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Lehrpläne Rheinland-Pfalz
Gymnasium
Latein (rlp)
inhaltsbezogen
Lernbereich Sprache
6
Lernbereich Literatur
5
Lernbereich Kultur/Geschichte
13
Lernbereich Rezeption/Tradition
6
Thema 1: Sallust, De coniuratione Catilinae
10
Thema 2: Römische Rhetorik
6
Thema 3: Tacitus, Germania
7
Thema 4: Plinius d. J., Briefe
5
Thema 5: Catull, Gedichte
9
Thema 6: Ovid, Metamorphosen
5
Thema 7: Die römische Komödie
8
Thema 8: Satirische Texte (Parodie, Epigramm, Satire)
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Themenbezogene Ziele
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Themenbezogene Ziele
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Themenbezogene Ziele
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Themenbezogene Ziele
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Themenbezogene Ziele
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Themenbezogene Ziele
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Themenbezogene Ziele
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Themenbezogene Ziele
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Themenbezogene Ziele
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Beiträge zur Methoden- und Sozialkompetenz
266
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Lernbereich Sprache
autoren-/textsortenspezifischer Wortgebrauch.
morpho-syntaktische Struktur der Texte (Para-/Hypotaxe, Konzinnität/Inkonzinnität, Archaismen, Besonderheiten der Wortbildung z.B. in der Poesie oder der philosophischen Prosa).
Stilelemente und ihre Funktionen (Metapher, Metonymie, Hyperbel; Asyndeton, Hendiadyoin; Zeugma; Klimax; Anapher, Alliteration; Parallelismus, Chiasmus, Hyperbaton; Antithese, Sentenz).
Texterschließung (satzbezogene und satzüberschreitende Konstituenten; Thema-Rhema-Entfaltung; die semantische Struktur eines Textes nach Wortfeldern; textpragmatische Faktoren).
Übersetzungsformen (möglichst genaue Abbildung der semantischen Struktur und Berücksichtigung der syntaktischen Eigenarten des Deutschen; umschreibende und interpretierende Paraphrase; Übersetzungskommentar; produktionsorientierte Textumwandlung) 8.
Übersetzungsvergleich (Vergleich zwischen mehreren Übersetzungen und zwischen verschiedenen Übersetzungsformen).
Lernbereich Literatur
Interpretationsmethoden (textimmanent unter Berücksichtigung der Textstruktur und der Textpragmatik - texttranszendent in Bezug auf Rezeption und Gegenwart, auch in Verbindung mit handlungs- und produktionsorientierten Verfahren).
Umgang mit fachspezifischen Arbeitsmitteln (Lexikon, Grammatik, Kommentar, Übersetzungen, Sekundärliteratur, Bild- und Kartenmaterial) Lernbereich Literatur.
Leben und Werke der Autoren.
Literaturgattungen (historische Darstellung, Rede, historischer und philosophischer Brief, philosophischer Dialog, Epos, Elegie, Epigramm, Lyrik, Drama, Satire, philosophisches Lehrgedicht).
Stilarten (Darstellung, Ausdruck, Appell).
Lernbereich Kultur/Geschichte
Kompositionsformen (linear, zyklisch).
metrische Systeme (epischer Hexameter, elegisches Distichon, alkäische Strophe).
literarische Epochen (Republik, augusteische Zeit, kaiserzeitliche Epoche, Mittelalter, Humanismus/Renaissance).
spezifische Tendenzen in der römischen Literatur (imitatio - aemulatio - interpretatio) Lernbereich Kultur/Geschichte.
Grundzüge verschiedener Geschichtsepochen.
politische Institutionen.
soziale Strukturen der römischen Welt (Herr - Sklave; Patron - Klient, Gruppen: familia/amicitia).
wirtschaftliche Strukturen (Rom - Kolonien; Stadt - Land).
die Rolle der Frau in der antiken Gesellschaft.
römische Alltagswelt.
politische und ethische Ordnungsbegriffe im Denken und Handeln der Römer wie Wertkonservatismus und Geschichtsbewusstsein (mores maiorum), Ideologisierungstendenzen (pax Augusta), römisches Macht- und Sendungsbewußtsein (maiestas, ordo, iustitia, pax, Toleranz).
philosophische Systeme und ihre Umsetzung in die Lebenswirklichkeit der Römer.
die Bedeutung der Rhetorik in Politik und Rechtswesen.
Lernbereich Rezeption/Tradition
die römische Religion und ihre Rolle in Gesellschaft und Literatur.
die Mythologie in Dichtung und Kunst.
römische Kunst und Architektur in ihrer ästhetischen und gesellschaftlich-politischen Funktion Lernbereich Rezeption/Tradition.
Fortwirken der lateinischen Sprache (in der Entwicklung der europäischen Sprachen; ihre Bedeutung für die Ausbildung von Wissenschaftssprache).
Rolle und Bedeutung der Rezeption griechischer Kultur durch die Römer vor allem in Dichtung, Philosophie und Kunst; Formen der imitatio, aemulatio, interpretatio; ciceronianischer Humanismus als Ergebnis der Begegnung mit Griechenland) 9.
Fortwirken der römischen Dichtung (Gattungen, Motive) und Philosophie (philosophische Systeme wie Stoa, Epikur, Akademie) in der europäischen Literatur- und Geistesgeschichte.
Thema 1: Sallust, De coniuratione Catilinae
wichtige Merkmale des sallustischen Stils (Archaismus, Antithese, brevitas).
Bauelemente römischer Geschichtsschreibung (praefatio, Exkurs, Rede).
die politisch-gesellschaftliche Entwicklung der ausgehenden Republik.
die Bedeutung der römischen Wertvorstellungen für Sallusts Geschichtsbild.
die protreptische Absicht des Autors.
die Aufgabe von Geschichtsschreibung in Antike und Gegenwart.
der Anspruch des Geschichtsschreibers auf Objektivität.
Vergleich römischer und heutiger Wertbegriffe.
Rechte und Pflichten des Einzelnen im Gemeinwesen.
Gefährdung einer Verfassungsordnung und der inneren Sicherheit.
Thema 2: Römische Rhetorik
die Semantik der Rede (Schlagwörter, Leerformeln, Leitwörter, Konnotationen).
zentrale Aufgaben des Redners (docere, delectare, movere).
Redetypen und ihre Strategie (genus iudiciale, genus deliberativum, genus demonstrativum).
der Aufbau einer antiken Rede (exordium, narratio, dispositio, confirmatio/refutatio, peroratio).
Formen psychologischer Beeinflussung durch Rede (Wir-Gefühl, captatio benevolentiae, Pseudo-Identifikation, Appelle an Ideale und Werthaltungen, Berufung auf Autoritäten, Katastrophenprophetie, Schwarz-Weiß-Malerei, Übertreibung-Verharmlosung, Unterlassung, Verschleierung).
Gefahren, die von einem Redner ausgehen können (Verführung und Fanatisierung der Massen).
Thema 3: Tacitus, Germania
Sprache und Stil der Germania (Prägnanz in Satzbau und Ausdruck, Ellipsen, Inkonzinnität, assoziative Kapitelverknüpfung).
die Ethnographie als eine Form der antiken Geschichtsschreibung.
Bedeutung der Germania als Dokument germanischer Lebensrealität im ersten nachchristl. Jahrh.
die Germania als Entwurf eines positiven Gegenbildes zu politischer und moralischer Dekadenz.
die Germanen als eine mögliche politische und militärische Bedrohung der Größe Roms.
Interpretatio Romana als Umdeutung germanischer Mythologie, Religion und Institutionen.
die Problematik der Beurteilung einer fremden Kultur aus Unverständnis und Furcht.
Thema 4: Plinius d. J., Briefe
die Kunstform der Briefe (Pointierung, Sentenzen, Dramatisierung).
Einblicke in das politische und gesellschaftlich-kulturelle Umfeld der frühen Kaiserzeit.
die Briefe in ihrer kritisch-analysierenden Funktion.
die anthropologischen Konstanten in den Briefen und die kritische Auseinandersetzung mit ihnen (z.B. Klassenstruktur; Individuum-Masse; Bildungsbewusstsein).
die Veranschaulichung der Inhalte durch Zeugnisse der Archäologie und Kunst.
Thema 5: Catull, Gedichte
verschiedene literarische Formen (Liebeslyrik, Epigramm, Invektive).
Catull als Vermittler frühgriechischer Lyrik in Übersetzung (z.B. c. 51) und Metrik.
Catull als Neoteriker.
die Grenze zwischen spontaner Äußerung und künstlerischer Gestaltung.
Catulls Suche nach einer Begrifflichkeit seiner Empfindungen.
die Problematik lyrischer Übersetzungen (durch Vergleich von Catullgedichten mit professionellen Übersetzungen und mit eigener Übersetzung oder Nachdichtung).
ein Psychogramm Catulls.
der Einfluss gesellschaftlicher Konventionen und Normen auf die mitmenschlichen Beziehungen in Freundschaft, Liebe, Sexualität.
der Konflikt zwischen Liebe und Verantwortung, Liebe und Eifersucht, Liebe und Hass.
Thema 6: Ovid, Metamorphosen
Elemente der Erzähltechnik Ovids (Personenrede als wesentliches Mittel der Charakterisierung; Andeutung, Vorausdeutung, retardierende Momente als Mittel der Spannungserzeugung; Erzählerkommentare an Schlüsselstellen; minutiöse Schilderung des Vollzugs der Verwandlung).
Themen und Motive der antiken Mythologie.
Funktion der Verwandlung als Wesensenthüllung der mythischen Gestalt und des Menschen an sich.
menschliches Dasein und göttliche Macht im Konflikt.
Beispiele der Wirkungsgeschichte der Metamorphosen in Kunst und Literatur.
Thema 7: Die römische Komödie
die Kennzeichen der Komödiensprache (Abweichung vom Klassischen Latein, Elemente der Vulgärsprache).
wichtige Mittel zur Erzeugung von Spannung und Komik (Verzögerung, bewusstes Missverstehen oder Wörtlichnehmen, Vorwissen der Zuschauer).
wesentliche Bauelemente der Komödie (Prolog, Monolog, Dialog).
die Handlungsführung der römischen Komödie (Wendung ad spectatores, Straßenszenen, unbemerktes Mithören und Kommentieren von Aussagen anderer Personen).
zentrale Themen der römischen Komödie (Liebe, Erziehung, Generationskonflikte, Intrige, Geiz).
die Typisierung wichtiger Personen in der Komödie (Sklave, Alter, Verliebter, Hetäre, Parasit).
die Komödie als Überzeichnung und Karikatur der sozialen und politischen Wirklichkeit der römischen Welt und des Hellenismus.
die wichtigsten Realien des antiken Theaters 22.
Thema 8: Satirische Texte (Parodie, Epigramm, Satire)
verschiedene literarische Ausformungen des Satirischen (Satire, Roman, Epigramm).
sprachliche und rhetorische Ausdrucksmittel der Satire (Ironie, Parodie, Übertreibung, Karikatur, Wortspiele, verschiedene Sprachebenen).
Alltagswelt der Römer in parodistischer Verfremdung.
Moralisierungseffekt der Satire.
Textproduktion von Witz und Parodie in verschiedenen Übersetzungsformen und Sprachebenen (z.B. Dialekt).
Themenbezogene Ziele
der Periodenbau in der Sprache des Livius.
die dramatische Ausgestaltung der Szenen.
Abschnitte aus der Geschichte der römischen Frühzeit.
Roms Durchbruch zur Weltherrschaft infolge des Sieges über Karthago.
Livius’ Wunsch nach einer politischen und moralischen Erneuerung.
Livius’ Erklärung der Größe Roms durch den Konsens über die Verbindlichkeit fester Grundwerte innerhalb des populus Romanus.
Sinn und Aufgabe der Geschichtsschreibung.
der Unterschied zwischen livianischer Geschichtsschreibung und moderner Geschichtswissenschaft.
ideologiekritische Betrachtung von Begriffen wie gerechter Krieg, Sendungsbewußtsein, Patriotismus A: Gründung und Ausbau Roms bis zum Ende des Königtums I 6,3-7,3; 7,15-8,7; (9; 11,5-12; 13,1-5); 18-21; 22; 23; 24,1-3; 25,1-14; 49; 56,1-13; (57,10- 59,2); 60,2-3; Praefatio 1-13 B: Die Republik zwischen Einzelleistung und Ständekampf II 1,1-2,2; 12,1-13,5; 23,1-24,7; 27,1-30,7; 31,7-32,7; 32,8-33,3; (33,5-9); 34,7-35,7; 39,5- 40,12 III 26,1-29,7 V 27; (37,1-38,1o: 41; 48; 49,1-50,7); Praefatio 1-13 C: Der Konflikt zwischen Rom und Karthago XXI 1,1-5,1; 18; 42-44 XXII 1-3; 7; 14,1-15,1; 27-30; 50,1-3; 51,1-9; 61,10-15 XXVIII 12,1-9; Praefatio 1-13 A: Die Themenkreise A und B aus dem Grundfach B: Der Konflikt zwischen Rom und Karthago XXI 1,1-5,1; 9,3-11,2; 18; 30; 40-41; 42-44 XXII 1-3; 7; 9,7-11; 14,1-15,1; 27-30; 38,6-13; 39-40,3; 50,1-3; 51,1-9; 54,7-11; 55; 61, 10- 15 XXIII 11,7-12; 12,1-13 29 XXVIII 12,1-9; Praefatio 1-13 XXXIV 60; XXXIX 51 Thema I 2: Tacitus, libertas und dominatio (Das Thema empfiehlt sich vor allem für den Leistungskurs.) Das Werk des Tacitus - entstanden nach dem Ende der Gewaltherrschaft Domitians - steht unter dem Eindruck eines gewaltigen politischen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesses, der das Amt des Princeps ebenso erfasste wie die politische und wirtschaftliche Rolle Italiens und die Bedeutung Roms als Zentrum der römischen Geisteskultur. Tacitus spürt den Antagonismus von virtus und Prinzipat und ist doch von der Notwendigkeit dieser Verfassung überzeugt. Trotzdem analysiert er ihre Machtstrukturen und legt ihre schädlichen Folgen - Opportunismus, Delatorenwesen, Majestätsprozesse, Beeinträchtigung der geistigen Freiheit - dar. In einer offensiven Außenpolitik sieht er eine Betätigung römischer virtus, kritisiert die augusteische Friedenspolitik und empfindet doch das Abscheuliche der von ihm verherrlichten Eroberungen.
sprachliche und stilistische Charakteristika bei Tacitus (brevitas, Prägnanz, Nominalstil, Inkonzinnität).
die Funktion der Geschichtsschreibung in der Kaiserzeit.
verschiedene Aspekte der Begriffe libertas und dominatio.
politische und ethische Voraussetzungen für die Verwirklichung der libertas im Staat.
der Freiheitsbegriff aus der Sicht der von der römischen Militärmacht bedrohten Völker.
Unterdrückungsmechanismen der Freiheit.
Auswirkungen der dominatio auf Einzelpersonen und Kollektive.
sine ira et studio: die Problematik objektiver Geschichtsschreibung.
Möglichkeiten und Grenzen einer philosophischen Bewältigung des Freiheitsproblems.
