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Lehrpläne Rheinland-Pfalz
Gymnasium
Darstellendes Spiel
inhaltsbezogen
Kompetenzen auf der Sachebene:
14
Kompetenzen auf der Gestaltungsebene:
26
Kompetenzen auf der kommunikativen Ebene:
17
Kompetenzen auf der soziokulturellen Ebene:
38
Selbstkompetenz
6
Sozialkompetenz
7
Interkulturelle Kompetenz
4
Ethische Kompetenz
3
Lern-, Methoden- und Problemlösekompetenz
7
Lesekompetenz
10
Präsentationskompetenz
6
Prozesskompetenz
11
Medienkompetenz
13
Kulturelle Kompetenz
5
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Kompetenzen auf der Sachebene:
theaterästhetische Wahrnehmungskompetenz (Aisthesis).
primäre sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit als Grundlage für ästhetische Wahrnehmung.
ästhetische Wahrnehmung als Grundlage für theatrales Handeln, Rezipieren und Reflektieren.
Imaginationsfähigkeit als Grundlage für die Schaffung innerer Bilder und damit für die Entstehung und Wahrnehmung gestalterischer Prozesse.
eine offene und kreative Grundhaltung, die Einfallsreichtum und den Willen unterschiedliche Ideen auszuprobieren fördert (Spiel-Haltung).
Spielfähigkeit, z. B. Bewusstheit für Körper- und Stimmausdruck, sensibles Agieren und Reagieren als Spieler und Mitspieler innerhalb des Spielgeschehens.
Grundlagen für Bühnenbewusstheit und Bühnenpräsenz.
Grundkenntnisse und –fertigkeiten in Bezug auf.
die theatralen Ausdrucksträger (ausführlich dargestellt in 3.1).
Mittel szenischer Komposition (ausführlich dargestellt in 3.2).
Verfahren der Präsentation und Rezeption (ausführlich dargestellt in 3.3).
Grundlagen der Rollengestaltung (ausführlich dargestellt in 3.2.2).
Fähigkeit, Objekte oder Handlungen symbolisch zu verstehen, zu deuten und einzusetzen.
Grundlegende Kenntnisse in der Verwendung medialer Gestaltungsmittel.
Kompetenzen auf der Gestaltungsebene:
Sie entwickeln szenisches Material zu unterschiedlichen Impulsen, z. B..
zu einzelnen Ausdrucksträgern (z. B. Körper, Requisit, Musik).
zu Themen (z. B. Identitätsfindung, Zukunft).
zu eigenen Erfahrungen, Ideen und Geschichten.
zu Spielformen.
zu Texten (dramatische Spielvorlagen wie z. B. Theaterstücke, „Mini-Dramen“, und nichtdramatische Texte wie z. B. Erzählungen, Gedichte, Sachtexte).
zu Fotos, Gemälden, Musikstücken..
Um Aussageabsichten zu realisieren.
wählen und verwenden sie gezielt theatrale Ausdrucksträger (s. ausführlich 3.1).
entscheiden sie sich für ein projektspezifisches Zusammenspiel der Ausdrucksträger (s. ausführlich 3.2.1).
wenden sie Mittel der Rollenerschließung und Verkörperung an (s. ausführlich 3.2.2).
nutzen und verwenden sie gezielt theaterspezifische Techniken und Gestaltungsmittel (s. ausführlich 3.2.3).
entscheiden sie über den Einsatz neuer Medien (s. ausführlich 3.2.4)..
Sie überprüfen die Wirkung des entstandenen szenischen Materials und überarbeiten es gegebenenfalls..
Bei der Komposition von Einzelszenen und Szenenfolgen wenden sie dramaturgische Gestaltungsprinzipien an (s. ausführlich 3.2.5)..
