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Lehrpläne Bremen
Primarstufe-Sekundarstufe-I
Deutsche Gebärdensprache
inhaltsbezogen
Kommunikative Kompetenz
42
Text- und Medienkompetenz
25
Sprachbewusstheit, Sprachreflexion und Sprachlernkompetenz
33
Transkulturelle Kompetenz
16
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Kommunikative Kompetenz
Ende Niveau A1
alle Zeichen des Fingeralphabets verstehen, wenn diese deutlich präsentiert sind.
Fragen und Anweisungen verstehen, die langsam und deutlich an sie gerichtet werden.
häufig gebrauchte alltägliche Gebärden, häufig wiederkehrende Äußerungen, Ankündigungen und Mitteilungen verstehen.
wesentliche Informationen einfacher Dialoge über vertraute Themen entnehmen, wenn langsam und deutlich gebärdet wird.
einfache, kurze und medial aufbereitete Gebärdensprachtexte mit Bildunterstützung und mit vertrautem Gebärdenwortschatz verstehen und auch die Detailinformationen entnehmen.
Äußerungen imitieren und sie nachgebärden.
alle Zeichen des Fingeralphabetes anwenden.
sich mit sprachlich einfachen Redemitteln (überwiegend isolierten Wendungen) in Gesprächen zu vertrauten Themen verständigen.
bekannte Redemittel und isolierte Wendungen zum Ausdruck von Bitten, Anweisungen, Zustimmung und Ablehnungen verwenden.
in einfacher Form überschaubare Situationen bewältigen (z. B. Begrüßung, Verabschiedung, Verabredungen treffen, Auskünfte einholen).
das eigene Befinden ausdrücken (z. B. Traurigkeit, Freude, Ärger), jemanden nach dem Befinden fragen und auf Neuigkeiten reagieren.
einfache Fragen stellen und beantworten sowie einfache Feststellungen treffen, sofern es sich um unmittelbare Bedürfnisse oder um sehr vertraute Themen handelt.
wiederkehrende Informationen aus einfachen Äußerungen zu bekannten Themen sinngemäß in die jeweilige andere Sprache (Deutsch oder DGS) übertragen.
Ende Niveau A2
Fragen und Anweisungen verstehen.
Äußerungen über persönliche Dinge mit Bezug zu alltäglich vertrauten Themen in Gebärdensprachtexten verstehen.
wichtige Inhalte zu vertrauten Themen in Gebärdensprachtexten ausgewählter Textsorten verstehen.
längere, inhaltlich komplexere Gebärdensprachtexte mit Bezug zum Alltag und zu Unterrichtsinhalten verstehen.
konkrete und ihnen vertraute alltägliche Zusammenhänge in kurzen medial aufbereiteten Gebärdensprachtexten verstehen und angemessen darauf reagieren.
über sich und ihre Lebenssituation Auskunft geben.
geläufige Phrasen und Redewendungen benutzen, um z. B. jemanden zu begrüßen, zu verabschieden und um Hilfe, Erlaubnis oder Wiederholung des Gesagten zu bitten.
ein kurzes Gespräch zu vertrauten Alltags- und Unterrichtsthemen mit bekannten Satzstrukturen und begrenztem Gebärdenwortschatz führen.
Informationen aus vertrauten Kontexten erfragen und weitergeben.
sich in verschiedenen Gesprächssituationen mit kurzen Beiträgen äußern.
sich dabei teilweise an Gesprächsziel und -beteiligte anpassen.
an Äußerungen der Gesprächspartner anknüpfen (turn taking).
wiederkehrende Informationen aus einfachen Äußerungen in Deutsch oder DGS miteinander vergleichen und sie global in der jeweils anderen Sprache wiedergeben.
Ende Niveau B1
fingeralphabetliche Elemente in längeren Äußerungen verstehen.
