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Lehrpläne Saarland
Förderschule – Geistige Entwicklung
Freizeit und Lebensgestaltung
Kapitel 4.2
4.2.2 Grundlagen der Freizeitgestaltung
17
4.2.3 Freizeitgestaltung für sich allein
25
4.2.4 Freizeitgestaltung mit anderen
18
4.2.5 Angebote von Freizeitindustrie und Medien
25
4.2.6 Ausflüge machen und verreisen
17
4.2.7 Literatur und Medien
12
Kapitel 4.3
4.3.2 Teilhabe am sozialen und kulturellen Gemeinwesen
12
4.3.3 Dienstleistungen und Versorgungssysteme
32
Kapitel 4.4
4.4.2 Sachinformation über Wohnen und Wohnräume
21
4.4.3 Gestalten von Räumen
9
Kapitel 4.5
4.5.1 Grundlegende partnerschaftliche Beziehungen
7
4.5.2 Arten und Wesen von Partnerschaften 4.5.2.1 Exkurs: Partnerschaften in Schule, Beruf, Organisationen
10
4.5.3 Leben in einer Partnerschaft
12
4.5.4 Sexualität in der Partnerschaft
18
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
4.2.2 Grundlagen der Freizeitgestaltung
Freizeit von Unterrichts- und Arbeitszeit unterscheiden — Hinweis: Tagesrhythmus mit festgelegten Zeiten mit Verpflichtungen und Anforderungen einerseits und Freiräume für selbstgewählte/ spontane Beschäftigung festlegen
Freie Zeit planen und einteilen — Hinweis: Lehrerinnen- und Lehrerverhalten sollte zurückhaltend, behutsam und partnerschaftlich sein
Erfahren, dass über freie Zeit selbst bestimmt werden kann — Hinweis: Schülerinteresse steht im Vordergrund, Lehrervorstellungen sind zurückzustellen
Eigeninitiative ergreifen — Hinweis: Nichtstun als Form der Muße ist eine Möglichkeit, freie Zeit zu verbringen
Fremdbestimmung erkennen, abbauen
Freizeit alleine verbringen: Allein sein wollen - Allein sein können - — Hinweise: Ermuntern zu einer Selbstbeschäftigung; Akzeptieren von Phasen des Rückzugs aus der Gemeinschaft
Sich allein beschäftigen
Freizeit mit anderen verbringen: Kontakte aufnehmen - Zusammen sein erleben u. gestalten - Sich einer Gruppe/einem Verein anschließen — Hinweis: Klassenübergreifende Freizeitaktivitäten organisieren, - den Schülerinnen und Schülern anbieten, - Mithilfe einfordern. -
Freizeit „altersgemäß“ verbringen: Form - Angebot - Soziale Beziehungen, Umgangsformen - — Hinweise: Entwickeln individueller Wünsche für Interessen und Hobbys ist entscheidend; Offenheit für neue Erfahrungen anstoßen
Freizeitabschnitte im Tagesablauf erfahren und gestalten: Entspannungsphasen einlegen - Pausenaktivitäten entwickeln - Freie Zeit zu Hause gestalten - — Hinweise: Unterschied zwischen Unterrichts-/Arbeitszeit und Pausen/Freizeit muss deutlich wahrgenommen werden können (optische, akustische Zeichen); Stundenplangestaltung, individueller Tagesplan; Zeitmarkierungen
Freie Tage kennen und gestalten: Schul-/Arbeitstage von Wochenende/ - Feiertage, Ferien/Urlaub unterscheiden Eigene Vorstellungen entwickeln und vertreten Mit anderen planen, entwickeln, organisieren — Hinweise: Ende der täglichen und wöchentlichen Schulzeit betonen, Ferienabschnitte herausstellen, Gespräche vor und nach Wochenenden, Collagen über Freizeit und Arbeitszeit anfertigen, Ferienaktivitäten besprechen; Lernanlass Schullandheimaufenthalt Freizeitaktivitäten im Vorfeld landschaftstypisch auswählen, planen, organisieren; Materialien daraufhin auswählen; Zusammenarbeit zwischen Eltern oder Wohnheim dringend erforderlich
Zeitpunkt und Dauer von Freizeitaktivitäten selbst bestimmen — Hinweise: Spielräume im Alltag zulassen; Auf die individuelle Ausgangslage zuschneiden
Materielle Möglichkeiten nutzen — Hinweis: Breites Angebot eröffnet Vielzahl von möglichen Freizeitaktivitäten
Materialien, Geräte, Medien kennen, beschaffen — Hinweis: Auswahlkriterien, wie z. B.: Preis, Nutzung, Handhabung müssen erarbeitet werden
Finanzielle Möglichkeiten einschätzen
Orte zur Freizeitgestaltung: Aufsuchen - Kennen - Entscheiden - Erreichen - — Hinweis: Unterscheiden zwischen den Freizeitmöglichkeiten zu Hause und außerhalb: Sportplatz, Schwimmbad, Reithalle - Kino, Disco, Jugendtreff, Freizeitklub, Vi- - deothek, Restaurant etc.
Freizeitangebote von Institutionen und Verbänden nutzen: Sich informieren - Auswählen - Nutzen - — Hinweise: Bei Freizeitangeboten unterscheiden zwischen: Öffentlichen Angeboten (Bibliothek, Muse- - um, öffentl. Bäder, Erwachsenenbildung etc.) Kommerziellen Angeboten (Gaststätte, Re- - staurant, Cafe, Großveranstaltungen etc.); Aspekt der Finanzierbarkeit beachten
4.2.3 Freizeitgestaltung für sich allein
Den Wechsel von Anspannung und Entspannung erleben — Hinweise: Rhythmisierter Tagesablauf notwendig; Hinweis auf Beginn bzw. Ende einer Phase von Seiten der Lehrkraft anfangs erforderlich: „Du hast gut gearbeitet und jetzt eine Pause verdient“
Ermüdung wahrnehmen — Hinweise: Trifft vor allem auf Schülerinnen und Schüler zu, die in steter Unruhe sind; Bewusst Pausen einsetzen, verbal, mimischgestisch deutlich machen; Provokation: Auch Inaktivität und Bequemlichkeit machen müde
Entspannung erleben — Hinweis: Anspannung mehr zwangsläufig, Entspannung muss bewusst angeregt werden: Nach dem Sport auf den Boden legen - Stehen - Sitzen - Liegen - Steh-, Sitz- und Liegehaltung ändern - Umfänglich behinderte Schülerinnen und - Schüler in entspannte Lage bringen
Sich entspannen: Bei verschiedenen Aktivitäten - In Ruhephasen - — Hinweise: Aus passiver Entspannung zu aktiver Selbstentspannung kommen, sich in erweiternden Freiräumen selbst entspannen; Erfahren, welche Formen der Entspannung günstig sind: Bequeme Lage/Sitzhaltung aussuchen - Lockerungsübungen, Entspannungsübun- - gen, Gymnastik, Selbstmassage durchführen Beruhigende Musik -
Zeiterscheinungen und Modetrends wahrnehmen: Sich nach eigenem Geschmack kleiden Sich zurechtmachen - In die Stadt gehen, bummeln, einkaufen, sich treffen — Hinweise: Durch Medien den Zeitgeist, Modetrends wahrnehmen (TV-Werbung und Serien, Printmedien, Internet), systematisieren (Collagen, Stichwortsammlung), ihn im Bereich Öffentlichkeit wieder entdecken; Umgang mit Kosmetika, modischen Accessoires (Schmuck, Uhren, Freundschaftsbändern etc.), dem persönlichen „Outfit“; Gewichtung von Zeitgeist und Individualität thematisieren, soll nicht zur Konformität führen
Freude an Musik erleben — Hinweis: Unterhaltung, Entspannung erleben die Schülerinnen und Schüler durch „ihre“ Musik. Dies gilt auch für umfänglich behinderte Schülerinnen und Schüler. Sie müssen mit einbezogen werden. Hier die Ausdrucksmöglichkeiten berücksichtigen.
