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Lehrpläne Rheinland-Pfalz
Gymnasium
Darstellendes Spiel (wahlpflichtfach 2026)
inhaltsbezogen
Lernbereich 1: Konstituierende Elemente
102
Lernbereich 2: Konstituierende Strukturen und Inhalte szenischer Produkte
62
Lernbereich 3: Ästhetische Gestaltung
17
Lernbereich 4: Ästhetische Wahrnehmung und ästhetisches Urteil
9
Lernbereich 5: Theaterkunde
11
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Lernbereich 1: Konstituierende Elemente
Begriffsrepertoire in Bezug auf körperorientiertes Spiel kennen lernen und anwenden
Ausdrucksqualitäten von Gestik, Mimik und Proxemik (Bewegung im Raum) erkunden und als Gestaltungsmittel einsetzen
elementare Bewegungsarten (sitzen, liegen, stehen, fallen, gehen,...) als Ausdrucksträger erkennen und einsetzen
Elemente der alltäglichen Körpersprache wahrnehmen, ihre Wirkung erkennen und sie bewusst als theatrale Ausdrucksmittel einsetzen, um ∗ Emotionen auszudrücken ∗ Stimmungen zu schaffen ∗ Situationen zu verdeutlichen ∗ Räume zu schaffen ∗ theatrale Figuren zu gestalten ∗ Beziehungen zwischen Figuren zu klären
Techniken des Bewegungstheaters wie Freeze, Zeitraffer und Zeitlupe, Bühnenkampf- und Falltechniken, Marionetten, Roboter kennen lernen und anwenden
Techniken des Bildertheaters wie Statuen, lebende Bilder, lebendes Bühnenbild, Tableaux, ”Schnappschüsse” kennen lernen und anwenden
Techniken bei der Gestaltung von Gruppenaktionen wie Spiegeln, Domino, Schatten, Verdoppelungen bzw. Vervielfachung von Bewegungen kennen lernen und anwenden
Elementare Grundtechniken der Pantomime (pantomisches Gehen, Treppensteigen, imaginäre Gegenstände handhaben, imaginäre Räume schaffen, imaginäre Kraft einsetzen...) kennen lernen
elementare Tanztheatertechniken kennen lernen (z.B. eine inhaltliche Aussage tänzerisch schaffen)
Begriffsrepertoire in Bezug auf den Teilbereich ”Stimme und Sprechen” kennen lernen und anwenden
Zusammenhang zwischen Atmung, Bewegung und Stimme erkennen und bewusst herstellen
Stimmveränderung durch körpereigene und technische Mittel erfahren
das stimmliche und sprecherische Ausdrucksrepertoire erweitern und differenzieren (deutliches Sprechen, modulieren, rhythmisieren, gliedern)
mit Artikulationsweisen experimentieren (schreien, flüstern, langsam, schnell, gedehnt, gestoßen sprechen)
mit unterschiedlichen Arten des Sprechens die Bedeutung von Sprechinhalten verändern
Emotionen stimmlich, aber nicht-sprachlich ausdrücken können (kichern, seufzen, stöhnen, lachen, weinen)
mit Spielpartnern Stimme und Sprechausdruck in Redesituationen aufeinander abstimmen
Stimme und Sprechausdruck in Lautstärke, Tonhöhe und Sprechtempo an die akustischen Gegebenheiten des Raumes, an die Spielform und an die Aussageabsicht anpassen
Wechselwirkung zwischen gestaltetem Sprechen und anderen theatralen Ausdrucksträgern erfahren
Experimentieren mit Nonsens-Sprachen
Formen des chorischen Sprechens (gleichzeitig, versetzt, Domino, Refrain, ...)
