Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Explizite Ziel-/Orientierungsaussage
Mitteilungen zwischen Kindern untereinander bzw. zwischen Kindern und Lehrkräften - formeller wie informeller Art - werden ständig ausgetauscht. Zuhören, Sprechen, Schreiben und Lesen spielen in allen Unterrichtsgebieten eine Rolle.
Texte entziffern, lesen und verstehen zu können, eröffnet neue Möglichkeiten der Weltkenntnis sowie der Sinn- und Wertorientierung. Texte produzieren zu können, schafft zuvor unerschlossene Wege, eigene Empfindungen einmal für sich "loszuwerden" (Tagebuch, freier Text) oder anderen mitzuteilen (Brief) sowie Informationen, Appelle, Wünsche usw. an andere zu richten (Wandzeitung, Kummerkasten) bzw. sich selbst Notizen zu machen.
Explizite Ziel-/Orientierungsaussage
das Zusammenleben von Kindern aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Muttersprachen in ihrer Vielfalt wahrzunehmen, aufzugreifen und als Bereicherung zu erfahren
Kinder unterschiedlicher sozialer, kultureller und sprachlicher Herkunft gleichermaßen ein humanes und akzeptierendes Zusammenleben in der Schule erfahren zu lassen und dadurch auch ihre Handlungsfähigkeit zu erweitern
das Interesse der Kinder an fremden Kulturen und Sprachen zu wecken und zu fördern
das Gemeinsame und Verbindende in den Kulturen zu entdecken, sich mit Unterschiedlichem auseinanderzusetzen, die kulturgeprägten Vorstellungen mit Hilfe neuer Erfahrungen weiterzuentwickeln und Unvereinbarkeiten aushalten zu lernen
ausländischen und deutschen Kindern Gelegenheiten zu schaffen, sich gegenseitig Einblicke in ihre Erfahrungen zu geben.
Explizite Ziel-/Orientierungsaussage
die emotionale, motivationale und soziale Entwicklung der Kinder zu begleiten
Fragen der Motivbildung, der Sinngebung und Sinnerhellung aufzugreifen
Hilfen zu leisten bei der Orientierungssuche des Kindes in einer bestaunenswerten, komplexen, aber auch bedrohten und bedrohlichen Welt
den Horizont für selbstbestimmte Entscheidungen zu klären und zu erweitern
Handlungsspielräume für zukünftiges Verhalten anzubahnen.
Explizite Ziel-/Orientierungsaussage
den sinnlich-handelnden Zugang zur materialen und sozialen Umwelt ermöglicht
Kinder ihre eigenen Wirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten erfahrbar werden läßt und sie zu authentischen Ausdrucksformen ermutigt
Erlebnisse der Neugier, Faszination, Lebensfreude und des Genießens schafft
die Dinge als Teil eines Ganzen betrachten läßt, statt sie nur zu zerlegen und zu nutzen
medial vermittelte Weltbezüge mit Erfahrungen der "wirklichen" Wirklichkeit kontrastiert
Bilder, Symbole und Kunstwerke als Anstöße nutzt, über sich selbst nachzudenken
weniger im Vordergrund stehende Sinneserfahrungen wie "schmecken", "riechen", "fühlen", "tasten" und "greifen" ermöglicht
Probehandeln im Spiel und Bewegungserfahrungen - auch feinmotorische - mit dem eigenen Körper zuläßt und unterstützt.
Explizite Ziel-/Orientierungsaussage
wenn die schulische Raumgestaltung unterschiedliche Raumerfahrungen ermöglicht und Klassenräume als einladend statt abweisend, als reizvoll statt monoton erfahren werden
wenn eine entsprechende Gestaltung des Schulvormittags den Kindern die Erfahrung eines eher lustvollen und beglückenden Zeithabens ermöglicht, statt sie einer belastenden und bedrückenden Zeitnot auszusetzen
wenn Kinder Zeit in ihrer geschichtlichen Dimension erfahren und damit die Fähigkeit zum historischen Denken angebahnt wird.
Explizite Ziel-/Orientierungsaussage
Kinder brauchen möglichst häufig Gelegenheiten, vielfältige und mit allen Sinnen erfaßbare Erscheinungsformen der Natur wahrzunehmen, zu genießen, verantwortungsvoll zu nutzen bzw. zu pflegen und zu verstehen, um sie schließlich in ihrer Unersetzlichkeit wie Verletzlichkeit als Lebensgrundlage zu begreifen.
Demgegenüber sollen sie Erscheinungsformen der Technik exemplarisch als zweckvoll erfahren, sie in ihren Gesetzmäßigkeiten, Zusammenhängen, Wirkungen und Folgen verstehen, ihren Gebrauchswert kreativ und verantwortungsvoll nutzen - und dabei auch den Reiz von Funktion und Design bewußt genießen - können, um sie als vom Menschen erdacht und verantwortet - und damit veränderbar - zu erkennen.
Der anzustrebende Ausgleich frühzeitiger und/ oder einseitig stereotyper geschlechtsspezifischer Festlegungen (im Sinne einer Förderung von Mädchen und Jungen) spielt in diesem Bereich eine bedeutende Rolle.
Zunehmend gewinnen auch ökologische Fragestellungen und praktischer Umweltschutz für die Schule an Bedeutung, denn die Probleme an der Schnittstelle von Natur und Technik, der menschlichen Umwelt, werden immer ersichtlicher und dringlicher (s. Teil C, 1.5 Umwelterziehung).
Explizite Ziel-/Orientierungsaussage
Kinder sollen erleben, daß Arbeit zwar mühsam, aber sinnerfüllend und befriedigend sein kann.
Sie sollen erfahren, daß in Selbst-Erarbeitetem und -Produziertem ein eigener persönlicher Wert liegen kann, den ein vorgefertigtes Produkt in dieser Art nicht bietet.
Sie sollen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit schulischen Materialien angeleitet werden und schulische Dienstleistungen schätzen lernen.
Zieltragender Prosa-Container
Die Schule muß darauf achten, daß das Angebot an Lehr- und Lernmaterialien die Kinder nicht in die Rolle passiver Konsumenten drängt. Vielmehr sollen die gestalterischen und kreativen Fähigkeiten der Kinder als Alternative zu rezeptiven und reproduktiven Tätigkeiten beachtet und gefördert werden.
Um ein bewußtes und kritisches Konsumverhalten anzuzielen, muß mit den Kindern schon früh über Wünschenswertes, Notwendiges und Verzichtbares reflektiert werden - besonders im Zusammenhang mit der Produktwerbung in ihren vielfältigen Formen.
Die Grundschule kann auch dazu beitragen, Kindern exemplarisch den Zusammenhang zwischen Konsumverhalten und gesellschaftlichen Gesamtzusammenhängen (z. B. Umwelt, "Dritte-Welt"-Länder) besser verständlich zu machen.
Zieltragender Prosa-Container
Jedes Kind braucht Erfahrungen, die sein Ich stärken und stabile soziale Beziehungen ermöglichen. Mißerfolgserlebnisse, Ängste und Unsicherheiten sind notwendige Erfahrungen, können aber unbearbeitet zu Ausgrenzungen führen. Kontaktfähigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit, soziale Initiative und soziale Sensibilität können sich nur entwickeln, wenn die eigene Person Anerkennung erfährt und in vielfältigen Zusammenhängen partnerschaftliches Verhalten als Grundlage für gewaltfreies Zusammenleben erprobt werden kann. Wenn Kinder lernen, nach Ursachen und Wirkungen zu fragen, eigene und fremde Motive zu erkennen sowie Wünsche, Meinungen oder Gefühle darzustellen, ohne andere zu verletzen, kann sich Konfliktfähigkeit aufbauen.
Zieltragender Prosa-Container
Spielfähigkeit und Bewegungssicherheit sind daher wichtige Ziele der gesamten Grundschularbeit. Die im Grundschulalter erworbenen koordinativen Fähigkeiten sind von großer Bedeutung für Bewegungshandlungen im gesamten späteren Leben. Je umfangreicher, stabiler und abwechslungsreicher die Bewegungserfahrungen aus den ersten Jahren der Schulzeit sind, um so höher ist die Bewegungssicherheit im Erwachsenenalter.
Zieltragender Prosa-Container
Für die Schule ergibt sich die dreifache Aufgabe, einmal entsprechende Situationen handelnden und spielerischen Umgangs mit Mengen, Zahlen, Größen und Strukturen in größtmöglicher Vielfalt bereitzustellen, zweitens die Kinder zu bewußtem Erleben, Erfassen und Reflektieren der handelnd gewonnenen Erfahrungen anzuregen und drittens die Kinder anzuleiten, daß sie Interesse und Gefallen an mathematisch lösbaren Fragen und beschreibbaren Zusammenhängen entwickeln.
Übergreifende Aufgaben-/Zieleinheit
Grunderfahrungen ermöglichen und thematisieren
ihre religiöse Dimension aufzeigen
die Inhalte biblischer Texte als Erfahrungen thematisieren, die auf Gott hin und von Gott her gedeutet sind
unterrichtliche Situationen arrangieren, in denen sich anhand der gedeuteten Erfahrungen in biblischen Texten Möglichkeiten zur Selbstfindung und zur Sensibilität für andere eröffnen
Chancen zu einer Haltung der Zuversicht, Spontaneität und Flexibilität eröffnen
alternatives Denken fördern: Die Kinder befähigen, heutige Lebenssituationen und biblisch überlieferte Texte mehrperspektivisch zu deuten.
Übergreifende Aufgaben-/Zieleinheit
er weckt und reflektiert die Frage nach Gott, nach der Deutung der Welt, nach dem Sinn und Wert des Lebens und nach den Normen für das Handeln des Menschen und ermöglicht eine Antwort aus der Offenbarung und aus dem Glauben der Kirche
er macht vertraut mit der Wirklichkeit des Glaubens und der Botschaft, die ihm zugrundeliegt, und hilft, den Glauben denkend zu verantworten
er befähigt zu persönlicher Entscheidung in Auseinandersetzung mit Konfessionen und Religionen, mit Weltanschauungen und Ideologien und fördert Verständnis und Toleranz gegenüber der Entscheidung anderer
er motiviert zu religiösem Leben und zu verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft
Übergreifende Aufgaben-/Zieleinheit
Gespür und Fähigkeit für situationsangemessenes Sprachverhalten
Differenzierte und kreative sprachliche Verarbeitung von Eindrücken, Erlebnissen und Gefühlen
Freude am Lesen und Schreiben und befriedigende Sicherheit in den erforderlichen technischen Fertigkeiten
Fähigkeit zu sachbezogener Kommunikation
Kennenlernen vielfältiger Literatur und die Fähigkeit zu eigenständiger Auswahl und phantasievollem Umgang mit ihr
Einsichten in Strukturen der Sprache und Schrift und grundlegende Fähigkeiten in der Rechtschreibung.
Übergreifende Aufgaben-/Zieleinheit
Ausgehend von der eigenen Umwelt oder von wichtigen und zugänglichen Situationen und Problemen sollen die Kinder befähigt werden, Fragen zu entwickeln und nach Erklärungen und alternativen Handlungsmöglichkeiten zu suchen.
In der Auseinandersetzung mit den Fragen und Problemen sollen sich Wissen und Kompetenz aufbauen, die den Kindern helfen, ihre aktuelle und zukünftige Lebenswirklichkeit selbständig und kooperativ zu gestalten.
neugierig und interessiert ihre Umwelt wahrzunehmen
nach Ursachen und Wirkungen zu fragen, Zusammenhänge zu erkennen
eigene begründete Urteile zu entwickeln
Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen
Initiativen zu entwickeln, individuelle und kooperative Aktionen zu planen und durchzuführen.
Übergreifende Aufgaben-/Zieleinheit
grundlegende, intellektuelle Fähigkeiten entwickeln und schulen; dazu gehören: vergleichen, ordnen, sortieren, Daten sammeln, Regeln erkennen, verallgemeinern, Lösungswege finden, Vorgehensweisen begründen
Einsicht in den Aufbau des Zahlensystems und in den Aufbau der Rechenverfahren und in elementare numerische Zusammenhänge vermitteln
variantenreichen Umgang mit Zahlen (Kopfrechnen) und Größen unter Nutzung von Rechenvorteilen und Zahlbeziehungen fördern
die Kinder befähigen, in ihrer Umwelt geometrische Formen sowie geometrische Eigenschaften und Beziehungen zu erkennen und zur Orientierung zu nutzen
die Kinder mit grundlegenden mathematischen Begriffen, Darstellungsweisen und Verfahren vertraut machen (Tabellen lesen und anfertigen, genau zeichnen usw.)
zu sorgfältigem und genauem Arbeiten sowie zu planvollem und zielstrebigem Vorgehen anleiten, aber immer auch zu eigenständigen Ideen und Lösungsversuchen ermutigen.
Übergreifende Aufgaben-/Zieleinheit
Die sinnliche Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit stärken und ausbilden.
Die Lust am selbstbestimmten künstlerischen Tun fördern und den ästhetischen Gestaltungswillen wecken.
Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur
Auseinandersetzung mit Medien
Übergreifende Aufgaben-/Zieleinheit
durch gezielten Umgang mit einzelnen Elementen der Musik, wie der Rhythmik, der Dynamik, der Melodik oder der Klangfarbe
durch Verknüpfung solcher Elemente in komplexeren Zusammenhängen.
durch musikpraktischen Umgang mit autonomer und sprachgebundener Musik
durch Auslösen von emotionalen Prozessen und Heranführen der Kinder an Phantasie- und Erlebniswelten der Musik.
durch klangliche Realisierung eigener musikalischer Ideen
durch verbale Kommunikation über Gehörtes und/ oder musikalisch selbst Gestaltetes.
durch Aufgreifen und Verarbeiten spontaner musikalischer Einfälle der Kinder
durch Einbeziehen der Prinzipien der Wiederholung, der Veränderung und des Gegensatzes bei der Entwicklung einfacher, in sich abgerundeter musikalischer Gebilde.
durch eine musikalische Auseinandersetzung mit sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen der Musik aus den Bereichen "Klassik", "Popularmusik", "Musik der Avantgarde" und "Musik anderer Völker"
durch Förderung der Kritik- und Gestaltungsfähigkeit.
Übergreifende Aufgaben-/Zieleinheit
Entwicklung von überdauerndem Interesse an Bewegung und Spiel
Schulung der Ausdrucks- und Wahrnehmungsfähigkeit (Bewegungsgestaltung, Körperbewußtsein, Raum- und Partnerwahrnehmung)
Entwicklung der wesentlichen koordinativen Fähigkeiten (Reaktion, Raumorientierung, Rhythmus, Gleichgewicht und Differenzierung)
Ausbildung der konditionellen Fähigkeiten (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit)
Erweiterung der sozialen Kompetenz beim Spielen und Üben mit anderen
Entwicklung eines positiven Selbstbildes (realistische Einschätzung des eigenen Könnens)
Anbahnung sportspezifischer Handlungsformen im Üben, Spielen, Wetteifern und Gestalten
Erlernen und Anwenden gesundheitsfördernder und hygienischer Verhaltensweisen
Befähigung zu aktiver Gestaltung des Schullebens
Entwicklung rücksichtsvollen Verhaltens gegenüber Natur und Umwelt beim Sporttreiben
Ich bin einzigartig
Unterschiedliche Übungen, Spiele und Vorhaben sollen den Kindern Raum geben, sich selbst wahrzunehmen: - Mein Name gehört zu mir - Ich bin unverwechselbar - Ich habe besondere Wesens- und Charakterzüge, Vorlieben und Abneigungen - Ich freue mich über meine Lebendigkeit - Es gibt Menschen, die mich liebhaben - So wie ich bin, bin ich von Gott gewollt und geliebt (er hat mich geschaffen, er will mein Freund sein, er ist mir nahe) - Ich bin getauft - ich bin nicht getauft Biblische Bezüge: Kindersegnung (Mk. 10, 13-16) Vom verlorenen Schaf (Mt. 18, 12-14) Gott kennt meinen Namen (Jes. 43, 1) Der Mensch, ein Geschöpf Gottes (Ps. 8) Der Mensch, ein lebendiges Wesen (1. Mos. 2,46-7) Taufe (Mt. 28,20) Symbol: Wasser ð Kunst (Selbstdarstellung) ð Sachunterricht (Körper)
Ich habe viele Möglichkeiten
Die Kinder entdecken, daß in ihnen viele Fähigkeiten und Entfaltungsmöglichkeiten angelegt sind. Sie erinnern sich an die Zeit, als sie noch klein waren, stellen fest, was sie jetzt können und überlegen, was noch alles wachsen kann. - So war ich früher (Bilder, Fotos, Erzählungen von Eltern und Großeltern, eigene Erinnerungen) - Ich freue mich über das, was ich kann (ich kann denken, mich bewegen, mich anderen zuwenden, meine Gefühle ausdrücken) - Ich habe auch Grenzen (ich kann nicht alles, was ich möchte; manchmal bin ich unzufrieden mit mir; andere grenzen mich ein und aus) - Ich kann mich verändern (schminken, verkleiden, Rollen spielen) - Ich werde älter (ich wachse, in mir stecken noch viele Möglichkeiten, ich male mir meine Zukunft aus) - Gott begleitet mich auf meinem Lebensweg (Gebete formulieren) Biblische Bezüge: Der Herr ist mein Hirte (Ps. 23) Du, Gott, kennst mich (Ps. 139) Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Mt. 25, 14-30) Das Gleichnis vom Senfkorn (Lk. 13, 18-19) , g g Symbol: Baum ð Deutsch (Märchen) ð Kunst (Selbstdarstellung, verkleiden, schminken) ð Sachunterricht (Wachstum von Pflanzen) ð Sport (sich rhythmisch bewegen und tanzen)
Licht und Dunkelheit gehören zu meinem Leben
Die Symbole Licht und Dunkelheit enthalten elementare Grunderfahrungen von Menschen. Die Kinder erinnern verschiedene Situationen, in denen es in ihrem Leben hell war. Ebenso werden situative Anlässe aufgegriffen, die ihnen die Möglichkeit geben, über das zu sprechen, was sie beunruhigt, bedrängt, ihnen undurchschaubar und rätselhaft ist. Gefühlen, die damit verbunden sind, wird Raum gegeben. - Licht und Dunkelheit erleben - Licht und Dunkelheit kreativ ausdrücken (Farben, Klänge) - Situationen erinnern, in denen Leben hell ist (z.B. was mich froh macht, ich habe Freund/innen, mir wurde geholfen) - Situationen erinnern, in denen Leben dunkel ist (z.B. Abschied, Versagen, Krankheit, Tod, Kränkungen, Alleinsein) - Manchmal bin ich gern im Dunkeln; zuviel Licht kann weh tun - Mit der Sprache der Psalmen loben und klagen Biblische Bezüge: Gott ist mein Licht und mein Heil (Ps. 27,1) Gott ist im finsteren Tal (Ps. 23, 4) Klagen (Ps. 22, 2-7) Der Herr behütet dich (Ps. 121, 5-8) Die Geschichte vom blinden Bartimäus (Mk. 10, 46-52) ð Sachunterricht (Naturphänomene) ð Kunst (helle und dunkle Farben) ð Musik (helle und dunkle Töne)
Erzählzyklus: Josefsgeschichten
Die Josefsgeschichten bieten viele Anknüpfungspunkte: Sei es die Selbstfindungsproblematik, die Frage nach Träumen und ihrer Bedeutung, die Frage des richtigen Verhaltens oder die Frage von Macht, Rache und Vergebung. Alles dies klingt in diesem Erzählkreis an und lädt zu Identifikation und Nachdenken ein. Mögliche Textauswahl: Vaters Liebling (1. Mose 37,1-11) Josef wird nach Ägypten verkauft (1. Mose 37,12-36) Josef kommt ins Gefängnis (1. Mose 39,1-40,23) Josef wird Minister (1. Mose 41) Die Brüder in Ägypten (1. Mose 42) Josef und seine Brüder (1. Mose 43-45) , g g
Erzählzyklus: Abraham
Die Situation der Kinder ist mit der Abrahams vergleichbar: Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt mit all seinen Ungewißheiten, Abschied von Vertrautem und Liebgewordenem, Angst vor der Zukunft, aber auch Hoffnung auf neue Perspektiven und Erfahrungen. Mögliche Textauswahl: Im Vertrauen auf Gott wagt Abraham einen völligen Neuanfang und zieht in ein Land, das Gott ihm zeigen will (1. Mose 12,1-9). Weil er Gott vertraut, sollen seine Kinder so zahlreich wie die Sterne am Himmel sein. Aber Abraham und Sarah sind alt. Das bereitet ihnen Sorge (1. Mose 15,1-6). Als die Hirten sich streiten, teilt Abraham das Land friedlich mit Lot (1. Mose 13,1-18). Oft hatten Abraham und Sarah wohl alle Hoffnung aufgegeben, aber dann wird ihr Sohn Isaak geboren (1. Mose 18,1-15; 21,1-7).
