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Lehrpläne Mecklenburg-Vorpommern
Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
Persönlichkeit und soziale Beziehungen
inhaltsbezogen
4.2 Instrumente benennen und unterscheiden
9
Entwicklungsbezogene Kompetenzen
43
1.2 Sich mit der eigenen Lebensgeschichte auseinandersetzen
10
2.1 Sich mit sozialen Rollen auseinandersetzen
36
2.2 Mit Konflikten umgehen
5
3.1 Sich mit dem weiblichen und männlichen Körper auseinandersetzen
11
3.2 Sich der sexuellen Selbstbestimmung bewusstwerden
14
3.3 Sich mit Schwangerschaft und Kinderwunsch auseinandersetzen
21
4.1 Medizinische Versorgung wahrnehmen
27
4.2 Gesundheitsbewusst leben
11
4.3 Sich vor Suchterkrankungen und Drogenkonsum schützen
16
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
4.2 Instrumente benennen und unterscheiden
Aktionen des Individuums
Reaktionen der Umwelt
Vergleiche mit anderen und Identifikation mit Vorbildern
Übernahme von Rollen Die Adoleszenz gilt als sensible Phase für die Entwicklung einer Identität als Erwachsener. In diesem Lebensabschnitt sind Selbsterkenntnis und Selbstwahrnehmung zentrale Themen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung und die Aufgabe, sich selbst zu akzeptieren, enthalten außergewöhnliche Anforderungen. Daraus erwächst die besondere pädagogische Verantwortung, Lernenden sensibel zu begleiten und in der Begegnung mit der Welt zu stärken. Lehrerinnen und Lehrer sind herausgefordert, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Nähe und Distanz herzustellen. Es ist Aufgabe der Gesellschaft, Menschen mit einer geistigen Behinderung gemäß ihrem Lebensalter entgegenzutreten und ihre Erwachsenenrolle zu respektieren. Die Berufsbildungsstufe übernimmt die Aufgabe, die Jugendlichen und ihr soziales Umfeld beim Übergang zum Erwachsenenleben zu begleiten sowie Anstöße für die Lebenswegplanung zu geben. Mithilfe des Fachs Persönlichkeit und soziale Beziehungen werden sich die Lernenden ihre Erwachsenenrolle bewusst und nehmen diese an.
Auswahlkriterien für Unterrichtsinhalte sind Aktualität und Interesse der Lernenden, welche in diesen Prozess in angemessener Weise einbezogen werden.
Sachinformationen werden ausschließlich auf lebensnahe und konkret erfahrbare Weise vermittelt. Je nach Unterrichtsinhalt wählen die Lehrkräfte mit besonderer Sensibilität die Materialien und Methoden aus.
Die Behandlung geschlechtsspezifischer Fragen bedarf geeigneter Sozialformen und Gruppenzusammensetzungen. Geschlechtshomogene und gemischte Gruppen sowie Einzelgespräche sind möglich.
Im Team der Lehrkräfte wird ein Orientierungsrahmen für sexualpädagogische Themen erarbeitet, der auf einen Konsens zielt. Auf persönliche Haltungen der Teammitglieder wird Rücksicht genommen.
Die Eltern sind in die Sexualerziehung mit einzubeziehen.
Entwicklungsbezogene Kompetenzen
fokussieren ihre Wahrnehmung auf einzelne klar umrissene Beobachtungen, um körperliche und seelische Zustände und Veränderungen zu vergleichen und zu beschreiben.
nutzen Bilder und Symbole (z. B. Gesichtsausdrücke für verschiedene Gemütszustände), um seelische Zustände und Prozesse zu beschreiben.
setzen sich anhand von klaren Fragestellungen mit der eigenen Persönlichkeit und ihren persönlichen Beziehungen auseinander.
nutzen definierte Kategorien und kleinschrittige Teilfragen, um Selbstreflexionen und Analysen von Haltungen und Wertvorstellungen durchzuführen.
nutzen Konzepte zur Veranschaulichung von Ergebnissen (z. B. Collage oder Schautafel), um Teilerkenntnisse zusammenzuführen und zu ihrer eigenen Lebenswelt in Beziehung zu setzen.
