehen und anwenden
unterscheiden gebärdensprachlich und inhaltlich die verschiedenen Bedeutungen der Verben des Wünschens, Glaubens und Hoffens (WISSEN, GLAUBEN, HOFFEN, DENKEN, WÜNSCHEN, VERMUTEN).
bilden nach Verben des Wünschens, Glaubens und Hoffens gebärdensprachliche und schriftliche Satzverbindungen.
begründen verschiedene Situationen (Bilder, Erzählungen) auf die Frage WARUM mit der Nennung verschiedener Ursachen und antworten in Gebärdensätzen mit GRUND.
bilden schriftliche Fragesätze mit WARUM und Antwortsätze mit GRUND.
DGS 2.4 In verschiedenen Zeiten erzählen
setzen verschiedene Zeitmarker (FRÜHER, FERTIG, SPÄTER) ein, um die Vergangenheit oder die Zukunft anzuzeigen.
ordnen verschiedene Zeitadverbien und Zeitbestimmungen den entsprechenden Zeiten (Vergangenheit, Zukunft) zu und bilden passende Sätze in der jeweiligen Zeit.
setzen die Zeitangaben beim Gebärden an den Satzanfang, um die jeweilige Zeitform anzuzeigen, und vervollständigen die angefangenen Sätze nach folgendem Satzaufbau: Zeitangabe - Subjekt - Objekt - Prädikat.
wenden die Zahlenableitung (Zahleninkorporation) an.
fragen nach verschiedenen Zeitpunkten mit WANN und WIEVIEL-UHR.
fragen nach der genauen Zeitdauer mit WIE-LANGE und BIS-WANN.
DGS 2.5.1 Zwischen Anwesenheit und Abwesenheit unterscheiden
benennen Personen und Dinge im Raum durch das Zeigen mit dem Zeigefinger auf die betreffenden Personen oder Dinge.
wählen imaginäre Orte für Personen und Dinge, die nicht im Raum sichtbar sind, und legen diese Orte im Gebärdenraum fest durch das Zeigen auf die gedachten Orte.
benutzen Personalpronomen im Singular und im Plural, wobei sie zwischen Pronomen mit Wortbild ( ) und Pronomen mit Mundgestik ( ) differenzieren.
entwerfen Sätze unter Berücksichtigung der Regel, dass abwesende Personen oder Dinge zuerst benannt werden müssen, damit man ihnen einen Platz im Raum zuweisen kann, und setzen diese Regel in längeren Geschichten um, indem sie während der Erzählung immer wieder auf die reservierten Plätze zurückkommen.
DGS 2.5.2 Raumsituationen darstellen über Raumverben sowie Fahrzeug-, Tier- und Menschenklassifikatoren
sortieren Spielfiguren und -fahrzeuge, indem sie diese mit der richtigen Handform und Handstellung darstellen.
setzen die Regel der Handformstellvertreter für zweirädige Fahrzeuge, vierrädige Fahrzeuge, eine Person, zwei Personen, mehrere Personen, ein Tier, mehrere Tiere um, indem sie Fahrzeuge, Tiere und Menschen in verschiedenen Klassifikatorformen darstellen.
stellen die Fortbewegung der verschiedenen Klassifikatoren im Raum dar, indem sie bei der Ausführung des entsprechenden Raumverbs die Handform des jeweiligen Klassifikators berücksichtigen.
DGS 2.5.3 Ortsangaben und Ortsergänzungen zueinander in Beziehung setzen
verbalisieren verschiedene, vorkommende Raumangaben (feststehende Präpositionen) über die richtige Gebärdenplatzierung im Gebärdenraum.
beachten bei der gebärdensprachlichen Darstellung der Raumverhältnisse zwischen zwei Objekten die beiden Raumregeln.
erweitern die Raumangaben durch Raumverben zu dreiteiligen Sätzen. Dabei spezifizieren sie die Raumverben durch Angabe von Flexionsmorphemen (Anfangs- und Endort) zu einer genauen Raumposition.
geben Ortsangaben (ohne Raumverhältnisse zueinander) mit dem Zeigeindex Z- an und verorten diese dadurch im Gebärdenraum.
DGS 2.1.1 Zweihändige Gebärden nach Handform und Dominanz unterscheiden
untersuchen zweihändige Gebärden nach den Merkmalen Handform und Aktivität der jeweiligen Hand und nehmen die Unterschiede zwischen den einzelnen Gebärden anhand einer Auflistung wahr.
unterteilen zweihändige Gebärden in drei Gruppen (Symmetrieform, Mittelform, Dominanzform) und kennzeichnen deren bedeutungstragende Merkmale (Handform, Aktivität der jeweiligen Hand) farbig.
verstehen Zweihandkomplexe als ein Gebilde aus zwei selbständigen, miteinander kombinierten Einhandgebärden, indem sie die Komplexe in ihre Einhandgebärden zerlegen und benennen, wobei sie beachten, dass die nichtdominante Hand, die häufig einen Vertreter (Personen, Tiere, Gegenstände) darstellt, mit der richtigen Klassifikatorform ausgeführt wird.
DGS 2.1.2 Gebärden anhand ihrer vier Parameter untersuchen
leiten aus den vorgegebenen Handformen verschiedene Gebärden ab und stellen diese gebärdensprachlich dar.
ordnen verschiedene Gebärden der jeweiligen Handform zu, indem sie eine tabellarische Übersicht erstellen.
analysieren mehrere Gebärden mit der jeweils gleichen Handform durch die weiteren Parameter Handstellung, Ausführungsort und Bewegungsrichtung.
fassen mögliche Handstellungen, Ausführungsorte und Bewegungsrichtungen zusammen, indem sie die Ergebnisse in Form einer Auflistung anschaulich darstellen.
überprüfen Minimalpaare auf den einzigen bedeutungsunterscheidenden Parameter und kennzeichnen diesen.
DGS 2.1.3 Zwischen der manuellen und der non-manuellen adverbialen Ergänzung unterscheiden
finden adverbiale Darstellungsmöglichkeiten manueller und non-manueller Art, um Handlungen und Ereignisse differenziert auszudrücken.
ergänzen Sätze um manuelle Adverbien und tragen diese betont vor.
ergänzen bestimmte Verbgebärden mit der non-manuellen adverbialen Ergänzung und stellen diese mit der entsprechenden glossentechnischen Markierung in der Oberzeile dar.
folgern aus dem Vergleich mit den manuellen Adverbien und den non-manuellen Adverbien, dass nicht alle adverbialen Ergänzungen non-manuell besetzt werden können.