Gespräche zwischen nativen Signern (L1) in alltäglichen Zusammenhängen folgen.
wichtige Inhalte zu weniger vertrauten Themen in Gebärdensprachtexten ausgewählter Textsorten verstehen.
Aussagen zu vertrauten Themen und deren Zusammenhänge in unterschiedlichen Varianten (u. a. Dialekte und Soziolekte) verstehen.
den Informationsgehalt aus den medial aufbereiteten Gebärdensprachtexten (z. B. Nachrichten, Berichte in Rundfunksendungen) ausgewählter Textsorten von nativen Signern (L1) zu weniger vertrauten Themen verstehen.
sich in Gespräche über vertraute Themen oder aktuelle Ereignisse einbringen.
Zustimmung, Ablehnung, Überzeugungen und Meinungen ausdrücken.
mit anderen über eigene Erfahrungen und Themen ihres Alltags sprechen, Informationen austauschen und weiterführende Fragen stellen.
ihren eigenen Standpunkt vertreten, verständlich machen und begründen.
konkrete Auskünfte geben.
sich personen-, ziel- und situationsbezogen zu einer Reihe von bekannten Themen gedanklich strukturiert äußern.
mit ihrem gesicherten Repertoire sprachlicher Mittel flüssig äußern.
umfassende Sachinformationen ziel- und adressatengerecht formulieren.
die Bedeutung einzelner bekannter Wörter und Gebärden, wenn der Kommunikationspartner das Wort/ Gebärdenzeichen nicht versteht erklären.
situations- und adressatengerecht zusammenhängende grundlegende Informationen in zweisprachigen Situationen sinngemäß in die jeweils andere Sprache übertragen.
zunehmend den Sprachwechsel adressatengerecht setzen.
Text- und Medienkompetenz
Ende Niveau A1
aus kurzen, langsam und deutlich gebärdeten Texten über vorhersehbare, alltägliche Dinge und zu vertrauten Themen die wesentliche Information entnehmen bzw. sinnentnehmend verstehen.
einfache Beschreibungen von Personen und Dingen (u. a. auch in den Sehtexten) verstehen.
bekannte Redemittel verwenden, um sich selbst und andere Personen sowie Dinge zu beschreiben.
einfache Handlungsabläufe und Tätigkeiten in kurzen, teils auch unvollständigen Sätzen beschreiben.
geübte Texte vortragen.
mit visuellen oder schriftlichen Hilfsmitteln kurze, eingeübte Präsentationen halten.
einzelne Gebärden und kurze Sätze medial festhalten (z. B. per Video oder Foto).
kurze eingeübte Texte zu Alltagsthemen (z. B. über sich und ihre Lebenssituation) medial festhalten.
Ende Niveau A2
Grundaussagen zu vertrauten Themen mit Bezug zum Alltag und zu Unterrichtsinhalten in medialen Gebärdensprachtexten verstehen, welche die gebräuchlichsten Gebärden und bekannte Strukturen enthalten.
kurze, einfache Anleitungen ausführen und Beschreibungen verstehen.
in einfachen Sätzen über sich und andere Menschen berichten und Gegenstände und Orte beschreiben.
auswendig gelernte Texte vortragen.
einfache Wendungen und Sätze gebrauchen, um Personen, Dinge oder einfache Vorgänge zu beschreiben.
über sich selbst erzählen.
kurze Texte zu Alltags- und Unterrichtsthemen strukturiert gestalten und sie medial festhalten.
Ende Niveau B1
die Kern- und Detailaussagen von medialen Gebärdensprachtexten erfassen, die einen gebräuchlichen Wortschatz enthalten und dabei komplexere Instruktionen ausführen.
authentische Texte zu vertrauten Themen verstehen, in denen gängige alltags- oder berufsbezogene Sprache verwendet wird.
Vorträge oder Reden verstehen, wenn die Thematik vertraut und die Darstellung unkompliziert und klar strukturiert ist.
in vielen Sendungen in Fernsehen und Internet zu Themen von persönlichem Interesse einen großen Teil verstehen, z. B. in Interviews kurzen Vorträgen oder Nachrichtensendungen, wenn deutlich gebärdet wird.