nutzen zunehmend Fachbegriffe, die intensiv vorbesprochen wurden, um ihre Vorstellungen und Einstellungen verständlich auszudrücken.
verbalisieren ihre Erfahrungen, Beobachtungen und Gefühle mit Unterstützung durch Wortkarten und Bilder.
nutzen Hilfsmittel der Unterstützten Kommunikation, die für den Austausch zu Themen, wie z. B. Sexualität und Partnerschaft, angemessen mit Bildund Wortmaterial vorbereitet und ausgestattet wurden.
äußern zunehmend selbstsicher ihre Wünsche, Bedürfnisse und Grenzen.
lassen sich auf möglicherweise belastende Themenstellungen, wie z. B. die Auseinandersetzung mit persönlichen Beeinträchtigungen oder schwierig umsetzbaren Vorstellungen der Familienplanung, ein.
nutzen in emotional belastenden Situationen und bei entstehenden Frustrationen die Unterstützung von Bezugspersonen (z. B. der Lehrkraft).
gewinnen im Rahmen der Auseinandersetzung mit der eigenen Identität Sicherheit und Selbstvertrauen und gelangen zu einer bejahenden Lebenseinstellung.
ihre Körpergrenzen, ihren Körper und ihre Gefühle wahrnehmen.
als Dialogpartner angesprochen werden und erleben, dass andere ihnen zuhören.
sich als Verursacher von Wirkungen erleben (z. B. Ein- und Ausschalten elektronischer Geräte über einen Taster).
setzen sich mit dem eigenen Aussehen auseinander, indem sie …
persönliche Merkmale (z. B. Hautfarbe, Haarfarbe, Frisur, Körpergröße) im Spiegel erkennen und sich auf Fotos wiedererkennen.
im Vergleich mit anderen Personen eigene körperliche Merkmale und Besonderheiten wahrnehmen.
ihre persönlichen Merkmale und ihr Aussehen wohlwollend und realistisch beschreiben.
gesellschaftliche Normen und Wertmaßstäbe hinsichtlich herkömmlicher Schönheitsideale kritisch diskutieren und reflektieren.
machen persönliche Angaben von sich, indem sie …
ihrer Befindlichkeit mithilfe von Mimik, Gestik und Lauten Ausdruck verleihen.
von sich mit eigenen Worten, unter Verwendung von Fachbegriffen, mithilfe von Gebärden oder Hilfsmitteln der Unterstützten Kommunikation erzählen.
ein Ich-Buch gestalten, einen Steckbrief schreiben, eine Visitenkarte erstellen, Formulare ausfüllen oder einen Lebenslauf verfassen.
sich in Vorstellungsgesprächen, z. B. in der neuen Klasse, beim Probewohnen oder bei der Praktikumsstelle, präsentieren.
ihre Frisur und Kleidung nach eigenem Geschmack unter Berücksichtigung aktueller Trends auswählen.
Vorlieben oder Abneigungen z. B. in Bezug auf Musik, Sport oder Speisen zum Ausdruck bringen.
ihre individuellen Gewohnheiten (z. B. Beschäftigungen, Hobbys, Tages- und Wochenablauf) wahrnehmen und beschreiben.
eine Partnerin oder einen Partner nach persönlichen Sympathien z. B. für eine Assistenz, für Spiele oder für eine Teamarbeit auswählen.
sich an der Auswahl von Themen (z. B. Unterrichtsinhalte, Lektüre) beteiligen und sich bei Wahlmöglichkeiten (z. B. Arbeitsfeld im Rahmen des Praxistags) bewusst entscheiden.
eigene Gefühle (z. B. Freude, Heiterkeit, Wut, Trauer, Angst, Verliebtheit) reflektieren und anderen mitteilen.