Themenbezogene Ziele
sprachliche und stilistische Charakteristika bei Tacitus (brevitas, Prägnanz, Nominalstil, Inkonzinnität).
die Funktion der Geschichtsschreibung in der Kaiserzeit.
verschiedene Aspekte der Begriffe libertas und dominatio.
politische und ethische Voraussetzungen für die Verwirklichung der libertas im Staat.
der Freiheitsbegriff aus der Sicht der von der römischen Militärmacht bedrohten Völker.
Unterdrückungsmechanismen der Freiheit.
Auswirkungen der dominatio auf Einzelpersonen und Kollektive.
sine ira et studio: die Problematik objektiver Geschichtsschreibung.
Möglichkeiten und Grenzen einer philosophischen Bewältigung des Freiheitsproblems.
Themenbezogene Ziele
die etymologische Ableitung von pax.
die ideologische Rechtfertigung römischer Weltherrschaft.
das mögliche Spannungsverhältnis zwischen pax und libertas (Tacitus, Agr.) 33.
die Deutung des Friedens in der frühchristlichen Philosophie.
die negative und positive Bestimmung des Friedensbegriffs (Vaticanum II) Themenvorschläge A: Pax als Element römischer Außenpolitik Caesar, BG I 27; Monumentum Ancyranum 12-13; Tacitus, Agr. 29-32 (Calgacus-Rede); Tacitus, Hist. IV 73-74 (Cerialis-Rede) B: Die Pax Romana in der augusteischen Dichtung Vergil, Aen. I 275-296 (Iupiter-Prophetie); Vergil, Aen. VI 847-853 (Unterweltszene); Vergil, Aen. VIII 714-728 (Schildbeschreibung); Vergil, Ekl. IV oder Tibull. I 10; Horaz, c. III 14 und IV 15 (Projekt: Ara Pacis - Vergil, Georgica II 136-176: laudes Italiae) C: Pax in der christlichen Philosophie und Theologie Lukas 2, 1-14 (Christi Geburt); Augustinus, De civ. Dei XIX 11,1- 12,17 (der Friede als höchstes Gut); Erasmus von Rotterdam, Querela pacis (Auswahl); II. Vatikanisches Konzil, Gaudium et spes 78, 83, 86 (Frieden als gerechte Weltordnung) Kombinationsmöglichkeiten A und B: Römische Außenpolitik aus der Sicht der Gegner (Tacitus, Agr.) und in der römischen Dichtung B und C: Friede durch römische Weltherrschaft (Vergil, Aen.) - wirklicher Friede erst im Gottesstaat (Augustinus) B und C: Sicherung des Friedens durch Weltherrschaft oder Entwicklung der benachteiligten Völker? (Vergil, Aen. - Gaudium et spes) 2. Römisches Rechtswesen Die lateinische Fachprosa öffnet einen Zugang zu dem, was als typisch römisch gilt. Die oft spekulativ angelegte Wissenschaft der Griechen wird für praktische Handhabung bestimmt. Auf der Grundlage historischer Erfahrung wird sie aus- und umgeformt. Dies trifft besonders auch für den Bereich des Rechts zu. Noch unsere Gesetzbücher verweisen auf ihren römischen Ursprung. Der Einblick in das römische Rechtswesen kann auch den Einstieg in ein Fachstudium vorbereiten.
Themenbezogene Ziele
der Begriff Utopia.
Philosophische Wurzeln in Thomas Morus’ Utopia (Platon, Stoa, Epikur, Cicero).
die Bedeutung des Christentums für die Utopia (Liebesgemeinschaft) 35.
verschiedene Interpretationsmöglichkeiten der Utopia (z.B. Morus als Begründer des Sozialismus).
die Tradition des utopischen Romans bis zur Science-fiction-Literatur.
Themenbezogene Ziele
metrische Grundmuster Horazischer Lyrik (Alkäische, Sapphische und Asklepiadeische Strophe).
dichterische Gestaltung vielfältiger Themenbereiche der Zeit und des eigenen Lebens (z.B. Bürgerkriege, Prinzipat, Liebe, Freundschaft, Lebenslust, Natur und Landschaft, Religion und Mythos, Dichtertum, Tod, Popularphilosophie).
Abhängigkeit der Themenbehandlung von den politischen und biographischen Umständen (Philippi, Mäzenaskreis, Aktium, Prinzipat des Augustus) 39.
das politische Programm des Augustus und das Selbstverständnis augusteischer Herrschaft (geistig-sittliche Erneuerung; innere und äußere Sicherheit, Weltherrschaft und Pax Augusta als Vollendung des Götterwillens).
aurea mediocritas als Lebensprinzip des Horaz und sein dichterisches Selbstverständnis (vates Romanus, Romanae fidicen lyrae, Unsterblichkeit).
Wirkungsgeschichte der horazischen Lyrik (z.B. bei Petrarca, Hölderlin, Chr. Morgenstern, B. Brecht) Auswahlvorschläge Epoden: 16 und 7 (Reaktion auf Philippi und die Konsequenzen) Epoden: 1 und 9 (nach der inneren Wandlung) Oden: I 14 (Mahnung an das gefährdete Staatsschiff); 17 (maßvolles Leben auf dem Land - der Dichter als Schützling der Götter); 31 (der Wunsch des Dichters); 37 (der Tod der Kleopatra) II 13 (die heilsame Wirkung der Lyrik); 7 (Freude über die Rückkehr eines Kriegskameraden); 18 (Preis eines beschaulichen und bescheidenen Lebens); 10 (Ermahnung zu einem Leben der aurea mediocritas) III 24 (innere Erneuerung als Voraussetzung für eine Beendigung der Bürgerkriege); 30 (Unsterblichkeit des Dichters) Römeroden: III 1 (Bescheidenheit und Genügsamkeit als Voraussetzung zur Zufriedenheit); 4 (die Musen als Schutzgeister) IV 3 (Leistung und Ansehen des Dichters als Geschenk der Musen); 5 (Augustus als Schöpfer des inneren und äußeren Friedens); 15 (Augustus als Friedensfürst) Thema II 3: Die römische Liebeselegie Die römischen Elegiker suchten in einer Phase des politischen und sozialen Umbruchs von der späten Republik zur Kaiserzeit nach Alternativen zu den gesellschaftlichen Normvorstellungen von Liebe und Ehe, von beruflicher Bewährung im persönlichen Einsatz für den Staat in Politik und Militär. Ihre Gedichte spiegeln ein durch die Ablehnung althergebrachter Werte und Tugenden gewonnenes neues Lebenskonzept wider. In ihnen findet sich aber auch ein neues Verständnis von der Rolle der Frau, das in Rom seit der Eroberung des östlichen Mittelmeerraums Eingang gefunden hatte. Die Elegie konnte sich in Rom nur für wenige Jahre literarisch entfalten. Ihre literarischen und politisch-sozialen Entstehungsvoraussetzungen machen sie aber zu einer eigenständigen Leistung der römischen Dichtung, die die gesamte europäische Literatur vom Humanismus über das Barock bis zur Klassik und ins 20. Jahrhundert maßgeblich beeinflusst hat.
die Sprache der römischen Elegie (Wortwahl, Metaphorik, Rhetorik, mythologisches Gleichnis).
das Metrum der Elegie.
das literarische Genus der Elegie/ihr fiktionaler Charakter.
die Funktion der mythologischen Exempla.
die in der Elegie aufgezeigten Alternativen zu den traditionellen Normen der römischen Gesellschaft (Bindung an die Geliebte als foedus aeternum analog zur Ehe, militia amoris, servitium amoris).
die (seit der Eroberung des östlichen Mittelmeerraums) gewandelte Rolle der Frau in der römischen Gesellschaft Zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
der unterschiedliche Umgang der drei Elegiker mit den Motiven der erotischen Elegie (Tibull, Properz: Liebeselegie als Entwurf einer alternativen Lebenskonzeption im Gegensatz zum augusteischen Staatsverständnis; Ovid: Elegie als poetische Ausdrucksform).
Rezeption der properzischen Elegien in Goethes Römischen Elegien.
Themenbezogene Ziele
die Restriktionspolitik des Augustus.
die Lebensbedingungen Ovids im Exil zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
das Exil Ovids in der Rezeption (Ch. Ransmayr, Die letzte Welt; V. Horia, Gott ist im Exil geboren).
Erfahrung des Exils in der Zeit des Nationalsozialismus.
Themenbezogene Ziele
die Mischform aus prosaischen und poetischen Sprachelementen und die barock-manieristische Ausdrucksfülle der Erzählung.
die Kompositionstechnik und Dramaturgie der Erzählung.
der mystisch-religiöse Hintergrund (Einblick in die spätantiken Mysterienreligionen als Kennzeichen einer Umbruchszeit).
die Verbindung von Mythos und Philosophie (Eros bei Platon).
Nachwirkung der Erzählung in Literatur und Kunst 42.
Themenbezogene Ziele
Cicero als Vermittler griechischer Philosophie.
Kenntnis der traditionellen antiken Gottesbeweise.
Kritischer Vergleich der vertretenen Positionen, ihrer Argumentation und ihrer Widerlegung.
Ciceros Methode des in utramque partem disputare.
die dogmatische Intention geschlossener philosophischer Systeme.
Einblick in die Bedeutung des Religiösen für die Orientierung des Menschen Zusätzliches Ziel für das Leistungsfach.
die Tradition der Gottesbeweise (z.B. Kant, Leibniz) (Bezug: R. Löw, Die neuen Gottesbeweise) Cicero, De natura deorum I 42-49 (50b-56): epikureische "Theologie" I 57; 60-64; 67b-71 (77-79); (81); (86-90); (95-98); (105); 110b-114; 121b-124: Gegenargumente des Skeptikers II 12(Ende)-15; 28-32; 54; (57-61); 75-80; 153-155: stoische Theologie III 5-6; 20-21; (38-39 Anfang); (65-71); (75); 79b-80a; 86-88; 94- 95: Gegenargumente des Skeptikers und Schlusswort mit Ciceros Resümee Textergänzungen für das Leistungsfach Cicero, De natura deorum (Die in Klammern stehenden Textstellen) Lukrez, De rerum natura I 62-101: Der Missbrauch der Religion; II 216-260: Freiheit- Determinismus; III 931-977: Rede der Natur über den Tod C: Cicero, Tusculanae disputationes In den fünf Büchern der Tusculanen behandelt Cicero Grundfragen der Ethik im Sinne einer popularen Lebensphilosophie. Er geht dabei über den Ansatz in De finibus bonorum et malorum hinaus, indem er darlegt, wie die Ruhe der Seele durch Todesfurcht, Schmerz, Kummer und andere Leidenschaften und Affekte bedrängt wird, und die Mittel aufzeigt, mit denen den Gefahren für die Seele begegnet werden kann. Im letzten Buch versucht er nachzuweisen, dass die virtutes zu einem glücklichen Leben genügen. Cicero referiert - zum Teil sehr differenziert - die wichtigsten philosophischen Lehrmeinungen zu den einzelnen Themen und setzt sich mit ihnen auseinander. Dadurch kommt 51 der philosophiegeschichtliche Aspekt zum Tragen. Besonders in diesem Werk ist Cicero der Vermittler griechischer Philosophie.
die Bedeutung der Vorsokratiker und des Sokrates für die Entwicklung der Philosophie.
Grundfragen der Ethik (Tod, Schmerz, Kummer, der Weise im Umgang mit den Affekten, Bedeutung der virtutes für die Eudämonie).
Ciceros Methode (Verteilung der 5 Themen auf 5 Tage; Entwicklung der Einzelgespräche vom Sokratischen zum Aristotelischen Dialog; eklektisches Verfahren).
praktische Lebenshilfe durch die Philosophie Zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
Ciceros eigene Position in Auseinandersetzung mit den griechischen Philosophenschulen (Akademie, Stoa, Epikureismus).
vertiefte Reflexion über die in den Texten angesprochenen philosophischen Erkenntnisse (z.B. die Affektenlehre und die moderne Psychologie).
Themenbezogene Ziele
Cicero als Vermittler griechischer Philosophie.
die Bedeutung der Vorsokratiker und des Sokrates für die Entwicklung der Philosophie.
Grundfragen der Ethik (Tod, Schmerz, Kummer, der Weise im Umgang mit den Affekten, Bedeutung der virtutes für die Eudämonie).
Ciceros Methode (Verteilung der 5 Themen auf 5 Tage; Entwicklung der Einzelgespräche vom Sokratischen zum Aristotelischen Dialog; eklektisches Verfahren).
praktische Lebenshilfe durch die Philosophie Zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
Ciceros eigene Position in Auseinandersetzung mit den griechischen Philosophenschulen (Akademie, Stoa, Epikureismus).
vertiefte Reflexion über die in den Texten angesprochenen philosophischen Erkenntnisse (z.B. die Affektenlehre und die moderne Psychologie).
Beiträge zur Methoden- und Sozialkompetenz
autoren-/textsortenspezifischer Wortgebrauch.
morpho-syntaktische Struktur der Texte (Para-/Hypotaxe, Konzinnität/Inkonzinnität, Archaismen, Besonderheiten der Wortbildung z.B. in der Poesie oder der philosophischen Prosa).
Stilelemente und ihre Funktionen (Metapher, Metonymie, Hyperbel; Asyndeton, Hendiadyoin; Zeugma; Klimax; Anapher, Alliteration; Parallelismus, Chiasmus, Hyperbaton; Antithese, Sentenz).
Texterschließung (satzbezogene und satzüberschreitende Konstituenten; Thema-Rhema-Entfaltung; die semantische Struktur eines Textes nach Wortfeldern; textpragmatische Faktoren).
Übersetzungsformen (möglichst genaue Abbildung der semantischen Struktur und Berücksichtigung der syntaktischen Eigenarten des Deutschen; umschreibende und interpretierende Paraphrase; Übersetzungskommentar; produktionsorientierte Textumwandlung) 8.
Übersetzungsvergleich (Vergleich zwischen mehreren Übersetzungen und zwischen verschiedenen Übersetzungsformen).
Interpretationsmethoden (textimmanent unter Berücksichtigung der Textstruktur und der Textpragmatik - texttranszendent in Bezug auf Rezeption und Gegenwart, auch in Verbindung mit handlungs- und produktionsorientierten Verfahren).
Umgang mit fachspezifischen Arbeitsmitteln (Lexikon, Grammatik, Kommentar, Übersetzungen, Sekundärliteratur, Bild- und Kartenmaterial) Lernbereich Literatur.
Leben und Werke der Autoren.
Literaturgattungen (historische Darstellung, Rede, historischer und philosophischer Brief, philosophischer Dialog, Epos, Elegie, Epigramm, Lyrik, Drama, Satire, philosophisches Lehrgedicht).
Stilarten (Darstellung, Ausdruck, Appell).
Kompositionsformen (linear, zyklisch).
metrische Systeme (epischer Hexameter, elegisches Distichon, alkäische Strophe).
literarische Epochen (Republik, augusteische Zeit, kaiserzeitliche Epoche, Mittelalter, Humanismus/Renaissance).
spezifische Tendenzen in der römischen Literatur (imitatio - aemulatio - interpretatio) Lernbereich Kultur/Geschichte.
