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Übergeordnete Lernziele – 1.1 Lernzielbereich Sprache und Literatur
Kenntnis wichtiger formaler (ionischer Dialekt im Unterschied zum attischen Dialekt) und syntaktischer (reihender Stil) Merkmale der Historien Herodots.
Kenntnis wesentlicher Stilmittel und ihrer Funktion / Wirkungsabsicht.
Einblick in die für die Erzählstruktur typischen Darstellungsprinzipien (Dramatisierung, Veranschaulichung, direkte, indirekte Rede, Detailschilderungen).
Einblick in die Funktion der frei komponierten Rede (Verlebendigung, Dramatisierung, Charakterisierung, Anschein der Authentizität).
Kenntnis der Entwicklung der griechischen Historiographie in ihren Grundzügen bis zu Herodot (ionische volkstümliche Erzählkunst – Logopoioi – ionische ἱστορίη – Logographen).
Kenntnis der verschiedenen Bestandteile des herodoteischen Werkes (ethnologischgeographische Beobachtungen, weltgeschichtlicher Gegensatz zwischen Griechen und Persern, Novellen).
Kenntnis der wichtigsten Quellen, aus denen sich Herodots Werk (z.B. ἱστορίη, Logographen wie Hekataios, Weltsicht der Tragödie) speist.
Wissen, dass es sich bei den Historien Herodots um das erste zusammenhängende Geschichtswerk handelt.
Wissen, dass antike Historiographie nicht moderner wissenschaftlicher Geschichtsschreibung entspricht.
Einblick in die Kontinuität literarischer Motive (z.B. Meisterdieb, Märchenmotive, Hybris).
Übergeordnete Lernziele – 1.1 Lernzielbereich Sprache und Literatur – fakultativ
Kenntnis des Geschichtsschreibers Thukydides und der Merkmale seines Werkes.
Einblick in die literarische Rezeption (Bsp. „Der englische Patient“).
Übergeordnete Lernziele – 1.2 Lernzielbereich Gesellschaft, Staat, Geschichte
Kenntnis der wichtigsten Daten und Fakten aus der Biographie Herodots.
Einblick in die historischen Voraussetzungen (Perserkriege) und den historischen Kontext des 5. vorchristlichen Jahrhunderts.
Wissen, dass der historische Kontext und biographische Stationen (z.B. Begegnung mit Sophokles) erheblichen Einfluss auf das herodoteische Werk hatten.
Einblick, dass das Geschichtsbewusstsein Herodots von dem Übergang zwischen Tradition (z.B. Bericht von Sagenund Märchenhaftem) und Fortschritt bzw. kritischer Distanz zu dieser Tradition (z.B. Anführen „rationaler“ Argumente, Referieren mehrerer Quellen) geprägt ist.
Übergeordnete Lernziele – 1.3 Lernzielbereich Grundfragen menschlicher Existenz
Wissen, dass die Novellen in einem größeren Zusammenhang stehen und eine Deutung von Geschichte bieten.
Aufmerksamkeit für das Spannungsverhältnis zwischen Moralität und persönlicher Zielsetzung.
Erkenntnis, dass ‚moralische Zwickmühlen’ bzw. tragische Gewissenskonflikte Bestandteil menschlichen Lebens sind.
Einsicht in die Relativität der Beurteilung menschlichen Glücks.
Einsicht, dass Menschen in der Lage sind, auf eine persönliche tragische Situation mit einem neuen Verhaltensmuster zu reagieren.
Erkenntnis, dass der Mensch häufig erst durch leidvolle Grenzsituationen Einsicht gewinnt.
Erkenntnis, dass der Mensch nach einer ‚höheren’ Erklärung für erlittene Schicksalsschläge sucht (Gottheit, Schicksal als höhere Instanz, Hybris, Verflechtung von Schicksal und Schuld).
Fähigkeit, beim Vergleich von Sachverhalten damals und heute Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen und sich gleichzeitig den eigenen Standpunkt bewusst zu machen.
Feinlernziele – Etappe 1
werden mit den wichtigsten Besonderheiten des ionischen Dialekts vertraut.
kennen das zentrale Thema der Historien Herodots (Gegensatz Griechen – Perser).
erkennen im Vergleich zwischen dem Proöm des herodoteischen Werkes und dem der homerischen Odyssee formale Übereinstimmungen (ionischer Dialekt).
entdecken die unterschiedliche Rolle des Autors: 1. Zurücktreten hinter der göttlichen Inspiration (Hom.); 2. Selbstbewusste Darstellung der eigenen Leistung (Hdt.).
Feinlernziele – Etappe 2
sehen, dass Herodot seine Protagonisten durch erfindungsreichen Intellekt (μηχανᾶσθαι, τεχνᾶσθαι, πολυφροσύνη) schwierige Situationen auf erstaunliche Weise meistern lässt.
erkennen, dass das Handeln dieser Personen von Herodot wertfrei und (meistens) ohne persönliche Stellungnahme dargestellt wird.
Feinlernziele – Etappe 3
sehen, dass Kandaules einerseits von der Macht des Schicksals bestimmt wird (χρῆν Κανδαύλῃ γενέσθαι κακῶς).
dass er andererseits durch seine Hybris (ὑπερ-ἐπαινέων) sich ebendieses Schicksal selbst zufügt.
erkennen, dass Gyges, der sich in einem moralischen Gewissenskonflikt befindet, einer tragischen Wertpolarität unterworfen ist (Recht-Leben).
erkennen, dass Herodot auf die aporetische Frage nach der Willensfreiheit keine Antwort gibt.
erkennen, dass Schuld und Sühne in archaischer Art als gentilizisches Phänomen gesehen werden (Sturz des Kroisos als Vergeltung für die Untat seines Vorfahren Gyges => Etappe 4).
erkennen stilistische Mittel, mit denen der tragische Konflikt eines Menschen dargestellt wird.
Feinlernziele – Etappe 3 – fakultativ
erkennen im Vergleich der beiden Novellenversionen bei Herodot und Platon die mythenkritische Verfahrensweise des Historikers, der märchenhafte Züge ausschaltet.
sehen, dass bei Platon die Form (indirekte Rede!) hinter die Absicht zurücktritt, in einem Gedankenexperiment die Verführbarkeit des philosophisch nicht gebildeten Menschen aufzuzeigen.
erkennen, dass der Film „Der Englische Patient“ auf verschiedenen Ebenen Analogien und Bezüge zu dem Werk Herodots aufweist.
vertiefen ihre aus der Herodotlektüre gewonnenen Kenntnisse der Gyges-Novelle durch die kontrastive Beschäftigung mit der Filmversion.
Feinlernziele – Etappe 4.1
dass Herodot in Solon und Kroisos zwei archetypische Lebensformen gestaltet: 1. den Weg der θεωρία, der zur σοφία führt; 2. den Weg des πλοῦτος, der nicht wirklich ὄλβιος (im Sinne von εὐδαίμων) werden lässt.
dass die Erzählung dreistufig aufgebaut ist: Beispiel des Tellos – Beispiel Kleobis / Biton – belehrendes Element.
dass im Tellos-Bios der Ich-Bezogenheit des Autokraten Kroisos die Polis-Bezogenheit des (attischen) Tellos gegenübergestellt wird.
dass in der Erzählung von Kleobis und Biton zwar der „griechische Pessimismus“ ziemlich unverhüllt zutage tritt.
dass die Geschichte aber auch eine über den lebensverneinenden Pessimismus hinausgehende Deutung zulässt, insofern Kleobis und Biton (wie Tellos) die Pflichten eines πολίτης vorbildhaft erfüllen und den Tod als Geschenk der Gottheit im Augenblick des Triumphs ihrer höchsten Lebensleistung erfahren.