Musik als individuelle Ausdrucksform erfahren — Hinweise: Identifikation mit kulturellen Gruppen (peergroups) zulassen, Musikgeschmack der Schülerinnen und Schüler respektieren; Klassen-, Stufen- Schulfeiern mit Musikprogramm der Schülerinnen und Schüler, als DJ, Play-Back-Show, eigene Schulhitparade
Musik hören Medien kennen und bedienen - Musikrichtungen kennen/unterscheiden Musikveranstaltungen besuchen - — Hinweise: Musikrichtungen kennen, Vorlieben entwickeln; Umgang mit Unterhaltungselektronik, wie Radio, Kassette, CD, MD, MP3, DVD (und den sich in Zukunft entwickelnden Medien) und den entsprechenden stationären und tragbaren Abspielgeräten muss geübt werden; Außerschulische Lernorte (Disco, Konzerthallen, Theater) sollten besonders regional aufgesucht werden
Durch Musik aktivieren lassen: Tanzen - Singen - Spielen - — Hinweise: Musik und gleichzeitiges Bewegungsbedürfnis zulassen und mit Phasen der Entspannung kombinieren; Bewegungsdrang gerecht werden
Musik machen: Musikinstrumente kennen lernen - Einfache Musikinstrumente herstellen Einfache Spieltechniken erlernen - Musizieren und singen - Ein Instrument erlernen - — Hinweise: Neigungen und Interessen herauskristallisieren, in Neigungsgruppen und AG´s vertiefen; Schulband/Schulchor bilden, schulinterne als auch außerschulische Auftritte motivieren und beinhalten großen Erlebnischarakter
Freude und Interesse an gestalterischen Tätigkeiten wecken — Hinweise: Gestalten ist umfassend zu verstehen: zwei-, dreidimensional, mit den verschiedensten Materialien; Enger Bezug zu anderen Lernbereichen beachten; Schülerinnen und Schüler frei und kreativ agieren lassen; Gestaltung des Klassenzimmers, Räume der Schule (Freizeitraum, Ess-Saal, Aula, Foyer, Flure etc.), eigenes Zimmer in die Gestaltungsaktivitäten miteinbeziehen
Materialien und Werkzeuge kennen, beschaffen, adäquat anwenden
Gestalterische Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben, vertiefen, weiterentwickeln
Spaß am bildnerischen Gestalten haben
Eine Vorliebe für bestimmte Dinge entwickeln — Hinweis: Sammlungen aus dem näheren Umfeld können Anstoß sein, Dinge zu sammeln, wie z. B.: Briefmarken, Fan-Bilder, Sammelbilder - CDs, CD-Roms - Gläser, Tassen - Trocken gepresste Pflanzen etc. -
Sammelobjekte beschaffen und adäquat behandeln — Hinweise: Kaufen, tauschen; Aus Zeitschriften, Zeitungen; Aus der Natur; Von Flohmärkten, Sperrmüll etc.
Eine Sammlung aufbauen und pflegen — Hinweis: Auseinandersetzung über inhaltlich-qualitative Fragen, wie z. B.: Material, Form, Farbe, Funktion - Ordnungskriterien - Aufbewahrung -
Interesse, Neugier und Freude an Tieren, Pflanzen entwickeln — Hinweis: Lernanlässe können sein: Besuch von öffentlichen Einrichtungen mit - Tieren und Pflanzen Tierhandlung, Gärten und Kleintiere der - Schülerinnen und Schüler Anlage eines Schulgartens, einer Pflanzen- - ecke Einrichten von Aquarien, Kleintiergehegen
Pflanzen und Tiere kennen
Beziehungen zu Tieren aufbauen — Hinweise: Zuerst Ängste abbauen; Angemessenes Verhalten (Nähe, Distanz) aufbauen
Verantwortung für Pflanzen und Tiere übernehmen — Hinweis: Hohes Maß an Verantwortung gefordert: Pflege, artgerechte Tierhaltung u. a. m
Interesse an Printmedien entwickeln — Hinweise: Comic/Zeitschriften (Jugend-, Sport-, Cinema-, Fernsehzeitschriften etc.); Schul-/Klassenbücherei/Kiosk/öffentliche Bücherei/Buchhandlung/Abo; Regelmäßiges Vorlesen
Printmedien nach eigenem Interesse auswählen, lesen, betrachten
Printmedien herstellen — Hinweise: Schulzeitung; Veranstaltungsdokumentation; Bildergeschichte/Fotoreportage
„Neue Medien“ zur Beschäftigung mit Schrift und Bild kennen und nutzen lernen — Hinweise: Internet als Medium der Zukunft kennen lernen: Nach Themen suchen - Suchmaschinen in ihrem grundsätzlichen Auf- - bau kennen: Begrifflichkeit auswählen, eingeben, Ergebnisse auswählen; Internetcafe einrichten
4.2.4 Freizeitgestaltung mit anderen ) 6.2.1
Eigene Vorstellungen zu Personen, Tätigkeit, Zeit und Ort entwickeln — Hinweise: Schülerinnen und Schüler sollen in der Gestaltung der Freizeitaktivitäten mitbestimmend tätig sein; Lehrperson übt Zurückhaltung und ermuntert zu Wunschäußerungen und Vorschlägen; „Wir überlegen gemeinsam, was wir in der freien Zeit tun wollen“: In der Klasse - In der Stufe - In der Schule -
Eigene Wünsche und augenblickliche Bedürfnisse deutlich machen
Freunde anrufen und/oder einladen
Bei Freizeit mit anderen Gemeinschaft erleben, wie z. B.: Aktivitäten anderer miterleben - Gemeinsame Ziele verfolgen - Freundschaft pflegen - Zugehörig sein - Sich einsetzen - — Hinweise: Mit wachsender Selbstständigkeit den Schülerinnen und Schülern mehr Freiraum einräumen, auch umfänglich behinderte Mitschülerinnen und -schüler in das Geschehen mit einbeziehen (Rollenübernahme durch Mitschülerinnen und -schüler/Lehrkraft); Gemeinsame Pausen, Wanderungen, klassenübergreifende Pausen, Schullandheimaufenthalt als Lernanlass
Besuche, Einladungen und Feiern vorbereiten und durchführen — Hinweise: Anlässe: Geburtstage, Feiertage, Sportfeste und -veranstaltungen, regelmäßige Pflege von Hobbys, AG‘s; Einladung schreiben, Räume vorbereiten, fürs leibliche Wohl sorgen
Einladungen annehmen und Besuche machen — Hinweise: Entsprechende Kleidung, Geschenke; Überlegungen zum Verkehrsmittel
Gemeinsam eine Veranstaltung besuchen — Hinweise: Auswählen, Zeitpunkt absprechen, Treffpunkt kennen, Eintrittskarten besorgen, Verkehrsmittel auswählen; Identifizierung mit Verein und/oder Idol; Sportveranstaltungen, Theater, Kino, Konzerte, Ausstellungen, Museen, Jahrmarkt, Volksfest etc.
Freude am Spiel entwickeln — Hinweis: Lust, Wohlbefinden, Freiwilligkeit stehen im Vordergrund
Spielformen kennen und unterscheiden — Hinweise: Gesellschaftsspiele; Bewegungsspiele; Darstellende Spiele; Computer-, Automatenspiele (Spielmaterial für die freie Zeit den Schülerinnen und Schülern in einem eigens dafür hergerichteten Schrank oder einer speziellen Spielecke zur Verfügung stellen.)
