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Lehrpläne Saarland
Förderschule – Geistige Entwicklung
Ich und Andere
inhaltsbezogen
6.1.5 Lesehilfe für die Arbeit im Aktivitätsbereich
1
6.2.1 ‚Ich als Person in der Welt’
36
6.2.2 ‚Nahrung’
26
6.2.3 ‚(Basale) Pflege/Hygiene’
60
6.2.5 ‚Lebensräume’
16
6.2.6 ‚Kleidung’
20
6.3 ‚Sexualität leben’
56
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Ich bin Ich
Mit den Sinnen leben, durch die Sinne lernen - Sinneserfahrungen und –erlebnisse (propriozeptiver, vestibulärer, ..., Art) - ...
Ich bin Ich
Mit den Sinnen leben, durch die Sinne lernen - Sinneserfahrungen, -wahrnehmungen und –erlebnisse (propriozeptiver, vestibulärer, vibratorischer, visceraler, taktiler, somatischer, auditiver, gustatorischer, olfaktorischer, visueller Art) - Temperaturerfahrungen: heiß-kalt, warm-kühl, angenehmunangenehm (Wetter, Flüssigkeiten, Kleidung, Bäder, Luftzug, Föhn) - Bewegungserfahrungen: schnell-langsam, getragen werden, im Rollstuhl geschoben werden, innehalten (ohne Bewegung), gehen-laufen-rennen - Körperteile und ihre Funktionen kennen/mit den Funktionen verbinden, z. B. Augen–sehen; Hände–fühlen usw. - Die Natur bewusst wahrnehmen: Farben sehen (Blumen, Tiere, Sonne, Regenbogen), Düfte riechen (Wiese, Kühe auf der Wiese), Geräusche hören (Vogelstimmen, Wind, Wasserlauf, -fall) - Dehnen, Ziehen und Drücken von Gelenken und Muskeln - Massagen (z. B. nach Leboyer), Klopfmassagen - Stabilitäts- und Gleichgewichtsübungen - Schaukeln, Wippen, Rutschbahnfahren - Schwingungen durch Musik/Lautsprecher hören und spüren - Atemübungen - Snoezelen
Das eigene Körperschema auf- und ausbauen
Die eigenen Körperteile kennen und situations- und sachgerecht einsetzen
Die Körperfunktionen wahrnehmen und akzeptieren - Körperteile kennen und benennen: Arme, Beine,..., Augen, Nase,..., Rücken, Bauch,... - Drehen, abstützen, aufrichten, hochziehen, kriechen, krabbeln, sitzen, laufen,... als Bewegungen erlernen, wahrnehmen, koordinieren und ausführen (mit und ohne Hilfsmittel, mit und ohne Unterstützung durch Lehrkräfte) - (Ab)Reiben/(ab)klopfen/streicheln von Körperstamm und Extremitäten mit und ohne Gegenstände, mit und ohne Partner - Körperoberfläche (Haut, Haare, weiche und harte, erhabene und flache Körperstellen) wahrnehmen und spüren - Bewusstsein der eigenen Körperlichkeit entwickeln: sich selbst spüren, befühlen, streicheln, abreiben, abwaschen, rubbeln usw. - Den Kopf zum Umherschauen benutzen (mit und ohne Unterstützung, mit und ohne Hilfsmittel, in verschiedenen Höhen) - Sich im Raum orientieren, bewegen - Drehungen um die Körperachsen - Koordinationsübungen, Geschicklichkeitsübungen, Jonglieren - Darstellungen der eigenen Person und eigener Aktivitäten auf Fotos, Videos, Kassetten - Spiegelbilder erkennen, seitenverkehrt nachahmen - Scherenschnitte, Schattenbilder, Körperumrisse, Hand- und Fußabdrücke in Gips oder Sand - Psychomotorische, krankengymnastische Übungen - Hippotherapie (Befähigungen/Trainerscheine beachten) - Airtramp
Eigene Gefühle wahrnehmen, ausdifferenzieren und lernen mit ihnen umzugehen - Gute und schlechte Gefühle: Abscheu, Ärger, Ekel, Erregung, Freude, Furcht, Kummer, Lust, Mitgefühl, Panik, Scham, Schmerz, Trauer, Überraschung, Verzweiflung, Wut, Zorn - Eigene Gefühle situativ angemessen zeigen, mitteilen und reflektieren - Ausdrucksmöglichkeiten nutzen: Action-Painting, Trommeln, Musik hören, Malen, Theater spielen, ... ) 3 - Alter und Lebensaufgaben: Lebensläufe fiktiv fortschreiben, Berufswünsche, Rollenspiele
Sich selbst (und andere) wertschätzen, achten - Menschen, Tiere, Pflanzen und Gegenstände als wertvoll achten und annehmen - Mich gibt es nur einmal: auf meinem Platz kann niemand mehr stehen/sitzen/liegen, so rede nur ich, so verhalte nur ich mich, so spreche nur ich usw. - Persönliche Vorlieben und Stärken/individuelle Abneigungen und Schwächen erkennen und veranschaulichen: Hobbybuch, Das-bin-Ich-Ausweis, Schülerausweis, Modenschau - Ich kann ... gut/schlecht - Ich teile mich anderen mit: Befinden, Bedürfnisse, Wünsche, Kritik, Meinungen, Einstellungen usw. - Wünsche äußern und realitätsbezogen reflektieren und verwirklichen - Spontaneität angemessen ausleben/zügeln - Andere nicht verletzen, Anderen nicht wehtun - Dein und Mein unterscheiden können, das Eigentum achten - Ich habe Freunde, ich bin der Freund von ... - Ich lüge nicht, ich sage die Wahrheit - Auf angeberische Reden und wichtigtuerische Aussagen verzichten - (Auf) Hautfarbe, Aussehen, Nationalität und Muttersprache anderer achten - Distanz und Nähe zu Anderen je nach Befinden situativ und angemessen herstellen - Anderen Geschenke zu Festen, Feiern, besonderen Anlässen, „einfach so“ überreichen - Rückzugs- und Kontaktmöglichkeiten aufbauen und nutzen - Sich selbst beschäftigen: spielen, arbeiten, lesen, Musik hören, ausgehen, Besuche machen,... - Streiten kultivieren: in Diskussion miteinander treten, nicht schlagen, keine unflätigen Ausdrücke benutzen usw. - So–Sein annehmen: Behinderung, Fertigkeiten, Fähigkeiten, Möglichkeiten, Einschränkungen konsequent unterstützen und bewusst machen - „Nein“ sagen lernen.
Ich in der Zeit
Zeit erleben - Zeitpunkte, -spannen, - räume kennen und bewusst erleben, z. B. um 16 Uhr kommt der Bus; am Montag um 11 Uhr; auf jemanden/etwas warten; vom Mittagessen bis zur Busfahrt; ungeduldig sein; zappelig werden; von einem Schultag bis zum nächsten; von jetzt bis nachher usw.
Zeitliche Begriffe/Zeiteinheiten kennen und benutzen - Bald, jetzt, gleich, vorher, nachher, immer, sofort, rasch,..., heute, morgen, gestern, in einem Jahr,..., Sekunden , Minuten, Stunden, Tage, Wochen,..., Jahreszeit, dauert lange/kurz usw.
Uhren benutzen - Verschiedene Uhren kennen: Armband-, Wand-, Standuhren u. a.; Uhren früher und heute; Sonnenuhren - Zur Orientierung, zum Ablesen eines bestimmten Zeitpunktes
In der Zeit leben - Bewusst Situationen (mit)erleben: Lehrerwechsel, Umzug, Freundeswechsel, Klassenraumgestaltung u. a. m. - Ereignisse der Zeit mitverfolgen, z. B. politische Ereignisse: Kriege, Wahl eines Staatsoberhauptes/Bürgermeisters usw.; sportliche Ereignisse: Welt-, Europa-, Kreismeisterschaften, Spiele des Lieblingsvereins usw.; allgemeine Ereignisse: Quizshows, Hochzeiten in der Verwandtschaft, Kindergeburtstage, Katastrophen, Unglücke usw. ) 4
Feste und Ereignisse im Leben eines Kindes, Jugendlichen, Erwachsenen bedenken und bewusst gestalten - Geburts- und Namenstage - Kindergartenzeit, Einschulung - Kommunion-, Konfirmationsfeier - Urlaubserinnerungen - Krankheiten und Krankenhausaufenthalte - Beruf, Hochzeit - Erste, ... Liebe
Älterwerden als Prozess erkennen, erleben und annehmen - Stationen des Lebens vergleichen: im Mutterleib, als Baby, als Kind, als Jugendliche/r, als Erwachsener (früher, heute, zukünftig) - Veränderungen der Person (Körper, Verhalten, Meinungen, Einstellungen usw.) bewusst erleben und begleiten - Den eigenen Geburtstag feiern - Körpertabellen, Größentabelle, Hand-, Fußabdrücke - Freundschaften/Partnerschaften: personen- und situationsbezogene Veränderungen durch die Zeit bewusst erleben, gemeinsame Aktivitäten/Gesprächsinhalte früher und heute erinnern - Aktivitäten, Vorlieben, Abneigungen, Wünsche: früher und heute - Veränderungen der Stimme aufnehmen: Tonträger aller Art, Computer o. ä.