Anhand der zentralen Aussage Solons, die Gottheit sei φθονερόν τε καὶ ταραχῶδες, erkennen die Schülerinnen und Schüler, dass 1. diese Gottesvorstellung anthropomorph-mythisch ist; 2. dass sie nur dem subjektiven Empfinden eines „Geschädigten“ entspringen kann; 3. dass der Mensch grundsätzlich für jeden „Schaden“, der ihm zugefügt wird, eine (nicht rationale) Erklärung sucht; 4. der Mensch durch Eingreifen der Götter in seine Schranken verwiesen wird.; 5. dass Solons Menschenbild geprägt ist vom Wissen um die Unbeständigkeit menschlichen Lebens und um die unüberwindbare Distanz zwischen Mensch und Gottheit.
Feinlernziele – Etappe 4.2
die Gottheit nicht allein bei moralischer Schuld (Gyges), sondern auch bei jeder Art der Selbstüberschätzung / Hybris eingreift (vgl. ggf. auch Polykrates).
der Mensch sich einerseits einem unausweichlichen Schicksal ausgesetzt sieht.
er andererseits aus dieser Erkenntnis (αἴτιος...θεῶν κού τις) heraus auf Rache an seinem Gegenüber verzichtet.
die Haltung des Kroisos einen sittlichen Fortschritt darstellt, da er das archaische Bewusstsein (vgl. den sprechenden Namen „Adrastos“!) überwindet, das zwischen äußerlicher Verursachung und moralischer Schuld nicht unterscheidet.
Feinlernziele – Etappe 4.3
Wortwahl wie auch Satzstrukturen die emotionale Anteilnahme Herodots spiegeln (Beispiele: Chiasmus, Antithesen, Alliteration, Homoioteleuton, komplexer Periodenbau, u.a.).
Herodot den Tod als eine den Menschen erschütternde Grenzsituation darstellt, die von Selbstüberschätzung befreien kann.
die Erfahrung des Leids („πάθει μάθος") den Kern des Menschen ergreift und somit theoretischer Belehrung (wie in der Begegnung Solon – Kroisos) überlegen ist.
Herodot den Leser auf die gemeinsame (ἄνθρωπος als Leitmotiv) „Ausgesetztheit an die Sterblichkeit“ und „Solidarität der Hinfälligkeit“ (Schadewaldt) hinweisen will. höchstem Ziel des Menschen durch sein Postulat der Friedenspolitik (I, 87, 4) überwindet.
würdigen, dass Herodot die archaische Vorstellung vom Ruhm als höchstem Ziel des Menschen durch sein Postulat der Friedenspolitik (I, 87, 4) überwindet.
Feinlernziele – Etappe 5
sind in der Lage, Leben und Werk Herodots entwicklungsgeschichtlich einzuordnen.
erkennen die wichtigsten Leitgedanken und Ideengeber des Autors: die intellektuelle Einstellung: ἱστορίη, μῆτις, εἰδέναι, μετάγνωσις; die archaische Weltsicht (Ruhmesvorstellung, gentilizisches Denken); die logographische Tradition (Hekataios); die ionische Kritik (Rationalismus); die attische Tragödie (Schuldprinzip, Tragik); die sophistische Aufklärung.
beurteilen reflektierend die Bezeichnung Herodots als „pater historiae“ durch Cicero (Cic. de leg. I,5) (Trotz aller z.T. ‚modernen’ Einwände Berücksichtigung folgender Aspekte: kritische Methode, ἱστορίη: eigenes Sehen und Hören, Angabe der Quellen und Überprüfung ihrer Glaubwürdigkeit, Verfahren bei widersprüchlicher Quellenlage, Erklärung des eigenen Standpunkts aufgrund „rationaler“ Argumente, Konzentration auf Taten der Menschen, Zurückführen des Geschehenen auf eine αἰτίη; Ordnung, Deutung und kausale Verbindung historischer Ereignisse im Zusammenhang.)
Übergeordnete Lernziele – 1.1 Lernzielbereich Sprache und Literatur
lektürebezogene Festigung und Erweiterung des Wortschatzes und der Grammatikkenntnisse.
Fähigkeit, die syntaktische Struktur komplexerer Sätze zu durchschauen und angemessen zu übersetzen.
Fähigkeit zu sinnvollem und kritischem Gebrauch einer Übersetzung.
Fähigkeit zu einem Übersetzungsvergleich.
Wissen, dass Platon schwierige Sachverhalte und wichtige Vorstellungen in Vergleichen darstellt.
Kenntnis der Position der Politeia im Werk Platons.
Wissen, dass der Dialog das für Platon wesentliche Medium zur Erörterung politischer und philosophischer Fragen war.
Kenntnis des zentralen Themas des Werkes.
Kenntnis und Verständnis der von Platon verwendeten politischen (z.B. die Stände: „Philosophenherrscher“, „Wächter“, Erwerbsstand) und philosophischen (z.B. Kardinaltugenden ‚Weisheit’, ‚Tapferkeit’, ‚Mäßigung’, ‚Gerechtigkeit’; Seelenteile, Ideenlehre) Begriffe.
Kenntnis von und kritische Auseinandersetzung mit wesentlichen staatstheoretischen Aussagen Platons (Entwicklung und Merkmale des Staates, Verhältnis Individuum – Staat, Gefahren und Chancen des Staatsmodells).
Kenntnis der platonischen Ideenlehre und ihrer Funktion im Rahmen der Politeia.
Kenntnis des Begriffes ‚Utopie’ (Gedankenexperiment und Denkmodell).
Wissen, dass die Politeia den Archetyp der politischen Utopie darstellt.
Einblick, dass die literarische Utopie eine Literaturgattung mit unterschiedlichen Ausformungen und Absichten ist, deren gemeinsames Merkmal die literarische Fiktion einer „anderen“ Gesellschaft ist.
Übergeordnete Lernziele – 1.2 Lernzielbereich Gesellschaft, Staat, Geschichte
Kenntnis des historischen Kontextes, aus dem heraus die Politeia verstanden werden muss: Kenntnis der Biografie Platons sowie der wichtigsten Daten zu Werk und Epoche; Wissen, dass Platon als Angehöriger der Adelsschicht zu politischer Tätigkeit prädestiniert war; Wissen, dass Platon aufgrund der politisch-gesellschaftlichen Zustände im Athen des ausgehenden 5. und beginnenden 4. Jahrhunderts auf politische Tätigkeit verzichtet hat.
Fähigkeit, die Politeia aus dem politisch-philosophischen Standpunkt Platons heraus zu verstehen: Wissen, dass Platon seinen Staat als ideales Gegenbild zu der gesellschaftlichen Wirklichkeit seiner Zeit verfasst hat; Erkenntnis, dass Platon von naturgegebenen Unterschieden im Wert eines Menschen ausgeht und dass er ihre Berücksichtigung bei der politischen Einteilung fordert; Erkenntnis, dass Platon ein funktionierendes Staatswesen an ein System harmonisierter Kräfte knüpft; Wissen, dass Platons Idealstaatsentwurf revolutionäre Maßnahmen erforderlich macht (z.B. Beseitigung des Privateigentums, Gleichstellung der Frau, Frauenund Kindergemeinschaft); Erkenntnis, dass das Wohl des Staates Vorrang vor dem Individualwohl hat; Wissen, dass Philosophie, Pädagogik und Politik für Platon untrennbar zusammen gehören; Wissen, dass die Ideenlehre die Voraussetzung für das platonische Staatsmodell darstellt; Wissen, dass sich die Schnittstelle zwischen Ideenlehre und Staatsmodell im Philosophenkönig als Lenker des idealen Staates manifestiert; Wissen, dass die Ideenlehre als Gegenentwurf zu sophistischen Theorien entstanden ist; Wissen, dass Platon mit der Ideenlehre sowohl Individualals auch Sozialethik ontologisch begründet.
