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Lehrpläne Berlin-Brandenburg
Gymnasiale Oberstufe
Geschichte (2025)
inhaltsbezogen
Einführungsphase – Schwerpunkte der Kompetenzentwicklung
9
Sachkompetenz
9
Analysekompetenz
11
Deutungskompetenz
9
Urteils- und Orientierungskompetenz
21
Mögliche Beiträge zur Kompetenzentwicklung in den Kurshalbjahren Q1–Q4
16
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Einführungsphase – Schwerpunkte der Kompetenzentwicklung
unterscheiden historische Quellen von Darstellungen sowie verschiedene Arten von Quellen und Darstellungen,
erarbeiten sprachliche Mittel und Konzepte sowie Fachtermini zur Weiterentwicklung bildungssprachlicher Handlungskompetenz und wenden diese an,
erarbeiten zunehmend eigenständig historische Sachverhalte, bereiten sie zeitgemäß medial auf und stellen die Ergebnisse adressatengerecht dar,
analysieren und interpretieren verschiedene Quellenarten,
analysieren und erörtern verschiedene Darstellungsarten,
erklären (multiperspektivisch) kausale, strukturelle bzw. zeitliche Zusammenhänge,
entwickeln unter Anleitung eigene Kriterien und Kategorien für die Auseinandersetzung mit Quellen, mit und für Darstellungen sowie für die Urteilsbildung,
stellen historische Sachverhalte kriteriengeleitet, multiperspektivisch bzw. kontrovers in Verläufen und Strukturen dar,
nehmen kriteriengeleitet in Sach- und Werturteilen zu Problemen bzw. zu Leit- bzw. Themenfragen Stellung,
Sachkompetenz
geben Sachverhaltswissen zu historischen Daten, Ereignissen, Epochen, Orten, Personen sowie zu Prozessen und Strukturen wieder; sie transferieren bzw. verknüpfen ihr Sachverhaltswissen, indem sie es in anderen Formen reorganisieren oder es auf Problemstellungen und Fragen anwenden,
geben geschichtswissenschaftliche Theorien wieder und wenden sie an,
geben Forschungsprobleme sowie Kontroversen wieder,
bestimmen Zusammenhänge nach historischen Prinzipien wie z. B. Anlass, Ursachen, Kontext, Wirkung und Folgen,
unterscheiden Sachverhalte in bestimmten Dimensionen der historischen Fachwissenschaft wie z. B. Wirtschafts-, Kultur- oder Sozialgeschichte,
unterscheiden Sachverhalte in regionalen, nationalen, europäischen und globalen Perspektiven,
bestimmen die zeitliche, perspektivische und kulturelle Gebundenheit ihres Sachverhaltswissens,
nutzen Begriffe der Fach- und Quellensprache, erläutern sie in ihrem historischen Kontext und wenden sie an,
nutzen Verfahren historischen Denkens und Arbeitens und wenden diese an.
Analysekompetenz
wenden Verfahren der Quellenanalyse und -kritik sowie der Analyse von Darstellungen an,
untersuchen Argumente in Quellen und Darstellungen, indem sie vertieftes Fachwissen einsetzen,
erfassen Aussagen über die Vergangenheit und diskutieren diese multiperspektivisch bzw. kontrovers durch eine Kette von Für-und-wider- bzw. Sowohl-als-auch-Argumenten,
wenden Verfahren der Informationsgewinnung an, indem sie die gewonnenen Informationen analysieren und anwenden,
stellen ihre Analyseergebnisse in den jeweiligen historischen Kontext,
entwickeln eine analytische und interpretative historische Argumentation,
wenden unterschiedliche Zugänge und Untersuchungsformen zur Vergangenheit an (z. B. genetisch-chronologisches Verfahren, Längsschnitt und Querschnitt, Fallanalyse, Vergleich),
analysieren und diskutieren geschichtswissenschaftliche Theorien und Konzepte,
reflektieren methodische Herangehensweisen und revidieren sie, wenn notwendig,
setzen sich kritisch mit Geschichtskultur auseinander und überprüfen historische Deutungen hinsichtlich ihrer Triftigkeit und Perspektivität,
analysieren die im geschichtskulturellen Angebot zum Ausdruck kommenden Argumente, Motive bzw. Interessen.