Grundzüge verschiedener Geschichtsepochen.
politische Institutionen.
soziale Strukturen der römischen Welt (Herr - Sklave; Patron - Klient, Gruppen: familia/amicitia).
wirtschaftliche Strukturen (Rom - Kolonien; Stadt - Land).
die Rolle der Frau in der antiken Gesellschaft.
römische Alltagswelt.
politische und ethische Ordnungsbegriffe im Denken und Handeln der Römer wie Wertkonservatismus und Geschichtsbewusstsein (mores maiorum), Ideologisierungstendenzen (pax Augusta), römisches Macht- und Sendungsbewußtsein (maiestas, ordo, iustitia, pax, Toleranz).
philosophische Systeme und ihre Umsetzung in die Lebenswirklichkeit der Römer.
die Bedeutung der Rhetorik in Politik und Rechtswesen.
die römische Religion und ihre Rolle in Gesellschaft und Literatur.
die Mythologie in Dichtung und Kunst.
römische Kunst und Architektur in ihrer ästhetischen und gesellschaftlich-politischen Funktion Lernbereich Rezeption/Tradition.
Fortwirken der lateinischen Sprache (in der Entwicklung der europäischen Sprachen; ihre Bedeutung für die Ausbildung von Wissenschaftssprache).
Rolle und Bedeutung der Rezeption griechischer Kultur durch die Römer vor allem in Dichtung, Philosophie und Kunst; Formen der imitatio, aemulatio, interpretatio; ciceronianischer Humanismus als Ergebnis der Begegnung mit Griechenland) 9.
Fortwirken der römischen Dichtung (Gattungen, Motive) und Philosophie (philosophische Systeme wie Stoa, Epikur, Akademie) in der europäischen Literatur- und Geistesgeschichte.
römisches Denken in Politik und Recht als eine Grundlage für die Ausformung der europäischen Kultur.
römische Kunst und Architektur als Anstoß für Rennaissancen (Stile).
die historische Dimension von Rezeption und Tradition (Problembewusstsein von Gegenwart).
kritische Einordnung von diachronischer und synchronischer Betrachtungsweise der Kulturen (Einseitigkeit=Eindimensionalität)
Ein zusätzliches Thema kann nach spezieller Interessenlage der Kursteilnehmer/innen frei gewählt werden (geeignet vor allem für projektorientierte Unterrichtsformen).
Ein weiteres Thema aus dem Lehrplanangebot wird mit exemplarischem Schwerpunkt behandelt. (Geeignet sind die Themenvorschläge für den Freiraum.).
Eines der gewählten Hauptthemen wird vertiefend weiterbehandelt.
Für das Grundfach ist der Umfang des Textmaterials reduziert.
Bei der vorgeschlagenen Textauswahl für das Grundfach ist, wenn möglich, auf die Abstufung des formal-sprachlichen (nicht unbedingt inhaltlichen) Anspruchsniveaus geachtet.
In der methodischen Durchführung der Themen wird im Grundfach stärker als im Leistungsfach das Prinzip des Exemplarischen berücksichtigt. Trotz reduzierter Textmenge muss das Thema als Ganzes sichtbar werden.
Der Lernbereich Rezeption/Tradition kann im Grundfach nur beispielhaft umgesetzt werden.
Im Grundfach ist auf verstärkte methodische und inhaltliche Hilfen zu achten.
Das Prinzip des fachübergreifenden Unterrichtens darf im Grundfach nicht prinzipiell, sondern nur quantitativ eingeschränkt werden.
Die für die Einzelthemen vorgeschlagenen besonderen Ziele gelten gleichermaßen für das Grundfach wie für das Leistungsfach. Leistungsfachspezifische Ziele für die Themen der 12. und 13. Jahrgangsstufe sind gesondert aufgeführt. Das Unterrichtsprinzip des Leistungsfaches ist im Grunde eine methodische und inhaltliche Vertiefung (Intensität, Aspektreichtum) dessen, was auch im Grundfach angestrebt werden kann und muss. 11 2.3 Aufgestocktes Grundfach Grundsätzlich widersprechen kombinierte Kursformen der inhaltlichen wie organisatorischen Differenzierung der gymnasialen Oberstufe. Da sie aber in der Praxis leider häufig vorkommen, wird für die praktische Umsetzung des Lehrplans vorgeschlagen: Der Kurs wird nach den Zielen und Textvorschlägen für das Grundfach unterrichtet. Ergänzungsmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler des Leistungsfaches sind.
die Addita, das erweiterte Textangebot für das Leistungsfach und Teile aus den Alternativvorschlägen.
Texte aus anderen Werken desselben Autors.
Texte, die die Rezeption des Themas aufzeigen.
Texte aus anderen Themenvorschlägen, die in einem inhaltlichen Bezug zum Grundthema stehen.
Texte aus frei gewählten Themen (mit oder ohne Bezug zum Grundthema).
wichtige Merkmale des sallustischen Stils (Archaismus, Antithese, brevitas).
Bauelemente römischer Geschichtsschreibung (praefatio, Exkurs, Rede).
die politisch-gesellschaftliche Entwicklung der ausgehenden Republik.
die Bedeutung der römischen Wertvorstellungen für Sallusts Geschichtsbild.
die protreptische Absicht des Autors.
die Aufgabe von Geschichtsschreibung in Antike und Gegenwart.
der Anspruch des Geschichtsschreibers auf Objektivität.
Vergleich römischer und heutiger Wertbegriffe.
Rechte und Pflichten des Einzelnen im Gemeinwesen.
Gefährdung einer Verfassungsordnung und der inneren Sicherheit A: Kap. 5-16; 20-28; 32-32,2; 36-39,5; 1-4 Die moralisch-gesellschaftlich-philosophische Betrachtung rückt in den Vordergrund. B: Kap. 5-14; 17-20; 24; 26; 29; 33-34,2; 36-39,5; 46-49; 53-54 Der politische Hintergrund wird stärker berücksichtigt. C: Kap. 5-18; 19-28; 31,4-36,3; 36,4-39; 58; 61 Die Auswahl ist vor allem am äußeren Handlungsablauf und an der Person Catilinas orientiert.
Der Ablauf der Ereignisse um die coniuratio soll wenigstens in Umrissen deutlich werden.
Die beiden größeren Exkurse sollen gelesen werden.
Auf das Redepaar (Caesar-Cato) wird wegen der zeitaufwendigen Behandlung verzichtet. Thema 2: Römische Rhetorik 16 Das private und öffentliche Leben der Antike war viel stärker als heute von mündlicher Kommunikation geprägt. Vor allem in der demokratischen Polis von Athen entwickelte sich die Rhetorik zu einem unverzichtbaren Instrument beim Finden und Formulieren von Argumenten auf der Suche nach dem eigenen Standpunkt und bei der Überzeugung/Überredung anderer. Den Römern, die die Redekunst von den Griechen übernahmen und weiterentwickelten, gab sie Orientierung in einer sich wandelnden Welt. Von dieser Wirkung hat die Rhetorik bis heute nichts eingebüßt. Die Fähigkeit zu rhetorischer Analyse vermittelt wichtige Einsichten in die anthropologischen und psychologischen Bedingungen des Redens und seine Bedeutung für das menschliche Leben.
die Semantik der Rede (Schlagwörter, Leerformeln, Leitwörter, Konnotationen).
zentrale Aufgaben des Redners (docere, delectare, movere).
Redetypen und ihre Strategie (genus iudiciale, genus deliberativum, genus demonstrativum).
der Aufbau einer antiken Rede (exordium, narratio, dispositio, confirmatio/refutatio, peroratio).
Formen psychologischer Beeinflussung durch Rede (Wir-Gefühl, captatio benevolentiae, Pseudo-Identifikation, Appelle an Ideale und Werthaltungen, Berufung auf Autoritäten, Katastrophenprophetie, Schwarz-Weiß-Malerei, Übertreibung-Verharmlosung, Unterlassung, Verschleierung).
Gefahren, die von einem Redner ausgehen können (Verführung und Fanatisierung der Massen) A: Auswahl aus einer Cicerorede B: Die politische Rede im Kontext der Geschichtsschreibung Sallust, Cat. 20 Cicero, In Cat. I 1-3a; 5-6, 8b-10, 16b-18 Sallust, Cat. 51,1-3, 9-27,32-43 (Rede Caesars) Sallust, Cat. 58 C: Reden, Beeinflussen, Selbsterkenntnis und Menschenkenntnis Auswahl aus Ovid, Ars amatoria I 459-486, II 259-314, 657-622 Ovid, Remedia amoris 311-346 Terenz, Ad. 388-419 Catull, c. 6 Corp. gloss. lat. 3, 657 Plinius, n.h. VII 139f Gellius IX 10,1 Macrobius III 16, 13 Sueton, Div. Iul. 66 Cicero, In Pis. 8-10, 31-32 Cicero, De or. III 209-213 17 Auctor ad Herennium IV 54-58 Cicero, De or. I 29-34 Thema 3: Tacitus, Germania Sieht man von den landes- und völkerkundlichen Exkursen historischer Werke ab, ist die Germania des Tacitus die einzige erhaltene Ethnographie der römischen Literatur. Auch wenn von Tacitus selbst keine Äußerung über seine Motive, diese Schrift zu verfassen, vorliegt, so wird doch Wesentliches im Text selbst ständig greifbar: Tacitus beschreibt die Germanen, die neben den Parthern als einziges Volk der römischen Armee gewachsen sind, als Römer für Römer aus römischer Perspektive. Auf der einen Seite macht er deutlich, dass die Germanen auf Grund von Voraussetzungen und Eigenschaften, deren die Römer nach seiner Meinung längst verlustig gegangen sind, eine Gefahr für Roms Größe darstellen können. Auf der anderen Seite entwirft er durch seine Charakterisierung der Germanen als ein urwüchsiges, starkes und unverdorbenes Volk ein Gegenbild zu den Verhältnissen im Rom seiner Zeit. So zeichnet die Germania nicht nur ein farbenreiches Gemälde von den Germanen, sondern genauso von den Römern des 1. nachchristlichen Jahrhunderts.
Sprache und Stil der Germania (Prägnanz in Satzbau und Ausdruck, Ellipsen, Inkonzinnität, assoziative Kapitelverknüpfung).
die Ethnographie als eine Form der antiken Geschichtsschreibung.
Bedeutung der Germania als Dokument germanischer Lebensrealität im ersten nachchristl. Jahrh.
die Germania als Entwurf eines positiven Gegenbildes zu politischer und moralischer Dekadenz.
die Germanen als eine mögliche politische und militärische Bedrohung der Größe Roms.
Interpretatio Romana als Umdeutung germanischer Mythologie, Religion und Institutionen.
die Problematik der Beurteilung einer fremden Kultur aus Unverständnis und Furcht Kap.1 (Eröffnung des Werkes); 4-7 (Furcht und Achtung: Idealbild eines unverdorbenen Volkes auf dem Hintergrund der Verhältnisse in Rom); 14 (Gefolgschaftswesen als eine Quelle der Germanengefahr); 18-20 (Ehe und Ehemoral, Kinderaufzucht zur Veranschaulichung der sittlichen Kraft der Germanen als Gegenbild zu Rom); 22-24 (Germanisches Alltagsleben unter Berücksichtigung des für den römischen Leser Fremden, Exotischen, ja Abartigen); 30, 33 (Germanische Stämme als militärisch und politisch ernst zu nehmende Kraft); 37 (Kritische Schau der Geschichte der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen) Einleitung oder zur Vertiefung und Erweiterung gelesen werden (Anbindungsmöglichkeiten an den Lehrplan der Sekundarstufe I). 18 Ergänzen und erweitern lässt sich das Thema außerdem durch Kurzreferate, z.B. über die geschichtliche Entwicklung der Beziehungen zwischen Römern und Germanen vor und nach Tacitus, über die Bedeutung der Rheingrenze oder über die Germanenbilder von Caesar und Tacitus im Licht heutiger Forschungsergebnisse sowie über die Rezeptionsgeschichte des Werkes. Thema 4: Plinius d. J., Briefe Die Briefe des Plinius reichen von der privaten Mitteilung über die amtliche und historische Information bis hin zum fiktiven Kunstbrief. Ihre künstlerische Gestaltung weist über die unmittelbare Tagesaktualität grundsätzlich hinaus und entwickelt in der Regel aus einem konkreten Anlaß die Allgemeingültigkeit eines zentralen Themas. Inhaltlich erschließen die Briefe aus dem Blickwinkel eines vornehmen Römers das gesellschaftliche und geistige Umfeld der frühen Kaiserzeit. Sie erfassen dieses in z.T. kritisch-distanzierter Weise und legen ein Bekenntnis persönlicher Lebenshaltung ab (die humanitas des Plinius).
die Kunstform der Briefe (Pointierung, Sentenzen, Dramatisierung).
Einblicke in das politische und gesellschaftlich-kulturelle Umfeld der frühen Kaiserzeit.
die Briefe in ihrer kritisch-analysierenden Funktion.
die anthropologischen Konstanten in den Briefen und die kritische Auseinandersetzung mit ihnen (z.B. Klassenstruktur; Individuum-Masse; Bildungsbewusstsein).
die Veranschaulichung der Inhalte durch Zeugnisse der Archäologie und Kunst ep. I 1: Der Autor und seine Briefsammlung ep. I 9; IX 36: Die Welt des Plinius ep. VI 4; V 19; VIII 16: Plinius über seine Mitmenschen ep. IX 6; III 14; IV 13; VIII 24; II 20: Plinius als kritischer Zeitgenosse ep. VII 20 oder VIII 17: Plinius als Beobachter von Naturkatastrophen ep. X 96 und 97: Plinius als Amtsträger Die Briefe des Plinius eignen sich auch gut für die Wahl eines Themenschwerpunktes, etwa die beiden Vesuvbriefe mit Auswertung des archäologischen Materials oder die Christenbriefe mit Ergänzungsmöglichkeiten durch Tacitus, Ann. XIV 44, Minucius Felix, Octavius 8, 4 - 9, 6 und die Acta Scilitanorum (Freiraumthema). 19 Thema 5: Catull, Gedichte Keine andere Lateinlektüre erfüllt das Kriterium der Altersgemäßheit so überzeugend wie die Gedichte Catulls. Sie treffen auf Jugendliche, die besonders empfänglich sind für die kleine Form des Epigramms mit seiner prägnanten Formulierung ohne einen über das Ephemere hinausgehenden Anspruch , für die bissigen Invektiven, die auf Konventionen nicht die geringste Rücksicht nehmen, für die erfrischend spontanen und witzigen Gelegenheitsgedichte, die er seinen Freunden zukommen lässt, für die zarten Töne des Schmerzes und der Sehnsucht, besonders aber für die Liebesgedichte, in denen Catull seiner großen Leidenschaft so echt und unmittelbar Ausdruck verleiht wie kein anderer römischer Dichter. Sie lassen den jugendlichen Leser Schritt für Schritt teilhaben an allen Stadien der Liebesfreuden und -schmerzen, die Catull durchlebt und erleidet.
verschiedene literarische Formen (Liebeslyrik, Epigramm, Invektive).
Catull als Vermittler frühgriechischer Lyrik in Übersetzung (z.B. c. 51) und Metrik.
Catull als Neoteriker.
die Grenze zwischen spontaner Äußerung und künstlerischer Gestaltung.