Erwartungen haben
Kinder haben viele Wünsche, Erwartungen und Leitbilder. Sie sollen sie artikulieren und kritisch prüfen. So können sie lernen, zwischen überzogenen Erwartungen und anderen, für deren Verwirklichung sich der volle Einsatz lohnt, zu unterscheiden. - So soll es sein: Träume vom guten Leben und Zusammenleben - Andere Menschen haben Erwartungen an mich - Nicht alle Wünsche lassen sich erfüllen, ich muß nicht allen Erwartungen entsprechen (Neinsagen können) - Für manches lohnt sich mein voller Einsatz - Manchmal erlebe ich Überraschungen, die ich nicht erwartet habe Biblische Bezüge: Wir werden sein wie die Träumenden (Ps. 126) Die Aussätzigen werden heil (Lk. 17, 11-16) Die Speisung der Fünftausend (Mk. 6, 30-43) Jesus und die Ehebrecherin (Joh. 8, 1-11) Advent: auf Heilbringendes warten Symbol: Tür ð Kunst (Wünsche darstellen; Phantasiespiele)
Erfolg haben - versagen dürfen
Im Laufe ihrer Schulzeit lernen Kinder, ihre eigenen Fähigkeiten immer differenzierter einzuschätzen. Sie freuen sich über ihre Stärken, erleben aber auch, daß sie Fehler machen oder Ziele nicht erreichen. Der Religionsunterricht kann Kinder ermuntern, sich der Stärken und “Künste” bewußt zu werden, die in der Schule sonst nicht viel gelten. Dadurch werden sie in die Lage versetzt, eigene Schwächen anzunehmen, ohne ganz entmutigt zu werden. - Manchmal bin ich erfolgreich, manchmal gelingt mir nichts - Wer oder was macht mir Mut? - Wer oder was lähmt, entmutigt mich? - Von Menschen hören, die Ermutigung erfahren, geheilt werden, ihre eigenen Kräfte nutzen - Ich kann Ermutigung annehmen und anderen Mut machen , g g Biblische Bezüge: Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk. 15, 11-32) Gleichnis vom Feigenbaum (Lk. 13, 6-9) Heilung eines Gelähmten (Lk. 5, 17-26) Es sollen wohl Berge weichen....(Jes. 54, 10) Symbolhandlung: Gelähmtsein - In Bewegung kommen ð Sport (Sieg und Niederlage bei Mannschaftsspielen)
Werden und Vergehen
Kinder kommen mit Werden und Vergehen, Geburt und Tod auf vielfältige Weise in Berührung. Sie sollen Anfang und Ende als zum Leben gehörig und in Gottes Hand stehend erkennen. Dabei begegnen sie der christlichen Hoffnung, daß der körperliche Tod nicht das Ende bedeutet, sondern den Anfang einer neuen, anderen Wirklichkeit. Zur Bearbeitung des Themas müssen situative Anlässe aufgegriffen werden, z.B. Beobachtung der Natur in Frühjahr und Herbst, Totensonntag, Geburt und Tod in Familie und Nachbarschaft. - Wir beobachten Tod und Leben in der Natur (gekeimtes Weizenkorn) und am eigenen Körper (absterbende und sich erneuernde Zellen) - Trauer über den Tod gehört zum Menschen: Wir geben den Gefühlen Raum und drücken sie aus (Trauerriten) - Wie wir uns trösten können - Gott schafft neues Leben und neue Lebensmöglichkeiten (z.B. Ostergeschichten) Biblische Bezüge: Alles hat seine Zeit (Pred. 3, 1-11) Wir sind vergänglich, Gott ist unsere Zuflucht (Ps. 90, 1-12) Fürchte dich nicht (Jes. 43, 1) Die Hütte Gottes bei den Menschen (Offbg. 21, 4) Wie werden die Toten auferweckt? (1. Kor. 15, 35) Symbol: Weizenkorn ð Sachunterricht (Pflanzenzeit) ð Deutsch (Märchen und Bilderbücher zum Thema)
Meine Zukunft
Am Ende der Grundschulzeit stehen den Kindern einschneidende Veränderungen bevor. Mit dem Schulwechsel sind neue Herausforderungen verbunden, damit stellen sich besondere Erwartungen der Erwachsenen ein. Zu den eigenen Wünschen und Hoffnungen treten auch Unsicherheiten und Ängste. Von Gewohntem, von Lehrer/innen und Mitschüler/innen muß Abschied genommen werden. - Abschied von der Grundschule, wie geht es weiter? - Neugier, Angst und Traurigkeit ausdrücken - Ich werde begleitet (Freunde, Segenswünsche) , g g Biblische Bezüge: Sorgt euch nicht (Matth. 6,25-34) Von allen Seiten umgibst du mich (Ps. 139,1-12) Josua macht sich auf den Weg (Josua 1,9) Symbol: Weg ð Ein Abschiedsfest planen
Erzählzyklus: Jakob
Wie weit darf man bei der Durchsetzung seiner Ziele gehen? Wie ist Zusammenleben noch möglich, wenn Täuschung und Betrug die Beziehung zerstört haben? Fragen, die es von Generation zu Generation neu zu beantworten gilt. Es ist zugleich die Frage nach dem Umgang mit Schuld bei der Entwicklung der eigenen Individualität. Mögliche Textauswahl: Jakobs Betrug an Esau (1. Mose 27,1-40) Jakobs Flucht und die Himmelsleiter (1. Mose 27,41; 28-22) Jakob dient um Lea und Rahel (1. Mose 29) Jakobs Heimkehr und der Kampf am Jabok (1.Mose 32) Versöhnung mit Esau (1.Mose 33)
Erzählzyklus: David
Kleine haben es schwer. So fühlen viele Kinder, so fühlte sich das Volk Israel. Geschichten, die vom Erfolg der Kleinen über Große erzählen, sind Mutmachgeschichten. Doch woher kann der Kleine Mut nehmen? Die David-Geschichten sind der Versuch einer Antwort. Mögliche Textauswahl: David und Goliath (1. Sam. 17) David und Jonathan, Sauls Eifersucht und Verfolgung (1. Sam. 18 und 19) David verschont Saul (1. Sam. 24) David wird König in Jerusalem (2. Sam. 5) ERFAHRUNGSBEREICH: GEMEINSCHAFT MIT ANDEREN
Ich bin nicht allein
In vielen unterschiedlichen Situationen haben Kinder Angst, allein gelassen zu werden. Bei der Einschulung erleben sie, daß sie auf die Unterstützung der vertrauten Personen im außerschulischen Bereich sowie der noch unbekannten Erwachsenen und Kinder in der Schule angewiesen sind. Im Durchspielen und Durchdenken repräsentativer Situationen erfahren sie, daß durch Zuwendung anderer und der eigenen Kontaktaufnahme aus dem Alleinsein vertrautes Miteinander werden kann. - Ich bin nicht allein: ich habe Eltern, Freund/innen; andere Menschen sind für mich da - Es gibt Zeiten, in denen ich gern allein bin - Es gibt Zeiten, in denen ich mich verlassen fühle - Manche Menschen sind einsam, warum? , g g - In einer Gemeinschaft kommt es darauf an, Grenzen zu akzeptieren und Regeln einzuhalten - Wie kann ich aus Einsamkeit selbst herausfinden und anderen heraushelfen? - Wir erleben Gemeinschaft bei einem Fest oder einer gemeinsamen Mahlzeit Biblische Bezüge: Seesturmgeschichte (Mk. 4,35-41) Zachäus erfährt Gemeinschaft (Lk. 19,1-10) Jesus in Gethsemane (Mt. 26,30-46) Fußwaschung (Joh. 13,1-20) Vom bittenden Freund (Lk. 11,5-10) Symbol: Haus
Zuwendung erfahren - Ablehnung aushalten
Zuwendung und Ablehnung sind alltägliche Erfahrungen der Kinder, die sie an sich erleben, aber auch selbst praktizieren. Wer sich durch Zuwendung angenommen weiß, kann mit Ablehnung besser umgehen. - Wie ich Zuwendung und Ablehnung erfahre und zeige - Ich probiere Möglichkeiten aus, wie ich Zuneigung zeigen oder bekommen kann Biblische Bezüge: Jesus predigt in Nazareth (Lk. 4,14-24.28-30) Die Salbung durch die Sünderin (Lk. 7,36-50) Jesu wahre Verwandte (Lk. 8,19-21) Eine Frau läßt sich nicht abweisen (Mk. 7,24-30) Die Berufung des Levi (Lk. 5,27-32) Symbol: Hand
Streiten - sich vertragen
Die Kinder erleben und erfahren, daß Streiten und Sichvertragen ein Bestandteil menschlichen Zusammenlebens ist. Streit entsteht aus unterschiedlichen Ursachen, auch aus Mißverständnissen und aus Versehen. Die Kinder lernen alternative Streitformen und Lösungen kennen und spielerisch einüben. Nicht Streitvermeidung um jeden Preis ist zu intendieren, sondern faire Streitpraxis und Streitüberwindung. - Von Streiterfahrungen erzählen - Gründe und Hintergründe für Streitsituationen finden - Wie wir fair streiten können - Wie Streit beendet werden kann - Vertragen heißt, einander entgegenkommen - Wir finden Möglichkeiten für einen neuen Anfang Biblische Bezüge: Kain und Abel (1.Mose 4,1-16) Abraham und Lot (1. Mose 13 in Auszügen) Der Rangstreit der Jünger (Mk. 10,35-45) Wie man vergeben soll ( Matth. 18,21-35) , g g Der verlorene Sohn (Lk. 15,11-32) Das Vaterunser ð Sachunterricht (Zusammenleben, miteinander umgehen)
Unsere Kirche - Wir gehen in verschiedene Kirchen
Kirchen prägen das Bild eines Ortes. Die Kinder lernen die Kirche als Versammlungshaus der Christen kennen. Sie werden aufmerksam für das Besondere des Raumes und seiner Einrichtung. Sie erfahren, daß die Gemeinde dort Gottesdienst feiert. Eine mögliche Anknüpfung kann es sein, daß manche Kinder dort getauft worden sind bzw. Taufen miterlebt haben. Eng verbunden mit diesem Thema ist die Frage nach den christlichen Konfessionen. Dabei sind die historisch kirchentrennenden Sachverhalte für Kinder dieser Altersstufe noch nicht begreifbar. - Durch Unterrichtsgänge, Erkundungen bei Personen der Kirchengemeinde, Teilnahme und Mitgestaltung von Kindergottesdiensten, die Kirche und die Gemeinde kennenlernen - Evangelische und katholische Gotteshäuser besuchen und miteinander vergleichen, verschiedene Verhaltensweisen kennenlernen - Ökumenisches Handeln z.B. in einem Schulgottesdienst ermöglichen - Paulus sagt: Wir sind verschieden und gehören doch zusammen (1. Kor. 12,12-31) ð Sachunterricht (Erkundung der schulischen Umgebung)
Erzählzyklus: Jesus und seine Jünger
Die Mädchen und Jungen wissen, daß man Freundinnen und Freunde braucht, um etwas besonderes zu bewirken. Freunde können das Leben miteinander teilen, aber sie können sich auch enttäuschen. Jesu Freundinnen und Freunde werden seine Jüngerinnen und Jünger genannt. Gemeinsam mit ihnen versucht er, seinen Auftrag auszuführen. Einzubeziehen sind Informationen über die Umwelt Jesu. Mögliche Textauswahl: Jesus wird von Johannes getauft und verkündet den Anbruch der Herrschaft Gottes (Mk. 1,111, 14-15). Die ersten Jünger (Mk. 1,16-20) Berufung des Levi (Mk. 2,13-17) Seesturm (Matth. 8,23-27) Söhne des Zebedäus (Matth. 20,20-28) Eine Frau salbt Jesus (Joh. 12,1-8)
Erzählzyklus: Und sie teilten alles miteinander ...
