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Lehrpläne Sachsen-Anhalt
Grundschule
Grundsatzband
inhaltsbezogen
Funktionen und Konzeption des Lehrplans
3
Erziehung und Bildung in der Grundschule
16
Themenkomplex 1: Den Alltag bewusst gestalten
1
Themenkomplex 2: Die Erde bewahren
8
Themenkomplex 3: Die Zukunft entwickeln
9
Themenkomplex 4: In Frieden zusammenleben
7
prozessbezogen
Lehren und Lernen in der Grundschule
9
Schulinterne Planungen
2
Fächerübergreifendes Lernen
4
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Funktionen und Konzeption des Lehrplans
1 Funktionen und Konzeption des Lehrplans
Funktionen Der Lehrplan beschreibt verbindliche Ziele und Inhalte der Erziehung und Bildung an Grundschulen in Sachsen-Anhalt. Er basiert auf aktuellen Beschlüssen und Veröffentlichungen der Kultusministerkonferenz. Neben der Sicherung der Qualität des Unterrichts ermöglicht er die Vergleichbarkeit von Lernergebnissen. Die im Lehrplan ausgewiesenen Kompetenzerwartungen bilden die verbindliche Grundlage für Leistungsbewertung und -beurteilung sowie für Versetzungs- und Übergangsentscheidungen.
Konzeption Der Lehrplan für die Grundschule besteht aus dem Grundsatzband und den Fachlehrplänen. Der Grundsatzband konkretisiert den Erziehungs- und Bildungsauftrag. Er gibt Orientierung für die Gestaltung des Schullebens und des Unterrichts. Die Fachlehrpläne weisen den spezifischen Beitrag der einzelnen Fächer zur Erziehung und Bildung in der Grundschule aus. Fachspezifische Kompetenzmodelle strukturieren den Kompetenzerwerb. In den Kompetenzerwartungen wird das in der Regel zu erreichende Niveau am Ende der Schuleingangsphase und des Schuljahrganges 4 bestimmt. Grundlegende Wissensbestände sind Bestandteil der Kompetenzentwicklung und beziehen sich auf zu erwerbende fachspezifische Konzepte, Begriffe und Inhalte. Niveaubestimmende Aufgaben verdeutlichen ausgewählte Lehrplananforderungen und tragen zur Weiterentwicklung der Aufgabenkultur bei. Sie geben Orientierung über zu erreichende Kompetenzniveaus sowie Anregungen für die Unterrichtsgestaltung.
Erziehung und Bildung in der Grundschule
2 Erziehung und Bildung in der Grundschule 2.1 Aufgabe der Grundschule Grundsätze Der Erziehungs- und Bildungsauftrag gemäß § 1 des Schulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt bildet die Grundlage der Arbeit in der Grundschule. Der Auftrag bezieht sich auf die ganzheitliche Entwicklung der Kinder unter Beachtung ihrer individuellen Lernvoraussetzungen und Lernbedürfnisse.
Grundlegende Die Grundschule vermittelt als erste gemeinsame Schule für alle Kinder eine Bildung grundlegende und allseitige Bildung und schafft Voraussetzungen für die Kompetenzentwicklung in den weiterführenden Schulen. Für die Fächer Deutsch und Mathematik sind die KMK-Bildungsstandards für den Primarbereich der Kultusministerkonferenz der Länder Grundlage und Orientierung für die Kompetenzentwicklung. Basale sprachliche und mathematische Kompetenzen sind für die Sicherung einer elementaren Allgemeinbildung von entscheidender Bedeutung.
Zukunfts- Eine zukunftsfähige Grundschulbildung unterstützt die Schülerinnen und orientierung Schüler dabei, − sich ihre Lebenswirklichkeit aktiv zu erschließen, − über sich selbst und die Welt nachzudenken, − Widersprüche und Unwägbarkeiten auszuhalten, − selbstbestimmt und mitbestimmend zu handeln, − Verantwortung für sich und andere zu übernehmen sowie − nachhaltige Handlungsweisen zu entwickeln.
2.2 Übergreifende Bildungsbereiche Bedeutung Die übergreifenden Bildungsbereiche tragen wesentlich zur Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Grundschule bei. Sie sind miteinander verbunden und voneinander abhängig. In den Fachlehrplänen wird der fachspezifische Beitrag zur Kompetenzentwicklung in den Bildungsbereichen dargestellt.
