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Lehrpläne Rheinland-Pfalz
Gymnasium
Latein
inhaltsbezogen
Sprache — Latein I (erste Fremdsprache)
26
Text — Latein I (erste Fremdsprache)
24
Kultur — Latein I (erste Fremdsprache)
8
Sprache — Latein II (zweite Fremdsprache)
26
Text — Latein II (zweite Fremdsprache)
24
Kultur — Latein II (zweite Fremdsprache)
8
Sprache — Latein III (dritte Fremdsprache)
26
Text — Latein III (dritte Fremdsprache)
22
Kultur — Latein III (dritte Fremdsprache)
8
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Wortschatz
beherrschen einen dem jeweiligen Standard angemessenen lateinischen Wortschatz. · ca. 700 Wörter Grund- · 1200 – 1500 Wörter · nachhaltige Festiwortschatz im Aufbau Grundwortschatz gung des Grundwortschatzes · lektürebezogene Wortschatzarbeit
sprechen lateinische Wörter unter Beachtung der Quantitäten aus.
strukturieren das erlernte Vokabular nach vorgegebenen Kategorien. · Wortfelder, Wortfamilien, Sachfelder · Synonyme/Antonyme · Wortarten: Verb, Substantiv, Adjektiv, Pronomen, Numerale, Präposition, Adverb, Konjunktion, Interjektion
kennen wesentliche Wortbildungsmuster und Lautgesetze und wenden sie zur Erschließung von Wortbedeutungen an. · Wortstamm · verbum simplex, verbum compositum · Präfix, Suffix, Infix · Rhotazismus, Assimilation
reflektieren über die Beziehungen zwischen dem lateinischen und dem deutschen Wortschatz sowie zwischen dem lateinischen Wortschatz und dem anderer Fremdsprachen in Bezug auf Herkunft, Verwandtschaft und Bedeutungswandel. Sie erkennen Latein als Basissprache für europäische Sprachen. · Ableitung · indoeuropäische Ver- · Fremdwort, Lehnwort wandtschaft · Bezug zur griechi- · Bezug zur englischen Sprache schen bzw. französischen Sprache
setzen mehrere Bedeutungen eines lateinischen Wortes miteinander in Beziehung. · Grundbedeutung, konkrete Bedeutung, übertragene Bedeutung
erweitern beim kontrastiven Sprachvergleich ihren deutschen Wortschatz. Sie präzisieren den Ausdruck in der Muttersprache und reflektieren darüber.
verfügen über vielfältige Methoden, den Wortschatz zu erlernen und zu festigen. Sie können eine ihnen gemäße Methode auswählen und teilen ihre Zeit selbstständig ein. · Vokabelkartei, Vokabel- · lektürebezogene heft, ComputerlernproWortschatzfestigung gramme · Wortkunde · Visualisierung, mind-map · zweisprachiges Wör- · Lernspiele terbuch · Einteilung des jeweiligen Lernpensums
Grammatik – Formenlehre
kennen die Struktur der Formen und ihre Bestandteile. · Wortstamm · Moduszeichen · Stammvokal, Endung, Bindevokal, Tempuszeichen · Stammveränderung
bestimmen Formen und führen sie auf ihre jeweilige Grundform zurück. Verben: · alle Konjugationsklassen · esse, posse · ire, ferre, fieri, velle, nolle, malle · Tempora: Präsens, Imper- · Futur II · kontrahierte Perfektfekt, Futur I, alle Perfektformen im Rahmen bildungen, Plusquamperder Originallektüre fekt · Imperativ · Modi: Indikativ/Konjunktiv · Genera Verbi: Aktiv und · Deponentia Passiv · Infinitive der Gleichzeitig- · Infinitiv der Nachzeikeit (Infinitiv Präsens) und tigkeit (Infinitiv Futur) der Vorzeitigkeit (Infinitiv Perfekt) · Partizipien der Gleichzeitigkeit (PPA), der Vorzeitigkeit (PPP), der Nachzeitigkeit (PFA) · Gerundium, Gerundivum Substantive: · Besonderheiten im · alle Deklinationsklassen Rahmen der Originallektüre Adjektive: · alle Deklinationsklassen · regelmäßige/unregelmäßige Komparation Adverb: · Bildung · Komparation Pronomina: · Indefinitpronomen · Personal- · nemo, nullus, nihil · Relativ- · Korrelativpronomen · Possessiv- · Demonstrativ- · Interrogativ- · Reflexivpronomen
deklinieren bzw. konjugieren die gelernten Wörter sicher.
ordnen neue Wörter bei Angabe des Genitivs bzw. der Stammformen den entsprechenden Deklinations- bzw. Konjugationsklassen zu.
gehen mit mehrdeutigen Formen sicher um und kennen Strategien, sie aus dem Kontext zu klären.
bilden lateinische Formen aktiv, soweit es zur Sicherung eines Grundwissens erforderlich ist.
reflektieren beim kontrastiven Sprachvergleich über analytische und synthetische Formenbildung. · Vergleich Latein-Deutsch · Vergleich Latein- · Vergleich Latein-Englisch Griechisch bzw. Französisch
benutzen selbstständig eine Grammatik. · Begleitgrammatik zum · Systemgrammatik Lehrbuch
Grammatik – Syntax
kennen die verschiedenen Satzarten. · Hauptsatz, Gliedsatz · Parataxe, Hypotaxe · Satzreihe, Satzgefüge · Aussagesatz, Fragesatz, Aufforderungssatz
kennen die verschiedenen Satzglieder. · Unterscheidung der Ka- · Prädikativum tegorien Wortart und Satzglied · Prädikat, Subjekt, Objekt · Prädikatsnomen, Kopula · Adverbiale · Attribut
reduzieren Sätze auf Minimalsätze und kennen die Füllungsarten der Satzglieder. · Wörter, Wortgruppen, satzwertige Konstruktionen, Gliedsätze
erkennen satzwertige Konstruktionen und ihre syntaktische Funktion. · accusativus cum infinitivo · participium coniunc- · nominativus cum infi- (aci) tum nitivo (nci) · ablativus absolutus nd-Konstruktionen (gerundium, gerundivum)
kennen die syntaktische und semantische Bedeutung von Gliedsätzen. indikativische Gliedsätze: konjunktivische Gliedsätze: · konjunktivischer Re- · Subjektsätze, Objektsätze · Subjektsätze, lativsatz · Objektsätze: · lektürebezogene Be- · indirekter Fragesonderheiten satz · abhängiger Begehrsatz · Adverbialsätze: · Adverbialsätze: · Kausalsatz · Finalsatz · Temporalsatz · Modalsatz · Konzessivsatz · Konsekutivsatz · Konditionalsatz · Kausalsatz · Komparationssatz · Konzessivsatz · Konditionalsatz · Adversativsatz · Temporalsatz · Attributsätze: Relativsatz · relativer Satzanschluss
kennen die semantischen Funktionen der Kasus. Die in Klammern aufgeführten Termini sind ein Angebot zur Systematisierung. Grundfunktionen der Kasus: · Systematisierung und · Nominativ: grammatisches Vervollständigung der Subjekt Kasusfunktionen · Vokativ: Anrede · Genitiv: Bereich (possessi- · Genitiv (partitivus, quavus) litatis, subiectivus, obiectivus) · Dativ: Interesse (possessi- · Dativ (auctoris) vus, finalis, commodi) · Akkusativ: Richtung (räumliche, zeitliche Ausdehnung) · Ablativ: · Ablativ (comparationis) · Ablativ (qualitatis, Mittel/Begleitung (instrupretii, mensurae, limimentalis: sociativus, cautationis) sae, modi, instrumenti); Ort/Zeitpunkt (loci/temporis); Trennung/Ausgangspunkt (separativus)
kennen die Funktionen der Tempora, Modi und Genera Verbi. · Zeitverhältnis: · Nachzeitigkeit · consecutio temporum Gleichzeitigkeit/ Vorzeitigkeit · Erzähltempus: · historisches Präsens Perfekt ↔ Imperfekt · Passivgebrauch: logisches ↔ grammatisches Subjekt unpersönliches Passiv · Konjunktiv im Haupt- · oratio obliqua satz · konjunktivische Gliedsätze · irreales Satzgefüge
können die Struktur von Sätzen analysieren und beschreiben.