Catulls Suche nach einer Begrifflichkeit seiner Empfindungen.
die Problematik lyrischer Übersetzungen (durch Vergleich von Catullgedichten mit professionellen Übersetzungen und mit eigener Übersetzung oder Nachdichtung).
ein Psychogramm Catulls.
der Einfluss gesellschaftlicher Konventionen und Normen auf die mitmenschlichen Beziehungen in Freundschaft, Liebe, Sexualität.
der Konflikt zwischen Liebe und Verantwortung, Liebe und Eifersucht, Liebe und Hass Die Liebe zu Lesbia: c. 43, 86, 51, 2 (3): Bewunderung und Annäherung c. 109, 5, (7): erfüllte Liebe und Leidenschaft c. 83, 92, (87), 70, (107): zwischen Hoffen und Bangen c. 8, 76, 85, 72, 75: Verfallenheit, Wechselbad der Gefühle c. 58, 11: Bitterkeit und Entsagung Freundes- und Dichterkreis: c. 13, (10), (6), 35, 50, (1) Fremde und Heimat: c. 101, 46, 31, (44) Schmähgedichte: c. 49, 93, (57) oder 50), 9 (nach 46), 48 (nach 50) Die Reihenfolge der vorgeschlagenen Gedichte verfolgt bestimmte Absichten:.
Sie soll innerhalb der vier Themenkreise einen gewissen inneren Zusammenhang herstellen.
Das letzte Gedicht des einen und das erste Gedicht des folgenden Themenkreises ist so gewählt, dass es zwei Themenkreise miteinander verklammert.
Innerhalb der Lesbia-Gedichte lässt sich eine Entwicklung der Liebesbeziehung - mag auch eine eindeutige chronologische Zuordnung im Einzelnen nicht möglich sein - nachvollziehen. 20.
Falls die Addita hinzugezogen werden, sollten sie möglichst nicht am Ende, sondern in ihrem thematischen Kontext gelesen werden. Thema 6: Ovid, Metamorphosen Ovids Metamorphosen enthalten die umfassendste Sammlung der griechischen Mythen, die aus der Antike überliefert ist. Das Denken in Bildern und Gleichnissen, das dem Leser hier vermittelt wird, dient der menschlichen Selbsterkenntnis sowie der Deutung der Welt und der göttlichen Macht in ihrem Bezugsfeld zum Menschen. Die Verwandlung, die das durchgängige Prinzip in Ovids carmen perpetuum darstellt, dient hierbei als Wesensenthüllung, wo menschliche Eigenschaften und Grundsituationen mit besonderer Prägnanz sichtbar gemacht und gleichzeitig hinterfragt werden. Da Kunst und Literatur in der Folgezeit immer wieder auf die Metamorphosen zurückgegriffen haben, verdient das Werk besonders unter rezeptionsgeschichtlichem Aspekt hohe Beachtung.
Elemente der Erzähltechnik Ovids (Personenrede als wesentliches Mittel der Charakterisierung; Andeutung, Vorausdeutung, retardierende Momente als Mittel der Spannungserzeugung; Erzählerkommentare an Schlüsselstellen; minutiöse Schilderung des Vollzugs der Verwandlung).
Themen und Motive der antiken Mythologie.
Funktion der Verwandlung als Wesensenthüllung der mythischen Gestalt und des Menschen an sich.
menschliches Dasein und göttliche Macht im Konflikt.
Beispiele der Wirkungsgeschichte der Metamorphosen in Kunst und Literatur A: Ein Längsschnitt durch die Metamorphosen I 1-4 (Proömium); I 89-150 (Weltalter); I 244-312 (Sintflut); VI 146-312 (Niobe); VIII 183-235 (Dädalus und Ikarus); X 1-77 (Orpheus); XV 871-879 (Schluss) B: Vier Vorschläge für eine thematisch orientierte Textauswahl: Liebe IV 55-166 (Pyramus und Thisbe); III 339-510 (Narcissus); I 452-567 (Daphne); X 243-297 (Pygmalion) additiv oder alternativ: VII 1-99 (Medea); II 833-875 (Europa); X 1-77 (Orpheus und Eurydike) Frauenbilder V 572-641 (Arethusa); VII 1-99 (ev. auch VII 297-424) (Medea); VI 1-146 (Arachne); VI 146-312 (Niobe) alternativ: VI 494-674 (Prokne und Philomela); VIII 1-151 (Skylla); VIII 445-525 21 (Althea) oder VIII 1-424 (Medea) Verbrechergestalten I 2O9-239 (Lykaon); VIII 1-151 (Skylla); VII 297-424 (Medea); IV 494-674 (Prokne und Philomela) additiv oder alternativ: XIII 75O-897 (Polyphem und Galatea) Lohn und Strafe für menschliches Verhalten gegenüber den Göttern und der göttlichen Ordnung VIII 611-724 (Philemon und Baucis); XXI 85-193 (Midas); VI 145-312 (Niobe); VI 3113-381 (Die lykischen Bauern) additiv oder alternativ: II 1-328 (Phaethon); VIII 183-235 (Dädalus und Ikarus) C: Eine Kombination aus den Themenkreisen von B Die große Bedeutung der Metamorphosen für die europäische Literatur und Kunst der Folgezeit bietet die Möglichkeit, rezeptionsorientiert und fachübergreifend zu arbeiten. Thema 7: Die römische Komödie Die römische Komödie bietet eine wertvolle Ergänzung zur Lektüre historisch-politischer oder philosophischer Texte, denn sie erschließt neue Lebensbereiche der Antike: Sie überzeichnet und karikiert die urbane Alltagswelt des Hellenismus, dem sich Rom seit dem Beginn des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts mehr und mehr öffnet. Die Texte führen den modernen Leser in eine ihm fremde Welt mit ganz anderen sozialen Normen, gerade dadurch aber schaffen sie viele Möglichkeiten der Konfrontation und des Vergleichs mit heute gültigen gesellschaftlichen Wertvorstellungen. In ihrer besonderen Ausformung bildet die auf das griechische Drama (besonders die Neue Komödie) zurückgreifende römische Komödie die Grundlage für die Entwicklung des Lustspiels bis hinein in die Gegenwart.
die Kennzeichen der Komödiensprache (Abweichung vom Klassischen Latein, Elemente der Vulgärsprache).
wichtige Mittel zur Erzeugung von Spannung und Komik (Verzögerung, bewusstes Missverstehen oder Wörtlichnehmen, Vorwissen der Zuschauer).
wesentliche Bauelemente der Komödie (Prolog, Monolog, Dialog).
die Handlungsführung der römischen Komödie (Wendung ad spectatores, Straßenszenen, unbemerktes Mithören und Kommentieren von Aussagen anderer Personen).
zentrale Themen der römischen Komödie (Liebe, Erziehung, Generationskonflikte, Intrige, Geiz).
die Typisierung wichtiger Personen in der Komödie (Sklave, Alter, Verliebter, Hetäre, Parasit).
die Komödie als Überzeichnung und Karikatur der sozialen und politischen Wirklichkeit der römischen Welt und des Hellenismus.
die wichtigsten Realien des antiken Theaters 22 A: Plautus, Mostellaria (Auswahl aus vv. 1-156, 313-418. 431-531, 904-932, 1041-1181) B: Terenz, Adelphoe (Auswahl aus vv. 26-154, 254-298, 326-334, 355-434. 540-591, 610-635, 679-712, 719-762, 787-881, 924-997) Bei später einsetzendem Lateinunterricht ist die sprachlich einfachere Mostellaria vorzuziehen. Thema 8: Satirische Texte (Parodie, Epigramm, Satire) Eine besondere Eigenständigkeit entwickelten die Römer in den literarischen Formen des Satirischen. Sie haben Begriff und Form der Satire begründet (Horaz), die Formen der Menippëischen Satire weiterentwickelt (Seneca d.J., Petron) und im Epigramm Zeugnis für den bissigen römischen Witz hinterlassen (Martial). Das Thema erweitert das Angebot der Textsorten und bietet sich wegen der vielfältigen Variationsmöglichkeiten der Behandlung besonders für den Freiraum an.
verschiedene literarische Ausformungen des Satirischen (Satire, Roman, Epigramm).
sprachliche und rhetorische Ausdrucksmittel der Satire (Ironie, Parodie, Übertreibung, Karikatur, Wortspiele, verschiedene Sprachebenen).
Alltagswelt der Römer in parodistischer Verfremdung.
Moralisierungseffekt der Satire.
Textproduktion von Witz und Parodie in verschiedenen Übersetzungsformen und Sprachebenen (z.B. Dialekt) A: Petron, Satyricon (26,9-27,5; 28,6-29,6; 32f; 34,6-10; 48,4-8; 50,2-52,3; 71.1-72,4; 74,8- 75,10; 77,7-78) alternativ: Seneca, Apocolocyntosis (c. 1; 2; 8; 12,1-3a; 14f) B: Martial, Epigramme (5,43; 3,43; 1,19; 3,8; 12,12; 2,21; 3,17; 11,92 - 1,47; 4,24; 8,27; 10,43; 10,8 - 14,194; 8,69; 7,3; 7,16; 11,67; 6,60) Exemplarisch oder additiv können folgende Texte hinzugenommen werden: Horaz, sat. 1,9; Carmen Buranum 191 (Archipoeta, Vagantenbeichte); Erasmus, Laus stultitiae (gekürzt 1-3; 13; 17; 49) 23 24 Jahrgangsstufen 12/13 5. Jahrgangsstufen 12/13 25 5.1 Übersicht über die Themenblöcke I. Historisch-politische Prosa I.1 Livius I.2 Tacitus, Annalen, Historien, Agricola I.3 Tacitus, Dialogus de oratoribus I.3 Cicero, De re publica Themenvorschläge für den Freiraum 1. Pax 2. Römisches Rechtswesen 3. Minucius Felix, Octavius 4. Biographie/Historiographie (Einhard, Vita Caroli Magni; Widukind v.Corvey, Res gestae Saxonicae) 5. Thomas Morus, Utopia II Augusteische Dichtung II.1 Epos (Vergil) II.2 Lyrik (Horaz) II.3 Liebeselegie (Ovid, Properz, Tibull) Themenvorschläge für den Freiraum 1. Pax (Schwerpunkt: Augusteische Dichtung) 2. Dichter und staatliche Macht (Ovid, Tristien und Epistulae ex Ponto) 3. Apuleius, Amor und Psyche 4. P. Abaelard, Historia calamitatum 5. Carmina Burana 6. Enea Silvio, Euryalus et Lucretia III Römisches Philosophieren III.1 Philosophische Grundfragen (Auswahl aus den philosophischen Schriften Ciceros) III.2 Antike philosophische Schulen (Stoa,Epikur) Cicero, De re publica (Staatsphilosophie) Cicero, De officiis (Ethik) Lukrez, De rerum natura (epikureischer Materialismus) Seneca d.J., Epistulae morales (stoische Lebensphilosophie) III.3 Die antiken philosophischen Schulen im Diskurs (Akademie, Stoa, Epikur) Cicero, De finibus bonorum et malorum (das summum bonum) Cicero, De natura deorum (Beweisbarkeit der Götter,Wirken der Götter) Cicero, Tusculanae disputationes (Grenzsituationen des menschlichen Lebens) 26 Themenvorschläge für den Freiraum 1 Lukrez, De rerum natura (Ergänzung zu Cicero, De finibus, De natura deorum) 2. Seneca d.J., De vita beata (Ergänzung zu Cicero, De finibus) 3. Augustinus, De civitate Dei (Ergänzung zu Cicero, De re publica) 4. Wilhelm v.Ockham, III. Dialogus I 2, cc. 3 - 8 (Ergänzung zu Cicero, De re publica) 5. P. Abaelard, Collationes sive Dialogus inter Philosophum, Iudaeum et Christianum) 6. Thomas Morus, Utopia (Ergänzung zu Cicero, De re publica) 27 5.2 Die einzelnen Themen I Historisch-politische Prosa Vorbemerkungen Die Geschichtsschreibung genoss bei den Römern sehr viel früher als andere Literaturgattungen ein hohes Ansehen. Ganz im Gegensatz zur Dichtung kamen ihre Autoren zunächst nur aus dem Senatorenstand und auch noch während der Bürgerkriege und in der Kaiserzeit nahmen Männer wie Sallust oder Tacitus hohe politische Funktionen wahr. Die führenden Kreise der römischen Gesellschaft sahen in der Historiographie stets ein Element der Politik. Im Unterschied zu den Griechen suchten sie immer wieder an der Darstellung der Vergangenheit vermittelte Einsichten, Haltungen und Werte im politischen Leben der Gegenwart umzusetzen. Die im Lehrplan genannten Autoren gehören unterschiedlichen Generationen an. Sie spiegeln römisches Geschichtsdenken in verschiedenen wichtigen Phasen der römischen Geschichte (ausgehende Republik, augusteischer Prinzipat, Kaiserzeit). Die von ihnen behandelten Themen lassen sich mehreren Epochen zuordnen. Sallust bindet die Krise der späten Republik in einen geschichtsphilosophischen Deutungszusammenhang ein. Dabei erschließt er wesentliche politische und gesellschaftliche Probleme dieser Epoche. Die geschilderten historischen Ereignisse erweisen sich als Symptom einer allgemeinen Krise. Livius sucht am Beginn des Prinzipats in der Schilderung der exempla, denen das Rom der Frühzeit seine Größe verdankt, nach Verhaltensmustern, die den gegenwärtigen Verfall des römischen Staates aufhalten könnten. An der Wende vom ersten zum zweiten nachchristlichen Jahrhundert betont Tacitus den Zusammenhang von libertas, virtus und Redekunst und analysiert deren Zerfall unter der dominatio der Kaiser. Auch Cicero, der sich in den Wirren der späten Republik philosophisch mit den politischen Theorien und Verfassungsmodellen der Griechen auseinandersetzt, bezieht die konkrete römische Geschichte als Maßstab zur Bestätigung der Ergebnisse seiner Überlegungen in sein Werk ein. Ziel der Lektüre der historisch-politischen Texte ist es, Grundkenntnisse der römischen Geschichte zu erwerben, die Funktion der römischen Geschichtsschreibung in Politik und Gesellschaft zu verstehen und das Problem der Objektivität des Historikers kritisch zu reflektieren. Thema I 1: Livius Das uns zu einem Viertel erhaltene Werk des Livius geht über einen Bericht römischer Vergangenheit weit hinaus. In ihm greifen wir wie bei keinem anderen römischen Historiker das politische Selbstverständnis des Römers: Die Berechtigung des römischen Volkes, über andere Völker zu herrschen, wird zugleich als eine gottgewollte Verpflichtung verstanden. Sie gründet sich auf eine bis zur Selbstverleugnung reichende Zurücknahme der eigenen Person zugunsten 28 der res publica. Die virtutes, denen die Vorfahren ihr Leben unterwarfen (mores maiorum), haben für Livius zeitlose Gültigkeit. An ihre Tradition, die durch persönliches Machtstreben und Profilierungssucht abgebrochen ist, versucht Livius im Einklang mit den Bestrebungen des Augustus wieder anzuknüpfen. Sein Dilemma ist, dass er als überzeugter Republikaner Abhilfe nur vom Princeps erwarten darf. Livius tritt an die römischen res gestae nicht wie ein kritisch prüfender Historiker im heutigen Sinne heran, vielmehr stellt er sein Werk in den Dienst einer moralisch-politischen Leitidee. Auch seine Sprache ist nicht die nüchterner Beobachtung, sondern unterstreicht mit ihrer Nähe zu Dichtung und Rhetorik die moralisierende Absicht.
der Periodenbau in der Sprache des Livius.
die dramatische Ausgestaltung der Szenen.
Abschnitte aus der Geschichte der römischen Frühzeit.
Roms Durchbruch zur Weltherrschaft infolge des Sieges über Karthago.