Kritisches Auseinandersetzen mit dem kommerziellen Spielangebot — Hinweise: Aufmerksam machen auf gewaltverherrlichende, pornografische Inhalte; Beispiele für Realität und Fiktion gegenüberstellen; Alternativen aufzeigen
Spielen: Spiel vorbereiten - Spielregeln kennen und einhalten - Spielregeln abwandeln, vereinfachen aufräumen — Hinweise: wenn möglich, immer altersgemäße Formen wählen, wobei die Entscheidung der Schülerin und des Schülers zu akzeptieren ist; Auswahl der Freizeitaktivität bedarf eines gewissen Spielrepertoires
Freude an der körperlichen Bewegung erfahren — Hinweise: Attraktive Angebote bereithalten; Spielregeln abwandeln; Aktive Hofpause durch Materialangebot attraktiv machen, AG‘s anbieten
Fitness durch körperliche Bewegung erfahren — Hinweise: Ausgleich der Bewegungsarmut; Steigerung des Wohlbefindens; Gesundheitsaspekt
Verschiedene Bewegungs- und Sportspiele kennen — Hinweise: Freizeitsportarten, Modetrends und Berichterstattung in den Medien zur erhöhten Motivation nutzen; Spazieren gehen, Wandern, Joggen, Radfahren, Reiten etc.; Große und Kleine Spiele drinnen/draußen
Sportveranstaltungen organisieren, an ihnen teilnehmen — Hinweise: Leistungs- und wettkampforientiert; Je nach Gruppengröße und Sportart denkbar in der Klasse, der Stufe, der Schule und auf Landesebene
Kontakt zu außerschulischen Institutionen und Vereinen knüpfen — Hinweise: Talentierte Schülerinnen und Schüler anregen; Eltern über Angebote informieren; Vereinsmitglieder einladen; Trainingszeiten weitergeben
Gemeinsam Musik hören: Mit den verschiedenen Medien - Auf Veranstaltungen - — Hinweise: Sich in kleinen Gruppen während der schulischen Freizeit auf Musikrichtung, Medium einigen, für seinen Musikstil werben, andere akzeptieren; Theater, Konzert und Kleinkunst in regionalen Veranstaltungen mit Neigungsgruppen besuchen
Durch Musik in Gruppen aktivieren lassen zum: Tanzen - Singen - Spielen - — Hinweise: AG´s, Klassen-, Stufen, Schulfeier, Hoffest, Entlassfeier etc.; Außerschulische Lernorte wie Disco, Tanzschule, VHS, Chor, Laientheater aufsuchen
4.2.5 Angebote von Freizeitindustrie und Medien
Printmedien, Unterhaltungselektronik, „Neue Medien“, optische Geräte, Sportgeräte kennen — Hinweise: Überblick verschaffen, systematisieren; Finanzieller Aufwand, Qualität, Verwendbarkeit und Zweckbestimmung müssen in einem angemessenen Verhältnis stehen
Möglichkeiten des Wünschens, Leihens und Kaufens bei der Anschaffung kennen — Hinweis: Stichworte: Preisvergleich - Probeweise Benutzung - Werbung kritisch betrachten - Fachliche Beratung in Anspruch nehmen -
Radio kennen als: Quelle der Information - Anbieter von Musik - U. a. m. - — Hinweise: Vorzug der einseitigen Sinnesbeanspruchung herausstellen; Informationsquelle, um sich an Dialogen, Gesprächen zu beteiligen; Musikquelle zur Entspannung
Technisches Gerät kennen und handhaben — Hinweis: Radio, Receiver, Tuner, PC
Einfachen Fotoapparat bedienen — Hinweise: Fotoapparate sind immer einfacher zu handhaben: Öffnen, Film einlegen, Auslöser bedienen, - Blitz entriegeln sind grundlegende Bedienungsvorgänge Beim Kauf auf möglichst große Bedie- - nungselemente achten; Neigungsgruppe oder AG als Anlaufstelle
Motive aussuchen: Motivauswahl - Durch gestalterische Grundsätze Fehler vermeiden — Hinweise: Porträts, Naturfotografie, Gruppenaufnahmen sind in der Regel angemessene Motivbereiche; Das Wichtigste in die Mitte, nicht gegen die Sonne, keine Köpfe „abschneiden“ als gestalterische Grundsätze
Filmmaterial kennen und besorgen — Hinweis: Filmsorten für den eigenen Apparat kaufen, Entwicklungstüten ausfüllen
Entwicklung erledigen
Methoden der Aufbewahrung kennen — Hinweise: Wir legen für uns, für unsere Klasse, für Entlassschülerinnen und -schüler ein Fotoalbum an; Wir besuchen eine Fotoausstellung; Wo stoßen wir überall auf Fotografien ?
Freizeitgestaltung durch Film und Fernsehen erfahren: Sich unterhalten lassen - Sich informieren - — Hinweis: Schülerinnen und Schüler sollen lernen, diese Medien aktiv und bewusst zur Unterhaltung und zur Information zu nutzen (Ruhepausen, Lehr- und Lernprogramme)
Filme und Fernsehsendungen nach eigenem Interesse auswählen — Hinweis: Sendungen zu unterscheiden hilft, eigene Schwerpunkte zu setzen
Fernsehprogramm „lesen“ — Hinweis: Voraussetzungen für den gezielten Umgang mit Fernsehprogrammen und für gezieltes Fernsehen sind: Lesen, Bilderlesen - Eventuell das Erstellen einer Fernsehzeit- - schrift auf individuellem Abstraktionsniveau Lesen der Uhrzeiten -
Programme kritisch betrachten
Videofilme auswählen/ausleihen — Hinweis: Den Schülerinnen und Schülern sollten Kriterien zur Auswahl von Fernsehsendungen, Video- und Kinofilmen vorgestellt werden IV 2.2 Medienerziehung; 3.4
Technische Medien kennen und bedienen — Hinweis: Fernsehgerät, Videorecorder und –kamera sollen im Unterricht miteinbezogen und in ihrer korrekten Handhabung geübt werden
Videofilme selbst herstellen — Hinweise: Selbstständiges Filmen fördert gezielte Wahrnehmung; Video-AG und Schulfernsehen; Wir drehen einen Videofilm über unsere Schule, eine Schulfeier, eine besondere Aktivität etc.; Im Schullandheimaufenthalt drehen die Schülerinnen und Schüler einen Film zur Erinnerung an diese schöne Zeit; Wir drehen einen Film aus der Sicht eines Rollstuhlfahrers IV 2.2 Medienerziehung
Interesse an Büchern, Zeitschriften und bildlichen Darstellungen entwickeln — Hinweise: Schul- und Klassenbücherei nutzen; Vielfalt von Schrift in Bild im Alltag deutlich machen (Stadtgang, Zeitungen in der Schule, zu Hause)
Printmedien nach eigenem Interesse auswählen, lesen und betrachten — Hinweise: Kiosk in der Stadt (Zeitung, Comic); Öffentliche Bücherei; Zeitschriftenabonnement; Surfen im Internet
Texte und bildliche Darstellungen herstellen — Hinweise: Schulzeitung gestalten; Ausflug/Praktikum dokumentieren; Bildergeschichte gestalten; Fotoreportage erstellen; Suchergebnis im Internet ausdrucken
PC mit Software und Speichermedien zur Freizeitgestaltung nutzen — Hinweise: Vielfältiges Angebot von Spiele-Soft-Ware kann auf vielfältige Art und Weise in die Freizeitaktivitäten der Schülerinnen und Schüler mit einbezogen werden; Einfache Spielversionen diverser Kartenspiele
Bekannte Eingabemöglichkeiten bei PC- Spielen anwenden — Hinweis: Grundlegende Handhabung von Tastatur, Joystick, Mouse u. a. muss gewährleistet sein, da der Einsatz weitestgehend von Schülerseite ausgeht
PC-Spiele nach eigenem Interesse kritisch auswählen — Hinweis: Lehrkraft muss gemeinsam mit dem Schülerinnen und Schülern das große Angebot selbst kostenloser Probeversionen sorgfältig auf ihren Einsatz hin überprüfen
Möglichkeiten des „World Wide Web“ zur Informationsgewinnung und Unterhaltung kennen und nutzen — Hinweis: Wichtige Voraussetzungen sind: Richtige Einwahl - Richtiger Umgang mit der Startseite - Richtige Arbeit mit der Suchmaschine -
E-Mail an Stelle der „guten alten Post“ zur Kontaktaufnahme in der Freizeit einsetzen — Hinweis: Was gleich bleibt, was sich ändert: Briefe und Mitteilungen in bewährter Form - über ein Textverarbeitungsprogramm erstellen Form der Zustellung (kein Ausdruck, kein - Briefcouvert, keine Briefmarke) Kosten -
Einsatz von Handys zur Kontaktaufnahme in der Freizeit — Hinweis: Unabhängigkeit von stationären Anlagen
4.2.6 Ausflüge machen und verreisen
Reise- und Ausflugsziele in der näheren und weiteren Umgebung kennen — Hinweise: Tagesausflug zu Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Partnerklasse, Verwandten, Freunden; Erholungsreise, Wanderfahrt; Von eigenen Reisen erzählen, Fotos, Videofilme zeigen; Reisebüros aufsuchen, Prospekte sammeln, Collagen aus Zeitschriften erstellen
Beförderungsmittel kennen
Unterbringungsmöglichkeiten kennen — Hinweis: Vorbereitung auf einen Schullandheimaufenthalt sollte mit grundsätzlichen Überlegungen zu Touristikfragen verknüpft werden: Wohin (verschiedene Landschaftsformen)? - Wie (mögliche Verkehrsmittel)? - Wann (Jahreszeit und Wetter)? - Finanzieller Aspekt - Unterbringung (Unterkunft und Verpfle- - gung als Frage des Luxus in Verbindung mit finanziellen Erwägungen)
Sich über den Aufenthaltsort informieren — Hinweise: Durch Vorbereitungen im Vorfeld Scheu und Angst vor ungewohnten Situationen und Unternehmungen abgebauen; Informationen sammeln: Durch Prospekte, Kataloge, Reiseliteratur - Übers Internet -; Persönliche Interessen stehen im Vordergrund; Benutzung verschiedenster Verkehrsmittel und die Frage der Wirtschaftlichkeit bringt Erweiterung des Erfahrungshorizonts; Planungshilfen auf verschiedenen kommunikativen Niveaus (Schrift, Bild, Symbol) sollten z. B. für das Koffer packen, - den Proviant vorbereiten, - persönliche Dokumente bereit legen - erarbeitet werden.