Kinder wachsen heute weithin als Einzelkinder auf, die alles für sich allein haben. Eine Grundvoraussetzung für das Leben mit anderen ist die Fähigkeit, teilen zu können. Viele Geschichten im Neuen Testament erzählen vom Teilen. , g g Mögliche Textauswahl: Jesus teilt die wenigen Brote und Fische, und alle werden satt (Mk. 6,30-44) Jesus teilt den Tisch mit denen, mit denen sonst keiner zusammen sein will (Lk. 19,1-10). Die ersten Christen haben von Jesus gelernt (Apg. 2,42-47)
Angst haben - Vertrauen gewinnen
Geborgenheit in der Lerngruppe ist eine wichtige Voraussetzung für das Aussprechen eigener Ängste. Dabei erfahren die Kinder, daß sie ihrer Angst nicht hilflos ausgeliefert sind. Sie suchen nach Möglichkeiten, mit der Angst umzugehen. Erlebtes Vertrauen setzt Kräfte frei, die im Leben des Kindes Mut zum Handeln, Kreativität und Offenheit anderen gegenüber bewirken. - Kinder erzählen von Erfahrungen des Vertrauens, des Selbstvertrauens und der Geborgenheit - Sie stellen eigene Angstsituationen dar - Sie hören von Menschen, die sich in Angst und Verlassenheit an Gott wenden und seine Nähe erfahren - Das Vertrauen auf die eigenen Sinne und Fähigkeiten und die Gemeinschaft mit anderen können Angst überwinden helfen Biblische Bezüge: Seesturmgeschichte (Lk. 8,22-25) Ich bin bei euch alle Tage (Matth. 28,20b) Paulus und Silas im Gefängnis (Apg. 16,23-40) Gott um Hilfe anrufen (Ps. 69,1-4.33-35) ð Deutsch (Entsprechende Bücher der Kinderliteratur)
Glücklich sein - glücklich machen
Ausgehend von der Frage “Wann fühle ich mich glücklich?” wird reflektiert, was zu meinem Glücksgefühl “notwendig” ist. Eine Gegenüberstellung von Materiellem und Nichtmateriellem zeigt, daß beides in ausgewogenem Maße zum Glück und zur Zufriedenheit gehört. Mit anderen Menschen zusammen zu sein, kann Glück bedeuten. Zum Glück anderer Menschen beizutragen meint, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Handeln und Reden Jesu zeigen ein Stück “Reich Gottes”, das alle Menschen glücklich wissen will. - Wenn ich glücklich bin (Anlässe beschreiben, Gefühle ausdrücken) - Wo, bei wem fühle ich mich wohl, kann ich lachen und so sein, wie ich bin? - Macht mich alles glücklich, was mir Glück verspricht? (Werbung, Konsumverhalten) - Andere Menschen glücklich zu machen, macht auch mich glücklich - Jesus nimmt menschliches Unglück wahr und handelt Biblische Bezüge: Seligpreisungen (Matth. 5,1-10 in Auszügen) Heilung eines Taubstummen (Mk. 7,32-37) Maria und Martha (Lk. 10,38-42) Der reiche Kornbauer (Lk. 12,16-21) , g g Symbol: Herz ð Sachunterricht (Spielen und Freizeit) ð Deutsch (Märchen) ð Medienerziehung
Allein kann keiner leben - Gaben und Aufgaben
Jeder Mensch hat Gaben und Fähigkeiten. Sie sind zugleich Aufgaben für sein Leben in der Welt mit und für andere. Nicht alle Fähigkeiten sind gleichermaßen sozial anerkannt. Es geht darum, zu erkennen, daß Gott uns Menschen unterschiedlich be-gabt hat. In diesem Zusammenhang kommen auch Schwächen und Behinderungen zur Sprache. - Wir haben alle verschiedene Fähigkeiten, manche davon kann man nicht benoten - Nicht jeder kann alles, aber jeder und jede hat eine besondere Aufgabe in der Gemeinschaft Biblische Bezüge: Viele Glieder - ein Leib (1.Kor. 12,12-26) Berufung des Mose (2. Mose 3 und 4 in Auszügen) Berufung des Jeremia (Jer. 1,4-10)
Andere Menschen glauben anders
Das Thema soll Verständnis für Menschen anderer religiöser Kultur vermitteln. Dazu werden vorrangig Situationen der Klasse aufgegriffen. Da in den meisten Klassen muslimische Kinder sind, soll diese Situation zum Ausgangspunkt genommen werden. (Fehl -)informationen und (Vor-)urteile kommen zur Sprache. Wichtig ist der Hinweis auf Traditionen, die Juden, Christen und Muslime gemeinsam haben. Es ist wünschenswert, bei der Bearbeitung dieses Themas muslimische Kinder in den Religionsunterricht einzuladen (eine vorherige Absprache mit den Eltern muß erfolgt sein). Auch erwachsene Muslime können aus erster Hand über ihren Glauben erzählen. In ähnlicher Weise können auch andere Religionen je nach Klassensituation thematisiert werden. ð Sachunterricht (Zusammenleben)
Fremde bei uns
Kinder erleben sich als Fremde in einer neuen Klasse, in einer anderen Familie oder in einem Ferienland. Sie stellen auch an sich Charakterzüge und Fähigkeiten fest, die fremd erscheinen und oft nicht leicht zu akzeptieren sind. Es fällt schwer, fremdes und andersartiges Aussehen und Verhalten zu tolerieren. In der eigenen Klasse, in der Nachbarschaft u.s.w. gibt es viele Fremde, die ihre Heimat verlassen mußten. Es gilt, Verständnis zu wecken für diejenigen, die aus Not zu uns kommen, ohne daß wir das Recht haben, diese “Not” von uns aus zu definieren und zu zensieren. “Gott vertraut uns diese Welt an” heißt auch “Gott vertraut uns die Menschen dieser Welt an”. In der Bibel erfährt der “Fremdling” eine besondere Achtung. Sich öffnen für die Not anderer bedeutet auch, das eigene “Konsumverhalten” kritisch zu betrachten. , g g Biblische Bezüge: Du sollst den Fremden lieben wie dich selbst (3. Mose 19,34) Einerlei Recht für Einheimische und Fremde (4. Mose 15,16) Ihr sollt den Fremdling lieben (5. Mose 10,17-19) Was ihr getan habt (Matth. 25,31-40) Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk. 10,25-37)
Erzählzyklus: Jesus und die kleinen Leute
Immer sind es die Großen und Mächtigen, um die sich alles dreht. Für die Kleinen und Schwachen interessiert sich kaum jemand. Das erfahren schon Kinder in vielfältiger Weise. Jesus stellt diese Wertung auf den Kopf. Mögliche Textauswahl: Jesus und die Kinder (Mk. 10,13-16) Zachäus (Lk. 19,1-10) Der barmherzige Samariter (Lk. 10,25-37)
Erzählzyklus: Exodus
Daß Freiheit einen Preis hat, ist Menschen, die in vermeintlich grenzenloser Freiheit leben, nur schwer zu vermitteln. Die Geschichte vom Exodus des Volkes Israel wird zu Recht als ein Symbol christlichen Lebens gesehen. Der Aufbruch aus der Gefangenschaft ist eine gemeinschaftliche Tat, die auch von Spannungen und Widersprüchen gezeichnet ist. Der Weg in die Freiheit gelingt nur unter der Führung Gottes. Mögliche Textauswahl: Mose vor Pharao (2. Mose 5) Das Passahfest (2. Mose 12) Israels Aufbruch und Kleinmut (2. Mose 13,17-14,12) Das Wunder am Schilfmeer (2. Mose 14,15-31) Wachteln und Manna (2. Mose 16) Am Sinai (2. Mose 19-20,24) Das goldene Stierbild (2. Mose 32) Aussendung der Kundschafter (4. Mose 13) Mose Tod (5. Mose 32,48,34) ERFAHRUNGSBEREICH: WELT UND UMWELT
Zusammenleben braucht Regeln
Das Zusammenleben der Menschen untereinander braucht Regeln. Sie sind dazu da, das Leben aller zu vereinfachen und zu sichern. Bestehende Regeln müssen immer wieder überprüft werden, manchmal ist es sogar nötig, gegen Regeln zu handeln. - Beim Lernen, Spielen und Arbeiten gibt es Regeln - Erleben und verstehen, warum Regeln nötig sind - Gemeinsam Regeln finden und einhalten - Regeln können ihre Bedeutsamkeit verlieren - Überlegen, warum Regeln gebrochen werden dürfen oder müssen , g g - Wie können wir uns gegen Regeln wehren, die wir als ungerecht empfinden? Biblische Bezüge: Gebote als Wegweiser (2. Mose 20,2-17) Jesus bricht Regeln, die den Menschen schaden (Lk. 6,6-11) ð Sachunterricht (Spielen und Freizeit, demokratische Spielregeln einüben) ð Sport (Spiele in Gruppen und Mannschaften) ð Verkehrserziehung
Fürsorge für Menschen und Natur
Auch Kinder können ihre Fähigkeiten gebrauchen, um für Menschen und Natur zu sorgen. Sie lernen wahrzunehmen, wo ihre Hilfe gebraucht wird. Sie erleben die Freude, ihre Welt mitgestalten zu können. - Hilfsbedürftigkeit von Menschen in meiner Umgebung entdecken und Hilfe angemessen anbieten - Aufmerksam werden, wo in der Natur Leben Schutz braucht und sich dafür einsetzen Biblische Bezüge: Der barmherzige Samariter (Lk. 10,25-37) Der Hauptmann von Kapernaum (Lk. 7,1-10) Die Schöpfungsgeschichte (1. Mose 2,4b-10) ð Sachunterricht (Tiere, Pflanzen - Schulgarten)
Kinder in aller Welt
Auf der ganzen Welt gibt es Kinder. Sie leben unter verschiedenen Bedingungen. Aber alle haben die gleichen Bedürfnisse und brauchen den Schutz der Erwachsenen. Sie leiden, wenn ihren Grundbedürfnissen nicht genügend Rechnung getragen wird. Wenn Jesus ein Kind in die Mitte von Erwachsenen stellt, gibt er ihm seinen rechtmäßigen Platz. - Wir lernen Kinder aus verschiedenen Erdteilen kennen - Was alle Kinder nötig haben - Worunter Kinder leiden und was ihnen fehlt - Jesus nimmt die Kinder ernst Biblische Bezüge: Die Rettung des Mose (2. Mose 2,1-10) Jesus stellt ein Kind in die Mitte (Mk. 9,33-37) Symbol: Brot ð Sachunterricht (Kinder der Welt) , g g
Erzählzyklus: Schöpfungsgeschichten
Schon Grundschulkinder wissen um die Gefährdung unserer Welt, hören von den Ängsten der Erwachsenen, ohne daß sie diese Bedrohungen verarbeiten können. Hier bieten die biblischen Schöpfungsgeschichten Symbole, Bilder und Erfahrungsmuster an. Mögliche Textauswahl: Die Stadt Babylon wird jedes Jahr von einem großen Fluß überschwemmt. Dort erzählt man sich, wie Gott die Welt aus dem Wasserchaos schuf (1. Mose 1,1-2,4). In der Wüste leiden die Menschen unter Hitze und Trockenheit. Hier erzählt man sich die Geschichte, wie Gott einen Garten für den Menschen schuf, den dieser bebauen und bewahren sollte (1.Mose 2,4-15).
Erzählzyklus: Mosegeschichten
Was es bedeutet, als kleine Minderheit in einem fremden Land zu leben, hat Israel in Ägypten am eigenen Leibe erfahren. Kinder bei uns wissen um die Probleme der Fremden, die bei uns sind, nicht nur vom Hörensagen. Mögliche Textauswahl: Israels Unterdrückung in Ägypten (2.Mose 1) Mose Errettung (2.Mose 1-10) Mose Flucht nach Midian (2. Mose 2,11-25) Mose Berufung (2. Mose 3,1-15)
Im Recht sein - das Rechte tun
Kinder sollen zu Beispielen aus dem täglichen Leben Recht und Unrecht erkennen und benennen können. Sie werden ermutigt, sich für das Rechte einzusetzen und beschreiben Situationen, in denen es wichtig ist, auf das eigene Recht zu verzichten. Selber das Rechte zu tun, ist nicht immer leicht. - Das ist aber ungerecht! Beispiele aus dem eigenen Erfahrungsbereich - So fühle ich mich, wenn ich ungerecht behandelt werde - Wir überlegen, wie wir uns für Gerechtigkeit einsetzen können und wo es nötig ist, auf das eigene Recht zu verzichten - Das Rechte zu tun, fällt mir nicht immer leicht Biblische Bezüge: Gebot der Nächstenliebe (Matth. 22,35-40) Jesajas Traum von einer gerechten Welt (Jes. 11,1-9) Amos kämpft gegen Ungerechtigkeit (Amos 5,6-14)
Verantwortung tragen
Normalerweise erfahren sich Kinder als solche, für die Verantwortung getragen wird; sie können sich bewußt machen, daß das entlastend ist und Geborgenheit vermittelt. Im Prozeß des Älterwerdens lernen sie zunehmend, für sich selbst und ihr Handeln Verantwortung zu übernehmen. Sie spüren die Freude und die Belastung, die das mit sich bringt. Sie lernen, daß Verantwortung mit Vertrauen zu tun hat und das Selbstvertrauen stärkt. - Andere Menschen kümmern sich um mich , g g - Ich bin für mich selbst verantwortlich - Ich bin für andere verantwortlich (zu Hause, in der Schule, in meinem Lebensbereich) - Andere übertragen mir Verantwortung Biblische Bezüge: Der barmherzige Samariter (Lk. 10,25-37) Jesu Versuchung (Lk. 4,1-13) Petrus erkennt seine Verantwortung (Lk. 22,54-62 und Apg. 2,14-36 in Auszügen) ð Sport (Fairneß) ð Sachunterricht (Zusammenleben)
Wir suchen Frieden - Schalom als Bild der Bibel
Friede kann nur angestrebt und verwirklicht werden, wenn Kinder eigene Erfahrungen mit Frieden (mit sich selbst, mit anderen) machen. In ihrer alltäglichen Lebenswirklichkeit werden sie mit Unfrieden und Gewalt konfrontiert. Es ist wichtig, daß sie von ihrer Angst sprechen und ihre Sehnsucht nach Frieden ausdrücken können. Sie überlegen und probieren Schritte zum Frieden. - Erfahrungen der Stille und des Friedens in der Klasse machen - Was stört und zerstört den Frieden? - Der Unfrieden, den ich miterlebe und mit ansehe, wirkt sich auf mich und mein Verhalten aus - Wir träumen vom Frieden - Was können wir zum Frieden beitragen? - Um Frieden beten Biblische Bezüge: Jesus preist die Friedensstifter selig (Matth. 5,1-10; 43-48) Jesaja: Ein neuer Himmel, eine neue Erde (Jes. 65 in Auszügen) Da werden Wölfe bei den Lämmern wohnen (Jes. 11,1-9) Die Friedensbotschaft der Engel (Luk. 2,14) Symbol: Taube ð Kunst (Bilder und Träume vom Frieden) ð Deutsch (Gedicht vom Frieden)
Erzählzyklus: Urgeschichten
Zu den Bildern und Symbolen, die unsere Kultur und den christlichen Glauben grundlegend gestaltet haben, gehören die Geschichten, die sich in der Bibel unter dem Sammelbegriff “Urgeschichten” finden. In ihnen haben menschliche Grunderfahrungen ihren Ausdruck gefunden. In unterschiedlichen Ausformungen finden sie sich in allen Religionen und Kulturen. Mögliche Textauswahl: Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies (1. Mose 3) , g g Kain und Abel (1. Mose 4,1-16) Noah (1. Mose 6,5-8,22) Turmbau zu Babel (1. Mose 11,1-9)
Erzählzyklus: Apostel ziehen in alle Welt
“Wenn einem das Herz voll ist, geht ihm der Mund über”, sagt ein Sprichwort. So konnten auch die ersten Christen nicht darüber schweigen, was sie mit Jesus erlebt hatten und was er ihnen bedeutete. Mögliche Textauswahl: Jesu Auferstehung (Matth. 28) Pfingsten (Apg. 2) Bekehrung des Paulus (Apg. 9,1-19) Saulus vor Damaskus (Apg. 9,20-31) Apostelversammlung in Jerusalem (Apg. 15) FESTE FEIERN Der Sonntag ist das älteste Fest der Christen. Vielen ist das heute nicht mehr bewußt; aber alle kennen ihn als einen Tag der Arbeitsruhe und der Freizeit. Im christlichen Gottesdienst wird der Sonntag als Tag der Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Im Ablauf der Woche folgt er auf den jüdischen Sabbat, den das 3. Gebot als einen Tag der Ruhe und der Gemeinschaft mit Gott heraushebt. Das Erntedankfest hat Vorläufer und Parallelen in vielen Kulturen. Das christliche Erntedankfest hat seine Wurzeln im Laubhüttenfest der Israeliten und den mittelalterlichen Dankmessen und Segnungen der Früchte. Den Kindern begegnet dieses Fest nicht nur auf dem Lande. Auch Stadtkirchengemeinden feiern es zunehmend intensiver. Der Unterricht kann in diesen Horizonten die verschiedenen Aspekte von Ernten und Danken aufschließen und das Verständnis für mögliche Gestaltung dieses Festes anbahnen.
“Geh aus mein Herz und suche Freud”
Gegen die allgegenwärtige Erfahrung der Machbarkeit stellt das Erntedankfest das Lob und den Dank für das den Menschen Unverfügbare. Auf unterschiedliche Weise verfolgen die Kinder den Weg vom Korn zum Brot, vom Samen zur Frucht. Durch die Sprache der Psalmen (Ps 104) und der Choräle (Geh aus mein Herz und suche Freud) tritt ihnen das Lob des Schöpfers als eine Ausdrucksform des Dankes entgegen. Begegnungen mit dem Brauchtum in Gestalt der Erntekrone oder des geschmückten Altars regen an zu eigenen Gestaltungsversuchen. Erntegeschichten - Geschichte ernten 3./4 Schuljahr Auch Kinder kennen die Rede vom Ernten, das etwas anderes als das bäuerliche Ernten meint. Sie ernten Lob und Tadel und die Anerkennung nach besonderen Leistungen. Neben die materiellen Dinge treten Erfahrungen, die zu Lob und Dank herausfordern. In ihnen wird unsere Abhängigkeit deutlich, nicht nur von der Natur, sondern auch von anderen Menschen. Auf den Dank für das Brot folgt der Umgang mit dem Brot. Die Welt ist ein gemeinsamer Garten, der verantwortungsvoll gepflegt sein will. , g g Mögliche Anknüpfungen: Die drei Männer bei Abraham (1. Mose 18,1-5) Die heilige Elisabeth speist die Armen Verantwortung für die Erde: Brot für die Welt
Auf dem Weg nach Bethlehem
“Alle Jahre wieder” erleben die Kinder, wie schön es in der Advents- und Weihnachtszeit sein kann: Zuwendung erfahren, voll erwartungsvoller Spannung sein, beschenkt werden und beschenken, wobei beides zuweilen auch mit Enttäuschungen verbunden ist. Für das 1. Schuljahr soll die Krippensituation im Vordergrund stehen. In ihr findet das Geschehen der Geburt Jesu, die Freude darüber bei Josef und Maria sowie bei den Hirten und bei uns ihren elementaren Ausdruck. Im 2. Schuljahr treten die übrigen Gestalten an der Krippe in das Blickfeld. Das gilt für die Hirten wie für die Könige. Die Stellung der Hirten am Rande der Gesellschaft, ihr Mut zum Aufbruch und ihre spontane Bereitschaft, das Kind zu beschenken, führen in das Nachdenken über die Bedeutung dieses Kindes für die Kinder selbst. An den Königen wird sichtbar, daß nach biblischem Verständnis auch die Mächtigen und Wissenden dieser Erde die Bedeutung dieses Kindes anerkennen. Ausgehend von diesen unterschiedlichen Menschen, die die Botschaft von der Geburt Jesu hören und sich auf den Weg zur Krippe machen, steht im Mittelpunkt das Symbol “Weg”. In diesem Symbol finden sich sowohl Aufbruchs- als auch Umkehrsituationen wie Zielvorstellungen von Menschen gestern und von uns heute.
Das Licht scheint in der Finsternis
Der Dualismus von Licht und Finsternis beherrscht jahreszeitlich die Advent- und Weihnachtszeit und prägt in vielfältiger Weise auch die Erfahrungen der Kinder. Ausgehend von der Erfahrung der kürzer werdenden Tage und der länger werdenden Nächte soll das Verständnis für die übertragene Redeweise von Licht und Finsternis erschlossen werden. Auf diese Weise kann das Verständnis für die symbolische Rede vom Licht in den neutestamentlichen Weihnachtstexten angebahnt werden. Es steht dort für Leben, Neuanfang, Wärme und Aufatmen. Dies ist zugleich der Anknüpfungspunkt für die zentrale Weihnachtsbotschaft: “Fürchtet euch nicht!” Gott kommt zu euch, ihr seid ihm nicht gleichgültig, er nimmt euch so an, wie ihr seid - nehmt euch untereinander an, wie er euch angenommen hat. Für die Unbedeutenden gilt die frohe Botschaft zuerst. Durch die Schwerpunktbildung und Akzentuierung von Teilen der Weihnachtsgeschichte soll im Laufe der Grundschulzeit die Mehrperspektivität der Weihnachtsbotschaft erschlossen werden.
Wir feiern - aus Trauer wird Freude
Der Unterricht soll mit den Erfahrungen der Kinder beginnen, daß Ostern ein Frühlingsfest ist. Das Wiedererwachen der Natur wird in Beziehung gesetzt zu dem Empfinden neuer Lebensfreude der Jüngerinnen und Jünger am ersten Ostermorgen. Der Akzent liegt auf dem Aspekt, daß Trauer und Resignation der Anhänger Jesu sich in Freude, , g g Hoffnung, neuen Mut und Gemeinschaft verwandeln. Kindererfahrungen können mit der Situation der Jünger auf dem Weg nach Emmaus verknüpft werden (Lk. 24,13-35). Die erfahrene Freude wird weitergegeben und stiftet Gemeinschaft.
Die Sache Jesu geht weiter
Anknüpfungspunkt sind die Erfahrungen der Kinder, daß der Gewinn der Beziehung zu einem Menschen nicht mit dessen Tod verloren ist. Die Ostererscheinungen Jesu werden von den Jüngern als Bestätigung seines Weges durch Gott gedeutet. Daraus ziehen sie die Kraft, die Arbeit für das Reich Gottes fortzusetzen. Anhand von Beispielen aus der ersten Mission soll das entfaltet werden: Petrus predigt (Apg. 2,14-36) und heilt (Apg. 3,1-10) wie Jesus. Dies ist der Anfang einer Bewegung, die sich durch die Geschichte der Kirche fortgesetzt hat. Osterbräuche, Osternachtsfeiern und Ostergottesdienste veranschaulichen die verschiedenen Facetten des Osterfestes. Im Gottesdienst, in Taufe und Abendmahl feiern die Christen die Gemeinschaft mit Jesus. Im Handeln nach seinem Vorbild bringen sie ihren Glauben zum Ausdruck.
Aus Traurigkeit wird Hoffnung
Der heilige Geist Gottes ist dynamisch, er treibt zum Handeln, verhilft zu Initiative und gibt Kraft. Diese Dynamik erfahren die Jünger: Aus einer durch den Tod Jesu verunsicherten und vereinzelten, durch die Erfahrung der Auferstehung zunächst nur mit sich selbst beschäftigten Schar (hinter verschlossenen Türen), werden sie zu einer selbstbewußt nach außen tretenden Gruppe (Apg. 2-3 in Auszügen). Gottes Geist wird in dieser Geschichte mit Symbolen aus der alttestamentlichen Tradition verknüpft. Das Brausen als Symbol für Gottes Geist in der Schöpfung; beim Bundesschluß am Sinai und bei Elia das Feuer; beim Exodus die Taufe mit Wasser. Die dunkle Folie der Pfingstgeschichte ist die Geschichte vom Turmbau zu Babel (1. Mose 11,1-9). Damit wird die Pfingsterfahrung gedeutet als wechselseitiges Verstehen, welches durch das Zusammenstimmen im Geist Jesu ermöglicht wird.