Livius’ Wunsch nach einer politischen und moralischen Erneuerung.
Livius’ Erklärung der Größe Roms durch den Konsens über die Verbindlichkeit fester Grundwerte innerhalb des populus Romanus.
Sinn und Aufgabe der Geschichtsschreibung.
der Unterschied zwischen livianischer Geschichtsschreibung und moderner Geschichtswissenschaft.
ideologiekritische Betrachtung von Begriffen wie gerechter Krieg, Sendungsbewußtsein, Patriotismus A: Gründung und Ausbau Roms bis zum Ende des Königtums I 6,3-7,3; 7,15-8,7; (9; 11,5-12; 13,1-5); 18-21; 22; 23; 24,1-3; 25,1-14; 49; 56,1-13; (57,10- 59,2); 60,2-3; Praefatio 1-13 B: Die Republik zwischen Einzelleistung und Ständekampf II 1,1-2,2; 12,1-13,5; 23,1-24,7; 27,1-30,7; 31,7-32,7; 32,8-33,3; (33,5-9); 34,7-35,7; 39,5- 40,12 III 26,1-29,7 V 27; (37,1-38,1o: 41; 48; 49,1-50,7); Praefatio 1-13 C: Der Konflikt zwischen Rom und Karthago XXI 1,1-5,1; 18; 42-44 XXII 1-3; 7; 14,1-15,1; 27-30; 50,1-3; 51,1-9; 61,10-15 XXVIII 12,1-9; Praefatio 1-13 A: Die Themenkreise A und B aus dem Grundfach B: Der Konflikt zwischen Rom und Karthago XXI 1,1-5,1; 9,3-11,2; 18; 30; 40-41; 42-44 XXII 1-3; 7; 9,7-11; 14,1-15,1; 27-30; 38,6-13; 39-40,3; 50,1-3; 51,1-9; 54,7-11; 55; 61, 10- 15 XXIII 11,7-12; 12,1-13 29 XXVIII 12,1-9; Praefatio 1-13 XXXIV 60; XXXIX 51 Thema I 2: Tacitus, libertas und dominatio (Das Thema empfiehlt sich vor allem für den Leistungskurs.) Das Werk des Tacitus - entstanden nach dem Ende der Gewaltherrschaft Domitians - steht unter dem Eindruck eines gewaltigen politischen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesses, der das Amt des Princeps ebenso erfasste wie die politische und wirtschaftliche Rolle Italiens und die Bedeutung Roms als Zentrum der römischen Geisteskultur. Tacitus spürt den Antagonismus von virtus und Prinzipat und ist doch von der Notwendigkeit dieser Verfassung überzeugt. Trotzdem analysiert er ihre Machtstrukturen und legt ihre schädlichen Folgen - Opportunismus, Delatorenwesen, Majestätsprozesse, Beeinträchtigung der geistigen Freiheit - dar. In einer offensiven Außenpolitik sieht er eine Betätigung römischer virtus, kritisiert die augusteische Friedenspolitik und empfindet doch das Abscheuliche der von ihm verherrlichten Eroberungen.
sprachliche und stilistische Charakteristika bei Tacitus (brevitas, Prägnanz, Nominalstil, Inkonzinnität).
die Funktion der Geschichtsschreibung in der Kaiserzeit.
verschiedene Aspekte der Begriffe libertas und dominatio.
politische und ethische Voraussetzungen für die Verwirklichung der libertas im Staat.
der Freiheitsbegriff aus der Sicht der von der römischen Militärmacht bedrohten Völker.
Unterdrückungsmechanismen der Freiheit.
Auswirkungen der dominatio auf Einzelpersonen und Kollektive.
sine ira et studio: die Problematik objektiver Geschichtsschreibung.
Möglichkeiten und Grenzen einer philosophischen Bewältigung des Freiheitsproblems A: Das Augustusbild (Annalen I 1-10) Velleius Paterculus, Historia Romana 2,89 Vergil, ecl. 1 und 4 Horaz, c. IV 5 und 15 Ovid, z.B. ep. ex pont. III 2 B: Die Ermordung Agrippinas durch Nero (Ann. XIV 1-13) 30 C: Nero und die politische Opposition, z.B. 1. Pisonische Verschwörung und Senecas Tod (Ann. XV 48-74) 2. Der Tod des Thrasea Paetus (Ann. XVI 21-35) D: Römische Eroberungen aus der Sicht des Römers und der Perspektive der Unterworfenen Die Reden von Cerialis und Calgacus (Hist. IV 73-74; Agr. 30-32) Eine Kombination von zwei Vorschlägen ist möglich. Thema I 3: Tacitus, Dialogus de oratoribus Im Gesamtwerk des Tacitus fällt dieses opus minus durch zwei formale Besonderheiten auf, die den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu diesem schwierigen Autor erleichtern können: die Dialogform und die am Klassischen Latein orientierte Sprache. Inhaltlich stellt sich der Dialogus auf den ersten Blick als eine Reflexion berühmter Redner über ihren eigenen Beruf dar. Der Leser erhält viele Informationen über die Bedeutung der Redekunst in Rom, über Ausbildung und Tätigkeitsbereiche der Redner, über Redestile und Redestoffe. Darüber hinaus führt die Suche nach den causae corruptae eloquentiae zu einem Vergleich der politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen in Republik und Prinzipat. Durch diese zeitliche Dimension erst wird das "Gespräch über (die) Redner" zu einer historischen Schrift. Ihr besonderer Reiz liegt darin, dass hinter der vordergründigen Thematik der eloquentia die allgemeine Frage nach dem Wandel steht, dem Mensch und Staat unterworfen sind. Nicht die absoluten Maßstäbe interessieren den Geschichtsdenker in erster Linie, sondern deren Zeitbedingtheit. Redefreiheit und -fertigkeit erscheinen so als Symptome ihrer geschichtlichen Situation. Persönliche Geschmacks- und Werturteile werden gefällt in Abkehr von der Gegenwart (Traditionsbewußtsein) oder in Hinwendung zu ihr (Zeitgeist). Eine Entscheidung zwischen vita activa und vita contemplativa läßt sich nur auf dem jeweiligen historischen Hintergrund treffen. Selbst die Rolle des Dichters schwankt zwischen politischer Abstinenz und Regimekritik. Am Ende steht die geschichtsphilosophische Erkenntnis der Unvereinbarkeit von libertas und Friedensordnung, von dominatio und schöpferischer Leistung.
die Gattung Dialog als eigenständiges Genus zwischen Prosa und Dichtung.
Redetyp und rhetorische Mittel anhand der vorgetragenen Reden.
das dialektische Verfahren in Rede und Gegenrede.
das "Lehrgebäude" der Rhetorik.
die Bedeutung der Redekunst in Republik und Kaiserzeit.
der geschichtliche Hintergrund der Auseinandersetzung.
die Bedeutung von Redenkönnen heute.
die Gefahren für Dialog und Diskurs in der Informationsgesellschaft.
das Verhältnis von Politik und Kunst.
der moderne demokratische Staat im Spannungsverhältnis von Freiheit und Ordnung 31 A: Redner und Dichter unter dem Prinzipat Praefatio (1,1-4); einleitendes Gespräch (2,1-5,2); 1. Aperrede (5,3-10,8); 1. Maternusrede (11,1-13,6); Zwischengespräch (14,1-2) Additum: 2. Aperrede (16,4-6); 19,1-20,7; 22,1-5 B: Redekunst in Republik und Kaiserzeit Einleitendes Gespräch (14,3-16,3); Zwischengespräch (27,1-3); 2. Messallarede (28,1-31,4); Maternus’ Mahnung (33,1-3); 3. Messallarede (33,4-35,5); 2. Maternusrede (36,1-41,5); Abschlußgespräch (42, 1-2) Textvorschlag für das Leistungsfach Thema A (ohne Additum) und Thema B Thema I 4: Cicero, De re publica Das Bild des idealen Staates, das Cicero in De re publica entwirft, entsteht auf dem Höhepunkt der gesellschaftlichen Krise Roms, die mit dem Untergang der überkommenen republikanischen Staatsform endet. Trotzdem begnügt sich Cicero nicht wie seine griechischen Vorbilder mit dem modellhaften Entwurf einer auf der Gerechtigkeit beruhenden Staatsordnung, sondern unternimmt den Versuch, ihre Realisierbarkeit und ihre ständige innere Bedrohung an der römischen Geschichte aufzuzeigen. Der in seinem Werk erkennbare Widerspruch zwischen Idealbild und Wirklichkeit lässt die zeitgeschichtliche Gebundenheit verfassungspolitischer Analyse erkennen, regt den Leser aber auch dazu an, über eine nötige ethische Orientierung der staatlichen Ordnung, ihre dauernde Gefährdung und die eigene Teilnahme am politischen Leben nachzudenken.
zentrale Begriffe im politischen Denken Ciceros (consilium, imperium, diuturnitas, ius, iustitia, utilitas, dignitas, auctoritas, libertas).
Aufbau der ersten drei Bücher von De re publica.
wichtige Elemente der Staatstheorie Ciceros (Staatsdefinition, Gerechtigkeit und consensus als Verfassungsprinzip, ihre Verwirklichung in der Mischverfassung und Konkretisierung in der römischen Geschichte).
Grundzüge griechischer Staatstheorie (Platon, Aristoteles, Polybios).
zeitliche Bedingtheit politischer Theorien zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
literarische Strukturelemente in De re publica (Proömium, Dialog, Gegenrede, Schlusserzählung, zeitliche Brechung).
der Einfluss griechischer Philosophenschulen auf Ciceros politisches Denken 32.
Diskrepanz und Ähnlichkeiten zwischen der politischen Situation zur Zeit Ciceros und dem Zeitpunkt des Dialogs.
die praktische Betätigung des Philosophen im Staat (Additum) De re publica I 33, 38a, 39, 41, 42, 43(a), 45, 54, 62b, 63 (Die Frage nach der besten Verfassung) I 65-69 (Der Verfassungskreislauf) Additum: Abschnitte aus den Büchern II und III (vgl. die Textvorschläge für das Leistungsfach) A: Verknüpfung der theoretischen Teile des 1. Buches mit der Darstellung der römischen Geschichte des 2. Buches. Das Textangebot für das Grundfach könnte durch folgende Stellen ergänzt werden: zu I 39-41: Auswahl aus II 4-20 (Romulus) oder II 25-27 (Numa) oder II 34-36 (Tarquinius) oder II 37-40 (Servius) zu I 41b-45: Auswahl aus II 43-49a (Sturz des Königtums) oder Auswahl aus II 52-60 (Anfänge der Republik). Bei der Verbindung der Bücher I und II sollte bei der Textmenge ein Verhältnis von etwa 1:1 bestehen. B: Erweiterung der Grundfachlektüre durch Behandlung eines zusätzlichen Themenkreises (Die Gerechtigkeit im Staat): III 14-15; 17-19; 23-24; 27-28; 33 Additum: I 1-3; 7-11 (Der Einzelne und der Staat); VI 9-29 in Auswahl (Somnium Scipionis) Wahlthemen für den Freiraum 1. Pax Angesichts der Vielzahl drängender politischer, religiöser, sozialer und wirtschaftlicher Konflikte gehört die Sicherung des Friedens zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Die Lektüre soll zeigen, wie stark alles Nachdenken über Ursprung und Zweck einer Friedensordnung von der jeweiligen historischen und geistesgeschichtlichen Situation des Betrachters abhängig ist. Sie kann daher zur eigenständigen Reflexion und zum kritischen Umgang mit aktuellen Friedensvorstellungen anregen. Die Auswahl von lateinischen Texten aus drei Jahrtausenden lässt die Auseinandersetzuung mit dieser Thematik als Kontinuum der durch die Antike geprägten europäischen Geistesgeschichte erscheinen.
die etymologische Ableitung von pax.
die ideologische Rechtfertigung römischer Weltherrschaft.
das mögliche Spannungsverhältnis zwischen pax und libertas (Tacitus, Agr.) 33.
die Deutung des Friedens in der frühchristlichen Philosophie.
die negative und positive Bestimmung des Friedensbegriffs (Vaticanum II) Themenvorschläge A: Pax als Element römischer Außenpolitik Caesar, BG I 27; Monumentum Ancyranum 12-13; Tacitus, Agr. 29-32 (Calgacus-Rede); Tacitus, Hist. IV 73-74 (Cerialis-Rede) B: Die Pax Romana in der augusteischen Dichtung Vergil, Aen. I 275-296 (Iupiter-Prophetie); Vergil, Aen. VI 847-853 (Unterweltszene); Vergil, Aen. VIII 714-728 (Schildbeschreibung); Vergil, Ekl. IV oder Tibull. I 10; Horaz, c. III 14 und IV 15 (Projekt: Ara Pacis - Vergil, Georgica II 136-176: laudes Italiae) C: Pax in der christlichen Philosophie und Theologie Lukas 2, 1-14 (Christi Geburt); Augustinus, De civ. Dei XIX 11,1- 12,17 (der Friede als höchstes Gut); Erasmus von Rotterdam, Querela pacis (Auswahl); II. Vatikanisches Konzil, Gaudium et spes 78, 83, 86 (Frieden als gerechte Weltordnung) Kombinationsmöglichkeiten A und B: Römische Außenpolitik aus der Sicht der Gegner (Tacitus, Agr.) und in der römischen Dichtung B und C: Friede durch römische Weltherrschaft (Vergil, Aen.) - wirklicher Friede erst im Gottesstaat (Augustinus) B und C: Sicherung des Friedens durch Weltherrschaft oder Entwicklung der benachteiligten Völker? (Vergil, Aen. - Gaudium et spes) 2. Römisches Rechtswesen Die lateinische Fachprosa öffnet einen Zugang zu dem, was als typisch römisch gilt. Die oft spekulativ angelegte Wissenschaft der Griechen wird für praktische Handhabung bestimmt. Auf der Grundlage historischer Erfahrung wird sie aus- und umgeformt. Dies trifft besonders auch für den Bereich des Rechts zu. Noch unsere Gesetzbücher verweisen auf ihren römischen Ursprung. Der Einblick in das römische Rechtswesen kann auch den Einstieg in ein Fachstudium vorbereiten. Gaius, Institutiones 1, 2-7 (Überblick über römische Rechtsgrundlagen) Die Zwölftafeln, Tabula I 1-4, 6-9 Corpus iuris civilis, Codex 1, 10; 1, 17 ( Iustinian und die europäische Rechtstradition) Gaius, Institutiones bzw. Res cottidianae (Digesten 41 in Einzelbeispielen) 34 3. Minucius Felix, Octavius Die Begegnung des römischen Staates mit dem frühen Christentum leitet einen historisch wie geistesgeschichtlich bedeutsamen Wandlungsprozess der antiken Welt ein, offensiv vorangetrieben vor allem von den Apologeten des 2. und 3. nachchristlichen Jahrhunderts. Den Abschluss dieses Prozesses bildet eine epochenbestimmende Achsenzeit (nach K. Jaspers). Der Octavius des Minucius Felix spiegelt beispielhaft diese Auseinandersetzung zwischen dem jungen aufstrebenden Christentum und der geistigen wie religiösen Tradition des antiken Heidentums wider. Textvorschlag Minucius Felix, Octavius ( in Auszügen nach eigener Schwerpunktbildung) 4. Biographie/Historiographie Vor allem unter dem Einfluss der Charakterlehre des Peripatos entwickelte sich die eigentliche Biographie; sie erkämpfte sich in Konkurrenz zur "hohen" Geschichtsschreibung seit der hellenistischen Zeit ihren Platz als eigenständige literarische Form. Das typisch römische Anliegen, clarorum virorum facta moresque posteris tradere (Tacitus, Agr.1), führt über Nepos und die Kaiserbiographien Suetons bis hin zu der mittelalterlichen Herrscherbiographie und der christlichen Heiligenlegende. Auch die moderne Literatur bedient sich der Form der Biographie oder des biographisch ausgerichteten Romans. Die Memoiren-Literatur steht vorerst am Ende dieser Tradition. Nepos, Atticusvita (Auswahl); Sueton, Augustus (Bezug Thema I.2); Einhard, Vita Caroli Magni; Widukind v. Corvey, Res Gestae Saxonicae (an Sallust orientiert) 5. Thomas Morus, Utopia Utopische Staatsentwürfe sind Zeugnisse für die Suche nach der idealen Welt. In der Tradition eines Platon, Aristoteles, Cicero und Augustinus zeichnet Thomas Morus mit ironisch-distanziertem, manchmal humanistisch-heiterem Grundton den Idealstaat "Utopia". Er leitet damit die Reihe neuzeitlicher politischer Utopien ein, die bis zu den Schreckensvisionen eines Orwell oder Huxley und den Science-Fiction-Szenarien der Gegenwart reicht.
der Begriff Utopia.