Nutzung der Stimme als Klang- und Geräuschinstrument (Hintergrundgeräusch, Klangteppich, Maschinen, Natur, ...)
sich ein Begriffsrepertoire in Bezug auf Rollenarbeit aneignen
überlegen, welche Rollenvorgaben in einer Textvorlage durch das Projektvorhaben festgelegt sind bzw. festgelegt bleiben sollen (Junge/Mädchen; physische Erscheinung; psychische Verfassung; spezifische Anforderungen an Stimme, Gestik, Bewegung)
ihr eigenes Darstellerpotenzial (unveränderliche Faktoren in physischer oder stimmlicher Hinsicht und veränderliche Faktoren im Ausdruckspotenzial) so einsetzen, dass sie den Anforderungen der Rolle gerecht werden
Möglichkeiten der Typisierung kennen lernen und damit experimentieren (z.B. durch Reduktion oder Übertreibung)
erkennen, dass Besetzungen, die scheinbar ”gegen” die Rolle wirken, diese Rolle neu und überraschend interpretieren und eindrucksvolle Wirkungen erzeugen können (z.B. wenn eine ”typische” Jungenrolle von einem Mädchen gespielt wird oder umgekehrt)
erkennen, dass eine theatrale Figur aus der Synthese von Darsteller und Rolle entsteht
verschiedene Methoden der physischen und psychischen Annäherung an Rollen kennen und anwenden: − Rollenbiografie − Haltungen, Gänge, Gestik, Mimik, Sprechgestus für Rollen probieren und finden − Überlegungen zur individuellen Gestaltung von Figuren durch Kostüm und Maske
weitere Methoden der Rollenerschließung kennen und anwenden − szenisches Interview − Erschließung von Subtexten − ”alter ego”-Übungen − ”Pro- und Contra”-Methoden − Komponentenanalyse
Methoden kennen, um Beziehungen zwischen Figuren deutlich zu machen − Standbilder − Beziehungstableaus − Improvisationen zu ”Leerstellen” einer Vorlage (z. B. Figuren in unterschiedlichen − Konstellationen treffen aufeinander)
sich ein Begriffsrepertoire in Bezug auf Kostümgestaltung aneignen
Lust entwickeln, durch Kostümieren in andere Rollen zu schlüpfen
erfahren, dass Kostüme Teil der Aussage sind
die Problematik von ”naturalistischen” Kostümen kontinuierlich erfahrbar machen
in einheitlichen Grundkostümen spielen, mit kleinen Veränderungen und einfachen Attributen (z.B. Hut, Schürze) experimentieren
beim Entwerfen und Herstellen von Kostümen mit Mitteln der Reduktion und Stilisierung arbeiten (z.B. eine einzelne Feder für einen Vogel)
für Figuren und Spielinhalte Kostüme finden / entwerfen / herstellen
mit einfachen Mitteln Kostüme herstellen
Kostüme aus unterschiedlichen Grundmaterialien herstellen (Papier, Tücher, Draht)
Kostüme bewusst einsetzen, um Aussagen zu gestalten (z.B. Märchen in modernen Kostümen)
die Bedeutung von Kostümierung als Teil des Figuren- und Inszenierungskonzepts begreifen
Wirkung von Kostümen im Kontext zu den anderen bühnenspezifischen Ausdrucksträgern, insbesondere Licht, einschätzen können
Kostüme als Spielanlässe nutzen
Kleidung im Wandel der Geschichte in Ansätzen kennen und diese Kenntnisse zur Gestaltung von Kostümen nutzen
sich ein Begriffsrepertoire in Bezug auf Schminktechniken aneignen
Lust wecken bzw. erhalten, durch Schminken das eigene Gesicht zu verändern
Maske als Möglichkeit erleben, sich mit Rollen zu identifizieren
einfache Schminktechniken erlernen
typisierende Schminkmöglichkeiten ausprobieren
Möglichkeiten kennen lernen, durch Schminken Gesichter zu gestalten (”Schönschminken”, Fantasie- und Tiermasken)
erfahren, dass Schminkmasken Teil der Aussage sind