Personen oder Situationen als Auslöser für ihre Gefühle wahrnehmen und entsprechend ihrer hervorgerufenen Gefühle z. B. mit Rückzug, Zuneigung oder dem Äußern ihrer Gefühle reagieren.
angemessen auf von anderen entgegengebrachte Gefühlsäußerungen z. B. mit Zuwendung oder Rückzug reagieren.
erfolgreiche Leistungen und Arbeiten (z. B. ein gelungenes Werkstück, sportliche Leistungen, den Tanzkurs, den Erste-Hilfe-Kurs) erleben und sie als solche wahrnehmen.
kritische Rückmeldungen anderer zu ihrem Arbeits- und Sozialverhalten (z. B. im Praxistag, im Praktikum oder im Wohntraining) annehmen und reflektieren.
bei veränderungswürdigem Arbeits- und Sozialverhalten nach den Ursachen der Kritikpunkte suchen und sich Ziele zur Verbesserung dieser setzen. 297
sich mit den eigenen Beeinträchtigungen aktiv auseinandersetzen, wobei sie diese im Vergleich zu anderen beschreiben und sie zu ihrer persönlich empfundenen Lebensqualität in Verbindung setzen.
die eigenen Stärken und Schwächen im Rahmen von Gesprächen (z. B. Vorstellungsgespräch) oder in der Praktikumsmappe selbstbewusst beschreiben.
die Stärken und Schwächen anderer akzeptieren und angemessen beschreiben.
das eigene Erscheinungsbild positiv gestalten (z. B. durch angemessenes Frisieren, Schminken, Rasieren oder Anlegen von Schmuck).
von sich schöne Fotos aufnehmen.
verletzende Äußerungen anderer angemessen zurückweisen.
vor anderen, z. B. während eines Referats, als Mitglied der SMV oder der Schülerfirma, selbstsicher auftreten.
1.2 Sich mit der eigenen Lebensgeschichte auseinandersetzen
mithilfe einer Erinnerungskiste, mit Spielen, Fotos oder Filmen auf das bisherige Leben, wichtige Orte und Menschen aus der Vergangenheit zurückblicken.
aus ihrer Vergangenheit erzählen.
einen Lebenslauf z. B. in schriftlicher Form, als Fotobuch oder als Collage erstellen.
auf einer Zeitleiste das aktuelle Lebensjahr kennzeichnen.
die gegenwärtige Lebenssituation (z. B. Familiensituation, Freundschaften, Wohnort, Schule, Hobbys) verbal, zeichnerisch oder mit Symbolen darstellen.
setzen sich mit der Zukunft auseinander, indem sie …
auf verbale oder gestalterische Weise Ideen zur Lebensplanung äußern.
Wünsche für die Zukunft (z. B. für den Beruf, die Wohnform, die Freizeit) entwickeln und beschreiben.
sich konkrete Ziele (z. B. Praktikum im bevorzugten Arbeitsfeld, Probewohnen, Führerschein, Mitgliedschaft in einem Verein) setzen.
sich unterstützende Personen (z. B. Eltern, Verwandte, Freunde, Berufsberater der Agentur für Arbeit) suchen.
2.1 Sich mit sozialen Rollen auseinandersetzen
sich im Klassenzimmer oder Schulhaus mit oder ohne Strukturierungen (z. B. farbige Markierungen, Platzsets, individuelle Sitzgelegenheiten) orientieren.
für jüngere Lernende eine Vorbildfunktion übernehmen (z. B. angemessenes Anstellen beim Brotzeitverkauf).
jüngeren Lernende spontan Hilfe anbieten (z. B. Zeigen des Wegs zu einem Fachraum) oder in organisierter Weise z. B. als Tutorinnen und Tutoren andere begleiten.
reflektieren Geschlechterrollen, indem sie …
Darstellungen von Frauen und Männern in verschiedenen Medien vergleichen.
die Verhaltensweisen von Frauen und Männern (z. B. im Beruf, im Haushalt, in der Freizeit) vergleichen und reflektieren.
die Lebensgeschichten von Frauen und Männern (Vater und Mutter, Hausmann, Soldatin, Bundeskanzlerin, Automechanikerin) vergleichen.
eigene Rollenvorbilder z. B. aus der Familie, dem Freundeskreis oder den Medien suchen und beschreiben.
eine Idealvorstellung vom eigenen Leben (z. B. in Bezug auf Arbeit, Familie) darstellen.
