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Lehrpläne Berlin-Brandenburg
Gymnasiale Oberstufe
Geschichte (2022)
prozessbezogen
Eingangsvoraussetzungen – Deuten
4
Eingangsvoraussetzungen – Analysieren
2
Eingangsvoraussetzungen – Methoden anwenden
5
Eingangsvoraussetzungen – Urteilen und sich orientieren
3
Eingangsvoraussetzungen – Darstellen – historisch Erzählen
3
Zentrale Kompetenz – reflektiertes historisches Erzählen
1
Abschlussorientierte Standards – allgemeine Anforderungen
7
Abschlussorientierte Standards – Deutungskompetenz
18
Abschlussorientierte Standards – Analysekompetenz
13
Abschlussorientierte Standards – Methodenkompetenz
17
Abschlussorientierte Standards – Urteils- und Orientierungskompetenz
9
inhaltsbezogen
1. Kurshalbjahr: Wandel und Revolutionen in Vormoderne und Moderne
8
2. Kurshalbjahr: Demokratie und Diktatur in Deutschland und Europa 1918–1945
6
3. Kurshalbjahr: Konflikt und Konfliktlösung in der Welt seit 1917
4
4. Kurshalbjahr: Ereignis und Struktur am Beispiel der doppelten deutschen Geschichte
5
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Eingangsvoraussetzungen – Deuten
die Aussagekraft einer Quellenart und -gattung untersuchen und erläutern,
die (verdeckten/offenen) Intentionen der Quellenautorin oder des Quellenautors erklären und beurteilen.
die Veränderungen des Handelns auch mit dem Wandel von (handlungsleitenden) Wertmaßstäben begründen.
historische Veränderungen nach Kriterien und aus der Perspektive von Personen/Gruppen vergleichend untersuchen, erörtern und beurteilen (z. B. etwas ist ein Fortschritt, Rückschritt, Aufstieg, Misserfolg). (G)
Eingangsvoraussetzungen – Analysieren
medial unterschiedliche Darstellungen untersuchen und diese beurteilen,
begründen, warum Geschichte immer wieder neu und aus verschiedenen Perspektiven auch anders geschrieben wird (Konstruktcharakter von Geschichte).
Eingangsvoraussetzungen – Methoden anwenden
Kernaussagen von Quellen und Darstellungen herausarbeiten und in eigenen Worten zusammenfassen.
Zitate in indirekte Rede umformulieren.
ein Interview planen, durchführen, protokollieren und auswerten,
das eigene Vorgehen begründen und kritisch reflektieren.
die Bedeutung von Begriffen in der Alltags- und Fachsprache in Vergangenheit und Gegenwart untersuchen und reflektieren.
Eingangsvoraussetzungen – Urteilen und sich orientieren
Gemeinsamkeiten und Unterschiede von historischen und gegenwärtigen Werten erörtern,
die Vielfalt gegenwärtiger Werturteile erörtern und in ihrer Unterschiedlichkeit würdigen,
begründen, welche Bedeutung die individuellen Werturteile für die eigene lebensweltliche Orientierung in der Gegenwart haben.
Eingangsvoraussetzungen – Darstellen – historisch Erzählen
zwischen Ursachen, Anlass sowie Auswirkungen in der Argumentation begründend unterscheiden,
eine rezensierende Stellungnahme zu einer historischen Darstellung formulieren,
abwägend argumentieren.
Zentrale Kompetenz – reflektiertes historisches Erzählen
Reflektiertes historisches Erzählen durch die Formulierung von sinnbildenden Darstellungen (Narration) von Geschichte sowie durch das Analysieren und Beurteilen von historischen Narrationen.