Deutungskompetenz
eigenständig erkenntnisleitende Fragen an die Vergangenheit entwickeln und einen Arbeitsplan für deren kriteriengeleitete Beantwortung entwerfen,
im Rückgriff auf unterschiedliche Zugänge und Untersuchungsformen der Vergangenheit historische Sachverhalte erklären (z. B. genetisch-chronologisches Verfahren, Längsschnitt und Querschnitt, Fallanalyse, Vergleich),
Sinnzusammenhänge zwischen historischen Sachverhalten (Konzepten, Strukturen) quellenbasiert, theoriegestützt und argumentativ differenziert anhand der Belege aus Quellen und Darstellungen aufzeigen,
kausale Beziehungen zwischen historischen Sachverhalten bilden, indem sie Ursachen und Folgen historischer Ereignisse ermitteln und verbinden,
Bedingungsgefüge, Erscheinungsformen und Auswirkungen von Konflikten in verschiedenen Epochen und Räumen erläutern,
die Standortgebundenheit historischer Akteurinnen und Akteure unter Berücksichtigung von Faktoren sinnstiftend erläutern (z. B. Raum, Zeit, Geschlecht, Religion, politische Anschauung und Position, soziale, nationale, ethnische und kulturelle Herkunft),
zeitgenössische Handlungsspielräume herausarbeiten. Die Lernenden stellen bei der Rekonstruktion von Vergangenheit Gegenwarts- und Zukunftsbezüge her, indem sie …
in Auseinandersetzung mit Quellen und Darstellungen eine eigene argumentativ gestützte Deutung von Geschichte entwickeln und dabei Bezüge zu Gegenwart bzw. Zukunft herstellen,
in einer eigenen Deutung zu einem historischen Sachverhalt oder Problem die eigene Zeit- und Standortgebundenheit reflektieren.
Urteils- und Orientierungskompetenz
entwickeln aus Sachkenntnissen und Problemstellungen Kriterien für Sachurteile,
beurteilen Positionen aus Vergangenheit und Gegenwart kriteriengeleitet, multiperspektivisch bzw. kontrovers (auch im Vergleich),
beurteilen Argumente bzw. Aussagen zu historischen Sachverhalten auf Plausibilität (Quellen) bzw. Triftigkeit (Darstellungen),
beurteilen, ob Deutungsangebote sachlich begründet oder Kontroversen sachlich geführt werden,
beurteilen Theorien zu historischen Sachverhalten kriteriengeleitet und berücksichtigen dabei deren Entstehungs- und Anwendungskontext (und den aktuellen Diskurs),
beurteilen Modelle der Deutung von Vergangenheit und bedenken ihren Entstehungs- und Anwendungskontext (und gegebenenfalls aktuellen Diskurs),
entwickeln eigene Hypothesen über Phänomene der Vergangenheit sachgerecht, kriteriengeleitet und multiperspektivisch,
beurteilen kontextgebunden Herrschaftsformen, deren Legitimation und Akzeptanz kriteriengeleitet, multiperspektivisch,
reflektieren und beurteilen unter Berücksichtigung medienspezifischer Besonderheiten die Unterschiede und die Verlässlichkeit von Quellen oder Darstellungen hinsichtlich ihres Aussagewertes über historische Sachverhalte,
befassen sich mit der Perspektivität von Geschichte,
setzen sich mit dem Konstruktcharakter von Geschichte auseinander,
erkennen die Zeitgebundenheit von Denkweisen und Haltungen und beurteilen sie.