Wünsche an einen Lebenspartner (z. B. Eigenschaften, Aufgabenverteilung, Freizeitgestaltung) formulieren.
Mädchenbzw. Frauengruppen oder Jungenbzw. Männergruppen besuchen.
reflektieren Rollen in der Gesellschaft, indem sie …
unterschiedliche Rollen (z. B. Kind, Schüler, Praktikant, Freund, Lebenspartner) unterscheiden.
beschreiben, welche Rollen sie selbst einnehmen und welche Aufgaben sie dabei übernehmen.
Verantwortung in unterschiedlichen Rollen (z. B. Klassensprecher, Schülermitverantwortung, Präsentation einer Arbeitsgruppe) übernehmen.
wenden angemessene Umgangsformen an, indem sie …
altersangemessene Grußund Höflichkeitsformeln verwenden.
eine angemessene Distanz zu einem Gesprächspartner einhalten.
die Anrede „Sie“ bei Lehrkräften, Pflegekräften und anderen Erwachsenen verwenden.
die Anrede „Sie“ in der Schule sowie im Arbeitsalltag erleben und für sich selbst in Anspruch nehmen.
sich auf verschiedene Gesprächspartner einstellen (z. B. Freunde, Vorgesetze, Kollegen) und diese adressatenbezogenen ansprechen.
ihr Verhalten unterschiedlichen Situationen (z. B. Krankenhausbesuch, öffentliche Veranstaltung, Arbeitsstelle) anpassen.
verschiedene Beziehungsformen (z. B. Bekanntschaft, Freundschaft, Liebesbeziehung) unterscheiden.
sich für neue Beziehungen, z. B. am Arbeitsplatz, im Wohnheim oder im Verein, öffnen.
initiativ Kontakte zu anderen aufnehmen, wobei sie z. B. Interesse und Gesprächsbereitschaft nonverbal oder verbal signalisieren, ein Gespräch beginnen oder einen Verabredungswunsch angemessen äußern.
von sich erzählen.
sich verabreden, Einladungen aussprechen, telefonieren oder Kurznachrichten senden.
bei Klassenoder Personalwechsel z. B. im Rahmen von Abschiedsfeiern von Bekannten Abschied nehmen.
angemessen mit Liebeskummer umgehen.
Wünsche an eine Partnerschaft (z. B. gemeinsame Freizeitgestaltung, gemeinsame Wohnung, sexuelle Bedürfnisse) äußern.
verschiedene Formen von Paarbeziehungen unterscheiden.
verschiedene Arten der Eheschließung unterscheiden (z. B. standesamtliche und kirchliche Trauung, eingetragene Lebenspartnerschaft).
Voraussetzungen für verbindliche Beziehungen (z. B. Treue, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen) reflektieren.
Probleme, die in einer Partnerschaft (z. B. Eifersucht, Streit, Untreue, Trennung) auftreten können, besprechen. 299
sich über Unterstützungsangebote für Paare informieren.
Perspektiven einer Partnerschaft unter Berücksichtigung der eigenen Beeinträchtigungen reflektieren.
2.2 Mit Konflikten umgehen
unterschiedliche Formen von Konflikten (z. B. Meinungsverschiedenheit, Streit, Drohung, körperliche Auseinandersetzung) unterscheiden.
Strategien zur Konfliktvermeidung (z. B. ruhige, leise und freundliche Sprache, lächeln, Einbeziehen eines Vermittlers) anwenden.
an einer Streitschlichterausbildung teilnehmen und als solcher im schulischen Rahmen aktiv sind.
Strategien zur Konfliktbewältigung anwenden, wobei sie z. B. nach möglichen Ursachen suchen, argumentieren, Kritik annehmen oder Kompromisse schließen.
sich bei drohender Gewalt schützen, wobei sie z. B. Hilfe suchen, den Konfliktherd verlassen oder sich selbst verteidigen.