Rechte einfordern/Pflichten altersgemäß übernehmen - Das eigene Taschengeld verwalten - Kleidung selbst aussuchen - Selbstständig einkaufen - Reinigungsdienste übernehmen
Ich und meine Familie
Die Familie (Kernfamilie und Verwandtschaft) kennen und wertschätzen - Die Eltern als Ursprung des eigenen Lebens begreifen - Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen weitergeben und annehmen - Die Familie als Ort für persönliche Gefühle, Gespräche und Aktivitäten - Die Familie als Halt, als Gemeinschaft für Angenommensein, Geborgenheit, Sicherheit, Freude, aber auch als Ort von Leid, Zerrüttung und Trauer - Die Eltern und Geschwister mit Namen, am Aussehen, anhand von Verhaltensweisen (er)kennen - Meine Eltern, meine Geschwister, meine Großeltern, die Familie: Morgenkreis, Interviews, Bilder, Gäste im Unterricht - Mit den Großeltern erzählen können, ihnen zuhören können - Die eigene Familie malen/basteln - Ahnentafel erstellen - Geburtstage vorbereiten und durchführen
Aktivitäten der Familie nutzen und unterstützen - Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Personen in der Familie kennen und akzeptieren: z. B. Vorlieben, Abneigungen einzelner Familienmitglieder - Regeln und Bräuche der Familie mit außerfamiliären vergleichen und bewerten - Geschwister als Wohn-, Spiel- und Lebenspartner verstehen
Formen des Zusammenlebens in einer sozialen Gemeinschaft kennen lernen - Komplette Familie: Mutter, Vater, Kinder (und Großeltern) - Allein erziehende Elternteile, Patchwork-, Adoptivfamilie, Pflegefamilie oder Heimunterbringung - Treffen von Schülern mit ihren Familien untereinander - Feste und Feiern in der Schule - Fotos oder Videos, Collagen oder Fotoalben der eigenen Familie - Elternstammtisch mit Schülerinnen und Schülern einrichten
Personalkompetenz
Erleben: Den Unterschied zwischen der Geburtstagsfeier in der Schule und zuhause erleben
Genießen: Es genießen im Mittelpunkt zu stehen
Achten: Nicht stehlen
Akzeptieren: Akzeptieren, dass fremdes Eigentum pfleglich behandelt werden muss
Sozialkompetenz
Ablehnen: Eine Einladung zu einem Mitschüler auf dessen Geburtstag ablehnen
Helfen: Einem Mitschüler helfen Einladungskarten zu gestalten
Beachten: Den Wert des fremden Eigentum einschätzen können
Verantworten: Sich für die Aufsicht über fremdes Eigentum verantwortlich zeigen
Methodenkompetenz
Planen: Überlegen, welche Zutaten für die Geburtstagtorte eingekauft werden müssen
Ordnen: Dinge anderer Personen an einem separaten Ort aufbewahren
Beobachten: Beobachten, wie sorgfältig und vorsichtig andere mit ihrem Eigentum umgehen
Sachkompetenz
Kennen: Die Geburtsdaten aller Familienmitglieder kennen
Unterscheiden: Fremdes von eigenem Eigentum unterscheiden
Wissen: Wissen, wie fremdes Eigentum behandelt werden muss
Ich und andere Menschen
Das Allein-Sein genießen
Das Zusammen-Sein mit anderen genießen - Sich mit anderen freuen - Sich gegen andere behaupten - Eigeninitiative entwickeln - Mit anderen etwas unternehmen (spielen, spazieren gehen/ wandern, ausgehen, Musik hören usw.) - Bekannte/Freunde finden, besuchen - Freunde und Fremde in der Schule, Cliquen, Schulmannschaften - Gleichheit und Verschiedenheit: Aussehen, Hobbys, Interessen, Können, Behinderungen, Verhalten - Einmaligkeit des Einzelnen, Gruppenzusammengehörigkeit, Staatsangehörigkeit - Freunden, Bekannten, Fremden Briefe schreiben - Hobbys teilen, miteinander spielen - In Vereinen aktiv sein - Schulfeste, Basare organisieren, mitgestalten
Regeln des Zusammenlebens als notwendig (an)erkennen - Einander helfen und unterstützen - In meiner Klassen- und Schulgemeinschaft: Aufgaben annehmen, Regeln und Rituale einhalten, Rechte und Pflichten mit anderen gemeinsam und für andere übernehmen: z. B. Gesprächskreis, Ämterplan, Stundenplan, während der Arbeits- und Pausenzeiten - Gesprächsregeln kennen und umsetzen - Umgangs- und Höflichkeitsformen - Patenschaften, Mentorenamt: Schüler helfen Schülern - Rechte einfordern: z. B. Akzeptanz als Heranwachsende/r einfordern, altersadäquate Ansprache mit „Du“ oder „Sie“ - Pflichten übernehmen: z. B. Ämterplan, Elternbenachrichtigung - Selbst- und Fremdestimmung in einer Situation erkennen: sich behaupten, andere Meinungen akzeptieren, eigene Vorstellungen und Ideen artikulieren usw. - Recht und Unrecht, Schuld und Unschuld erkennen - Konflikte selbst lösen: einander zuhören, miteinander reden und diskutieren, sich entschuldigen, Streit schlichten, Entscheidungen treffen, Strategien kennen und einüben, einander helfen (z. B. Schüler als Streitschlichter und Richter)
Ich und meine Umwelt
Die unmittelbare Umwelt kennen - Die eigene Person als handelnden Teil der Umwelt verstehen lernen - Menschen von Tieren von Pflanzen von Gegenstände unterscheiden - Sich in einem Zimmer/Klassenraum zurechtfinden: Sinn und Zweck von Gegenständen erkennen, Handlungsmöglichkeiten im Raum kennen (Geräte ein- und ausschalten, Türklinken betätigen, Schlösser aufschließen) - Tiere und Pflanzen versorgen (Aquarium, Hamster im Klassenzimmer u. a.) - Gegenstände ordnen (Schränke, Regale, Kisten bestücken, ein- und aufräumen) - Spielen können
Die gesamte Umwelt erkunden und in ihr handeln - Menschen, Tiere, Pflanzen und Gegenstände kennen und benennen - Wege kennen und selbstständig benutzen: zur Schule, nach Hause, innerhalb der Wohn- und Schulgemeinde, in der Natur - Sich umweltgerecht verhalten: z. B. Verschmutzungen vermeiden durch Mülltrennung, nichts unachtsam wegwerfen - Auf den Verkehr achten, sich verkehrsgerecht verhalten - Mein Schulweg, meine Schule, mein Zuhause, meine Wohngemeinde - Grundfertigkeiten beherrschen: z. B. Geräte ein- und ausschalten, Schlösser aufschließen, Wäsche aufhängen, etwas transportieren, Geldautomaten bedienen
Mit der Umwelt verantwortlich umgehen - Mit Tieren, Pflanzen, Gegenständen achtsam umgehen - Verantwortung übernehmen; z. B. für ein Haustier, Pflanzen, Klassenbibliothek u. a. - Umweltgerechtes Verhalten zeigen und verantworten
Grundbedürfnisse der Nahrungsaufnahme
Hunger- und Durstgefühl von anderen Empfindungen unterscheiden - Sättigungsgefühl (Hunger, Durst) erkennen und akzeptieren - Dosierung der Nahrungsmittel individuell abstimmen (maßloses Essen über das Hungergefühl hinaus vermeiden, Gewichtskontrolle) - Stuhlgang/Urindrang mit der Nahrungsaufnahme in Verbindung bringen - Verständliche Worte und/oder Gesten/Zeichen/Symbole für Hunger und Durst finden. 7.9
