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Lehrpläne Berlin-Brandenburg
Gymnasiale Oberstufe
Altgriechisch (2025)
inhaltsbezogen
Kompetenzbereich Sache
25
Mögliche Beiträge zur Kompetenzentwicklung in allen Themenfeldern
14
3.1.1 Philosophie und Religion
7
3.1.2 Epos und Lyrik
4
3.1.3 Historiographie und Reden
6
3.1.4 Drama und Dialog
4
prozessbezogen
Kompetenzbereich Strategie
23
Kompetenzbereich Person
14
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Sprach-, Literatur- und Kulturkompetenz
beherrschen einen erweiterten themen- und autorenbezogenen Wortschatz im Griechischen wie im Deutschen.
beherrschen lektürerelevante Phänomene der Syntax und Morphologie.
ermitteln die zutreffende Bedeutung von polysemen Wörtern aus dem Kontext.
gehen sicher mit dem aus der semantischen Offenheit resultierenden Interpretationsspielraum satzwertiger Konstruktionen um.
entschlüsseln aufgrund von Wortbildungsgesetzen selbstständig unbekannte griechische Wörter und Formen.
erschließen selbstständig aus dem Griechischen abgeleitete Fremdwörter und unbekannte Vokabeln moderner Fremdsprachen.
vergleichen das Altgriechische mit anderen Sprachen.
analysieren komplexe Satzstrukturen und übertragen sie zielsprachenorientiert.
lesen erschlossene griechische Texte (Prosa und Dichtung) sinngemäß und unter Beachtung der Ausspracheregeln und der Metrik.
weisen stilistische Eigenheiten griechischer Autoren und gegebenenfalls Autorinnen nach.
bilden ansatzweise sprachlich-stilistische Gestaltungsmittel bei einer Übersetzung ins Deutsche nach. Literaturkompetenz Die Lernenden …
unterscheiden grundlegende antike Literaturgattungen und erläutern Beispiele für ihre Wirkungsgeschichte.
ordnen ausgesuchte Werke griechischer Literatur historisch ein.
reflektieren die Fiktionalität literarischer Werke.
interpretieren gattungs- und autorenbezogen den Aussagegehalt ausgewählter Texte.
reflektieren die Wirkung sprachlicher und ästhetischer Gestaltungsmittel auf die Rezipierenden.
analysieren unterschiedliche Erzählstrategien im Hinblick auf die erzielte Wirkung.
analysieren intertextuelle Beziehungen.
gehen bewusst mit der Unabgeschlossenheit von Sinnbildung in Texten um.
analysieren ausgewählte lektürerelevante Versmaße (daktylischer Hexameter bzw. jambischer Trimeter). C Altgriechisch Kulturkompetenz Die Lernenden …
setzen sich mit gesellschaftlichen und weltanschaulichen Konzepten der griechischen Antike auseinander, die in der griechischen Literatur und anderen kulturellen Zeugnissen (Kunst, Architektur) überliefert sind, und kontrastieren diese mit denen späterer Epochen und mit aktuellen Konzepten.
bewerten wesentliche Nachwirkungen der antiken griechischen Kultur in der geistesgeschichtlichen und kulturellen Entwicklung Europas und deren weltweiten Einfluss.
problematisieren und diskutieren ethische Fragen, die sich aus der Beschäftigung mit antiken und späteren Kulturen ergeben.
erkennen aufgrund ihrer Kenntnisse aus Geschichte, Politik und Philosophie sowie aus Bildender Kunst und Architektur die vielfältigen Formen der Antikenrezeption.
reflektieren das ästhetisch inspirierende Potenzial der griechischen Kunst und Kultur.
Sprachlern-, Text-, Sprachreflexions- und Reflexionskompetenz
nutzen individuelle Wege, sich sprachliche Phänomene zu erschließen und einzuprägen.
erfassen durch Beobachtung und Analyse die Gesetzmäßigkeiten der griechischen Sprache und leiten daraus Regeln ab.
ordnen komplexe auf die griechische Sprache bezogene Wissensbestände und Lernstrategien und übertragen ihre Kenntnisse auf andere Sprachen, wählen geeignete Diagnoseinstrumente aus, den eigenen Lernstand festzustellen, und passen ihre Lernstrategien an.
benutzen fachspezifische Nachschlagewerke, Sekundärliteratur, Applikationen und Internetquellen zum Spracherwerb.