DGS 2.1.4 Unsicherheit durch manuelle und non-manuelle Markierung äußern
bilden jeweils Sätze mit und (in der Verneinung) und erkennen so, dass bei beiden Markierungen sowohl ein positiver als auch ein negativer Ausgang möglich ist.
ergänzen mit und gebildete Sätze zusätzlich mit non-manueller Markierung und halten die non-manuelle Markierung in der Oberzeile über die ganze Äußerung. Durch den Vergleich erkennen sie, dass mittels der non-manuellen Markierung Unsicherheit ausgedrückt wird.
bilden Sätze ohne die beiden manuellen Markierungen (VIELLEICHT bzw. KLAR), aber mit non-manueller Markierung und erkennen daraus, dass die non-manuelle Markierung bedeutungsunterscheidend ist.
DGS 2.1.5 Lexikalische Mimik bei Verben und Adjektiven einsetzen
beschreiben die durch pantomimische Darstellung von Sätzen mit jeweils gleichem Verb entstandenen Gesichtsmimiken, leiten daraus die verschiedenen Bedeutungsaspekte ab und integrieren den jeweiligen Bedeutungsaspekt glossentechnisch in die Oberzeile der Verbglosse.
betrachten ein ausgewähltes Adjektiv mit verschiedenen Bedeutungsaspekten, beschreiben die dabei entstandenen Gesichtsmimiken und fügen den jeweiligen Bedeutungsaspekt glossentechnisch in die Oberzeile der Adjektivglosse ein.
DGS 2.2.1 Die vereinfachte Glossentranskription vertiefen und etablieren
erstellen dreiteilige Glossen für Gebärdenäußerungen, stellen diese jeweils mit Haupt-, Unter- und Oberzeile dar und kennzeichnen Symbole in der betreffenden Zeile mit der entsprechenden Farbe.
nutzen ihre Kenntnisse von Symbolen, um weitere Symbole zu identifizieren und diese in einer dreigliedrigen Tabelle zu kategorisieren.
übersetzen Gebärdenäußerungen schriftlich in Glossen, wobei sie mit einzelnen Gebärden beginnen und diese allmählich zu ganzen Sätzen ausweiten.
entwerfen eigene Gebärdensätze in Glossenschrift, wobei sie mit einzelnen Gebärden beginnen und schließlich zu ganzen Sätzen steigern.
DGS 2.2.2 Adjektive für eine präzise Beschreibung verwenden
beschreiben verschiedene Gegenstände (Schachtel, Bücher, Kleidungsstücke, Uhren) nach Form und Größe, ordnen die beschriebenen Merkmale entweder der Merkmalskategorie SKIZZE (Form) oder der Merkmalskategorie MASS (Größe) zu und legen diese glossentechnisch mit den Flexionsmorphemen (SKIZZE-uhr-RUND, MASS-schachtel-KLEIN) fest.
beschreiben verschiedene Personen und Gesichtsteile nach Form und Größe (Haare, Gesichtsmerkmale, Körpermerkmale, Besonderheiten), ordnen die beschriebenen Merkmale entweder der Merkmalskategorie SKIZZE (Form) oder der Merkmalskategorie MASS (Größe) zu und legen diese glossentechnisch mit den Flexionsmorphemen (z. B. SKIZZE-haar-WELLIG, MASS-nase-LANG) fest.
differenzieren zwischen den drei verschiedenen Steigerungsformen, indem sie die Unterschiede zwischen den Steigerungsformen bestimmen.
setzen die glossentechnische Kennzeichnung der jeweiligen Steigerungsform gebärdensprachlich um.
DGS 2.2.3 Markierung mit AUF
unterscheiden zwischen Richtungsverben und monodirektionalen Richtungsverben und ergänzen letztere mit dem Hilfsmarker .
achten darauf, dass sie sich beim Gebärden richtig auf das Subjekt und Objekt beziehen sowie dass sie bei der Glosse AUF Subjekt und Objekt richtig zuordnen.
leiten die Satzstellung des Markers AUF aus dem bekannten Satzbaumodell S-O-P ab, indem sie anhand verschiedener Beispielsätze erfahren, dass der Marker AUF an das Verb gebunden ist, jedoch vor oder nach dem Verb stehen kann.
erkennen nach Erprobung, dass nur Adjektive aus dem Bereich Gefühle aufgrund ihres Personenbezugs mit AUF in Beziehung gesetzt werden können.
übertragen ihre Erkenntnisse über monodirektionale Richtungsverben bezüglich Subjekt-Objekt-Markierung und Satzstellung auf Adjektive aus dem Bereich Gefühle.
DGS 2.2.4 Die komplexen Verbgruppen spezifizieren
ordnen aus einer Vielzahl von Verben die Richtungsverben einer eigenen Gruppe zu und benennen jeweils sowohl Subjekt als auch Objekt.
unterscheiden zwischen Richtungsverben, deren Subjekt- und Objektrichtung umgekehrt ist und kennzeichnen diese als Ausnahmen (EINLADEN, ABHOLEN, AKZEPTIEREN).
untersuchen reziproke Verben bezüglich Handform und Bewegungsausführung und ziehen daraus Parallelen zu den symmetrischen Zweihand-Gebärden.
vergleichen die Glossenschreibweise von reziproken Verben mit denen von Richtungsverben und leiten daraus ab, dass reziproke Verben den Richtungsverben zuzuordnen sind.
charakterisieren anhand von Gebärdenbeispielen manueller und/oder bildlicher Art verschiedene Pluralformen bei Richtungsverben und nehmen deren Unterschiede wahr.
ordnen die Pluralformen (Dualis, Zickzack, Bogen) drei Kategorien zu und verstehen dabei, dass die jeweilige Pluralform sich nach der Anzahl und der Personenkonstellation der bezeichneten Objekte richtet.
übertragen die drei möglichen Pluralformen passend zu den jeweiligen Richtungsverben, wobei sie beachten, dass bei manchen Richtungsverben (HELFEN, BESUCHEN) anstelle des Bogen-Plurals die Gebärde ALLE eingesetzt werden muss.
gebärden monodirektionale Richtungsverben nur in eine Richtung und erkennen daraus, dass keine Übereinstimmung mit dem Objekt möglich ist.
ergänzen Sätze mit monodirektionalen Richtungsverben mit dem Übereinstimmungsmarker AUF, wobei sie den Marker mit Subjekt- und Objektkennzeichnung vervollständigen.
diskriminieren sicher aus einer Vielzahl von Verben die Raumverben und teilen diese nach der Fragestellung WO und WOHIN in zwei Gruppen ein.
benutzen bestimmte Handformvertreter für verschiedene Anordnungen von Menschen (einzeln, einige, in der Masse, in der Reihe, in der Schlange, im Kreis), wie z. B. beim Sitzen, im Stehen und Gehen.
benutzen bestimmte Handformvertreter für verschiedene Anordnungen von Tieren (einzeln, in der Masse), wie z. B. beim Laufen, Schleichen oder Strömen.
benutzen bestimmte Handformvertreter zur Gruppierung von Fahrzeugen (Einrad, zweirädrige Fahrzeuge, vierrädrige Fahrzeuge, Wasserfahrzeuge, Luftfahrzeuge – einzeln, in der Reihe, durcheinander, im Stau) im Stehen, beim Parken, beim Fahren.
benutzen bestimmte Handformvertreter zur Gruppierung von Gegenständen (Stift, Buch – einzeln, mehrere, auf einem Haufen, in der Reihe, im Stapel) im Liegen, im Stehen.
ordnen verschiedenen Körperteilen (Kopf, Beine, Füße) bestimmte Handformvertreter zu.
setzen folgende Manipulator-Verben ESSEN, TRINKEN, TRAGEN in verschiedenen Gebärdenvarianten sicher ein und erstellen Wortfelder (Beispiel: apfel-ESSEN, banane-ESSEN, mais-ESSEN, müsli-ESSEN).
vergleichen Gegenstände und Klassifikatorgebärden der Manipulator-Verben miteinander, um Parallelen zwischen der Form des Gegenstandes und der Handform zu erkennen.