Wissen, dass Platon seinen Idealstaat in die Wirklichkeit umzusetzen suchte.
Einblick in spätere Staatstheorien / Staatsutopien.
Übergeordnete Lernziele – 1.3 Lernzielbereich Grundfragen menschlicher Existenz
Einsicht,; dass der philosophischen Frage nach Gerechtigkeit und Glück existentielle Bedeutung zukommt.; dass der platonische Staat an Bedingungen geknüpft ist, die nach heutigem Verständnis höchst fragwürdig und unmoralisch sind (z.B. Eugenik, Zensur); dass die vom modernen Leser empfundenen Züge von Totalitarismus und straffer Staatsräson in Platons Staatsmodell als Merkmale eines gerechten Staates gelten; dass bei allen berechtigten Vorbehalten unserer Zeit die Politeia nach Maßstäben ihrer Entstehungszeit beurteilt werden muss und daher auch ihre Vorzüge (an)erkannt werden können; dass die Thematik überzeitlich ist (Ziele staatlicher Gemeinschaft, Frage nach der besten Verfassungsform, Verfassungsänderungen, Rolle der Familie, Beziehung Staat – Individuum); auf die gleichen grundlegenden Fragen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Antworten gegeben werden; dass Individualethik und Sozialethik sich wechselseitig bedingen; dass das ideale Gegenbild aus der Perspektive der Wirklichkeit in Zweifel gezogen werden muss; dass Idealität nicht zwangsläufig als verbindliches Programm aufzufassen ist, nach dem die Welt „verbessert“ werden soll - also nicht ideologisiert als Leitbild des Handelns - aufzufassen ist, sondern als Zeugnis dafür, dass die Welt grundsätzlich veränderbar ist und dass eine derartige Veränderung Aufgabe des Menschen ist; dass utopisches Denken zur menschlichen Natur gehört; dass die platonische Ideenlehre unser Denken bis in die heutige Zeit nachhaltig beeinflusst hat.
Kenntnis moderner Auseinandersetzungen mit dem platonischen Staat (z.B. Popper) und Fähigkeit, sie zur Politeia Platons in Beziehung zu setzen.
Wissen, dass die Politeia verschiedene Deutungsmöglichkeiten zulässt (z.B. ernstgemeinter Idealstaatsentwurf vs. politische Satire).
Feinlernziele – 1. Etappe
Platons Politeia als Reaktion auf die politischen Missstände im Athen des beginnenden; 4. Jhs. v. Chr. zu verstehen ist.
sich die Entwicklung des platonischen Staatsmodells aus der zentralen Frage „Was ist Gerechtigkeit?“ ableitet.
die Begriffe Recht und Gerechtigkeit (scheinbar) unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten zulassen.
Sokrates dagegen (durchaus im Gegensatz zu den aporetischen Dialogen) entschieden um eine einheitliche und eindeutige Begriffsbestimmung der Gerechtigkeit bemüht ist.
Platon den Krieg als Folge der Übersteigerung menschlicher Ansprüche und eines daraus resultierenden Expansionsstrebens deutet.
sich infolge der Arbeitsteilung drei Stände bilden (Herrscher, Wächter, Gewerbetreibende).
die ständische Gliederung der Struktur der menschlichen Einzelseele entspricht Stand Seelenteil Tugend Funktion Herrscher Vernunft Weisheit Herrschen Wächter Mut Tapferkeit Tapfersein Gewerbetreibende Trieb Besonnenheit Begehren.
Gerechtigkeit nach Platon darin besteht, dass jeder – sowohl Stand als auch Individuum – „das Seine tut“.
die drei Seelenteile als miteinander in ständigem Ringen um die Vorherrschaft begriffen werden.
der Mensch seine niederen Seelenkräfte beherrschen lernen muss, um dem vernünftigen Denken die notwendige Priorität einräumen zu können.
Platon (etwa in seinem Mythos von den verschiedenen Metallen) die Vorstellung einer Werthierarchie unter den Menschen vertritt (Seelenteile verschiedenwertig => Verschiedenwertigkeit der einzelnen Physis, die Zugehörigkeit zu einem der drei Stände bedingt => Hierarchie der Stände).
diese Hierarchie mit Begabung und Leistung des einzelnen begründet wird.
Platon dadurch die in gentilizischem Denken verhaftete Adelsethik korrigiert.
Feinlernziele – 2. Etappe
erweitern ihr lexikalisches Wissen im Bereich der staatstheoretischen Terminologie um politische Begriffe und Wendungen (z.B. Frauenund Kindergemeinschaft, Koedukation, Kommunismus, Staat als Gemeinwesen, Individuum, Staatsutopie).
erkennen, dass die platonische Reformidee neue, ja revolutionäre Einstellungen zur Bewältigung menschlicher Existenz enthält (Güterkommunismus, Beseitigung der Institution „Familie“ für den Wächterstand, fortschrittliche, d.h. gleichberechtigte Stellung der Frau im Wächterstand, Koedukation).
erkennen, dass nur die Gerechtigkeit im Staat (s.o.) zu einer kollektiven Eudaimonie führt.
stellen fest, dass Platon den Bestand des Staates vor dem Bestand des Individuum gesichert wissen will und daher von jedem Bürger verlangt, die ihm zugewiesenen Aufgaben (und nur diese) zu erfüllen: Stände Zugehörige arete Analoge Staatsformen Seelenteile Philosophenkönige σοφία, ἀνδρεία, σωφροσύνη τὸ λογιστικόν Aristokratie Wächterstand ἀνδρεία, σωφροσύνη τὸ θυμοειδές Timokratie Erwerbsstand σωφροσύνη τὸ ἐπιθυμητικόν Oligarchie, Demokratie Tyrannis.
arbeiten heraus, dass die vorgetragenen staatspolitischen Zielvorstellungen auf die Gewinnung und Sicherung einer kollektiven Eudaimonie hin angelegt sind.
erkennen und diskutieren die starke Beschneidung der Entfaltungsmöglichkeiten und Rechte des Individuums durch die staatliche Obrigkeit.
beurteilen die Tatsache, dass in diesem Staat dem Volk die Fähigkeit und Berechtigung zur Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens abgesprochen wird.
wägen Gefahren und Chancen des Staatsentwurfs kritisch gegeneinander ab.
überdenken die platonische Auffassung von Gerechtigkeit und vergleichen sie mit modernen Vorstellungen.
Feinlernziele – 3. Etappe
formulieren in der Frage der Realisierbarkeit des platonischen Idealstaates einen eigenen Standpunkt.
definieren den Begriff Utopie ausgehend von seiner etymologischen Erklärung.