Das Schiff, das sich Gemeinde nennt
Pfingsten ist das Geburtstagsfest der Kirche. Es ist das Fest der Menschen, die durch Gottes Geist getrieben, Jesu Botschaft weitersagen und zur Veränderung der Welt beitragen. Kinder kennen zwar in der Regel Kirchengebäude, aber die vielfältigen Aktivitäten kirchlichen Handelns sind ihnen unbekannt. Das Pfingstfest kann ein Anknüpfungspunkt sein, Spuren des pfingstlichen Geistes im gegenwärtigen Handeln der Kirche aufzusuchen.
Gott, du bist für mich, wie ...
Die Kinder werden mit Gottesbildern der Bibel vertraut gemacht, um damit eigene Erlebnisse und Erfahrungen zu assoziieren. Sie erfahren: - Von Gott, der alles geschaffen hat - Wie Gott sich den Menschen im Zeichen der Freundschaft und Tröstung zuwendet - Wie Gott befreit und führt - Wie Menschen Gott in unterschiedlichen Bildern beschrieben haben Es gilt vor allem, symbolische Bilder und Redeweisen zu entfalten, eigene Gotteserfahrungen und Vorstellungen kreativ (Wort, Farbe, Klang, Bewegung) zum Ausdruck zu bringen. Die Kinder werden dabei merken, daß es keine eindeutigen Antworten gibt und daß Fragen und Suchen nach Gott niemals aufhören. Es ist für sie hilfreich zu erfahren, daß auch der Lehrer, die Lehrerin in diesem Prozeß des Fragens und Suchens stehen. Biblische Bezüge und Symbole: Gott der Schöpfer (1.Mose 2,4b-25) Regenbogen (1. Mose 6,5-9,17 i.A.) Stilles, sanftes Sausen (1. Könige 19,1-5; 8-15a) Jakob in Bethel (1. Mose 28,10-22) Durch Jesus ist Gott da Heilung eines Aussätzigen (Lk. 5,12-16) Das verlorene Schaf (Lk. 15,1-6) Bildworte: Fels und Burg (Ps. 71,3. Ps. 31,3) Die Hütte Gottes bei den Menschen (Offb. 21,3) Trösten wie eine Mutter (Jes. 66,13) Vater (Lk. 15,18)
Bausteine für das Gebet
Baustein: Stille, Konzentration, Meditation - “Mein Ort der Stille” - Übungen zur Selbstwahrnehmung des Körpers, Ruhe und Konzentrationsübungen mit/ohne Musik oder Bild, mit Ton ..., auch ritualisiert zu bestimmten Tageszeiten - Übungen zur Wahrnehmung des anderen, daraus folgend Vertrauensspiele - ritualisierte Anfangs- und Schlußrunden zu Stunden/Tagesbeginn oder -ende - Gebetshaltungen Biblische Beispiele: ... dann geh in dein Kämmerlein (Matth. 6,5-6) Jesus geht in die Stille (Matth. 14,13. 23, Mk. 1,45) Baustein : “Du” sagen Menschen reden mit Gott wie mit einem Freund. Ich kann Gott sagen - Das bin ich - und wer bist du? - ich freue mich - ich bin traurig - das macht mir Angst Jedes Kind kann im Formulieren kleiner Gebete zu seiner eigenen Mitteilung finden. Wir hören auch, wie andere Menschen gebetet haben. - D. Bonhoeffer: Von guten Mächten wunderbar geborgen - Luthers Morgen- und Abendsegen - Psalm 23 - Vaterunser Baustein: Danken und Loben Dank und Lob ist eine Antwort auf erfahrene Zuwendung. Beides vertieft menschliche Beziehungen. Dankbarkeit unter Menschen ist die Voraussetzung des Dankes an Gott und für sein Lob. Vielfältige sprachliche, musikalische und bildnerische Gestaltungen sind zu erproben. - Wann dankst du? Richtiger Dank und falscher Dank - Situationen zu “Danke Gott für diesen Tag!” - Die Schöpfung bestaunen, auch die ganz kleinen Dinge - Sich bewußtmachen, daß alles, auch scheinbar Selbstverständliches, ein Geschenk des Schöpfers ist - Von altersher wird Gott alljährlich für die Ernte gedankt und gelobt - Lobe den Herrn meine Seele, Ps. 104,1-5.8-15a.19-33.35b (Verse 31 und 33 sind ein Kanon) - Aller Augen warten auf dich ..., Ps. 145,2-8.15-16 - Die Feste verkündigen seiner Hände Werk, Ps. 19,2-11 - ... wie herrlich ist dein Name in allen Landen, Ps. 8,2-10 - Vom Aufgang der Sonne ..., Ps. 113,3 (Kanon) - Als Litanei: Ps. 136,1-9.25-26
Die Entstehung der Bibel
Die Bibel ist Grundlage und Urkunde des christlichen Glaubens. In ihr sind Erfahrungen der Menschen gesammelt und in der Beziehung zu Gott gedeutet. Viele Jungen und Mädchen begegnen der Bibel im Religionsunterricht zum ersten Mal. Sie sollen neugierig gemacht werden auf die Geschichten, die in ihr erzählt werden. Die teilweise Fremdheit der Lebenswelt weist auf das hohe Alter der Texte und deren lange Entstehungszeit hin. Es können verschiedene Bücher der Bibel unterschieden werden, unterschiedliche literarische Gattungen lassen sich ansatzweise erkennen. Der Kurs soll den Kindern die notwendigen Kenntnisse über die Inhalte und Entstehung der Bibel sowie die Technik ihrer Überlieferung vermitteln. Darüber hinaus geht es aber darum, die Bedeutung der biblischen Texte für den Menschen hervorzuheben. Ihre Geschichten und Texte haben verkündigenden Charakter. Das Alte Testament ist auch die heilige Schrift der Juden und wird deshalb auch als “hebräische Bibel” bezeichnet..
MICH GIBT ES NUR EINMAL
1. Schuljahr
101 Das bin ich Auf die eigenen, vielfältigen Fähigkeiten und Grenzen aufmerksam werden und dabei sein eigenes Ich entdecken und die Freude am eigenen Leben bejahen.
2. Schuljahr
201 Ich kann ohne Wasser nicht leben Die lebensschaffende, lebenserhaltende und lebensbedrohende Kraft des Wassers bedenken und darauf aufmerksam werden, wie Wasser für mich lebensnotwendig ist.
3. Schuljahr
301 In mir ist Licht und Schatten Entdecken, daß wir alle "Licht" sein wollen, aber Helles und Dunkles in uns vorfinden.
4. Schuljahr
401 So will ich werden Die Entfaltung meiner Fähigkeiten und Fertigkeiten als Aufgabe verstehen und mich selbst in das Leben mit anderen einbringen.
ICH WILL GLÜCKLICH SEIN
1. Schuljahr
102 Was mich glücklich macht Von Glückserlebnissen erzählen und bedenken, daß Menschen gerne glücklich sind.
2. Schuljahr
203 Ein Herz für andere Bedenken, daß ich glücklich sein kann, wenn ich mit und für andere da bin.
3. Schuljahr
303 Das verlorene Glück Hören, wie Menschen "das" Glück suchen.
4. Schuljahr
403 "Der Himmel geht über allen auf" Aufmerksam werden, daß die Botschaft Jesu vom Reiche Gottes Leben in Fülle verheißt. Wundergeschichten verstehen lernen.
ICH STOSSE AN GRENZEN
1. Schuljahr
103 Ich habe Angst Aufmerksam werden, daß alle Menschen Angst haben und daß ich manche Ängste durch Zuspruch, Ermutigung und Vertrauen aushalten kann.
2. Schuljahr
204 Sich trösten lassen Darauf aufmerksam werden, daß mich vieles im Leben traurig macht und ich Trost brauche.
3. Schuljahr
304 Ich darf nicht alles haben, was ich will Einsehen, daß es für mich wichtig ist, verzichten zu können.
4. Schuljahr
404 Lebendiges vom Tod Bedenken, daß alles Lebendige in dieser Welt endlich ist, weil der Tod zum Leben gehört, das Leben bei Gott keinen Tod kennt. Paradoxalen Redeweisen begegnen.
GOTT HAT MICH ANGENOMMEN
2. Schuljahr
202 Ich bin getauft Wissen, daß Gott mich so annimmt, wie ich bin, daß diese Annahme in der Taufe mit der Gemeinde gefeiert und durch Zeichen sichtbar wird. Das Sakrament der Taufe kennenlernen.
3. Schuljahr
302 Die Geschichte vom Vater mit den beiden Söhnen Das Unwahrscheinliche und Überwältigende im Verhalten des Vaters entdecken und darauf aufmerksam werden, daß die Bibel damit das Verhalten Gottes zu uns Menschen meint. Auf die Erzählweise von Gleichnissen der Bibel aufmerksam werden.
4. Schuljahr
402 "Der Herr ist mein Hirte" Im biblischen Bild von "Hirte" und "Schaf" Gott als den verstehen lernen, der mich sucht und begleitet. Auf Psalmen als Lieder Israels aufmerksam werden.
MIT ANDEREN LEBEN
1. Schuljahr
104 Wie gut, daß du da bist Sich bewußt werden, wie Menschen sich begrüßen und miteinander umgehen sowie das Zusammensein in der Klasse/ Lerngruppe als Geschenk wahrnehmen.
105 Zuhause sein Bewußt werden, wie Liebe und Fürsorge Kindern ein Zuhause schaffen können.
106 "Maria, breit den Mantel aus" In Bildern entdecken, wie Geborgenheit dargestellt wird, und Ausdrucksformen für Geborgensein finden.
2. Schuljahr
205 Gemeinschaft erleben beim Spielen und Lernen Unterschiedliche Erfahrungen mit Spiel- und Klassenkameraden bewußt machen und dabei die Freude am gemeinschaftlichen Tun entdecken.
3. Schuljahr
305 Einander kennen - Voneinander lernen Bereit sein, Menschen in ihrem Anderssein kennenzulernen, sie zu akzeptieren und von ihnen zu lernen.
306 Brot gibt Leben Hören und erfahren, wie Brot lebensnotwendig ist und wie gemeinsames Essen Menschen verbindet.
ZUSAMMENLEBEN ERMÖGLICHEN
1. Schuljahr
107 Was gehört mir? -Was gehört uns? Mit eigenen und gemeinsamen Dingen verantwortlich umgehen lernen.
2. Schuljahr
206 Streiten - Sich vertragen Den Ursachen für Streit nachgehen und bereit sein, nach Lösungen zu suchen. Gesten der Versöhnung symbolhaft deuten können.
3. Schuljahr
307 Gebote - eine Last? An eigenen Erfahrungen verstehen, daß die Zehn-Worte Jahwes am Berge Sinai menschliches Zusammenleben ermöglichen wollen.
4. Schuljahr
405 Jesus und die Gebote Erkennen, daß Jesus die Gebote so lebt und lehrt, wie Gott sie will: den Menschen zum Heil.
SICH ÄNDERN - NEU ANFANGEN
1. Schuljahr
108 Wenn ich anderen weh getan habe Bedenken, daß mein Fehlverhalten anderen weh tut und wieder gutgemacht werden kann. 1. Schuljahr
2. Schuljahr
208 Schuldig werden - Sich jemandem anvertrauen Erfahren, daß es gut tut, mit jemandem über eigenes Versagen zu sprechen. 2. Schuljahr
4. Schuljahr
407 "Schlechtes Ge - wissen" - Aus Schuld herausfinden Das Gewissen als Antrieb zum Gutsein und Versöhnen verstehen. Das Sakrament der Versöhnung als befreiende Möglichkeit bedenken. 4. Schuljahr
UNSERE WELT AUS GOTTES HAND
1. Schuljahr
109 Schöpfung aus der Stille erleben In scheinbar Selbstverständlichem Staunenswertes und Wunderbares entdekken.
2. Schuljahr
209 Herr, wir danken für die Gaben Unsere Dankbarkeit über die Gaben der Erde Gott gegenüber zum Ausdruck bringen und feiern können.
4. Schuljahr
408 Die Welt - In unsere Hand gegeben Die Welt als Gottes Schöpfung sehen und unsere Verantwortung für alles Geschaffene - Pflanzen, Tiere, Menschen - bedenken.
FÜREINANDER VERANTWORTLICH SEIN
2. Schuljahr
207 Verläßlich sein - Die Wahrheit sagen Bedenken, daß es wichtig ist, sich auf Menschen und ihr Wort verlassen zu können.
4. Schuljahr
406 Für andere dasein: Elisabeth von Thüringen Aufmerksam werden, wie Christen sich in besonderer Weise für andere einsetzen und einander helfen.
MENSCHEN BEGEGNEN GOTT
1. Schuljahr
110 Mutig das Notwendige tun: David Anfanghaft verstehen, daß auch der Kleine Großes vollbringen kann, wenn er auf Gott vertraut.
2. Schuljahr
211 "Rede, Herr, dein Diener hört": Samuel Aufmerksam werden, wie sich Menschen verhalten, die Gott ruft. Stille und Sammlung üben.
3. Schuljahr
309 Die erste Osterbotin: Maria von Magdala Entdecken, daß der Auferstandene am Ostermorgen zuerst Maria von Magdala begegnet ist, die ihn zugleich nah und doch unverfügbar erfährt.
4. Schuljahr
410 Die Botschaft Jesu leben: Franz von Assisi Erkennen, wie Franz durch die Begegnung mit dem "armen Jesus" im Evangelium ein neuer Mensch wird und seitdem Menschen immer wieder ermuntert hat, diesen Weg einzuschlagen
GOTT RUFT ZUR ENTSCHEIDUNG
1. Schuljahr
111 Schenken oder behalten? Darauf aufmerksam werden, wie ein Mensch alles verschenkt, weil er sich zum Gut-Sein gerufen weiß.
2. Schuljahr
212 Ja zu Gott: Maria Bilder von der Verkündigungsgeschichte betrachten und entdecken, wie sich Maria für Gott öffnet.
3. Schuljahr
310 Jona erhält "Religionsunterricht" Aufmerksam werden, wie Gott dem widerspenstigen Jona zutraut, seine Botschaft in Ninive zu predigen und wie er
311 Bereitet dem Herrn den Weg: Johannes der Täufer Bedenken, wie Johannes der Täufer die Menschen wachrüttelt und zur Umkehr ruft.
IN JESUS OFFENBART SICH GOTT
1. Schuljahr
112 Zachäus, steig herab Verstehen, wie sich in Jesu Handeln die Liebe Gottes zum Menschen offenbart.
113 Bilder von Jesus Darauf aufmerksam werden, wie die Menschen zur Zeit Jesu lebten und über Jesusdarstellungen einen ersten Zugang zu seiner Bedeutung gewinnen.
2. Schuljahr
214 "... uns zum Heil geboren" In Weihnachtsbildern, -liedern und -texten entdecken, daß in Jesus Gott den Menschen nahekommt.
215 Jesus ruft Menschen Hören, wo und wie Jesus Männer und Frauen für sich und seine Botschaft von Gott begeisterte.
3. Schuljahr
314 Menschen staunen über Jesus Bedenken, wie Menschen betroffen fragen: Wer ist dieser? Wer ist er für mich?
4. Schuljahr
413 Der Gekreuzigte lebt Bedenken, daß Gott sich in der Auferweckung Jesu als Gott des Lebens erweist.
MENSCHEN SUCHEN GOTT
2. Schuljahr
210 Kannst du mir Gott zeigen? Bilder und Texte kennenlernen, in denen Menschen erzählen, wie Gott ihnen widerfahren ist.
3. Schuljahr
308 Das Geheimnis Gott Erkennen, daß wir Menschen vieles nicht fassen können und daß dies besonders für Gott gilt.
4. Schuljahr
409 Dem Höchsten dienen In Legenden erfahren, wie sich Menschen auf den Weg gemacht haben, Gott zu dienen. Mit Legenden umgehen lernen.
ISRAEL ERFÄHRT SEINEN GOTT
2. Schuljahr
213 Josef - Jahwe wendet zum Guten Darauf aufmerksam werden, wie in der Josefsgeschichte das Handeln der Menschen mit dem Handeln Gottes verwoben ist.
3. Schuljahr
312 Jahwe führt in die Freiheit Aus den Erfahrungen der Israeliten beim Auszug aus Ägypten lernen, wie Gott sich zeigt, wie er befreit und führt.
313 Juden feiern Pessach Verstehen, wie die Juden am Pessachfest ihre Befreiung feiern.
4. Schuljahr
411 Jerusalem - Die heilige Stadt Anfanghaft auf die Bedeutung Jerusalems sowie auf die Geschichte des jüdischen Volkes in der biblischen Tradition bis heute aufmerksam werden.
412 Auf dem Judenfriedhof Zeugnisse jüdischen Lebens in unserer Heimat aufspüren.
CHRISTEN FEIERN FESTE
1. Schuljahr
114 Allerseelen - Wir vergessen die Toten nicht Darauf aufmerksam werden, wie Christen sich an die Verstorbenen erinnern und sich trösten, weil sie die Toten bei Gott wissen.
115 Martin/ Nikolaus Im religiösen Brauchtum erfahren, wie Menschen die Liebe Gottes gelebt haben.
116 "Zu Betlehem geboren" Sich gemeinsam auf den Geburtstag Jesu vorbereiten.
2. Schuljahr
216 Karfreitag - Jesus stirbt Bilder vom Leidensweg Jesu betrachten, einen Kreuzweg gestalten und eigene Erfahrungen darin wiederfinden.
217 Ostern - Jesus lebt Aufmerksam werden, wie Christen ihre Osterfreude ausdrükken und Ostern gemeinsam feiern.
3. Schuljahr
315 Der Geist Gottes macht lebendig: Pfingsten Feuer und Sturm, Atem und Stille als Zeichen für das Wirken von Gottes Geist damals und heute verstehen.
4. Schuljahr
414 Den Sonntag feiern Die Bedeutung des Sonntags für das Leben der Christen bedenken und Möglichkeiten finden, den Sonntag sinnvoll zu gestalten.
KIRCHE FEIERT EUCHARISTIE
1. Schuljahr
117 Kirche kommt zusammen Das Haus erkunden und kennenlernen, in dem sich Christen zum Gottesdienst treffen.
3. Schuljahr
316 "Beim letzten Abendmahle" Eucharistie als die Mahlfeier verstehen, die Jesus gehalten hat und welche die Christen nach der Weisung Jesu feiern, indem sie seinen Tod verkünden und seine Auferstehung preisen, bis er wiederkommt. Das Sakrament der Eucharistie kennenlernen.
4. Schuljahr
415 "Herr, bleibe bei uns" In der Emmausgeschichte entdecken, wie die Jünger den auferstandenen Herrn erkannt haben, als er mit ihnen ging, redete, das Brot brach, und wie sie ihn in der Gemeinde bezeugten.