Abschlussorientierte Standards – allgemeine Anforderungen
wenden fundiertes Wissen über vergangene Epochen, mehrere Räume und Dimensionen sowie verschiedene Subjekte historischen Geschehens an,
untersuchen historische Sachverhalte bezüglich ihrer Problemhaftigkeit, Mehrdeutigkeit bzw. Kontroversität,
untersuchen und betrachten historische Sachverhalte multiperspektivisch,
interpretieren Quellen unterschiedlicher Gattungen,
erörtern Deutungen historischer Sachverhalte,
stellen historische Verläufe und Strukturen dar und erkennen und erklären Zusammenhänge,
erarbeiten begründete Sach- und Werturteile.
Grund- und Leistungskurs
fachspezifische Begriffe erklären und diese in der Argumentation sachgerecht anwenden,
Zeit- und Raumbezüge sinnvoll herstellen,
quellenbasiert begrenzte historische Sachverhalte (Entwicklungen, Strukturen) rekonstruieren und diese unter einem bestimmten Gesichtspunkt in einer eigenen Darstellung (Narration) zusammenfassen,
Grundkurs
die Standortgebundenheit historischer Akteure mit zentralen Faktoren (z. B. soziale Lage, Geschlecht, Religion, politische Anschauung und Position, nationale, ethnische und kulturelle Herkunft) erklären und vergleichen,
zeitgenössische Handlungsspielräume im Hinblick auf offene Möglichkeiten und Bedingungen untersuchen und charakterisieren,
historischen Wandel aus verschiedenen Ursachen heraus erklären,
Aussagen durch Argumente stützen, die auf historischen Beispielen und anderen Belegen gründen,
unterschiedliche Zugänge und Untersuchungsformen zur Vergangenheit (genetisch-chronologisches Verfahren, Längsschnitt und Querschnitt, Fallanalyse, Vergleich) beschreiben und diese auf begrenzte historische Sachverhalte anwenden,
Theorien und Modelle der Vergangenheit im jeweiligen historischen Kontext erläutern,
eine eigene, argumentativ gestützte Deutung zu einem räumlich, zeitlich und thematisch begrenzten historischen Sachverhalt oder Problem entwickeln.
Leistungskurs
die Standortgebundenheit historischer Akteure erklären und vergleichen und diese auf vielfältige, komplexe Faktoren (z. B. soziale Lage, Geschlecht, Religion, politische Anschauung und Position, nationale, ethnische und kulturelle Herkunft) zurückführen,
zeitgenössische Handlungsspielräume im Hinblick auf offene Möglichkeiten und Bedingungen untersuchen und charakterisieren und diese nach Kriterien (historischer Kontext, Theorien, Modelle) abwägend beurteilen,
historischen Wandel aus verschiedenen Ursachen heraus erklären und dabei Theorien und Modelle einbeziehen (z. B. Multikausalität als historisches Prinzip),
Aussagen durch Argumente (unter Einbeziehung möglicher Gegenargumente) stützen, die auf historischen Beispielen und anderen Belegen gründen,
unterschiedliche Zugänge und Untersuchungsformen zur Vergangenheit (genetisch-chronologisches Verfahren, Längsschnitt und Querschnitt, Fallanalyse, Vergleich) beschreiben und diese auf komplexe historische Sachverhalte anwenden,
Theorien und Modelle der Vergangenheit erläutern und diese vergleichend im historischen Kontext diskutieren,
geschichtswissenschaftliche Theorien und Konzepte erläutern,
eine eigene, argumentativ gestützte Deutung zu einem komplexen historischen Sachverhalt oder Problem entwickeln.