Philosophische Wurzeln in Thomas Morus’ Utopia (Platon, Stoa, Epikur, Cicero).
die Bedeutung des Christentums für die Utopia (Liebesgemeinschaft) 35.
verschiedene Interpretationsmöglichkeiten der Utopia (z.B. Morus als Begründer des Sozialismus).
die Tradition des utopischen Romans bis zur Science-fiction-Literatur Vorrede an Petrus Aegidius Buch I: Rede des Hythlodaeus (über die beste Staatsverfassung; Kritik an den englischen Sozialverhältnissen); Gespräch mit John Morton (Akademische gegen praktisch orientierte Philosophie; Gemein- oder Privateigentum?) Buch II: Rede des Hythlodaeus über die Einrichtungen der Utopier (Auszüge) Rezeptionstexte: Campanella, Sonnenstaat; F. Bacon, Neu-Atlantis; A. Huxley, Schöne neue Welt; G. Orwell, 1984 36 II Augusteische Dichtung Vorbemerkungen Der Prinzipat des Augustus führte nicht nur einen Umbruch im politischen Leben und Denken der römischen Gesellschaft im letzten Drittel des 1. vorchristlichen Jahrhunderts herbei, er schuf auch völlig neue Voraussetzungen für Kunst und Literatur: Mit dem Sieg bei Actium waren für eine in den Wirren der Bürgerkriege herangewachsene Generation Ruhe und Sicherheit eingekehrt. Die Reformen, die Oktavian als Augustus in Angriff nahm, beschränkten sich nicht nur auf die notwendigen Maßnahmen zur militärischen, politischen und gesellschaftlichen Stabilisierung des Imperiums, sie erstrebten auch eine geistig-sittliche Erneuerung auf der Grundlage der Tradition dessen, was Rom einst großgemacht hatte. Deshalb wurde Augustus trotz aller Machtkonzentration in seiner Hand von weiten Kreisen des Volkes als Retter der Republik betrachtet. Gerade in der Dichtung dieser Zeit zeigt sich, wie Literatur ein Produkt ihres politisch-gesellschaftlichen Umfeldes ist und wie unterschiedlich sie auf dieses Umfeld reagieren kann. So wird in der Homerischer Tradition verpflichteten Aeneis Vergils die Verklärung römischen Sendungsbewusstseins und des neuen politischen Systems deutlich, aber Skepsis und eine gewisse Distanz des Dichters, der der letzten Bürgerkriegsgeneration angehört, spiegeln sich in zahlreichen kritischen Untertönen. Ähnlich, aber doch wieder anders, verhält es sich in den Epoden und Carmina des Horaz, der, von den Ereignissen des Bürgerkrieges persönlich noch viel stärker betroffen als Vergil, von völliger Verzweiflung über eine vorsichtige Annäherung zum Preis des Augustus und seiner Zeit findet, gleichzeitig aber auch zum Bekenntnis des Wertes einer individuellen Lebensgestaltung und einer vertieften Auseinandersetzung mit dem eigenen Dichtertum. Die Liebeselegie der Augusteer hingegen hat zum zentralen Inhalt die private Sphäre des otium, wobei bei Properz und Tibull diese Art von Dichtung als Entwurf einer alternativen Lebenskonzeption zu verstehen ist, während sie bei dem wesentlich jüngeren Ovid, der bereits in der Zeit des Prinzipats aufgewachsen ist und keinen unmittelbaren Bezug zu den Bürgerkriegen mehr hat, zum Selbstzweck bzw. zu einer poetischen Ausdrucksform geworden ist. Ziel der Lektüre Augusteischer Dichtung ist es, Einblick in die Funktion von römischer Dichtung zu erhalten, die Problematik einer Verbindung von Dichtung und Politik zu erkennen und die hohe Sorgfalt zu erspüren, die den Kunstwerken dieser Dichter eigen ist. Thema II 1: Vergil, Aeneis Vergils Werk ist das Hauptzeugnis römischer Epik. Seine Wirkungsgeschichte reicht nahezu ohne Unterbrechung über das Mittelalter bis in die Neuzeit. In der Aeneis hat Vergil einerseits das römische Selbst- und Geschichtsverständnis unter Bezug auf die politische Gegenwart auf den Punkt gebracht, wobei kritisch-distanzierte Töne nicht zu überhören sind, andererseits thematisiert er existenzielle anthropologische Grundfragen, deren Bedeutung auch für unsere 37 Gegenwart unbestritten ist: Aeneas steht für eine verantwortungsvolle Persönlichkeit, die ihre Aufgabe bis zur letzten Konsequenz erfüllt, dabei aber nicht als Übermensch erscheint, sondern in ihrem Innern Kämpfe zwischen Pflicht und eigenem Wollen, zwischen geschichtlicher Sendung und Entscheidungssouveränität, zwischen Verstand und Emotion auszufechten hat. Bedeutsam ist auch, wie modern die Betrachtung des Krieges durch Vergil anmutet: Der Glanz des Sieges bleibt überschattet durch die Bilder von Gewalt, Hass und Rachsucht.
Bauformen des Epos (Erzählerbericht, Erzählerkommentar, Personenrede, Beschreibung).
Mittel des epischen Stils (Hexameter, Metaphorik, Gleichnisse).
Einführung in die griechisch-römische Götterwelt (Mythologie).
das politische Programm des Augustus und das Selbstverständnis Augusteischer Herrschaft.
die Wortfelder pietas und fatum.
das Verhältnis des Einzelnen zu einer höheren Macht und zu übergeordneten Werten.
die Problematik der Verbindung von Literatur und Ideologie Zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
die Entwicklungslinie des Epos von Homer zu Vergil (in Ansätzen).
Stationen der Wirkungsgeschichte der Aeneis (z.B. Heinrich von Veldeke: Eneide, Dante: Divina Comedia; Vincentius Placcius: Atlantis retecta) A: Dido und Aeneas - Entwicklung der Tragik beider Gestalten I 1-33 ; I 297-300 I 494-756 (im Original: 494-508; 579-636; 709-722; Rest in Übersetzung und Referat) IV als Einheit (Originallektüre folgender Kernstellen: 1-53; 90-128; 160-172; 219-295; 304- 396; 607-629; 651-662) Additum: VI 455-476 B: Sendung und Charakteristik des Aeneas I 1-33; 81-101; 180-222; 223-296; II 567-629 II 1-13; 268-297; 679-729; IV 259-295 IV 305-361; VI 455-476 X 789-832; XII 919-952 C: Römisches Selbstverständnis - Römische Größe - Römische Geschichtsdeutung I 1-33; 223-300 VI 752-892; VIII 626-731 XII 697-952 (Übersicht; folgende Kernstellen im Original: 791-842; 887-952) D: Der Konflikt Gegenspiel Aeneas - Turnus I 1-49; 223-300 VII 37-45 VII 413-466 IX 123-158; X 441-509; 789-832; XII 887-952 Möglich ist im Grundfach auch eine exemplarische Lektüre einzelner Bücher (z.B. die Bücher IV, VI, X, oder XII). 38 Textvorschlag für das Leistungsfach Längsschnitt durch die Aeneis I 1-33; 81-101; 180-222; 254-300 II 268-297 IV (Kernstellen: 90-128; 160-172; 304-396; Rest in Übersetzung) VI 752-892 (Kernstelle: 847-853) VII 37-45 VII 413-466 VIII 626-731 (zweisprachig) IX 123-158; X 441-509 X 789-632 XII 919-952 Thema II 2: Horaz, Lyrik (Das Thema empfiehlt sich vor allem für den Leistungskurs.) Die Dichtung des Horaz im Allgemeinen und seine Lyrik im Besonderen kann als ein großer Spiegel der römischen Welt bzw. Weltsicht ihrer Zeit bezeichnet werden. Sie entwickelt sich aus der Perspektive einer Persönlichkeit, die durch den Wandel der politischen und gesellschaftlichen Zustände entscheidend geprägt worden ist. Der Inhalt der Gedichte, die in Motivik und Form an die griechische Lyrik anknüpfen, umfasst eine Fülle von Themen bzw. Lebensbereichen, die sich von Liebe und Freundschaft über die Stellungnahme zur politischen Situation und die Verehrung des Augustus bis hin zur Reflexion über das Musisch-Göttliche und das eigene Dichtertum erstrecken. Ohne hier einer naiven biographischen Ausdeutung das Wort reden zu wollen, eröffnet die andersartige Behandlung gleicher Themen zu unterschiedlichen Zeitpunkten den Blick auf die äußere und innere Entwicklung des Dichters. Zusammengehalten wird die thematische Vielfalt durch eine innere Haltung, die geprägt ist von einem ernsthaften Streben nach Harmonie, nach innerem Gleichgewicht und einem sicheren Gefühl für eine rechte Lebensführung und für maßvollen Lebensgenuß.
metrische Grundmuster Horazischer Lyrik (Alkäische, Sapphische und Asklepiadeische Strophe).
dichterische Gestaltung vielfältiger Themenbereiche der Zeit und des eigenen Lebens (z.B. Bürgerkriege, Prinzipat, Liebe, Freundschaft, Lebenslust, Natur und Landschaft, Religion und Mythos, Dichtertum, Tod, Popularphilosophie).
Abhängigkeit der Themenbehandlung von den politischen und biographischen Umständen (Philippi, Mäzenaskreis, Aktium, Prinzipat des Augustus) 39.
das politische Programm des Augustus und das Selbstverständnis augusteischer Herrschaft (geistig-sittliche Erneuerung; innere und äußere Sicherheit, Weltherrschaft und Pax Augusta als Vollendung des Götterwillens).
aurea mediocritas als Lebensprinzip des Horaz und sein dichterisches Selbstverständnis (vates Romanus, Romanae fidicen lyrae, Unsterblichkeit).
Wirkungsgeschichte der horazischen Lyrik (z.B. bei Petrarca, Hölderlin, Chr. Morgenstern, B. Brecht) Auswahlvorschläge Epoden: 16 und 7 (Reaktion auf Philippi und die Konsequenzen) Epoden: 1 und 9 (nach der inneren Wandlung) Oden: I 14 (Mahnung an das gefährdete Staatsschiff); 17 (maßvolles Leben auf dem Land - der Dichter als Schützling der Götter); 31 (der Wunsch des Dichters); 37 (der Tod der Kleopatra) II 13 (die heilsame Wirkung der Lyrik); 7 (Freude über die Rückkehr eines Kriegskameraden); 18 (Preis eines beschaulichen und bescheidenen Lebens); 10 (Ermahnung zu einem Leben der aurea mediocritas) III 24 (innere Erneuerung als Voraussetzung für eine Beendigung der Bürgerkriege); 30 (Unsterblichkeit des Dichters) Römeroden: III 1 (Bescheidenheit und Genügsamkeit als Voraussetzung zur Zufriedenheit); 4 (die Musen als Schutzgeister) IV 3 (Leistung und Ansehen des Dichters als Geschenk der Musen); 5 (Augustus als Schöpfer des inneren und äußeren Friedens); 15 (Augustus als Friedensfürst) Thema II 3: Die römische Liebeselegie Die römischen Elegiker suchten in einer Phase des politischen und sozialen Umbruchs von der späten Republik zur Kaiserzeit nach Alternativen zu den gesellschaftlichen Normvorstellungen von Liebe und Ehe, von beruflicher Bewährung im persönlichen Einsatz für den Staat in Politik und Militär. Ihre Gedichte spiegeln ein durch die Ablehnung althergebrachter Werte und Tugenden gewonnenes neues Lebenskonzept wider. In ihnen findet sich aber auch ein neues Verständnis von der Rolle der Frau, das in Rom seit der Eroberung des östlichen Mittelmeerraums Eingang gefunden hatte. Die Elegie konnte sich in Rom nur für wenige Jahre literarisch entfalten. Ihre literarischen und politisch-sozialen Entstehungsvoraussetzungen machen sie aber zu einer eigenständigen Leistung der römischen Dichtung, die die gesamte europäische Literatur vom Humanismus über das Barock bis zur Klassik und ins 20. Jahrhundert maßgeblich beeinflusst hat.
die Sprache der römischen Elegie (Wortwahl, Metaphorik, Rhetorik, mythologisches Gleichnis).
das Metrum der Elegie.
das literarische Genus der Elegie/ihr fiktionaler Charakter.
die Funktion der mythologischen Exempla.
die in der Elegie aufgezeigten Alternativen zu den traditionellen Normen der römischen Gesellschaft (Bindung an die Geliebte als foedus aeternum analog zur Ehe, militia amoris, servitium amoris).
die (seit der Eroberung des östlichen Mittelmeerraums) gewandelte Rolle der Frau in der römischen Gesellschaft Zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
der unterschiedliche Umgang der drei Elegiker mit den Motiven der erotischen Elegie (Tibull, Properz: Liebeselegie als Entwurf einer alternativen Lebenskonzeption im Gegensatz zum augusteischen Staatsverständnis; Ovid: Elegie als poetische Ausdrucksform).
Rezeption der properzischen Elegien in Goethes Römischen Elegien Um das im Kontrast zur traditionellen römischen Gesellschaftsordnung konzipierte Wertesystem der Elegiker klar herauszuarbeiten, erscheint es sinnvoll, sich nicht allein auf die Lektüre von Ovids Amores zu beschränken, sondern einzelne Gedichte Ovids thematisch vergleichbaren Abschnitten aus Properz und/oder Tibull gegenüberzustellen. Das soll im Grundfach anhand von Übersetzungen geschehen. Lektürefolge: Ovid, am. I 5 - Properz II 15 (Die Bedeutung der Sexualität) Ovid, am. I 9 und 13 - Properz I 6 - Tibull I 1 (Liebe und bürgerliche Welt) Ovid, am. I 1 - Properz I 1 (Liebe und Dichtung) Ovid, am. I 4 und III 2 (Liebe als gesellschaftliche Unterhaltung) Ovid, ars amatoria (Auswahl) Tibull III 13-18 (= IV, 7-12): Sulpicia-Gedichte Wahlthemen für den Freiraum 1. Pax (vgl. Wahlthema 1 zu I, S. 32) hier Schwerpunkt: Augusteische Dichtung (= Teil B) 41 2. Dichter und staatliche Macht Ovid ist der römische Dichter, der aus der Erfahrung seiner Verbannung durch Augustus die Exilliteratur begründet. Seine Epistulae ex Ponto und vor allem die Tristien legen Zeugnis ab von dem schmerzhaften Gefühl, vom dem ihm vertrauten Sprach- und Kulturkreis abgeschnitten zu sein. Trotzdem schöpft er Mut, seine Situation mit der Kraft seiner Dichtung zu meistern. Die Lektüre setzt ein Gegengewicht gegen die politische Dichtung eines Vergil und Horaz.
die Restriktionspolitik des Augustus.
die Lebensbedingungen Ovids im Exil zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
das Exil Ovids in der Rezeption (Ch. Ransmayr, Die letzte Welt; V. Horia, Gott ist im Exil geboren).