entwickeln wesentliche Lern- und Arbeitstechniken sowie Strategien der Selbstorganisation. Textkompetenz Die Lernenden …
formulieren anhand textsemantischer und textsyntaktischer Merkmale eine begründete Erwartung an Inhalt und Struktur eines Textes.
beherrschen unterschiedliche Methoden der Texterschließung.
weisen das Textverständnis durch unterschiedliche Formate nach, z. B. Übersetzung, Paraphrase oder kreative Produkte.
erschließen und übertragen beim Übersetzen griechischer Texte autoren- und gattungsspezifische Phänomene der Semantik, Syntax und Stilistik zielsprachenorientiert.
weisen rhetorische und sprachliche Gestaltungsmittel in Texten nach (Tropen und Figuren).
vergleichen verschiedene Übersetzungen desselben Originaltextes und nehmen begründet Stellung zu deren Qualitäten.
nutzen Nachschlagewerke, Sekundärliteratur und neue, auch durch KI gestützte Medien ökonomisch, ziel- und aufgabenorientiert.
paraphrasieren auf der Grundlage eines tiefgründigen Textverständnisses den gedanklichen Gehalt des griechischen Textes vollständig und prägnant, C Altgriechisch
setzen sich kreativ mit griechischen Werken auseinander, belegen ihr Textverständnis durch geeignete Produkte, z. B. Briefe an den Autor (gegebenenfalls die Autorin) oder Figuren eines Werkes, innere Monologe, szenisches Spiel, Transfer in Dialekte oder Soziolekte, Podcasts, Erklärvideos, bildliche Darstellung, KI-gestützte Produkte, und präsentieren es adressatengerecht. Sprachreflexion Die Lernenden …
erschließen und interpretieren Texte nach einem systematisierten Verfahren, indem sie Einzelbeobachtungen und Gesamttext, eigenes Vorverständnis und neue Informationen produktiv aufeinander beziehen.
verstehen Texte in ihrem historischen Kontext, indem sie zwischen aktuellem Vorverständnis und den vergangenen Voraussetzungen der Textproduktion und Textrezeption unterscheiden.
reflektieren über die Möglichkeiten und Grenzen der Übertragung fremdsprachlicher Texte, indem sie die unterschiedlichen Übersetzungen mit dem Originaltext vergleichen.
übertragen Modelle des erlernten Analyseverfahrens auch auf die personale Kommunikation und gehen während ihres individuellen Spracherwerbsprozesses bewusster mit der deutschen sowie mit anderen Sprachen um. Reflexionskompetenz Die Lernenden …
leiten aus der Beobachtung und Analyse von Sachverhalten Regeln ab, indem sie Gesetzmäßigkeiten der griechischen Sprache erfassen.
bearbeiten Aufgaben mit steigendem Methodenbewusstsein, indem sie komplexe griechische Texte schrittweise erschließen und übersetzen.
entwickeln individuelle und situationsgerechte Übersetzungsstrategien, indem sie unterschiedliche Texterschließungsverfahren anwenden.
beurteilen Sachverhalte und Meinungen, indem sie in der Auseinandersetzung mit griechischen Texten eigene und die Bewertungskriterien anderer aufzeigen.
reflektieren kritisch den eigenen Lernprozess und wenden bewusst Strategien für ein analytisches und problemlösendes Denken an.
Sprachbewusstheit und Fähigkeit zur historischen Kommunikation
begreifen Sprache als System und beschreiben sprachliche Strukturen sachgerecht.
kommunizieren über Sprache mittels einer griechisch bzw. lateinisch geprägten Metasprache bei sachgerechtem Gebrauch der Fachtermini.
analysieren und vergleichen Sprachsysteme (z. B. das vom Altgriechischen abstammende Neugriechisch) und erklären grundlegende Phänomene der Sprachentwicklung.
erschließen aus dem Altgriechischen abgeleitete Fachbegriffe aus Wissenschaft und Technik und wenden sie korrekt an.
reflektieren ihre eigene Sprachverwendung und verfeinern ihre Ausdrucksfähigkeit in der deutschen Unterrichtssprache.
reflektieren die gegenseitige Bedingtheit von Sprache und Lebenswirklichkeit und setzen Sprache kontextgerecht ein.