überdenken Voraussetzungen für die Entwicklung utopischer Vorstellungen (z.B. Herausforderung durch soziale Missstände) und erkennen deren Ziel in zukunftsweisender Zeitkritik (Lösungsvorschläge als Anregung zur Verbesserung der gegenwärtigen Welt).
erkennen, dass Platon sein Staatsmodell als Richtwert für die Entwicklung staatlicher Gesellschaften konzipiert hat.
erfahren, dass die Bezeichnung Utopist für Platon insofern unzutreffend ist, als er seine Vorstellungen vom idealen Staat auch in die Praxis umsetzen wollte.
erkennen, dass nach Platon die Idealgestalt des Philosophenherrschers die höchste menschliche Existenzform und damit die Voraussetzung für die Verwirklichung des Idealstaates darstellt.
hinterfragen die Identifikation von philosophischer und politischer Kompetenz.
Feinlernziele – 4. Etappe
werden durch die Lektüre des Sonnengleichnisses in die Erkenntnis und Seinslehre Platons eingeführt (Gegensatz zwischen der sinnlich erfahrbaren Welt des Werdens und der ewig gleichen Welt des Seins, die Sonne als Ursache für Wahrnehmung und Werden im Bereich der sinnlich erfahrbaren Welt ist analoges Abbild und Geschöpf der Idee des Guten, die den denkbaren Objekten Erkennbarkeit und Sein verleiht.).
erweitern anhand des Liniengleichnisses ihre Kenntnis der Ontologie und Erkenntnislehre Platons und erfahren, dass die beiden Seinsbereiche in Stufen gegliedert sind (durch Abschnitte der Linie dargestellt); den einzelnen Stufen, veranschaulicht durch die Länge der Linienabschnitte, steigender Wirklichkeitsgehalt zukommt; entsprechend den Seinsstufen auch die Erkenntnis in Stufen mit wachsendem Wahrheitsgehalt gegliedert ist; der Existenzriss, der die sichtbare Welt von der Welt des Denkens trennt, durch ‚Teilhabe’ überbrückt wird.
erhalten durch Originallektüre und Interpretation des Höhlengleichnisses ein anschauliches Bild vom Platonischen Stufenaufbau des Seins, wie er im Liniengleichnis skizziert war und erfassen dessen ethische Bedeutung: Sie setzen die einzelnen Stufen in Beziehung zu den Abschnitten des Liniengleichnisses.; Sie finden in den verschiedenen Situationen, die der Mensch zwischen Höhlenwand und Anschauung der Sonne durchwandert, die menschlichen Erkenntnismöglichkeiten zwischen völliger Befangenheit in Vorurteilen und höchster Wahrheitserkenntnis symbolisiert.; Sie erkennen als zentrales Anliegen Platons im Höhlengleichnis die Paideia und ihre Rolle für den Aufstieg zur Erkenntnis des wahren Seins.; Sie machen sich bewusst, dass für Platon (entgegen sophistischer Paideia) das Wesen der Erziehung in einer Umwendung des ganzen Menschen besteht.; Sie finden in der sprachlichen Gestaltung Hinweise dafür, dass nach Platons Meinung diese Umwendung und der ganze folgende Aufstieg sich gegen die natürliche Neigung des Menschen vollzieht und nur mit Hilfe anderer möglich ist.; Sie stellen fest, dass nach Platon der Aufstieg zur Schau der Sonne, d.h. der ‚Idee des Guten’, zugleich der Weg zu höchster Eudaimonie ist.; Sie erfahren, dass dieser Aufstieg für Platon notwendige Voraussetzung für jedes vernunftgemäße Handeln und somit Grundlage einer objektiven Ethik ist.
erfassen die Bedeutung, die dem Höhlengleichnis im Gesamtzusammenhang der Politeia zukommt. Sie erkennen, dass Ziel richtiger Politik für Platon die Eudaimonie der gesamten Polis ist; dieses Ziel nur der erreichen kann, der die wahre Ordnung des Seins kennt; dieses Wissen nur wenigen erreichbar ist und diese die Verantwortung dafür tragen, dass die Früchte ihres Wissens der Gesamtheit der Polisgemeinschaft zugute kommen.; dass damit die Herrschaft der Philosophenherrscher legitimiert ist, d.h. der Menschen, die durch die Ideenschau die Voraussetzung für vernunftgemäßes Handeln für sich und andere erworben haben.
Feinlernziele – 5. Etappe
setzen sich abschließend mit der Kritik auseinander, die an Platons Politeia geübt wurde.
stellen die überzeitliche Bedeutung des Platonischen Staatsmodells heraus.
erhalten einen Überblick über spätere Staatsutopien / Staatstheorien (Auswahl).
Übergeordnete Lernziele – 1.1 Lernzielbereich Sprache und Literatur
Kenntnis des Inhalts und Aufbaus der Odyssee und der Stellung des Werkes im trojanischen Sagenkreis.
Kenntnisse von Merkmalen der Gattung Epos und der epischen Sprache: Kenntnis formaler Besonderheiten einer auf mündlicher Überlieferungstradition (oral poetry) beruhenden Dichtung (homerische Kunstsprache z.B. Hexameter, Epitheton ornans, Gleichnis, typische und typisierte Formelverse, Verswiederholungen, Dialektmischung u.a.), literarischer Gestaltungsmittel (z.B. Rahmenerzählung, Rückblende als Mittel der Raffung, Gleichnisse, Leitmotive, Trugrede, Technik der Verfremdung) und inhaltlicher Wesensmerkmale (z.B. Heldensage, anthropomorphes Götterbild) der Gattung Epos; Kenntnis der griechischen Epos-Metrik (Prosodie und Metrik des Hexameters, Auswirkungen auf die sprachliche Form, z.B. durch Mittel der Kürzung und der Dehnung); Fähigkeit, epische Verse metrisch zu analysieren und vorzutragen.
lektürebezogene Festigung und Erweiterung des Wortschatzes und der Grammatikkenntnisse.
Fähigkeit, epische Dichtung mit Hilfen zu erschließen, zu verstehen und adäquat zu übersetzen.
Fähigkeit, behandelte Lektüreabschnitte zu gliedern, zusammenzufassen, zu paraphrasieren.
Fähigkeit zur Rezitation von Versen (fakultativ).
Erweiterung, Vertiefung von Kenntnissen der antiken Mythologie.
Kenntnis literarischer Motive (‚Odyssee’ als Chiffre für Irrfahrt, Besuch der Unterwelt, Trugrede, Anagnorisis, Bogenprobe, Heimkehr, Hybris und Rache).
Fähigkeit, Originaltext und verschiedene Übersetzungen kritisch zu vergleichen.
Kenntnis der homerischen Frage.
Einblick in die Rezeption griechischer Literatur (Weiterwirken der homerischen Dichtung – insbesondere des Odysseus-Bildes – in Literatur und bildender Kunst).
Übergeordnete Lernziele – 1.2 Lernzielbereich Gesellschaft, Staat, Geschichte
Einblick in den kulturellen Hintergrund und die gesellschaftlichen Strukturen der homerischen Welt Kenntnis des Problems der geographischen Lokalisierung einzelner Etappen (Archäologie ↔ Dichtung).
Einblick in die Götterwelt und das Menschenbild der Odyssee (innere u. äußere Kräfte, Entscheidungsfreiheit, Verkörperung eines neuen Heldenideals).
Übergeordnete Lernziele – 1.3 Lernzielbereich Grundfragen menschlicher Existenz
Einblick in Krisensituationen eines Menschen und in deren Bewältigung durch einfallreichen Verstand.
Verständnis für die Verantwortlichkeit des Menschen gegenüber einer anerkannten normativen Macht (Gewissen, Gottheit).
Einsicht in die Eigenverantwortlichkeit menschlichen Handelns.
Kenntnis des menschlichen Bedürfnisses nach Selbstfindung (‚Identität’) und Geborgenheit.