Grund- und Leistungskurs
Quellen und Darstellungen unterscheiden,
Inhalt und Struktur von Darstellungen analysieren und Informationen aus diesen erheben,
Aussagen über die Vergangenheit erfassen und diese durch eine Kette von Für-und-wider- bzw. Sowohl-als-auch-Argumenten multiperspektivisch und kontrovers diskutieren,
unterschiedliche Zugänge und Untersuchungsformen zur Vergangenheit (genetisch-chronologisches Verfahren, Längsschnitt und Querschnitt, Fallanalyse, Vergleich) reflektieren und bewerten,
sich mit Angeboten der Geschichtskultur (Ausstellung, Denkmal, Film, Gedenktag und -veranstaltung, Gedenkstätte, öffentliche Debatte u. a.) kritisch auseinandersetzen,
die Angebote der Geschichtskultur hinsichtlich empirischer Triftigkeit und Perspektivität analysieren und beurteilen,
die im geschichtskulturellen Angebot zum Ausdruck kommenden politischen Argumente, ästhetischen Motive und ökonomischen Interessen in der Argumentation abwägend analysieren und beurteilen,
pluralistische Deutungsangebote und Erinnerungskonflikte als Wesensmerkmale pluraler Gesellschaften erkennen.
Grundkurs
Argumente der Darstellungen unter Heranziehung sicheren Fachwissens untersuchen und diese Argumente aspektgeleitet (z. B. empirische Triftigkeit) und multiperspektivisch beurteilen,
Darstellungen von Vergangenheit gegenüberstellen und die Pluralität von Deutungen reflektieren.
Leistungskurs
Argumente der Darstellungen unter Heranziehung vertieften Fachwissens untersuchen und diese Argumente kriteriengeleitet, multiperspektivisch und kontrovers (z. B. empirische Triftigkeit und Perspektivität) beurteilen,
geschichtswissenschaftliche Theorien und Konzepte reflektieren und bewerten,
Darstellungen von Vergangenheit gegenüberstellen, die Pluralität von Deutungen reflektieren und begründet beurteilen, welche Deutung aus ihrer Sicht Vergangenheit angemessen erklärt.
Grund- und Leistungskurs
eigenständig Fragen an die Vergangenheit formulieren und einen Arbeitsplan entwerfen,
unter Berücksichtigung medienspezifischer Besonderheiten die Unterschiede und die Verlässlichkeit von Materialien hinsichtlich ihres Aussagewertes über historische Sachverhalte reflektieren und beurteilen,
Quellen und Darstellungen und Quellen- wie Darstellungsarten unterscheiden,
Analyseergebnisse in den jeweiligen historischen Kontext stellen,
Arbeitsergebnisse und Erkenntnisse situations- und sachgerecht sowie adressaten-bezogen (mündlich, schriftlich, medial) präsentieren,
Medien sachgerecht nutzen und situationsangemessen auswählen,
Standortgebundenheiten eigener und fremder (historischer und gegenwärtiger) Positionen darlegen,
in der Präsentation von Erarbeitetem auf Sach- und Werturteile anderer argumentativ eingehen,
kontroverse Deutungen sachlich und tolerant reflektieren,
das Erarbeitete (selbst-)kritisch reflektieren,
Perspektivität und Kontroversität als konstitutive Bedingungen historischen Denkens reflektieren.
Grundkurs
aufgabenorientiert Verfahren der Informationsgewinnung (aus Lehr- und Fachbüchern, aus Bibliotheken, Internet) anwenden und die Informationen verarbeiten,
die Verfahren der Quellenanalyse und -kritik auf Einzelquellen,
zeitgleiche Quellen sowie Quellen aus verschiedenen Zeiten vergleichend anwenden,
Leistungskurs
aufgabenorientiert und eigenständig Verfahren der Informationsgewinnung auf breiter Basis (aus Lehr- und Fachbüchern, aus Bibliotheken, Museen, Gedenkstätten, Internet) anwenden und Informationen verschiedener Herkunft verarbeiten,
die Verfahren der Quellenanalyse und -kritik auf Einzelquellen, zeitgleiche Quellen und Quellen aus verschiedenen Zeiten vergleichend anwenden und die angewandten Kriterien reflektieren,
methodische Herangehensweisen reflektieren und diese unter Umständen revidieren.