Erfahrung des Exils in der Zeit des Nationalsozialismus Ovid, Amores III 4, 37-40 (als Einstieg) Ovid, Tristien IV 10 (im Leistungsfach Buch II als Referat) Ovid, Tristien III 5 (Das Gedicht als Waffe) (im Leistungskurs + III 2, 1-14) Ovid, Epistulae ex Ponto II 7,65-76 (Pax Augusta ?) 3. Apuleius, Amor und Psyche Dieses spätantike poetische Liebesmärchen - eine Einlage in den Metamorphosen des Apuleius - bietet sich als Ergänzung zur römischen Liebeselegie an. Die Vielfalt der Deutungsmöglichkeiten dieser Erzählung in allegorischer, mythologisch-literarischer, symbolischer und psychologischer Hinsicht eröffnete in Literatur und Kunst eine weite Rezeptionsgeschichte.
die Mischform aus prosaischen und poetischen Sprachelementen und die barock-manieristische Ausdrucksfülle der Erzählung.
die Kompositionstechnik und Dramaturgie der Erzählung.
der mystisch-religiöse Hintergrund (Einblick in die spätantiken Mysterienreligionen als Kennzeichen einer Umbruchszeit).
die Verbindung von Mythos und Philosophie (Eros bei Platon).
Nachwirkung der Erzählung in Literatur und Kunst 42 Apuleius, Metamorphosen IV 28 - VI 24 Kernstellen: IV 28 und 31-35; V 4-6; 19 und 21-23 (Voraussetzung 9-10); VI 5 und 8-9; 23-24; (Der Ablauf der Gesamthandlung in Referaten) 4. P. Abaelard, Historia calamitatum (Die Liebesgeschichte von Abaelard und Heloise) (zusätzlich für Leistungsfach: Epistola I und III) 5. Carmina Burana (Auswahl) 6. Enea Silvio, Euryalus et Lucretia Eine "Perle der erotischen Novellenliteratur" und ein bedeutsames literarisches Zeugnis der Frührenaissance. Anknüpfungsmöglichkeit an Ovids Amores. 43 III Römisches Philosophieren Vorbemerkungen Die von Kant gestellten vier Grundfragen der Philosophie - Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie), Was soll ich tun? (Praktische Philosophie, Ethik), Was darf ich hoffen? (Metaphysik), Was ist der Mensch? (Anthropologie) - werden bereits in der griechischen Antike thematisiert. Römisches Philosophieren verlagert den Schwerpunkt von der Systematik philosophischer Denkmodelle mehr auf die Frage nach den Einwirkungsmöglichkeiten der Philosophie auf die Lebensgestaltung des Menschen. Die wichtigsten Repräsentanten Cicero, Lukrez, Seneca d.J. und später - in der spezifischen Ausformung des gefestigten Christentums - Augustinus und Boethius greifen im Diskurs immer wieder auf die Hauptschulen der griechischen Philosophie (Akademie, Peripatos, Stoa, Epikur) zurück, übernehmen sie (Lukrez), prüfen sie (Cicero, Seneca) oder gewinnen aus ihnen völlig neue Ansätze für eine eigene Philosophie (Augustinus). Das römische Philosophieren entbehrt zwar einer gewissen Originalität, es kann aber dafür als ein Paradigma für die Rezeption und die Transformation grundsätzlicher philosophischer Fragestellungen dienen. Die Römer nehmen vor allem drei Denkweisen auf:.
die idealistische, in der Akademie Platons begründete.
die mehr pragmatische, im Peripatos des Aristoteles angelegte und im Skeptizismus der mittleren und neuen Akademie fortgeführte.
die materialistisch-hedonistische, an Demokrit und vor allem Epikur orientierte. Kennzeichnend für das römische Philosophieren ist dabei ein moralisierender und paränetischer Zug. Es verfährt dogmatisch, aber auch argumentativ und betont die lebensgestaltende Funktion der Philosophie. Die einzelnen Ausformungen aber unterscheiden sich erheblich voneinander, etwa in ihrem erkenntnistheoretischen Ansatz (der Dogmatismus der Stoa und des Epikur gegen die Skepsis und den Probabilismus der Akademie bei Cicero) und vor allem in den Auswirkungen auf die Ethik (grundlegend Stoa contra Epikur). Grundfragen römischen Philosophierens und damit die Hauptaspekte der Beschäftigung mit ihm sind:.
Welche Erkenntnismöglichkeiten hat der Mensch?
Wie lässt sich die höchste Erfüllung menschlichen Daseins bestimmen (Frage nach dem summum bonum)?
Aus welchen Prämissen können ethische Normen abgeleitet und begründet werden?
Welche politischen Systeme lassen sich dadurch begründen?
Wie lassen sich Grenzsituationen des menschlichen Lebens bewältigen (Tod; Leib-Seele- Problem)?
Wie wirkt die Existenz der Götter (Gottes) oder eines göttlichen Prinzips auf das Leben des Menschen ein?
Welche emanzipatorische Kraft hat die Philosophie? 44 Aus diesen Grundfragen lassen sich folgende, für alle Teilthemen gültige Hauptziele ableiten:.
die wichtigsten philosophischen Denkmodelle der griechisch-römischen Antike.
die Rezeption und Transformation der griechischen Philosophie durch die Römer (z.B. Lukrez und Cicero als Vermittler griechischer Geisteswelt; Cicero als Begründer eines neuen Bildungsbegriffes: humanitas).
die erkenntnistheoretische und appellativ-paränetische Funktion der philosophischen Texte kritisch reflektieren (z.B. den Dogmatismus der Stoa, die Heilsgewißheit des Lukrez).
die weitreichende Wirkungsgeschichte der antiken Philosophie (z.B. Idealismus, Materialismus, Skeptizismus, Hedonismus, Dogmatismus). Thema III 1: Philosophische Grundfragen (Auswahl aus den philosophischen Schriften Ciceros) Das Thema sollte so angelegt sein, dass die Textauswahl nach den inhaltlichen Schwerpunkten gegliedert ist, die die Hauptpunkte der Philosophie Ciceros abdecken. Dabei kann man natürlich auf entsprechende Textausgaben zur Einführung in die philosophischen Texte Ciceros oder auch in die römische Philosophie allgemein zurückgreifen. Eine Differenzierung in Grundfach und Leistungsfach wird hier ausgeklammert. Sie sollte quantitativ und qualitativ nach den jeweiligen Schwerpunkten den speziellen Auswahlkriterien des Kurses vorbehalten bleiben.
Der Mensch als denkendes Wesen (Erkenntnistheorie): Cicero, Tusc. disp.V 68-70; de off. I, 11-13; Acad. post. I 15-16 und 30-32; Acad. priora II 99 und 7-8.
Der Mensch als soziales Wesen (Staat/Gesellschaft): Cicero, De re publ. I 39; III 33; de off. III 21-26 (I 50-58).
Der Mensch und die Grundlegung von Normen (Ethik): Cicero, De off. I 20-32; III 12-17 und 29-32.
Der Mensch auf der Suche nach dem Glück: Cicero, De fin. I 29-33; 40-42; 52-54 (der Hedonismus Epikurs); de fin. III 16-17; 20-22; 23; 26; 29 (die Stoa).
Der Mensch als transzendentes Wesen (Seele/Unsterblichkeit): Cicero, Tusc. disp. I 74-75; 45-47 (de legibus I 24-27); 18-20; 22-24; 51-55.
Das Lob auf die Philosophie: Cicero, Tusc. disp. V 5-6 45 Thema III 2: Antike philosophische Schulen A: Cicero, De re publica (Staatsphilosophie) Das Thema geht von derselben Fragestellung aus wie Thema I 4. Es verlagert allerdings den Schwerpunkt mehr auf die staatstheoretischen und -philosophischen Textstellen. Ziele für das Grundfach vgl. Thema I 4 Zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
die Grundzüge augustinischen Staats- und Geschichtsdenkens in der Auseinandersetzung mit der Staatstheorie Ciceros.
die philosophischen Grundlagen zum Somnium Scipionis (Platon, Aristoteles, Stoa).
Einblicke in spätere klassische Staatstheorien (Vergleich mit Macchiavelli, Hugo Grotius, Locke, Karl Marx, Naturrechtstheorien) vgl. Thema I 4 zusätzlich: III 23; 24+27; 33 (Naturrecht contra Rechtspositivismus) vgl. Thema I 4 zusätzlich: VI 9-29 (in wichtigen Auszügen) Augustinus, De civ. Dei XIX 21 und 23-24 (Bezug: De re publ. I 39-41 und 65-69); IV 4 (Bezug: De re publ. III) Hugo Grotius, De iure belli ac pacis, Proleg. 1-3 und 15-17 (Bezug: De re publ. III) B: Cicero, De officiis (praktische Ethik): Ciceros letzte philosophische Schrift, die zudem eine große Wirkungsgeschichte erfahren hat (Augustinus, Renaissance, Voltaire, Kant, Utilitarismus), entwickelt Grundsätze der praktischen Ethik. Sie ist ein Bekenntnis des Autors zu einer ethisch begründeten Ordnung der menschlichen Gesellschaft, geschrieben in einer Phase politischer Umwälzungen und persönlicher Gefährdung. Die Begründung sittlicher Normen, der Konflikt zwischen Sittlichkeit und Nützlichkeit und die Dämonie der Macht bleiben grundsätzliche Fragestellungen der praktischen politischen Ethik.
der geschichtliche Hintergrund für die Schrift (Ermordung Caesars).
philosophiegeschichtliche Grundlagen (Ethik der Älteren und Mittleren Stoa).
das System der Kardinaltugenden 46.
das Spannungsverhältnis zwischen honestum und utile.
die Argumentationsstruktur der Schrift (Prämissen-Folgerungen; Exempla) Zusätzliches Ziel für das Leistungsfach.
Wirkungsgeschichte der Schrift (z.B. G. E. Moore, Principia Ethica; Utilitarismus- Hedonismus in der Gegenwart) Cicero, De off. III 3-8 (Die Grundfrage); 110 (Der Konflikt zwischen Sittlichkeit und Nützlichkeit); 21-23 (Die formula); III 99-110 (Das exemplum Regulus); I 20-29b und 33a (iustitia als Kardinaltugend) oder I 61-87 (fortitudo); 15-17 (System der Kardinaltugenden) Cicero, De off. I 7-10 (Definition der officia und ihre Einteilung); 11-14 (Die Vernunftnatur des Menschen); 15-17 (Die Kardinaltugenden); 20-29b und 33a (iustitia) und Zusatztexte: Cicero, De re publ. III 33 und Augustinus, De civ. Dei IV 4; De off. I 107 und 110-112 (Das "Maskenmodell"); De off. II 9-11; 23-29 (Das utile); III 7-9 (Gegensatz honestum - utile); 11b- 13a (Der Gegensatz als Scheinkonflikt); 21-23 (Die formula); 99-110 (Das exemplum Regulus) Zusatztexte: W. Heisenberg, Der Teil und das Ganze, 1978, S.178ff; I. Kant, Über das vermeintliche Recht aus Menschenliebe zu lügen C: Lukrez, De rerum natura (Aufklärung und Emanzipation des Menschen durch Philosophie) Das Lehrgedicht des Lukrez ist in der Form das ungewöhnlichste, im Inhalt das geschlossenste philosophische Werk der römischen Literatur. Es entwickelt das Welt- und Menschenbild Epikurs. Der Epikureismus ist schon in der Antike eine Konstante der Philosophie und bleibt ein wirkungsmächtiges Denkmodell der europäischen Philosophie- und Geistesgeschichte (Atomismus und materialistische Weltdeutung; Sensualismus; Hedonismus). In der Tradition des römischen Denkens stellt er immer wieder eine wichtige Antithese zu dem "normalen" Selbstverständnis des Römers dar (gegen Cicero und Seneca; aber Horaz!). Die Form des Lehrgedichtes bestimmt wesentlich seine didaktisch-propädeutische Funktion (vgl. B. Brecht und das Kommunistische Manifest; P. Neruda, Der große Gesang).
die Tradition des antiken Atomismus.
die Verbindung von Kosmogonie (Physik) und Anthropologie (Ethik, Psychologie).
Rationalisierung und Entmythisierung der Natur, Religion und Politik: vera ratio versus falsa religio (gegen teleologisches Denken bei Cicero oder Vergil).
Naturerkenntnis als Mittel zur Selbstbestimmung des Menschen (pax animi).
Problem des Widerspruchs zwischen freiheitlichem Handeln und kausal-deterministischer Gesetzmäßigkeit.
die Seelenlehre als Erlösung von der Todesfurcht 47.
die Emanzipation des Menschen aus den kollektiven Bindungen und Zwängen der Gesellschaft (z.B. Staat, mores maiorum); Individualethik versus Kollektivethik.
die Argumentationsmuster des Lukrez (Beweisketten, Prämissen/Dogmatismus).
das Problem einer Heilserwartung durch die Philosophie Zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
das evolutionäre Kulturentstehungsmodell des Lukrez.
die Dialektik von Entmythisierung (Aufklärung) und Remythisierung (Epikur als "Heiland").
das psychagogische Element in der Sprache des Lukrez (besonders in den Proömien).
der Epikureismus in der europäischen Geistesgeschichte (Atomismus - Materialismus - Hedonismus) I 62-79 und 80-101 (Der Sieg Epikurs über die Religion; Kritik an Religion und religiösem Ritual) I 146-160; 215-224; 265-270; 329-369 (Axiome der epikureischen Naturlehre) II 62-109; 216-239 (Eigenschaften der Atome); 1144-1174 (Ende der Welt) III 136-167 (Leib-Seele); 830-842 (Der Tod); 1053-1075 (condicio humana) Zusätzliche Textvorschläge für das Leistungsfach Proömien zu I (1-43) und zu II (1-19) III 863b-875 und 879-888 V 925-969; 1011-1027; 1105-1130; 1136-1160 (Kulturentstehungsmodell) V 1161-1217 (Ursprung und Torheit des Götterglaubens) D: Seneca, d.J., Epistulae morales (stoische Lebensführung) Philosophia vitam disponit, actiones regit, agenda et omittenda demonstrat. Dieser Satz kann als Motto für Senecas Verständnis über Wert und Ziel der Philosophie gelten. Er betont damit in typisch römischer Auffassung den Primat der Ethik in der Philosophie. In seinen Epistulae morales entwickelt Seneca weniger ein System von Philosophie, vielmehr versucht er, auf der Grundlage der stoischen Philosophie in mehreren Themenkreisen den Standort des Menschen zu sich selbst und zur Welt zu bestimmen. Die paränetische und protreptische Funktion der Briefe korrespondiert mit ihrem moralisierend-dogmatischen Charakter. Schwerpunkte.