Wissen, dass der Mensch zur Befriedigung dieses Bedürfnisses große Widerstände zu überwinden und Verlockungen zu widerstehen bereit ist.
Einsicht, dass planendes Kalkül den Vorzug vor emotionalem Handeln verdient.
Einsicht in die Ambivalenz der πολυτροπία.
Feinlernziele – 1. Etappe
erkennen, dass die unter dem Namen Homers überlieferten Epen Ilias und Odyssee zwar die früheste Form griechischer Literatur, zugleich aber auch den Höhepunkt einer Entwicklung darstellen, an deren Beginn die mündliche Weitergabe von Heldenliedern steht.
erfahren, dass die formalen Charakteristika dieser frühen Dichtungen der mündliche Vortrag (unter Begleitung eines Saiteninstrumentes), Versdichtung und die Improvisation unter Verwendung zahlreicher formelhafter Elemente und Erzähltechniken waren.
festigen ihr Wissen des daktylischen Hexameters, indem sie epische Verse metrisch analysieren und vortragen.
lernen die wichtigsten Besonderheiten des ionisch-äolischen Dialekts und der epischen Kunstsprache kennen.
erhalten einen Überblick über den Inhalt und die verschlungene Komposition der Odyssee (Lehrervortrag, Referat).
wissen, dass ‚Odyssee’ eine Chiffre für Irrfahrt geworden ist.
Feinlernziele – 2. Etappe
wiederholen, dass das Selbstbewusstsein des Dichters hinter die göttliche Inspiration zurücktritt (vgl. Herodot).
lernen drei für Odysseus kennzeichnende Merkmale kennen (Irrfahrer, „Wendiger“, d.h. Listiger, Vielduldender).
erfahren, dass πολυτροπία („Vielgewandtheit“) die Fähigkeit ist, jede noch so ausweglose Situation zu meistern.
erkennen, dass das zentrale Thema der Odyssee die Heimkehr des Odysseus ist.
erkennen, dass das Geschehen der Odyssee auf der Menschenund Götterebene abläuft.
stellen fest, dass den Menschen selbst die Verantwortung für ihr Handeln und das aus Hybris resultierende Leiden zugeschrieben wird.
erfahren, dass dadurch die göttliche Vorherbestimmung relativiert wird.
erfahren, dass diesen neuen Vorstellungen über eigenverantwortliches Handeln der Menschen das Verhalten der Götter entspricht, deren Intervention vornehmlich in Mahnungen und Ratschlägen besteht.
Feinlernziele – 3. Etappe
die Götterversammlung zwar auf Drängen Athenes die Heimkehr des Odysseus beschlossen hat und damit den Handlungsimpuls auslöst, dass sich Odysseus aber auch aus eigener Initiative zur Heimkehr entschließt.
Kalypso nur ungern den Weisungen der olympischen Götter folgt.
diese menschliche Reaktion der Kalypso Kennzeichen eines anthropomorphen Götterbildes ist.
sich Odysseus bereits vor dem Eingreifen der Götter innerlich von der göttlichen Nymphe gelöst hat und selbst verlockende Angebote (Unsterblichkeit, Aussicht auf ewige Jugend und sorgenfreies Leben) ihn nicht davon abhalten können, die Chance zur Heimkehr zu nutzen.
Odysseus zum Zwecke der Heimkehr sogar größte Strapazen mit ungewissem Ausgang auf sich nimmt.
das Motiv für dieses Handeln in der Sehnsucht nach Ehefrau und Heimat, d.h. nach wirklicher Geborgenheit besteht.
Feinlernziele – 4. Etappe
die Begegnung mit Nausikaa und der weitere Aufenthalt bei den Phäaken eine erneute Versuchung darstellt, die Heimkehr zu vergessen.
Odysseus’ Schutzgöttin Athene zugunsten ihres Schützlings in das Geschehen eingreift.
Nausikaas Handeln gegenüber dem Hilfesuchenden von unheroischer Menschlichkeit geprägt ist.
der nackte, ungepflegte Odysseus erst durch Nausikaa ein menschenwürdiges Aussehen erhält und wieder in der Zivilisation Fuß fassen kann.
das Verhalten des Odysseus und der Nausikaa dezente Schamhaftigkeit kennzeichnet (Bad des Odysseus, Angst Nausikaas vor übler Nachrede).
sich Odysseus dem verlockenden Angebot widersetzt, in eine märchenhafte Welt einzutreten, die frei von jeder Sorge und Gefahr ist.
die Technik der Rückblende dazu dient, die von Odysseus bereits bestandenen Gefahren in Erinnerung zu bringen.
diese Technik ein fundamentaler künstlerischer Eingriff des Dichters ist und eine schriftliche Komposition voraussetzt.
das Motiv für die Erkundung der Höhle des Polyphem im Forscherdrang des Odysseus besteht.
andererseits Entdeckerfreude und Neugier des Odysseus die Ursache für die Gefährdung des eigenen und des Lebens der Gefährten darstellen.
in Polyphem und ‚Utis’ ‚sprechende’ Namen vorliegen (Polyphem – der weithin Berüchtigte, Οὖτις < οὔ τις = Niemand).
die Namensnennung ‚Utis’ mehrere Möglichkeiten der Deutung erfahren hat (z.B. ‚Utis’ als eine Variante des Namens ‚Odysseus’, womit der Trugrede eine besondere Pointe zukäme / ‚Utis’ als Pseudonym zur Unterdrückung der Identität, Namensvariante ist aufgrund der Regeln der Philoxenie auszuschließen / Paronomasie).
Odysseus im Rückblick seine Begegnung mit dem Zyklopen Polyphem als die Konfrontation zwischen einem Vertreter der Zivilisation und einem Repräsentanten einer Welt ohne Gesetze und Gottesscheu wertet.
die Bestrafung des Polyphem aus dessen Hybris resultiert, sich über die Götter zu stellen.
menschlicher Erfindungsgeist über rohe Gewalt triumphiert.
menschliche Vernunft somit der ungezähmten Natur überlegen ist.
nunmehr aber neben Wendigkeit und Einfallsreichtum auch Verstellung und Lüge legitime Waffen im Überlebenskampf darstellen.
die Welt der Phäaken eine (nahezu) ideale Sozialordnung, die Welt Polyphems das Gegenbild zu dieser Ordnung veranschaulicht.
der Sagenstoff die Grenzen von Geographie und Geschichte überschreitet (reale Welt, z.B. Ithaka, Troja ↔ mythische Welt mit eigener Topographie, die eine geographische Lokalisierung einzelner Etappen durch die Archäologen letztlich nicht zulässt).
Feinlernziele – 5. Etappe
das Motiv des Ankommens variiert und auf drei Stationen verteilt wird (Ogygia, Scheria, Ithaka).
die stufenweise Heimkehr des Odysseus darin besteht, dass er sich aus der Welt des reinen Märchens löst (Kalypso), über die Welt zwischen Traum und Realität (Phäaken) heimfindet in die Welt der Realität seines Lebens (Ithaka).
dieser Heimkehr eine ebenfalls stufenweise sich vollziehende Selbstbehauptung entspricht: Lösung aus der Liebesbeziehung zu der Nymphe, Standhaftigkeit gegenüber Nausikaa und den Phäaken, Heimkehr nach Ithaka.
sich die Heimkehr des Odysseus auch auf Ithaka abgestuft vollzieht: Rückkehr als Fremder, Herr, Ehemann (‚Enthüllung’ der Heimat mit Athenes Hilfe, Begegnung mit und Aufenthalt bei dem Schweinehirten Eumaios, der Odysseus nicht erkennt; Begegnung mit seinem Sohn Telemach, dem Odysseus sich zu erkennen gibt; Begegnung mit Penelope, die ihm mit der stärksten Skepsis gegenüber tritt).
jede einzelne Wiedererkennung Ausdruck der Rückgewinnung der Identität des Odysseus ist.
die Verwandlung durch Athene zwar der Täuschung der Freier dient, dass aber dadurch gleichzeitig das Erkennen durch die Angehörigen hinausgezögert wird.
die Ithaka-Handlung auf einer Mischung der verschiedenen Ebenen des Wissens und Nichtwissens beruht.
dadurch ein hohes Maß an Spannung erzielt wird.