DGS 2.2.5 Das Reflexivpronomen SELBST personenbezogen einsetzen
zählen verschiedene Formen der Verrichtung von Tätigkeiten auf (machen lassen/selbst verrichten, kaufen/selbst herstellen, Hilfe in Anspruch nehmen/ohne Hilfe) und unterscheiden Personalpronomina und Reflexivpronomina voneinander durch die Subjektmarkierung beim Reflexivpronomen SELBST.
stellen mögliche Pluralformen gebärdensprachlich und über Gebärdenzeichnungen übersichtlich dar.
DGS 2.2.6 Temporale Aspektmarkierungen beim Verb voneinander unterscheiden
unterscheiden zwischen Routinehandlungen und Einmalhandlungen und belegen diese mit gebärdensprachlichen Beispielen.
stellen verschiedene Handlungsabläufe gegenüber und ordnen sie der Rubrik „wiederholend“ und „einmalig“ zu.
setzen die entsprechenden Markierungsformen für die sprachlichen Inhalte dauernd oder immer-wieder in schriftlichen Sätzen ein.
DGS 2.3.1 Den einfachen Aussagesatz mit Zeit- und Ortsangaben erweitern
unterscheiden Zeitangaben und Ortsangaben voneinander und kennzeichnen diese mit verschiedenen Symbolen.
benutzen Zeitangaben, um einfache Aussagesätze zeitlich präzise darzustellen.
benutzen Ortsangaben, um einfache Aussagesätze inhaltlich aussagekräftig darzustellen.
benutzen sowohl Zeit- als auch Ortsangaben und ordnen diese syntaktisch richtig ein.
DGS 2.3.2 Kausale Sätze mit DESHALB bilden
beschreiben jeweils zwei zugehörige Bildinhalte mit zwei kausal zueinander passenden Sätzen.
verknüpfen die beiden Sätze zu jeder Beispielsituation zu einem Nebensatz mit DESHALB.
stellen GRUND- und DESHALB-Sätze gegenüber und zeigen durch schriftliche Satzreihen die inhaltliche Umkehrung auf.
DGS 2.3.3 Konditionale Sätze bilden
beschreiben jeweils zwei zugehörige Bildinhalte mit zwei konditional zueinander passenden Sätzen.
verknüpfen zwei inhaltlich zugehörige Sätze zu einem konditionalen Satz, wobei sie die entsprechende Kopfbewegung nach vorn als notwendige non-manuelle Einleitung des Konditionalsatzes ausführen.
markieren bei der Glossenschreibweise den ersten Teil des Konditionalsatzes durch die non-manuelle Markierung in der Oberzeile.
DGS 2.3.4 Finale Sätze mit WUNSCH (damit) und WIE (indem) bilden
beschreiben jeweils zwei zugehörige Bildinhalte mit zwei final zueinander passenden Sätzen.
ergänzen den ersten Satzteil mit der Konjunktion WUNSCH und einem inhaltlich passenden Satz.
erschließen die inhaltliche Bedeutung des konjunktionalen Komplexes WIE DESWEGEN durch eine rhetorische Rückfrage zum ersten Satzteil.
verknüpfen zwei inhaltlich zugehörige Sätze mit dem konjunktionalen Komplex zu einem „indem“-Satz.
DGS 2.3.5 Konzessive Sätze mit TROTZDEM und OBWOHL bilden
beschreiben jeweils zwei zugehörige Bildinhalte mit zwei konzessiv zueinander passenden Sätzen.
verknüpfen jeweils zwei abgeschlossene, inhaltlich zugehörige Sätze zu einem konzessiven Satz mit der Konjunktion TROTZDEM, wobei sie in beiden Teilsätzen jeweils die entsprechende Augenbrauenmimik ausführen.
markieren bei der Glossenschreibweise die jeweilige non-manuelle Markierung in der Oberzeile farbig und durch Symbole.
verknüpfen jeweils zwei abgeschlossene, inhaltlich zugehörige Sätze zu einem konzessiven Satz mit der Konjunktion OBWOHL. Dabei stellen sie die Teilsätze um, die beiden entsprechenden Augenbrauenmimiken führen sie jedoch in der gleichen Reihenfolge nacheinander aus wie beim TROTZDEM-Satz.
DGS 2.3.6 Zeitverhältnisse zweier Handlungen herausstellen und unterscheiden
zeigen Handlungsabläufe in einer zeitlichen Gliederung auf und visualisieren die zeitliche Reihenfolge über verschiedene grafische Darstellungen.
stellen Zeitverhältnisse (Gleichzeitigkeit, Vorzeitigkeit, Nachzeitigkeit) dar, indem sie die vorgegebenen Handlungsabläufe im Rollenspiel wiedergeben.
formulieren einzelne Sätze zu den verschiedenen Handlungsabläufen und verknüpfen diese mithilfe von festen, vorgegebenen Glossenphrasen und entsprechenden Gebärdendarstellungen zu temporalen Satzkomplexen.
bilden temporale Sätze bezüglich Gleichzeitigkeit, Vorzeitigkeit und Nachzeitigkeit unter Beachtung der entsprechenden glossentechnischen Merkmale und setzen diese gebärdensprachlich um.
DGS 2.3.7 Relativsätze verstehen und anwenden
bestimmen zu vorgegebenen Personen, Lebewesen oder Gegenständen jeweils eine Eigenschaft und eine Tätigkeit, die sie zu zwei getrennten inhaltlichen Aussagen formulieren und zu einem Satz verknüpfen.
verknüpfen zwei Aussagen zu einem Satz, indem sie eine Aussage (bzgl. Tätigkeit oder Eigenschaft) in die andere Aussage einschieben und den Einschub entweder über das hinweisende Fürwort Z-… oder über das bezügliche Fürwort SELBST kennzeichnen.
entwerfen Gebärdensätze und formulieren diese schriftlich mit der entsprechenden Glossenmarkierung.
