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Lehrpläne Mecklenburg-Vorpommern
Gymnasium
Latein
inhaltsbezogen
Sachkompetenz — Text: Erschließung – Übersetzung – Interpretation
36
prozessbezogen
Methodenkompetenz
14
Sozial- und Selbstkompetenz
10
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Texterschließung — Lehrbuchphase
sinnvolle Erwartungshaltungen gegenüber Texten aufzubauen.
Gliederungssignale (Texteinschnitte durch Wechsel der Personen, des Ortes, der Zeit, der Erzählhaltung) oder
Kohärenzsignale (Konnektoren, Pro-Formen, Wort- und Sachfelder, Tempus- und Modusgebrauch) oder
Gattungsmerkmale (Erzählung, Bericht, Dialog, Fabel usw.) oder
Stilmerkmale (sprachliche Mittel und Figuren, Stilebene) auszuwerten.
Texterschließung — Vertiefung
Informationen zum sachlichen Umfeld zu sammeln (historische, biographische, sachliche Hintergründe).
Methoden des Übersetzens auf der Satzebene anzuwenden (analytische und konstruierende Methoden, graphische Satzanalyse).
Strukturskizzen nach sprachlichen und inhaltlichen Kriterien zu erstellen.
eine Teil- oder Arbeitsübersetzung anzufertigen.
Texterschließung — Lektürephase
ihre Kenntnisse in der Texterschließung auf Originaltexte anzuwenden.
Materialien zum sachlichen Umfeld eines Textes zu beschaffen und auszuwerten.
mit bisher unbekannten Gattungen und Textsorten umzugehen.
Übersetzung — Lehrbuchphase
ihr Textverständnis in deutscher Sprache wiederzugeben.
ihre Übersetzung ständig an den sprachlichen Signalen des lateinischen Textes zu überprüfen.
mehrdeutige Signale des lateinischen Textes mit Hilfe der bei der Texterschließung und Interpretation gewonnenen Einsichten festzulegen und deutsch wiederzugeben.
die Übersetzung von der lateinischen Sprachstruktur zu lösen und in die deutsche Sprachstruktur umzusetzen.
die Vollständigkeit, den Sinn und die inhaltliche Geschlossenheit der Übersetzung zu überprüfen.
verschiedene Übersetzungen desselben Textes miteinander zu vergleichen und zu beurteilen.
Übersetzung — Lektürephase
die an Lehrbuchtexten erworbenen Übersetzungsfähigkeiten zunehmend selbstständig auch an Originaltexten anzuwenden.
die Form, die sprachliche Gestaltung und die Wirkungsabsicht eines Textes beim Übersetzen zu berücksichtigen.
die eigene Übersetzungstätigkeit mit wachsendem Methodenbewusstsein zu kontrollieren.
zu begreifen, dass jede Übersetzung eine Deutung des Übersetzers enthält und die Aussagen eines Textes nicht voll ausschöpfen kann.
Interpretation — Lehrbuchphase
einen Text nachzuerzählen, zu paraphrasieren und zu gliedern.
einen Text zusammenzufassen.
zentrale Textaussagen zu ermitteln.
einen Text unter sachorientierten Leitfragen zu untersuchen.
historische Voraussetzungen zu erkennen.
fremde Sachverhalte, Verhaltensweisen und Gedankengänge nachzuvollziehen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
inhaltliche, formale und sprachliche Einzelbeobachtungen miteinander zu verknüpfen.
die Intentionen eines Textes zu erkennen.
Texte unter bestimmten Kriterien zu vergleichen.
kreative Formen der Veranschaulichung und Vergegenwärtigung von Texten zu suchen.
Interpretation — Lektürephase
die an Lehrbuchtexten eingeübten Interpretationsverfahren an adaptierten und Originaltexten anzuwenden.
einen Text unter sach- und problemorientierten Leitfragen zu untersuchen.
Anschauungen und Handlungsweisen, die stark von den gegenwärtigen abweichen, nachzuvollziehen und zu verstehen.
die Textaussagen in Beziehung zur eigenen Lebenswelt zu setzen.
Methoden des Lernens
Schulung des Gedächtnisses: durch die Arbeit am Wortschatz, am System verbaler und nominaler Formen und an den Regeln einer anders strukturierten Sprache.