kennen verschiedene Methoden der Satzerschließung und wenden sie an. graphische Analysemethoden: · Unterstreichungsmethode oder · Stammbaummethode · Einrück- oder · Kästchenmethode Satzerschließungsverfahren: · Gliedern und Übersetzen in Wortgruppen · kombiniertes Verfahren (Konstruieren und Analysieren) oder · lineares Dekodieren oder · Drei-Schritt-Methode
reflektieren beim kontrastiven Sprachvergleich über die Unterschiede zwischen der lateinischen, der deutschen und der fremdsprachlichen Syntax: Wortstellung, Kasusrektion, Gebrauch der Tempora und Modi, satzwertige Konstruktionen.
Erschließen
kennen und nutzen Methoden der Texterschließung für das globale Leseverstehen. kontextuelle Einbettung, Nutzung von Vorinformationen: · Überschrift · Einführungstext · textbegleitende Abbildungen · Textlayout · Textsorte · Eigennamen · Redesituation
formulieren ihre Leseerwartungen und überprüfen sie im weiteren Verstehensprozess.
benennen die Themen und zentralen Aussagen des Textes und belegen sie am Text. · auf der Basis des vorgelesenen Textes durch Hörverstehen · mit Hilfe von vorgegebe- · durch selbstständige nen Leitfragen zu Formulierung von · Personen Leitfragen · Zeit- und Ortsangaben · Schlüsselwörtern · Wortfeldern
arbeiten das sinntragende Gerüst des Textes, wie Handlungsträger und Verbalinformationen, heraus.
wenden auf dem Weg vom globalen zum detaillierten Leseverstehen verschiedene Lesemethoden an.
nutzen Kohärenzsignale für die Strukturierung des Textes und das detaillierte Leseverstehen. · Wiederholungen, Gegensätze, Variationen · Konnektoren · Pronomina · Tempusrelief · Modusgebrauch
gliedern den Text und geben den Inhalt mit eigenen Worten wieder.
Übersetzen
übersetzen zunehmend selbstständig lateinische Texte zielsprachenorientiert unter Berücksichtigung der Wirkungsabsicht. · sich Lösen von der Wort- · begründete Auswahl · Berücksichtigung der für-Wort-Übertragung aus dem wachsenden literarischen Gestal- · Auswahl der im Kontext Vorrat an Übersettung/der poetischen passenden Wortbedeuzungsmustern Ausdrucksmittel des tung lateinischen Textes · Wiedergabe lateinischer Ausdrücke/Konstruktionen mit Hilfe von Übersetzungsmustern · Überführen lateinischer syntaktischer Strukturen in deutsche Satzbaupläne
überprüfen ihre Übersetzungen an sprachlichen Signalen des lateinischen Textes und korrigieren sie gegebenenfalls.
vergleichen und bewerten verschiedene Übersetzungen eines lateinischen Textes.
haben durch sprachkontrastives Arbeiten ein Bewusstsein für unterschiedliche Ausdrucksformen des Lateinischen und des Deutschen.
Durch das Übersetzen erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeit, sich im Deutschen präzise und differenziert auszudrücken. · Wortschatz: Synonyme und Varianten · idiomatische Wendungen · Syntax
Interpretieren
analysieren die Struktur und die sprachliche Gestaltung eines lateinischen Textes und deuten sie inhaltsbezogen. · Handlungsverlauf · spezifische Autoren- · Personenkonstellation sprache · Erzählperspektive · Schlüsselwörter · auffällige sprachliche · Parallelismus Merkmale und ihre Wir- · Antithese kung (Wiederholung, · Chiasmus Übertreibung, Gegen- · rhetorische Frage satz, bildhafte Ausdrücke, Wortstellung) · dramatisches Präsens · Anapher · Asyndeton · Klimax · Hyperbel · Alliteration · Vergleich · Metapher · Personifikation · Hyperbaton · Litotes
geben den Inhalt eines lateinischen Textes mit eigenen Worten wieder (Nacherzählung, Inhaltsangabe, Paraphrase, Zusammenfassung).
belegen ihre Aussagen über den Text mit Textzitaten.
kennen verschiedene Textsorten und ihre spezifischen Merkmale.
verfügen über metrische Grundkenntnisse; sie analysieren und lesen ein geläufiges Metrum.
bearbeiten schriftlich und mündlich Arbeitsaufträge zum Textverständnis in angemessener Sprache unter Verwendung der behandelten Fachausdrücke.
beziehen bei der Interpretation eines lateinischen Textes historisch-politische und soziokulturelle Hintergrundinformationen ein.
formulieren die Wirkungsabsicht eines Textes.
setzen einen lateinischen Text produktiv in andere Darstellungsformen um und vertiefen dadurch ihr Textverständnis (Comic, Zeitungstext, Erzählungsfortsetzung, Fotoroman, Brief, Erzählung mit veränderter Perspektive, Standbild, Radioreportage, Rollentext, darstellendes Spiel, Hörspiel).
vergleichen einen lateinischen Text mit seiner Rezeption in Literatur, Bildender Kunst und Musik.
nutzen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, mit Texten umzugehen, zunehmend in anderen Fächern, auch im Rahmen fachübergreifender und fächerverbindender Lernangebote.
vergleichen die Textaussagen mit ihren eigenen Erfahrungen, beziehen begründet Stellung und nutzen diese Vergleiche zu ihrer persönlichen und sozialen Orientierung.