DGS 2.3.8 Die direkte Gebärdensprachäußerung (Constructed Dialogue) anwenden
formulieren einen gebärdensprachlichen Dialog in schriftlichen Sätzen mittels Glossenschreibweise und stellen die Sätze wechselseitig gegenüber in aufeinanderfolgender Reihenfolge dar.
erweitern die Sätze mit einem Erzählbegleitsatz zu den gebärdenden Dialogpersonen und fügen die Kennzeichnung der Rollenübernahme glossentechnisch in die Oberzeile ein.
tragen bei den schriftlichen Sätzen den Part mit der Rollenübernahme betont mit verstärktem Mimikeinsatz vor.
DGS 2.3.9 Die indirekte Gebärdensprachäußerung anwenden
benutzen die Sätze der direkten Gebärdensprachäußerung als Grundlage, um anderen Personen in der Erzählperspektive über den Dialog zu berichten.
formulieren die Sätze der direkten Gebärdensprachäußerung in glossenschriftliche Sätze mit indirekter Gebärdensprachäußerung um.
stellen die Sätze von direkter und indirekter Gebärdensprachäußerung gegenüber, erkennen an den manuellen und non-manuellen Zeichen die Unterschiede zwischen den beiden Äußerungsarten und kennzeichnen diese.
DGS 2.4.1 Zukunft darstellen
wählen aus verschiedenen Äußerungen diejenigen aus, die sich auf die Zukunft beziehen, um über Zukünftiges, wie etwa das Wochenende, die Ferien oder geplante Vorhaben, zu gebärden.
wechseln zwischen den Zeiten und erkennen, dass die festgelegte Zeit so lange gilt, bis eine neue Zeitinformation gegeben wird.
wenden die aus der Grundschule gelernten Zahleninkorporationen automatisiert an und kombinieren dies mit den Zeitinkorporationen (IN , IN , aber! IN ohne Inkorporation), um Zeitbeziehungen auszudrücken.
unterscheiden zwischen den verschiedenen Inkorporationsmöglichkeiten bei den Zeitangaben (nur bis zur Zahl 10, nicht bei Tag, Minute, Sekunde).
entwerfen Sätze mit verschiedenen Zeitangaben, um Zukünftiges differenziert auszudrücken.
DGS 2.4.2 Vergangenheit darstellen
wählen aus verschiedenen Äußerungen diejenigen aus, die sich auf die Vergangenheit beziehen, um über Vergangenes, wie etwa das Wochenende, die Ferien oder erlebte Ereignisse, zu gebärden.
wechseln zwischen den Zeiten und erkennen, dass die festgelegte Zeit so lange gilt, bis eine neue Zeitinformation gegeben wird.
wenden die aus der Grundschule gelernten Zahleninkorporationen automatisiert an und kombinieren dies mit den Zeitinkorporationen (VOR , VOR , aber! VOR ohne Inkorporation), um Zeitbeziehungen auszudrücken.
unterscheiden zwischen den verschiedenen Inkorporationsmöglichkeiten bei den Zeitangaben (nur bis zur Zahl 10, nicht bei Tag, Minute, Sekunde).
entwerfen Sätze mit verschiedenen Zeitangaben, um Vergangenes differenziert auszudrücken.
DGS 2.4.3 Zeitlinien anwenden
bringen Ereignisse aus der Vergangenheit sowie zukünftige Ereignisse mittels einer horizontalen Linie in eine fortlaufende zeitliche Reihenfolge und kennzeichnen die Ereignisse mit genauen Zeitangaben.
ordnen den Zeitangaben auf der horizontalen Linie Zeitgebärden zu und erkennen, dass Zeitgebärden für die Zukunft vorwärtsorientiert und Zeitgebärden für Vergangenes rückwärtsorientiert ausgeführt werden (Zeitlinie).
tragen in eine horizontale Zeitleiste/Jahresleiste in Kalendereinheiten dargestellte Ereignisse in einer fortlaufenden zeitlichen Reihenfolge ein (Ordnungslinie), um die zeitliche Dauer von Ereignissen in einer imaginären horizontalen Linie von links nach rechts zu gebärden.
gebärden verschiedene Wachstumslinien (Personen, Tiere) und erkennen, dass Wachstumsgebärden längsorientiert (Personen) und breitenorientiert (Tiere) ausgeführt werden.
orientieren sich gebärdentechnisch bei Uhrzeitangaben mit VOR und NACH am Ziffernblatt der Uhr, indem sie die Uhrzeitsequenzen in vertikalen Viertelbögen darstellen (Uhrzeitlinie).
stellen die Zeitlinie, die Ordnungslinie, die Wachstumslinie und die Uhrzeitlinie grafisch dar und benennen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Zeitlinien.
DGS 2.4.4 Zeitliche Beziehungen herstellen
setzen verschiedene Zeitgebärden ein, um zeitliche Beziehungen (täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich und durchgehend) herzustellen und deutlich zu machen.
orientieren sich bei der Satzbildung an den Führungsfragen und .
wenden verschiedene Zahleninkorporationen (z. B. alle 2 Jahre, alle 3 Wochen, alle 6 Monate) im gebärdensprachlichen und schriftlichen Gebrauch an.
stellen die Dauer von Zeiteinheiten mit den beiden Gebärden BIS und BIS-JETZT in zwei verschiedenen Handformvarianten (G-Handform, Flachhand) und in zwei verschiedenen horizontalen Zeitlinien dar (nach vorne, nach rechts) und reflektieren über die verschiedenen Möglichkeiten.
DGS 2.5 Räumliche Beziehungen darstellen
geben die Raumverhältnisse zweier Objekte unter Ausnutzung des Gebärdenraumes an, indem sie die Objekte mittels Zeigen verorten und die Lage beider Objekte zueinander gebärdensprachlich durch Ortsergänzungen genau darlegen.
stellen räumliche Beziehungen zweier Objekte über die Positionierung und Bewegung von Raumverben differenziert dar, wobei sie auf die korrekte Klassifikatorhandform achten.
unterscheiden zwischen der vertikalen und horizontalen Darstellung von Ortsangaben und wechseln innerhalb einer Erzählung zwischen diesen beiden Darstellungsformen.
DGS 3.1 Sich in Deutscher Gebärdensprache ausdrücken
Jahrgangsstufen 1–4
führen die Gebärden korrekt, mit passender Mundgestik bzw. passendem Wortbild und mit entsprechender Körperhaltung im Gebärdenraum aus.
ordnen die Gebärden entsprechend der Parameter, als Minimalpaare und als einhändige oder zweihändige Gebärden mit Unterstützung zu.
stellen zwei- und dreidimensionale Formen dar und setzen die Mimik zur Präzisierung von Form und Größe ein.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
führen die Gebärden flüssig, mit passender Mundgestik bzw. passendem Wortbild, mit non-manueller Komponente und Simultaneität aus.
gebärden die Verben mit Objekt im Prinzip der Inkorporation flüssig und unterscheiden die Handform der inkorporierten Gebärden in Manipulator oder Substitutor.
stellen zwei- und dreidimensionale Formen dar und setzen die Mimik zur Präzisierung von Form und Größe im Prinzip der Simultaneität ein, indem sie die Gebärde mit manuellen und/oder non-manuellen Informationen ausführen.