Wiedererkennen sich nicht allein an der Physiognomie, sondern an besonderen Kennzeichen (körperliche Merkmale, gemeinsam Vertrautes) orientiert.
die Verwirklichung des Racheplanes Selbstbeherrschung erfordert, da Emotionen hinter planender Vernunft zurückstehen müssen.
der Held um des Erfolges willen auch Demütigungen auf sich zu nehmen bereit ist (Bettlerrolle, Kränkung durch Freier, Usurpation des Eigentums).
die Rache entsprechend der Situation und dem Charakter des Odysseus nur in Form einer List vollzogen werden kann.
die Bestrafung der Freier und deren Mitläufer (für uns) unverhältnismäßig grausam ist.
das Verhalten der Freier vom heroischen Standpunkt des Odysseus und der Dramaturgie des Geschehens die schlimmste Form der Rache erfordert.
Penelope aus verständlichen Gründen Zweifel an der Identität des Odysseus hegt und die Wiederkennung daher einer zusätzlichen Prüfung bedarf.
Feinlernziele – 6. Etappe
fassen die für Odysseus typischen Merkmale zusammen (z.B. erfindungsreich, vielgewandt, listenreich, neugierig, Rächer, Spätheimkehrer, Dulder).
stellen fest, dass das alte aristokratische Heldenideal durch andere Wesenszüge abgelöst wurde (Anpassungsfähigkeit, Klugheit, Bereitschaft, Demütigungen auf sich zu nehmen, soziales Handeln).
vergleichen das aus dem homerischen Epos gewonnene Odysseusbild mit dem der Rezeption.
erfahren, dass Polytropía ein ambivalenter Begriff ist, mit positiven und negativen Aspekten (skrupelloses Durchsetzungsvermögen).
erfahren, dass die negative Ausprägung der ‚Gewandtheit’ des Odysseus sich zu einem bestimmenden Charaktermerkmal verselbständigt hat.
erfahren, dass nahezu die gesamte griechische Dichtung von der homerischen Epik beeinflusst wurde.
erkennen anhand einer Auswahl aus Rezeptionsdokumenten, dass dem Odysseus-Mythos auch in der Gegenwart modellhafter Charakter zukommt (dieses Lernziel gilt bereits für andere Etappen, sofern mit Rezeptionsdokumenten gearbeitet wird).
erkennen an Odyssee-Reminiszenzen, dass die Kenntnis antiker Kunstwerke in einem besonderen Maße zum Verständnis moderner Rezeptionen befähigen kann.
Übergeordnete Lernziele – 1.1 Lernzielbereich Sprache und Literatur
Kenntnis des griechischen Theaterwesens.
Kenntnis der Entstehung und des Aufbaus der griechischen Tragödie.
Kenntnis der Aufführungspraxis der antiken Tragödie.
Einblick in Leben und Werk der 3 großen Tragiker Aischylos, Sophokles, Euripides.
Kenntnis von Formelementen und Gattungsprinzipien der Tragödie (jambischer Trimeter als Sprechvers; Rhesis, Rede-Agon; Stichomythie; Exposition; tragische Ironie, retardierendes Moment; Peripetie; Katastrophe).
Kenntnis weiterer formaler Besonderheiten der Tragödie (z.B. Schauspielerzahl, Thematik).
Kenntnis wesentlicher Termini dichtungstheoretischer Begrifflichkeiten (κάθαρσις = Katharsis, φόβος = fobos, ἔλεος = eleos, die drei Einheiten von Zeit, Ort und Handlung).
Kenntnis eines vom antiken Theater und der Tragödie (bzw. dem Drama) beeinflussten Kulturwortschatzes (Theater, Szene, Orchester, Episode, Prolog, Strophe, Rolle → Textrolle).
Fähigkeit, Textpassagen stilistisch zu analysieren (Alliteration, Asyndeton, Antithese, Gleichnis, Metapher, Paradoxon, u.a.) und die Wirkungsabsicht der Stilmittel anzugeben.
Fähigkeit, die Sprache einer Person als Mittel ihrer Charakterisierung zu interpretieren.
Kenntnis des Handlungsablaufs der Antigone ↔.
Einsicht in die gegensätzlichen Motive für das Handeln Kreons und Antigones (Grundsätze einer selbst gesetzten Staatsräson Antigone als Repräsentantin ethisch-religiöser Werte, nach denen der Liebesdienst für die Familienmitglieder höchsten verpflichtenden Wert hat).
Kenntnis des Komplexes von Schuld und Sühne als dramatische Motive und als Merkmale menschlicher Grunderfahrung.
Kenntnis eines exemplarischen Werkes der Gattung Tragödie.
Einblick in die Rezeption der Antigone (ggf. literarischer Vergleich Antigone bei Sophokles, Brecht, Anouilh - fakultativ).
Übergeordnete Lernziele – 1.2 Lernzielbereich Gesellschaft, Staat, Geschichte
Kenntnis des religiösen Hintergrundes (Gehalt) und der politischen Funktion der Tragödie.
Kenntnis von Biographie und Werken des Aischylos, Sophokles, Euripides.
Übergeordnete Lernziele – 1.2 Lernzielbereich Grundfragen menschlicher Existenz
Kenntnis der überzeitlichen Bedeutung der Antigone (Frage nach dem Verhältnis Staat – Individuum, Gewissen - Schuld).
Kenntnis der Wesensmerkmale des Tragischen (tragische Schuld, tragischer Konflikt).
Kenntnis der Bedingungen des Tragischen: Dignität des Falles (Leben um den Preis des Identitätsverlustes oder Bewahrung der Identität unter Hinnahme des Todes); Bewusstsein der betroffenen Person von ihrer tragischen Situation (Antigone weiß um die Unausweichlichkeit ihrer Entscheidung und deren Folgen); Möglichkeit des Bezugs auf unsere eigene Welt (Konfrontation zwischen positivem Recht und Naturrecht kann jederzeit aktuell werden).