Kultur
Themenbereichen der römischen Kultur und Geschichte, die sie erweitern, systematisieren und zu einem Grundwissen über römische Kultur und Geschichte verbinden. · Leben in Familie und All- · Anfänge des Christen- · Philosophie tag tums · Deutung von Natur · Politik und Gesellschaft · griechische Antike und Welt · Ursprünge und Entwick- · Tradition und Rezeplung Roms tion · Topographie des Imperi- · lateinisches Mittelalum Romanum ter · Gestalten aus Mythos und · Erziehung und BilGeschichte dung · Religion · Literaturgeschichte · Technik und Architektur · Rhetorik · Kunst · Archäologie
onen zu den Themenbereichen der römischen Kultur und Geschichte, werten diese aus und präsentieren sie. · selbstständige Recherche · Recherche in der Bibliothek, im Internet: mit Ar- · Präsentation von Inbeitsaufträgen formationen oder Arbeitsergebnissen im · Ergebnispräsentation als Vortrag mit Hilfe optiVorstufe zu einem Kurzvorscher Medien (Beatrag mer, Folien, Hand-out)
tur und Geschichte bei Texterschließung und Textinterpretation.
kennen Zeugnisse und Einflüsse der Römer in ihrer Region.
haben ein Bewusstsein vom prägenden Einfluss der Antike auf Europa entwickelt.
sind in der Lage, sich mit der antiken Kultur einerseits wissenschaftlich-sachlich, andererseits wertendvergleichend auseinanderzusetzen.
erkennen in antiken Denkmodellen sowohl die historische Bedingtheit als auch die anhaltende Aktualität.
erkennen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen antiker und moderner Kultur. Dadurch gewinnen sie auch eine Offenheit für andere und fremde Lebenseinstellungen und können dazu Stellung beziehen. Sie nutzen diese Erkenntnisse für ihre persönliche Orientierung im Kontext sozialer Verantwortung. LEKTÜRE Die Lehrbuchphase umfasst die Jahrgangsstufen 5 bis höchstens 8/2. Innerhalb der Lehrbuchphase können über das Lehrbuch hinaus einfache Originaltexte oder vereinfachte Texte, die zur Lektüre des Originaltextes führen, gelesen werden. In der Lektürephase in den Jahrgangsstufen 9 und 10 werden ausschließlich Originaltexte gelesen. Die Lektürephase soll durch eine Anfangslektüre eingeleitet werden. Diese setzt in der Regel in 9/1 ein, kann aber auch bereits in 8 begonnen werden. Als Anfangslektüre sollen einfache Originaltexte mit ausführlichen Hilfen in einer längeren (ca. 40 Unterrichtsstunden) oder zwei kürzeren Unterrichtsreihen gelesen werden. Folgende Autoren können z. B. gewählt werden: · Historia Apollonii regis Tyri · Erasmus von Rotterdam: Colloquia, Laus stultitiae · Einhard: Vita Caroli Magni · Nepos: Vitae · Gesta Romanorum · Vulgata · Hyginus: Fabulae · Phaedrus: Fabulae Es sind auch thematische Lektüren möglich. Für die Phase der Hauptlektüre (9/2 bis 10/2) sind drei längere (ab 40 Unterrichtsstunden) und zwei kürzere Unterrichtsreihen verbindlich. Von den längeren Unterrichtsreihen muss eine der Dichtung, eine weitere der Prosa gewidmet sein. Beide Autoren müssen aus der folgenden Liste ausgewählt werden, einer der beiden Autoren muss ein Autor der römischen Klassik sein, und zwar Caesar, Cicero oder Ovid. Prosa: · Caesar: De bello Gallico, De bello civili · Cicero: Orationes in Verrem, Orationes in Catilinam u. a. Reden · Plinius: Epistulae · Petronius: Cena Trimalchionis Dichtung: · Ovid: Metamorphoses, Ars amatoria, Heroides · Catull · Martial · Terenz: Adelphoe u. a. · Plautus: Mostellaria u. a. Gegenstand weiterer Unterrichtsreihen können andere Autoren aus der angeführten Liste oder thematische Lektüren sein. Vorschläge für thematische Lektüre: · Europäische Persönlichkeiten · Was ist ein Held? · Mensch und Natur · Frauenbilder der Antike · Christliche Lebensorientierung · Philosophie, z. B. Was ist Glück? · Grundwerte des Abendlandes · Bellum iustum · Römischer Imperialismus · Umgang mit Fremden · Antike Briefe · Menschenbilder im Spiegel von Inschriften · Rom und Europa · Lokalhistorische Texte · Liebesgedichte · Formen der Liebe · Entwicklung von Persönlichkeit/Identität · Grenzen des Menschen · Mundus novus · Die Macht der Rede · Fachsprache Latein
Wortschatz
beherrschen einen dem jeweiligen Standard angemessenen lateinischen Wortschatz. · 800 – 1000 Wörter Grundwortschatz im · 1200 – 1500 Wörter GrundwortAufbau schatz · nachhaltige Festigung des Grundwortschatzes · lektürebezogene Wortschatzarbeit
sprechen lateinische Wörter unter Beachtung der Quantitäten aus.
strukturieren das erlernte Vokabular nach vorgegebenen Kategorien. · Wortfelder, Wortfamilien, Sachfelder · Synonyme/Antonyme · Wortarten: Verb, Substantiv, Adjektiv, Pronomen, Numerale, Präposition, Adverb, Konjunktion, Interjektion
kennen wesentliche Wortbildungsmuster und Lautgesetze und wenden sie zur Erschließung von Wortbedeutungen an. · Wortstamm · verbum simplex, verbum compositum · Präfix, Suffix, Infix · Rhotazismus, Assimilation
reflektieren über die Beziehungen zwischen dem lateinischen und dem deutschen Wortschatz sowie zwischen dem lateinischen Wortschatz und dem anderer Fremdsprachen in Bezug auf Herkunft, Verwandtschaft und Bedeutungswandel. Sie erkennen Latein als Basissprache für europäische Sprachen. · Ableitung · Bezug zu den romanischen Spra- · Fremdwort, Lehnwort chen · Bezug zur englischen Sprache · indoeuropäische Verwandtschaft
setzen Bedeutungen eines lateinischen Wortes miteinander in Beziehung. · Grundbedeutung, konkrete Bedeutung, übertragene Bedeutung
erweitern beim kontrastiven Sprachvergleich ihren deutschen Wortschatz. Sie präzisieren den Ausdruck in der Muttersprache und reflektieren darüber.