Grund- und Leistungskurs
zwischen Sach- und Werturteil unterscheiden,
persönliche Werthaltungen aufgrund der historischen Erkenntnis hinterfragen,
die jeweilige Gegenwartsabhängigkeit von Werthaltungen erkennen.
die von ihnen verwendeten Beurteilungsmaßstäbe unter Beachtung historischer bzw. gegenwärtiger ethischer, moralischer und normativer Kriterien reflektieren,
in der Auseinandersetzung mit Sach- und Werturteilen Lebenswelt- und Zukunftsbezüge herausarbeiten,
im Dialog die Zeitbedingtheit der eigenen Maßstäbe wie die der Dialogpartnerinnen und Dialogpartner berücksichtigen,
Handlungsspielräume in der Gegenwart erkennen,
die universelle Geltung von Werturteilen, die auf der Grundlage der Menschenrechte formuliert werden, begründen und vertreten,
zu Herrschafts- und Gesellschaftsformen Stellung nehmen, indem sie sich auf die Prinzipien von Freiheit und Demokratie beziehen. Sie vertreten diese gesellschaftlich unverzichtbaren Wertbezüge argumentativ und legen diese bei Zukunftsorientierungen zugrunde.
Vergangenheit in Quellen
Bild- und Textquellen interpretieren
Standortgebundenheit von Quellen analysieren
Geschichte in Deutung/Narration
Deutungen analysieren
historischen Wandel in Form einer historischen Argumentation (multiperspektivisch, multikausal) darstellen
Sach- und Werturteil unterscheiden
Vergangenheit in der geschichtskulturellen Deutung
lehrergeleitet eine Exkursion vorbereiten, mitgestalten und auswerten
lehrergeleitet eine geschichtskulturelle Deutung (z. B. Film, Gedenktag, Denkmal, Kontroverse, Recht) interpretieren und beurteilen
Kritik/Rezension zu einer Deutung formulieren
Vergangenheit in Quellen
Bild- und Textquellen nach Kriterien interpretieren
Geschichte in Deutung/Narration
kontroverse Deutungen (z. B. über Handlungsspielräume und Handeln historischer Akteure) erörtern
historische Sachverhalte (z. B. die verschiedenen Ursachen historischer Zäsuren) in einer Argumentation (mündlich, schriftlich) reflektieren und darstellen
theoretische Texte ansatzweise selbstständig und kriteriengeleitet interpretieren
Vergangenheit in der geschichtskulturellen Deutung
Exkursion planen, durchführen, auswerten
eine geschichtskulturelle Deutung (z. B. Film, Gedenktag, Denkmal, Kontroverse, Recht) vergleichend interpretieren und beurteilen
Vergangenheit in Quellen
Bild- und Textquellen (nach Kriterien) eigenständig und systematisch interpretieren
Geschichte in Deutung/Narration
kontroverse Deutungen vergleichend interpretieren und beurteilen
eine Präsentation selbstständig erarbeiten, durchführen und kriteriengeleitet reflektieren
Vergangenheit in der geschichtskulturellen Deutung
eine wissenschaftliche und geschichtskulturelle Deutung vergleichen und bewerten
Vergangenheit in Quellen
Bild- und Textquellen eigenständig und systematisch interpretieren
Zeitzeugen eigenständig befragen und deren Deutungen analysieren
Geschichte in Deutung/Narration
kontroverse Deutungen von Vergangenheit eigenständig vergleichen und beurteilen
eigenständig einen historischen Sachverhalt in einer historischen Argumentation darstellen
Vergangenheit in der geschichtskulturellen Deutung
verschiedene (gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche) Funktionen von geschichtskulturellen Deutungen (z. B. Aufklärung, Identitätsstiftung, Unterhaltung, Wirtschaft) vergleichend analysieren und bewerten
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Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg: Rahmenlehrplan für die gymnasiale Oberstufe, Teil C Geschichte (2022). Kompetenztexte aus der Quelle übernommen; die amtliche Originalfassung ist verbindlich.
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