Hunger und Durst stillen - Hunger und Durst nach eigenem Bedarf/Rhythmus stillen - Hunger und Durst nach einem festen Zeitplan/Rhythmus stillen
Personalkompetenz
Erfahren: Satt-Sein als wohltuend empfinden
Wahrnehmen: Das Völlegefühl nach dem Essen wahrnehmen
Entscheiden: Sich bewusst entscheiden die Tischsitten einzuhalten
Genießen: Die ruhige Atmosphäre bei Tisch genießen
Sozialkompetenz
Beachten: Aus Rücksicht auf andere nicht rülpsen
Verstehen: Magendrücken von Mitschülern nach dem Essen sich erklären können
Einfordern: Auf die Einhaltung der Tischsitten hinweisen
Bewerten: Unangenehme Tischsitten anderer als unappetitlich erkennen
Methodenkompetenz
Ausdrücken: Worte/Gesten/Symbole finden für „Ich bin satt“
Kanalisieren: Nach dem Essen ausruhen
Abbauen: Bei schlechten Manieren durch richtiges Verhalten Vorbild sein
Abwägen: Abwägen, ob ein Verhalten beim Essen absichtlich oder ungewollt geschieht
Sachkompetenz
Einschätzen: Den Teller angemessen füllen
Wissen: Um den Sättigungsgrad von Nudeln wissen
Beherrschen: Den Umgang mit Messer, Gabel und Löffel beherrschen
Grundfertigkeiten der Nahrungsaufnahme
Saugen, beißen, kauen und schlucken lernen - Angenehme Atmosphäre schaffen, Ruhe und Konzentration ermöglichen - (De-)Sensibilisierung des Mundraumes mittels (elektrischer) Zahnbürstchen, Kausäckchen, Gummibärchen, Lutscher, Schwämmchen o. ä. - Lockerungsübungen der Mund- und Kaumuskulatur - Mundschluss akzeptieren und erlernen - Trinken mit Schlauchbecher, Schnabeltasse, Spritze, Löffel oder Tasse/Becher - Geeignete Sitz- und Lagepositionen finden (Literaturhinweis: Morris, S.E./Klein, M.D.: Mund- und Esstherapie bei Kindern. Stuttgart 1995)
Sich das Essen reichen lassen - Nahrung mit medizinisch-technischen Hilfsmitteln (Magen-, Nasensonde) zu sich nehmen - Geeignete Sitz- und Lagepositionen finden - Fremdgeführte Bewegungen unterstützen, Handführung aktiv mitgestalten - Kopf und Mundpartie bewusst in eine gute Richtung drehen oder wenden (Literaturhinweis: Morris, S.E./Klein, M.D.: Mund- und Esstherapie bei Kindern. Stuttgart 1995)
Selbstständig eine Mahlzeit einnehmen - Den eigenen Essensplatz erkennen (gekennzeichneter Stuhl, farbiges Platzdeckchen, Namensschild usw.) - Mit Besteck essen - Tischsitten kennen und umsetzen (z. B. Sitzhaltung, Geräuschpegel, Kauvorgang, Verhalten) - Speisen und Getränke auswählen: z. B. aus dem Kühlschrank, aus dem Nahrungsmittelraum, aus der Speisekarte, am Buffet, in Supermärkten und anderen Geschäften - In ein Restaurants/die Kantine essen gehen
Nahrungsmittel kennen und benennen - Verschiedene Nahrungsmittel (Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst, Gewürze, Salat, Tierprodukte usw.) vom Aussehen/vom Geschmack/von der Konsistenz her kennen und benennen - Genießbares und Ungenießbares unterscheiden (Experimente zur Verderblichkeit von Nahrungsmitteln, Aussehen, Geruch) - Nahrungsmittel vor- und zubereiten (z. B. auspacken, waschen/reinigen, schälen, schneiden, streichen, gießen, wärmen) - Nahrungsmittel aufbewahren: lagern, kühlen
Nahrungsvorlieben/ -abneigungen
Geschmacksrichtungen ausbilden und unterscheiden - Die Nahrungsmittelvielfalt durch Sinneserlebnisse und -eindrücke erfahren und kennen lernen - Auch Unbekanntes erschmecken - Nahrungsmittel entsprechend den persönlichen Vorlieben/ Abneigungen aussuchen (lassen) - Worte/Gesten/Symbole für die Lieblingsspeise finden und benutzen - Maßvolles Probieren umsetzen - Zerkleinerte oder passierte Kost nicht vermengen (eindeutige Geschmackserlebnisse ermöglichen)
Diäten anwenden/beachten - Den Tagesrhythmus und die Notwendigkeiten der Diät aufeinander abstimmen lernen - Verzichten lernen - Verstehen, warum eine/die eigene Diät notwendig ist - Vorteile der Diät kennen, die Nachteile akzeptieren (lernen)
Gefährdungen und Gefahren von Nahrungs- und Konsummitteln kennen und berücksichtigen - Vorlieben und Gesundheit gegeneinander abwägen - Verantwortlichen Umgang mit gesundheitsgefährdenden Nahrungsmitteln (z. B. Alkohol) erlernen
Nahrungsaufnahme in Gesellschaft
Mit anderen gemeinsam essen - Tischsitten einhalten (z. B. Sitzhaltung, Geräuschpegel, Kauvorgang, Umgang mit Servietten, Höflichkeitsformeln) - Den Tisch für die Klasse/Gäste/eine Gesellschaft herrichten - Täglich in der Klassengemeinschaft, ansonsten bei Klassenfahrten, Klassen- und Schulfesten, bei Einladungen
Besondere Anlässe gemeinsam und/oder für andere vorbereiten und gestalten - Besondere Ereignisse (Abschlussfeier, Geburtstagsfeier, Buffet, Brunch usw.) eigenverantwortlich arrangieren - Im Restaurant Bedienungspersonal herbeirufen
Basale Pflege im Dialog
Basale Pflege als eine kommunikative Situation erleben
Körperkontakt akzeptieren und empfinden
Emotionale Befindlichkeit ausdrücken
Die gesamte Pflegesituation aufmerksam verfolgen - Ankündigung des Anfangs und des Endes der Pflegesituation durch einfühlsame Sprache, durch wiederkehrende und erkennbare Situationsrituale und –signale - Sprachliches Begleiten der Handlungen (Ankündigung folgender Aktionen, Signalwörter, direkte Ansprache) - Gezielten und bewussten Körperkontakt (z. B. Impulsberührungen) einsetzen - Nähe und Distanz situativ neu ausloten - Befindlichkeit der Lehrkraft und der Schülerin/des Schülers berücksichtigen ) 7
Eindrücklichkeit in der Basalen Pflege
Die Atmosphäre während der Pflegesituation bewusst erleben und aufmerksam sein
Sich auf die Pflegesituation einlassen
Die pflegenden Hände von den Pflegeutensilien unterscheiden
Den eigenen Körper als Ganzheit erleben