DIE BIBEL - URGRUND UND ZEUGNIS DER KIRCHE
1. Schuljahr
118 Die Bibel erzählt von Jesus Wissen, daß die Geschichten von Jesus in der Bibel gesammelt und überliefert sind.
2. Schuljahr
218 Die Bibel - Wort Gottes an uns Aufmerksam werden, wie im Gottesdienst das Wort Gottes aus der Bibel verkündet wird.
3. Schuljahr
317 Das Neue Testament - Der Glaube der frühen Kirche Einen ersten Überblick über die Schriften des Neuen Testamentes gewinnen und wissen, wie die Evangelien entstanden sind.
4. Schuljahr
416 Das Erste/ Alte Testament - Die gemeinsame Glaubensquelle von Juden und Christen Das Erste/ Alte Testament als den Teil der Bibel kennenlernen, in der die vielfältigen Erfahrungen des Volkes Israel mit seinem Gott aufgeschrieben sind, auf die sich Juden und Christen gemeinsam berufen.
VOLK GOTTES UNTERWEGS
1. Schuljahr
119 Was Kreuze "erzählen" Kreuze in der Heimat aufsuchen und betrachten sowie das Kreuzzeichen an sich selber erleben.
2. Schuljahr
220 "Bis an die Grenzen der Erde" Aufmerksam werden, wie Menschen in aller Welt ihren Glauben an Jesus Christus verkünden und leben.
3. Schuljahr
319 Lebendige Gemeinde Sehen, wie sich Menschen in verschiedenen Ämtern und Aufgaben in den Dienst der Gemeinde stellen.
4. Schuljahr
418 Glaubensboten in Hessen Aufspüren, wie in unserer Heimat die Kirche ihren Anfang genommen hat.
GETRENNTE WEGE - GEMEINSAMER GLAUBE
2. Schuljahr
219 Uns verbindet eine Taufe Darauf aufmerksam werden, daß das Sakrament der Taufe allen Christen gemeinsam ist.
3. Schuljahr
318 So sollt ihr beten: "Vater unser" Das Vaterunser als das gemeinsame Gebet aller Christen kennen und beten lernen.
4. Schuljahr
417 Sich kennenlernen - Gemeinsam Gottesdienst feiern Im Feiern und Beten die Gemeinsamkeit des Glaubens erfahren.
AUTHENTISCHE SCHREIB- UND LESESITUATIONEN
AUTHENTISCHE SCHREIB- UND LESESITUATIONEN: Schreiben und Lesen eigener Texte; Lesen angemessener Kinderliteratur
BUCHSTABENKENNTNIS UND -FUNKTION
BUCHSTABENKENNTNIS UND -FUNKTION: Erfragen; Anlauttabelle; Laut-Buchstabenbeziehung; Buchstaben-Laut-Beziehung; Verschiedene Typographien
AUFBAU DER SCHRIFT
AUFBAU DER SCHRIFT: Parallelität von Lautfolge und Buchstabenkette; Zusammenhang von Buchstabenkette und Wortbedeutung; Bausteine von Wörtern: Sprechsilben; Anfangs- und Endmorpheme (ge-/er-/-ung); Graphembündel (schr/kl); Signalgruppen (upp/itz)
SICHT-WORTSCHATZ
SICHT-WORTSCHATZ: Häufigkeitswörter „auf einen Blick” erkennen und; „auswendig” aufschreiben
SCHREIBTECHNIK
SCHREIBTECHNIK: Druckschrift nach Vorlage (mit „Wegweisern”) üben; Training der VA
ANBAHNUNG DER RECHTSCHREIBUNG
ANBAHNUNG DER RECHTSCHREIBUNG: Graphem-Phonem-Korrespondenz entdecken; Anderschreibung erkennen; Rechtschreibmuster erproben; Strukturmerkmale generalisieren; Gespür für die Großschreibung von Nomen entwickeln
ZEICHENVERSTÄNDNIS
ZEICHENVERSTÄNDNIS: Symbole sammeln, selbst erfinden, vereinbaren, verwenden und verstehen
2.2.1 Erzählen und Geschichten schreiben
Im Rahmen dieses Handlungsbereichs lernen Kinder, mündlich und schriftlich verständlich und phantasievoll von Erlebnissen zu erzählen sowie Geschichten zu erfinden. In vielfältigen Erzählsituationen lernen sie Erzählinhalte kennen (aus der Literatur, aus den Erzählungen der anderen), entwickeln eigene Ideen oder lassen sich durch Vorgaben unterschiedlicher Art (Bilder, Musik, Gedichte, Stichwörter, Textfragmente, Themen) zu kreativer sprachlicher Gestaltung anregen Dabei lernen sie im Bereich des mündlichen und schriftlichen Erzählens ab 1./2. Schuljahr das dialogische und folgerichtige Erzählen sowie die Einhaltung von Gesprächsregeln, den Adressatenbezug und die unterschiedlichen Schreibfunktionen (für sich und andere). Im 3./4. Schuljahr erlangen sie zunehmende Sicherheit im chronologischen, spannenden und präzisen Erzählen. Sie erlernen Darstellungsmethoden (Aufbau, Spannungsbögen) und Darstellungsformen (kreativer Ausdruck, Zeitformen, Redeformen) und die Verwendung verschiedener Textformen (Tagebuch, Brief, (Kurz)Geschichte). Im Dialog mit anderen (Gesprächskreis) lernen sie zuzuhören, Gefühle auszudrücken und die Gefühle anderer zu respektieren sowie konstruktive Kritik zu üben und anzunehmen.
2.2.2 Sich informieren und sachbezogen verständigen
Im Rahmen dieses Handlungsbereichs lernen die Kinder, sich zu einem Thema oder einer Fragestellung Informationen zu beschaffen, sie auszuwerten und sie mit Hilfe verschiedener Medien (Plakate, Wandzeitung, Handzettel, Anzeigen) zu veröffentlichen. Sie nutzen unterschiedliche Informationsquellen im 1./2. Schuljahr vornehmlich die Berichte anderer Kinder oder von Erwachsenen in und außerhalb der Schule sowie einfache Sachtexte und bebilderte Kinderlexika, im 3./4. Schuljahr auch Berichte von Experten, komplexere Nachschlagewerke, Zeitungen, Hörfunk, Fernsehen, Sachtexte, Gebrauchstexte, deren Aussagen sie kritisch einzuschätzen versuchen. Für die mündliche wie schriftliche Verständigung sowie für den Austausch von Informationen und Meinungen lernen sie den sachbezogenen Umgang mit Informationen, indem sie ab 1./2. Schuljahr eine sachangemessene Gesprächshaltung entwickeln und vereinbarte Gesprächsregeln beachten sowie informative Texte verfassen (Merkzettel für sich und andere, Briefe, Aushänge im Klassenraum) und nutzen (einfache Rezepte, Spiel- und Bastelanleitungen). Im 3./4. Schuljahr werden sie zunehmend auf unterschiedliche Sicht- und Darstellungsweisen aufmerksam, erörtern diese und versuchen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Sie erwerben außerdem spezifische Sprachhandlungsstrategien (berichten, beschreiben, referieren) sowie die entsprechenden Fachbegriffe und lernen Formvorgaben für den Schriftverkehr (Absender, Anschrift, Datum, Anreden, Grußformeln) kennen sowie Gebrauchsanleitungen (Rezepte, Spielregeln, Bedienungsanleitungen) zu verfassen und anzuwenden.
2.2.3 Lesen und mit Literatur umgehen
Im Rahmen dieses Handlungsbereichs begegnen die Kinder vielfältiger Literatur und lernen Lesen als eine bereichernde Freizeitbeschäftigung kennen. Die Kinder werden ermutigt, mit Literatur kreativ umzugehen, indem sie Texte gestaltend vorlesen und vortragen, literarische Vorlagen bearbeiten (gestalten, verändern, verfremden) und sich zu Eigenproduktionen anregen lassen. Sie erhalten Anregungen, entwickeln die Fähigkeit zur selbständigen Auswahl ihrer privaten Lektüre und lernen, sich in Büchereien und Buchhandlungen über das Literaturangebot zu informieren und sich mit Büchern zu versorgen. Ab 1./2. Schuljahr lernen sie altersgemäße zeitgenössische Kinderliteratur kennen (über Vorlesen, durch Selbstlesen), im 3./4. Schuljahr informieren sie sich zunehmend selbständig über das Literaturangebot (durch Prospekte, in Büchereien, in Buchhandlungen) und lernen, themenbezogen eine Auswahl von Literatur zusammenzustellen. Sie lernen die Grundgattungen der Volksliteratur (Märchen, Sagen, Fabeln, Schwänke, Legenden, Lyrik) ebenso kennen wie vielfältige Textformen (Geschichten, Romane, Gedichte, dramatische Texte, Sachtexte, Comics, Hörspiele), im 1./2. Schuljahr vornehmlich durch die Begegnung mit unterschiedlichen Texten (Vorlesen, Darbietungen, Selbstlesen), im 3./4. Schuljahr zusätzlich auch durch das Kennenlernen von Merkmalen unterschiedlicher Gattungen und Textformen.
2.2.4 Sprache untersuchen und richtig schreiben
Im Rahmen dieses Handlungsbereichs lernen die Kinder die Sprache als Form wahrzunehmen, entwickeln Sprachbewußtheit und gewinnen Einsicht in die Strukturen der gesprochenen und geschriebenen Sprache. Sie erfahren Sprache als Vereinbarung und werden auf semantische, morphologische und syntaktische Besonderheiten ihrer eigenen Sprache aufmerksam - auch durch die Begegnung mit anderen Muttersprachen. Im spielerischen, historisierenden, experimentierenden und forschenden Umgang mit Wörtern und Sätzen entdecken sie die Geregeltheit des (Schrift)Sprachsystems und lernen, sich deren Vorteile sowohl für das Verfassen von Texten als auch für die Rechtschreibung nutzbar zu machen. Für die Rechtschreibung eignen sie sich von Anbeginn an neben Merkstrategien und Nachschlagetechniken ein begrenztes Repertoire an grammatischen Lösungsmethoden an (phonematische und morphematische Strategie sowie die Großschreibung von Nomen). Sie lernen, ab dem 1./2. Schuljahr mit Wortteilen (Vokalen, Konsonanten, Silben, Wortbildungsmorphemen/-bausteinen) neue Wörter zu konstruieren (Wortschatzerweiterung, Rechtschreibung), Sätze zu bilden und die entsprechenden Satzschlußzeichen (Punkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen) zu setzen. Dabei lernen sie, daß Satzanfänge groß geschrieben werden und entwickeln zunehmend ein Gespür für Nomen als einzig großzuschreibende Wortart. Im 3./4. Schuljahr lernen sie außerdem zu segmentieren (Sätze in Wörter, Wörter in Silben, Sinnkomplexe in Sätze), Satz- und Redeformen zu unterscheiden und die betreffenden Zeichen zu setzen (Punkt/ Frage-/ Ausrufezeichen, Silbentrennstriche, Redezeichen). Sie erfahren durch Umstellungen Bedeutungsverschiebungen, die stilistisch wirksam werden können und entwickeln so ein Gespür für Satzteile. Sie lernen, bedeutungsstarke Wörter durch Synonyme und Pronomina zu ersetzen, und erwerben zum Zweck der Verständigung die betreffenden Fachbegriffe (Nomen, Verben, Adjektive).
2.2.1 Zusammenleben
Ab dem 1./2. Schuljahr entwickeln die Kinder im gemeinsamen Leben und Lernen Offenheit und Respekt gegenüber anderen. Sie erfahren von Lebensumständen anderer Kinder und sollen Selbstbewußtsein und Einfühlungvermögen gewinnen . Indem sie sich an der Gestaltung des Schulalltags und an klasseninternen Entscheidungsprozessen beteiligen, üben sie demokratische Spielregeln ein. In diesem Zusammenhang werden ihnen Regeln, Mehrheitsentscheidungen und Minderheitenschutz einsichtig. Im 3./4. Schuljahr beschäftigen sie sich zunehmend mit dem Leben von Kindern/ Menschen in anderen Ländern und/ oder zu anderen Zeiten, anderer Herkunft und/ oder anderen Glaubens und/ oder anderen körperlichen und geistigen Fähigkeiten und erfahren so von der Unterschiedlichkeit der Kinder/ Menschen in dieser Welt. Sie sollen dabei eine Haltung entwickeln, die Unterschiede toleriert und gleiche Rechte für alle fordert.
2.2.2 Öffentliches Leben
Ab dem 1./2. Schuljahr erfahren die Kinder ihre Schule über die Klassengrenzen hinaus als einen gemeinsam genutzten öffentlichen Raum. Sie knüpfen Kontakte zu anderen Klassen/ Personen, tauschen sich mit ihnen aus und planen gemeinsame Vorhaben. Im Rahmen der ihnen gegebenen Möglichkeiten haben sie auch teil am öffentlichen Leben. Im 3./4. Schuljahr beschäftigen sie sich zunehmend mit öffentlichen Ereignissen und/ oder Problemen, die sie und ihr Leben in und außerhalb der Schule betreffen, und tragen durch eigene Initiativen zu Bemühungen um Lösungsansätze bei. Dies kann auch die Erfahrung des Scheiterns einschließen. Sowohl zur eigenen Information als auch für Darstellungen in der Öffentlichkeit nutzen sie unterschiedliche Medien. Auf aktuelle Ereignisse, die die Kinder berühren, muß im Unterricht eingegangen werden.
2.2.3 Spielen und Freizeit
Ab dem 1./2. Schuljahr pflegen die Kinder das gemeinsame Spielen in vielfältigen Zusammenhängen. Sie lernen darüber hinaus, Spielregeln zu vereinbaren oder zu modifizieren, so daß alle Kinder sinnvoll in das Spielen eingebunden werden können. Zunehmend tragen sie mit eigenen Spiel- und Beschäftigungsideen zur Gestaltung von Klassenfesten, schulischen Veranstaltungen oder Feiern bei. Im 3./4. Schuljahr erkunden und nutzen sie verschiedene Spiel- und Freizeitmöglichkeiten in der Nähe ihrer Schule/ ihrer Wohnung, reflektieren über das eigene Freizeitverhalten und erwerben ein Repertoire an Möglichkeiten, das ihnen bei der selbständigen, aktiven und sinnvollen Freizeitgestaltung - allein oder mit anderen - helfen kann (s. auch Teil A
2.2.4 Arbeit
Ab dem 1./2. Schuljahr erhalten die Kinder durch Unterrichtsgänge und/ oder Besuche von Experten/ Expertinnen erste Einblicke in Arbeitszusammenhänge und -abläufe unterschiedlicher Berufsgruppen und Tätigkeitsbereiche. Indem sie gemeinsam die Herstellung eines einfachen Produkts planen und durchführen, gewinnen sie erste Einsichten in arbeitsteilige Verfahren. Im 3./4. Schuljahr erfahren sie auch von bezahlter Arbeit (Berufstätigkeit, Nebenerwerb) und unbezahlter Arbeit (Hausarbeit, ehrenamtliche Tätigkeiten) sowie von Folgen von Arbeitslosigkeit.
2.2.5 Technik
Ab dem 1./2. Schuljahr machen die Kinder vielfältige Erfahrungen mit technischem Spielmaterial und Gerät und beschäftigen sich mit strukturiertem und unstrukturiertem Baumaterial. Dabei erhalten sie erste Einblicke in Funktionsweisen und Zusammenhänge von Ursache und Wirkung. Im 3./4. Schuljahr tritt zweckorientiertes Konstruieren und das Lösen einfacher technischer Probleme hinzu (Transport von Lasten, Einsatz von Energie). Technik soll den Kindern als Werk des Menschen bewußt werden. Das technische Interesse ist bei Mädchen und Jungen gleichermaßen zu fördern.
2.2.6 Raum
Im 1./2. Schuljahr entwickeln die Kinder über vielfältige Raumerfahrungen (Orientierungsspiele, Konstruktionsspiele) zunehmende Sicherheit in der Raumorientierung (kleinräumig und großräumig). Durch eigene Aktivitäten entwickeln sie ein Verständnis für unterschiedliche Raumdarstellungen (Modell, Skizze, Plan). Im 3./4. Schuljahr lernen die Kinder bei der Planung und Durchführung eigener Vorhaben (Erschließung der Umgebung, Wandertage, Klassenfahrten), Karten (Stadtpläne, Landkarten) zu lesen und zu verstehen und ihre räumliche Umgebung zu erkunden. Sie werden außerdem befähigt, sich unbekannte Räume (Regionen, Landschaften, Bundesland Hessen) zu erschließen und unterschiedliches Kartenmaterial zu nutzen. In diesem Zusammenhang beschäftigen sie sich auch mit Fragen der Verkehrsentwicklung.
2.2.7 Zeit
Im 1./2. Schuljahr beschäftigen sich die Kinder mit den natürlichen Zeitrhythmen (Tag und Nacht, Jahreszeiten) und ihrem Einfluß auf Natur und Mensch. Sie lernen außerdem durch den Menschen gesetzte Zeiteinteilungen kennen (Wochentage, Monate, Stunden, Minuten) und für die eigene Zeiteinteilung nutzen (Kalender, Uhr). Im 3./4. Schuljahr sollen die Kinder verstärkt auch in die historische Dimension der Zeit eingeführt werden. Sie lernen, daß unser Wissen über die Vergangenheit durch Zeugen der Vergangenheit (Gegenstände, alte Fotos, Berichte und Erzählungen, Denkmäler) vermittelt ist. Durch eigene Planungsvorhaben und Langzeitbeobachtungen werden sie angeregt, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nachzudenken.
2.2.8 Naturphänomene
Über das Beobachten von Naturphänomenen und das Untersuchen von Materialien und Materialeigenschaften werden die Kinder angeregt, Fragestellungen zu entwickeln, Experimente zur Klärung zu planen und durchzuführen sowie erste Erklärungen zu formulieren. Dabei nutzen sie unterschiedliche Informationsquellen und diskutieren in einer Haltung des Fragens und Forschens ihre unterschiedlichen Experimental- und Erklärungsansätze. In diesem Zusammenhang werden für Erklärungen auch Versuchsdaten und Meßergebnisse interpretiert. Im 1./2. Schuljahr vollzieht sich die Beschäftigung mit Naturphänomenen eher im Rahmen spielerischer Aktivitäten. Im 3./4. Schuljahr stehen zunehmend zielorientierte, geplante und selbständig durchgeführte Versuchsvorhaben im Vordergrund.
2.2.9 Wasser
Ab dem 1./2. Schuljahr gewinnen die Kinder im spielerischen und erkundenden Umgang mit dem Element Wasser erste Kenntnisse über dessen Eigenschaften und erkunden natürliche Wasservorkommen in ihrer Umgebung. Im 3./4. Schuljahr beschäftigen sie sich mit der Frage der Bedeutung des Wassers, wie sich der Mensch mit Wasser versorgt und wofür er es nutzt. In diesem Zusammenhang gewinnen sie erste Einsichten in Kreisläufe des Wassers und in ökologische Zusammenhänge.
