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Lehrpläne Berlin-Brandenburg
Gymnasiale Oberstufe
Pädagogik
prozessbezogen
Selbstkompetenz
9
Sozialkompetenz
10
Fachkompetenz
20
Methoden- und Analysekompetenz
10
inhaltsbezogen
4.1 Lernen und Entwicklung/Sozialisation und Identitätsbildung
3
4.2 Krisen und Beeinträchtigungen in der Entwicklung von Menschen
3
4.3 Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik
3
4.4 Konzepte pädagogischen Handelns
2
4.5 Werte, Normen und Erziehungsziele
4
4.6 Pädagogische Theorien und Konzepte im Wandel der Zeit
2
4.7 Menschenbilder und ihre pädagogischen Implikationen
4
4.8 Herausforderungen an die Pädagogik
17
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Selbstkompetenz
ihre subjektive Lebenswirklichkeit als inneres und äußeres Konstrukt erkennen, beschreiben, analysieren und reflektieren,
sich ihrer eigenen subjektorientierten Parameter (z. B. Vorurteile, Ängste, Erfahrungen) bewusst werden und diese reflektieren,
ihre eigenen subjektorientierten Parameter auf der Grundlage individueller Entwicklungsprozesse umstrukturieren,
auf der Grundlage des erworbenen Fachwissens in pädagogisch bedeutsamen Situationen angemessen handeln und Handlungsalternativen entwickeln,
sich ihrer Rolle als Verantwortung für die eigene Person und die Gesellschaft tragendes Individuum bewusst werden und diese übernehmen,
die Wirksamkeit ihrer Handlungen für die eigene Person und andere antizipieren,
Erziehung als ein konstitutives Moment ihrer Lebenswirklichkeit erkennen, beschreiben, analysieren und reflektieren,
die Bedeutung der Erziehung für Mündigkeit und für das Bewusstsein, in gesamtgesellschaftlicher Verantwortlichkeit zu leben, analysieren,
auf der Grundlage des erworbenen Fachwissens Erkenntnisse und Ausdrucksmittel nutzen, um ihr Bewusstsein für die Probleme und die möglichen Lösungen wichtiger, auch globaler gesellschaftlich komplexer Zukunftsfragen zu steigern.
Sozialkompetenz
wesentliche Regeln der sozialen Kommunikation kennen und anwenden,
Realitätskonstruktionen anderer als solche erkennen, beschreiben, analysieren und reflektieren,
die eigene subjektive Perspektive verlassen und in die der Kommunikationspartnerin bzw. des Kommunikationspartners wechseln,
die Interpretation von Realität aus der Perspektive der Kommunikationspartnerin bzw. des Kommunikationspartners nach-vollziehen und probeweise übernehmen,
fähig sind, ihre innere Haltung (z. B. Empathie, Akzeptanz, Wertschätzung) zu benennen und zu differenzieren,
Kommunikationsstrategien (z. B. aktives Zuhören, Spiegeln) kennen, anwenden und vermitteln,
akzeptieren und unterstützen, dass divergierende Lebensgestaltungsprinzipien Bestandteil einer sozialen Gemeinschaft sind,
gewaltfrei auf der Grundlage demokratischer Grundstrukturen kommunizieren.
Grundkurs
zwei historische, soziale und gesellschaftliche Wirkungskontexte kennen, die diesen Perspektivwechsel ermöglichen,
Leistungskurs
mindestens vier historische, soziale und gesellschaftliche Wirkungskontexte kennen, die diesen Perspektivwechsel ermöglichen,
Fachkompetenz
in Gruppen planvoll und eigenständig selbst verantwortet arbeiten und lernen,
die grundlegenden Fragestellungen und leitenden Begriffe sowie die besondere Sichtweise und Methodik des Faches Pädagogik formulieren,
die wechselseitige Beziehung von Lernen und Erziehung analysieren,
die gesellschaftlichen und anthropologischen Kontexte von Erziehung aufzeigen und erklären,
sich der Leistungen und Begrenzungen wissenschaftlicher Erfassung pädagogischer Probleme bewusst sind,
reflektieren und kritisch Stellung beziehen, inwieweit pädagogisches Wahrnehmen, Denken und Handeln unter dem Einfluss von Medien steht,
sich selbstständig, einzeln oder in Gruppen mit pädagogischen Fragestellungen mündlich und schriftlich reflektiert auseinandersetzen und sich dabei an wissenschaftlichen Kriterien orientieren sowie Fachbegriffe korrekt verwenden.