Verkehrsmittel auswählen
Fahrkarten besorgen
Programm für Unternehmungen vor Ort erstellen
Kosten aufstellen
Persönliche Vorbereitungen treffen
Die Möglichkeiten und Grenzen umfänglich beeinträchtigter Mitschülerinnen und -schüler erkennen — Hinweis: Alltägliche Hindernisse für umfänglich beeinträchtigte Schülerinnen und Schüler deutlich machen durch: Rollenspiele (Rollstuhltraining, verbundene - Augen, Ohren, sehr laute Akustik etc.) Evtl. spezielle Fragestellungen beim Stadt- - gang (Bordsteine, Toilettenbenutzung etc.) Einer Wanderung im Wald und in unbe- - kanntem Gelände (räumliche Orientierung, unebenes Gelände etc.)
Sich auf veränderte Bedingungen einstellen — Hinweise: In einer Gruppensituation sollten die vorhandenen Ängste und Unsicherheiten aufgefangen werden; Allmähliche Loslösung von der Gruppe und das Übernehmen kleiner Aufgaben die Ich- Kompetenz fördern; Besonderheiten des Aufenthaltsortes und der Situation sollte erlebbar und bewusst gemacht werden: Hinweise auf alles Neue - Fotografieren und Filmen - Sammeln von Erinnerungsstücken - Andenken kaufen - Ansichtskarten schreiben - Führen eines Reisetagebuchs -; Umfänglich beeinträchtigte Schülerinnen und Schülern sind in alle Aktivitäten mit einzubeziehen, über möglichst viele Sinneskanäle zu sensibilisieren; Mitschülerinnen und -schüler können unterstützend mitwirken
Sich in einer neuen Umgebung orientieren
Eigene Interessen und Gestaltungsideen äußern
Sich um persönliche Dinge kümmern
Freizeitmöglichkeiten nutzen
Begebenheiten wahrnehmen und dokumentieren
Rücksicht nehmen und eigene Fähigkeiten in einer neuen Umgebung umfänglich beeinträchtigten Mitschülerinnen und Schülern anbieten
4.2.7 Literatur und Medien
Sich als Teil einer Schulnachbarschaft wahrnehmen
Nachbarschaft zuhause und in der Schule kennen lernen, sie als Teil einer Öffentlichkeit erleben
Motivation für Bewegung und Außenorientierung entwickeln
Ängste und Unsicherheiten überwinden
Zugehörigkeitsgefühl entwickeln
Rücksicht auf Nachbarn nehmen
Öffentlichkeit und Gemeinwesen kennen
Unterscheiden in Menschen, Gebäude, Organisationseinheiten, Institutionen
Diese bieten verschiedene Schwerpunkte an, wie z. B.: Kulturelle und sportliche Angebote im - Stadion, Zoo, Zirkus, Schwimmbad, Park, Kino, Theater, in der Disco, in Kirchen, auf der Kirmes, bei Konzerten und Festivals u. a. m. Dienstleistungsorientierte Angebote in - Ämtern, Schulen, Geschäften, Betrieben, VHS, Büchereien, durch Polizei, Feuerwehr, öffentlicher (Nah-)Verkehr u. a. m. Soziale Angebote durch Vereine, - Klubs, Jugendtreffs u. a. m. — Hinweise: Über Fernseh- und Videofilme, Fotos, Geräuschaufnahmen, Interviews u. a. Örtlichkeiten, Institutionen, Menschen identifizieren; Ortsrallye zur Erkundung der regionalen öffentlichen Angebote (am Schulort, in der Heimatgemeinde, beim Schullandheimaufenthalt)
Virtuelle Angebote im Internet
Personen, Gruppen, Örtlichkeiten einer Funktion und einem System zuordnen
Verantwortungsbewusst mit Menschen, Tieren, Natur und dinglicher Umwelt umgehen
4.3.2 Teilhabe am sozialen und kulturellen Gemeinwesen
Medien und Wege kennen und nutzen lernen, über die man Informationen über öffentliche Angebote erhält: Presse, Radio, Videotext, Fernsehen, - Internet Plakate, Litfasssäulen, Prospekten, - Einladungen, Flugblättern Auskunftsstellen - Veranstaltungskalendern u. a. m. - — Hinweis: Anlässe für Lerninhalte können u. a. sein: Eigenständige Projekte und Unterrichtsvorha- - ben („Unser Stadttheater“ oder „Unsere Stadt“) Umfassende ganzheitliche Behandlung eines - Themas („Wir lernen die Uhr kennen“> Besuch im Uhrenmuseum) Spontanes Interesse der Mitschülerinnen durch - die Schilderung eines Schülers („Ich war am Samstag im Rockkonzert“).
Mündliche Informationen, Bilder, Symbole, Texte verarbeiten — Hinweis: Eine Möglichkeit sich einem Thema anzunähern, ist z. B. die Öffentlichkeit in die Schule hineinzuholen („Besuch des Imkers in unserer Schule“)
Neigungen und Interesse an kirchlichen, kulturellen, sportlichen Angeboten entwickeln — Hinweis: Die Einbeziehung von Eltern, Geschwistern oder Partnerklassen in solche Vorhaben kann u. U. die Entwicklung von Interesse und emotionaler Betroffenheit (Freude, Zufriedenheit) fördern
Freude und Zufriedenheit durch Teilnahme empfinden — Hinweis: Ein „Wegweiser“ durch die Veranstaltung, durch die Institution (Konzertprogramm, Lageplan, Fragenkatalog u. a.) kann helfen, die Aufmerksamkeitsspanne der Schülerinnen und Schüler über längere Zeit auszudehnen und ihnen Orientierung innerhalb eines fremden Systems zu geben
Informationen über Angebote beschaffen
Gemeinsam über Teilnahme an einer Veranstaltung beschließen
Ziel festlegen
Besuch einer Veranstaltung vorbereiten und durchführen
Organisatorische Absprachen innerhalb der Klasse oder mit Externen treffen
Möglichkeiten der Dokumentation des Veranstaltungs- oder Institutionsbesuchs überlegen, auswählen — Hinweis: Dokumentationsmöglichkeiten: Fotos, Video, Kassettenrecorder - Schriftliches oder bildliches Infomaterial, - Wandzeitung Bericht der Schülerinnen und Schüler ver- - texten oder aufnehmen Einen Bericht für die Schulzeitung verfas- - sen u. a.