für Figuren und Spielinhalte Schminkmasken finden / entwerfen / herstellen
die Bedeutung von Maske als Teil des Figuren- und Inszenierungskonzepts begreifen
Wirkung von Maske im Kontext zu den anderen bühnenspezifischen Ausdrucksträgern , insbesondere Licht, einschätzen können
geschminkte Masken als Spielanlässe nutzen
sich ein Begriffsrepertoire zur Beschreibung von Funktionen beim Umgang mit Requisiten aneignen
optische, haptische und akustische Qualitäten eines Requisits allein und in Gruppen erforschen und gestaltend einsetzen
verschiedene Funktionen eines Requisits kennen − Gebrauchsgegenstand − Mitspieler (Aussage unterstützend oder zur Charakterisierung einer Person) − Gegenspieler (z. B. ”Tücke des Objekts”) − suggestiver Gegenstand (Anmutungsqualität, fantasievolle ”Übersetzung” eines Gegenstandes in einen anderen) − Symbol für Vorgänge, Bedeutungen eines Inhalts
mit multifunktionalen Einsatzmöglichkeiten von Requisiten (Hüte, Stöcke, Steine, Zeitungen, Tücher, Seile, ...) experimentieren
Requisiten zur Charakterisierung von Figuren finden
Herstellen von Requisiten aus einfachen Materialien
den Symbolgehalt von Requisiten erforschen und symbolhaltige Requisiten für unterschiedliche Inhalte finden
Spiel mit imaginären Gegenständen (pantomimische Techniken)
Requisit als Kern eines Spielgeschehens und auch als Ausgangspunkt von Spielaktionen
sich ein Begriffsrepertoire zur Bühnengestaltung aneignen
eine bühnenwirksame Aussage mit minimalen Mitteln herstellen (”armes Theater”)
multifunktionale Bühnenelemente finden und mit ihnen experimentieren (Kisten, Stühle, Tische, Stellwände, ...)
nicht-naturalistische Möglichkeiten von Kulisse und Dekor erkunden und erproben, z.B. − ein einzelnes Dekorteil als symbolhaltiges Gesamtbühnenbild − Verzerrung von Dimensionen in Kulisse und Dekor
mit den Körpern der Spielerinnen und Spieler ein ”lebendiges” Bühnenbild (Vorhang, Wände, Bäume, Möbelteile) schaffen
mit einem ”bespielbaren” Bühnenbild (Gerüste, Leitern, Kisten etc.) experimentieren
multifunktionale Bühnenelemente herstellen (Kisten, Treppen, Stellwände, Gerüste)
den funktionalen Zusammenhang von Kulisse/Dekor mit Inhalt, Aussage und Stimmung eines szenischen Produkts erkennen und verdeutlichen
den funktionalen Zusammenhang von Kulisse/Dekor mit anderen bühnenspezifischen Ausdrucksträgern wie Licht, Kostüm, Requisit erkennen und verdeutlichen
Konzepte für Bühnenbilder entwickeln im Hinblick auf − gewünschte Aussage − Gegebenheiten des Raumes − materielle Möglichkeiten − handwerkliche Möglichkeiten
sich ein Begriffsrepertoire für das Spiel im Raum aneignen
einen Raum bespielen ( Ausrichtung auf ein Publikum, Anordnung und Verteilung der Spieler im Raum, Raumgleichgewicht, ...)
Wirkung von Positionen und Bewegungen von einzelnen Spielern und Gruppen im Raum wahrnehmen: − oben - unten, − vorne - hinten, − diagonal
Wirkung von Positionen und Bewegungen von einzelnen Spielern und Gruppen im Raum als Gestaltungsmittel einsetzen: − Nähe - Distanz, − Enge - Weite, − Hierarchie, Macht
durch den körperlichen Ausdruck Raumeindrücke vermitteln (z.B. Dunkelheit, Kälte, Bedrohlichkeit...)
Positionen und Anordnungen von Spielobjekten im Raum in ihrer Wirkung erproben
mit einfachen Mitteln einen Raum in einen aussagebezogenen Spielraum verwandeln
neben den traditionellen Bühnen unterschiedliche Räume als Spielräume entdecken ( Treppenhaus, Flur, Pausenhof, ...)