erfassen griechische Texte auf der Grundlage genauer und gründlicher Sprachbetrachtung präzise und differenziert. C Altgriechisch Fähigkeit zur historischen Kommunikation Die Lernenden ...
interpretieren griechische Texte und erfassen ihre Bedeutung und Wirkung für die antike Welt.
erkennen, dass kulturelle Konzepte nicht allgemein- und endgültig sind.
stellen die im Altgriechischunterricht behandelte Kultur in Beziehung zu ihrer eigenen Zeit und Lebenssituation, zu deren kulturellem Rahmen und zu ihrer eigenen kulturellen Identität.
konstatieren und reflektieren Fremdheitserfahrungen in Auseinandersetzung mit historischen Zeugnissen und Denkmodellen.
erklären und problematisieren Unterschiede im Wertekanon, entwickeln Offenheit und Akzeptanz gegenüber Wertevielfalt und kultureller Diversität.
setzen sich mit Grundfragen und -konstanten der menschlichen Existenz auseinander, erfassen deren zeitlose Relevanz und formulieren eigene Fragestellungen dazu.
hinterfragen ihre eigene Haltung und leiten daraus eine Orientierung für das eigene zukünftige Handeln ab. C Altgriechisch
Mögliche Beiträge zur Kompetenzentwicklung
übersetzen Originaltexte aus dem Altgriechischen in angemessenes Deutsch (Translationskompetenz).
analysieren sprachliche und stilistische Gestaltungsmittel in Originaltexten und erklären das Zusammenspiel von Textform und Inhalt für die Gesamtaussage der entsprechenden Textpassage (Textkompetenz).
interpretieren Originaltexte nach vorgegebenen Kriterien (Literaturkompetenz). C Altgriechisch 3.1.1 Philosophie und Religion Das erste Kurshalbjahr öffnet anhand philosophischer Texte den Blick für das Weltverständnis des Menschen aus antiker Perspektive. Im Mittelpunkt steht das Nachdenken über das Wesen der Natur und des Menschen im Spannungsfeld rationaler und religiöser Weltdeutung sowie der menschlichen Gesellschaft und die daraus abgeleitete Ethik.
Querschnittsthemen: Bildungs- und Fachsprache; Rhetorik; Werteerziehung/Akzeptanz
Bildungssprachliche Handlungskompetenz: Sprachbewusstheit, Verwendung von Fachsprache; Handlungskompetenzen in der digitalen Welt: Gestaltung der Präsentation von Lern- und Arbeitsergebnissen in multimedialen Darstellungsformen
Dieses Themenfeld bietet Verknüpfungsmöglichkeiten zu den übergreifenden Themen Interkulturelle Bildung und Erziehung und Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen. Verbindliches Thema/Basistext Erkennen, Denken, Handeln: Sokrates Platon (z. B. Apologie) oder Xenophon Memorabilien; Apologie
die Figur des Sokrates
Erkennen und Handeln bei Sokrates
Sokrates und die Sophisten
Sokrates und die athenische Demokratie
Sokrates und sein Daimonion
die Begrenztheit menschlichen Wissens
die Demokratie in Athen und ihr Prozesswesen
Sokrates und das Orakel
Mögliche Beiträge zur Kompetenzentwicklung
stellen die erforderlichen Informationen über die athenische Demokratie und ihr Prozesswesen zusammen und stellen Bezüge her zu ihrem bisherigen Wissen über die Person des Sokrates (Kulturkompetenz).
arbeiten an ausgewählten Text-Stellen die Erkenntnisse des Sokrates über die Begrenztheit des menschlichen Wissens heraus (Text- und Interpretationskompetenz).
veranschaulichen anhand von Originaltexten Merkmale der intellektualistischen Ethik des Sokrates, u. a. Übereinstimmung von Denken, Erkennen und Handeln (Text- und Interpretationskompetenz).
vergleichen die Grundsätze des Sokrates mit sophistischen Positionen (Literaturkompetenz).
diskutieren den radikalen und provozierenden Charakter der Ethik des Sokrates, überprüfen die Relevanz seiner Aussagen für ihre Lebenswelt und begründen ihre Positionen (Fähigkeit zur historischen Kommunikation). C Altgriechisch Ergänzungsthema 1 Platonische Philosophie Auswahl aus Platons Politeia
Platons Idealstaat
Platons Ideenlehre
Mögliche Beiträge zur Kompetenzentwicklung
analysieren problembezogen staatsphilosophische Fragestellungen und beziehen sie auf ihre Gegenwart (Fähigkeit zur historischen Kommunikation).