Unterschiedliche und je nach Art des öffentlichen Ortes angemessene Verhaltensweisen kennen und anwenden (Kirche - Disco - Café) — Hinweise: Mit Symbolen können emotionale Betroffenheit oder Bewertung dargestellt werden; Anlegen eines „Kulturführers“ o. ä.: Buch mit Oberbegriffen wie Kino, Sportvereine, Theater usw., in dem Angebote gesammelt und bereits durchgeführte Besuche systematisch zum Nachschlagen dokumentiert werden
Den Veranstaltungsbesuch abschließend bewerten
4.3.3 Dienstleistungen und Versorgungssysteme ) 9.5.2
Geschäftsbereiche und Berufsbilder, die verantwortlich sind für die Versorgung kennen: Nahrungsmittel, Hygiene: Bäcker, Bauer, Metzger, Lebensmittelgeschäft, Wochenmarkt, Supermarkt, Discounter, Gaststätte, Drogerie, Apotheke u. a. Kleidung: Bekleidungsgeschäft, Butike, Schuhladen u. a. Handwerkerleistungen: u. a. Friseur, - Schreiner, Maler, Elektriker, Installateur, Hausmeister Sonstige Dienstleister und Versorgungsunternehmen: u. a., Reisebüro, Bahn, Post, Bank, Telefondienstleister, Müllentsorger, Stromversorger, Stadtwerke, Bahn, Nahverkehr — Hinweise: Erkundungen im Schulort und in der Heimatgemeinde jeder Schülerin und jedes Schülers; Betriebserkundungen; Ein eigenes örtliches „Branchenverzeichnis“ mit eingeführten Symbolen kann erstellt, ständig ergänzt und für alle Vorhaben mit entsprechendem Schwerpunkt benutzt werden
Ihre Leistung in Anspruch nehmen
Virtuelle Anbieter kennen lernen und nutzen: Teleshopping, Versandhäuser, Internethandel
Firmen- und Geschäftslogos zuordnen
Wunsch entwickeln nach: Eigenverantwortung in der Organisation der eigenen Person und des eigenen Lebens Nach Mitverantwortung für die Belange der Klasse — Hinweis: Es bieten sich an: Eigenständige Projekte („Unser Rathaus“) - Lernanlässe im Rahmen eines ganzheitlich - durchgeführten Unterrichtsthemas („Wir bauen eine Pergola für unseren Schulhof“ > Sichtung des Holzangebotes vor Ort, Einkauf im Baumarkt)
Gemeinsam einen Einkauf, den Besuch in einem Dienstleistungsunternehmen planen, organisieren und durchführen mit Hilfe von: Festhalten des Bedarfs - Erstellen einer Liste - Verteilen von Aufgaben - Eingekaufte Waren bzw. angebotene - Dienstleistungen mit Liste vergleichen — Hinweis: Fest umrissene, strukturierte Einkaufsvorhaben bieten sich an im Zusammenhang mit: Schulfesten - Schullandheimaufenthalten - Hauswirtschaftlichem Unterricht -
Im Geschäft, in der Behörde oder Institution angemessen auftreten
Mut und Ich-Stärke entwickeln
Unsicherheit und Scheu überwinden
Distanzlosigkeit oder polterndes Verhalten als nicht angemessen erleben
Personen und Einrichtungen der medizinischen Versorgung und Betreuung und ihre Aufgaben kennen: Haus-, Fach-, Schul-, Not- und Zahnarzt Arzthelferin, Rettungsassistent - Krankenhaus, Fach- und Rehaklinik - Apotheke, Sanitätshaus - Pflegedienst - Krankenkasse - — Hinweise: Häufig sind es aktuelle Anlässe, wie Schulunfälle und Erkrankungen, die die Auseinandersetzung mit der Thematik initiieren; Schülerinnen und Schüler auf überlegtes und angemessenes Verhalten zur Begegnung solcher Situationen vorbereiten; Not- und Krankheitssituationen im Rollenspiel nachstellen
Medizinische und pflegerische Versorgung unterscheiden — Hinweis: Anlegen eines „Notfallbuches“ mit wichtigen Telefon- - nummern, Adressen, z. B. mit Bildserien, individuellen Buches „Meine Gesundheit“ - (Krankheiten dokumentieren, Foto und Telefonnummer vom Hausarzt usw.).
Rettungsdienste kennen, wie z. B.: Polizei, Feuerwehr - Rettungswagen, Rettungshubschrauber — Hinweis: Erstellen von Aufgabenkatalogen für medizinische Dienste über Bilder, Symbole und Texte
Über Möglichkeiten der Alarmierung o. g. Dienste Bescheid wissen — Hinweise: Besuch bei Rettungsdiensten; Videofilme und Bildergeschichten über Rettungsaktionen, Unfälle
Sprach- und Handlungskompetenzen für den Notfall festigen und vertiefen — Hinweis: Nicht selten treten bei Schülerinnen und Schülern während des Unterrichts gravierende epileptische Anfälle auf, bei denen der Notarzt gerufen werden muss. In solchen Situationen kann unangemessenes Verhalten („Gafferei“, Panik, Hysterie) thematisiert und durch den Einsatz von Symbolkarten, die Sicherheit und Orientierung in der Situation geben, vermieden werden.
Verantwortung für die eigene Gesundheit erkennen und übernehmen
Wissen bzw. erleben, dass man sich in Krankheits- und Notsituationen auch unbekannten oder weniger vertrauten Personen anvertrauen muss
Unterstützungsbedarf und Notsituationen bei anderen erkennen und mit Hilfeleistung reagieren
Problematik des unangemessenen Verhaltens bei Unfällen thematisieren, wie z. B.: Behinderungen durch „Gaffer“ - Panik bei Ertönen des Martinhorns u. a. -
Wissen, dass Unfug mit Notrufnummern schwer wiegende Folgen haben kann
Sich als Bürgerin und Bürger eines Staates, einer Kommune mit Rechten (Wahl, Lebensgestaltung, Gleichheit vor dem Gesetz) und Pflichten (Einhalten von Gesetzen, Steuern) erleben — Hinweis: Zu dieser Thematik sollte man wissen: Dieser Themenbereich ist sicherlich nicht - für einen großen Teil der Schülerschaft von Bedeutung Je nach Schülerschaft und individueller Si- - tuation soll entschieden werden, ob die Thematik relevant ist Schülerinnen und Schüler erleben sich oft - als „verwaltete“ Personen, über die andere befinden und urteilen (Eltern, Schule, Sozial- und Jugendamt u. a.), da sie selbst intellektuell nicht in der Lage zu sein scheinen, sich an wichtigen Entscheidungen ihres Lebens aktiv zu beteiligen Die Kenntnis und der Umgang mit Verwal- - tungsbeamten, Behörden und Mitbestimmungsstrukturen ist für manche Jugendliche wichtig Das Erlangen der Volljährigkeit von Schüle- - rinnen und Schülern ist oft verbunden mit dem Wunsch, den Führerschein zu erwerben, weshalb es sensibler Gespräche zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern bedarf
Die Bedeutung der Volljährigkeit erfahren
Wissen, dass es Möglichkeiten gibt, einen Betreuer (nicht unbedingt die Eltern) um Rat zu fragen, wenn man alleine mit bestimmten Problemen nicht weiter weiß
Selbst- und Mitbestimmung als Grundrecht innerhalb eines sozialen Systems erkennen und für sich in Anspruch nehmen
Erkennen, dass Menschen in einem System leben, das der Ordnung und Regulierung in Form von Ausweisen, Anträgen, Genehmigungen usw. bedarf — Hinweise: Einen Behördengang planen und durchführen; Im Schulsekretariat einen Schülerausweis beantragen; Das Jahreszeugnis als Dokument, Urkunde betrachten; Aktiv dabei sein (mit Fragen, Hinweisen, Rückfragen usw.), wenn beim Landesamt für Versorgung ein Schwerbehindertenausweis beantragt wird; Den Kinder- bzw. Personalausweis auf dem Ordnungsamt verlängern lassen
Gesetze und behördliche Regelungen in ihrer Schutzfunktion für den Einzelnen und in ihrer Bedeutung als Regulativ für Rechte und Pflichten des Einzelnen kennen
Mit Regelungen ggf. auch kritisch umgehen