Qualitäten unterschiedlicher Räume wahrnehmen und als Ausdrucksträger nutzen
für Spielinhalte Raumkonzeptionen entwickeln und umsetzen
Stationentheater
öffentliche Schauplätze als Spielorte für Straßentheater erkunden
Fachvokabular in Bezug auf Bühnenbeleuchtung und den Umgang damit aneignen
erfahren, dass Licht Teil der theatralen Aussage ist
unterschiedliche Lichtquellen (natürliche und künstliche) als Beleuchtungsmöglichkeiten erfahrbar machen
mit unterschiedlichen Beleuchtungsmöglichkeiten (z.B. Kerzen, Taschenlampen, Bühnenscheinwerfer, Schwarzlicht) experimentieren
technische Möglichkeiten der vorhandenen Scheinwerfer ausprobieren, erkunden (z.B. Lichteinfall, Schatten) und gestaltend einsetzen
die vorhandene Lichtanlage fachgerecht bedienen können
mit den vorhandenen Lichtquellen Beleuchtungskonzepte entwickeln und erproben: − Stimmungen schaffen − Figuren charakterisieren − Figuren verbinden, trennen, isolieren, hervorheben − Räume schaffen und definieren − Vergehen von Zeit erfahrbar machen
zu einer vorgegebenen Beleuchtung Spielhandlungen entwickeln
Begriffsrepertoire in Bezug auf die akustischen Ausdrucksträger aneignen
Palette musikalisch/akustischer Möglichkeiten kennen und ausprobieren − experimentieren mit den Geräusch- und Klangqualitäten unterschiedlicher Materialien (z.B. Steine, Plastiktüten) − Stimme und Körper der Spieler als Klang- und Geräuschinstrument entdecken (z.B. schnalzen, klatschen, trampeln) − akustische Qualitäten von Musikinstrumenten erkunden (z.B. klopfen, surren, Saiten ziehen.) − singen − mit Instrumenten musizieren (Live-Musik) − Musik, Geräusche, Klänge über Tonträger einsetzen − mit Stimmen, Instrumenten und anderen Materialien Klangteppiche und Klangatmosphären schaffen − bewusst mit Stille und mit Pausen umgehen
die Tonanlage fachkundig bedienen können
dramaturgische Funktionen von Musik/Geräusch/Klang kennen und nutzen: − Leitmotive entwickeln − Stimmungen schaffen − Figuren charakterisieren − Handlungen strukturieren / rhythmisieren / begleiten / kontrastieren / unterstützen / kommentieren − Gesten hörbar machen (”Mickey-Mousing”: z.B. instrumental hergestelltes Zähneknirschen) − Musik und Gesang als Teil von Spielhandlungen einsetzen − musikalische Zitate bzw. musikalische Stile als Gestaltungsmittel nutzen
den Zusammenhang mit anderen Ausdrucksträgern wahrnehmen und gezielt einsetzen (z.B. Choreografien, Licht und Musik, Sprache und Musik)
zu musikalischen / akustischen Impulsen szenische Sequenzen entwickeln
für Inszenierungen geeignete musikalische / akustische Konzepte entwickeln
Lernbereich 2: Konstituierende Strukturen und Inhalte szenischer Produkte
sich ein Begriffsrepertoire zum Einrichten und Bearbeiten von Spielvorlagen aneignen
die Bedingungsfaktoren der eigenen Spielgruppe realistisch einschätzen lernen (Größe, Alter, Spielinteressen, Können und Spielabsicht der Gruppe selbst; räumliche und technische Möglichkeiten des Spielortes; Bezug zum Publikum ...)