Sie finden Symbole für komplexe inhaltliche Zusammenhänge und setzen sie gezielt ein, z. B..
bestimmte, über sich selbst hinaus Bedeutung anzeigende Objekte (z. B. Koffer).
bestimmte, in wiederkehrenden Situationen bedeutsam erscheinende symbolhafte Gesten oder Bewegungsabläufe (z. B. Hände waschen).
symbolhaft gestaltete Räume, wie etwa Dimensionen (z. B. Enge) oder Ausstattung mit bestimmten Gegenständen (z. B. ein Kreuz im leeren Raum)..
Sie verfügen über Strategien zur selbstständigen gestalterischen Aufgabenlösung. Dabei spielen die folgenden Aspekte eine wichtige Rolle:.
die Fähigkeit, Aufgabenlösungen in Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern der gestaltenden Gruppe zu finden.
die Bereitschaft, grundlegende Methoden zum Finden szenischer Lösungen anzuwenden (Sammeln, Sichten, Auswählen, etc.).
die Bereitschaft, Ideen zu explorieren, d.h. alternative Lösungsmöglichkeiten und -wege zu finden und auszuprobieren.
die Fähigkeit, szenische Entscheidungen zu treffen und mit einem Gesamtkonzept abzustimmen.
die Fähigkeit, Präsentationen durch Proben vorzubereiten.
die Fähigkeit, den Gesamtaufwand für ein Vorhaben in Beziehung zu den zur Verfügung stehenden zeitlichen, räumlichen und personellen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen. Nahezu alle hier genannten Aspekte gelten in gleicher Weise für die Rezeption der theaterästhetischen Gestaltung fremder Aufführungen..
Kompetenzen auf der kommunikativen Ebene:
Sie kennen die theaterspezifische Fachterminologie und wenden sie an..
Sie verstehen theaterästhetische Kommunikation als Spezialfall ästhetischer Kommunikation, die vor allem gekennzeichnet ist durch die Einmaligkeit der „Aufführung“ und damit der Gleichzeitigkeit von Produktion und Rezeption..
Sie verfügen über „Rahmenkompetenz“, d. h. sie akzeptieren die im Theaterrahmen („framing“) relevanten Konventionen und Verhaltensweisen, nämlich.
dass für die Dauer der Aufführung eine eigene autonome Wirklichkeit entsteht (Als-obWirklichkeit).
dass diese autonome fiktive Wirklichkeit die Alltagswirklichkeit aus einer spezifischen Perspektive (des Autors oder der Autoren) abbildet und zur Reflexion anbietet..
Sie deuten und reflektieren Theater als symbolische Repräsentation von Welt..
Sie reflektieren, analysieren und deuten eigene und fremde theatrale Arbeit..
Sie wenden hierfür ihre theaterästhetischen Grundkenntnisse in Bezug auf Ausdrucksträger und Gestaltungsmittel an..
Sie nutzen die eine Inszenierung begleitenden Materialien, um ihr Verständnis zu vertiefen (z. B. Programmhefte, Rezensionen, eigene Recherche), bzw. sie erstellen solche Begleitmaterialien für eigene Produktionen..
Sie schätzen ein, wie individuelle Faktoren (z. B. Lebenserfahrung, Theatererfahrung, eigene emotionale Beteiligung, Sozialisation) Wahrnehmung und Deutung beeinflussen, und berücksichtigen dies angemessen im Reflexionsprozess..
Im Diskurs über unterschiedliche Sichtweisen nutzen sie die Chance zur sozialen KoKonstruktion von Bedeutungen..
Sie verfügen über Aufführungskompetenz, d. h. sie können erarbeitete szenische Produkte vor Zuschauern präsentieren und kompetent und kreativ mit Zuschauerreaktionen und unvorhersehbaren Ereignissen während der Aufführung umgehen..
Sie verfügen über Zuschauerkompetenz, d. h. sie sind sich ihrer Bedeutung und Wirksamkeit als Ko-Akteure bewusst und verhalten sich angemessen..