3.1 Sich mit dem weiblichen und männlichen Körper auseinandersetzen
Bilderreihen zu verschiedenen Entwicklungsstadien von Mädchen und Jungen ordnen.
beobachtbare Veränderungen anhand der Bilderreihen beschreiben.
die eigene körperliche Entwicklung anhand der Bilderreihen einordnen.
beschreiben die zunehmende Bedeutung der täglichen Körperhygiene, indem sie …
Veränderungen der Schweißproduktion oder der sexuellen Reife bei sich selbst wahrnehmen.
die Notwendigkeit der besonderen Körperhygiene der Geschlechtsorgane beschreiben.
notwendige Utensilien für die Körperhygiene benennen und Handlungsabläufe für das Waschen der Körperstellen beschreiben.
beschreiben Aufbau und Funktion der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane, indem sie …
die äußeren und inneren Geschlechtsorgane anhand von Modellen und Abbildungen benennen und lokalisieren.
die Funktionen der äußeren und inneren Geschlechtsorgane mit körperlichen Vorgängen ( z. B. Eisprung, Samenerguss) in Beziehung setzten.
angemessene Begriffe verwenden und beachten, dass Vulgärausdrücke beleidigend sind, und sie diese deshalb zurückweisen. 3.2 Sich der sexuellen Selbstbestimmung bewusstwerden
3.2 Sich der sexuellen Selbstbestimmung bewusstwerden
eigene Wünsche danach spüren und äußern.
die Wünsche anderer beachten und respektieren.
ihre Intimsphäre bei der Pflege und dem Toilettengang schützen.
die Intimsphäre anderer respektieren.
eine angemessene Intimsphäre für Sexualität reflektieren.
gehen mit Darstellungen nackter Menschen angemessen um, indem sie …
sachliche Darstellungen nackter Menschen vorurteilsfrei betrachten.
sich anhand sachlicher Darstellungen von nackten Menschen informieren.
den angemessenen Umgang mit erotischen Darstellungen nackter Menschen reflektieren (z. B. Betrachtung in Privatsphäre und Beachtung von Altersbeschränkungen und Verboten).
wehren sich gegen sexuell übergriffiges Verhalten anderer, indem sie …
Formen sexueller Gewalt (z. B. verbale Angriffe, exhibitionistisches Verhalten, unerwünschtes Beobachten, unerwünschte Berührungen, Vergewaltigung) als solche erkennen und benennen.
darauf mit einem klaren „Nein“ reagieren, laut schreien oder weglaufen.
Techniken der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung z. B. bei einem Selbstverteidigungskurs oder bei der Polizei erlernen und anwenden.
nach sexuellen Übergriffen Hilfe, z. B. bei einer Vertrauensperson, einer Ärztin oder einem Arzt, der Polizei, dem Notruf, der Telefonseelsorge oder Verbänden, suchen.
3.3 Sich mit Schwangerschaft und Kinderwunsch auseinandersetzen
die Anzeichen für eine Schwangerschaft (z. B. Ausbleiben der Monatsblutung, Übelkeit) beschreiben.
sich über die Anwendung eines Schwangerschaftstests informieren.
sich über den Verlauf von Schwangerschaft und Entbindung in Grundzügen informieren.
Verhaltensweisen werdender Mütter in Bezug auf schädliche Einflüsse und Gefährdungen für das ungeborene Kind während der Schwangerschaft beurteilen.
Entwicklungsphasen und Fähigkeiten eines ungeborenen Kindes beschreiben und so einen Einblick in die Embryonalentwicklung von der Befruchtung bis zur Geburt gewinnen.
den Alltag eines Säuglings z. B. anhand eines Films oder einer Übungspuppe nachvollziehen.
die Bedürfnisse eines Kindes, wie Grundversorgung, emotionales Wohlbefinden, Kleidung und Entwicklungsanregung, beschreiben.
die durch einen Säugling entstehenden Aufgaben der Eltern (z. B. Versorgung des Kindes, Organisation des Alltags, Erziehung des Kindes, Unterstützung in Schule und Ausbildung) und deren rechtliche und finanzielle Verantwortung beschreiben.
sich über private und staatliche Unterstützungsmaßnahmen bei der Erziehung von Kindern informieren.
sich über Unterhaltskosten für ein Kind (z. B. für Nahrung, Kleidung, Möbel, Spielsachen) und mögliche staatliche Unterstützungsmaßnahmen informieren.