2.2.10 Tiere
Ab dem 1./2. Schuljahr lernen die Kinder über die exemplarische Beobachtung von Tieren in der freien Natur oder im Klassenraum deren Verhalten, Lebensweisen und Lebensbedürfnisse kennen und verstehen. Im 3./4. Schuljahr erhalten sie über die Beschäftigung mit verschiedenen Tieren zunehmend eine Vorstellung von der Artenvielfalt und der menschlichen Verantwortung gegenüber der Natur. Indem sie lernen, Tiere als Lebewesen zu achten, werden Vorurteile gegenüber bestimmten Tieren verhindert oder abgebaut.
2.2.11 Pflanzen
Ab dem 1./2. Schuljahr gewinnen die Kinder über vielfältige Naturerfahrungen eine erste Vorstellung von der Artenvielfalt im Pflanzenreich und lernen unterschiedliche Pflanzen kennen. Bei der Pflege von Pflanzen (im Klassenzimmer und/ oder im Schulgarten) erhalten sie über einen längeren Zeitraum erste Einblicke in deren Lebensbedingungen und den jahreszeitlichen Rhythmus. Im 3./4. Schuljahr gewinnen sie über Informationsmaterial, Versuche und/ oder die Arbeit im Schulgarten vertiefte Kenntnisse von der Vermehrung von Pflanzen und von ihren Lebensgrundlagen (Licht, Wasser, Boden, Luft). Sie erhalten einen ersten Einblick in die Nutz- und Schutzfunktion des ökologischen Systems Wald. Dabei entwickeln sie zunehmend Verantwortung für die natürliche Umwelt.
2.2.12 Körper
Ab dem 1./2. Schuljahr lernen die Mädchen und Jungen ihren Körper, seine Möglichkeiten und Reaktionen sowie Funktionen von Körperteilen kennen. Sie wissen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männern. Sie erfahren und kennen ihre Sinnesorgane und können die Sinneswahrnehmungen zuordnen (hören, sehen, riechen, schmecken, fühlen). Sie lernen geeignete Maßnahmen zum Schutz des Körpers und für die Gesunderhaltung kennen. In diesem Zusammenhang erfahren sie auch von körperlichen Beeinträchtigungen. In einer auf Respekt und Gleichbehandlung gründenden Haltung beschäftigen sie sich mit dem Leben von Menschen mit Behinderungen. Im 3./4. Schuljahr beschäftigen sie sich außerdem mit Fragen der Suchtgefährdung, Unfallverhütung und Ersten Hilfe. Vom 1. bis 4. Schuljahr gilt es, die Ziele und Inhalte der Sexualerziehung und der Gesundheitserziehung (s. Teil C, 1.1 und 1.2) altersgemäß zu berücksichtigen.
2.1 Aufbau grundlegender mathematischer Fähigkeiten im Anfangsunterricht
Die Schulanfängerinnen und -anfänger entwickeln ihre Fähigkeit zur visuellen Wahrnehmung und Gliederung und zur räumlichen Vorstellung und Orientierung sowie ihre Kenntnisse im Umgang mit Größen wie Längen, Höhen, Weiten, Geld usw. durch Bauen, Spielen, Entdecken und Beschreiben weiter. Durch das Umgehen mit Mengen und Zahlen und das Anwenden von Zahlen in kindgemäßen und spielerisch dargebotenen Situationen erwerben sie ein erstes Verständnis für den Begriff "Zahl" und grundlegende Fertigkeiten für die Rechenoperationen.
2.2 Sachrechnen und Umwelterschließung
Im 1./2. Schuljahr lernen die Kinder — in Situationen des täglichen Lebens oder in Bildern mit Größenangaben oder einfachen Texten mathematische Sachverhalte zu erkennen, übersichtlich darzustellen, verschiedene Aufgaben daraus abzuleiten und zu lösen — die gefundenen Lösungen mit der Ausgangssituation in Beziehung zu setzen — zu vorgegebenen Daten oder Zahlaufgaben "Rechengeschichten" zu erfinden. Im 3./4. Schuljahr lernen die Mädchen und Jungen darüber hinaus — zunehmend komplexere Zusammenhänge in lebensnahen Situationen auf ihre mathematische Struktur hin zu durchschauen — zunehmend selbständiger Lösungswege zu finden, zu vergleichen, zu bewerten und übersichtlich in Lösungsschemata oder Situationsskizzen darzustellen — gegebene Daten zu bewerten, zu variieren und zum überschlagsmäßigen Abschätzen von Ergebnissen zu vereinfachen — mögliche oder errechnete Ergebnisse hinsichtlich des Größenbereichs (DM oder Pf) und hinsichtlich der Größenordnung abzuschätzen und einzuschätzen — zwischen für die Lösungsfindung notwendigen und unnötigen Informationen zu unterscheiden und fehlende Informationen zu beschaffen — verschiedene Lösungsansätze und Lösungswege zum gleichen Problem zu finden und zu bewerten — gleiche mathematische Strukturen in unterschiedlichen Sachverhalten zu entdecken.
Entwicklung des Zahlbegriffs
In der Auseinandersetzung mit lebensnahen Situationen und Fragestellungen wird der Zahlbegriff entwickelt und der Zahlenraum schrittweise erweitert: — im 1./2. Schuljahr bis 100 — im 3./4. Schuljahr bis zur Million. Die Kinder lernen und entwickeln dabei — das Aufsagen der Zahlwortreihe vorwärts und rückwärts — das Schreiben und Lesen von Zahlen in Ziffern und Worten — das Darstellen von Zahlen im Zahlenband und Zahlenstrahl — das Vergleichen und Ordnen von Zahlen und die Zeichen für "ist kleiner als", "ist größer als", "gleich" — die verschiedenen Aspekte und Verwendungsmöglichkeiten von Zahlen (Kardinalzahl, Ordinalzahl, Codierungszahl, Operatorzahl, Maßzahl) — das Bündeln von Gegenständen und den Aufbau des dekadischen Stellenwertsystems — die Zahleigenschaften wie gerade, ungerade, teilbar — Zahlbeziehungen wie Vorgänger, Nachfolger, kleiner als, teilbar durch, das Doppelte von, Nachbarzehner, Nachbarhunderter — das Runden von Zahlen und das Darstellen in und das Lesen von Tabellen und Schaubildern — Größenvorstellungen von Mengen und Zahlen.
Addieren und Subtrahieren
Im 1./2. Schuljahr lernen die Kinder — die additiven Grundrechenarten verstehen — das "1+ 1" zunächst handelnd, dann gedächtnismäßig im Zahlenraum bis 100 — das Lesen und Darstellen der Grundaufgaben in Gleichungsform und Operatordarstellung mit den Symbolen +, -, = und mit Operatorpfeil sowie die ensprechenden Sprechweisen — komplexe Aufgaben in Teilschritte aufzulösen und übersichtlich darzustellen (halbschriftliches Rechnen). Im 3./4. Schuljahr lernen die Kinder — die erworbenen Grundkenntnisse und Fertigkeiten im erweiterten Zahlenraum anzuwenden und auszubauen, insbesondere mit Hilfe von Analogieschlüssen — die schriftlichen Rechenverfahren für die Addition und die Subtraktion, zunächst mit zwei Summanden und mit einem Subtrahenden, dann mit mehreren Zahlen zu runden und Ergebnisse abzuschätzen und durch Proberechnungen zu überprüfen — die Anwendung der Rechenverfahren zur Bewältigung von Alltagsproblemen.
Multiplizieren und Dividieren
Im 2. Schuljahr lernen die Kinder — die arithmetischen Operationen der Multiplikation und der Division mit den entsprechenden Gleichungs- und Operatorschreibweisen sowie den Operationszeichen für "mal" und "geteilt durch", auch das Dividieren mit Rest. Im 3. und 4. Schuljahr lernen die Mädchen und Jungen — die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten im erweiterten Zahlenraum und bei der Lösung von Alltagsproblemen anzuwenden — komplexe Aufgaben in Teilschritte aufzulösen und übersichtlich darzustellen (halbschriftliches Rechnen) — die schriftlichen Rechenverfahren für das Multiplizieren und Dividieren (im 4. Schuljahr) mit Abschätzen der Ergebnisse, Überschlags- und Kontrollrechnungen — das Anwenden aller Rechenverfahren zur Lösung von Alltagsproblemen.
Geld
Die Kinder sollen die Sorten und den Wert von Münzen und Geldscheinen kennen, sie einwechseln sowie Geldbeträge bestimmen und darstellen können; — im 1./2. Schuljahr bis 100 DM — im 3./4. Schuljahr bis mindestens 1000 DM. Das Rechnen mit Geldbeträgen sollte entsprechende arithmetische Operationen vertiefen bzw. verdeutlichen. Münzen und Geldscheine bieten gute Möglichkeiten zur Erweiterung des Zahlenraumes. Die Kinder sollen in realistischen Situationen — im 1./2. Schuljahr mit ganzen Beträgen — im 3./4. Schuljahr in Kommaschreibweise und unterschiedlichen Formen rechnen können und realistische Preisvorstellungen entwickeln.
Längen
Die Kinder sollen Gegenstände im direkten Vergleich hinsichtlich ihrer Länge (Höhe, Breite, Tiefe) vergleichen und ordnen, Größenvorstellungen im Bereich Längen erwerben, die Längeneinheiten sowie deren Abkürzungen kennen und mit Längenangaben rechnen können: — im 1./2. Schuljahr mit Meter und Zentimeter (m, cm) — im 3./4. Schuljahr auch mit Kilometer und Millimeter (km, mm). Sie sollen mit den Längenangaben sicher umgehen können und Längen und Strecken schätzen, messen und zeichnen sowie sich typische Gegenstände von bestimmter Länge (Breite, Höhe, Tiefe) einprägen: — im 1./2. Schuljahr im Maß von 1 m, 1 cm — im 3./4. Schuljahr im Maß von ungefähr 10 m, 100 m, 1 km. Am Ende der Grundschulzeit kennen die Kinder die Beziehung zwischen den Längeneinheiten (km und m, m und cm, cm und mm) und können Umwandlungen durchführen. Sie können Längenangaben in unterschiedlicher Form aufschreiben (Kommaschreibweise bei m und cm), können Bruchteile des Meters angeben (1/4 m, 1/2 m, 3/4 m) und anhand von Entfernungstabellen oder Landkarten mit Längenmaßen rechnen. Sie können einfache Grundrisse deuten und die wirkliche Länge einer im Maßstab gezeichneten Strecke bestimmen.
Zeit
Im 1./2. Schuljahr sollen die Kinder die Zeiteinheiten Tag, Woche, Monat, Jahr und deren Zusammenhänge kennen und das Datum lesen und schreiben. Sie sollen in der Lage sein, die Uhrzeiten abzulesen, einzustellen und zu notieren: - im 1./2. Schuljahr bis auf volle 5 Minuten - im 3./4. Schuljahr auf die Minute genau. Im 3./4. Schuljahr sollen die Kinder sichere Kenntnisse und Größenvorstellungen im Umgang mit Zeitpunkt und Zeitspanne erwerben: Bruchteile von Stunden bestimmen (Viertelstunde, halbe Stunde, Dreiviertelstunde), die Zeiteinheit Sekunde sowie die Abkürzungen s, min, h kennen, kurze Zeitspannen in Sekunden messen, den Zusammmenhang zwischen Minute und Sekunde kennen, Zeitspannen ermitteln (Stunden und Minuten, Anzahl von Tagen), Angaben von Zeitspannen umwandeln in benachbarte Zeiteinheiten.
Gewichte
Am Ende der Grundschulzeit kennen die Kinder die Gewichtseinheiten und ihre Beziehung untereinander, sie haben Größenvorstellungen entwickelt und können mit Gewichten in Sachsituationen rechnen. Sie kennen die Einheiten Gramm, Kilogramm, Tonne und ihre Abkürzungen (g, kg, t) und können mit Gewichten rechnen. Sie können das Gewicht von Gegenständen schätzen und wiegen.
Hohlmaße
Am Ende der Grundschulzeit haben Kinder sichere Kenntnisse und Größenvorstellungen im Bereich Volumina und kennen die Maßeinheiten Liter und Milliliter, deren Abkürzungen (l, ml) sowie ihre Beziehungen zueinander. Sie können das Fassungsvermögen von Gefäßen schätzen und messen.
Lagebeziehungen
Die Kinder entwickeln ihr räumliches Wahrnehmungs- und Vorstellungsvermögen und nutzen es zur Orientierung. Sie sollen zunehmend räumliche Beziehungen in der Umwelt erkennen, ausführlich und genau beschreiben sowie nach Beschreibungen und zeichnerischen Darstellungen Wege finden können. Im 3./4. Schuljahr lernen sie die Lagebeziehungen "parallel", "lotrecht", "waagerecht", "senkrecht zu..." kennen und verwenden. Am Ende der Grundschulzeit sollen sie Veränderungen im Raum in Gedanken vorwegnehmen und sich vorstellen können.
Eigenschaften von Gegenständen; geometrische Figuren und Körper
Die Kinder sollen einfache geometrische Körper bauen, Eigenschaften an Gegenständen ihrer Umwelt erkennen und benennen, Gegenstände und Figuren nach ihren Eigenschaften gruppieren und Oberbegriffe für die Gruppen finden können. Sie sollen — im 1./2. Schuljahr die geometrischen Grundformen, Dreieck, Quadrat, Rechteck, Kreis, Würfel, Quader, Rundsäule und Kugel und — im 3./4. Schuljahr auch die geometrischen Begriffe Punkt, Seite, (Seitenlinie), Seitenlänge, Winkel, Fläche, Ecke und Kante kennenlernen und verwenden. Am Ende der Grundschulzeit können die Kinder Modelle und Netze von Würfeln und Quadern herstellen.
Muster, Ornamente, Achsensymmetrie
Die Kinder sollen in ihrer Umwelt Muster und Ornamente erkennen und beschreiben sowie selbst Muster und Ornamente herstellen können. Sie sollen achsensymmetrische Figuren erkennen und herstellen und die Symmetrieachsen in Figuren einzeichnen können.
Fläche und Umfang von Figuren
Die Kinder sollen zunehmend komplexere geometrische Figuren mit Stäbchen legen (Umriß) und mit Formenplättchen auslegen können (Fläche). Im 3./4. Schuljahr sollen die Kinder vorher die Anzahl der zum Auslegen benötigten Quadrate oder Dreiecke und den Umfang von Quadrat, Rechteck und Dreieck bestimmen können.
Umgang mit Zeichengeräten
Im 1./2. Schuljahr sollen die Kinder einfache Figuren mit Schablonen und Lineal zeichnen können. Im 3./4. Schuljahr sollen sie mit Lineal und Geodreieck sachgerecht umgehen und Geraden, Strahlen, rechte Winkel und parallele Linien zeichnen. Sie sollen Strecken zeichnen und ausmessen sowie Kreise mit Hilfe geeigneter Gegenstände zeichnen können.
2.3 Die Themen
Im Mittelpunkt des Unterrichts steht das Erlernen und Ausgestalten von Liedern. Durch Gestaltung von Liedern in Verbindung mit Spiel, Bewegung und instrumentaler Begleitung soll die Freude am Singen gefördert und die musikalische Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit weiterentwickelt werden. Den Kindern werden die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Stimme bewußt gemacht und durch Laut- und Sprachexperimente erweitert . Im spielerischen Umgang mit Stimme und Sprache, durch Klangimitationen, rhythmisches und melodisches Gestalten von Wörtern, Reimen und kurzen Texten oder durch Verfremdung von Sprache gewinnen die Kinder eine Fülle von musikalischen Anregungen und Erfahrungen . Bei der Stimmpflege sollte auf lockeres, entkrampftes Singen, variierende Tonlage und gute Artikulation geachtet werden. Die Kinder lernen, ausgehend von eigenen stimmlichen Erfahrungen, die Stimmen anderer Menschen kennen: Kinder- und Erwachsenenstimmen, hohe und tiefe Stimmen, Frauenund Männerstimmen (Stimmlagen). Sie werden, auch anhand von Beispielen aus der Musikliteratur, mit unterschiedlichen Chorbesetzungen vertraut gemacht.
Durch das Herstellen von Einfachinstrumenten lernen die Kinder die elementaren akustischen und musikalischen Gesetzmäßigkeiten der Tonerzeugung kennen. Sie erproben dabei traditionelle und ungewohnte Spielweisen und wenden diese bei Klanggeschichten und Liedbegleitungen an.
Die Kinder sollen vielerlei Musikinstrumente kennenlernen. Mit der Unterstützung von älteren Kindern, Lehrern oder Eltern wird eine möglichst originale Begegnung mit diesen Instrumenten angestrebt. Es werden typische Beispiele aus der Musikliteratur gehört. Eine Differenzierung des Hörens wird durch die Behandlung von exemplarischen Instrumenten in unterschiedlichen musikalischen Besetzungen erreicht. Die Kinder erfahren akustische und musikalische Gesetzmäßigkeiten auf elementare Weise durch handelnden Umgang und leiten sie daraus ab. Der Wunsch, ein Musikinstrument zu erlernen, sollte unterstützt werden.
Den Kindern sind Geschichten, Märchen, Abzählreime und Hörspiele vertraut. Im Musikunterricht verklanglichen sie diese Texte sowohl mit der Stimme als auch mit Elementarinstrumenten . Dabei erleben und erfahren sie die Wechselwirkung von Musik und Sprache, wie Musik und Sprache sich ergänzen und ihre Wirkungen sich vertiefen. Die Kinder hören in programmatischer Musik dargestellte Naturerscheinungen, z. B. Wind, Sturm oder Gewitter, heraus und lassen sich zu eigenen Gestaltungsversuchen mit Elementarinstrumenten anregen . Dabei denken sie über mögliche musikalische Gestaltungsmittel nach und setzen diese bewußt ein.
Die Kinder singen und musizieren verschiedenartige Lieder und Instrumentalstücke aus dem Tages- und Jahreskreis und zu kirchlichen und weltlichen Festen . Sie erleben den Ausdruckscharakter dieser Lieder und heben ihn durch Nachdenken darüber ins Bewußtsein .
Die Kinder erleben, daß Musik Stimmungen und Gefühle ausdrücken kann. Durch Hören entsprechender Beispiele entdecken sie die von der Musik ausgelösten Emotionen, sprechen darüber und malen dazu . Durch Gestaltungsversuche bringen sie ihre eigenen Gefühle und Stimmungen in einer bestimmten Situation musikalisch zum Ausdruck.
Im Umgang mit Liedern, beim Musizieren und durch die Beschäftigung mit Hörbeispielen aus unterschiedlichen Bereichen entwickeln die Kinder die Fähigkeit zur Unterscheidung von Lautstärken und erfahren diese als ein Gestaltungsmittel in der Musik.
Über vielfältige musikbezogene Tätigkeiten beim Umgang mit Klangexperimenten, Sprechstücken, Liedern und Instrumentalstücken entwickeln die Kinder die Fähigkeit, die Elemente Tempo, Metrum, Rhythmus und Takt zu unterscheiden. Sie erfahren, daß diese als wichtige Gestaltungsmittel beim Erfinden von Musik gelten. Die Kinder sollen dabei behutsam und im Zusammenhang mit klingender Musik in die Fachsprache eingeführt werden.