Konzentration auf das Wesentliche.
Ausdauer und Exaktheit bei der Arbeit am sprachlichen Detail.
Einordnung sprachlicher Phänomene in das jeweilige System.
sachgerechte Benutzung von Hilfsmitteln zur Gewinnung oder zur Absicherung des Textverständnisses: Abwägen von Bedeutungsvarianten, graphische Darstellung von inneren und äußeren Satzbeziehungen.
Methoden des problemlösenden Denkens
wechselnder Einsatz von Induktion und Deduktion zum Gewinn von Erkenntnissen oder Sinnzusammenhängen.
Anwendung von Kenntnissen und Einsichten auf den jeweiligen Text (Transfer).
wechselnder Einsatz von Analyse und Synthese zum Erhellen der Details oder Sinnzusammenhänge.
angemessenes und konsequentes Herangehen an Schwierigkeiten (Methodenbewusstsein).
Strukturierung und Präsentation von Ergebnissen.
Methoden des hermeneutischen Verstehens
Entwicklung des Bewusstseins dafür, dass jede Übersetzung von einem Vorverständnis des Übersetzers ausgeht und die Aussagen des Textes nicht vollständig ausschöpfen kann.
Aufstellung und Prüfung von Arbeitshypothesen zur Verifikation und Falsifikation.
Berücksichtigung der wechselseitigen Abhängigkeit von Textganzem und Einzelaussagen.
Beachtung der Einbettung der jeweiligen Texte in das pragmatische Umfeld.
Intuition
Das Verstehen lateinischer Texte ist zunächst auf unmittelbares Erfassen von Sinnzusammenhängen angewiesen.
Konzentration
Lateinische Texte erfordern wegen ihrer zahlreichen und oft mehrdeutigen Signale ein aufmerksames und angespanntes Herangehen, um das Geflecht von Aussagen und Problemstellungen zu durchschauen und ihren Sinn zu verstehen.
Ausdauer
Die anspruchsvollen Denkoperationen des Übersetzens verlangen Ausdauer und Zielstrebigkeit, um nicht vor den Schwierigkeiten der Texterschließung zu kapitulieren.
Kreativität
Viele Lösungen verlangen wegen der Andersartigkeit lateinischer und deutscher Sprachstrukturen für eine angemessene Übersetzung eine kreative Idee.
Selbstkritik
Fehler und Irrtümer auf dem Weg zur richtigen Übersetzung müssen erkannt und selbst korrigiert werden. Für die Revision von Bewertungen und Urteilen müssen die Schüler lernen, Abstand zum eigenen Vorgehen und zum eigenen Ergebnis herzustellen.
Fähigkeit zu verantwortungsbewusstem Urteilen
Die antiken Lösungen menschlicher Probleme provozieren eine Beurteilung der antiken Werte, Normen und Haltungen. Die Schüler müssen ihre Stellungnahme begründen und nehmen ihre eigenen Lebensumstände bewusster und differenzierter wahr.
Kooperation
Das gemeinsame und zielgerichtete Arbeiten im Lateinunterricht erfordert die Bereitschaft der Lernenden, mit den Partnern zu kooperieren und im Team zu arbeiten.
Toleranz und Hilfsbereitschaft
Eine Lerngruppe besteht aus unterschiedlichen Individuen mit jeweils eigenen Denk- und Arbeitsweisen. Alle müssen bereit sein, Offenheit und Toleranz untereinander zu üben, auf andere Arbeitsstile Rücksicht zu nehmen und anders lautende Urteile und Bewertungen zu respektieren. Alle müssen bereit sein, anderen zu helfen und Hilfe anzunehmen.
Sachlichkeit
Das System der lateinischen Sprache erfordert die Fähigkeit und Bereitschaft, sachbezogen im Umgang mit Problemen vorzugehen sowie eigene und fremde Urteile richtig einzuschätzen.
Verständnis und Einfühlungsvermögen
Die allmähliche Erschließung des Gedankenguts und der Wertvorstellungen der Antike befähigt die Schüler, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und Fremdes besser zu verstehen.
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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern — Rahmenplan Latein, Gymnasium und Integrierte Gesamtschule, Jahrgangsstufen 7–10, Erprobungsfassung 2002
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