Personen in Behörden und Ämtern als Repräsentanten (nicht Inhaber) eines Verwaltungssystems wahrnehmen
Wahl des Klassen- und Schulsprechers, des Vertrauenslehrers vorbereiten, durchführen und auswerten — Hinweise: Der Themenbereich „politische Wahlen“ ist sicherlich nur für einen kleineren Kreis der Schülerinnen und Schüler relevant; Die Lehrkraft muss unter Berücksichtigung der beobachteten Schülerinteressen und -haltungen sowie in Absprache mit den Eltern entscheiden, ob diese Thematik Gegenstand des Unterrichts wird; Die Behandlung des Themas „Wahlen“, insbesondere die aktive Ausübung des Wahlrechts und die Beachtung des Wahlgeheimnisses müssen in intensiver und äußerst sensibler Elternarbeit geklärt werden (Gefahr der Wahlbeeinflussung)
Politische Wahlen im Vorfeld verfolgen (Fernsehen, Plakate, Prospekte)
Ggf. unter Beachtung des Wahlgeheimnisses den Wahlgang vorbereiten
Wahlen nachbesprechen, beurteilen und mögliche Folgen ansprechen
4.4.2 Sachinformation über Wohnen und Wohnräume ) 7.5; 7.6; 7.9; 7.10
Strukturen und Organisationsarten von Wohnungen kennen: Wohnung im Mehrfamilienhaus oder - Hochhaus Einfamilienhaus - Pflege, Wohn- und Altenheim - Betreute Außenwohngruppen - — Hinweise: Aufsuchen von realen Wohnumfeldern; Neubau eines Hauses oder Umbaus über Bilddokumentation verfolgen oder - wenn möglich - mitplanen; Erstellen eines Modells, eines Planes des Klassenraums oder des eigenen Zimmers
Eigenheim, Mietsituation und Heimsituation unterscheiden — Hinweise: Leer stehende Wohnung besichtigen; Wohnungsannoncen lesen
Wohnadressen kennen
Soziale Formen des Zusammenlebens kennen: Eltern-Kind-Situation - Leben mit einem Elternteil - Wohngemeinschaft - Paarsituation - Singleleben - — Hinweise: Drehen eines Videofilms über das Wohnen; Anlegen eines Buches „So lebe ich“ oder „Mein Zimmer“ mit Bildern, Symbolen und Texten
Materiellen und ideellen Wert der Wohnung erfassen — Hinweis: Schülerinnen und Schüler sind meist affektiv sehr berührt, meist auch motiviert, wenn das eigene Zimmer oder die eigene Zimmerecke im Mittelpunkt des Unterrichts steht. Die sensible Zusammenarbeit mit Eltern, s. o., ist dabei von besonderer Bedeutung.
Verantwortungsbewusstsein für häusliche und schulische Wohnumfelder entwickeln
Ästhetische Vorlieben entwickeln
Funktionen von Räumen und ihre Bedeutung im Ablauf des täglichen Lebens kennen und zuordnen — Hinweise: Rollenspiele in Schulküche, Spielecke; Im Möbelgeschäft Einrichtungsgegenstände ihrer Funktion und dem Raumtyp zuordnen
Einrichtungsgegenstände und Möbel in ihrer Funktion erkennen und in der Wohnsituation zuordnen — Hinweise: Collagen mit Einrichtungsgegenständen; Einrichtungsgegenstände im Puppenhaus zuordnen; Begriffsfelder um Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad usw.; Neugestalten eines Schulraumes oder eines Teils des Klassenraums unter einem funktionalen Aspekt, z. B. „Wir richten eine Lernwerkstatt ein“
Möglichkeit der Beschaffung von Tapeten und Möbeln über entsprechende Geschäfte kennen
Erkennen, dass Wohlfühlen in der Wohnumgebung auch Ordnung, Pflege und Sauberkeit bedeutet — Hinweis: Negative Veränderung eines Schulraumes durch längeres Nicht-Saubermachen und Aufräumen beobachten und Schlüsse daraus ziehen
Verantwortungsbewusstsein für Pflege und Ordnung entwickeln — Hinweis: Ordnungs- und Reinigungsplan für die Klasse aufstellen und umsetzen
Raumpflegeaufgaben für Schülerinnen und Schüler mit übernehmen, die dazu aktiv nicht in der Lage sind
Mit Kritik bezüglich der Eigenorganisation von Wohnen (z. B. Aufräumen) angemessen umgehen
Finanzierung einer Wohnung: Miete - Unterhaltung - Hilfen bei der Finanzierung (Wohngeld, Beihilfen, Hilfen zum Lebensunterhalt) — Hinweise: Besuch auf dem Sozial- und Wohnungsamt; Die Thematik „Finanzierung einer Wohnung über staatliche Beihilfen“, insbesondere das Aufsuchen von Ämtern, sollte sensibel und unbedingt im Einvernehmen mit Eltern geschehen, um nicht in mögliche emotionale und persönliche Probleme einer Familie einzugreifen
Interesse an eigenständigem und Mut für eigenständiges Wohnen entwickeln — Hinweise: Ideenbuch anlegen „So will ich später wohnen“; Ehemalige Mitschülerinnen und -schüler, die inzwischen in Wohngemeinschaften mit sozialpädagogischer Assistenz oder im Wohnheim leben, besuchen; Interviews führen; Falls vorhanden kann in der Trainingswohnung selbstständiges Wohnen „geübt“ werden, ansonsten bleiben Schullandheimauf enthalte als Ersatz für das Wohntraining
Einrichtungen des betreuten Wohnens kennen lernen — Hinweis: Zur Eltern-Schüler-Lehrer-Gesprächsrunde „Wie wir als Erwachsene leben könnten“ einladen
Vorstellungen vom Wohnen ohne die Eltern entwickeln — Hinweis: Der Tod der Eltern und die eigene Beeinträchtigung, die u. U. völlig selbstständigem Wohnen Grenzen setzt, müssen sensibel, aber notwendigerweise thematisiert werden
Wohnformen außerhalb Mitteleuropas kennen lernen — Hinweis: Viele Schülerinnen und Schüler erhalten eine „Idee von der Größe der Erde“ weniger über abstrakte geografische Begriffe und Vorstellungen, als vielmehr über eigene Reisen, Bilder, Filme und Berichte von fremden Menschen und ihrer Wohnumgebung, weil sie hier die Möglichkeit der Identifikation haben.
Fremde Wohnkulturen achten und wertschätzen
Solidarität entwickeln mit Menschen, die in anderen materiellen und sozialen Wohnumfeldern leben als man selbst
4.4.3 Gestalten von Räumen
Freude am Planen und Organisieren eines Wohnprojektes entwickeln
Bedarf und Ziel ermitteln und dokumentieren
Eigene Ideen und Vorstellungen einbringen
Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer nehmen
Bedürfnisse umfänglich beeinträchtigter Mitschülerinnen und -schüler bzgl. Wohnen mit allen in der Klasse ermitteln und mit Bildern und Materialien dokumentieren
Einen Raumplan, Wohnungsplan für ein Projekt entwerfen — Hinweis: Zunächst sollte ein Modell gebaut werden, das dann ggf. in die Zweidimensionalität übertragen werden kann.
Raumplan und Bedarfsplanung für das Projekt vergleichen
Organisationspläne mit anderen aufstellen, abstimmen und ausführen
Schritte in der Planung und Realisierung der „Trainingswohnung“ (eines Klassen- oder Funktionsraumes, einer Sitzecke, eines „Eigentumsregals“): Planung entsprechend der Ziel- und - Bedürfnisfeststellung erstellen Finanzierung abklären - Modell bauen - Beschaffen von Material und Möbeln - Tapezieren, streichen - Möblieren - Umzug organisieren - „Bewohnen“ - — Hinweis: Die räumlichen Bedingungen einer Schule lassen selten die Einrichtung einer kompletten „Trainingswohnung“ zu. Als Alternative bietet sich die Einrichtung eines Ruhe- oder Aufenthaltsraumes an oder die Renovierung eines bestehenden Raumes an, der dann anschließend „bewohnt“ wird. Denkbar wäre auch die Einrichtung eines Förderraumes für basale Wahrnehmungsförderung gemeinsam mit allen Schülerinnen und Schülern der Klasse oder die Neugestaltung des Speisesaals.