verfügen über vielfältige Methoden, den Wortschatz zu erlernen und zu festigen. Sie wählen eine ihnen gemäße Methode aus und teilen ihre Zeit selbstständig ein. · Vokabelkartei, Vokabelheft, Computer- · lektürebezogene Wortschatzfestilernprogramme gung · Visualisierung, mind-map · Wortkunde · Lernspiele · zweisprachiges Wörterbuch · Einteilung des jeweiligen Lernpensums
Grammatik – Formenlehre
kennen die Struktur der Formen und ihre Bestandteile. · Wortstamm · Stammvokal, Endung, Bindevokal, Tempuszeichen, Moduszeichen · Stammveränderung
bestimmen Formen und führen sie auf ihre jeweilige Grundform zurück. Verben: · alle Konjugationsklassen · esse, posse, ire, ferre · fieri, velle, nolle, malle · Tempora: Präsens, Imperfekt, Futur I, · Futur II alle Perfektbildungen, Plusquamperfekt · kontrahierte Perfektformen im · Modi: Indikativ/Konjunktiv/Imperativ Rahmen der Originallektüre · Genera Verbi: Aktiv und Passiv · Deponentia · Infinitive der Gleichzeitigkeit und der · Infinitiv der Nachzeitigkeit (Infinitiv Vorzeitigkeit (Infinitiv Präsens, Infinitiv Futur) Perfekt) · Partizip der Nachzeitigkeit (PFA) · Partizipien der Gleichzeitigkeit (PPA) · Gerundium, Gerundivum und der Vorzeitigkeit (PPP) Substantive: · Besonderheiten im Rahmen der · alle Deklinationsklassen Originallektüre Adjektive: · regelmäßige/unregelmäßige Kom- · alle Deklinationsklassen paration Adverb: · Komparation · Bildung Pronomina: · Indefinitpronomen · Personal- · Korrelativpronomen · Relativ- · Possessiv- · Demonstrativ- · Interrogativ- · Reflexivpronomen · nemo, nullus, nihil
deklinieren bzw. konjugieren die gelernten Wörter sicher.
ordnen neue Wörter bei Angabe des Genitivs bzw. der Stammformen den entsprechenden Deklinations- bzw. Konjugationsklassen zu.
gehen mit mehrdeutigen Formen sicher um und kennen Strategien, sie aus dem Kontext zu klären.
bilden lateinische Formen aktiv, soweit es zur Sicherung eines Grundwissens erforderlich ist.
reflektieren beim kontrastiven Sprachvergleich über analytische und synthetische Formenbildung. · Vergleich Latein - Deutsch · Vergleich Latein - romanische · Vergleich Latein - Englisch Sprachen
benutzen selbstständig eine Grammatik. · Begleitgrammatik zum Lehrbuch · Systemgrammatik
Grammatik – Syntax
kennen die verschiedenen Satzarten. · Hauptsatz, Gliedsatz · Satzreihe, Satzgefüge · Parataxe, Hypotaxe · Aussagesatz, Fragesatz, Aufforderungssatz
kennen die verschiedenen Satzglieder. · Unterscheidung der Kategorien Wortart und Satzglied · Prädikat, Subjekt, Objekt · Prädikatsnomen, Kopula · Prädikativum · Adverbiale · Attribut
reduzieren Sätze auf Minimalsätze und kennen die Füllungsarten der Satzglieder. · Wörter, Wortgruppen, satzwertige Konstruktionen, Gliedsätze
erkennen satzwertige Konstruktionen und ihre syntaktische Funktion. · accusativus cum infinitivo (aci) · nominativus cum infinitivo (nci) · participium coniunctum · nd-Konstruktionen (gerundium, ge- · ablativus absolutus rundivum)
kennen die syntaktische und semantische Bedeutung von Gliedsätzen. indikativische Gliedsätze: · lektürebezogene Besonderheiten · Subjektsätze, Objektsätze · Adverbialsätze: · Kausalsatz · Temporalsatz · Konzessivsatz · Konditionalsatz · Komparationssatz · Attributsätze: Relativsatz · relativer Satzanschluss konjunktivische Gliedsätze: · konjunktivischer Relativsatz · Subjektsätze/Objektsätze: · indirekter Fragesatz · abhängiger Begehrsatz · Adverbialsätze: · Finalsatz · Modalsatz · Konsekutivsatz · Konzessivsatz · Konditionalsatz · Adversativsatz · Temporalsatz
kennen die semantischen Funktionen der Kasus. Die in Klammern aufgeführten Termini sind ein Angebot zur Systematisierung. Grundfunktionen der Kasus: · Nominativ: grammatisches Subjekt Systematisierung und Vervollständi- · Genitiv: Bereich (possessivus, partitivus, gung der Kasusfunktionen: qualitatis, subiectivus, obiectivus) · Dativ: Interesse (possessivus, finalis, · Dativ (auctoris) commodi) · Akkusativ: Richtung (räumliche, zeitliche Ausdehnung/Objekt) · Ablativ: Mittel (instrumentalis: · Ablativ (comparationis, qualitatis, sociativus, causae, modi, instrumenti); pretii, mensurae, limitationis) Ort/Zeitpunkt (loci/temporis); Trennung/Ausgangspunkt (separativus)
kennen die Funktionen der Tempora, Modi und Genera Verbi. · Zeitverhältnis: Gleichzeitig- · oratio obliqua keit/Vorzeitigkeit/ Nachzeitigkeit · consecutio temporum · Erzähltempus: · historisches Präsens Perfekt ↔ Imperfekt · Passivgebrauch: logisches ↔ grammatisches Subjekt unpersönliches Passiv · Konjunktiv im Hauptsatz · konjunktivische Gliedsätze · irreales Satzgefüge
analysieren und beschreiben die Struktur von Sätzen.
kennen verschiedene Methoden der Satzerschließung und wenden sie an. graphische Analysemethoden: · Unterstreichungsmethode oder · Stammbaummethode · Einrück- oder · Kästchenmethode Satzerschließungsverfahren: · Gliedern und Übersetzen in Wortgruppen · kombiniertes Verfahren (Konstruieren und Analysieren) oder · lineares Dekodieren oder · Drei-Schritt-Methode
reflektieren beim kontrastiven Sprachvergleich über die Unterschiede zwischen der lateinischen, der deutschen und der fremdsprachlichen Syntax: Wortstellung, Kasusrektion, Gebrauch der Tempora und Modi, satzwertige Konstruktionen.