gemäß den Bedingungsfaktoren die wichtigsten Grundverfahren der Einrichtung eines Stücks kennen und ansatzweise anwenden: − Streichen als eine Möglichkeit ansehen, so entschieden in einen Text einzugreifen, dass die Spielabsicht besonders deutlich wird (z.B. Reduktion auf ein Thema oder auf nur wenige Personen ...) − Erweitern als eine Möglichkeit erkennen, eine kurze Spielvorlage oder eine Vorlage mit wenigen Figuren so anzufüllen, dass spezifische Gruppenbelange berücksichtigt werden (z.B. alle Spielerinnen und Spieler durch Erfinden einer Parallelhandlung in ein figurenarmes Stück ”einbauen”; das zentrale Thema eines kurzen Stücks durch Zusatztexte zum gleichen Thema ”anreichern”...) − Umformen als eine Möglichkeit erkennen, die Aussage eines Textes unter einer neuen Perspektive erscheinen zu lassen (z.B. Aussage eines älteren Stücks unter Bedingungen der Gegenwart beleuchten; moderne Figuren in alten Text einsteigen lassen)
bei diesen Grundverfahren der Einrichtung sich klar werden, wie bearbeitet werden kann, warum bearbeitet werden soll und zu welchem Zeitpunkt der Projektarbeit sinnvollerweise die Spielvorlage bearbeitet werden sollte
erkennen, dass dramatische Handlungen eine klare überschaubare Struktur haben sollten, dass ein Zeitgerüst für die Handlung festgelegt werden muss, dass das ”timing” stimmt, dass spannungsfördernde Elemente vonnöten sind
Figuren aus dem Ausgangsmaterial herausfinden, die zur Identifikation einladen bzw. Figurenkonstellationen, die durch Grundmodelle wie ”Kontrast”, ”Dreieck” oder ”Einzelner- Kollektiv” spannungsfördernd sind
Sprache so umformen können, dass aus dem narrativen Text zielgerichtete, handlungsvolle Dialoge entstehen und dass eine Nähe zur Eigensprachlichkeit der Spielerinnen und Spieler hergestellt wird
das Ausgangsmaterial auf seine szenische Realisierbarkeit hin einschätzen und überprüfen können
Spielinhalte aus Improvisationen entwickeln
Figuren finden, erfinden und zu anderen Figuren in Beziehung setzen
zu Themen szenische Zugänge finden
zu Themen dramatisch stimmige Handlungen erfinden
dramaturgisch überzeugende Dialoge bzw. Texte entwickeln
zu Spielhandlungen dramaturgisch geeignete Strukturen finden (Collage, geschlossene Handlung etc.)
sich ein Begriffsrepertoire zur Beschreibung von Bauformen aneignen
auf der Makro- und Mikro-Ebene Strukturmerkmale einer gebundenen Bauform kennen und erkennen (Handlung, Spannung, Personal, Sprache, raum-zeitliches Kontinuum)
auf der Mikro-Ebene dramaturgische Strukturmerkmale vorgegebener gebundener Formen in Spiel umsetzen
auf der Mikro-Ebene Strukturmerkmale bei der Entwicklung eigener Szenen berücksichtigen: − Handlungskonzept entwickeln − klaren Anfang, klaren Höhepunkt, klares Ende finden − einen Konflikt entwickeln: einführen, entfalten, lösen − stimmige Figuren und klare Figurenkonstellationen finden − eine stimmige Sprachebene finden − Dialoge entwickeln − Mittel, mit denen Spannung erzeugt wird, erproben
auf der Makro-Ebene ansatzweise dramaturgische Strukturmerkmale vorgegebener gebundener Formen umsetzen
auf der Makro-Ebene ansatzweise gebundene Teilstrukturen entwickeln (s.o.)
Merkmale der freien Formen kennen und erkennen (z.B. Strukturierungs- und Verknüpfungselemente, Rahmenhandlung, Tempo/Timing)
in Ansätzen Ideen entwickeln zur Komposition von Szenenfolgen: − sinnvolle Reihenfolge der Einzelelemente finden − schlüssige Rahmenhandlungen erfinden − besondere Möglichkeiten für Anfänge und Schlüsse ausprobieren (z.B. Gruppentableau)
unterschiedliche Ideen für strukturierende und verknüpfende Elemente entwickeln (z.B. musikalische Elemente, spielerische und formale Elemente, running gags, ...)