Sprachliche Sprache verstehen und angemessen gebrauchen Bildung In allen Fächern vollziehen die Schülerinnen und Schüler komplexe mündliche und schriftliche Sprachhandlungen. Sie entwickeln ihre sprachliche Handlungsfähigkeit in Bezug auf Wortschatz, Aussprache, Grammatik, Pragmatik und Orthografie weiter. Neben der Alltagssprache beginnen die Lernenden, einfache Fachbegriffe und bildungssprachliche Wendungen kontextabhängig richtig zu verwenden. Mehrsprachigkeit wird als Ressource für sprachliches Lernen genutzt. Lernende mit anderen Erstsprachen erhalten kontinuierliche Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache.
Sozial-emotionales Eigenes Verhalten regulieren sowie respektvoll miteinander umgehen Lernen Im schulischen Miteinander erweitern die Kinder ihre sozial-emotionalen Kompetenzen als Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und Wohlbefinden. Die Lernenden bringen eigene Interessen und Erfahrungen ein und setzen diese zu denen anderer in Beziehung. Sie entwickeln die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen und diese situations- und adressatenbezogen auszudrücken. Dazu eignen sich die Schülerinnen und Schüler Strategien zur Impulskontrolle und Emotionsregulation an. Perspektiven anderer einnehmen zu können, ist Grundlage für empathisches Handeln. Ein gelingendes Miteinander erfordert gemeinsam verhandelte und regelmäßig zu reflektierende Regeln.
Demokratiebildung Demokratisches Zusammenleben mitgestalten Die Schule ist ein Lernort, an dem die Schülerinnen und Schüler demokratische Werte kennenlernen und Formen der gesellschaftlichen Teilhabe altersentsprechend leben. Die Lernenden gestalten Schule beispielsweise in Klassen- und Schülerparlamenten mit. Im Unterricht kommunizieren die Kinder ihre Fragen und Anliegen und nutzen Partizipationsmöglichkeiten. Sie klären Konflikte gewaltfrei und konstruktiv. Die Schülerinnen und Schüler
lernen, Vorurteilen, Diskriminierungen und Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten und für Gerechtigkeit sowie für ein friedliches Miteinander einzustehen.
Bildung für Nachhaltige Entwicklungen verstehen und aktiv mitgestalten nachhaltige In der Grundschule bilden die Kinder Kompetenzen, Werte und Haltungen Entwicklung aus, die ihnen helfen, die Zukunft aktiv und verantwortungsbewusst mitzugestalten. Dazu gehört der bewusste Umgang mit Ressourcen und das Einstehen für eine gerechte Gesellschaft. Die Lernenden gewinnen erste Einblicke in globale Herausforderungen. Sie erkunden soziale, ökologische und ökonomische Zusammenhänge und stellen zunehmend selbständig Bezüge zur eigenen Lebenswelt her. Durch kritisches und problemlösendes Denken erschließen die Kinder nachhaltige Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.
Bildung in der Medien verantwortungsvoll nutzen und an der digitalen Welt teilhaben digitalen Welt Anknüpfend an ihre Vorerfahrungen erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen im Umgang mit analogen und digitalen Medien und Technologien. Die Lernenden beginnen, Medieninhalte sowie deren Gestaltung und Wirkung zu hinterfragen. In wachsendem Maße nutzen sie digitale Medien und Werkzeuge zweckdienlich und reflektiert für ihre Lernprozesse. Die Kinder denken über die Digitalität in ihrem Alltag nach und setzen sich mit den Chancen und Risiken des eigenen Nutzungsverhaltens auseinander. Sie entwickeln dabei ein Problembewusstsein für die Nutzung digitaler Technologien in verschiedenen Kontexten. Dazu gehört auch ein erstes Verständnis für Persönlichkeitsrechte und den Schutz eigener Daten.
Eigen- Lernprozesse bewusst und selbstständig gestalten verantwortliches Die Grundschule bereitet Schülerinnen und Schüler auf lebenslanges Lernen Lernen in einer sich ständig verändernden Welt vor. Sie lernen, ihren Fragen und Interessen nachzugehen, sich realistische Ziele zu setzen sowie eigene Lösungen kreativ zu entwickeln. Zunehmend selbstständig entscheiden sie, wie sie Informationen suchen und präsentieren. Sie verarbeiten und bewerten diese kritisch. Die Lernenden nutzen erste Strategien zur Planung, zielstrebigen Umsetzung und kriteriengeleiteten Reflexion ihrer Lernprozesse und -ergebnisse. Indem die Kinder über ihr eigenes Lernen
nachdenken, erkennen und nutzen sie ihre persönlichen Entwicklungspotenziale.