Feinlernziele – 1. Etappe
lernen die Entstehung(-shypothesen) der griechischen Tragödie kennen (Dithyrambos, Gesang beim Bocksopfer, Thespis).
erfahren wichtige Aspekte des griechischen Theaterwesens: Aufbau einer griechischen Theateranlage (Theatron = Freilichttheater + Zuschauerraum, Diazoma, Orchestra, Proskenion, Skene, Parodos); Kostümierung der Schauspieler und des Chores (Masken, Kothurn [ursprünglich kein hoher Schuh, sondern eine „Socke“]); Besetzung aller Rollen mit männlichen Schauspielern; 3 Schauspieler (=> Rollenwechsel); Bühnenwagen (ekkyklema) und Hebekran (mechane) und ihre Funktion.
erhalten einen Einblick in die Aufführungspraxis der griechischen Tragödien (Aufführung im Rahmen des Kultes an den Großen Dionysien, Choregie, Leiturgie, tragischer Agon, tragische Trilogie + Satyrspiel, etc.).
erkennen, dass theatertechnische Begriffe im deutschen Kulturwortschatz – durchaus auch in anderer Bedeutung – fortleben (Theater, Szene, Orchester, Episode).
ordnen das literarisch-kulturhistorische Phänomen ‚Tragödie’ in die Abfolge der griechischen Literaturgattungen ein.
lernen die Strukturelemente der griechischen Tragödie kennen (Prolog, Parodos, Epeisodion, Stasimon, Exodos – Wechsel von lyrischen Partien und Sprechpartien).
erhalten Einblick in Leben und Werk des Sophokles.
erfahren den mythologischen Hintergrund des thebanischen Sagenkreises.
lernen neben Sophokles als weitere Hauptvertreter der griechischen Tragödie Aischylos und Euripides kennen.
Feinlernziele – 2. Etappe: Prolog
lernen mit dem jambischen Trimeter, dem Sprechvers der Tragödie, ein weiteres Metrum griechischer Dichtung kennen.
lernen weitere formale Merkmale der Tragödie kennen (z.B. Rhesis, Rede-Agon; Stichomythie; Exposition, Amoibaion).
erfahren, dass die Entscheidung der Antigone zur naturgesetzlichen Pflicht der Philia gegenüber dem toten Bruder Polyneikes Ungehorsam gegenüber dem Gebot des Herrschers Kreon bedeutet und den tragischen Konflikt auslöst.
erkennen, dass die Bestattung Verstorbener nach dem Gesetz der unterirdischen Gottheiten zu erfolgen hatte.
erfahren, dass nach antiker Vorstellung die Seele des Verstorbenen nur bei Bestattung in die Unterwelt Eingang und dort Ruhe finden konnte.
erkennen, dass die Verweigerung der Bestattung eine schwerwiegende religiös-soziale Verfehlung darstellt, die eine Entsühnung verlangt.
erkennen, dass der Streit zwischen Antigone und Ismene eine Auseinandersetzung zweier unterschiedlicher Charaktere mit unterschiedlichen Weltanschauungen darstellt.
erkennen, dass sich in dem Kampf der unterschiedlichen Charaktere gleichen Geschlechts auch die Auflehnung des Weiblichen einerseits gegen sich selbst – d.h. des emanzipatorisch Aktiven gegen das fatalistisch Passive – zum anderen gegen die widernatürliche Bevormundung durch das Männliche spiegelt.
Feinlernziele – 3. Etappe: Parodos
dass der Chor, der in seinem Siegesgesang das Ende des Krieges feiert, in Ahnungslosigkeit über das erneut hereinbrechende Unheil befangen ist.
Feinlernziele – 4. Etappe: 1. Epeisodion
dass Kreon in seiner „Thronrede“ als neuer legitimer Regent mit dem Anspruch auftritt, es habe sich alles dem Staatswohl unterzuordnen.
dass Kreon das Bestattungsverbot als Prüfstein der prinzipiell geforderten Loyalität der Untertanen gegenüber dem König sieht.
dass Kreon sich als Verteidiger göttlicher Ansprüche autorisiert fühlt, am Landesfeind über dessen Tod hinaus Rache zu nehmen und die Todesstrafe zu verhängen für den Verstoß gegen das Bestattungsverbot.
dass der Chor diesen Grundsatzerklärungen unterwürfig zustimmt.
dass die ‚Wächterszene’ nicht nur der Erzählung eines Geschehens dient, das sich außerhalb der Szene ereignet hat, sondern auch der Charakterisierung des ‚kleinen Mannes’, der bestrebt ist, für den Inhalt seines Berichts nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden.
dass eine symbolische Bestattung ausreichte, um dem religiösen Ritual zu entsprechen (und einen Fluch zu bannen).
dass der Chor ein Mitwirken der Götter zugunsten der Rechte der Toten vermutet.
Feinlernziele – 5. Etappe: Das 1. Stasimon
setzen das Chorlied, das die Zwiespältigkeit der menschlichen Fähigkeiten preist, in Bezug zum Kontext (Anspielung auf den unbekannten Täter oder auf Kreons überzogenen Machtanspruch).
stellen fest, dass die dargestellte Zwiespältigkeit auf die Bedeutungsbreite des Adjektivs δεινός (großartig, ungeheuer, schrecklich, furchterregend) zurückzuführen ist.
erkennen, dass die menschliche Ausnahmestellung (Gemeinschaftstrieb, Wille zur Tat, Sprache und Denken, Herrschaft über die Natur) durch den Tod und durch das göttliche Recht begrenzt sind.
erkennen die über den Kontext hinausweisende Bedeutung des Chorliedes: Kritik des Dichters an einer Staatsgewalt, die sich (im Sinne der sophistischen Machttheorie) über die ungeschriebenen Gesetze erhaben dünkt.; Überzeitlicher Gehalt der Aussage: Ambivalenz der menschlichen Natur, die die Freiheit hat, ihre Fähigkeiten zu ‚Gut’ oder ‚Böse’ zu nutzen; Der Mensch kann seinem Wesen nach das Überschreiten der Grenzen und das zwangsläufige Scheitern nur schwer vermeiden (, wenn er sich nicht an Gesetze und göttliches Recht hält).
überprüfen nach Ermittlung und Diskussion aktueller Beispiele (aus ihrer Erfahrungswelt z.B. aus dem Bereich der Technik, Medizin und Wissenschaft) den überzeitlichen Gehalt der Aussage.
Feinlernziele – 6. Etappe: Das 2. Epeisodion
der Dichter die unmittelbare Auseinandersetzung der beiden Antagonisten Kreon und Antigone durch den Bericht des Wächters retardiert.
der tragische Konflikt in der Begegnung Kreon – Antigone zum Höhepunkt gesteigert wird.
in der Auseinandersetzung der Personen Antigone und Kreon die Mächte Physis (Antigone als Hüterin des Naturrechts) und Nomos (Kreon als Vertreter des positiven Rechts) zusammenprallen.
Antigone den häuslichen Wirkungsbereich der Frau verlässt und in die öffentlich-politische Welt der Männer eindringt.
Antigone Hybris begeht, indem sie die Geschlechterrolle überschreitet und politischen Ungehorsam begeht.
sie zwar mit Vollzug des Bestattungsrituals das von einem herrschenden König erlassene Verbot übertritt, gleichzeitig aber das obligatorische Totenritual einhält.
der politische Widerstand von Antigone mit den ungeschriebenen göttlichen und somit ewigen Gesetzen begründet wird, die mehr zählen als der Befehl eines Sterblichen.
sich auch das positive Recht auf das Göttliche berufen, aber durch menschliche Verblendung falsch angewandt werden kann (vgl. die blasphemische Äußerung in v. 487).
Kreon diesen Streit auch persönlich nimmt und sich in seiner zunehmenden Verblendung verhärtet.
sich in dieser Kollision auch die psychologische Auseinandersetzung der Geschlechter widerspiegelt (das Weibliche in naturhafter Bewahrung des Lebens bis über die Schwelle des Todes hinaus; das Männliche in kompromissloser Verfolgung selbstgesetzter Normen).
die Unaufhebbarkeit der personal und charakterlich differenzierten Gegensätze die Ursache von Schuld und Leiden ist.
tragische Ironie ein Mittel der literarischen Gattung Tragödie ist, bei der sich die von den Protagonisten ausgesprochenen Sentenzen in einem anderen Wortsinn erfüllen.