Wert und Ziel der Philosophie.
System der Philosophie 48.
existenzielle Fragestellungen der Philosophie Senecas: der Mensch und die Natur; der Mensch und Gott; die Freiheit des Menschen und das Schicksal (Determinismus); der Mensch und der Tod; der Mensch in der Zeit; der Mensch und das Glück; die menschliche Vernunft und die menschlichen Affekte.
Seneca und Zeitkritik.
Sprach- und Stilelemente der philosophischen Prosa Senecas (Beispiel, Sentenz, Prägnanz, Paradoxon, Wiederholung, Pointierung).
Argumentationsformen (z.B. Syllogismen).
Grundzüge der stoischen Philosophie (Erkenntnistheorie, Kosmologie, Ethik).
Zeitkritik bei Seneca und kritischer Vergleich mit seiner Biographie.
kritische Reflexion über den moralischen Anspruch philosophischer Literatur Textauswahl für das Grundfach Epistulae 7; 47; 104; (51): Zeitkritik bei Seneca 41: Selbstbestimmung des Menschen und seine „Göttlichkeit“ 91 (Ausschnitte): Schicksalsschläge 66 (Ausschnitte): Die wahren Güter 61 (vgl. 54; 70): Der Tod 9: Die Freundschaft 20 (vgl. 16 ): facere docet philosophia Ergänzungsvorschläge für das Leistungsfach Epistulae 16: Ziel der Philosophie 74 (vgl. 53): Die rechten Werte: ratio, honestum 85: Die Affekte 1: Der Mensch in der Zeit 89 (Ausschnitte, vgl. 90: Kulturphilosophie): System der Philosophie Thema III 3: Antike philosophische Schulen im Diskurs (Mittlere und Neue Akademie, Stoa, Epikur) A: Cicero, De finibus bonorum et malorum (Das summum bonum) Das Streben nach der Eudämonie oder dem "Höchsten Gut" des Menschen war seit den Griechen das Hauptthema der antiken Philosophie, mit dem alle anderen Fragen verbunden waren. Mit Blick auf das Wesen und die Selbstbestimmung des Menschen bildeten sich, erkenntnistheoretisch und vor allem ethisch begründet, grundverschiedene Positionen heraus. In De finibus bonorum et malorum lässt Cicero die Vertreter der drei wichtigsten philosophischen Schulen der Antike (Akademie, Stoa, Epikur) zu Wort kommen und einen argumentativen Diskurs austragen. Das Werk stellt einen wichtigen Beitrag Ciceros dar, den 49 Römern griechische Philosophie deutend und wertend zu vermitteln. Konstanten der menschlichen Existenz wie Lust, Selbsterhaltungstrieb, Naturbezogenheit, Sittlichkeit und menschliche Gemeinschaft bilden die inhaltliche Grundlage für die Gespräche. Cicero selbst bekennt sich am Schluss in deutlicher Abkehr vom materialistischen Hedonismus Epikurs zu dem eklektischen und dogmatisch geläuterten Standpunkt der Neuen Akademie.
Cicero als Vermittler griechischer Philosophie.
Kenntnis der grundlegenden antiken Glückstheorien.
Reflexion des Problems, das "Höchste Gut" begrifflich zu fassen.
Ciceros Methode des in utramque partem disputare.
kritischer Vergleich der vertretenen Positionen.
die dogmatische Intention geschlossener philosophischer Systeme Zusätzliches Ziel für das Leistungsfach.
moderne Glückstheorien und ihre kritische Analyse (z.B. "Lifestyle") (Bezug: L. Marcuse, Philosophie des Glücks) Cicero, De finibus I 29-33; 37-38; 40-42; 52-54: Epikurs Philosophie der Lust I 69-71; II 111-114: Ciceros Kritik III 16-17; 20-22; (23; 26; 29); 33-35 (58-59; 75-76): die um ihrer selbst willen geübte Tugend (Stoa) V 34; 36-38; 41-44 (55; 57); 58-60: Peripatos und Neue Akademie Textergänzungen für das Leistungsfach Cicero, De finibus (Die oben in Klammern stehenden Textstellen) Dazu: I 55-64; III 18-20 u. 42-44; V 24-27 u. 65-68 Seneca, De vita beata 3,3-5,4 (ev. 8; 18,1-2; 19,1; 23,1-2) Augustinus, De vita beata 8 und 9-12 B: Cicero, De natura deorum Ähnlich wie in De finibus bonorum et malorum stellt Cicero eine zentrale Frage in den Mittelpunkt eines philosophischen Werkes, die nach der Existenz der Götter und deren Einwirkungsmöglichkeit auf die Welt und das menschliche Schicksal (providentia). Auch hier lässt er die Vertreter der antiken Philosophenschulen (Epikur, Stoa, Neue Akademie) ihre Standpunkte vortragen. Die Besonderheit des Aufbaus der Dialoge besteht darin, dass gegen die dogmatischen Positionen der Epikureer und der Stoiker jeweils Cotta als Vertreter der Neuen Akademie auftritt, der sich erkenntnistheoretisch zwar zu einem skeptischen Urteil bekennt, aber mit Cicero die fundamentale Bedeutung des Religiösen/der Religion für die Gemeinschaft der 50 Menschen herausstellt. So entsteht ein lebendiger Disput nach der Methode des in utramque partem disputare. Das Werk gehört in die große Tradition der philosophischen Theologie in der abendländischen Geistesgeschichte (z.B. Problem der Gottesbeweise).
Kenntnis der traditionellen antiken Gottesbeweise.
Kritischer Vergleich der vertretenen Positionen, ihrer Argumentation und ihrer Widerlegung.
die dogmatische Intention geschlossener philosophischer Systeme.
Einblick in die Bedeutung des Religiösen für die Orientierung des Menschen Zusätzliches Ziel für das Leistungsfach.
die Tradition der Gottesbeweise (z.B. Kant, Leibniz) (Bezug: R. Löw, Die neuen Gottesbeweise) Cicero, De natura deorum I 42-49 (50b-56): epikureische "Theologie" I 57; 60-64; 67b-71 (77-79); (81); (86-90); (95-98); (105); 110b-114; 121b-124: Gegenargumente des Skeptikers II 12(Ende)-15; 28-32; 54; (57-61); 75-80; 153-155: stoische Theologie III 5-6; 20-21; (38-39 Anfang); (65-71); (75); 79b-80a; 86-88; 94- 95: Gegenargumente des Skeptikers und Schlusswort mit Ciceros Resümee Textergänzungen für das Leistungsfach Cicero, De natura deorum (Die in Klammern stehenden Textstellen) Lukrez, De rerum natura I 62-101: Der Missbrauch der Religion; II 216-260: Freiheit- Determinismus; III 931-977: Rede der Natur über den Tod C: Cicero, Tusculanae disputationes In den fünf Büchern der Tusculanen behandelt Cicero Grundfragen der Ethik im Sinne einer popularen Lebensphilosophie. Er geht dabei über den Ansatz in De finibus bonorum et malorum hinaus, indem er darlegt, wie die Ruhe der Seele durch Todesfurcht, Schmerz, Kummer und andere Leidenschaften und Affekte bedrängt wird, und die Mittel aufzeigt, mit denen den Gefahren für die Seele begegnet werden kann. Im letzten Buch versucht er nachzuweisen, dass die virtutes zu einem glücklichen Leben genügen. Cicero referiert - zum Teil sehr differenziert - die wichtigsten philosophischen Lehrmeinungen zu den einzelnen Themen und setzt sich mit ihnen auseinander. Dadurch kommt 51 der philosophiegeschichtliche Aspekt zum Tragen. Besonders in diesem Werk ist Cicero der Vermittler griechischer Philosophie.
die Bedeutung der Vorsokratiker und des Sokrates für die Entwicklung der Philosophie.
Grundfragen der Ethik (Tod, Schmerz, Kummer, der Weise im Umgang mit den Affekten, Bedeutung der virtutes für die Eudämonie).
Ciceros Methode (Verteilung der 5 Themen auf 5 Tage; Entwicklung der Einzelgespräche vom Sokratischen zum Aristotelischen Dialog; eklektisches Verfahren).
praktische Lebenshilfe durch die Philosophie Zusätzliche Ziele für das Leistungsfach.
Ciceros eigene Position in Auseinandersetzung mit den griechischen Philosophenschulen (Akademie, Stoa, Epikureismus).
vertiefte Reflexion über die in den Texten angesprochenen philosophischen Erkenntnisse (z.B. die Affektenlehre und die moderne Psychologie) Cicero, Tusc. disp. I 5: Ciceros Programm; 18-22; 72-76: Doxographie über den Tod I 7: Darstellung und Begründung des methodischen Ansatzes 11-13; 22; 62-64: Die Leidenschaften, Ursache, Heilung V 5: Leistung der Philosophie 6-11: Entwicklung der Philosophie 15: Glücklich sein heißt frei sein von Leidenschaften. 80-82: virtutes und vita beata sind untrennbar miteinander verbunden Zusätzliche Textvorschläge für das Leistungsfach Cicero, Tusc. disp. I 53; 57; 70b-71b: Beweise für die Unsterblichkeit der Seele II 11-13: Nicht auf alle Naturen wirkt die Philosophie in gleicher Weise; 14-18: Ist der Schmerz ein Übel? 43-48 und 51-52: Umgang mit dem körperlichen Schmerz; Lehre des Epikur und der Stoa V 69-72: Das Glück des Weisen durch Beschäftigung mit der Philosophie Lukrez, rerum nat. III 830-851: Nil igitur mors est ad nos 52 Wahlthemen für den Freiraum Das weitreichende Themenangebot im Block III erübrigt eine ausführliche Darstellung alternativer Themen. Die folgenden Vorschläge begnügen sich deshalb mit ergänzenden Hinweisen und zeigen einen Bezug zu den Hauptthemen auf. 1. Lukrez, De rerum natura (Bezug: Cicero, De fin.; De nat. deorum; Tusc. disp.) Kernstellen zu den Themen Religion/Kultus; Seele-Tod; Individuum-Staat; Freiheit-Determinismus (vgl. Thema III 2 C) 2. Seneca, De vita beata (Bezug: Cicero, De fin.) 3. Augustinus, De civitate Dei (Bezug: Cicero, De re publ.) 4. W. v. Ockham, III Dialogus I ii, c. 6-8 (Verfassungsformen nach Aristoteles) (Bezug: Cicero, De re publ. I) 5. P.Abaelard, Collationes sive Dialogus inter Philosophum, Iudaeum et Christianum z.B. Ausschnitte aus dem Gespräch zwischen Philosoph und Christ über die Ethik und das summum bonum mit zahlreichen Rückverweisen auf die antike Philosophie bis Boethius. (Bezug: Cicero, De fin.) 6. Thomas Morus, Utopia I (Bezug: Cicero, De re publ. I; vgl. Thema I, Wahlthema 5) 53 6. Fachübergreifendes und fächerverbindenden Lernen 6.1 Didaktische Begründung Die Gliederung des Unterrichts in einzelne Fächer ist aus mehreren Gründen sinnvoll und notwendig. Einerseits wird durch die Beschränkung auf die Aspekte eines Fachs der Komplexitätsgrad der Inhalte vermindert. Schülerinnen und Schüler können in relativ überschaubaren Bereichen Wissen und Fähigkeiten erwerben. Andererseits haben die einzelnen Fächer und Fachgruppen jeweils spezifische Methoden der Erkenntnisgewinnung und der Theroriebildung. Schülerinnen und Schüler sollen diese fachbezogenen Denk- und Arbeitsweisen kennenlernen und einüben, um sie dann in komplexeren Zusammenhängen anwenden zu können. Eine enge Beschränkung auf den Fachunterricht bringt allerdings auch Probleme mit sich: Zum einen besteht die Gefahr, dass Schülerinnen und Schüler nur noch fachspezifische Facetten von Sachverhalten wahrnehmen. Selbst wenn in unterschiedlichen Fächern das gleiche Thema behandelt wird, stehen die jeweiligen Aspekte häufig unverbunden nebeneinander. Von Seiten der Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen und auch von Seiten der Wirtschaft wird diese Situation beklagt; man spricht von "Schubladenwissen". Darüber hinaus begünstigt das Lernen isolierter Sachverhalte ein schnelles Vergessen des Gelernten. Zum anderen erfordern die Wissensexplosion und der schnelle Wandel des Wissens, die komplexen Strukturen und zunehmenden Interdependenzen in allen Bereichen von Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik in zunehmendem Maß übergreifendes, vernetztes Denken. Viele aktuelle Probleme sind nicht allein analytisch durch Zerlegung in Teilprobleme und deren Lösung zu bewältigen. Es müssen vielfältige Abhängigkeiten und Verflechtungen berücksichtigt werden. Das ist auch für den Unterricht relevant, soll er sich doch an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler orientieren, zu Entscheidungs- und Handlungskompetenz führen und zur Übernahme von Verantwortung befähigen. Diese Ziele bedingen, dass in verstärktem Maß realitätsnahe Problemstellungen Ausgangspunkt von Lernprozessen sein müssen. Solche Problemstellungen lassen sich aber in der Regel nur im Zusammenwirken von Sachkompetenz aus mehreren Fachgebieten bewältigen. Kenntnisse und Fähigkeiten in den einzelnen Fächern sowie die Beherrschung der verschiedenen wissenschaftlichen Denkweisen und Arbeitsmethoden sind Voraussetzungen für die Bearbeitung fachübergreifender Problemstellungen. Die Verfügbarkeit neuer Medien und Technologien erweitert die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und -verarbeitung und öffnet Wege zu einem übergreifenden Denken in Zusammenhängen. 54 6.2 Beiträge zur Methoden- und Sozialkompetenz Im fachübergreifenden und fächerverbindenden Unterricht sollen die Schülerinnen und Schüler zumindest exemplarisch.
erfahren, dass für eine Lösung realitätsnaher Problemstellungen meist Aspekte aus verschiedenen Fächern, die einander ergänzen oder aber sich widersprechen und gegeneinander abgewogen werden müssen, zu berücksichtigen sind.
Wissen und methodische Fähigkeiten, die im Fachunterricht erworben wurden, als Beiträge zur Lösung eines komplexen Problems einbringen und dadurch die Bedeutung des Gelernten für die Bewältigung lebensweltlicher Situationen erfahren.
lernen, eine Problemstellung von verschiedenen Seiten zu beleuchten und Lösungsansätze nicht vorschnell und unkritisch auf die Verfahren eines bestimmten Fachs einzuschränken.
erfahren, dass die Zusammenführung verschiedener fachlicher Sichtweisen zu einem tieferen Verständnis eines Sachverhalts führen kann.
die Bereitschaft und Fähigkeit entwickeln, zur Bearbeitung einer größeren, komplexen Problemstellung mit anderen zu kommunizieren und zu kooperieren.
lernen, Problemlösungsprozesse möglichst selbständig zu strukturieren und zu organisieren, auch zusammen mit einem Partner oder im Team.
lernen, die Ergebnisse eines Arbeitsprozesses zu strukturieren und so zu präsentieren, dass sie von anderen, die nicht an diesem Prozess beteiligt waren, verstanden werden können.
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