MINT-Bildung Phänomene in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wahrnehmen und verstehen Die Kinder gewinnen ausgehend von alltäglichen lebensweltlichen Bezügen Einsichten in Vorgänge der Natur und Technik. Indem sie subjektiv bedeutsamen und zukunftsorientierten Fragestellungen forschend und entdeckend nachgehen, entwickeln sie Interesse für MINT. Phänomene erkunden sie in erfahrungsorientierten Zusammenhängen und nähern sich wissenschaftlichen Konzepten an. Die Lernenden begegnen ersten fächerspezifischen Grundprinzipien, Denkweisen und Methoden.
Kulturelle Bildung Kulturell-ästhetische Erfahrungen handelnd verarbeiten und produktiv ausdrücken Durch kulturell-ästhetische Eindrücke und sinnliche Wahrnehmungen gewinnen die Schülerinnen und Schüler weitere Perspektiven der Welterschließung. Dabei vertiefen sie eigene Interessen und bauen ihre künstlerisch-gestalterische Ausdrucksfähigkeit aus. Produktiv-handelnd und kreativ setzen sich die Lernenden mit tradierten und gegenwärtigen künstlerischen Ausdrucksformen auseinander. Verschiedenen Sinndeutungen begegnen sie im Prozess kulturbezogener Kommunikation und individueller Orientierung mit Respekt und Offenheit.
Interkulturelle Sich gegenseitig verstehen und tolerant miteinander umgehen Bildung Die Kinder erkunden die Vielfalt von Sprachen, Kulturen, Traditionen und Lebensweisen. Dabei setzen sie sich mit kulturellen Prägungen ihrer Lebenswelt auseinander. Sie lernen, ihre Wahrnehmung zu reflektieren, andere Perspektiven einzunehmen und eigene Sichtweisen zu hinterfragen. Die Schülerinnen und Schüler gehen respektvoll und wertschätzend miteinander um.
Gesundheits- Gesundheitsfördernde Verhaltensweisen und Bewegungsfreude in bildung und Schule und Alltag entwickeln Bewegungs- Die Lernenden unterscheiden gesundheitsfördernde und gesundheitsförderung gefährdende Verhaltensweisen. Sie entwickeln Verantwortung für ihr physisches, psychisches und soziales Wohlbefinden. Dazu erwerben sie
Lehren und Lernen in der Grundschule
Wissen und Strategien zur Gesundheitsförderung und erproben Handlungsmöglichkeiten. Die Schülerinnen und Schüler erkennen Wechselwirkungen zwischen Gesundheit und Umwelt. Im schulischen Kontext wird Bewegung nicht nur ermöglicht, sondern als wichtiges Element des Wohlbefindens und Lernens gefördert. Die Kinder nutzen im gesamten Schulalltag vielfältige Bewegungs- und Spielangebote. Sie reflektieren Bewegung als eine Lernressource.
3 Lehren und Lernen in der Grundschule 3.1 Anforderungen an die Gestaltung von Schule Schule als Die Grundschule ist Lebens- und Lernraum für Schülerinnen und Schüler Lebens- und unabhängig von ihrer biografischen und kulturellen Sozialisation. Alle Lernraum Beteiligten schaffen ein respektvolles und konstruktives Miteinander mit einer anregenden und ermutigenden Lernkultur. Sie übernehmen Verantwortung für eine lebendige soziale Gemeinschaft. Die Kinderrechte werden dabei berücksichtigt und bewusst gelebt. Die Grundschule versteht sich als inklusive Schule. Sie fördert jedes Kind entsprechend seiner Potenziale und Neigungen. Ganzheitliche und sinnliche Zugänge zum Lerngegenstand ermöglichen kindgerechtes Lernen. Für die Entwicklungsprozesse der Kinder sind von den Lehrkräften folgende Bereiche in ihrem Zusammenwirken zu berücksichtigen: − kognitive Entwicklung, − emotionale Entwicklung, − soziale Entwicklung sowie − körperliche Entwicklung. Mit einem Bewusstsein für die physische und psychische Gesundheit gestaltet die Schule den gemeinsamen Lebens- und Lernraum so, dass die Kinder in einer geborgenen und bestärkenden Atmosphäre Lernfreude und Lernwillen bewahren und weiterentwickeln können. Dazu gehört die Erarbeitung und Umsetzung von Schutzkonzepten.