Zu pflegende Körperpartien deutlich spüren und wahrnehmen - Wohlige und angstfreie Atmosphäre schaffen (Musik, Düfte, Wärme, ästhetische Gestaltung des Pflegeplatzes) - Pflegende Hände und Materialien anwärmen - Pflegemittel/Utensilien auf Tauglichkeit und Verträglichkeit untersuchen - Sicherheit vermitteln: stabile Unterlage, seitlicher Halt (z. B. durch abwaschbare Kissen und Haltesäcke) - Körperlage: individuelle Lagerung/Unterstützung des Kopfes, des Rumpfes, der Extremitäten; Rotationen um die Körperachsen ankündigen und vorsichtig durchführen, ebenso Anheben und Senken von Armen, Beinen und Kopf (Absprache mit therapeutischen Fachkräften) - Genitalbereich mit besonderer Achtsamkeit pflegen (wenn möglich auf gleiches Geschlecht von Lehrkraft und Schülerin/Schüler achten) - Behutsamen, spürbaren Druck bei Bewegungen und Pflegehandlungen ausüben - Rituale anbahnen und umsetzen (Anfangs- und Schlusssignale, gleiche und wiederkehrende Lagerung, gleiche und wiederkehrende Körperkontakte) - Impulsberührungen: eine Hand pflegt, die andere Hand hält ständigen Körperkontakt - Nähe und Distanz ausloten - Geeignete Räume/Örtlichkeiten nutzen: Abtrennungen im Klassensaal mit Vorhang, durch Stellwände oder durch Holzkonstruktionen, besser: separate Pflegeräume - Angenehme Atmosphäre schaffen: ästhetische Gestaltung durch Tücher, Vorhänge, Lichteinfall, farbige Wände, Spielzeug, Kuscheltiere, Musik, Düfte - Spiegel neben und über den Pflegeplätzen - Auf körperliche Entlastung und orthopädisch günstige Arbeitsbedingungen für pflegende Lehrkräfte achten: verstellbare Pflegetische, Erreichbarkeit der benötigten Pflegeutensilien
Empfindungen in der Basalen Pflege Empfindungen in der
Wahrnehmen und Spüren der pflegenden Hände
Wahrnehmen und Spüren von Sinneseindrücken während der Basalen Pflege
Eigene emotionale Befindlichkeit einstellen auf die Pflegesituation/Lehrkraft und Schüler/in)
Sich selbst durch aktive Beteiligung Sinneseindrücke vermitteln - Geeignete Zeiten finden: Biorhythmus beachten, wache Phasen nutzen, wenn notwendig zeitliche Nähe von Ausscheidungsvorgängen und Pflegesituation herstellen - Sinneseindrücke mitteilen: Druck-, Temperatur, Schmerzerleben ausdrücken durch Lachen, Weinen, Plappern, Schreien usw., durch Bewegungen, Speichelfluss, Einschlafen u. ä. - Mittun des zu Pflegenden aktivieren, z. B. erkunden der Pflegeutensilien, Handführung beim Waschen mit dem Waschlappen - Eigenes Spüren durch eigentätige Berührungen: Hände auf der Bauchdecke, geführtes oder selbstständiges Einölen/Eincremen nach der Pflege - Handlungsbegleitendes Sprechen und Erklären bei den Pflegevorgängen - Änderungen und Variationen während des Ablaufs der Pfle-
Personalkompetenz
Einstellen auf: Auf Signalwörter reagieren
Spüren: Zugewandtheit durch Sprache erspüren
Akzeptieren: Die Regel „Nach dem Toilettengang werden die Hände gewa schen“ befolgen
Ausbilden: Das Gefühl entwickeln, saubere Hände angenehm zu empfinden
Anbilden: Die Fähigkeit ‚Selbstständig duschen’ anbilden
(Er)spüren: Das Duschgel auf der Haut spüren
Einstellen auf: Gedanklich auf die Zeit der nächsten Monatsregel einstellen
Erkennen: Die Regelmäßigkeit der Menstruation erkennen
Unterdrücken: Lernen, die eigene Wut bei Schmerzen zu bezwingen
Einstellen auf: Sich auf die Schmerzen beim Anlegen einer Armschiene einstellen
Sozialkompetenz
Zuhören: Bewusst auf Sprache beim Windelwechsel hören
Ablehnen: Trotz innerer Ablehnung die Hände nach dem Toilettengang waschen, um andere nicht zu gefährden
Beachten: Rücksicht auf eine Mitschülerin nehmen
Zuhören: Einer Mitschülerin beim Erzählen ihrer Probleme zuhören
Motivieren: Durch Aufzeigen von Vorteilen andere ermuntern Hilfsmittel zu nutzen
Überzeugen: Sich im Gespräch überzeugen lassen, dass Anfangsschmerzen nach und nach weniger werden (können)
Fürsorglich sein: Einen unter Schmerzen leidenden Mitschüler trösten
Methodenkompetenz
Experimentieren: Durch eigene Bewegungen Situationen neu gestalten
Bedienen: Sich der richtigen und notwendigen Waschutensilien bedienen
Ausleben: Ausgiebig und gründlich duschen
Planen: Erst das Gesicht und dann den Po waschen
Beherrschen: Vorsorglich bei einem Ausflug Binden/Tampons einpacken
Hinterfragen: Durch Mitteilen von Befindlichkeiten auf die Medikamentengabe einwirken
Abwägen: Unannehmlichkeiten beim Anlegen einer Armschiene mit den gesundheitlichen Vorteilen abwägen
Sachkompetenz
Verstehen: Den Sinn der Worte „Jetzt wasche ich Dich“ verstehen
Kennen: Die Namen der Pflegemittel kennen
Beherrschen: Die Duscharmatur bedienen können
Einsehen: Durch den praktischen Umgang mit dem Hilfsmittel die eigene Einstellung verändern
Entnehmen: Den Worten eines Arztes die Möglichkeit entnehmen, dass das Anlegen einer Armschiene weh tun wird
Eigentätige Körperpflege Eigentätige Körperpflege
Pflegesituationen nach dem Prinzip ‚Von der Fremdzur Selbstpflege’ anlegen und gestalten - Gesicht, Hände, ..., (ab)waschen (Schmutz entfernen) - Zähne putzen (nach den Mahlzeiten) - Haare kämmen (nach dem Schwimmbad- oder Turnhallenbesuch) - Maniküre des Körpers: Finger- und Zehennagelpflege - Mit Utensilien umgehen: Waschlappen, Handtuch, Seife,
Ausscheidungsvorgänge und Notdurft
Die Notwendigkeit von Ausscheidungsvorgang und Notdurft erkennen und akzeptieren - Stuhlgang und Urindrang wahrnehmen, von anderen Empfindungen unterscheiden und mitteilen (Unruhe, Mimik, Gesten, Gebärden, Bilder, Zeichen, Symbole, Sprache) - Notdurftsituationen angstfrei und emotional angenehm strukturieren (z. B. das Sitzen auf Toiletten(stühlen) in kommunikativer und achtsamer Beziehung mit den Lehrkräften und unter Berücksichtigung der Intimsphäre gestalten)
Sich an bestimmte Zeiten für Stuhlgang und Urindrang gewöhnen - Stuhlgang und Urindrang je nach Situation direkt bzw. zeitlich verschoben (Unterrichtspausen) erledigen - Situationen einschätzen, in denen die Notdurft direkt/zu einem späteren Zeitpunkt erledigt werden kann
Den Toilettengang selbstständig durchführen - Räume kennen: Einrichtung, Geruch, Kennzeichnung durch Symbole/Zeichen, öffentliche Toiletten, Toiletten in Zügen - Toilettenbenutzung: mit und ohne Hilfsmittel (Haltevorrichtungen, besondere Stühle, Urinflaschen etc.) - Bei Stuhlverhalten: Massagen (Rücksprache mit Arzt oder therapeutischen Fachkräften)
Baden/Duschen
Dusch- und Baderaum kennen und deren Einrichtung benutzen - Sinneseindrücke vor dem eigentlichen Dusch- oder Badevorgang sammeln (z. B. wie riecht es im Bad/der Dusche?, wie hört sich das Wasserplätschern dort an?) - Dusch- und Badeorte kennen: Schuldusche und -badewanne, Schulschwimmbad, öffentliches Schwimmbad, Duschen und Bäder in Schullandheimen und anderen Unterkünften - Bedienung und Benutzung von Gerätschaften und Armaturen im Bad und der Dusche (Vorhang, Sitzgelegenheiten, Temperaturregler, Drehknöpfe, Verschlüsse usw.)