reflektieren über unterschiedliche Staatsformen mit ihren Vorzügen und Nachteilen (Kulturkompetenz).
untersuchen das Individuum differenziert in seiner Abhängigkeit von staatlicher Macht und positionieren sich zur eigenen Rolle in der heutigen Gesellschaft (Fähigkeit zur historischen Kommunikation).
beziehen zu Fragen der platonischen Erkenntnistheorie einen eigenen Standpunkt (Fähigkeit zur historischen Kommunikation). Ergänzungsthema 2 Zum rationalen Weltverständnis der Vorsokratiker Auswahl (z. B. Thales, Xenophanes, Heraklit, Parmenides, Demokrit)
Mögliche Beiträge zur Kompetenzentwicklung
erörtern Möglichkeiten und Grenzen der Bildung bzw. Übersetzung philosophischer Terminologie (Sprachlernkompetenz/Sprachreflexion).
deuten das Staunen als Impuls für das Philosophieren bei Aristoteles (Fähigkeit zur historischen Kommunikation).
weisen in den Originaltexten der vorsokratischen Denker Merkmale einer philosophischwissenschaftlichen Darstellungsweise nach, u. a. Abstraktion, Hypothesen-Bildung, spekulatives Vorgehen (Text- und Interpretationskompetenz).
untersuchen im Vergleich mit den antiken Vorlagen an ausgewählten Texten der griechisch-römischen und der modernen Philosophie bzw. Naturwissenschaft die Kontinuität und den Wandel von Fragen und Antworten der vorsokratischen Philosophie und weisen dabei exemplarisch den Einfluss der griechischen Antike auf die Kulturgeschichte nach (Fähigkeit zur historischen Kommunikation).
vergleichen das mythische Weltbild (z. B. bei Homer) mit alternativen Denkmodellen von Thales und Anaximander, u. a. die Frage nach der ἀρχή als dem Grundprinzip des Seins (Literaturkompetenz).
erfassen die Fragen von Heraklit und Parmenides als zeitlose Grundfragen philosophischen Denkens (u. a. nach Werden und Vergehen, nach abstrakter Erkenntnis und sinnlicher Wahrnehmung, nach dem Verhältnis von Denken und Sein) und nehmen Stellung zu den Antworten der beiden griechischen Philosophen (Literaturkompetenz). C Altgriechisch Ergänzungsthema 3 Aufklärung – Hinwendung zum Menschen Sophisten (Auswahl, z. B. Protagoras, Gorgias, Prodikos)
Mögliche Beiträge zur Kompetenzentwicklung
weisen in den Originaltexten zur Sophistik die Abkehr von der Natur als Gegenstand des Denkens und die Hinwendung zum Menschen als handelndem und erfolgsorientiertem Subjekt nach, das die praktische Lebenstüchtigkeit in den Mittelpunkt stellt (Text- und Interpretationskompetenz).
arbeiten aus den Originaltexten zur Sophistik heraus, wie traditionelle Ansichten, Werte und Moralbegriffe in Frage gestellt werden (u. a. menschliche Erkenntnis, Götterglaube, Verbindlichkeit des positiven Rechts) und diskutieren diese Aussagen sowie deren Konsequenzen kritisch (Text- und Interpretationskompetenz).
erfassen die Differenzierung von positivem Recht und Naturrecht, erläutern die gegensätzliche Ausformung des von Sophisten vertretenen Naturrechtsbegriffes (Recht des Stärkeren; natürliche Gleichheit der Menschen) und überprüfen die Relevanz dieser Aussagen für die eigene Lebenswelt (Fähigkeit zur historischen Kommunikation).
untersuchen – im Vergleich mit den antiken Vorlagen – an ausgewählten Texten die Kontinuität und den Wandel sophistischer Gedanken in der Philosophie der Moderne (u. a. Erkenntnislehre, Recht des Stärkeren) und weisen dabei exemplarisch den Einfluss der griechischen Antike auf die Kulturgeschichte nach (Kulturkompetenz). Fakultatives Thema 1 Berufung und Sendung Religiöse Antworten auf Weltfragen – Sokrates, Jesus, Zarathustra (z. B. Platon: Chairephon-Orakel; Septuaginta; Neues Testament)
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