Durch den Umgang mit Elementarinstrumenten und beim Erlernen von Liedern erfahren die Kinder, daß es in der Musik hohe und tiefe Klänge gibt, daß sich Melodien in Schritten und Sprüngen bewegen und Töne unterschiedlicher Höhe auf sehr verschiedene Weise zusammenklingen können. Mit Hilfe von geeignetem Material erkennen sie, daß sich verschieden hohe Töne in einer Reihe ordnen lassen und erwerben so auch wichtige Grundlagen für den Bereich Notation.
Die Kinder entdecken und untersuchen Formverläufe und musikalische Gliederungen an ausgewählten Beispielen. Sie erfahren dabei, daß Musik gegliedert ist und aus mehreren Teilen bestehen kann. Damit werden sie befähigt, Strukturen und Zusammenhänge zu erfassen. Die Hörerfahrungen sollen in Wechselbeziehung zu eigenen Gestaltungsversuchen - z. B. bei Tänzen - stehen.
Die Kinder entdecken verschiedenartige Gestaltungsmittel der Musik und lernen dabei Musik aus unterschiedlichen Epochen, Ländern, Gattungen und Funktionsbereichen kennen. Durch Singen und Spielen von Liedern und Hören und Musizieren einfacher Stücke lernen sie die Prinzipien der Wiederholung, des Gegensatzes und der Veränderung kennen und gehen handelnd mit ihnen um. Diese Prinzipien können sich auf Tempo, Tondauer, Lautstärke, Klangfarbe oder Tonhöhe beziehen.
Notenbilder veranschaulichen Kindern Höreindrücke, erleichtern Absprachen für das Musizieren, machen Klangabläufe wiederholbar und verdeutlichen musikalische Strukturen. Die Kinder fügen selbst erfundene und übernommene Zeichen in ein Ordnungssystem ein, wobei für die Tondauer die Waagerechte und für die Tonhöhe bzw. Klangfarbe die Senkrechte verwendet wird. Die Kinder lernen, die Zeichen einerseits als ein Mittel zur Darstellung avantgardistischer Musik zu begreifen und andererseits, diese Zeichen allmählich in die traditonelle Notenschrift zu überführen.
Die Kinder begreifen die Einführung in die traditionelle Notation als eine Hilfe zum Musizieren, gerade auch in der Gruppe. Sie lernen die Zeichen für Tonhöhen, aber auch für Tondauer und Lautstärke kennen und wenden sie in musikpraktischem Umgang mit Liedern, Musizierstücken und Hörwerken an.
Durch die Beschäftigung mit Leben und Werk bedeutender Komponisten oder Komponistinnen aus unterschiedlichen Epochen entwickeln die Kinder Verständnis für die in der Vergangenheit geschaffene Musik. Zugleich wird die eigene Gegenwart als eine geschichtliche Epoche begriffen, die auf Vergangenem aufbaut.
Beim Hören und Singen von Liedern finden die Kinder nicht nur bekannte Formen und Strukturen wieder, sondern sie erfahren auch etwas über die Entstehungszeit der Lieder, den Anlaß, bei dem sie gesungen wurden, und über die Menschen, die sie hörten oder sangen. Alte und neue Lieder sollen in einen komplexen Zusammenhang gestellt werden, um den Kindern bewußt zu machen, daß Menschen seit frühesten Zeiten Musik mit Sprache zu Liedern verbunden haben und auf diese Weise ihrem Lebensgefühl Ausdruck gaben, ihre Arbeitsabläufe begleiteten oder Geschichte(n) weitererzählten.
2.1.1 Spielen
Innerhalb dieses Handlungsbereichs gewinnen die Mädchen und Jungen im zweckfreien wie auch im gebundenen Spielen Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Spielgeräten. Dabei entwickeln sie die Fähigkeit, mit Partnerinnen/ Partnern und in Gruppen zusammen zu spielen und sich fair zu verhalten. Sie erwerben Grundtechniken im Umgang mit dem Ball (Werfen, Fangen, Rollen, Prellen, Schießen, Führen, Schlagen) und lernen, Spieltaktik und -technik angemessen einzusetzen. Dadurch werden sie befähigt, an Gruppen- und Mannschaftsspielen teilzunehmen, und erwerben so ein breites Spielerepertoire.
2.1.2 Turnen
Innerhalb dieses Handlungsbereichs erproben und erweitern die Mädchen und Jungen ihr Bewegungskönnen an verschiedenen Spiel- und Klettergeräten und an den Turngeräten der Halle. Sie wenden die Grundtechniken der Alltagsmotorik Klimmen, Klettern, Steigen, Balancieren, Rollen, Laufen und Springen, Stützen und Schwingen in spielerischen Situationen an. Im Bereich der Bewegungsformen Rollen, Laufen und Springen, Stützen und Schwingen, bewältigen sie zunehmend auch einfache Bewegungsaufgaben und erwerben erste turnerische Kunstfertigkeiten. Dabei lernen sie, bei der Durchführung von Bewegungsaufgaben einander zu sichern und zu helfen.
In diesem Handlungsbereich erproben und erweitern die Mädchen und Jungen ihre körperliche Ausdrucksfähigkeit in frei gestalteten wie auch gebundenen rhythmischen Bewegungsabläufen. In offenen Bewegungssituationen und im kreativen Umgang mit unterschiedlichen Materialien, Kleingeräten und Handgeräten machen sie ästhetische Erfahrungen und lernen unterschiedliche Bewegungselemente und Grundbewegungsformen kennen. In der Verbindung von Bewegung und Musik gestalten und kombinieren die Kinder variantenreich verschiedene rhythmische Bewegungselemente und setzen sie in Spielliedern, Tanzspielen und Tänzen um. Dabei lernen sie verschiedene Fassungen, Aufstellungen, Figuren und Bewegungsformen kennen.
Innerhalb dieses Handlungsbereichs erproben und erweitern die Mädchen und Jungen in vielfältigen Spiel- und Übungssituationen ihr Bewegungskönnen im Laufen, Springen und Werfen. Dabei verbessern sie ihre motorischen Grundeigenschaften (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Bewegungskoordination). Sie erkennen zunehmend die Bedeutung bestimmter Lauf-, Sprung- und Wurftechniken (Atemtechnik, Arm-Bein-Koordination, Körperhaltung) zur Leistungssteigerung und wenden sie in Grobformen (des Hoch- und Tiefstarts, des Schrittweit- und Schersprungs und des Schlagwurfs) an.
Innerhalb dieses Handlungsbereichs erproben die Mädchen und Jungen im spielerischen, experimentierenden und angeleiteten Umgang die Möglichkeiten der Fortbewegung mit Roll-, Gleit- und Fahrgeräten. Dabei verbessern sie ihr Gefühl für Balance und Gleichgewicht, erweitern ihre koordinativen Fähigkeiten und entwickeln neue Bewegungsfertigkeiten. Neben den Fähigkeiten des Rollens, Gleitens und Fahrens gehören auch solche des Lenkens, Steuerns und Transportierens dazu.
Für den Handlungsbereich Schwimmen bilden drei unterschiedliche Anforderungsniveaus die Grundlage für die Zielsetzungen. Unter Berücksichtigung der jeweiligen zeitlichen und räumlichen Bedingungen sowie der individuellen Voraussetzungen der Mädchen und Jungen ist das vorhandene Niveau auszubauen bzw. das jeweils nächsthöhere Niveau anzustreben. Zu den Zielen des Schwimmunterrichts gehört auch die Kenntnis der wichtigsten Baderegeln.
Wahrnehmung und Experiment
Die Sensibilisierung und Differenzierung der sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit ist die Grundlage der ästhetischen Bildung. Sie umfaßt die Entfaltung und das bewußte Erleben der verschiedenen Sinne (Sehen, Hören, Tasten, Schmecken, Riechen), die Erfahrung des Zusammenspiels verschiedener sinnlicher Fähigkeiten in aktiver Wahrnehmungstätigkeit und den Gebrauch dieser Sinne zur Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit - sowohl der gegenständlichen wie der durch Bilder und Medien vermittelten Wirklichkeit. Die Fähigkeit, Bilder zu "lesen" und ihre Bedeutung und ihre Wirkung zu verstehen, muß ebenso gelernt und geübt werden wie das Lesen und Verstehen von Texten. Im erkundenden und erprobenden Umgang mit Stoffen, Materialien, Gegenständen aus unterschiedlichen Inhaltsbereichen erfahren Kinder sowohl etwas über die Funktion als auch über die sinnliche Qualität der Dinge, sie "begreifen" ihre Umwelt im wörtlichen Sinne. Das nicht produktorientierte, spielerische Experimentieren, das "Denken" mit den Händen sollte daher nicht nur zur Beginn einer neuen Unterrichtseinheit gefördert werden.
Zeichnen
Zu Beginn der Grundschule verfügen Kinder in der Regel bereits über ein reichhaltiges Zeichenrepertoire zur Darstellung von Menschen, verschiedenen Tieren und Pflanzen, von räumlichen und technischen Zusammenhängen. Die Entwicklung dieser Bildsprache der Kinder weist bestimmte Gesetzmäßigkeiten auf. Es gibt jedoch keine allgemeine Norm, in welchem Alter welche Entwicklungsstufen auftreten. Lehrerinnen und Lehrer sollten aber mit diesen entwicklungsbedingten Ausdrucksmöglichkeiten vertraut sein, um sie richtig "lesen" zu können und sie angemessen zu beurteilen. Ein Vorzeichnen oder korrigierendes Hineinzeichnen in die Blätter verbietet sich schon aus diesem Grund. Alle Kinder sollen auf der Grundlage ihres je individuellen Entwicklungstandes während der Grundschulzeit ihre Zeichenfähigkeit differenzieren und erweitern. Das betrifft sowohl die Binnenstruktur der einzelnen Bildzeichen als auch die Gestaltung der Bildfläche und des Bildraumes. Insbesondere die Darstellung räumlicher Beziehungen (oben-unten, vorn-hinten, Überdeckung, Überschneidung) und von Bewegungen und Interaktionen sollte gezielt erkundet werden. Auch die Herstellung grafischer Strukturen mit Punkt, Linie und Fläche kann die bewußte Gestaltung fördern. Die Zeichnung ist einerseits ein einfaches bildnerisches Mittel zur Auseinandersetzung mit der Realität, zum anderen jedoch auch geeignet zum Ausdruck von Phantasie und subjektiven Vorstellungen. Das Zeichnen sollte daher einerseits die zunehmende Orientierung an der Wirklichkeit fördern und die genaue Beobachtung und Detailfreude unterstützen. Zugleich sollten jedoch auch immer phantastische und dekorative Aufgaben die spontane Gestaltungsfreude anregen. Verschiedene Zeichenmaterialien können zur genauen Beobachtung und präzisen Darstellung beitragen (Bleistifte, Buntstifte, Füllhalter, Filzstifte, Kugelschreiber) oder zu freierem Umgang mit Linie und Fläche anregen (Grafitstifte, Kohle, Tusche, Kreide). Durch ungewohnte Zeichenmaterialien und Geräte und das Mischen mit anderen Techniken (Collage, Montage, Stempeln, Drucken) kann auch der Verfestigung von Bildklischees entgegengewirkt werden.
Malen
Nicht alle Kinder hatten in der Vorschulzeit schon ausreichend Gelegenheit, mit Farben spielerisch zu hantieren und ihre Wirkungsmöglichkeiten zu erproben. Die Grundschule sollte daher zunächst allen das Erkunden verschiedener Farben und Malwerkzeuge ermöglichen. Im Umgang mit verschiedenen Materialien (Bunt- und Filzstifte, Wachsfarbstifte, Kreiden, Fingerfarben, Malkasten und verschiedene Malpinsel) sollen Erfahrungen mit unterschiedlichen Farbspuren und unterschiedlichem Farbauftrag (deckend, naß) gemacht werden. Oft übt das Farbmaterial auf Kinder einen so starken Reiz aus, daß dahinter gegenständliche Darstellungsinteressen zurücktreten. Beim Malen entwickeln Kinder unterschiedliche Malverfahren: Häufig beginnen sie mit dem Anmalen von Gegenständen, Spielzeugen oder auch dem eigenen Körper. Schon im Vorschulalter findet man das Malen mit linearer Vorzeichnung. Die Formen werden mit Pinsel oder Stift vorgezeichnet und anschließend mit Farbe ausgefüllt. Beim Malen aus dem Farbfleck zeichnet das Kind dagegen nicht vor, sondern entwickelt die Form unmittelbar aus dem Farbfleck heraus. Man könnte dies als das Malen im eigentlichen Sinne bezeichnen, da es der künstlerischen Malweise entspricht. In der Grundschule haben jedoch je nach Aufgabe alle Malverfahren ihren Platz, bei denen Farbe als bildnerisches Ausdrucksmittel Anwendung findet. Solche Verfahren sind z. B. Malen auf Flächen, auf Gegenständen und in Räumen; Klecksen, Abklatschen, Wischen, Spachteln, Walzen. Im Verlauf der Grundschule sollen die Mädchen und Jungen verschiedene Farben anrühren, mischen, ordnen, gruppieren und differenziert benennen können. Sie sollen das Mischen von Grundfarben üben, reine Farben hellen, trüben, dunkeln und die Wirkung von Farben untersuchen und beschreiben. Sie sollen die Ausdruckskraft der Farbe als Träger von Stimmungen und Gefühlen erfahren und Farbkontraste und deren Wirkungen erproben. Verschiedenfarbige oder schwarze Kartons als Malgrund unterstützen sie bei diesen Erfahrungen.
Schrift und Schreiben
Wenn Kinder in der Grundschule die Kunst des Schreibens lernen, so erwerben sie damit eine für unsere Kultur grundlegende Qualifikation. Schreiben lernen ist jedoch nicht nur eine zentrale Aufgabe des Deutschunterrichts, sondern auch ein wichtiger Teilbereich ästhetischer Erziehung. Fachübergreifend und fächerverbindend steht im Kunstunterricht die ästhetische Seite von Schrift und Schreiben im Vordergrund. Der ästhetische, gestaltende Umgang mit der Schrift kann wesentlich dazu beitragen, daß die Lust am Schreiben geweckt wird und im oft mühsamen Prozeß des Schriftspracherwerbs auch erhalten bleibt, denn der kreative künstlerische Umgang mit Buchstaben, Wörtern und Texten eröffnet Kindern eine eigenständige Dimension des Erlebens von Schrift. Wenn die Schrift parallel zum Schreibunterricht auch als eigenständiges Ausdrucksmittel verstanden wird, eröffnen sich vielfältige Arbeitsmöglichkeiten: Je nach Absicht kann man verschiedene Schriftarten verwenden. Die Schrift kann dem eigenen Geschmack entsprechend gestaltet werden. Buchstaben, Wörter und Texte können zu Bildern komponiert werden. Der Umgang mit verschiedenen Materialien und Techniken kann immer wieder neue Anreize schaffen, sich mit der Schriftgestaltung auseinanderzusetzen und so eine eigene Schriftkultur zu entwickeln.
Drucken
Das Drucken steht - auch historisch - in großer Nähe zum Arbeitsbereich Schrift und Schriftgestaltung. Diese enge Verbindung von Text und Bild und von verschiedenen Vervielfältigungstechniken sollten für die Grundschule in allen Klassenstufen genutzt werden. Im Gegensatz zum Zeichnen und Malen und auch zum Schreiben ist das Drucken ein indirektes Verfahren: Man muß zunächst einen Druckstock herstellen, der dann - seitenverkehrt - auf einem geeigneten Untergrund das seitenverkehrte Druckbild ergibt. Dieser Prozeß der Umsetzung ist nur bedingt kontrollierbar und korrigierbar, dafür kann man ihn vielfach wiederholen. Diese Besonderheiten des relativ komplizierten und unsicheren Verfahrens machen es zugleich spannend und überraschend. Frottagen, Materialdrucke, Stempeldrucke und Monotypien sind gut geeignet für einen ersten experimentellen Umgang mit der Technik des Druckens. Kartoffeldruck, Kartondruck, Schablonendruck, Linoldruck, aber auch Kaltnadelradierung (in PVC-Folie) sind in der Grundschule möglich. Allerdings sollte sich das Drucken im Fach Kunst nicht auf das Erlernen und Einüben von Techniken beschränken. Vielmehr sollten die besonderen Möglichkeiten und Wirkungen verschiedener Drucktechniken in ihrer spezifischen Funktion erfahren werden, um z. B. Einladungen, Plakate, Kalender oder sogar ganze Bilderbücher selbst herzustellen.
Collage und Montage
Die Collage (von frz. coller = kleben) wurde als künstlerisches Verfahren erst zu Beginn dieses Jahrhunderts entwickelt und dreidimensional zur Montage von Objekten erweitert. Durch die experimentelle Umgestaltung kann aus vorhandenen Bildern und Materialien ein neuer Bedeutungszusammenhang entstehen. Als Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit vorgefundenen Bildelementen und Materialien wurde das Prinzip der Collage und der Montage in den Kunstunterricht aufgenommen. Dabei geht es jedoch nicht um die möglichst rasche Herstellung von relativ zufälligen Klebebildern und Bastelobjekten. Schon das Suchen, Sammeln, Sortieren und Auswählen des Arbeitsmaterials sollte gezielt sowohl inhaltliche als auch formale Aspekte berücksichtigen. Ausgeschnittene oder ausgerissene Bildteile sollten in einem reflektierten Prozeß des spielerischen und probierenden Umgangs durch Verschieben, Verändern und Austauschen auf ihre Wirkung überprüft werden. Das Kleben der Collage bildet erst den Abschluß dieser Auseinandersetzung.
Textiles Gestalten
Das Herstellen und Gestalten von textilen Materialien gehört zu den ältesten Kulturtechniken. Neben der industriellen Produktion behaupten sich die handwerklichen Verfahren der Herstellung und der Gestaltung von textilen Stoffen heute vor allem im Freizeitbereich. Die ökologische Bedeutung des Wissens und des handwerklichen Umgangs mit diesen Stoffen wird zunehmend erkannt. "Handarbeit" als sinnvolle, befriedigende Arbeit mit den eigenen Händen entspricht dem kindlichen Bedürfnis nach praktischer Tätigkeit. Nicht zuletzt können hier geschlechtsspezifische Rollenerwartungen konkret "bearbeitet" und im koedukativen Unterricht abgebaut werden. Schon in der Grundschule sollten daher alle Kinder mit den grundlegenden textilen Techniken und Materialien erste Erfahrungen machen. Dabei sollte jedoch der Spaß am Erlernen neuer Arbeitsformen wie Weben, Nähen, Häkeln, Stricken, Sticken, Färben Vorrang vor der technischen Beherrschung erhalten. Daher sollten auch bei der Herstellung von Gebrauchsund Spielgegenständen (z. B. Taschen, Puppen, Kleidungsstücke) die Aufgaben so gestellt sein, daß die individuelle Gestaltung wichtiger ist als die gleichmäßige technische Herstellung.