Sie wenden Qualitätskriterien zur Beurteilung eigener und fremder Arbeit an. Dies bedeutet.
in Bezug auf die Beurteilung eigener Arbeit auch, dass sie sich der möglichen Diskrepanz zwischen Intention und Wirkung bewusst werden und die eingesetzten theatralen Mittel in Hinsicht auf die tatsächliche Wirkung überprüfen.
in Bezug auf die Beurteilung fremder Arbeit, dass sie spontane Wertungen („gefallen“ oder „nicht gefallen“) unter Anwendung von Qualitätskriterien überprüfen, um zu einem differenzierten Urteil zu gelangen..
Sie können diskursiv denken und nutzen dazu mündliche und schriftliche Methoden der Anschlusskommunikation..
Kompetenzen auf der soziokulturellen Ebene:
Als Handelnde und als Zuschauende erfahren sie die subjektive und intersubjektive Wirkung von Theater:.
Sie stellen Bezüge zwischen eigenen bzw. fremden theatralen Handlungen und der eigenen Lebenswelt her.
individuell, z. B. das eigene Ich, Familie, Schule, Freunde.
gesellschaftlich, z. B. Staat, Arbeitswelt, Konfliktfelder wie Gewalt, Umwelt.
interkulturell, z. B. multikulturelle Gesellschaft, Globalisierung, fremde Kulturkreise..
Sie erfahren die transformatorische Kraft des Theaterspiels als individuelle Seinserweiterung (z. B. durch Erkenntnisse, Emotionen, psycho-physische Reaktionen)..
Sie verfügen über kulturelles Wissen, d. h. über exemplarische Erfahrungen und Kenntnisse einiger für das Theater der Gegenwart relevanten Aspekte der Theaterkultur, Theatertheorie und –geschichte, die aus den folgenden Themenbereichen ausgewählt werden können und in einem inhaltlichen Zusammenhang mit Spielprojekten stehen..
Theater in der Kultur der Gegenwart, z. B. in Bezug auf.
Funktionsabläufe eines Theaters in der schulischen Umgebung (z. B. Gebäude, Sparten, Personal, Programm).
Formenvielfalt (z. B. Schauspiel, Oper, Tanztheater, Performance, Kleinkunst, Mischformen).
Formen des Volkstheaters (z. B. Amateurtheater, theatrale Faschingstraditionen).
Postdramatische Theaterformen (z. B. Fragmentierung von Handlung, Figuren).
Inszenierungsstile (z. B. Stil prägende Regiearbeiten der Gegenwart).
den Einfluss elektronischer Medien auf Inszenierungen (z. B. virtuelle Bühnenbilder, Theaterhandlungen als Computerspiel).
kulturelle Identität (z. B. regionale und lokale Prägungen) und interkulturelle Dimension (z. B. Einfluss anderer Kulturen, Mehrsprachigkeit).
Historische Theaterformen, -epochen und Produktionsbedingungen, insbesondere solche, die die Entwicklung des Theaters der Gegenwart geprägt haben:.
Synchrone Betrachtungsweise: relevante Epochen und Theaterformen z. B..
Antikes Theater (Entwicklung von Tragödie, Komödie, dramaturgische Grundmuster, mythologische Stoffe u. a.).
Commedia dell’Arte (Improvisationstheater, Wirkung auf Formen des Volkstheaters, Typisierung der Figuren, Masken u. a.).
Elisabethanisches Theater (Theater als Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens, differenzierte Schauspielkunst, Totalität der Welterfahrung u. a.).
Theater der Aufklärung (Bürgerliches Trauerspiel, Charaktertragödie, aufklärerischhumanistische Intention des Theaters u. a.).
„Klassische Moderne“ (Überwindung klassischer Dramenkonzeptionen, gesellschaftsrelevantes, politisches Theater, veränderte Rolle des Schauspielers und des Zuschauers, Einfluss auf zeitgenössische Regiestile u. a.).
Diachrone Betrachtungsweise: relevante Entwicklungsstränge, z. B.:.