Selbstständiges Duschen und Baden - Passives Erleben: Angstabbau, eingeseift/eingecremt werden; Wasser umgibt/bespritzt den Körper (von allen Seiten, von oben, nur von einer Seite); Augen schützen durch fremde Hände/Tücher/Waschlappen; abgetrocknet/abgerieben werden - Aktive Gestaltung: Hilfe einfordern; selbst einseifen/eincremen; nicht sichtbare Körperpartien waschen und duschen; überlegtes Vorgehen (z. B. Reihenfolge beachten: einseifen – abduschen – abtrocknen; zuerst den Kopf - dann den Hintern - zuletzt die Füße); abtrocknen im Spiegel überprüfen - Dusch- und Badeutensilien benutzen: Shampoo, Gel, Seife, Lotion, Düfte, Creme, Parfum, Badezusätze, Schwämme, Tücher, Bürsten, Bürstenhandschuhe, Whirlmatten - Balance finden zwischen notwendiger Sauberkeit und übertriebener Reinlichkeit - An- und Ausziehen selbsttätig durchführen
Duschen/Baden und Saunabesuch zur Entspannung einsetzen - Entspannungsbäder mit Musik und Büchern - Düfte und Badeöle - Ruhephase nach dem Bad bedenken - Saunabesuch mit Eltern/Erziehungsberechtigten und Ärzten vorher besprechen und Gefahren abklären ! Gleichgeschlechtlichkeit beachten (Schülerin-Schülerin, Schüler-Schüler, Schülerin-Lehrerin, Schüler-Lehrer), falls personell und organisatorisch umsetzbar
Kosmetik und Schmuck
Einen eigenen Stil entwickeln - Den persönlichen Stil in Abhängigkeit von Typ, Vorlieben und Alter finden - Nach Vorbild schminken (Zeitschriften, Fernsehen, Bilder, Bekannte, Freunde) - Beratung durch fachkundiges Kosmetikpersonal, in Kosmetikfachgeschäften - Besuch in einem Theater (Maskenbildnerin) - Körperschmuck anlegen und tragen: Ringe, Ohrringe und – stecker, Piercing, Freundschafts-/Arm-/Hals-/Fußbändchen, Ketten, Tücher u. a. m. - Vor- und Nachteile des Schmucks kennen: Aussehen, Wohlfühlen, Auftreten, Bewegungsfreiheit, Schmerzen - Entscheidungen über Schmuckgebrauch treffen und Anderen erklären - Verantwortlichen Umgang mit Schmuck beherrschen: Aufbewahrung, Eigentumsrechte, Pflege - Tücher, Gürtel, Hüte und anderes Accessoire aussuchen und sich damit kreativ und dekorativ kleiden
Sich zu besonderen Anlässen schminken - Schminken wie ein Clown, ein Schauspieler, für Theateraufführungen, für Fasching - Dazugehörige Verkleidungen aussuchen und tragen - Schminken zu Festen und Feiern (Schulfest, Geburtstag, bei Elterneinladungen, Kommunion-/Konfirmationsfeier)
Menstruation und Monatshygiene der Frau
Die biologischen Zusammenhänge der Menstruation verstehen - Die Pubertät als Frau-werden erleben und verstehen - Um die biologischen Prozesse im Körper wissen - Sich auf die Zeit der Menstruation einstellen
Emotionale Befindlichkeit während der Menstruation wahrnehmen und ausdrücken und damit umgehen - Befindlichkeit anderen mitteilen - Möglicherweise: lernen, Schmerzen und Unwohlsein angemessen und verantwortet im Schulalltag zu bewältigen - Möglicherweise: Schmerzbehebung durch Schmerzmittel (Rücksprache mit Eltern und Arzt) - Gesprächsrunden für Mädchen bzw. Frauen
Die Monatshygiene selbstständig durchführen - Utensilien zur Monatshygiene kennen und selbstständig benutzen (möglicherweise: Üben an geeigneten Puppen) - Sauberkeit und Reinlichkeit beachten Schwimmunterricht: geeignete Schutzmaßnahmen (Binden/ Tampons/Gummihosen), Alternativen/Ersatzangebote bei Nicht- Teilnahme (z. B.: Fotoreporterin, Berichterstatterin) ! Zusammenarbeit mit den Eltern/Erziehungsberechtigten und mit Frauenärzten
Notwendigkeit der Medikation und Hilfsmittelversorgung
Die Notwendigkeit der Medikation und Hilfsmittelversorgung einsehen - Bedeutsamkeit für das eigene Leben klären: Vorteile der Versorgung verdeutlichen (weniger Anfälle, größere Mobilität, bessere Aufmerksamkeit u. v. m.) - Akzeptanz aufbauen: wie gehen andere Schülerinnen und Schüler damit um? - Gesprächskreise betroffener Schülerinnen und Schüler
Sich auf die Medikamentengabe bzw. die Hilfsmittelversorgung einstellen - Hilfsmittel: u. a. Stehständer, -brett, Toilettenstuhl, Lifter, Haltegurt, Innenschuhe, Arm-, Fußschiene, aber auch: Brille, Hörgerät, Zahnspange, Verband/Gips - Arztbesuche und Untersuchungen entschärfen: Sinnhaftigkeit verdeutlichen, beruhigende und flankierende Maßnahmen anbieten: Lieblingsmusik, Kuscheltiere, gemeinsamer Besuch mit vertrauten Personen - Die Versorgung zweckmäßig und verantwortet auf Lebens- und Situationsrhythmen abstimmen (mögliche Fragestellungen: Wirkt ein Medikament/eine Hilfsmittelversorgung kontraproduktiv zur bevorstehenden Unterrichtssituation? Ist eine Versorgung besser morgens, mittags oder abends anzuwenden?) - Nebenwirkungen der Medikation und Hilfsmittelversorgung spüren und benennen - Kommunikationshefte für Absprachen mit Eltern und Erziehungsberechtigten - Schülerinnen und Schüler an Gesprächen und Entscheidungen sinnvoll beteiligen - Führen medizinischer und therapeutischer Tagebücher ! Generelle Zusammenarbeit mit den Eltern/Erziehungsberechtigten und dem medizinischen und therapeutischen Fachkräften
Gefühlslage während der Medikation und Hilfsmittelversorgung
Mitteilen von Gefühlen, Empfindungen, Befindlichkeiten vor/während/nach einer Medikamentengabe oder Hilfsmittelversorgung - Über Sprache, Bilder, gestisch-mimische Äußerungen, Gebärden, Symbole - Positive und negative Gefühlszustände wahrnehmen (Rückmeldung von Lehrkräften und Mitschülern, Rollenspiel)
Lernen mit Schmerzen zu leben - Kompensationsmöglichkeiten für belastende Gefühlszustände finden: Musik, Malen, Rollenspiel, Trommeln, usw. - Entspannungstechniken: u. a. autogenes Training, Massage, mentale Übungen - Gesprächskreise
Nutzung therapeutischer Hilfsmittel und Geräte
Therapeutische Hilfsmittel und Geräte individuell und adäquat nutzen
Selbstständiges An- und Ablegen von Hilfsmitteln - Räumlichkeiten für den Pflegevorgang arrangieren (Ästhetik, Raum für Drehungen von Rollstühlen; Erreichbarkeit der Utensilien) - Körperliche Entlastung des betreuenden Personals durch rückenschonende Geräte und Hebetechniken, höhenverstellbare Wickeltische, kollegiale Unterstützung - Nutzung der Hilfsmittel nach dem Prinzip ‚Von der Fremdzur Selbsthilfe’ - Zusammenarbeit mit therapeutischen und medizinischen Fachkräften
Nischen
Rückzugsmöglichkeiten finden und gestalten - Nischen im Klassenzimmer: Sessel, abgetrennte Räume, mit Tüchern/Vorhängen hergestellte Zonen, ... - Nischen außerhalb des Klassenzimmers: separate Räume, Tunnelbauten, Tonnen, ... - Verschiedene Betten und Lagerungsmöglichkeiten ausprobieren - Wasserbetten - Ruheecke mit Tüchern, Leuchtketten, Schwarzlicht, Decken, - Schmusetieren, Sandsäckchen usw. gestalten
Personalkompetenz
Verstehen: Verstehen, dass Ruheecken den Zweck verfolgen (können) Entspannungsphasen einzuleiten
Wahrnehmen: Den Schmutz auf dem Boden des Klassenzimmers wahrnehmen
Bemerken: Neue Möbel in der Trainingswohnung der Schule auf ihre Funktion untersuchen
Sozialkompetenz
Beachten: Anderen den Aufenthalt in der Ruheecke gönnen
Akzeptieren: Sich an Regeln der Sauberkeit in der Schule halten
Gestalten: Gemeinsam Möbel in einem Zimmer platzieren
Methodenkompetenz
Verknüpfen: Bestimmte Ruheecken mit bestimmten Lagerungsmöglichkeiten verbinden
Umsetzen: Gelernte Fertigkeiten (z. B. den Boden aufwischen) im Klassenzimmer anwenden
Nutzen: Möbel entsprechend ihrer Funktion nutzen
Sachkompetenz
Kennen: Die Gestaltung einer Nische mit Materialien kennen
Unterscheiden: Geeignete Geräte zur Pflege aussuchen
Entnehmen: Möbel nach deren Verarbeitungsqualität und Design als wertvoll einschätzen lernen
Aufbau von Wohnatmosphäre
Gestaltungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten einer Wohnumgebung kennen - Aspekte der Geborgenheit und Sicherheit - Gestaltung nach Wohlbefinden, nach Notwendigkeiten - Gestaltung einer Wohnung durch Einrichtungsgegenstände: Möbel, Teppiche, Interieur allgemein, Geräte, Bilder, Blumen, Lichter und Kerzen, Nippes - Einzelne Zimmer einer Wohnung unterscheiden, benennen, deren Funktion kennen, einrichten - Klassensaalgestaltung als Projekt, jahreszeitengebunden, zum neuen Schuljahr - Besuch in Einrichtungs- und Möbelhäusern
Nach eigenen Bedürfnissen und Wünschen eine Wohnumgebung gestalten - Gestaltung nach eigenem Geschmack - Ausstrahlung einer Wohnung: Einrichten nach eigenem Stil, z. B. mit Zimmerpflanzen - Räume entsprechend der Funktion einrichten: Schlafzimmer anders gestalten als das Wohnzimmer usw.