Zusammenarbeit Wesentlicher Bestandteil der schulischen Erziehung und Bildung ist eine von Lehrkräften vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit zwischen der und Erziehungsberechtigten Lehrkraft und den Erziehungsberechtigten. Ein regelmäßiger Austausch sorgt dafür, dass alle Beteiligten kontinuierlich über Entwicklung und Lernfortschritte des Kindes informiert sind. Gemeinsam beraten sie über Maßnahmen und Entscheidungen. Schulentwicklung, Unterrichtsgestaltung sowie Aspekte der kompetenzorientierten Leistungsbeurteilung und -bewertung werden transparent kommuniziert. Dies geschieht durch persönliche Gespräche sowie durch die Beteiligung der Erziehungsberechtigten in gewählten Gremien.
Zusammenarbeit Durch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern wie Vereinen, mit außer- Verbänden, Unternehmen und weiteren Einrichtungen erhalten schulischen Partnern Schülerinnen und Schüler authentische Lerngelegenheiten in kulturellen, sozialen, sportlichen oder ökologischen Bereichen. Entsprechend den schulspezifischen Bedingungen kooperieren die Schulen mit lokalen und regionalen Akteurinnen und Akteuren und bauen Bildungspartnerschaften und Expertennetzwerke auf. Außerschulische Lernorte werden gezielt genutzt und mit dem fachlichen Kompetenzerwerb verknüpft.
Bildungs- Bildungsübergänge sind von allen Beteiligten gemeinsam zu gestalten. Die übergänge Lehrkräfte begleiten die Übergänge an den verschiedenen Schnittstellen des Bildungssystems. Das bedeutet, − Lernvoraussetzungen und Lernbedürfnisse jedes Kindes zu identifizieren und zu berücksichtigen, − Kinder mit der neuen Lernumgebung vertraut zu machen, − die Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtung, Grundschule und weiterführender Schule kontinuierlich zu gestalten sowie − Erziehungsberechtigte und Lernende zu Bildungsübergängen zu beraten.
3.2 Grundsätze der Unterrichtsgestaltung Kompetenz- Kompetenzorientierung ist eine Grundlage für das Lehren, Lernen und orientierung Bewerten. Kompetenzen sind erlernbare, auf Wissen begründete Fähigkeiten und Fertigkeiten. In Verbindung mit motivationalen und volitionalen Einstellungen sowie sozialen Fähigkeiten ermöglichen sie eine erfolgreiche Bewältigung von Anforderungssituationen. Anknüpfend an ihre Vorkenntnisse und Interessen entwickeln die Lernenden Kompetenzen, die sie in variablen Situationen zur eigenständigen und verantwortungsvollen Problemlösung befähigen. Eine kompetenzorientierte Aufgabenkultur regt handlungs- und produktorientierte Auseinandersetzungen an, unterstützt entdeckendes Lernen, initiiert soziale Lernprozesse und fördert kritisches und kreatives Denken. Die in der Grundschule zu entwickelnden Kompetenzen bilden das Fundament für weiterführendes Lernen und gesellschaftliche Teilhabe.
Professionelles Eine effiziente Klassenführung, konstruktive Unterstützung und kognitive Handeln der Aktivierung der Lerngruppe sind Merkmale professionellen Lehrerhandelns, Lehrkraft um lernwirksamen Unterricht zu gestalten. Die Beziehung zwischen der Lehrkraft und den Kindern ist von gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Wertschätzung geprägt. Demokratische Werte bestimmen den Schulalltag. Eine demokratische Haltung wird vorgelebt. Die Lehrkraft schafft eine klar strukturierte und verlässliche Lernumgebung. Vorerfahrungen, Wissen und Interessen der Schülerinnen und Schüler finden im Sinne eines lebensweltorientierten Unterrichts Berücksichtigung. Mittels angepasster Maßnahmen unterstützt die Lehrkraft die Kinder darin, kognitive Anforderungen individuell und kollaborativ zu bewältigen und Kompetenzen aufzubauen. Sie nutzt herausfordernde und aktivierende Aufgabenstellungen. Den Einsatz analoger und digitaler Medien und Methoden wägt sie verantwortungsvoll und didaktisch fundiert ab. Um Unterrichtsqualität zu sichern, bezieht die Lehrkraft evidenzbasierte Konzepte ein. Sie ist offen für Veränderungen und nutzt die Möglichkeiten von Evaluation sowie Fort- und Weiterbildung, um ihre pädagogischen, fachlichen und fachdidaktischen Kompetenzen zu erweitern.