Rhythmisierende Möglichkeiten kennen und anwenden (z.B. Wechsel von schnellen/langsamen, kurzen/längeren, lauten/leisen Szenen, Gruppen-/Einzelszenen)
Möglichkeiten, Stimmungen zu variieren, ausprobieren
Eigengesetzlichkeiten dieser Spielform kennen und beim Spiel beachten: − das gesamte Bewegungsrepertoire auf den besonderen Ausdruck der Maske ausrichten können − mit Mitteln der Körpersprache die fehlende Mimik ersetzen können (z.B. zum Ausdruck von Gefühlen) − beachten, dass Masken nur frontal wirken − jedes Zusammenspiel mit Partnern sorgfältig koordinieren (eingeschränkte Sicht)
einfache Masken aus unterschiedlichen Materialien herstellen und ihre Bespielbarkeit überprüfen (Papier, Draht, Wellpappe, Pappmaschee)
Wirkungen von Masken erkunden: − Masken im Zusammenspiel mit anderen Masken − identische Masken bei unterschiedlichen Spielaufträgen − Masken im Zusammenspiel mit anderen Ausdrucksträgern
sorgsam mit den Masken umgehen
Bereitschaft entfalten, sich mit eigener Emotionalität im Maskenspiel auseinanderzusetzen
Wirkungskontrollen durch andere Spieler in ihrer Bedeutsamkeit erkennen und in den Probenprozess kontinuierlich integrieren
unterschiedliche Maskenarten und ihre Besonderheiten kennenlernen
für spezielle Projektziele Masken anfertigen und im Spiel erproben
zu Masken Geschichten und/oder Choreografien entwickeln
zu Musik Maskenimprovisationen entwickeln
zu Masken Figuren entwickeln
mit Möglichkeiten des Einsatzes von Sprache experimentieren (Spracheinblendungen, Trennung von Spieler und Sprecher)
Eigengesetzlichkeiten dieser Spielform kennen und beim Spiel beachten: − die besondere Bewegungstechnik für Schattentheater kennen und anwenden − Haltungen, Stellungen und Bewegungen exakt und bewusst steuern (da Spielfiguren nur im Profil, als Silhouette wirken) − mit Möglichkeiten, die menschliche Gestalt zu verändern und zu verzerren, experimentieren (z.B. Kissen als dicker Bauch) − die Möglichkeiten, Tiefenwirkung zu erzeugen, kennen und anwenden − jedes Zusammenspiel mit Partnern sorgfältig koordinieren − die Schwierigkeiten, Figurengruppen als Schatten wirkungsvoll sichtbar zu machen, realistisch einschätzen (Unsichtbarkeit bei Überschneidungen)
die Leichtigkeit von Orts- und Zeitwechseln in diesem Medium ausprobieren und spielerisch einsetzen
Bereitschaft entwickeln, eine besonders hohe Konzentration aufzubringen (da jede unkontrollierte Bewegung sofort die Wirkung zerstört)
Wirkungskontrollen durch andere Spieler in ihrer Bedeutsamkeit erkennen und kontinuierlich im Probenprozess einsetzen (wechselnde Spiel- und Kontrollgruppen)
Fantasievolle Requisiten finden, erfinden, anfertigen
Möglichkeiten und Wirkungen von ”Kulissen”-Einblendungen im Schattenspiel erkunden und ”Kulissen” anfertigen
mit Möglichkeiten des Einsatzes von Sprache experimentieren (die Spielerinnen und Spieler hinter der Schattenwand sollen nicht sprechen, da sonst die Illusion verloren geht)
verstehen, wie Schwarzes Theater funktioniert
Eigengesetzlichkeiten dieser Spielform kennen und beim Spiel beachten: − sich bewusst machen, was sichtbar und was unsichtbar ist, die Illusionswirkung einschätzen und bewusst einsetzen − besondere Bewegungstechnik für Schwarzes Theater kennen und bewusst einsetzen − die flächenhafte Wirkung einkalkulieren und damit experimentieren
Fantasievolle Requisiten und Objekte finden, erfinden und anfertigen
verantwortungsvoll mit Materialien umgehen
Spielabläufe sorgfältig vorbereiten und organisieren (beim Spiel ist es dunkel!)
jedes Zusammenspiel mit Mitspielern sorgfältig koordinieren (Unsichtbares vor Sichtbarem wird ”sichtbar”, dadurch Illusionszerstörung!)