Die Wohnumgebung instand halten - Pflege: säubern, putzen, Staub wischen, Staub saugen usw. - Ordnung: Schränke, Schubladen, Regale, Fächer, Taschen, Koffer - Ämterplan der Klasse: kehren, putzen, aufräumen, Tafel wischen, Tisch decken, Geschirr spülen
An- und Ausziehen
An- und Ausgezogen werden geschehen lassen
An- und Ausgezogen werden unterstützen
Sich selbstständig an– und ausziehen - Passiv: Rotationen um die Körperachsen nutzen, Reflexen entgegenwirken, den Kopf vorsichtig bewegen (Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten) - Begriffe schulen durch aktive Handlung: rechts – links, oben – unten, vorne – hinten, innen – außen - Unterscheidungen vornehmen: Unterwäsche, Oberbekleidung, Windeln, Schuhe, Kopfbedeckung, Schutzkleidung - Knöpfe/Verschlüsse öffnen und schließen - Schuhe binden und schnüren (alternativ: Klettverschlüsse) - Ordnung halten: Aufbewahrung im Schrank, in der Schublade, an der Garderobe, begehbarer Kleiderschrank - Falten und zusammenlegen von Kleidungsstücken - Wäsche und Kleidung pflegen und reparieren - Wechsel der Kleidung nach gesundheitlichen und aus hygienischen Gründen - Üben von Fertigkeiten beim Spiel mit Puppen, Kuscheltieren o. ä. - Montessori-Material
Personalkompetenz
Aufmerksam sein: Je nach Wetterlage die richtige Kleidung auswählen
Einstellen auf: Sich auf den festlichen Charakter der Schulentlassfeier einstellen und entsprechende Kleidung aussuchen
Sozialkompetenz
Gestalten: Eigene und fremde Oberbekleidung durch Schals und Anstecker mit anderen gemeinsam verschönern
Kritisieren: Treffende Worte finden für die ungeeignete Kleidung anderer
Teilen: Faschingskleidung untereinander austauschen/ausleihen
Methodenkompetenz
Katalogisieren: Oberbekleidung nach den Kategorien ‚Jacke’ – ‚Hose’ –
‚Hemden’ ordnen
Zeigen: Im Katalog zeigen, welche Kleidung den eigenen Wünschen entspricht
Zuhören: Genaues Zuhören beim Geschichten vorlesen, um Informationen über Indianerkleidung zu erhalten
Sachkompetenz
Schlussfolgern: In Abhängigkeit vom Wetter überlegen, ob eine Regenjacke benötigt wird oder nicht
Beherrschen: Auf die eigenen Kleidung beim Essen während der Schulentlassfeier achten
Unterscheiden: Indianerkleidung von Kleidung anderer Völker unterscheiden
Passende Kleidung
Sich nach dem Wetter und der Jahreszeit, je nach Wetterlage kleiden - Gefühl entwickeln für die richtige Kleidung - Warme und luftige Kleidung situativ angemessen aussuchen - Gründe für die Kleiderwahl kennen - Sonnebrille, Handschuhe, dicke Socken usw. zur normalen Kleidung tragen
Sich zu besonderen Anlässen kleiden - Anlässe unterscheiden und entsprechend kleiden: Theaterbesuch, Hochzeit, Konzert, Fasching, Halloween, Fußballspiel, Werkraum - Sport- und Badekleidung nach der jeweiligen Aktivität aussuchen - Größe und Umfang von Kleidungsstücken und Schuhen (Maßtabellen anlegen, Rat von Verkäufern einholen) - Vergleich von Markenartikeln mit No-Name-Artikeln (Qualität, Preis) - Schuhe unterscheiden: Arbeits-, Freizeit-, Haus-, Sport-, Straßen- und Wanderschuhe - Verschiedene Jacken, Hosen, Hemden usw. voneinander unterscheiden - Kleidung als Ausdrucksmittel: Musikszene, Zugehörigkeit zu Gruppen, Modezwang - Kleidung als Schmuck: Schönheitssinn, Farbzusammenstellung, Modetrends - Kleidung als individueller Ausdruck: persönlicher Stil, mit Markenartikeln
Kleidung im Alltag wahrnehmen - Bummeln gehen, Schaufenster anschauen, Auslagen begutachten - Besuch von Bekleidungsgeschäften mit und ohne Einkauf - Zeitschriften, Musikvideos als Ideengeber - Eine eigene Modezeitschrift herstellen - Modenschau besuchen bzw. selbst aufführen
Berufs-, Arbeits-, Freizeitkleidung und festliche Kleidung unterscheiden - Berufskleidung/Uniformen kennen: Feuerwehr, Polizei, Postbote, Krankenschwester, Bergmann, Soldat u. a.
Kleidung in anderen Kulturkreisen
Kleidung anderer Kulturkreise kennen lernen - Kleidung anderer Völker: z. B. Inder, Chinesen, Ägypter, Germanen, Indianer, Afrikaner, Wüstenbewohner - Unterschiede/Gemeinsamkeiten und Typisches feststellen: z. B. bei Trachten, Sporttrikots, festliche Kleidung - Kleidung als Ausdruck religiöser Einstellungen: Mönche/ Nonnen/Bischöfe, Muslime (u. a. Kopftücher), Buddhisten - Historische Kleidung: z. B. Höhlenmenschen, Neandertaler, im Mittelalter, im Barock, um die Jahrhundertwende, in der Flower-Power-Zeit
Sinneseindrücke
Körperempfindungen wahrnehmen
Sinneseindrücke lustvoll erleben
Lustempfinden kanalisieren - Aufbau eines Körperschemas - Körperwissen entwickeln: Wo ist mein Penis, meine Scheide? Was passiert beim Streicheln von Penis und Scheide? u. a. m. - Körperempfindungen beobachten und ausdrücken: Was ist schön/weniger schön?, was gefällt mir/was gefällt mir nicht? (z. B. Körperkontakt allgemein, bewusste Berührungen, streicheln, massieren, einkremen, Händchen halten, umarmen, drücken, schmusen, küssen) - Lustempfinden bewusst erleben: kribbeln fühlen und bewerten, „Schmetterlinge im Bauch“ - Um Reaktionen des eigenen Körpers wissen: z. B. Schwitzen, Rot-Werden, Erektion - Neugier befriedigen - Eigenes und gegenseitiges Massieren, Einkremen, Streicheln - Mit Körperfunktionen wie Menstruation, Toilettengang usw. respektvoll umgehen - Entspannungstechniken, autogenes Training, Fantasiereisen - Massagen.