DGS 3.2 Gebärden im Dialog
Jahrgangsstufen 1–4
gebärden imitierend und spielerisch nach und fördern somit die visuelle Wahrnehmung, das visuelle Gedächtnis und die Konzentration.
erzählen und teilen in Gebärdensprache alltägliche und besondere Erlebnisse mit, beantworten dazu gestellte Fragen folgerichtig, fragen entsprechend der Situation und antworten darauf (zur eigenen Person, zu Alltagssituationen, bekannten Personen und Gegenständen), um den aktiven und den passiven Gebärdenwortschatz kontinuierlich zu erweitern.
äußern gebärdensprachlich Gefühle und Wünsche zielorientiert und mit entsprechender Mimik. Sie lösen gebärdensprachlich in sachlichen Gesprächen mithilfe von vereinbarten Gesprächsregeln Konflikte und Probleme.
benutzen das Fingeralphabet, um dem Gesprächspartner Namen, Fachwörter u. a. zu vermitteln.
bedienen sich des Fingeralphabets, um ABC-Geschichten zu erfinden und anschließend vorzutragen.
beschreiben die Bedeutung einfacher Äußerungen in sprachlicher oder schriftlicher Form mit eigenen Worten in deutscher Gebärdensprache, um so zu zeigen, dass sie die Äußerung verstanden haben.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
gebärden zunehmend flüssig und wenden verschiedene gebärdentypische Gestaltungsmittel, auch idiomatische Gebärden, an.
verwenden zunehmend beide Sprachen situations- und personenbezogen ( Code Switching ), halten ein Gespräch im Gang und passen sich an Kommunikationspartner, Ziel und Situation an.
fragen vertraute und fremde Personen Fachfragen im Prinzip des Code Swichting zu verschiedenen Themen und antworten auf Fachfragen entsprechend.
äußern differenziert und zielorientiert Gefühle und Wünsche in Gebärden mit detaillierten non-manuellen Informationen. Sie lösen in sachlichen Gesprächen empathisch Konflikte und Probleme, achten dabei auf die Gesprächsregeln und auf die inhaltliche Korrektheit der Deutschen Gebärdensprache.
beschreiben mit eigenen Gebärden die Bedeutung verschiedener Äußerungen in sprachlicher oder schriftlicher Form.
DGS 3.3 Gebärdensprachen als sprachliche Vielfalt erkennen
Jahrgangsstufen 1–4
differenzieren zwischen Deutscher Gebärdensprache (DGS) und der Laut- und Schriftsprache Deutsch (auch mit Lautsprachbegleitenden Gebärden (LGB) oder mit Lautsprachunterstützenden Gebärden (LUG)), indem sie erkennen, dass diese unterschiedliche Grammatikregeln besitzen, und erläutern die Unterschiede mit Unterstützung.
erklären und unterscheiden die Dialekte der Deutschen Gebärdensprache im deutschen und bayerischen Raum. Sie erläutern die internationale Vielfältigkeit der Gebärdensprache und die Unterschiede zur Deutschen Gebärdensprache, indem sie andere nationale Gebärden kennenlernen und diese mit den deutschen Gebärden vergleichen.
wenden ausgewählte idiomatische Gebärden und Idiome (Spezialgebärden) im Kontext richtig an.
erklären mithilfe die Bedeutung ausgewählter idiomatischer Gebärden und wie sie in verschiedenen Kontexten zu verstehen sind.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
differenzieren selbständig zwischen Deutscher Gebärdensprache (DGS) und Deutsch (auch mit Lautsprachbegleitenden Gebärden, LGB oder mit Lautsprachunterstützenden Gebärden, LUG) und erklären die unterschiedlichen Grammatikregeln eigenständig.
unterscheiden zwischen Umgangs- und Fachgebärden und nutzen diese.
erklären und unterscheiden die Dialekte der Deutschen Gebärdensprache im deutschen Raum. Sie erläutern die Vielfältigkeit der Gebärdensprache verschiedener Länder, unterscheiden elementare Sprachvarianten, vergleichen exemplarische Aspekte der anderen Gebärdensprachen mit der Deutschen Gebärdensprache, analysieren die Unterschiede ausgewählter Aspekten der beiden Gebärdensprachen.
kennen bekannte idiomatische Gebärden und Idiome (Spezialgebärden), unterscheiden sie voneinander und wenden sie an.
erklären die Bedeutung idiomatischen Gebärden, wie sie zu verschiedenen Kontexten zu verstehen sind.
betrachten ausgewählte Gebärden unter soziokulturellen Aspekten und untersuchen eine selbst ausgesuchte Gebärde anhand dieser Aspekte.
DGS 3.4 Informieren, anweisen, mitteilen und darauf reagieren
erzählen mit Unterstützung und mit gebärdensprachtypischen Erzählmerkmalen unter Verwendung von Mimik, Rollenübernahme/-wechsel, Zeit- und Raumnutzung von sich und ihren Erlebnissen.
beschreiben Lebewesen und Gegenstände unter Verwendung der korrekten Gebärden und beantworten die dazu gestellten Fragen korrekt.
entnehmen den gebärdensprachlichen Äußerungen die wesentlichen Informationen, indem sie diese zusammenstellen und sie schriftlich bzw. gebärdensprachlich mit eigenen Worten festhalten.
wenden das Prinzip der Lokalisation bewusst an, indem sie die in verschiedenen Übungs- und Spielsituationen gesammelten Erfahrungen nutzen.
DGS 3.5 Sprachganze in Deutscher Gebärdensprache wiedergeben und reflektieren
Jahrgangsstufen 1–4
beschreiben Bilder und erzählen eine Geschichte folgerichtig sowie verständlich unter Verwendung korrekter gebärdensprachlicher Strukturen nach.
unterscheiden gebärdensprachtypische Ausdrucksformen bei Sachinformationen und Erzählungen und wenden diese mit Unterstützung passend an.
konstruieren mit Unterstützung eigene Fingeralphabetgeschichten sinngemäß.
wenden verschiedene vorgegebene gebärdensprachkulturelle Ausdrucksformen an, entwickeln kreativ mit Unterstützung ein Endprodukt und tragen dieses vor.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
beschreiben Bilder, erzählen eine Geschichte folgerichtig, spannend und detailliert mit gebärdensprachlichen Erzählmerkmalen nach.
unterscheiden gebärdensprachtypische Ausdrucksformen bei Erzählungen, Sachinformationen, Berichten und Witzen und wenden diese passend an. Sie erkennen und erklären Ironie in den Botschaften.