über Erfahrungen und Ereignisse berichten.
den Inhalt eines längeren medial aufbereiteten Gebärdensprachtexts wiedergeben.
Arbeitsergebnisse zusammenhängend und sachgerecht darstellen.
zusammenhängende, meist einfach strukturierte Texte zu Themen ihrer Interessens- und Erfahrungsbereiche verfassen und sie auch zunehmend ziel- und adressengerecht medial gestalten.
zunehmend detaillierte und umfangreiche Texte ausgewählter Textsorten zu einem breiteren Spektrum von Themen strukturiert planen und in einer Präsentation umsetzen.
reflektierte Rückmeldungen zu Äußerungen anderer geben und Alternativen dazu aufzeigen.
Sprachbewusstheit, Sprachreflexion und Sprachlernkompetenz
Ende Niveau A1
konventionalisierte Gebärdensprachzeichen von Nicht-Gebärden unterscheiden.
die Vielfalt der Deutschen Gebärdensprache erkennen, in dem sie zwischen verschiedenen Gebärdensprachdialekten unterscheiden.
auffällige Besonderheiten der DGS (Aufbau lexikalischer Gebärden, Funktionen der Satzmimik und der Struktur einfacher Sätze) erkennen.
bekannte grammatische Strukturen auf der Satzebene implizit nutzen.
die Aufmerksamkeit der gebärdenden Person zuwenden.
auf Blickfeld, Blickkontakt, Gebärdenraum und Gesprächsregeln achten.
sich an sprachlichen Vorbildern hinsichtlich non-manueller Anteile der Gebärdensprache wie Mimik, Mundbild und Mundgestik sowie bewusstem Körpereinsatz im Raum orientieren.
sich selbst und andere mit Hilfe von einer einfachen Feedbackmethode kontrollieren.
einen kurzen Gebärdensprachtext sprachlich überarbeiten.
Ende Niveau A2
die Kommunikation innerhalb der Gebärdensprachgemeinschaft und der lautsprachlich geprägten Gesellschaft vergleichen und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten reflektieren.
manuelle und non-manuelle Parameter der DGS bei der Analyse von lexikalischen Gebärden beschreiben und vergleichen.
Gebärdensprachtexte anhand von Kriterien auf der Gebärden- und Satzebene beschreiben.
erweiterte grammatische Strukturen auf der Satzebene nutzen und sie beschreiben.
die Strategien und Techniken des Vokabellernens anwenden.
die Arbeitsergebnisse (z. B. einen kurzen Gebärdensprachtext) präsentieren.
selbstständig analoge und digitale Medien und Hilfsmittel, z. B. Gebärdensprachlexika und Lernsoftware, nutzen.
selbstständig einen kurzen Gebärdensprachtext sprachlich überarbeiten.
mit Hilfestellung ihren eigenen Lernfortschritt dokumentieren (z. B. Portfolio) und einschätzen.
Ende Niveau B1
ausgewählte Aspekte einer anderen Gebärdensprache mit der Deutschen Gebärdensprache vergleichen, sie benennen und die Unterschiede analysieren.
komplexe Gebärdensprachtexte im Rahmen der Sprachbewusstheit auf der Gebärden-, Satz- und Textebene kriterienorientiert beschreiben vergleichen und bewerten.
ihr grammatisches Wissen (Gebärden, Gebärdenarten, Satzglieder und syntaktische Strukturen) in kommunikativen Situationen differenziert nutzen.
räumliche, zeitliche und logische Bezüge in sprachlichen Strukturen erkennen bzw. in sprachliches Handeln umsetzen.
auf der Grundlage ihres Wissens um die sprachlichen Varianten ihre eigenen Äußerungen in DGS bewusst produzieren.
ein breites Spektrum einfacher sprachlicher Mittel flexibel einsetzen, um Inhalte ziel- und adressatengerecht in DGS zu formulieren.
sprachliche Regelhaftigkeiten erkennen, Fehler finden und diese Erkenntnisse für den eigenen Lernprozess nutzen.
sich selbst und andere mit Hilfe von Feedbackmethoden kontrollieren.