Personalkompetenz
Spüren: Auf der Haut die eigenen Hände spüren
Aufmerksam sein: Sich Situationen merken, die Jungen zum Weinen/Mädchen zum Brüllen bringen
Einstellen auf: Durch die unterstützenden Hände in eine ruhige und gleichmäßige Atmung kommen
Ausdrücken: Mimisch, gestisch oder durch Sprache Zufriedenheit oder Missfallen anderen mitteilen
Genießen: Sich durch die Massage entspannen
Zulassen: Ungeschickte Hilfeleistungen unkommentiert zulassen
Fühlen: In einem Brief einer Freundin die eigene Traurigkeit über den Tod des Hamsters mitteilen
Sozialkompetenz
Ablehnen: Streicheln, das nicht lustvoll erlebt wird, durch deutliches Nein“-Sagen ablehnen
Verantworten: Einen zarten und behutsamen Händedruck beim Streicheln anwenden
Helfen: Andere in den Arm nehmen, wenn sie traurig sind
Beachten: Sitz- und Lagepositionen aufeinander abstimmen
Akzeptieren: Die Massage nicht mit dem Wunschpartner durchführen
Nutzen: Um Hilfe beim Fahren über den Bordstein bitten
Fürsorglich sein: Durch einen Brief Freundschaft gestalten
Methodenkompetenz
Entwickeln: Durch geeignete Lagerungsmöglichkeiten Methoden finden, Streicheln sinnlich wahrnehmen zu können
Vergleichen: Verschiedene Eindrücke des Streichelns miteinander vergleichen
Ausleben: Zorn und Wut, ohne andere zu gefährden, ausleben
Abbauen: Blockaden durch die angenehme Atmosphäre und den Kontakt zum Partner nach und nach abbauen
Verknüpfen: Zwischen Massage und der eigenen Entspannung einen Zusammenhang herstellen
Reflektieren: Im Gespräch Erfahrungen über erlebte Hilfestellungen Fremder bei einem Ausflug austauschen und ein Resümee ziehen
Beherrschen: Die Schriftsprache als Ausdrucksmittel einer Mitteilung einsetzen
Pflegen: Das Grab des verstorbenen Tieres versorgen
Sachkompetenz
Einschätzen: Situationen einschätzen können, in denen gegenseitiges Streicheln angemessen ist
Abschätzen: Situationen abschätzen können, in denen Wut- oder Gefühlsausbrüche angebracht sind
Entnehmen: Den begleitenden Worten die folgenden Atemübungen entnehmen
Kennen: Verschiedene Massagegeräte kennen
Wissen: Um die Vor- und Nachteile einer Hilfestellung wissen
Wissen: Wissen, dass der Briefträger den Brief an die richtige Adresse weiterleiten wird
Wissen: Wissen, warum tote Tiere nicht in der Wohnung behalten werden dürfen
Geschlechtlichkeit
Die eigene Geschlechtlichkeit wahrnehmen - Unterschiede von Mann und Frau (Körperbau, Aussehen, Körperhaltung usw.) - Erfahrungen mit dem eigenen Körper sammeln: Wie fühlt sich die eigene Haut an verschiedenen Stellen an?, wie nehme ich einen Körperteil mit und ohne Stimulation wahr? - Wie unterscheidet sich mein Arm von meinem Penis, wie der Bauch von meiner Scheide? u. ä.
Die eigene Geschlechtlichkeit akzeptieren, gestalten und leben - Kleidung, Aussehen, Schminke - Zärtlichkeiten - Achtung vor Anderen - Veränderungen des Körpers wahrnehmen, damit leben lernen - Die gegengeschlechtlichen Anteile der eigenen Persönlichkeit akzeptieren (z. B. auch: Jungs dürfen „weich“ sein, Mädchen dürfen „hart“ sein) - Bedürfnisse einerseits einfordern und anderseits zeitlich aufschieben lernen (Kompensationsmöglichkeiten finden) - Selbstbefriedigung als eine Möglichkeit von Bedürfnisbefriedigung reflektieren (Zeit, Raum und Art gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern besprechen, verantwortbare Möglichkeiten aufzeigen)
Vom Ich zum Du
Erfahrungen der eigenen Geschlechtlichkeit in eine Beziehung einbringen - Stellenwert der Sexualität im eigenen Leben einschätzen - Achtsamen Umgang miteinander pflegen - Erfahrungen und Erlebnisse vertrauensvoll miteinander austauschen - Jemanden um Hilfe bitten, um Rat fragen (Mitschülerin/ Mitschüler, Lehrkraft, Freundin/Freund)
Zärtlichkeiten gemeinsam besprechen, anbahnen, erleben - Aspekte des Lebens als Frau und Mann - Geschlechterrollen ausloten und reflektieren - Typische und untypische Verhaltens- und Ausdrucksweisen der Geschlechtlichkeit von Mann und Frau - Berühren, Streicheln und Zärtlichkeiten erleben, erlauben oder ablehnen, reflektieren - Erlaubnis des Gegenübers für Annäherungen, Zärtlichkeiten, Petting usw. einholen - Ein „Nein“ akzeptieren - Möglichkeiten für Berührungen, Streicheln und Zärtlichkeiten mit Schülerinnen und Schülern besprechen - Verantwortbare Möglichkeiten für Zärtlichkeiten und Petting aufzeigen - Um den Orgasmus wissen
Hindernisse
Hindernisse bewältigen, damit leben - Körperliche/motorische Beeinträchtigungen und Behinderungen - Geschlechtskrankheiten (u. a. Aids) - Infektionskrankheiten (Hepatitis u. a.) - Sexueller Missbrauch: professionelle Hilfe einholen (örtliche Vereine gegen sexuellen Missbrauch, Kinderschutzbund) - Gesprächsangebote für Schülerin/Schüler (Freunde, Vertrauenslehrer, Kontakte zu außerschulischen Gruppen) - Vorgehensweise als Lehrerin/Lehrer mit beratenden Personen und Institutionen abstimmen: Kollegen, kirchliche Organisationen, Pro Familia, geschulte Ärzte, Vereine gegen sexuellen Missbrauch usw. - Prävention: gute und schlechte Geheimnisse unterscheiden lernen, Neinsagen lernen
Atmung
Günstige Rahmenbedingungen schaffen - Ruhige und wohltuende Atmosphäre (Musik, Bilder, Dias, u. a.) - Störungsfreie Räume und Situationen - Lage- und Sitzpositionen vorbereiten (Decken, Sitzkissen, Keile und Halterungen, Auspolsterungen, Wände und feste Teile des Zimmers als Lehne) - Nach Bedarf: Benutzung von Ölen, Cremes, Vaseline
Mit Unterstützung atmen - Mit Unterstützung der Lehrkraft atmen: Streichbewegungen im Atemrhythmus über den ganzen Körper/über den Oberkörper/über den Brustkorb/von oben nach unten/von innen nach außen - Druckbewegungen im Atemrhythmus auf dem Brustkorb/der Bauchdecke/in Bauchlage/in Rückenlage - Rüttelnde und schüttelnde Bewegungen einer Hand/eines Materials an einer Körperstelle oder mit verschiedenen Aktionsradien - Groß- und kleinflächige Aktionsradien einsetzen, z. B. auf einer bestimmten Körperstelle Druck ausüben bzw. streichen, nur an den Schultern entlang streichen, den ganzen Körper berühren - Nach Absprache mit therapeutischen Fachkräften
Frei atmen, den Atem bewusst wahrnehmen - Selbstständig frei atmen: ohne Bekleidung, mit leichten Tüchern/Decken/den eigenen Händen auf dem Brustkorb/der Bauchdecke, in Bauch- oder Rückenlage - Atmung bewusst erleben: Lehrkräfte unterstützen Atemzug mit Lauten und Geräuschen; aktives Ausatmen mit Tönen, Summen, Lauten - Atmung in bestimmten Situationen erleben und reflektieren: während Ruhe- und Anspannungsphasen, nach Bewegungsübungen, bei Musik, bei Freude und Angst - Atmung selbst über Atemtechnik (z. B. tief Luft holen, mehrmals hintereinander atmen) zur Beruhigung einsetzen - Verschiedene Atemtechniken erlernen und anwenden: Rippenund Zwerchfellatmung, Atemfrequenz, Atemvolumen
Mit einer Partnerin/einem Partner atmen - Sitzpositionen: nebeneinander, hintereinander, Rücken an Rücken, Rücken an Bauch - Partner auswählen, Absprachen treffen, Bewegungen ausmachen (z. B. streichen über die Schultern von oben nach unten)
Urvertrauen/ Geborgenheit
Urvertrauen und Geborgenheit spüren
Geborgenheit weitergeben - Befriedigung der Vital- und Grundbedürfnisse - Angenommensein erleben: gehalten werden, getragen werden, gelobt werden, motiviert werden, liebevolle Zuwendung erfahren - Geborgenheit genießen: gemeinsam schweigen, gemeinsame Gespräche, gemeinsamer Körperkontakt, Zuwendung spüren - Lernen sich auf Beziehungen einzulassen - Zur Ruhe kommen: z. B. bei Musik, beim Massieren, beim Schlafen, durch den Kontakt zum Partner - Nischen, Ruheecken, Kokons bauen/Räume abdunkeln (Kerzen oder gedämpftes Licht), Musik, Düfte, Tücher als Dekoration, Dias, Kristallisationsprojektor - Störungsfreie Atmosphäre schaffen (Geräusche aus-/ abschalten, „Bitte nicht stören“-Schilder, Absprachen tätigen, Stundenplan abstimmen - Auf dem Wasserbett entspannen: mit und ohne Musik/Begleitung/Sinnesanregungen, zum Wachen und zum Schlafen - Entspannungs-/Meditationsmusik (im Herzschlagrhythmus, 60 Schläge pro Minute) - Massage und Meditationsübungen ) 7
Gestalt annehmen
Sich seiner selbst bewusst werden und sein - Sich selbst spüren und wahrnehmen - Wünsche/Bedürfnisse erkennen und mitteilen - Über eigene Handlungen und Gedanken nachdenken/ reflektieren - Selbstständigkeit lernen und durchführen - Durch andere lernen - Lernenkönnen als Kompetenz ansehen
Werte und Einstellungen herausbilden - Normen annehmen und verstehen: Regeln aufstellen und einhalten, Verträge abschließen und einhalten - Prioritäten in den eigenen Handlungen setzen - Vorlieben und Schwächen kennen und damit umgehen können - Selbstbestimmung (er)lernen - Vorbilder/Idole/Verhalten hinterfragen (Musik, Sport, Politik, Kunst, Gesellschaftsgruppen, Starkult usw.)