übersetzen kurze Äußerungen bzw. kurze Texte mit Hilfestellung in die jeweilige Zielsprache und verschriftlichen gebärdete Mitteilungen in Deutsch.
konstruieren eigenständig eigene sinnvolle Fingeralphabetgeschichten.
wenden verschiedene gebärdensprachkulturelle Ausdrucksformen an, entwickeln eigenständig oder im Team gemeinsam kreativ eigene Stücke und tragen diese vor.
stellen im Team eigenständig oder mit Unterstützung gebärdensprachliche Medien her.
DGS 3.4 Informieren, präsentieren, mitteilen und darauf reagieren
berücksichtigen bei der Erstellung von Präsentationen und Vorträgen (z. B. Darstellung von Sachinformationen, Begründung von Meinungen) gebärdensprachspezifische Aufzählungsmerkmale.
wenden situationsangemessen und absichtsbezogen medial gestützte Präsentations- und Vortragstechniken an, um Vorträge mit gebärdensprachlichen Strukturen zu verdeutlichen.
identifizieren die gleichen Informationen in Gebärdensprachtexten und deutschen (lautsprachlichen oder schriftlichen) Texten und vermitteln Informationen in zweisprachigen Situationen im Schulleben.
tauschen gebärdensprachlich Informationen und Reflexionen in zusammenhängender Form eigenständig aus, planen Projekte selbständig und führen diese aus.
wählen für eine fremde oder eigene Äußerungshandlung bewusst eine geeignete Sprache (Deutsche Gebärdensprache, Lautsprache, Lautsprachbegleitende Gebärden, Lautsprachunterstützende Gebärden) aus.
DGS 4.1.1 Ich, meine Familie, mein Umfeld
beschreiben ausgehend von ihrer individuellen Hörwahrnehmung ihre persönlichen Erfahrungen als Mensch mit Hörschädigung und vergleichen zudem ihre Höreindrücke mit denen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler sowie die ihrer Familienmitglieder, um sich einerseits bewusst als Mensch mit Hörschädigung zu identifizieren, sich andererseits aber auch abzugrenzen.
informieren sich anhand ihres Audiogrammes über ihren Hörstatus und erkennen so eine erste bewusste Zugehörigkeit als Schwerhöriger, Gehörloser oder CI-Träger.
stellen ihre individuelle bevorzugte Kommunikations-/Sprachform dar und formulieren Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten zu den Kommunikations-/Sprachformen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler, um verschiedene Kommunikationsstrategien zu identifizieren.
charakterisieren ihre Stellung als gehörloses Mitglied der Familie, stellen die persönlichen Kommunikationsformen und -strategien zu den einzelnen Familienmitgliedern dar, um daraus elementare Kompetenzen für eine gewinnbringende Kommunikation abzuleiten.
gehen respektvoll und offen mit der Vielfalt familiärer Kommunikationssituationen um, indem sie vorhandene Vorurteile kritisch diskutieren und auswerten.
unterscheiden und benennen Formen der Hörschädigung und Kommunikationsformen im Umfeld Schule.
DGS 4.1.2 Gruppierungen innerhalb der Gemeinschaft
Jahrgangsstufen 1–4
identifizieren und benennen verschiedene Gruppierungen als wichtige Bestandteile der Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachgemeinschaft.
informieren sich über die Alltagssituation der Gruppe taubblinder Menschen sowie der Menschen mit Usher-Syndroms und erkennen so die Tragweite einer Hör-Seh-Schädigung bzw. Taubblindheit.
nehmen innerhalb der Gemeinschaft Menschen mit Gehörlosigkeit aus anderen Ländern und Kulturen wahr, recherchieren deren Lebensumstände und verstehen sie dadurch als gleichwertige Mitglieder innerhalb der Gemeinschaft.
verstehen, dass Gebärden national verschieden sind, indem sie mit einer ausgewählten Gebärdensprache experimentieren und sich kleine Bausteine dieser Sprache aneignen.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
recherchieren die Strukturen innerhalb des Gehörlosenvereins, um die Gruppierungen innerhalb des Vereins kennenzulernen sowie spezifische Merkmale eines Gehörlosenvereins zu beschreiben.
informieren sich intensiv über die Alltagssituation der Gruppe taubblinder Menschen sowie der Menschen mit Usher-Syndrom, recherchieren über Ursachen und Folgen einer Taubblindheit und bewerten anhand von Begegnungen mit Betroffenen sowie in Gesprächen mit Taubblinden-Assistenten die Tragweite einer Hör-Seh-Beeinträchtigung.
nehmen innerhalb der Gemeinschaft gehörlose Menschen aus anderen Ländern und Kulturen wahr, recherchieren deren Lebensumstände und verstehen sie so als gleichwertige Mitglieder innerhalb der Gemeinschaft.
beschreiben regionale Unterschiede von Gebärden und setzen verschiedene regional geprägte Gebärden z. B. im Rollenspiel bewusst ein.
sind sich bewusst, dass sich Gebärden auch national voneinander unterscheiden, indem sie sich über andere Gebärdensprachen informieren und sich ausgewählte Bausteine dieser Sprache aneignen.
DGS 4.2.1 Kommunikationsstrategien
Jahrgangsstufen 1–4
nehmen spezifische Umgangsformen und Kommunikationsstrategien innerhalb der Gebärdensprachgemeinschaft wahr und setzen diese bewusst bzw. der Situation angemessen ein.
setzen ihre Kenntnis von Hilfsmitteln ein, wählen individuell das für sie geeignete Hilfsmittel aus, berichten über dessen Vor- und Nachteile und setzen ausgewählte Hilfsmittel nach Erprobung fachgerecht und situationsangemessen ein.
gehen mit neuen Kommunikationstechnologien um, erkennen Vorteile der Nutzung für Menschen mit Gehörlosigkeit und reflektieren die Sicherheit im Umgang mit diesen Technologien kritisch.
bewerten Internetseiten für gehörlose Kinder in Bezug auf gebärdensprachliches Angebot, kulturvermittelnde Inhalte und Sicherheit.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
beschreiben erlaubte und nicht erlaubte Umgangsformen innerhalb der Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachgemeinschaft, respektieren diese und wenden sie in Alltagssituationen bewusst an.
stellen grundlegende technische Hilfsmittel für Menschen mit einer Hörschädigung im Alltag dar.
setzen ausgewählte Hilfsmittel nach Erprobung fachgerecht und situationsangemessen ein.
wissen unter gehörlosen Menschen beliebte und verbreitete Kommunikations- und Informationsmedien, schätzen die Bedeutung dieser Medien für gehörlose Menschen ein und bewerten deren Vor- und Nachteile kritisch.