Grundkurs
erkennen, dass Erziehungsprozesse selbst- und fremdbestimmt sind und diversen Bedingungen unterliegen,
in einer wissenschaftlich adäquaten Terminologie die grundlegenden pädagogischen Paradigmen beschreiben und Erklärungsansätze, Methoden und Lösungsverfahren zuordnen,
grundlegende Präsentationstechniken zur Darstellung pädagogischer Themen anwenden,
die grundsätzlichen Verknüpfungen mit den unmittelbaren Nachbardisziplinen wie Soziologie und Psychologie darstellen,
über Erkenntnisfragen sach- und methodengerecht diskutieren,
mindestens drei unterschiedliche wissenschaftliche Methoden des Faches kennen, themenspezifisch anwenden und reflektieren,
Leistungskurs
erkennen, dass Erziehungsprozesse selbst- und fremdbestimmt sind und bio-logischen, historischen, gesellschaftlichen und räumlichen Bedingungen unterliegen,
in einer wissenschaftlich adäquaten, differenzierten Terminologie mehrere pädagogische Paradigmen, Erklärungs-ansätze Methoden und Lösungsverfahren beschreiben und zuordnen,
entsprechend der Thematik ausgewählte Präsentationstechniken zur Darstellung pädagogischer Themen anwenden,
Kenntnisse von der Verknüpfung mit Nachbardisziplinen wie Geschichte, Philosophie, Soziologie und Psychologie differenziert darstellen,
erörtern, dass wichtige pädagogische Probleme aus der besonderen Perspektive des Faches allein nicht immer zu bewältigen sind, sodass eine erfolgreiche Bearbeitung ein Zusammenwirken unterschiedlicher Disziplinen erfordert,
über Erkenntnisfragen differenziert und kontextbezogen sach- und methodengerecht diskutieren,
die wissenschaftliche Methodenpluralität des Faches kennen, themenspezifisch anwenden und reflektieren,
Methoden- und Analysekompetenz
reale Erziehungssituationen analysieren und Informationen zu dieser Situation sammeln und darstellen,
Bedeutung, Möglichkeiten und Grenzen von Erziehung angemessen einschätzen,
die Bedeutsamkeit des Faches Pädagogik für berufliche Kontexte erfassen und berufs-bezogen nutzen,
darstellen, welche Bedeutung gesellschaftliche Bedingungen und Wandlungen für Erziehung und Identitätsfindung haben, welche Menschenbilder daraus abgeleitet werden und an welche Norm- und Wertvorstellungen diese geknüpft sind.
Grundkurs
erzieherisch verantwortungsbewusst grundlegende Handlungsmuster entwickeln,
grundlegende pädagogische Probleme erfassen und beschreiben,
Leistungskurs
erzieherisch verantwortungsbewusst differenzierte Handlungsmuster entwickeln,
pädagogische Probleme erfassen und differenziert beschreiben, ihre viel-schichtigen Ursachen klären sowie deren Wirkungen erklären, Ziele und Lösungs-wege beurteilen und sich für begründete Lösungswege entscheiden,
über die kognitive Beschäftigung hinaus in pädagogisch bedeutsamen Kontexten Projekte planen, möglicherweise durchführen und reflektieren,
durch Einblicke in die Abläufe und Bedingungen von Entwicklungs-, Sozialisations-, Bildungs- und Erziehungsprozessen Voraussetzungen schaffen für verantwortliches Handeln im privaten und öffentlichen Bereich,
4.1 Lernen und Entwicklung/Sozialisation und Identitätsbildung
Die Schülerinnen und Schüler wenden in Kooperation mit den Fächern Psychologie und Biologie grundlegende Kenntnisse über Lern- und Entwicklungsprozesse an.