Verantwortung tragen - Menschen achten - Tiere und Pflanzen verantwortungsvoll behandeln - Sich für Personen einsetzen: z. B. für Freunde, zur Streitschlichtung, für Gerechtigkeit; Patenschaften für Mitschülerinnen/Mitschüler übernehmen - Sich für Tiere und Pflanzen einsetzen: z. B. Mitgliedschaft im Tierschutzverein, Patenschaften übernehmen für Tiere oder Pflanzen in der Schule, für Aufgabengebiete (z. B. Verwaltung des Schulgartens, Einkauf für den Kochunterricht usw.) - Sich für Ideen und Inhalte einsetzen: z. B. Hobbys anderen erklären, für einen (Fußball-)Verein engagieren, (politische) Themen vertreten - Anderen eine Freude bereiten - Gespräche mit Gleichaltrigen/Älteren und Jüngeren führen - Schüler als Streitschlichter und Richter - Wahl als Klassensprecher/in und als Schülersprecher/in
Umgang mit der eigenen Behinderung
Um die eigene Behinderung wissen
Mit der eigenen Behinderung leben (lernen) - Körperliche Möglichkeiten und Grenzen kennen und damit umgehen - Eigene Behinderung kognitiv bewältigen - Gefühlsmäßige Einstellung zur eigenen Behinderung gewinnen - Probleme bewältigen: Lösungen suchen und umsetzen, Informationen sammeln, andere Betroffene fragen - Frustrationen meistern – Möglichkeiten der Kompensation finden (z. B. Freundschaften schließen, Musik hören, Bewegung einsetzen) - Gespräche mit Ärzten, Therapeuten, Eltern/Erziehungsberechtigten gemeinsam mit dem betroffenen Kind oder Jugendlichen führen, deren Position und Meinung integrieren, akzeptieren und bedenken
Die Öffentlichkeit über das eigene Leben mit einer Behinderung informieren - Partnerschaften mit anderen Schulen (z. B. mit der nächstgelegenen Grundschule)
Beziehungen leben
Beziehungen gestalten - Möglichkeiten der Kontaktaufnahme kennen: Blickkontakt, Begrüßungsformeln, Freundlichkeit, Nähe herstellen - Eigene Wünsche, Stimmungen, Gefühle nonverbal/verbal mitteilen - Die Befindlichkeiten Anderer bemerken - Einstellungen, Wünsche usw. Anderer nonverbal/verbal begleiten
Tod und Sterben
Lebenszusammenhänge verstehen und erkennen - Herzschlag, Atmung bewusst wahrnehmen - Menschen entwickeln sich, wachsen, altern - Die Natur folgt einem festgelegtem Ablauf: z. B. blühen – Früchte tragen – verwelken - Die Sonne geht auf und wieder unter (Mondphasen, Sterne) - Dinge verändern sich: Häuser werden gebaut und wieder abgerissen, Rollstühle müssen angepasst werden,... - Dinge bleiben unverändert: Berge, Schulgebäude,... - Sich an den Schönheiten des Lebens freuen: Gedanken, Natur, Musik, Bilder, Bücher, Mitmenschen, Gegenstände - Zweifel, Fragen, Sorge und Ängste ausdrücken: Gesprächspartner/in oder Vertauensperson finden - Aufeinander Rücksicht nehmen - Verantwortung übernehmen für Menschen, Tiere, Pflanzen, Gegenstände und sorgsam mit ihnen umgehen - Am Leben in Gemeinschaften bewusst teilnehmen: Familie, Kirchen, Vereine,...
Abschiede bewusst erleben und gestalten - Abschied von den Eltern bei einer Schulfahrt - Umzug in eine neue Umgebung, einen neuen Wohnort - Abschied von einem Urlaubsort - Schulwechsel eines Mitschülers - Spielsachen weggeben, verlieren - „Unnütze“ und „wertvolle“ Dinge wegwerfen
Erkennen, dass alle Menschen sterben - Frage nach dem/über den Tod stellen: z. B.: Wo ist nun die tote Oma? Was erwartet uns nach dem Tod? Wohin gehen wir nach dem Tod? - Angst vor dem Tod ausdrücken - Den Tod thematisieren: Tod eines Haustiers, eines Mitschülers, von Angehörigen - Einen Verlust gefühlsbetont mitteilen und reflektieren (Menschen, Tiere, Pflanzen, Gegenstände) - Sterben in der Natur wahrnehmen und erleben: Blumen verblühen, Blätter fallen vom Baum, Kompost verwittert - Tod durch Kriege, Vertreibung, Mord - Tod in der Literatur, im Theater - Tod im Fernsehen und in anderen Medien - Besuch auf dem Friedhof, Grabpflege
‚Tod’ und ‚Sterben’ bewusst und handelnd verarbeiten
Vorstellungen/Ahnungen/Erkenntnisse umsetzen in geeignete und sinnvolle Methoden: - Musik (selbst komponieren, Musik selbst spielen, Musik hören); Malen (nach Motiven malen, frei malen, mit Musik malen); Bewegung (Gefühle darstellen/tanzen); Körperhaltungen (verschiedene Haltungen ausprobieren und dabei Stimmungen/Gefühlen nachspüren); Pantomime - Trauern können: sich an Situationen erinnern, in denen selbst getrauert wurde - Gefühle zulassen und ausdrücken: Wut, Zorn, Überraschung, Mutlosigkeit, Sprachlosigkeit, Angst, Verzweiflung - Hoffnungen äußern und reflektieren - Rituale des Trauerns kennen und verstehen: Weinen, Trösten, Gedenken, Kirchenbesuche, Grabpflege - Briefe an Tote schreiben: an und für tote Angehörige, darin offene Fragen stellen, eventuell „anklagen“ - Texte schreiben: Märchen, Theaterstücke
Sterbebegleitung annehmen - Geborgenheit spüren - Gespräche führen - Hilfe und Erfahrungen einholen: Hospiz-Bewegung, Sterbebegleitung der Krankenhäuser und Altenpflegeheime, Seelsorge durch Pfarrer und Pastoren bzw. bei kirchlichen Stellen (Behindertenseelsorge) etc.
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Saarland, Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft — Lehrplan für die Schule für Geistigbehinderte, Gesamtausgabe 2004. Kompetenztexte aus der Quelle übernommen; die amtliche Originalfassung ist verbindlich.
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