DGS 4.2.2 Freizeit
berichten über Möglichkeiten der Freizeitgestaltung innerhalb der Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachgemeinschaft. Sie informieren sich über weitere Freizeitangebote und Festivitäten und stellen diese anschaulich dar.
berichten z. B. nach einem Besuch im Gehörlosentheater oder nach der Teilnahme an einer Sportveranstaltung für gehörlose Menschen über ihre Eindrücke.
DGS 4.3 Geschichte der Gemeinschaft
Jahrgangsstufen 1–4
erarbeiten und charakterisieren die Situation gehörloser Menschen in den verschiedenen Epochen mithilfe von Quellentexten und Bildmaterial, um die unterschiedliche Stellung von gehörlosen Menschen von der Zeit des Altertums bis hin zur Aufklärung zu beurteilen.
diskutieren über die Situation von gehörlosen Menschen, beleuchten die Hintergründe und stellen reflektiert Vor- und Nachteile eines Lebens während der erarbeiteten Epochen dar.
beurteilen die geschichtliche Entwicklung der Bildung gehörloser Menschen bis zum Mailänder Kongress kritisch, indem sie wichtige Ereignisse dokumentieren und deren Folgen abschätzen.
nehmen Stellung zur Bildungssituation der Gegenwart und diskutieren Pro und Kontra.
stellen eigene Forderungen bzgl. der Bildungssituation dar und begründen diese.
schätzen die Wirkung bedeutender Persönlichkeiten auf die Identität der Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachgemeinschaft ein, indem sie deren Lebensweg dokumentieren und in einen geschichtlichen und kulturellen Gesamtzusammenhang setzen.
nennen Vorbilder innerhalb der heutigen Gehörlosengemeinschaft.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
erarbeiten und charakterisieren die Situation gehörloser Menschen in den verschiedenen Epochen mithilfe einer fachgerechten Quellenarbeit, um die unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellungen gehörloser Menschen von der Zeit des Altertums bis hin zur Aufklärung zu beurteilen.
vergleichen die erarbeiteten Ergebnisse bez. der Stellung von gehörlosen Menschen in unterschiedlichen Epochen mit der Stellung gehörloser Menschen in der Gegenwart und dokumentieren entsprechende Veränderungen.
beurteilen die geschichtliche Entwicklung der Bildung gehörloser Menschen bis zum Mailänder Kongress kritisch, indem sie wichtige Ereignisse dokumentieren und die jeweiligen Folgen abschätzen.
charakterisieren die Orale und die Gebärden-Methode, informieren sich über deren Vertreter und setzen ihre Ergebnisse in einen geschichtlichen Gesamtzusammenhang.
nehmen Stellung zur Bildungssituation der Gegenwart und diskutieren Pro und Kontra.
stellen eigene Forderungen bzgl. der Bildungssituation dar und begründen diese.
schätzen die Wirkung bedeutender Persönlichkeiten hinsichtlich der Identitätsbildung bzw. der Identität der Gehörlosengemeinschaft ein, indem sie deren Lebensweg dokumentieren und in einen geschichtlichen und kulturellen Gesamtzusammenhang setzen.
informieren sich über bekannte Persönlichkeiten der Gegenwart und begründen, warum diese für die eigene Person Vorbilder bzw. Identifikationsfiguren sind.
bestimmen die Anfänge der Anerkennung der Gebärdensprache als eigenständige Sprache.
leiten aus der geschichtlichen Entwicklung der Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache die Bedeutung der Anerkennung für den Einzelnen, aber auch für die Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachgemeinschaft ab.
setzen sich anhand der UN-Behindertenrechtskonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung kritisch auseinander, analysieren, inwieweit eine Umsetzung dieser Rechte seit ihrer Ratifizierung tatsächlich stattgefunden hat und formulieren in diesem Zusammenhang eigene Forderungen.
bewerten die Situation gehörloser Menschen im Dritten Reich, indem sie sich für die Berichte von Zeitzeugen öffnen, deren Aussagen dokumentieren und das Zusammengetragene diskutieren.
setzen sich mit dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses kritisch auseinander, um sich der Folgen dieses Gesetzes bewusst zu werden.
DGS 4.1.1 Identität
nehmen sich als Gehörlose oder Schwerhörige wahr bzw. ordnen sich einer dieser Gruppierungen bewusst zu.
charakterisieren Eigenschaften und Merkmale, mithilfe derer sie sich als gehörlose oder schwerhörige Menschen identifizieren.
diskutieren und reflektieren kritisch, warum eine bewusste Identifikation mit einer Gruppe stattfindet bzw. ob es mögliche Überschneidungen zwischen beiden Gruppierungen gibt.
erläutern und begründen ihre bevorzugten Kommunikations-/Sprachformen.
unterscheiden zwischen angewendeten Kommunikationsformen innerhalb des familiären Umfeldes und der Interaktion mit „Gleichgesinnten“ und begründen diese.
zeigen sich offen gegenüber anderen Identifikationen, indem sie vorhandene Vorurteile und Meinungen kritisch hinterfragen sowie bewerten.
DGS 4.1.3 Die Gruppe im aktuellen politischen Geschehen
kennen und benennen aktuelle politische Entwicklungen, die für die Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachgemeinschaft relevant sind.
setzen sich reflektiert mit aktuellen Forderungen der Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachgemeinschaft auseinander und beziehen dazu persönlich Stellung.
diskutieren Pro und Kontra einer schulischen Inklusion, bewerten und präsentieren die Ergebnisse einer Umfrage zu diesem Thema.
informieren sich über Auseinandersetzungen innerhalb der Gehörlosengemeinschaft und grenzen die Begriffe Audismus und Deafismus ein.
DGS 4.2.2 Freizeit/Verbände
erläutern die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung innerhalb der Gehörlosengemeinschaft, indem sie sich im örtlichen Gehörlosenverein über dessen Strukturen und Angebote informieren und eigene Ideen sowie konkrete Wünsche äußern.
erschließen sich die strukturelle Organisation der Verbände/Vereine auf Bundesebene.
bewerten die Ziele und Aufgaben des Deutschen Gehörlosenbundes.
DGS 5.1.1 Hörstatus und Kommunikationsstrategien mit Hörenden
erkennen in der Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Hörstatus ihre Fähigkeiten, aber auch ihre Grenzen.
vergleichen und diskutieren die unterschiedlichen Hörstatus innerhalb der Klasse und legen Voraussetzungen fest, die ein gutes Verstehen bzw. eine gute Kommunikation in einer hörenden Umwelt ermöglichen.
gestalten die Kommunikation im hörenden Umfeld gewinnbringend, indem sie verschiedene Strategien erproben und bewerten.