4.5.1 Grundlegende partnerschaftliche Beziehungen ) 6.2.1; 7
Personale Zuwendung durch Lehrkräfte, Mitschülerinnen und Mitschüler, Praktikantinnen und Praktikanten erleben und zulassen — Hinweise: Basale Kommunikation (Mall); Sing- und Spiellieder, Fingerspiele (Bondzio/Vater); Partnerspiele; Rituale im Unterricht; Piktogramme als Signale (Löb)
Sich von anderen über verschiedene Sinneskanäle angesprochen fühlen
Freude über Zuwendung ausdrücken — Hinweise: Im Unterricht bieten sich auch täglich vielfache informelle Anlässe, auf partnerschaftliche Zuwendung ausgerichtete Beziehungen zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und anderen Bezugspersonen aufzubauen und mit relativer Konstanz aufrecht zu halten: z. B. individuelle Begrüßung nach Ankunft am Morgen, Morgenkreis, Förderpflegesituation, (Erholungs-) Pause, Einzelfördersituation, Feiern. Denkbar sind dabei immer wiederkehrende Signale oder Rituale, die es den Schülerinnen und Schülern erleichtern, die zugewandte Person zu erkennen oder ihr zu antworten.; Wesentlich in der Beziehung ist der Aspekt der Partnerschaftlichkeit, d. h., dass die Schülerin und der Schüler sich von der Lehrkraft oder den Mitschülerinnen und -schülern als gleichberechtigtes Gegenüber innerhalb der Beziehung wahrgenommen fühlt.
Anderen durch (non-)verbale Signale Zuwendung geben
Stimmungen, Gefühle und Wünsche dem Gegenüber über Körpersprache, Signale, Bilder oder Sprache mitteilen
Feste Beziehungen zu Mitschülerinnen und Mitschülern eingehen — Hinweis: Pause gemeinsam verbringen
Positive Gefühle mit Gemeinschaft, Freundschaft verbinden: Zusammengehörigkeitsgefühl - Zuwendung - Geborgenheit - — Hinweise: Sich im Unterricht und Schulleben gegenseitig helfen und unterstützen; Klassengemeinschaft durch Aktionen, Projekte, Festen nach außen stärken; Kontakte über den Schultag hinaus knüpfen; Ein Freundebuch mit Fotos anlegen
4.5.2 Arten und Wesen von Partnerschaften 4.5.2.1 Exkurs: Partnerschaften in Schule, Beruf, Organisationen
Partnerschaften auf verschieden Ebenen kennen und in ihrer Zielsetzung unterscheiden lernen: Partnerschaften, die gegenseitige Unterstützung zum Ziel haben: z. B. berufliche Partnerschaften Partnerschaften, die das gegenseitige - Kennen lernen, den freundschaftlichen Austausch zum Ziel haben: z. B. Klassen- und Schulpartnerschaften, Städtepartnerschaften, Sportpartnerschaften, kirchliche Partnerschaften — Hinweis: Partnerschaften, die nicht im zwischenmenschlichen sondern mehr organisatorischsachlichen Feld angesiedelt sind, können in
Eine Partnerschaft auf organisatorischer Ebene knüpfen — Hinweis: Beispiel Schulpartnerschaft: Vom anderen wissen - Erste Kontakte aufnehmen (persönlich, Te- - lefon, Brief, Internet, über Dritte) Ein gemeinsames Ziel formulieren - Begegnungen organisieren, durchführen, - dokumentieren und weiterentwickeln
Personen kennen lernen, die freundschaftlich miteinander verbunden sind und Freizeit gemeinsam verbringen — Hinweis: Befreundete Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte innerhalb der Schule beobachten, einladen, befragen
Wesensmerkmale von Freundschaft, wie z. B. kennen: Vertrauen, Zuneigung, Kameradschaft Gegenseitige Rücksichtnahme und - Unterstützung Gemeinsame Freizeitgestaltung - — Hinweis: Oft bilden sich schon während der Schulzeit feste Freundschaften zwischen Schülerinnen und Schülern, sodass sich häufig auch informelle Anlässe ergeben, Freundschaft und partnerschaftlichen Umgang zwischen Freunden zu thematisieren
Unterschiedliche Grade von Freundschaft kennen: Lockere und enge - Lang andauernde und kurzzeitige - Freundschaft
Beachten, dass Freundschaft auch mit Konflikten einhergehen kann
Konfliktlösungsmöglichkeiten, wie z. B. sammeln: Gegenseitige Entschuldigung - Gespräche, Überdenken des eigenen - Verhaltens Vermittlung durch andere - Vermeidung von Konflikten - Humorvolles Umgehen mit den - Schwächen des anderen
Personen kennen lernen, die in Lebensgemeinschaft zusammenleben — Hinweis: Verheiratete und nicht verheiratete Paare einladen, befragen; ein Paar im Wohnheim aufsuchen, beobachten, befragen, in die Schule einladen
Wesensmerkmale einer Lebenspartnerschaft, wie z. B. kennen: Liebe, Geborgenheit, Sexualität, Vertrauen Gemeinsame Gestaltung des Alltags und Lebens
Die Bedeutung einer Lebensgemeinschaft in Abgrenzung zur Freundschaft erfassen
4.5.3 Leben in einer Partnerschaft ) 7
Vorstellungen vom Leben als Erwachsener, wie z. B. entwickeln: Alleine leben - In einer Wohngemeinschaft leben - In einer Zweierbeziehung leben - — Hinweis: Aktuelle Anlässe können sein: Heirat/Scheidung einer schulischen oder - familiären Bezugsperson Spielfilme, private Videofilme, (Bild-)Ge- - schichten, Sexualerziehung, enge Freundschaften zwischen Schülerinnen und Schülern. Fotos von Paaren werden verbal und/oder in - einer Collage kommentiert und dokumentiert
Arten von Partnerschaften und Zweierbeziehungen, wie z. B. unterscheiden: Hetero- und homosexuelle - Sexuell orientierte - Nicht sexuell orientierte -
Emotionale und soziale Wesensmerkmale einer Partnerschaft durch Beobachtung und Befragung erleben: Liebe, Gefühle - Erotik und Zärtlichkeit - Recht auf Eigenständigkeit und Selbstverantwortung Gleichberechtigung - Wunsch nach zeitweiser Distanz - Konflikte - Fairness, Treue - — Hinweis: Begrifflichkeiten aus dem emotionalen und sozialen Bereich können erlebt und verdeutlicht werden über: Piktogramme, z. B. Liebe (Herz), Zärtlichkeit, - Gefühl (streichelnde Hand), Treue (verbundene Hände) usw. Bildkarten (u. a. Reichling) -
Begriffe, wie z. B. kennen und mit Inhalt füllen: Verliebtsein, Verlobung, Heirat - Zusammenleben ohne Trauschein - Silberne, goldene Hochzeit - — Hinweise: Emotionale und soziale Begriffe im Rollenspiel erleben; Bilddokumentationen über Paare anlegen, wie z. B. vom Verliebtsein bis zur Golden Hochzeit (aktueller Anlass: Goldene Hochzeit von Großeltern)
Erfahren, dass Ehealltag auch mit Stress, Langeweile, Eintönigkeit, Streit und Eifersucht verbunden sein kann — Hinweise: Paare über den „Ehealltag“ und Konfliktsituationen befragen; Im Spiel, in Bildergeschichten, in (Vorlese-) Geschichten über Streit und Versöhnung erfahren bzw. sprechen
Möglichkeiten der Versöhnung, wie z. B. zusammentragen: Aussprache - Entschuldigung - Vermittlung durch eine dritte Person -
Erfahren, dass Konflikte und Ehealltag auch zu Enttäuschungen, Trennung, Scheidung führen können
Eigene Vorstellungen und Wünsche für eine Partnerschaft im Erwachsenenalter entwickeln — Hinweis: Eltern oder andere Paare befragen, wie sie sich kennen gelernt haben
Wege zum Finden einer Partnerschaft wie z. B. kennen lernen: Orte: Arbeitsstätte, Freizeit, Wohnheim Auf Gefühle achten: gegenseitige Beachtung, Sympathie Kontaktaufnahme: Blickkontakt aufnehmen, flirten, ansprechen, verabreden Entwicklung der Beziehung: Wiedersehen, Freundschaft, Vertrautheit, Wunsch nach Zärtlichkeit, sexuellem Kontakt, Zusammenleben — Hinweis: Im Rollenspiel nachspielen, wie Begegnungen und erste Kontaktaufnahmen verlaufen können
Erfahren, dass der Wunsch nach Kennen lernen und Kontakt nicht immer von der anderen Person geteilt wird — Hinweis: Im Rollenspiel eine Zurückweisung oder ein Desinteresse des Gegenübers nachspielen und angemessene Verhaltensweisen darauf erproben
Reaktionen auf Zurückweisungen üben — Hinweis: Häufig beobachtet man bei Schülerinnen und Schülern, dass die Einschätzung, ob der oder die Auserwählte die Zuneigung ebenfalls teilt, nicht immer realistisch ist. Durch Anregung zu genauerem Beobachten und/oder durch Gespräche kann die Lehrkraft versuchen, die Schülerinnen und Schüler hierfür sensibler zu machen.