Vorund Nachteile der Elternschaft unter der Perspektive der eigenen Beeinträchtigungen erörtern. 301
die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft, wie Geschlechtsreife, Zyklusverlauf und Zeugung beschreiben.
verschiedene Methoden der Empfängnisverhütung (z. B. hormonelle und mechanische Verhütungsmittel) unterscheiden.
die weitreichenden Konsequenzen einer Sterilisation kritisch reflektieren und in Bezug auf ihre eigene Lebensplanung diskutieren.
sich über sexuell übertragbare Krankheiten (z. B. Hepatitis, Aids) sowie deren Ansteckungswege informieren.
Symptome von Geschlechtskrankheiten beschreiben (z. B. Juckreiz, Brennen, Ausfluss).
den Gebrauch von Kondomen am Modell üben (die Packung sachgemäß öffnen, das Kondom über ein Modell streifen).
ggf. ein Kondom zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten nutzen.
bei Erkrankung eine Ärztin, einen Arzt oder eine Beratungsstelle aufsuchen.
verschiedene Beratungsstellen (z. B. Arzt, Schwangerenberatungsstelle des Gesundheitsamtes, Vereine) kennen.
sich Bezugspersonen (z. B. Lehrerin, Erzieherin, Erziehungsberechtigte) anvertrauen und diese um Unterstützung bitten.
4.1 Medizinische Versorgung wahrnehmen
Aufmerksamkeit (z. B. verbal, körperliche Zuwendung) empfangen.
Linderung (z. B. Lageveränderung, Überprüfung der Passung therapeutischer Hilfsmittel, Wärmekissen, Medikamente) erleben.
äußern sich zu ihrem körperlichen und seelischen Befinden, indem sie …
körperliches und seelisches Wohlbefinden wahrnehmen und reflektieren.
Veränderungen körperlicher Vorgänge und seelischer Zustände beobachten und sie als angenehm oder unangenehm beurteilen.
Schmerzen und seelisches Ungleichgewicht (z. B. Zahnoder Kopfschmerzen, depressive Zustände) verbal, nonverbal oder mithilfe von Bildkarten beschreiben, um sich Hilfe zu holen.
wichtige Aspekte von Krankheiten (z. B. Dauer, Heilbarkeit, Ansteckung, Lebensbedrohlichkeit) unterscheiden und beachten.
sich um Heilung und Behandlung (z. B. medikamentöse Behandlung, Operation) bemühen. nehmen Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge (z. B. Haus-, Facharzt, Klinik und Therapieeinrichtung) in Anspruch, indem sie
sich bei einem Arzt anmelden, den Termin einhalten und dort die Beschwerden nennen.
bei schwierigen Terminen die Begleitung durch eine Betreuungsperson organisieren.
an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen.
mit Dokumenten für die ärztliche Behandlung angemessen umgehen (z. B. Versichertenkarte, Überweisungsschein, Röntgenbild).
übernehmen Verantwortung bei ihrer medizinischen Versorgung, indem sie …
Therapien wahrnehmen, Arzttermine einhalten oder verordnete Hilfsmittel verwenden.
sich über die Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten informieren.
regelmäßig und gemäß der Verordnung ihre Medikamente einnehmen.
ihr Befinden in Folge der Medikamenteneinnahme beschreiben.
Medikamente sicher aufbewahren.
therapeutische Hilfsmittel sorgsam behandeln.
beschreiben die Bedeutung und Notwendigkeit einer Krankenversicherung, indem sie …
deren prinzipielle Leistungen (z. B. Hilfe im Krankheitsfall und bei der Krankheitsvorbeugung) beschreiben.
reflektieren, welche Kosten bei Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten zu bestreiten wären, wenn kein Versicherungsschutz über eine Krankenkasse bestehen würde.
recherchieren, unter welchen Voraussetzungen sie eine Befreiung von Eigenleistungen erhalten.
reagieren angemessen in Notfällen, indem sie …
Wunden fachgerecht versorgen.
entsprechend der Rettungskette handeln.
sich durch die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs auf solche Situationen vorbereiten.