Plastisches Gestalten
Ebenso wie das Zeichnen gehört plastisches Gestalten zu den grundlegenden kindlichen Ausdrucksformen, denen im vorschulischen Bereich mit Materialien wie Sand, Knete, Bauklötzen u.ä. auch breiter Raum gegeben wird. Während die Kinderzeichnung in ihrer Beschränkung auf die Fläche schon eine Abstraktionsleistung darstellt, schließt das dreidimensionale Formen und Bauen unmittelbar an die körperliche Tasterfahrung an. Im Matschen, Kneten, Modellieren von Sand, Ton oder Pappmaschee können sinnlich-haptische Bedürfnisse der Kinder nach unmittelbarer Berührung lustvoll ausgelebt werden. Einfache Formen werden entweder aus einem Materialklumpen durch pressen, drücken, ziehen, ritzen plastisch herausgearbeitet oder durch additiven Aufbau modelliert. Sowohl Vollplastiken (Tiere, Menschen) und Reliefs als auch Hohlformen (Gefäße, Köpfe, Masken) sollten mit verschiedenen Werkstoffen hergestellt werden. Materialien wie Pappe, Papier, Holz oder Metall sprechen eher die konstruktiven Fähigkeiten der Kinder an. Problemorientiert sollten sie hier "handgreiflich" verschiedene Materialien erproben und auf ihre konstruktiven Möglichkeiten untersuchen können. Dabei sind die Grenzen zwischen dem Formen und dem Bauen fließend. Beim Bauen werden Einzelelemente aus vorgefundenen oder vorgefertigten Materialien additiv aneinandergefügt. Je nach Themenstellung kann spielerisches Erproben eigener Lösungen und Kombinationen oder planvolles Werken zur fachgerechten Herstellung von Spielzeug oder Gebrauchsgegenständen im Vordergrund stehen. Leider kommt plastisches Gestalten bisher im Kunstunterricht der Grundschule zu kurz, da es u.a. aufwendigere Vorbereitung, Materialbeschaffung, Aufräumarbeiten und Lagerung der Arbeitsergebnisse erfordert. Teilung der Klasse (wie im Werkunterricht) und binnendifferenzierende Kleingruppen müssen hier verstärkt genutzt werden. Je vertrauter und geübter die Mädchen und Jungen schon vom ersten Schuljahr an im Umgang mit verschiedenen Werkzeugen, Werkstoffen und Techniken sind, um so selbständiger können sie neue Aufgaben im plastischen Bereich bearbeiten.
Darstellendes Spiel und Aktion
In diesem Bereich der ästhetischen Erziehung wird der ganze Körper als Ausdrucks- und Gestaltungsmittel eingesetzt: szenisches Spiel mit Masken, Puppen, Körperschatten oder Schattenfiguren, Verkleidungs-, Schmink- oder Malaktionen können vielfältige bildnerische Aktivitäten fächerübergreifend mit Musik, Bewegung und Sprache verbinden. Ausgehend von den kindlichen Bedürfnissen, sich zu schmücken, zu verkleiden, durch Schminke oder Maske zu verwandeln, können spielerische Prozesse entwickelt werden, die sowohl improvisierte als auch inszenierte Elemente enthalten. Mit zunehmender Erfahrung im Verlauf der Grundschule wird das gemeinsame Spiel innerhalb der Klasse erweitert zum Darstellenden Spiel, das zur Aufführung vor einem Publikum vorbereitet wird. Für die sozialen Beziehungen in der Klasse wie für das gesamte "Schulleben" kommt diesem Bereich des Spiels und der Aktion besondere Bedeutung zu (s. hierzu auch Teil C
Umgang mit Kunst
In der Grundschule hat die Erziehung durch Kunst, d.h. durch künstlerische Ausdrucksmittel selbst zu gestalten, traditionell Vorrang vor der Erziehung zur Kunst, d.h. zur Auseinandersetzung mit Kunstwerken verschiedener Epochen und Künstler. Dennoch sollten auch in der Grundschule nach Möglichkeit bei jedem Thema Bezüge zu Kunstwerken oder zu anderen ästhetischen Gestaltungen direkt hergestellt werden, um den kulturellen Kontext sinnlich präsent zu machen. Eine inhaltlich nicht eingebundene Kunstbetrachtung kann durch außerschulische Lernsituationen wie ein Museums- oder Ausstellungsbesuch motiviert sein. In der Regel sollte jedoch die Auseinandersetzung mit Kunst oder anderen Gestaltungsmedien in der Grundschule immer in Verbindung zu der eigenen Gestaltungspraxis der Kinder stehen, so daß sie entweder zum Inhalt oder zu den spezifischen künstlerischen Mitteln einen eigenen Bezug herstellen und ihren eigenen Sachverstand entwikkeln können. Damit ist auch gesichert, daß sowohl eine eingehende sachbezogene Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk erfolgt als auch subjektiver Deutungsspielraum erhalten bleibt. Sowohl historische Kunstwerke als auch zeigenössische Kunst können durch ungewohnte und unkonventionelle Darstellungen dazu beitragen, daß klischeehafte medienvermittelte Sichtweisen in Frage gestellt und Alternativen dazu sichtbar werden.
Ziele der Begegnung
sprachliche und kulturelle Erfahrungen erweitern und vertiefen
die Begegnung mit anderen Vorstellungen und Lebensformen ermöglichen
Interesse und Verständnis gegenüber anderen Sprachen und Kulturen sowie für Lebensgewohnheiten in anderen Ländern entwickeln
Freude am Umgang mit anderen Sprachen wecken und die sprachliche Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit fördern
Verbindlicher Handlungsbereich
Sprachliche Vielfalt entdecken
Anderen Sprachen und Kulturen begegnen
In zweisprachigen Situationen handeln
Ziele der Einführung
zu elementarer mündlicher Verständigung in Alltagssituationen
zum genauen Hören, Wiedergeben und Unterscheiden charakteristischer fremder Laute bzw. Lautfolgen
zum Verstehen einfacher Texte und Textsorten
zum Lesen von Einkaufslisten, Etiketten, Bildunterschriften, Anweisungen, Comics
zum Schreiben kurzer Texte in situativem Bezug
Hörverstehen
typische Laute, Lautfolgen und Intonationsmuster der Fremdsprache richtig zu erfassen und zu unterscheiden
einfache Äußerungen der Lehrerin/ des Lehrers oder anderer Sprecher zu verstehen, diesen Äußerungen Informationen zu entnehmen und darauf richtig zu reagieren
unterschiedliche Intonationen und verschiedene Emotionen in Äußerungen mit gleichen Redemitteln zu erkennen
einfache kurze Hörverstehenstexte, die an thematisch Bekanntes anschließen, ganzheitlich zu erfassen
Sprechen
typische Laute, Lautfolgen und Intonationsmuster mit zunehmender Korrektheit nachzusprechen und anzuwenden
auf Impulse sprachlich richtig zu reagieren
Fragen und Aussagen im Rahmen der erarbeiteten Redeabsichten und Themen zu formulieren und sich auch spontan zu äußern
verschiedene Emotionen durch entsprechenden Tonfall mit gleichen Redemitteln auszudrücken
mehrere kleine zusammenhängende Sätze zu ausgewählten Themen zu formulieren
kleine Rollenspiele, Sketche und Märchen sprachlich zu gestalten
Kontakte pflegen
Kontakte pflegen: sich begrüßen, sich verabschieden, sich und andere vorstellen, jemanden einladen, sich entschuldigen
Gefühle ausdrücken
Gefühle ausdrücken: Gefallen/ Mißfallen bekunden, jemanden trösten, jemandem etwas wünschen, körperliches Befinden beschreiben
Willen bekunden
Willen bekunden: mit Fragen Informationen einholen, um Verständnishilfe bitten, Vorschläge machen, Anweisungen geben, um Erlaubnis bitten, etwas anbieten
Sachverhalte darstellen
Sachverhalte darstellen: Personen, Tiere, Gegenstände beschreiben, Zeit benennen, landeskundliche Kenntnisse wiedergeben
Allgemeine Ziele
ihre kommunikative Kompetenz in der Muttersprache aufzubauen, zu sichern und zu vertiefen
ihre eigene Situation besser zu verstehen, ihr soziales Umfeld zu erschließen und in ihm handlungsfähig zu werden
die Kultur des Herkunftslandes zu verstehen und Kenntnisse und Einsichten über das Herkunftsland zu gewinnen
Beziehungen zu ihrem Herkunftsland zu unterhalten und im Falle der Rückwanderung die Eingliederung zu erleichtern
Mündliche und schriftliche Kommunikation
Der Muttersprachliche Unterricht soll die Mädchen und Jungen zur mündlichen und schriftlichen Kommunikation in der Sprache ihres Herkunftslandes befähigen. Die Mädchen und Jungen lernen, die Bedeutung von Äußerungen, Informationen und Mitteilungen anderer zu verstehen, die ihnen zugrunde liegenden Absichten zu erkennen und eigene Absichten, Interessen, Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken auszudrücken.
Sprachliches Handeln in Kommunikationssituationen
Im Unterricht können vorübergehend Schwerpunkte in dem einen oder anderen Handlungsbereich gesetzt werden. Dabei darf aber der Zusammenhang mit den übrigen Bereichen nicht verloren gehen. So kann besonders der Erwerb von Kenntnissen nicht Selbstzweck sein, sondern muß dem Ziel untergeordnet werden, die Mädchen und Jungen zu sprachlichem Handeln in konkreten Kommunikationssituationen zu befähigen. In den Vordergrund rücken real benötigte Fertigkeiten des Verstehens und des Mitteilens. Aussprache, Grammatik und Wortschatz sind wesentliche Hilfsmittel zur Beherrschung dieser Fertigkeiten, jedoch weder Ausgangspunkt noch eigenständige Ziele des Muttersprachlichen Unterrichts.
Funktionen von Schreiben
Auch das Kind, das noch nicht oder wenig schreiben kann, soll schon im Anfangsunterricht die unterschiedlichen Funktionen von Schreiben kennenlernen. Dies kann u.a. dadurch geschehen, daß Kinder erfahren, wozu Schrift gebraucht wird. 1.- 4. Schuljahr. Kinder erfahren die Funktionen von Schreiben z. B: indem sie Gegenstände, Arbeitsblätter usw. mit ihrem Namen kennzeichnen, indem Mitteilungen ins Merkheft, Briefe usw. geschrieben werden, indem Gedanken und Ideen von Kindern aufgeschrieben werden (z. B. Bilder beschriften, Erzählungen, Schlüsselwörter, usw.).
Audiovisuelle Texte kritisch verstehen
Audiovisuelle Texte gewinnen im Leben der Kinder eine immer größere Bedeutung. Viele Kinder haben zu ihnen eher Zugang als zu geschriebenen Texten. Daher müssen diese Formen im Unterricht berücksichtigt werden - auch, um den Mädchen und Jungen Hilfen für einen angemessenen und kritischen Mediengebrauch zu geben. Langfristig sollen sie erkennen, daß Bilder und Sprache mit einer bestimmten Absicht ausgesucht und zusammengestellt sind, daß sie immer nur Darstellung, aber nicht die Wirklichkeit selber sind.
Mißverständnisse in Gesprächssituationen
In Gesprächssituationen lernen die Kinder, daß Mißverständnisse ihre Ursache oft in nicht ausreichendem Zuhören oder nicht adäquater Formulierung haben können. Sie greifen Falsches, Ungewohntes und Auffälliges auf und betrachten es.
Aufgaben und Ziele
Gesundheit meint die Gesamtheit einer zugleich physischen, psychischen sowie sozialen Befindlichkeit des Menschen und nicht allein das Freisein von körperlichen Krankheiten. In diesem Sinne ist Gesundheit kein statischer Zustand, sondern entwickelt sich in einem lebenslangen Lernprozeß, der ständig durch einschränkende, kurzfristig nicht veränderbare gesellschaftliche Bedingungen (z. B. Umweltbelastungen) oder durch individuelle Beeinträchtigungen (z. B. Körperbehinderungen) beeinflußt und relativiert wird. Demnach ist Gesundheit sowohl abhängig von persönlichem Verhalten als auch von äußeren Faktoren. Gesundheitserziehung hat die Aufgabe, die Kinder zu zielgerichtetem, gesundheitsorientiertem Handeln zu befähigen. Sie sollen ihren individuellen Möglichkeiten entsprechend ihre Gesundheit erhalten oder wiedererlangen - und zwar aus eigenem Interesse als auch aus sozialer Verantwortung. Schulische Gesundheitserziehung ist immer gleichermaßen Prävention als auch Korrektur bestehender gesundheitsfeindlicher Einstellungen und Gewohnheiten. Dies wird nicht gewährleistet durch moralische Appelle, Strafandrohnung oder Abschreckung, sondern braucht neben guten Vorbildern eine Gestaltung des Lebens- und Lernumfelds, die auf die Befriedigung kindlicher Grundbedürfnisse zielt (s. Teil A, 1. Grundschule als Ort grundlegender Erfahrungen).
Aufgaben und Ziele
"(1) Durch die Sexualerziehung, die als Teil der Gesamterziehung zu den Aufgaben der Schule gehört, sollen die Schülerinnen und Schüler sich altersgemäß mit den biologischen, ethischen, religiösen, kulturellen und sozialen Tatsachen und Bezügen der Geschlechtlichkeit des Menschen vertraut machen. Die Sexualerziehung soll das Bewußtsein für eine persönliche Intimsphäre und für partnerschaftliches, gewaltfreies Verhalten in persönlichen Beziehungen entwickeln und fördern sowie die grundlegende Bedeutung von Ehe und Familie vermitteln. Bei der Sexualerziehung ist Zurückhaltung zu wahren sowie Offenheit und Toleranz gegenüber den verschiedenen Wertvorstellungen in diesem Bereich zu beachten; jede einseitige Beeinflussung ist zu vermeiden. (2) Die Eltern sind über Ziel, Inhalt und Formen der Sexualerziehung rechtzeitig zu unterrichten." (Hessisches Schulgesetz § 7)
Aufgaben und Ziele
In Anbetracht der wachsenden Komplexität der Medienlandschaft und ihrer zunehmenden Bedeutung auch für Kinder ist es Aufgabe der Medienerziehung, zu einem bewußten Gebrauch der unterschiedlichen Medien zu führen und eine kritische Einstellung ihnen gegenüber zu entwickeln. Hierzu müssen die Kinder durch den Unterricht die Gelegenheit erhalten, ihre eigenen Erfahrungen im Umgang mit Medien zu äußern und zu reflektieren. Die Fähigkeit, Medien selbst aktiv für eigene Zwecke zu nutzen, setzt das Verständnis über die Machart, Wirkungsweisen und Aussagen der Medien voraus. Durch die Herstellung eigener Medien lassen sich deren Möglichkeiten erproben, durchschauen und gezielt einsetzen. Durch Eigenproduktionen und Gestaltungskonzepte findet eine Erweiterung kreativer Handlungsspielräume statt. Die Aufgaben und Ziele der Medienerziehung der Grundschule werden in der Sekundarstufe durch die informationstechnische und kommunikationstechnische Grundbildung (IKG) aufgegriffen und weitergeführt.
Aufgaben und Ziele
Frieden ist nicht allein die Abwesenheit von Krieg. Zum Frieden gehören Gerechtigkeit und die Achtung und Verwirklichung der Menschenrechte ebenso wie die Möglichkeit, in einer Gesellschaft Konflikte demokratisch auszutragen und zu lösen. Der Rechtsstaat ist hierfür die Grundlage. Angesichts der Friedlosigkeit und der Ungerechtigkeiten in der Welt hat die Schule die Aufgabe, die Friedensfähigkeit des einzelnen zu fördern und zu einem Abbau von Gewalt und von Ungerechtigkeit beizutragen. Hierzu gehört, den Zusammenhang von Gerechtigkeit und Frieden zu erkennen, Gerechtigkeit anzustreben und andere in ihrer Eigenart, ihren Gefühlen und Interessen anzuerkennen; dies erfordert die Einsicht, daß eigene Freiheit und Selbstverwirklichung ihre Grenzen an der Freiheit und den Rechten anderer findet und daß rechtliche Regelungen dem Schutz des einzelnen sowohl vor staatlicher Willkür als auch vor Gewalt und Übergriffen anderer dienen.
Aufgaben und Ziele
Umwelterziehung in der Grundschule hat die Aufgabe, Kindern über die Auseinandersetzung mit ihrer natürlichen und der vom Menschen geschaffenen Umwelt Einsichten und Sachkompetenz sowie Werte und Normen zu vermitteln, die sie zu umweltbewußtem Denken und Handeln führen. Die Inhalte der Umwelterziehung dürfen nicht auf die täglichen Katastrophen und die sich ständig verschlechternde Situation der Umwelt reduziert werden. Der Unterricht muß vielmehr den Kindern über konkret sinnliche Erfahrungen emotionale Zugänge zur Natur eröffnen und den Aufbau einer positiven Werthaltung anstreben.
Aufgaben und Ziele
Aufgabe der Verkehrserziehung ist es, die Kinder zu befähigen, sich im Verkehr sicher, sachgerecht und mitverantwortlich zu verhalten, ein kritisches Verständnis für Verkehrsabläufe zu entwickeln und durch eigenes Handeln eine Verbesserung der Verkehrswirklichkeit anzustreben. Die Verkehrserziehung beinhaltet die Förderung der Psychomotorik, der Wahrnehmungsfähigkeit und des Reaktionsvermögens sowie den Aufbau eines flexiblen, situationsbezogenen und vorausschauenden Verhaltens. Sie zielt auf ein Verständnis der Verkehrswirklichkeit als soziales Handlungsfeld, das situationsorientiertes Verhalten, Rücksichtnahme, Verzicht auf Vorrechte und Antizipation der Handlungen anderer erfordert. Sie trägt zur kritischen Auseinandersetzung mit der Verkehrswirklichkeit bei und fördert ein umweltbewußtes Verkehrsverhalten.
Aufgaben und Ziele
Kulturelle Praxis im Bereich von Kunst, Musik, Literatur, Darstellendem Spiel, Tanz usw. sowie im Bereich von Ausstellungen, Festen und der sozialen Gestaltung des Schullebens ermöglicht Kindern, ihren Gedanken, Gefühlen, Vorstellungen und Phantasien aktiv Ausdruck zu verleihen. Sie gewährt Spielraum für Subjektivität und inneres Probehandeln und hält den Blick frei für Lebensalternativen und Sinngebungen. Kulturelle Praxis gilt in einer Grundschule, die sich als Lebensraum und Lernstätte versteht, als durchgängiges Prinzip und realisiert sich in fächerübergreifenden Vorhaben - insbesondere der Fächer Deutsch, Kunst, Musik und Sport (s. Teil B, Fachpläne). Sie berücksichtigt und ermöglicht die ästhetischen Erfahrungen der Kinder (s. Teil A, 1. Grundschule als Ort grundlegender Erfahrungen) und ist ein Aspekt der Gestaltung von Schule (s. Teil C, 2. Gestaltungsaufgaben).