Deutsche Gebärdensprache und deutsche Lautsprache durch kontrastive Gegenüberstellung vergleichen.
selbstständig analoge und digitale Medien und Hilfsmittel, z. B. Gebärdensprachlexika und Lernsoftware, nutzen.
diverse Methoden selbstständig in konkrete Arbeitsformen umsetzen.
vorbereitete Arbeitsergebnisse unter Verwendung von Medien präsentieren.
ihr Lernen eigenständig planen.
sich ihre Lernfortschritte bewusstmachen und in einem Sprachenportfolio dokumentieren.
Angebote der Sprach- und Kulturgemeinschaft der Nutzer:innen der Deutschen Gebärdensprache nutzen.
Transkulturelle Kompetenz
Ende Niveau A1
einen elementaren sozialen Kontakt herstellen, indem sie die einfachsten, alltäglichen Höflichkeitsformeln zur Begrüßung und Verabschiedung benutzen.
typische Rituale der Gebärdensprachgemeinschaften (z. B. Begrüßung, Verabschiedung, Namensgebärden), Tagesabläufe und Lebensgewohnheiten (z. B. sich verabreden, Kommunikation mit Gebärdensprachdolmetschern) vergleichen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen.
Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeit als Wert wahrnehmen (z. B. Sprachenvielfalt, Mehrsprachigkeit, besondere Lebensbedingungen).
Ende Niveau A2
in einfachen Ansätzen die Bedeutung von Sprache als Kommunikation erkennen.
sich mit der Lebenswelt der Gebärdensprachgemeinschaft auseinandersetzen und mit der eigenen Lebenswelt vergleichen.
die unterschiedliche Kommunikations- und Rezeptionsbedingungen gehörloser, schwerhöriger sowie hörender Menschen vergleichen.
sich mit Inklusion und sprachlicher Vielfalt auseinandersetzen.
Ende Niveau B1
kulturelle Aspekte der Gebärdensprachgemeinschaft mit der eigenen Lebenswelt (Alltag, Sitten, Gebräuche) vergleichen.
sich über die Situation gehörloser Menschen in anderen Ländern informieren und diese mit derjenigen gehörloser Menschen in Deutschland vergleichen.
die Rezeptionsbedingungen gehörloser und schwerhöriger sowie hörender Menschen berücksichtigen.
Politische Aktivitäten (z. B. Anerkennung Deutsche Gebärdensprache, UN-Behindertenrechtskonvention), bildungsgeschichtliche sowie (medizinisch-) technische Entwicklungen und deren Bedeutung für die Lebenssituation gehörloser und schwerhöriger Menschen beschreiben und einordnen.
das eigene Handeln in unterschiedlichen Kontexten hinterfragen und beurteilen.
Stereotypen und Vorurteile beschreiben, Auswirkungen wie Diskriminierung oder Ausgrenzung für Individuen und Gruppen benennen und dazu Stellung nehmen.
Inhalte ausgewählter Literatur und Filme von hörenden und gehörlosen Menschen über gehörlose Menschen unter Berücksichtigung des erworbenen transkulturellen Wissens bewerten und interpretieren.
in unterschiedlichen Situationen bewusst in sprachlich adäquater Angemessenheit (z. B. Höflichkeitsformen, Zustimmung, Ablehnungen) formulieren.
sich mit den Themen Barrierefreiheit und Inklusion auseinandersetzen und die damit in Verbindung stehenden Rechte und Pflichten für die eigene Person darstellen.
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Bildungsplan Deutsche Gebärdensprache, Jahrgangsstufen 1–10, Stand 08/2026
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