4.2 Gesundheitsbewusst leben
die Grundlagen einer gesunden Ernährung (z. B. anhand der Ernährungspyramide oder der Ernährungsampel) betrachten.
bei der Vorbereitung z. B. eines Klassenfrühstücks oder des Schulcafés auf gesunde Speisen achten.
Wissen zu gesunder Ernährung auch im Wohntraining und im häuslichen Umfeld anwenden.
Fitnessangebote z. B. in der Pause, im Sportunterricht, im Sportverein oder im Fitnessstudio nutzen.
einseitigen Belastungen durch Lagewechsel oder ergonomische Sitzund Stehpositionen vorbeugen.
einseitige Belastungen durch tägliche Bewegungszeit (z. B. Rückenschule, isometrische Übungen, Yoga) ausgleichen.
seelische Belastungen (z. B. Lärm, geistige Belastung, innere Anspannung) wahrnehmen.
Überlastungen mimisch, gestisch oder verbal signalisieren.
auf Überlastung mit geeigneten Maßnahmen (z. B. Ortswechsel, Aufsuchen von Ruhe und Einzelsituationen) reagieren.
Entspannungstechniken (z. B. Stilleübungen, autogenes Training) anwenden.
sich bei anhaltendem seelischen Ungleichgewicht ärztliche oder therapeutische Hilfe suchen. 303
4.3 Sich vor Suchterkrankungen und Drogenkonsum schützen
Genuss bewusst als positives Erlebnis erfahren (z. B. gutes Essen, Erlebnisbad, Konzertbesuch).
das Genussund Konsumverhaltens anhand von Kriterien (z. B. Häufigkeit, Anlass) beschreiben und ihre Verhaltensweisen dementsprechend z. B. mit einem Raucher-, Fernsehoder Computertagebuch dokumentieren.
ihr Genussund Konsumverhalten mit dem von Gleichaltrigen und Erwachsenen vergleichen.
unterschiedliche Suchtformen (z. B. Nikotinsucht, Alkoholsucht, Spielsucht) unterscheiden.
unterschiedliche Merkmale von Suchtverhalten (z. B. Zwang, Nicht-Aufhören-Können, Leugnung der Abhängigkeit) unterscheiden.
unterschiedliche Wirkungen von Drogen (z. B. Rauschzustand, Realitätsverlust, Wahrnehmungsbeeinträchtigung) beschreiben und reflektieren, welche Gefahren dadurch im Alltag entstehen.
mögliche Gründe für Süchte und Drogenmissbrauch (z. B. Neugierde, Gruppenzwang, Flucht vor Alltagsproblemen, Schulprobleme) beschreiben.
die gesetzlichen Vorschriften zum Drogenkonsum (z. B. Jugendschutzgesetz, Betäubungsmittelgesetz) recherchieren.
ihre Persönlichkeit durch Erfolgserlebnisse ohne Drogenkonsum stärken.
sich an Vorbildern orientieren, die für drogenfreies Verhalten stehen.
an Suchtpräventionsprogrammen teilnehmen.
angebotene Drogen stets ablehnen.
suchen bei Suchterkrankung oder Drogenkonsum Hilfe und Beratung, indem sie …
sich an eine Person ihres Vertrauens wenden und diese in die Problematik einweihen.
Hilfeangebote oder Beratungsstellen (z. B. mithilfe von Broschüren oder dem Internet) recherchieren.
sich an Beratungsstellen (z. B. Hausarzt, Suchtberatungsstelle, Suchtnotrufnummer, Beratungseinrichtungen in der Schule) wenden.
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Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern — Rahmenplan für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Kompetenztexte aus der Quelle übernommen; die amtliche Originalfassung ist verbindlich.
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