Erschließen
kennen und nutzen Methoden der Texterschließung für das globale Leseverstehen. kontextuelle Einbettung, Nutzung von Vorinformationen: · Überschrift · Einführungstext · textbegleitende Abbildungen · Textlayout · Textsorte · Eigennamen · Redesituation
formulieren ihre Leseerwartungen und überprüfen sie im weiteren Verstehensprozess.
benennen die Themen und zentralen Aussagen des Textes und belegen sie am Text. · auf der Basis des vorgelesenen Textes durch Hörverstehen bei einfachen Texten · mit Hilfe von vorgegebenen Leitfragen zu · Personen · durch selbstständige Formulierung · Zeit- und Ortsangaben von Leitfragen · Schlüsselwörtern · Wortfeldern
arbeiten das sinntragende Gerüst des Textes, wie Handlungsträger und Verbalinformationen, heraus.
wenden auf dem Weg vom globalen zum detaillierten Leseverstehen verschiedene Lesemethoden an.
nutzen Kohärenzsignale für die Strukturierung des Textes und das detaillierte Leseverstehen. · Wiederholungen, Gegensätze, Variationen · Konnektoren · Pronomina · Tempusrelief · Modusgebrauch
gliedern den Text und geben den Inhalt mit eigenen Worten wieder.
Übersetzen
übersetzen zunehmend selbstständig lateinische Texte zielsprachenorientiert unter Berücksichtigung der Wirkungsabsicht. · Auswahl der im Kontext passenden · Berücksichtigung der literarischen Wortbedeutung Gestaltung/der poetischen Aus- · begründete Auswahl aus dem wachsendrucksmittel des lateinischen Textes den Vorrat an Übersetzungsmustern · Überführen lateinischer syntaktischer Strukturen in deutsche Satzbaupläne
überprüfen ihre Übersetzungen an sprachlichen Signalen des lateinischen Textes und korrigieren sie gegebenenfalls.
vergleichen und bewerten verschiedene Übersetzungen eines lateinischen Textes.
haben durch sprachkontrastives Arbeiten ein Bewusstsein für unterschiedliche Ausdrucksformen des Lateinischen und des Deutschen.
Durch das Übersetzen erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeit, sich im Deutschen präzise und differenziert auszudrücken. · Wortschatz: Synonyme und Varianten · idiomatische Wendungen · Syntax
Interpretieren
analysieren die Struktur und die sprachliche Gestaltung eines lateinischen Textes und deuten sie inhaltsbezogen. · Handlungsverlauf · spezifische Autorensprache · Personenkonstellation · Erzählperspektive · Schlüsselwörter · auffällige sprachliche Merkmale und ihre Wirkung: · Parallelismus · Antithese · Chiasmus · rhetorische Frage · dramatisches Präsens · Anapher · Asyndeton · Klimax · Hyperbel · Alliteration · Vergleich · Metapher · Personifikation · Hyperbaton · Litotes
geben den Inhalt eines lateinischen Textes mit eigenen Worten wieder (Inhaltsangabe, Paraphrase, Zusammenfassung).
belegen ihre Aussagen über den Text mit Textzitaten.
kennen verschiedene Textsorten und ihre spezifischen Merkmale.
verfügen über metrische Grundkenntnisse; sie analysieren und lesen ein geläufiges Metrum.
bearbeiten schriftlich und mündlich Arbeitsaufträge zum Textverständnis in angemessener Sprache unter Verwendung der behandelten Fachausdrücke.
beziehen bei der Interpretation eines lateinischen Textes historisch-politische und soziokulturelle Hintergrundinformationen ein.
formulieren die Wirkungsabsicht eines Textes.
setzen einen lateinischen Text produktiv in andere Darstellungsformen um und vertiefen dadurch ihr Textverständnis (Comic, Zeitungstext, Erzählungsfortsetzung, Fotoroman, Brief, Erzählung mit veränderter Perspektive, Standbild, Radioreportage, Rollentext, darstellendes Spiel, Hörspiel).
vergleichen einen lateinischen Text mit seiner Rezeption in Literatur, Bildender Kunst und Musik.
nutzen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, mit Texten umzugehen, zunehmend in anderen Fächern auch im Rahmen fachübergreifender und fächerverbindender Lernangebote.
vergleichen die Textaussagen mit ihren eigenen Erfahrungen, beziehen begründet Stellung und nutzen diese Vergleiche zu ihrer persönlichen und sozialen Orientierung.
Kultur
Themenbereichen der römischen Kultur und Geschichte, die sie erweitern, systematisieren und zu einem Grundwissen über römische Kultur und Geschichte verbinden. · Leben in Familie und Alltag · Anfänge des Christentums · Politik und Gesellschaft · griechische Antike · Ursprünge und Entwicklung Roms · Philosophie · Topographie des Imperium Romanum · Deutung von Natur und Welt · Gestalten aus Mythos und Geschichte · Tradition und Rezeption · Religion · lateinisches Mittelalter · Technik und Architektur · Erziehung und Bildung · Kunst · Literaturgeschichte · Archäologie · Rhetorik
onen zu den Themenbereichen der römischen Kultur und Geschichte, werten diese aus und präsentieren sie. · Recherche in der Bibliothek, im Internet: · selbstständige Recherche mit Arbeitsaufträgen · Präsentation von Informationen oder · Ergebnispräsentation als Vorstufe zu Arbeitsergebnissen im Vortrag mit einem Kurzvortrag Hilfe optischer Medien (Beamer, Folien, Hand-out)
tur und Geschichte bei Texterschließung und Textinterpretation.
kennen Zeugnisse und Einflüsse der Römer in ihrer Region.
haben ein Bewusstsein vom prägenden Einfluss der Antike auf Europa entwickelt.
sind in der Lage, sich mit der antiken Kultur einerseits wissenschaftlich-sachlich, andererseits wertendvergleichend auseinanderzusetzen.
erkennen in antiken Denkmodellen sowohl die historische Bedingtheit als auch die anhaltende Aktualität.