Sie analysieren unterschiedliche Modelle und Theorien auf ihren Erklärungswert für menschliches Lernen und Entwicklung hin und sie berücksichtigen dabei deren historischen Entstehungskontext.
Sie analysieren, erklären und beurteilen die Institutionen Familie, Kindergarten und Schule in ihrer Bedeutung für den menschlichen Sozialisationsprozess.
4.2 Krisen und Beeinträchtigungen in der Entwicklung von Menschen
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die eigene Haltung gegenüber Krisen und Beeinträchtigungen in der Entwicklung als Voraussetzung für den pädagogischen Umgang mit den betroffenen Menschen. Sie vertiefen dabei die Fähigkeit zur Selbstreflexion.
Sie nehmen Erscheinungsformen menschlicher Entwicklungs- und Sozialisationskrisen systematisch wahr und benennen diese. Sie analysieren und bewerten verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze.
Sie bewerten Krisen, die mit der menschlichen Entwicklung und Sozialisation zusammenhängen, als durch individuelle und soziale Faktoren bedingte soziale Interaktions- und Konstruktionsprozesse, wählen pädagogisch-therapeutisch Konzepte aus und beurteilen diese.
4.3 Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik
Die Schülerinnen und Schüler stellen die Zusammenhänge zwischen historisch-gesellschaftlichen Bedingungen, sozialen Problemlagen und sozialpädagogischen Interventionen dar.
Sie analysieren sozialpädagogische Institutionen und bewerten die Bedingungen und Resultate von professionellem Handeln.
Sie leiten – ausgehend von aktuellen Fallbeispielen – komplexe Problemstellungen ab, beurteilen professionelle Problemlösungen und entwickeln Ansätze zu alternativen Handlungskonzepten.
4.4 Konzepte pädagogischen Handelns
Die Schülerinnen und Schüler analysieren und bewerten pädagogische Konzepte in ihren kontextuellen Bezügen (z. B. historische Entstehungs- und Rahmenbedingungen, Menschenbild, Gestaltungsformen).
Sie arbeiten wissenschaftlich, indem sie themenspezifisch recherchieren.
4.5 Werte, Normen und Erziehungsziele
Die Schülerinnen und Schüler differenzieren Normen, Werte und Erziehungsziele in ihrer Begrifflichkeit.
Sie reflektieren die Genese und Pluralität der aktuellen Erziehungsziele, ordnen sie in ihre historischen, politischen und kulturellen Kontexte ein und hinterfragen diese kritisch.
Sie analysieren ihre persönlichen Handlungs- und Wertemuster als Ergebnis eigener Erziehungs- und Lebenserfahrung, reflektieren, beurteilen und verändern diese ggf., auf der Grundlage, dass Erziehung und ihre Ziele das konstituierende Moment des Identitätsbildungsprozesses darstellen. Sie ordnen die der Verschiedenartigkeit von Erziehungsprozessen zugrunde liegenden Werte- und Normenentscheidungen in den historischen, politischen und kulturellen Kontext ein, analysieren und bewerten diesen.
Sie setzen die Denk- und Handlungsstrukturen anderer in Bezug zu kulturellen, historischen und politischen Entwicklungen und beurteilen diese auf der Basis von rationalen Kriterien.
4.6 Pädagogische Theorien und Konzepte im Wandel der Zeit
Die Schülerinnen und Schüler ordnen pädagogische Konzepte in ihren historischen, soziokulturellen Kontext ein, analysieren und bewerten die sich daraus ergebenden Bedingungsfaktoren.
Sie arbeiten wissenschaftlich durch gezielte Literatur- und Internetrecherche und analysieren Texte unter Anwendung hermeneutischer Methoden und Techniken.
4.7 Menschenbilder und ihre pädagogischen Implikationen
Die Schülerinnen und Schüler beschreiben und vergleichen unterschiedliche Betrachtungsweisen vom Menschen.