Sich bewusst sein, dass die eigene erschwerte Lebenssituation u. U. Grund einer Ablehnung sein kann — Hinweis: Häufig führt der Unterrichtsinhalt „Partner finden“ auch zur Thematik der eigenen Lebenserschwernissen, Möglichkeiten und Grenzen einer Partnerschafts- und Familiengründung. Hier bedarf es sensibler individueller Gespräche mit einzelnen Schülerinnen und Schülern, in die ggf. auch Eltern einzubeziehen sind.
4.5.4 Sexualität in der Partnerschaft
Erfahren, dass partnerschaftliche Beziehungen in der Regel auch mit dem Wunsch nach engem körperlichen Zusammensein, nach sexuellem Kontakt verbunden sind — Hinweise: Bilder(geschichten), Modelle der Geschlechtsorgane, Filme und Unterrichtsmaterialien u. a. über Pro Familia; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Kirchliche Beratungsstellen (u. a. Caritas, Diakonisches Werk); Ausschnitte aus Spielfilmen; Vielseitige Arbeitsmaterialien und methodische Hinweise liefern u. a.: „Sexualpädagogische Materialien“, heraus- - gegeben von der Bundesvereinigung Lebenshilfe Sanders/Swinden - Harris - Moorcroft/Roberts - Holemy/Schmid (Life-Programm) -
Formen der partnerschaftlichen Sexualität: Küssen - Lustvolles Berühren und Streicheln - (Petting) Genitalverkehr: Vorgang und Ablauf - Andere Formen des Verkehrs - Veränderungen der eigenen Befindlichkeit beim Sexualverkehr (Erregung, Atmung, Körperwärme, Höhepunkt, Entspannung, ...)
Sexualität in homosexuellen Beziehungen
Erfahren, dass ein Paar gegenseitige sexuelle Vorlieben und Abneigungen erkunden muss, dass trotz partnerschaftlicher Beziehung und Liebe ein „Nein“ erlaubt ist — Hinweis: Menschen mit einer intellektuellen Beeinträchtigung werden nicht selten von anderen sexuell ausgebeutet und/oder erleben Gewalt in sexuellen Beziehungen, da ihre eingeschränkten Möglichkeiten des Sich-Wehrens, ihre scheinbare Naivität ausgenutzt werden. In diesem Zusammenhang gilt es, den Schülerinnen und Schülern Mut zu machen, sich in solchen Fällen einer vertrauten Person anzuvertrauen.
Sexuelle Gewalt in einer Partnerschaft
Erfahren, dass bei heterosexuellem Verkehr ein Kind gezeugt werden kann: Vorgang der Zeugung - Anzeichen einer Schwangerschaft - Entwicklung des Embryos im Mutterleib Körperliche Veränderungen und - Verhalten während der Schwangerschaft Geburt auf normalem Weg oder mit - Kaiserschnitt — Hinweise: Aktueller Anlass kann die Schwangerschaft einer familiären oder schulischen Bezugsperson sein. Ein einfühlsames Gespräch mit einer Schwangeren im Unterricht kann helfen, das Wachsen des Kindes im Mutterleib besser nachzuvollziehen.; Filme, Diareihen über Schwangerschaft und
Leben mit einem Neugeborenen wird z. B. bestimmt durch: Ernährung, Pflege und Versorgung - Emotionaler Kontakt - Körperliche und seelische Entwicklung — Hinweise: Anlegen eines Fotobuches „So war ich als Säugling“; Befragen der eigenen Eltern oder von jungen Eltern über die Verantwortung als Vater und Mutter
Aufgaben und Verantwortung von Eltern — Hinweis: Reflexion über den eigenen Kinderwunsch in Beziehung zur Verantwortung und zur eigenen Lebenserschwernis
Wissen, dass man sich als Paar vor dem ersten Geschlechtsverkehr Gedanken über eine eventuelle Schwangerschaft machen sollte — Hinweis: An dieser Stelle ist der Hinweis auf eine vertraute Person im Umfeld der Partner, die u. U. Hilfestellung beim Versorgen mit Verhütungsmitteln gibt, sehr wichtig
Methoden der Verhütung ungewollter Schwangerschaft und ihre Anwendung sind: Antibaby-Pille - Kondom, Spirale, Diaphragma - Drei-Monats-Spritze, chemische Mittel — Hinweis: Angebote zur Visualisierung sind z. B.: Anschauungsmaterial, das ist in Beratungs- - stellen erhältlich ist Demonstrationen zur Anwendung von Ver- - hütungsmitteln an Modellen, was nach Absprache bei einem Besuch in Beratungsstellen möglich ist
Sterilisation im Rahmen eines operativen Eingriffs als dauerhafte Unfruchtbarmachung — Hinweis: Es muss deutlich hervorgehoben werden, dass es sich bei der Sterilisation um einen irreversiblen Eingriff handelt, der zwar anschließend die Verhütung sehr einfach macht, aber wegen der Entgültigkeit und des Operationsrisikos wohl überlegt sein muss. Im Übrigen ist die rechtliche Situation bei der Sterilisation behinderter Menschen äußerst kompliziert.
Überlegungen zu einem Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) werden z. B beeinflusst von: Gründen - Beratung durch spezielle Stellen - Alternativen (z. B. Adoption) - — Hinweise: Inwieweit diese Thematik im Unterricht aufzugreifen ist, entscheidet die Lehrkraft individuell - bezogen auf die Lebensbedeutsamkeit für die Schülerinnen und Schüler. Die Unterrichtsinhalte basieren auf den juristischen Gegebenheiten. Religiöse und ethische Aspekte sollen berücksichtigt werden.; Bezüglich der Abtreibung ist es wichtig, sie nicht als eine Art der Schwangerschaftsverhütung darzustellen, sondern nur als letzten Ausweg, wenn keine der anderen Methoden möglich war oder wenn eine Methode versagt hat. Dabei muss auf die möglichen gravierenden psychischen und physischen Folgen und auf die ethisch-juristische Situation hingewiesen werden.
Wissen, dass man sich bei ungeschütztem Verkehr, insbesondere mit fremden Partnern, mit Geschlechtskrankheiten oder dem HIV-Virus infizieren kann — Hinweis: Für die Unterrichtssituation ist es wichtig, nicht unbegründete Ängste zu schüren und Sexualkontakte als etwas gefährliches darzustellen. Der Hinweis, dass bei häufig wechselnden Partnern das Ansteckungsrisiko steigt, sollte jedoch eingehend thematisiert werden.
Ansteckungswege kennen: oral, genital — Hinweis: Materialien zum Thema Aids u. a. gibt es über die oben genannten Beratungsstellen sowie über die Deutsche Aids-Hilfe
Möglichkeiten der Prävention: Körperhygiene, Kondom
Symptome bei Geschlechtserkrankungen: Ausfluss, Juckreiz
HIV- Infektion und Aids- Erkrankung: Ansteckungswege und Risiken, Verhalten nach Infektion
Hausarzt, Urologe, Haut- und Frauenarzt als Ansprechpartner bei Verdacht der Ansteckung
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Saarland, Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft — Lehrplan für die Schule für Geistigbehinderte, Gesamtausgabe 2004. Kompetenztexte aus der Quelle übernommen; die amtliche Originalfassung ist verbindlich.
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