erkennen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen antiker und moderner Kultur. Dadurch gewinnen sie auch eine Offenheit für andere und fremde Lebenseinstellungen und können dazu Stellung beziehen. Sie nutzen diese Erkenntnisse für ihre persönliche Orientierung im Kontext sozialer Verantwortung. LEKTÜRE Die Lehrbuchphase in Latein II umfasst die Jahrgangsstufen 6 bis höchstens 9/1. Innerhalb der Lehrbuchphase können über das Lehrbuch hinaus einfache Originaltexte oder vereinfachte Texte, die zur Lektüre des Originaltextes führen, gelesen werden. In der Lektürephase in den Jahrgangsstufen 9/2 und 10 werden ausschließlich Originaltexte gelesen. Die Lektürephase kann durch eine Anfangslektüre eingeleitet werden. Als Anfangslektüre (9/2) sollen einfache Originaltexte mit ausführlichen Hilfen in einer Unterrichtsreihe gelesen werden. Folgende Autoren können z. B. gewählt werden: · Historia Apollonii regis Tyri · Erasmus von Rotterdam: Colloquia, Laus stultitiae · Einhard: Vita Caroli Magni · Nepos: Vitae · Gesta Romanorum · Vulgata · Hyginus: Fabulae · Phaedrus: Fabulae Es ist auch thematische Lektüre möglich. Die Phase der Hauptlektüre kann auch bereits in 9/2 begonnen werden. Es sind zwei längere Unterrichtsreihen (ca. 40 Unterrichtsstunden) und eine kürzere verbindlich. Zwei Autoren müssen aus der folgenden Liste ausgewählt werden: Prosa: · Caesar: De bello Gallico, De bello civili · Cicero: Orationes in Verrem, Orationes in Catilinam u. a. Reden · Plinius: Epistulae · Petronius: Cena Trimalchionis Dichtung: · Ovid: Metamorphoses, Ars amatoria, Heroides · Catull · Martial · Terenz: Adelphoe u. a. · Plautus: Mostellaria u. a. Dabei muss eine längere Unterrichtsreihe einem Autor der römischen Klassik, nämlich Caesar oder Cicero oder Ovid, gewidmet sein. Darüber hinaus ist die Lektüre eines Dichters und eines Prosaautors verpflichtend. Gegenstand der dritten Unterrichtsreihe kann ein weiterer Autor aus der angeführten Liste oder können thematische Lektüren sein. Vorschläge für thematische Lektüre: · Europäische Persönlichkeiten · Was ist ein Held? · Mensch und Natur · Frauenbilder der Antike · Christliche Lebensorientierung · Philosophie, z. B. Was ist Glück? · Grundwerte des Abendlandes · Bellum iustum · Römischer Imperialismus · Umgang mit Fremden · Antike Briefe · Menschenbilder im Spiegel von Inschriften · Rom und Europa · Lokalhistorische Texte · Liebesgedichte · Formen der Liebe · Entwicklung von Persönlichkeit/Identität · Grenzen des Menschen · Mundus novus · Die Macht der Rede · Fachsprache Latein Lektüre-Verbindlichkeiten für Latein II: (Als Anhang 6 ist ein Beispiel für die Gestaltung der Lektürephase angeführt.) 3 Unterrichtsreihen: 2 längere Unterrichtsreihen 1 kürzere Unterrichtsreihe 1 römische Klassik (Cicero/Caesar/Ovid) 2 Autoren aus der Autorenliste davon 1 Dichtung 1 Prosa LEHRPLAN LATEIN ALS DRITTE FREMDSPRACHE LERNAUSGANGSLAGE In Rheinland-Pfalz lernen die Schülerinnen und Schüler Latein als dritte Fremdsprache am Gymnasium als freiwilliges Wahlfach ab der 9. Klassenstufe (Begys: 8. Klassenstufe) zusätzlich zu den Pflichtfächern. Sie haben bereits in zwei modernen Fremdsprachen, die vom Lateinischen abgeleitet sind, kommunikative Handlungskompetenz erworben. Ihre Kenntnisse können sie zum Lernen von Wortschatz, Systematik und Regelhaftigkeit des Lateinischen nutzen. Die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassenstufe besitzen zwar entwicklungsbedingt eine zunehmende Fähigkeit zu logischem Erfassen abstrakter Zusammenhänge, die beim Erwerb von Fremdsprachen ein schnelleres Lerntempo und eine größere Selbstständigkeit ermöglicht, es steht ihnen aber auch in Latein III weniger Unterrichtszeit zur Verfügung als in den anderen Latein-Bildungsgängen. Zur systematischen Vermittlung der Sprachkompetenz in der Spracherwerbsphase ist deshalb eine didaktische Beschränkung notwendig. Dabei muss auf eine klare Progression bei der Vermittlung solider Grammatikkenntnisse, auf ein Vorgehen vom Einfachen zum Besonderen, auf Transparenz, auf Ordnung und Effizienz geachtet werden. So lernen die Schülerinnen und Schüler Methoden des Zeitmanagements und der Lernökonomie, darüber hinaus können sie ihr sprachliches und kulturelles Vorwissen individuell nutzen. Als Konsequenzen ergeben sich folgende Anforderungen an die Textarbeit: · Die Texte müssen eng an Originaltexte angelehnt sein, so dass der Übergang zur leichten Originallektüre nahtlos erfolgen kann. · Die Texte müssen so gewählt und gestaltet sein, dass sprachliche Prinzipien daraus abgeleitet werden können: Prinzipien der Wortbildung, der Formenbildung, der Syntax, der Texterschließung. · Eine kolometrische Anordnung der Texte soll am Anfang der Spracherwerbsphase eine Vorentlastung bieten, da so syntaktische Strukturen leichter erfasst werden können. · Immanente Wiederholung muss gewährleistet sein (Lasur-Technik), da die Intensität, mit der die Schülerinnen und Schüler arbeiten, entwicklungsbedingt variiert. · Neuer Lernstoff muss exemplarisch eingeführt werden, ohne gleich die Ausnahmen zu präsentieren (Gerüst-Technik). · Eine klare Progression muss gewährleistet sein, so dass der Lernstoff überschaubar und gegliedert ist. · Intertextualität muss von vornherein ein leitendes Prinzip sein: So werden die lateinischen Texte in Verbindung mit elementaren Problemen der Zeit gebracht, und das Fortleben des Latein wird deutlich. Die Schülerinnen und Schüler verfügen bereits über anwendungs- und anschlussfähiges Wissen und damit über Kompetenzen, die im Lateinunterricht weiterentwickelt werden. KOMPETENZBEREICH SPRACHE · Die Schülerinnen und Schüler haben ihren deutschen Wortschatz auch im Bereich der Fremdwörter erweitert (LPD S. 199, S. 203) und verfügen über einen grundlegenden produktiven und rezeptiven Wortschatz im Englischen und Französischen (LPE S. 89 f., LPF S. 7, S. 15). · Sie haben ihre Grundkenntnisse über das deutsche Sprachsystem vervollständigt (u. a. Konjunktiv I/II, Pronomina, Nominalisierung), verfügen über deutsche, englische und französische grammatische Termini (LPD S. 200 ff., LPE S. 93, LPF S. 7, S. 19) und über ein Bewusstsein für Grammatik als ordnendes Prinzip (LPE S. 91). · Sie wenden die das Verständnis vertiefende syntaktische Analyse an und erkennen die Beziehung zwischen Redeabsicht und sprachlichen Mitteln (LPD, S. 204, LPE S. 91). KOMPETENZBEREICH TEXT · Die Schülerinnen und Schüler kennen für selbständiges Lesen in der Fremdsprache notwendige Erschließungstechniken, z. B. Nutzung von Vorwissen (LPE S. 85 f., LPF S. 20). · Sie können den Kontext nutzen, um die Bedeutung von Wörtern und Wendungen zu erschließen. (LPE S. 85, LPF S. 7). · Sie kennen Phänomene der Textkohärenz (LPD S. 203). · Sie entnehmen nicht-fiktionalen Texten gezielt Informationen, sie erschließen und bewerten fiktionale Texte (LPD S. 192 ff., LPE S. 86, S. 95 f., LPF S. 8, S. 18). · Sie kennen wesentliche sprachliche und kompositorische Gestaltungsmerkmale literarischer Texte und setzen sie in Bezug zu ihrer Wirkung (u. a. Metrum, Formen der uneigentlichen Rede, rhetorische Mittel; Motiv, Personenkonstellation, äußeres und inneres Geschehen; Merkmale der Gattung LPD S. 194 f.). KOMPETENZBEREICH KULTUR
Wortschatz
beherrschen einen Grundwortschatz von etwa 900 Wörtern. (+ 300 Wörter)
sprechen lateinische Wörter unter Berücksichtigung der Quantitäten aus.