Durchgängige Durchgängige Sprachförderung ist eine Gelingensbedingung für schulisches Sprachförderung Lernen. Auf der Basis einer kontinuierlichen Lernstandsanalyse gelingt es, erreichbare sprachliche Lernziele zu setzen und Methoden zur Unterstützung der Sprachentwicklung zu realisieren. Die sprachsensible Lehrkraft fungiert als Vorbild für eine sprachlich korrekte Kommunikation. Ein konstruktiver Umgang mit Fehlern trägt zu einem sprachförderlichen und wertschätzenden Lernklima bei.
Differenzierung Die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler erfordert die Anpassung der und individuelle Aufgaben und Unterrichtsmethoden an die Lernvoraussetzungen und Förderung -bedürfnisse des einzelnen Kindes und der Gruppe. Für eine solche adaptive Förderung ist die pädagogische Diagnostik zur Erhebung von Lernausgangslagen und Lernverläufen unverzichtbar. Neben individuellen Fördermaßnahmen sind Aufgabenstellungen anzubieten, die eine gemeinsame Bearbeitung der Lerninhalte auf verschiedenen Niveaus und mit unterschiedlichen Zugangsweisen zulassen.
Schulinterne Planungen
3.3 Schulinterne Planungen Grundlagen Der Lehrplan ist Grundlage für schulinterne Planungen. Im Sinne der Qualitätsentwicklung des Unterrichts sind wesentliche fachliche und fächerübergreifende Kompetenzanforderungen schulspezifisch zu konkretisieren, zu evaluieren und fortzuschreiben. Durch die Kooperation in multiprofessionellen Teams erfolgen zielgerichtete und aufeinander abgestimmte Planungen. Diese lassen Freiräume für individuelle Gestaltungen.
Konkretisierungen Schulinterne Planungen zur Umsetzung des Lehrplans umfassen: − die Konkretisierung ausgewählter Lehrplananforderungen unter Beachtung der schulspezifischen Bedingungen (z. B. Lerngemeinschaft, Standort, Schulprogramm), − die Abstimmung didaktisch-methodischer Konzepte (z. B. zur Stärkung basaler Kompetenzen, zur Sprach- und Medienbildung, zur Förderung des sozial-emotionalen Lernens), − die Planung von Maßnahmen zur Analyse der Lernentwicklung, − die Planung des fächerübergreifenden Lernens sowie − die Koordinierung von Kooperationen mit Partnern aus dem außerschulischen Bereich.
Fächerübergreifendes Lernen
4 Fächerübergreifendes Lernen Lernen in Fächerübergreifendes Lernen folgt einem Bildungsverständnis, welches ein Zusammen- Lernen in Zusammenhängen fördert und den Fachunterricht ergänzt. Die hängen Schülerinnen und Schüler wenden bei der Bearbeitung von Fragen die im Fachunterricht erworbenen Kompetenzen an, vernetzen diese und strukturieren sie neu. Indem sich die Kinder mehrperspektivisch, handlungsorientiert und eigenaktiv mit komplexeren Problemstellungen und gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen, trägt das fächerübergreifende Lernen zur Kompetenzentwicklung in den übergreifenden Bildungsbereichen bei. Bei der Auswahl der Themen werden die Fragen und Interessen der Schülerinnen und Schüler, aktuelle gesellschaftliche Ereignisse und Entwicklungen sowie die spezifischen Standortbedingungen und das Profil der Schule berücksichtigt. Die Umsetzung erfolgt in den Organisationsformen des fächerverbindenden und des fächerübergreifenden Unterrichts.
Fächer- Beim fächerverbindenden Unterricht arbeiten verschiedene Fächer an verbindender Unterricht einem gemeinsamen Thema. Fachliche Kompetenzen und Wissensbestände werden zeitlich parallel und aufeinander abgestimmt entwickelt. Fächerverbindender Unterricht ist Aufgabe aller Lehrkräfte und wird im Rahmen der bestehenden Stundenplanung realisiert.
Fächerüber- Fächerübergreifender Unterricht erfolgt außerhalb von Fächergrenzen und greifender kann klassen- und jahrgangsübergreifend gestaltet werden. Die Umsetzung Unterricht im Schuljahr findet innerhalb eines festgelegten Zeitraums statt und ist verbindlich schulintern zu planen.