Orte und Gebäude, an bzw. in denen Theater gespielt wurde oder wird als Spiegel der gesellschaftlichen Bedeutung von Theater.
auf Theaterereignisse bezogene Konventionen (Verhalten der Zuschauer, Einbettung der Aufführung ins gesellschaftliche Leben u. a.).
einzelne Ausdrucksträger (Kostüm, Maske u. a.).
Inszenierungsstile (Ausstattung, Darstellung u. a.).
gesellschaftliche Bedeutung von Theaterschaffenden, z. B. Rolle und Funktion von Schauspielern und Schauspielerinnen, Theaterautoren und –autorinnen und deren Spiegelung in den Medien.
Werke bedeutender Theaterautoren aus verschiedenen Epochen, insbesondere solche, die die Entwicklung des Theaters der Gegenwart geprägt haben, in Anbindung an eigene Projekte und/oder die Spielplangestaltung von Theatern.
Theater in theoretischen und konzeptionellen Kontexten in Bezug auf.
Schauspielertheorien (z. B. Stanislawski, Strasberg).
Dramentheorien (z. B. Aristoteles, Lessing, Schiller, Brecht).
Theaterkonzepte (z. B. Artaud, Grotowsky, Brook).
Theatrale Darstellung als Kerndisziplin auch medial vermittelter darstellender Künste (z. B. Kinofilm, Fernsehspiel, Hörspiel); Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Verwendung der theatralen Bedeutungskonstituenten.
Das Theater in anderen Medien (Intermedialität): Umsetzung von Dramen und Theateraufführungen in Film, Fernsehen, Video und Hörfunk, Berichterstattung über Theater im Fernsehen und in den Printmedien, das Theater und sein Umfeld als Thema von Filmen, die Selbstdarstellung der Theater im Internet, in den Printmedien und im Fernsehen.
Theatralität als Merkmal kultureller Praxis im Alltag (Inszenierungs-, Darstellungs- und Aufführungsformen wie z. B. Selbstdarstellung, soziales Rollenverhalten, Event-Rituale).
Bezüge zwischen Theater und anderen performativen Ereignissen (z. B. Zirkus, Fußballspiele, Wahlkampfveranstaltungen, Pop-Konzerte, religiöse Feiern und gesellschaftliche Zeremonien).
Interdisziplinäre Bezüge zwischen Theater und anderen Kunstformen (Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Schnittstellen)
Selbstkompetenz
In der kreativen Tätigkeit entfalten Schülerinnen und Schüler ihre Fantasie, entwickeln Spielfreude, die zu Eigeninitiative motiviert..
Indem sie unterschiedliche Rollen annehmen, können sie „probehandeln“ und dabei Facetten der eigenen Persönlichkeit entdecken und im geschützten Spielraum Handlungsmöglichkeiten ausprobieren..
Unverzichtbarer aktiver Teil einer Aufführung und einer Ensembleleistung zu sein, ermöglicht intensive Selbstwerterfahrung, die zur Identitätsbildung und –stärkung beiträgt..
Im kreativen Prozess entwerfen sie eigene, auch unkonventionelle Konzepte und eröffnen sich hierdurch Wege zur Sinnbildung und einen erweiterten Blick auf die Welt..
Im nonverbalen Bereich lernen sie, körpersprachliche Elemente bei sich und anderen wahrzunehmen, deren Wirkungen zu deuten und diese bewusst einzusetzen..
In der Auseinandersetzung mit der eigenen und mit fremder theatraler Arbeit entwickeln sie ein hohes Maß an Kritikfähigkeit: Durch ihr gemeinsames Interesse am Erfolg des szenischen Vorhabens lernen sie, Kritik auf der Sachebene zu äußern, ohne den anderen als Person in Frage zu stellen, und sie lernen, Kritik auf der Sachebene anzunehmen, ohne sich selbst als Person in Frage gestellt zu fühlen..
Sozialkompetenz
Das gemeinsame Theaterspielen fördert Ensemblefähigkeit, eine besonders intensive Form der Teamfähigkeit, da eine Aufführung nur gelingen kann, wenn sich alle Mitglieder des Ensembles völlig aufeinander verlassen können..