Bereitschaft entwickeln, eine besonders hohe Konzentration aufzubringen, da jede unkontrollierte Bewegung sofort die Illusion zerstört
Bereitschaft entwickeln, sich auf intensive Ensemblearbeit einzulassen (erhöhte Achtsamkeit im Dunkeln)
Spielabläufe zu musikalischen Impulsen entwickeln
Choreografien für einzelne Körperteile entwickeln (z.B. Ballett der weißen Hände)
die Schülerinnen und Schüler sollen in der Lage sein, Handlungen (Plots) auf ihre Relevanz für die jeweilige Gruppe zu überprüfen und die Umsetzbarkeit realistisch einzuschätzen
die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur Plots, sondern auch Erfahrungsfelder, Stoffe, Motive, Epochen und Figuren als mögliche Quellen für Spielinhalte wahrnehmen können
sie sollen in der Lage sein, mögliche Themen/ Stoffe/ Motive/ Figuren für ein Spielvorhaben zu sondieren
sie sollen in der Lage sein, sich auf solche Erfahrungsfelder / Themen / Stoffe / Motive / Epochen oder Figuren zu einigen, in denen sich die Gruppe wieder finden kann
sie sollen lernen, für das ausgewählte Spielvorhaben (Thema/ Stoff etc.) entsprechende Recherchen durchzuführen, Material (fremdes oder eigenes) zu sichten und auszuwählen
sie sollen szenische Spielideen zu Erfahrungsfeld/ Thema/ Stoff/ Motiv/ Epoche und Figuren im Rahmen ihres Spielvorhabens entwickeln können
sie sollen in der Auseinandersetzung mit Themen/ Stoffen/ Motiven/ Epochen/ Figuren eigene Anteile entdecken und eigene Zugänge erkunden und einbringen
sie sollen in der Auseinandersetzung mit Themen/ Stoffen/ Motiven/ Epochen und Figuren auch fremde Standpunkte, Haltungen, Perspektiven erproben und einnehmen können
Lernbereich 3: Ästhetische Gestaltung
Einsicht in die Struktur einer Szene gewinnen und diese Kenntnisse anwenden: Anfang und Ende, Höhepunkt, Spannungsbogen
Einzelelemente aufeinander abstimmen können (z.B. für eine Figur ein Kostüm finden, das den Charakter der Figur unterstreicht oder zu einem Spielinhalt eine passende Musik finden etc.)
Mittel der Reduktion, Stilisierung, Fokussierung und Abstraktion kennen und anwenden
Methoden des Rollensplittings kennen lernen
bei der Beschäftigung mit Details die Gesamtaussage im Blick behalten können
einen Spielstil finden können
die Struktur vorgegebener Szenen (z.B. Minidramen) analysieren können (Inhalt, Problem, Figuren, Konflikt, Beziehungsstruktur, Handlungsstruktur, Aussagerichtung)
einen einheitlichen Spielstil für Spielsequenzen finden können
stimmige Inszenierungskonzepte entwickeln können (überzeugende Einbindung von Einzelelementen wie Musik, Maske, Kostüm, Licht, Bühnenbild in das Gesamtkonzept)
dramaturgisch wirkungsvolle Strukturen kennen und für das Projekt nutzen (Spannungsbogen, Rhythmisierung, Tempo, Timing, Wiederholungen)
Verknüpfungsmöglichkeiten für Szenen zu einer Szenenfolge kennen und anwenden können
eine Spielvorlage einrichten können
überlegen, vor welchem Publikum das Stück gespielt werden soll (Kinder, "peer group", gemischtes Schulpublikum...)
die intendierte Wirkung klären (erheitern, schockieren, betroffen machen, ...)
nachdenken und ausprobieren, mit welchen Mitteln diese Wirkungen erzielt werden könnten
sich darüber verständigen, was dem Publikum ”zugemutet” bzw. zugetraut werden kann/soll (Erwartungen bewusst nicht ”bedienen”; Mehrdeutigkeiten, Anspielungen, Zitate, verschlüsselte Bilder...)