Fächer- Die fächerübergreifenden Themenkomplexe beinhalten Themen unter übergreifende besonderer Berücksichtigung der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie Themenkomplexe und greifen die 17 Weltnachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf. Die Fragestellungen Schülerinnen und Schüler begegnen komplexen Fragestellungen und konkreten Anforderungen ihrer Lebenswelt. Sie entwickeln ein Grundverständnis für ausgewählte Herausforderungen in der globalen Gesellschaft und gewinnen erste Einsichten in die vielfältigen Zusammenhänge. Auf kindgerechte Weise beschäftigen sie sich mit Lösungsansätzen und setzen sich mit Möglichkeiten des eigenen Handelns auseinander.
Themenkomplex 1: Den Alltag bewusst gestalten
Im Laufe der Grundschulzeit bearbeiten die Schülerinnen und Schüler ausgewählte Themen aus allen vier fächerübergreifenden Themenkomplexen. Die den Themen zugeordneten möglichen Unterrichtsfragen und Schwerpunktsetzungen in der nachfolgenden Übersicht dienen als exemplarische Anregungen.
Themenkomplex 2: Die Erde bewahren
Fächerübergreifende Themenkomplexe und Fragestellungen Die vorangestellten Grafiken zeigen exemplarisch auf, welche der 17 Weltnachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sich für eine Bearbeitung im jeweiligen fächerübergreifenden Themenkomplex anbieten.
Themenkomplex 1: Den Alltag bewusst gestalten
Mögliche Unterrichtsfragen und Schwerpunkte Themen mit Handlungs- und Gestaltungsvorschlägen Was ist „gutes“ Essen? − gesunde und nachhaltige Ernährung Gesundheit und − soziale und kulturelle Aspekte von Ernährung bei uns und in der Welt Ernährung − Zielkonflikte bei der Produktion und dem Konsum von Lebensmitteln
Wo fühlen wir uns zuhause? − Lebensweisen in der Stadt und auf dem Land − Heimatorte und ihre Besonderheiten Heimat und Wohnort − Erfahrungen des Weggehens und Ankommens
⇒ Ideen zur Gestaltung des eigenen Lebensumfelds entwickeln und präsentieren
Wie kommen Kinder hier und anderswo zur Schule? − Wahl des Fortbewegungsmittels und damit verbundene Auswirkungen
Mobilität − Sicherheit und Gefahren − Alltag in anderen Lebenswelten
⇒ Mobilitätsformen der Zukunft entwerfen und darstellen
Themenkomplex 3: Die Zukunft entwickeln
Mögliche Unterrichtsfragen und Schwerpunkte Themen mit Handlungs- und Gestaltungsvorschlägen Warum ist Wasser so wichtig für unser Leben? − Bedeutung des Wassers im Leben von Kindern hier und in der Welt
Umwelt − Gewässer als (gefährdeter) Lebensraum für Tiere und Pflanzen − virtuelles Wasser
⇒ eine Aktion für den Ressourcenschutz im schulischen Alltag umsetzen
Wie geht es unserer Erde? − Einfluss klimatischer Veränderungen auf Mensch und Natur
Klima − Bedeutung von Bäumen für das Klima − fossile und regenerative Energiequellen und ihre Auswirkungen
⇒ eine nachhaltige Exkursion in den Harz planen
Welche Superkräfte haben Wildbienen? − Bedeutung der Wildbienen für Mensch und Natur
Artenschutz − Gefahren für Wildbienen − Möglichkeiten zum Schutz von Wildbienen und ihren Lebensräumen
⇒ eine Wildblumenwiese für Insekten anlegen
Themenkomplex 4: In Frieden zusammenleben
Themenkomplex 3: Die Zukunft entwickeln
Mögliche Unterrichtsfragen und Schwerpunkte Themen mit Handlungs- und Gestaltungsvorschlägen Wie nutzen wir digitale Medien? − digitale Medien im Alltag − Chancen und Gefahren in der digitalen Welt Medien und − verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Werkzeugen und Digitalität Technologien
⇒ ein Tagebuch zur persönlichen Mediennutzung führen und darüber in den Austausch treten
Wie viel Spielzeug brauchen wir? − Herstellung, Vertrieb und Entsorgung sowie Interessen der Akteure Produktion und − Vor- und Nachteile der verwendeten Materialien Konsum − Spiele und Spielzeuge in anderen Kulturen
Wie gerecht ist unsere Schule? − Erfahrungen von (Un-) Gerechtigkeit im Schulalltag
Gerechtigkeit − Geschlechtergerechtigkeit − Schule und Bildung zu anderen Zeiten und in anderen Ländern
⇒ ein Kinderparlament zu Fragen des Schullebens mitgestalten
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