Bei der selbstständigen Planung, Durchführung und Überprüfung von Lernprozessen werden sie befähigt, eigene Bedürfnisse und Interessen zu artikulieren und fremde zu berücksichtigen..
In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Vorstellungen, Ideen und Haltungen üben sie sich in Toleranz, insbesondere auch in Ambiguitätstoleranz..
Sie lernen, ihre kreativen und analytischen Fähigkeiten verantwortungsbewusst, kritisch und konstruktiv in den gemeinsamen Problemlösungs- und Lernprozess einzubringen..
Die Arbeit in der Gruppe erfordert ständige Kommunikationsprozesse, indem Schülerinnen und Schüler ihre Ideen für ein Projekt verbalisieren, die Umsetzung in der Gruppe reflektieren und das Ergebnis der Arbeit im Gruppengespräch evaluieren. Sie erweitern dabei außerdem ihr individuelles sprachliches und sprecherisches Ausdruckspotential..
Da im Theaterspiel Körper und Stimme die Instrumente des Schauspielers sind, Darsteller und Dargestelltes in der Kritik also schwer voneinander zu trennen sind, erfordert ein kritischer Austausch über szenische Ergebnisse von Akteuren und Zuschauern ein hohes Maß an Sensibilität.
Im spielerischen Umgang mit Sprache und Körpersprache entwickeln sie ein Bewusstsein für angemessenes Kommunikationsverhalten in unterschiedlichen Situationen..
Interkulturelle Kompetenz
Im szenischen Spiel machen Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Herkunft die Erfahrung, dass szenische Projektarbeit nur gelingen kann, wenn alle Gruppenmitglieder reflektieren können, dass ihre Meinungen und Haltungen auch durch ihre kulturelle Herkunft geprägt sind, wenn sie sich gegenseitig mit ihren unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Erfahrungen als gleichwertig anerkennen, Vielfalt grundsätzlich als Bereicherung verstehen, Interesse an unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Erfahrungen haben, durch unterschiedliche Hintergründe geprägte Meinungen wertschätzen und ein Ergebnis anstreben, in dem sich alle wiederfinden..
In ethnisch, kulturell, sprachlich und religiös heterogenen Spielgruppen erhalten auch szenische Projekte, die vordergründig keine interkulturellen Fragen aufwerfen, im Diskurs über Themen und Texte eine interkulturelle Dimension..
Wie im professionellen Theater kann auch im Darstellenden Spiel in der Schule die kulturelle und sprachliche Vielfalt für die szenische Arbeit genutzt werden und so zu einem unverwechselbaren Profil führen, das Vielfalt als Bereicherung erlebbar macht..
Schülerinnen und Schüler lernen in der Beschäftigung mit den Theaterformen anderer Kulturen, dass kulturelle Praktiken die Werte und Bedürfnisse der Gesellschaften, in denen sie entstehen, widerspiegeln und in einem steten Wandel begriffen sind..
Ethische Kompetenz
In der Auseinandersetzung mit den thematischen Aspekten eines szenischen Projektes (z. B. Macht, Krieg, zwischenmenschliche Beziehungen, Verhältnis zwischen Mensch und Natur) reflektieren die Schülerinnen und Schüler ethische Normen und Verhaltensweisen. Sie gewinnen so einen Einblick in verschiedene Wertesysteme und deren historische und gesellschaftliche Zusammenhänge..
Erfolgreiche Teamarbeit setzt ethisches Verhalten voraus (z.B. Unterstützung von Mitschülern, Rücksichtnahme, Toleranz, verantwortungsvoller Umgang mit Stärken und Schwächen Einzelner)..
Schülerinnen und Schüler begreifen ihre Aufführungen als einen Beitrag zur Auseinandersetzung über ethische Werte in der Gesellschaft.
Lern-, Methoden- und Problemlösekompetenz
Die Schülerinnen und Schüler recherchieren selbstständig zu ausgewählten Themen und Stoffen (Bibliotheken, Internet, Befragungen etc.)..