strukturieren das erlernte Vokabular nach vorgegebenen Kategorien. · Wortfelder, Wortfamilien, Sachfelder · Synonyme/Antonyme · Wortarten: Verb, Substantiv, Adjektiv, Pronomen, Numerale, Präposition, Adverb, Konjunktion, Interjektion
kennen wesentliche Wortbildungsmuster und Lautgesetze und wenden sie zur Erschließung von Wortbedeutungen an. · Wortstamm · verbum simplex, verbum compositum · Präfix, Suffix, Infix · Ableitungen (Stammverwandtschaft)
reflektieren über die Beziehungen zwischen dem lateinischen und dem deutschen Wortschatz sowie zwischen dem lateinischen Wortschatz und dem anderer Fremdsprachen in Bezug auf Herkunft, Verwandtschaft und Bedeutungswandel. Sie erkennen Latein als Basissprache für europäische Sprachen. · Fremdwort, Lehnwort · Bezug zur englischen Sprache · indoeuropäische Verwandtschaft · Bezug zu den romanischen Sprachen
setzen mehrere Bedeutungen eines lateinischen Wortes miteinander in Beziehung. · Grundbedeutung, konkrete Bedeutung, übertragene Bedeutung
erweitern beim kontrastiven Sprachvergleich ihren deutschen Wortschatz. Sie präzisieren den Ausdruck in der Muttersprache und reflektieren darüber.
verfügen über ökonomische und effiziente Methoden, um den Wortschatz zu erlernen und zu festigen. · Vokabelkartei, Vokabelheft, Computerlernprogramme · Visualisierung, mind-map · zweisprachiges Wörterbuch
Grammatik – Formenlehre
kennen die Struktur der Formen und ihre Bestandteile. · Wortstamm · Stammvokal, Endung, Bindevokal · Tempuszeichen, Moduszeichen · Stammveränderung
bestimmen Formen und führen sie auf ihre jeweilige Grundform zurück. Verben: · alle Formen des Verbs · alle Konjugationsklassen · + velle, fieri, Deponentia, Semideponentia, verba defectiva Substantive: · a-, o-, e-, 3. Deklination · + i-, uDeklination Adjektive: · alle Deklinationsklassen · regelmäßige/unregelmäßige Komparation Adverb: · Bildung · Komparation Pronomina: · Personal-, Relativ-, Possessiv-, Demonstrativ-, Interrogativ-, Reflexivpronomen · + Korrelativ-, Indefinitpronomen
deklinieren bzw. konjugieren die gelernten Wörter sicher.
ordnen neue Wörter bei Angabe des Genitivs bzw. der Stammformen den entsprechenden Deklinations- bzw. Konjugationsklassen zu.
gehen mit mehrdeutigen Formen sicher um und kennen Strategien, sie aus dem Kontext zu klären.
bilden lateinische Formen aktiv, soweit es zur Sicherung eines Grundwissens erforderlich ist.
reflektieren beim kontrastiven Sprachvergleich über analytische und synthetische Formenbildung. · Vergleich Latein - Deutsch · Vergleich Latein - Englisch · Vergleich Latein - romanische Sprachen
benutzen selbstständig eine Grammatik. · Systemgrammatik
Grammatik – Syntax
kennen die verschiedenen Satzarten. · Hauptsatz, Gliedsatz · Satzreihe, Satzgefüge · Parataxe, Hypotaxe · Aussagesatz, Fragesatz, Aufforderungssatz
kennen die verschiedenen Satzglieder. · Unterscheidung der Kategorien Wortart und Satzglied · Prädikat, Subjekt, Objekt · Prädikatsnomen, Kopula · Prädikativum · Adverbiale · Attribut
reduzieren Sätze auf Minimalsätze und kennen die Füllungsarten der Satzglieder. · Wörter, Wortgruppen, satzwertige Konstruktionen, Gliedsätze
erkennen satzwertige Konstruktionen und ihre syntaktische Funktion. · accusativus cum infinitivo (aci) · participium coniunctum · ablativus absolutus · nd-Konstruktionen (gerundium, gerundivum) · + nominativus cum infinitivo (nci)
kennen die syntaktische und semantische Bedeutung von indikativischen und konjunktivischen Gliedsätzen.