über die gemeinsame Kommunikationsbasis zwischen Spielern und Publikum reflektieren (z.B. Elemente aus der Jugendkultur, die Erwachsenen evtl. fremd sind)
Lernbereich 4: Ästhetische Wahrnehmung und ästhetisches Urteil
Entwicklung einer adäquaten Fachterminologie
Überprüfung theatraler Wirkungen bei der szenischen Arbeit in Kleingruppen, wenn z.B. Gruppenmitglieder Regieaufgaben übernehmen
Betrachten, Beschreiben und Besprechen von Zwischenergebnissen
Reflektieren und beurteilen können, inwieweit die erreichte Wirkung mit der intendierten übereinstimmt und welche Wege zur Verbesserung eingeschlagen werden müssen
kritisches Auseinandersetzen mit einem Projektergebnis (Aufführung) und eventuell Überarbeiten von Einzelheiten.
im Blick auf Lernbereich 1: − die theatralen Ausdrucksträger und ihren besonderen Einsatz in der Inszenierung bewusst wahrnehmen können (Körpersprache, Sprache, Schminkmaske, Kostüm, Requisiten, Bühnenbild, Licht, Musik/Klang etc.)
im Blick auf Lernbereich 2: − Inhalte analysieren können in bezug auf Plot, Thema, Epoche etc. − Bauformen erkennen und beschreiben können − erkennen können, um welche Art von Spielvorlage es sich handelt (z.B. Drama, Jugendbuch, Textcollage) − besondere Spielformen wahrnehmen und einordnen können
im Blick auf Lernbereich 3: − ansatzweise Regiekonzeptionen (das Zusammenwirken von einzelnen Ausdrucksträgern) erkennen und beschreiben können − den Zuschnitt der Inszenierung auf ein bestimmtes Zielpublikum erkennen können (z.B. Jugendstück)
im Blick auf Lernbereich 5: − evtl. einzelne Faktoren der Aufführung in Zusammenhang sehen mit ihren theatergeschichtlichen bzw. -theoretischen Hintergründen
Lernbereich 5: Theaterkunde
einen ersten Überblick über die Entwicklung des Theaters erhalten und erkennen, dass sich das heutige Theater auf eine lange europäische Tradition gründet
theatergeschichtliche Begriffe, Fakten und historische Zusammenhänge kennen und in das jeweilige Projektvorhaben einbeziehen
die Geschichte einzelner Spielformen als Hintergrundwissen für eigene Projekte nutzen
ein Bewusstsein für die besondere Seinsform des Theaters entwickeln: − für seine absolute Gegenwärtigkeit (existiert nur im Moment der Herstellung) − für eine Kunstform, die an ihre Urheber gebunden ist − für den synchronen Verlauf von Produktion und Rezeption
die Besonderheit des Wechselverhältnisses zwischen Spieler und Zuschauer reflektieren und den Unterschied zur Medienkommunikation kennen (Film, Fernsehen, Video, Internet)
einzelne Elemente der modernen Dramentheorie als Hintergrundwissen für eigene Projektvorhaben nutzen
die drei traditionellen ”Sparten” des Theaters kennen (Musiktheater, Schauspiel, Ballett)
durch eine Führung: − architektonische Besonderheiten eines professionellen Theaters kennen lernen − seine notwendige technische Ausstattung (Werkstätten, Fundus, Kostümabteilung, Licht etc.) kennen lernen
erfahren, wie eine professionelle Inszenierung entsteht (Zeitabläufe, Proben, Öffentlichkeitsarbeit etc.)
Berufe rund um das Theater kennen lernen (künstlerische, handwerkliche, technische, betriebswirtschaftliche)
die Idealisierung des Berufsbildes ”Schauspieler” durch die Gesellschaft in Frage stellen (Berufschancen, Arbeitsbedingungen)
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Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz — Lehrplan Darstellendes Spiel, Sekundarstufe I, Wahlpflichtfach (Stand 2008). Kompetenztexte aus der Quelle übernommen; die amtliche Originalfassung ist verbindlich.
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