Sie führen Studien vor Ort durch (Zoo, Bahnhof etc.)..
Sie setzen unterschiedliche Assoziationsverfahren und Brainstorming-Methoden zur Entwicklung von Spielmaterial ein..
Sie planen ihre Arbeitsprozesse, entwickeln Strategien zum termingerechten und strukturierten Arbeiten..
Sie entscheiden sich für unterschiedliche Sozialformen des Arbeitens, organisieren ihre Gruppenarbeit und die Art der Dokumentation und Präsentation..
Sie überprüfen ihre Arbeitsergebnisse regelmäßig..
Sie experimentieren mit alternativen Lösungsmöglichkeiten..
Lesekompetenz
Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Texten unterschiedlichster Art auseinander, um szenisches Material zu erarbeiten (kontinuierliche Texte wie Dramen, Erzählungen, Sachtexte und nicht-kontinuierliche Texte wie Graphiken, Lexikon-Einträge, Bilder)..
Sie erschließen Einzelinformationen aus dem Kontext und verstehen innere Zusammenhänge..
Textinformationen werden mit eigenen Kenntnissen abgeglichen und fehlende Kenntnisse ergänzt (z. B. müssen sich die Schülerinnen und Schüler über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einer im 19. Jahrhundert spielenden Handlung informieren)..
Um aus einem Text eine Szene zu entwickeln, müssen sie diesen intensiv und sehr genau lesen und die Informationen für die Bühne konkretisieren und materialisieren..
Um Rollen gestalten zu können, erschließen sie Subtexte..
Insbesondere bei der Gestaltung von Dramentexten füllen sie Leerstellen, indem sie aus dem Kontext erschließen oder imaginieren, was geschehen sein könnte..
Um eine Rolle „spielen“ zu können, d. h. sie mit dem eigenen Körper zu gestalten, verbinden sie eigene Erfahrungen und Gefühlserlebnisse mit ihrem Verständnis der Texte..
Sie lassen sich auf die soziale Ko-Konstruktion von Bedeutung ein. Da sich die Mitglieder einer spielenden Gruppe auf eine Interpretation einigen müssen, werden sie verschiedene Lesarten in Erwägung ziehen und sich über das, was der Einzelne verstanden hat, verständigen..
Sie kennen Merkmale von Stilen, Textsorten und Gattungen und berücksichtigen deren mögliche Intentionen (z. B. diskursiv, appellativ, informativ) in ihrer szenischen Arbeit..
Um einen Spieltext zu erstellen, wenden sie Methoden der Texterarbeitung und -überarbeitung an (z. B. Schreibkonferenzen)..
Präsentationskompetenz
Die Vorbereitung einer szenischen Präsentation erfordert von den Schülerinnen und Schülern intensive Reflexion über die Rahmenbedingungen (Ort, Zeitpunkt, Adressat, Ressourcen u. a.) der Präsentation..
Der Erwerb von Bühnenpräsenz befähigt sie zur Durchführung von Präsentationen in unterschiedlichen Kontexten..
Im Präsentationsakt üben sie, einen adressaten- und situationsadäquaten sprachlichen und körperlichen Ausdruck zu finden..
Sie lernen, den Kontakt zum Zuschauer herzustellen und zu halten..
Durch ihre vielfältigen Präsentationserfahrungen verlieren sie Unsicherheiten im Auftreten sowie persönliche Ängste und Bedenken..
Sie entwickeln ein Gespür für die Wirkung des Dargebotenen auf die Adressaten und sind in der Lage, darauf angemessen zu reagieren..
Prozesskompetenz
Prozesse nicht nur allein, sondern in der Gruppe zu gestalten.
selbst Ziele für ergebnisoffene Aufgaben zu formulieren.
Strategien zur Aufgabenlösung anzuwenden.
Zeit zu strukturieren.
trotz Verunsicherungen das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Durststrecken auszuhalten und dabei Ausdauer zu beweisen.