Sie reflektieren und bewerten diese hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf erzieherisches Handeln.
Sie setzen sich kritisch mit ihrer eigenen Vorstellung vom Menschen und Menschsein auseinander.
Sie analysieren und reflektieren die Chancen und Probleme des modernen Menschen bei der Identitätsbildung.
Kommunikation und Konfliktbewältigung
Die Schülerinnen und Schüler lösen konstruktiv Konflikte auf Grundlage kommunikativer Kompetenzen.
Sie kommunizieren in der sozialen Interaktion kongruent.
Sie analysieren und akzeptieren Konflikte in sozialer Interaktion und nehmen eine eigene Position ein.
Sie bewältigen Konflikte strategisch.
Interkulturelle Erziehung
Die Schülerinnen und Schüler analysieren und reflektieren die eigene Biografie und die daraus entstandenen Verhaltensmuster als Bestandteil einer pluralistischen, interkulturellen und globalen Gesellschaft.
Sie analysieren durch Perspektivwechsel, Mehrperspektivität, Toleranz oder Akzeptanz andere Lebensentwürfe.
Sie definieren, analysieren, beurteilen und verändern ggf. eigene und fremde Denk- und Handlungsmuster im erzieherischen Kontext.
Medienpädagogik
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die eigene Nutzung verschiedener Medien und die damit verbundenen Einstellungen und Gefühle sowie das Wissen über den Zugang verschiedener Adressatengruppen zu Medien als notwendige Voraussetzung für medienpädagogische Arbeit. Auf dieser Basis vertiefen sie ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion, zur Perspektivübernahme, zur Verbalisierung und Kommunikation.
Sie analysieren und bewerten verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze aus der Medienwirkungsforschung.
Sie vertiefen ihre Fähigkeit, medienpädagogische Konzepte systematisch zu erkunden, zu analysieren und zu beurteilen.
Sie definieren Medienkompetenz mit ihren verschiedenen Dimensionen als aktuelles und umfassendes bildungstheoretisches Konzept der Medienpädagogik, welches auf den Erwerb von kritischem Handlungswissen aufseiten der Adressaten im Sinne einer sukzessiven Vervollkommnung im Umgang und in der Gestaltung von Medien abzielt.
Das Beratungsgespräch in pädagogischen Kontexten
Die Schülerinnen und Schüler stellen Angebote im Rahmen professioneller sozialpädagogischer Beratungstätigkeit gezielt dar und analysieren und beurteilen diese im Hinblick auf ihre Leistungsfähigkeit.
Sie stellen die Ziele professioneller Beratung im Zusammenhang mit der Förderung von verantwortungsvollem Verhalten und die Kompetenz von Individuen und Gruppen, Lebensproblematiken in den jeweiligen individuellen, partnerschaftlichen, familialen oder größeren sozialen Kontexten dar.
Sie analysieren die Komplexität der sozialpädagogischen Beratungstätigkeit unter Berücksichtigung unterschiedlicher Beratungsfelder und Adressaten, verschiedener Beratungskonzepte und Beratungsanliegen sowie verschiedener Beratungskonstellationen.
Sie reflektieren die Bedeutung von Kooperation und zu schützendem Vertrauensverhältnis im Rahmen von professionell gestalteten helfenden Beziehungen.
Sozialmanagement
Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Anforderungen an die Qualität der geforderten und zur Verfügung gestellten Dienstleistung im sozialpädagogischen und psychosozialen Bereich kritisch auseinander. Sie bewerten diese Auseinandersetzung als notwendigen Bestandteil moderner Gesellschaftsformen.
Sie beschreiben und analysieren Verfahren des Sozialmanagements wie Qualitätsentwicklung und Evaluation anhand von Beispielen und bewerten diese.
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Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg — Rahmenlehrplan für die gymnasiale Oberstufe Teil C Pädagogik/Pädagogik (b.), Erarbeitung 2018 / gültig ab 01.08.2022
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