Feinlernziele – 7. Etappe 2. Stasimon
erkennen, dass der Chor Antigones Tat als gottgesandte Verblendung zur Sühne der Labdakiden Schuld deutet (beund verurteilt).
erfahren, dass Verblendung und Geschlechtsfluch aischyleische Kriterien der Schuld sind, die sophokleischer Auffassung nicht zwangsläufig entsprechen.
Feinlernziele – 8. Etappe: 3. Epeisodion
in der Auseinandersetzung Kreon-Haimon mehrere Konfliktebenen vorliegen: Sohn-Vater (Generationsproblem); Untertan - Herrscher (politisches Problem); Recht (Physis) – Gewalt (Nomos) (ethisches Problem).
Sophokles persönliche Motive Haimons (Liebe zu Antigone, Familienpflicht) zugunsten der politischen Auseinandersetzung (Prinzipienstreit und Grundsatzdebatte über die rechte Führung der Polis) in den Hintergrund gerückt hat.
Kreon die Staatsräson der engsten Familienbande vorzieht.
Kreons übersteigerter staatlicher Anspruch nicht mehr mit dem Wohl der Stadt, sondern mit der eigenen Machtstellung begründet wird (Herrscher = Staat).
Kreons zunehmender Widerstand auf die aus seinem Charakter resultierende Verblendung zurückzuführen ist.
Ate sich nicht nur als Verblendung äußert, sondern sich gegen Kreon selbst zu richten beginnt (=> Ate als Unheil).
im Gespräch Kreon-Haimon das retardierende Moment versagt und die Entwicklung zur Katastrophe vorbestimmt ist.
Feinlernziele – 9. Etappe: 3. Stasimon
nach Ansicht des Chors die Allmacht des Eros (also die Liebe zu Antigone) das Motiv für Haimon gewesen sei, für die moralisch schuldige Antigone Partei zu ergreifen und seinem Vater entgegen zu treten.
der Chor aufgrund seiner eingeschränkten Perspektive unfähig ist, die wahren Motive Haimons zu erfassen.
Feinlernziele – 10. Etappe: Das 4. Epeisodion
lernen mit dem Amoibaion (Wechselsgesang zwischen Chor und Schauspieler) und dessen Sonderform des Kommos (Wechselgesang als Klagelied) ein weiteres formales Merkmal der Tragödie kennen.
erkennen, dass sich Antigone im Kommos des Wertes des Lebens bewusst ist und darüber trauert, die naturgemäße Lebensform nicht mehr erfüllen zu können.
erkennen, dass Antigone dennoch nicht daran zweifelt, recht gehandelt zu haben.
erkennen, dass der Chor seine furchtsame Loyalität nicht aufgibt, wenn er darauf hinweist, dass Antigone Schuld auf sich geladen hat, weil sie mit dem Ungehorsam gegen den Herrscher ein göttliches Recht verletzt hat.
erkennen, dass der Chor – bestehend aus älteren und konservativen Mitbürgern – im Streit ‚Jung gegen Alt’ und ‚Frau gegen Mann’ eine bedrohliche Störung der althergebrachten Ordnung sieht.
diskutieren Antigones Rechtfertigung mit dem Vorrang der Bruderliebe (zur Unersetzbarkeit des Bruders vgl. auch Herodot, Frau des Intaphrenes 3,119) und erkennen als Ursache hierfür den Trost in ihrer Verlassenheit.
Feinlernziele – 11. Etappe: 4. Stasimon
der Chor mit mythologischen Beispielen der Einkerkerung von schuldigen und unschuldigen Personen hohen Standes dem „Fall“ Antigone die entsprechende Dignität beimisst.
diese mythischen Exempla als Grabgesang auf Antigone, aber auch als Vordeutung auf das folgende Geschehen (vgl. Lykurg – Danae) aufzufassen sind.
Feinlernziele – 12. Etappe: 5. Epeisodion
der Auftritt des blinden Sehers Teiresias die Erfüllung des Schicksals spüren lässt.
Teiresias mit der Autorität des Gottgesandten spricht.
das Bestattungsverbot ein Verstoß gegen göttliche Gesetze war und gesühnt werden muss.
die Verblendung Kreons in Verfolgungswahn ausartet, die sich in äußerster Blasphemie entlädt.
zur Wiederherstellung der gestörten göttlichen Ordnung Vergeltung erfolgen muss.
die Teiresiasszene die Peripetie darstellt.
Kreons Wandlung das selbstverschuldete Verhängnis nicht mehr wenden kann.
Kreons tragische Schuld in einer allzu langen Befangenheit und allzu späten Reaktion besteht.
Feinlernziele – 13. Etappe: 5. Stasimon
erkennen den religiösen Charakter des Chorliedes (hoffnungsvolle Anrufung des Dionysos, der als Schutzgott der Stadt Theben Entsühnung bringen kann).
erkennen die Ahnungslosigkeit des Chores und des Königs hinsichtlich der baldigen Enthüllung der schrecklichen Wahrheit.
Feinlernziele – 14. Etappe: Exodos
der Botenbericht ein dramaturgisches Mittel darstellt, um das tragische Geschehen hinter der Bühne stattfinden lassen zu können.
Kreons Auftritt dazu dient, die Demonstration der ganzen Tragik in der Endszene zu kulminieren.
der familiäre Verlust aus selbstverübter Schuld resultiert und dass Kreon als ‚lebender Toter’ (1167) zum Weiterleben ohne Gattin und ohne Sohn verurteilt ist.
durch die Entsühnung der Schuld die göttliche Ordnung wiederhergestellt ist.
in der im Schlusswort geäußerten sophokleischen Überzeugung, Eudaimonie habe auf Phronesis und Eusebeia zu gründen, die Einsicht in die Schwäche der menschlichen Natur und ihre Angewiesenheit auf das Göttliche zum Ausdruck kommt (im Gegensatz zum 1. Stasimon!).
nach der Definition des Aristoteles, die Tragödie bewirke durch die Erregung von ἔλεος und φόβος eine κάθαρσις, das tragische Geschehen trotz aller Leiden von den durch die Handlung verursachten Irritationen befreit.
Feinlernziele – 15. Etappe
Sie erkennen in der Polis das Modell einer staatlichen Ordnung zur Lebenssicherung aller Einzelglieder.
Sie sehen, dass nur in einer solchen Organisation Gerechtigkeit permanent verwirklicht bzw. Rechtsempfinden tradiert werden kann.
Sie anerkennen, dass die Bewahrung der Gesellschaft Individualrecht einschränkt.
erkennen, dass „Macht“ dazu tendiert, sich absolut zu setzen.
Sie erfahren, dass der Anspruch der Gesellschaft dort endet, wo Grundrechte der Einzelpersönlichkeit berührt werden.
Sie würdigen, dass gerade auch Nonkonformismus und Konfliktbereitschaft eine Gesellschaft zum Überprüfen ihrer Konventionen veranlassen kann.
Sie würdigen abschließend den überzeitlichen Wert der Antigone (Mögliche Nennungen: Widerstand in einer Diktatur, Verhältnis Staatsmacht – Individualrecht: Bewahrung des Staates erfordert zwar Beschneidung von Individualrecht, die Staatsmacht endet aber dort, wo Grundrechte des Individuums berührt werden.).
Feinlernziele – 16. Etappe
erhalten einen Einblick in die Rezeption des Antigone-Stoffes (z.B. Brecht, Anouilh).