Alternativen zu finden und auszuprobieren.
vorläufige Ergebnisse unter Umständen zu verwerfen.
Entscheidungen zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten zu treffen.
Kompromisse sozial verträglich auszuhandeln.
zwischen Ideal und Wirklichkeit pragmatisch zu entscheiden..
Medienkompetenz
Medienkunde: Wissen um die heutigen Mediensysteme und Fähigkeit, mit den modernen Geräten umzugehen.
Medienkritik: Analyse medialer Erzeugnisse, reflektierender Umgang mit ihnen und Erkennen der damit verbundenen ethischen Dimensionen.
Mediennutzung: rezeptives Anwenden der Medien und Wahrnehmen der interaktiven Möglichkeiten.
Mediengestaltung: alle innovativen und kreativen, also alle jenseits der Alltagsroutinen stattfindenden Aktivitäten des Menschen im Umgang mit Medien Das Fach Darstellendes Spiel kann in mehrfacher Hinsicht den Erwerb von Medienkompetenz fördern:.
Schülerinnen und Schüler machen die Medien selbst zum Thema und Inhalt szenischer Arbeit..
Sie eignen sich ein umfangreiches Wissen um die technischen Möglichkeiten, systematischen Zusammenhänge und gesellschaftlichen Wirkungen der Medien an..
Sie analysieren und reflektieren nach ausgiebiger rezeptiver und interaktiver Nutzung der Medien deren Produkte..
Sie setzen Medien als theatrale Gestaltungsmittel bei der Realisierung szenischer Produkte ein..
Sie recherchieren in verschiedenen Medien Texte, Materialien und Themen..
Sie eignen sich vor dem Einsatz neuer Medien als Gestaltungsmittel eine solide Kenntnis der Technik und deren Wirkungsweise an..
Neue Medien fordern zum kreativen Umgang und zum Experimentieren heraus..
Neue Medien machen den kritischen und reflektierten Umgang mit ihnen notwendig..
Die zwangsläufig auftretenden Reibungsflächen zwischen Theater und Medien setzen einen Diskurs darüber in Gang, inwieweit Theater selbst als Medium gesehen werden kann bzw. inwieweit neue Medien das Theater der Gegenwart und seine Wirkungen verändern können..
Kulturelle Kompetenz
Schülerinnen und Schüler entwickeln durch die im Schauspiel stets auch vorhandenen künstlerischen, musikalischen und tänzerischen Anteile Sensibilität für performative Kunstformen, in denen diese Elemente im Vordergrund stehen (Oper, Ballett etc.)..
Sie entwickeln über die Auseinandersetzung mit Texten verschiedenster Art auch ein vertieftes Verständnis für unterschiedliche literarische Textsorten und Schreibstile und setzen sich mit diesen kritisch auseinander..
Eigene Spielerfahrungen vermitteln ihnen auch die Fähigkeit zur Einschätzung der darstellerischen Qualität in Spielfilmen und Fernsehsendungen..
Im Vergleich der unterschiedlichen Produktionsformen und Rezeptionsmodi lernen sie auch, sich kritisch mit Film und Fernsehen auseinander zu setzen..
Durch eigene reflektierte Erfahrungen mit Theateraufführungen lernen sie bei anderen performativen Veranstaltungen (z. B. Popkonzerte, Sportveranstaltungen) das Verhalten von Produzierenden und Rezipierenden und ihre Interaktionen zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Trotz der inhaltlichen Überschneidung der Begriffe interkulturelle und kulturelle Kompetenz wird interkulturelle Kompetenz den Sozialkompetenzen und kulturelle Kompetenz den übergeordneten Sachkompetenzen zugeordnet. Bei interkultureller Kompetenz geht es vorrangig um eine Kompetenz im Umgang mit Menschen anderer Herkünfte. Bei kultureller Kompetenz hingegen geht es vorrangig um den Umgang mit Kulturgütern..
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Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz — Lehrplan Darstellendes Spiel, Grundfach, Einführungsphase und Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe (Mainzer Studienstufe), 2008
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