kennen die semantischen Funktionen der Kasus. Die in Klammern aufgeführten Termini sind ein Angebot zur Systematisierung. Grundfunktionen der Kasus: · Nominativ: grammatisches Subjekt · Genitiv: Bereich (possessivus, partitivus, qualitatis, subiectivus, obiectivus) · Dativ: Interesse (possessivus, finalis, commodi, auctoris) · Akkusativ: Richtung (räumliche, zeitliche Ausdehnung) · Ablativ: Mittel (instrumentalis: sociativus, causae, modi, instrumenti); Ort/Zeitpunkt (loci/temporis); Trennung (separativus, comparationis) · + Ablativ: qualitatis, pretii, mensurae, limitationis
kennen die Funktionen der Tempora, Modi und Genera Verbi. · Zeitverhältnis: Gleichzeitigkeit/Vorzeitigkeit/Nachzeitigkeit · Erzähltempus: Perfekt ↔ Imperfekt · Passivgebrauch: logisches - grammatisches Subjekt, unpersönliches Passiv · Konjunktiv im Hauptsatz · konjunktivische Gliedsätze, irreales Satzgefüge · + consecutio temporum, Prohibitiv, oratio obliqua, historisches Präsens
analysieren die Struktur von Sätzen und beschreiben sie.
kennen verschiedene Methoden der Satzerschließung und können sie anwenden. graphische Analysemethoden: · Unterstreichungsmethode oder · Stammbaummethode · Einrückmethode (kolometrische Darstellung) oder · Kästchenmethode Satzerschließungsverfahren: · Gliedern und Übersetzen in Wortgruppen · kombiniertes Verfahren (Konstruieren und Analysieren) oder · lineares Dekodieren oder · Drei-Schritt-Methode oder · valenzgrammatische Methode
reflektieren beim kontrastiven Sprachvergleich über die Unterschiede zwischen der lateinischen, der deutschen und der fremdsprachlichen Syntax: Wortstellung, Kasusrektion, Gebrauch der Tempora und Modi, satzwertige Konstruktionen.
Erschließen
kennen und nutzen Methoden der Texterschließung für das globale Leseverstehen. kontextuelle Einbettung auf der Basis von Vorentlastung und Weltwissen: · Überschrift · Einführungstext · textbegleitende Abbildungen · Textlayout · Textsorte · Eigennamen · Redesituation
formulieren ihre Leseerwartungen und überprüfen sie im weiteren Verstehensprozess.
benennen die Themen und zentralen Aussagen des Textes und belegen sie am Text. · mit Hilfe von vorgegebenen Leitfragen zu · Personen · Zeit- und Ortsangaben · Schlüsselwörtern · Wortfeldern · durch selbstständige Formulierung von Leitfragen
arbeiten das sinntragende Gerüst des Textes, wie Handlungsträger und Verbalinformationen, heraus.
wenden auf dem Weg vom globalen zum detaillierten Leseverstehen verschiedene Lesemethoden an.
nutzen Kohärenzsignale für die Strukturierung des Textes und das detaillierte Leseverstehen. · Wiederholungen, Gegensätze, Variationen · Satzstellung · Kongruenz · Konnektoren · Pronomina · Tempusrelief · Modusgebrauch
gliedern und paraphrasieren den Text.
Übersetzen
übersetzen lateinische Texte zielsprachenorientiert unter Berücksichtigung der Wirkungsabsicht. · Auswahl der im Kontext passenden Wortbedeutung · Überführen lateinischer syntaktischer Strukturen in deutsche Satzbaupläne · Berücksichtigung der sprachlichen Gestaltung des lateinischen Textes
überprüfen ihre Übersetzung an sprachlichen Signalen des lateinischen Textes und korrigieren sie gegebenenfalls.
vergleichen und bewerten verschiedene Übersetzungen eines lateinischen Textes.
haben durch sprachkontrastives Arbeiten ein Bewusstsein für unterschiedliche Ausdrucksformen des Lateinischen und des Deutschen.
Durch das Übersetzen erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeit, sich im Deutschen präzise und differenziert auszudrücken. · Wortschatz: Synonyme und Varianten · idiomatische Wendungen · Syntax
Interpretieren
analysieren die Struktur und die sprachliche Gestaltung eines lateinischen Textes und deuten sie inhaltsbezogen. · Handlungsverlauf · Personenkonstellation · Erzählperspektive · Schlüsselwörter · auffällige sprachliche Merkmale und ihre Wirkung
fassen den Inhalt eines lateinischen Textes zusammen.
belegen ihre Aussagen über den Text mit Textzitaten.
kennen verschiedene Textsorten und ihre spezifischen Merkmale.
bearbeiten schriftlich und mündlich Arbeitsaufträge zum Textverständnis in angemessener Sprache unter Verwendung der behandelten Fachausdrücke.
beziehen bei der Interpretation eines lateinischen Textes historisch-politische und soziokulturelle Hintergrundinformationen ein.
formulieren die textsortenspezifische und situationsspezifische Wirkungsabsicht eines Textes.
setzen einen lateinischen Text zu seiner Rezeption in Literatur, Bildender Kunst und Musik in Beziehung.
nutzen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, mit Texten umzugehen, in anderen Fächern.
vergleichen die Textaussagen mit ihren eigenen Erfahrungen, beziehen begründet Stellung und nutzen diese Vergleiche zu ihrer persönlichen und sozialen Orientierung.
Kultur
schen Kultur und Geschichte, die sie erweitern, systematisieren und zu einem Grundwissen über römische Kultur und Geschichte verbinden. · Leben in Familie und Alltag · Politik und Gesellschaft · Geschichte des Imperium Romanum · Mythos und Religion · Rhetorik · Philosophie · + Christentum · + lateinisches Mittelalter
onen zu den Themenbereichen der römischen Kultur und Geschichte, werten diese aus und präsentieren sie. · Recherche in der Bibliothek, im Internet · Ordnen, Bündeln und Bewerten von Informationen · Präsentation von Informationen oder Arbeitsergebnissen im Vortrag mit Hilfe optischer Medien (Beamer, Folien, Hand-out)
tur und Geschichte bei Texterschließung und Textinterpretation.
kennen Zeugnisse und Einflüsse der Römer in ihrer Region.
haben ein Bewusstsein vom prägenden Einfluss der Antike auf Europa entwickelt.
sind in der Lage, sich mit der antiken Kultur einerseits wissenschaftlich-sachlich, andererseits wertendvergleichend auseinanderzusetzen.
erkennen in antiken Denkmodellen sowohl die historische Bedingtheit als auch die anhaltende Aktualität.
erkennen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen antiker und moderner Kultur. Dadurch gewinnen sie auch eine Offenheit für andere und fremde Lebenseinstellungen und können dazu Stellung beziehen. Sie nutzen diese Erkenntnisse für ihre persönliche Orientierung im Kontext sozialer Verantwortung.
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Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz — Lehrplan Latein (Sekundarstufe I). Kompetenztexte aus der Quelle übernommen; die amtliche Originalfassung ist verbindlich.
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