bewerten die Triftigkeit ethischer und normativer Werte, die in historischen Deutungen zum Ausdruck kommen,
bewerten ethische und normative Werte, die in Quellen zum Ausdruck kommen,
vergleichen ethische und normative Werte, die in Quellen und Deutungen in Vergangenheit und Gegenwart zum Ausdruck kommen,
bewerten historische Sachverhalte auf der Grundlage eigener ethischer, moralischer und normativer Wertmaßstäbe im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung,
arbeiten in der Auseinandersetzung mit Sach- und Werturteilen eigene Lebenswelt- und Zukunftsbezüge heraus,
entwickeln aus Sachkenntnissen und Einsichten über die Vergangenheit auf Werte bezogene Beurteilungsmaßstäbe sowie Handlungsspielräume in der Gegenwart und Alternativen für die Zukunft,
erkennen die Standort- und Zeitgebundenheit der eigenen Maßstäbe und reflektieren sie,
nehmen zu Gesellschaftsformen Stellung, indem sie sich auf die Menschenrechte und die freiheitlich-demokratische Grundordnung beziehen,
setzen sich mit der spezifischen Rolle von Einzelpersonen, sozialen Gruppen, äußeren und inneren Faktoren und Strukturen für das Zustandekommen und Beenden von Konflikten auseinander.
Mögliche Beiträge zur Kompetenzentwicklung in den Kurshalbjahren Q1–Q4
bestimmen Zusammenhänge von Revolutionen nach Anlass, Ursachen, Kontext, Wirkung und Folgen (Sachkompetent handeln),
analysieren und diskutieren geschichtswissenschaftliche Theorien zur Frage des Wirtschaftswachstums während der Industrialisierung (Analysieren),
ermitteln und verbinden kausale Beziehungen zwischen Landflucht, Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Industrialisierung (Deuten),
beurteilen Positionen aus Vergangenheit und Gegenwart zur Sozialen Frage kriteriengeleitet und kontrovers (Urteilen und Sich orientieren).
geben Kontroversen zur Frage individueller und kollektiver Verantwortung in der NSDiktatur wieder (Sachkompetent handeln),
untersuchen Argumente zur Deutung der Novemberrevolution in Quellen und Darstellungen unter Heranziehung vertieften Fachwissens (Analysieren),
arbeiten zeitgenössische Handlungsspielräume von Menschen in der NS-Diktatur heraus (Deuten),
bewerten in Quellen zur NS-Erziehung zum Ausdruck kommende ethische und normative Werte (Urteilen und Sich orientieren).
nutzen Verfahren historischen Denkens und Arbeitens und wenden sie zur Analyse des Volksaufstands um den 17. Juni 1953 an (Sachkompetent handeln),
wenden Verfahren der Informationsgewinnung zur Analyse der „Kubakrise“ an, in dem sie die gewonnenen Informationen analysieren und anwenden (Analysieren),
reflektieren in einer eigenen Deutung der Lebensverhältnisse und des Alltags in der Bundesrepublik der 1950er Jahre die eigene Zeit- und Standortgebundenheit (Deuten),
beurteilen unter dem Kriterium der Akzeptanz durch die Bevölkerung die SED-Diktatur als Herrschaftsform (Urteilen und Sich orientieren).
unterscheiden das Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus in regionalen und nationalen Perspektiven (Sachkompetent handeln),
überprüfen historische Deutungen zur kolonialen Vergangenheit Deutschlands hinsichtlich ihrer Triftigkeit und Perspektivität (Analysieren),
reflektieren in einer eigenen Deutung zur kolonialen Vergangenheit Deutschlands die eigene Zeit- und Standortgebundenheit (Deuten),
entwickeln auf Werte bezogene Beurteilungsmaßstäbe für Diktaturen und wenden sie auf geschichtskulturelle Deutungen der SED-Diktatur an (Urteilen und Sich orientieren).
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Rahmenlehrplan für die gymnasiale Oberstufe, Teil C Geschichte (Berlin und Brandenburg), 2025
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