DGS 5.1.2 Technische Hilfsmittel
Jahrgangsstufen 1–4
vergleichen verschiedene Arten von Hörtechniken und ggf. den Einsatz unterschiedlicher technischer Hilfsmittel zum besseren Hören und Verstehen.
setzen ggf. die Höranlage während des Unterrichts fachgerecht ein, indem sie ihren Nutzen reflektieren und so ihren Wert für ein besseres Verstehen schätzen lernen.
erproben ggf. andere technische Hilfsmittel, die eine Kommunikation in der hörenden Umwelt hinsichtlich ihres Nutzens erleichtern.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
erläutern und begründen, welche technischen Hilfsmittel sie in der Kommunikation mit hörenden Menschen verwenden.
begründen, warum sie den Gebrauch technischer Hörhilfen befürworten bzw. ablehnen und respektieren das Tragen technischer Hörhilfen durch Mitschülerinnen und Mitschüler.
stellen die technische Entwicklung von Hilfsmitteln dar und bewerten deren Nutzen.
DGS 5.1.3 Kulturunterschiede
Jahrgangsstufen 1–4
reflektieren kulturelle Unterschiede zwischen gehörlosen und hörenden Menschen, um zu damit verbundenen kulturspezifischen Verhaltensweisen zu gelangen.
setzen die entsprechenden Verhaltensweisen ein und halten kulturelle Normen ein, um Situationen mit hörenden Menschen selbstbewusst zu bewältigen.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
nehmen kulturelle Unterschiede zwischen gehörlosen und hörenden Menschen wahr, reflektieren diese und gelangen zu Erkenntnissen bzgl. der kulturspezifischen Verhaltensweisen.
wenden die erarbeiteten und passenden Verhaltensweisen an und halten kulturelle Normen ein, um Situationen mit hörenden Personen selbstbewusst zu bewältigen.
DGS 5.2 Gehörlose im Alltag
unterscheiden die private Situation von der Situation gehörloser Menschen im Alltag und in der Kommunikation mit hörenden Menschen.
wenden unterschiedliche Kommunikations- und Verhaltensstrategien an, um Barrieren bzw. Schwierigkeiten in einer hörenden Umwelt zu überwinden.
wenden Kommunikations- und Verhaltensstrategien an, um spezifische Schwierigkeiten in einer Einkaufssituation mit einem hörenden Gegenüber zu meistern.
beurteilen verschiedene Berufsfelder und -gruppen hinsichtlich ihrer Eignung für gehörlose Menschen, um zu einem begründeten Berufswunsch zu gelangen.
beschreiben Hilfsmittel, die den Arbeitsalltag erleichtern.
DGS 5.3 Die Brücke zur hörenden Welt – Dolmetscher
Jahrgangsstufen 1–4
beschreiben die Rolle und die Aufgaben eines Gebärdensprachdolmetschers und unterscheiden diese von denen eines Lehrers oder anderer Bezugspersonen.
wissen durch die Teilnahme an Veranstaltungen sowie Unternehmungen mit Unterstützung eines Gebärdensprachdolmetschers um Situationen, in denen dieser notwendig ist.
unterscheiden die Funktion und Aufgaben eines Schriftdolmetschers und dokumentieren die Unterschiede zum Gebärdensprachdolmetscher.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
beschreiben vielfältige Einsatzgebiete von Gebärdensprachdolmetschern, indem sie sich mit den Funktionen und Aufgaben von Gebärdensprachdolmetschern auseinandersetzen.
beurteilen kritisch, warum Eltern, Lehrer und andere Bezugspersonen in vielen Situationen nicht als Gebärdensprachdolmetscher fungieren sollten.
erläutern weitere Leistungen eines Gebärdensprachdolmetschers und unterscheiden Dienstleistungen im beruflichen und im privaten Umfeld.
benennen und unterscheiden diverse Kostenträger für entsprechende Einsatzfelder der Gebärdensprachdolmetscher.
wissen um den Umgang mit Gebärdensprachdolmetschern, indem sie diesen in Rollenspielen oder bei Unternehmungen erproben.
benennen die Schritte der Organisation eines Gebärdensprachdolmetschers für eine Unternehmung oder eine Veranstaltung.
erläutern das Berufs- bzw. Einsatzfeld gehörloser Gebärdensprachdolmetscher.
DGS 5.4 Relevante gesetzliche Grundlagen
Jahrgangsstufen 1–4
setzen ihren Schwerbehindertenausweis im Alltag bestimmungsgemäß ein.
benennen die wichtigsten Merkmale des Schwerbehindertenausweises und weitere Nachteilsausgleiche für gehörlose Menschen.
Jahrgangsstufen 5–10 (R und M)
wissen um die wichtigen Merkmale ihres Schwerbehindertenausweises, dessen Beantragung und Anwendung sowie zusätzliche Nachteilsausgleiche für gehörlose Menschen.
erläutern, warum und in welchen Bereichen Barrieren für gehörlose Menschen aus ihrer Sicht weiter abgebaut werden sollten und skizzieren Lösungsansätze, die aufgeführten Nachteile abzubauen.
bewerten wichtige Gesetze zur privaten und beruflichen Teilhabe und schätzen deren Umsetzung realistisch ein.
DGS 5.1.1 Zugehörigkeit und Kommunikationsstrategien mit der hörenden Umwelt
vergleichen ihren eigenen Hörstatus mit den unterschiedlichen Hörstatus innerhalb der Klasse, unterscheiden folglich verschiedene Peergroups und erklären ihr Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe.
differenzieren unterschiedliche Strategien im Umgang bzw. in der Kommunikation mit der hörenden Umwelt.
bedienen sich bewusst der festgelegten Strategien, die sie mithilfe von Rollenspielen sowie auch in Alltagssituationen erproben, wodurch sie persönliche Vor- und Nachteile kennen und Lösungswege finden.
DGS 5.2.1 Gehörlose im Beruf – zeitlicher Wandel
beurteilen vor dem geschichtlichen Hintergrund, ob die Einteilung von Berufen als geeignet oder nicht geeignet für gehörlose Menschen in der Gegenwart noch zu rechtfertigen ist.
beurteilen anhand von persönlichen Interviews sowie stichhaltigen Quellen, inwieweit sich die beruflichen Möglichkeiten im Laufe der Zeit verändert, verbessert oder verschlechtert haben.
skizzieren Ideen, wie es gehörlosen Menschen in Zukunft gelingen kann, sich in nahezu allen Berufsfeldern zu etablieren.
DGS 5.2.2 Zufrieden und erfolgreich in der Arbeitswelt
erläutern notwendige Kriterien bzw. Bedingungen, die ein erfolgreiches Bestehen in einer hörenden Arbeitswelt gewährleisten und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz sichern.
wissen um Institutionen und Quellen, die gehörlose Menschen bei der Vermittlung von Stellen bzw. bei der Integration in eine hörende Arbeitswelt unterstützen und beurteilen diese bzgl. ihrer Qualität und Effektivität.
setzen sich kritisch mit möglichen Vorurteilen hörender Arbeitgeber auseinander und suchen nach Lösungswegen, diese abzubauen.
beschreiben Hilfsmittel, die eine Kommunikation mit hörenden Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz erleichtern.