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Lehrpläne Schleswig-Holstein
Sekundarstufe I
Russisch
inhaltsbezogen
Sachkompetenz
29
Themenbereich: Russisch als europäische Sprache
8
Thema: Der Kaukasus
8
Thema: Vergangenheit als Belastung und Chance
1
prozessbezogen
Methodenkompetenz
7
Selbstkompetenz
6
Sozialkompetenz
6
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Kommunikative und rezeptive Kompetenz
Die Forderung nach allgemeiner kommunikativer Kompetenz beinhaltet den Erwerb von Grundfertigkeiten sowohl im mündlichen und schriftlichen Ausdruck als auch im Hör- und Leseverstehen.
Die Mindestanforderung bestünde bei diesem Vorgehen in der Fähigkeit zur Orientierung im Alltag und zur Bewältigung einfacher landeskundlicher Themen.
Rückt hingegen die Forderung nach überwiegend rezeptiver Kompetenz (d. h. Lese- und Hörverstehen) in den Mittelpunkt, müsste die Mindestanforderung in der Fähigkeit bestehen, leichte und mittelschwere Texte sinngemäß zusammenfassen und angemessen ins Deutsche übersetzen zu können.
Die Fähigkeit, Hilfsmittel wie Wörterbücher und Grammatiken hierzu sinnvoll einzusetzen, kann bei entsprechender Dauer des Unterrichts ebenfalls zu den Mindestanforderungen gezählt werden.
Orthographie
Orthographie: и statt ы nach ж, ч, ш, щ und к, г, х; е statt о in unbetonter Endung nach ц, ж, ц, ш, щ; а, у statt я, ю nach л, ж, ч, ш, щ und к, г, х.
Phonetik
Quantitative Veränderung unbetonter Vokale: Kürzung aller unbetonter Vokale.
Qualitative Veränderung unbetonter Vokale: Reduktion von a, o nach nicht-palatalen Konsonanten zu (Λ); Reduktion von e nach palatalen Konsonanten zu (I).
Palatalitätskorrelation. Doppelte Funktion der sogenannten jotierten Vokalbuchstaben zur Wiedergabe der Lautverbindung j + Vokal (im Anlaut und nach Vokal) und palataler Konsonanten + Vokal.
Satzphonetik
Unterscheidung von Aussage- und Fragesätzen nicht durch die Wortfolge, sondern durch die Intonation: Он был в театре. (Intonationstyp 1); Он был в театре? (Intonationstyp 3).
Morphologie
Substantive — I. Deklinationstyp: 1. Maskulina: nichtpalatal (завод); * palatal (портфелъ, трамвай); * Endungen des Genitiv Plural -ов, -ев, -ей; * Präpositiv Singular auf -у, -ю (в саду); * Nominativ Plural auf -а, -я (дома). 2. Neutra: nichtpalatal (слово); * palatal (море, здание). II. Deklinationstyp — Feminina: nichtpalatal (комната); * palatal (неделя); * Substantive auf -ия (станция). III. Deklinationstyp: * (тетрадь).
Adjektive: nichtpalatale Deklination (новый); * palatale Deklination (зимний); * Kurzformen; * synthetische Steigerungsformen; * analytische Steigerungsformen; * von Adjektiven abgeleitete Adverbien auf -о (хорошо).
Pronomen: Personalpronomen; Possessivpronomen; Interrogativpronomen: (кто, что, какой); Demonstrativpronomen: (зтот); Relativpronomen: (который); Determinativpronomen: (каждый), * (весъ); Negativpronomen: (никто, ничто).
Numerale — I.: Kardinalzahlen 1 - 1000 im Nominativ; * Deklination: один, два, три; Ordinalzahlen 1 - 30. II.: Rektion der Zahlen: один стол, два стола, пять столов; Altersangabe: Ему / ей двадцать лет.; Datum: 20 - ое мая, 20 - ого мая; Uhrzeit: В восемь часов тридцатъ минут.; ungefähre Zeitangabe: минут пятъ.
Verben — Konjugation: der e-Konjugation: Verben mit -a und -я im Infinitiv und Präsensstamm (делатъ, гулятъ, заниматъся); Verben mit -e im Infinitiv und Präsensstamm (уметъ); Verben auf -оватъ (рисоватъ). Der i-Konjugation: Verben, die im Infinitiv- und Präsensstamm übereinstimmen (говоритъ); Verben mit -e- im Infinitiv und -и- im Präsensstamm (смотретъ). Die Konjugation der Verben житъ, идти, мочъ, хотетъ, даватъ / датъ, вставатъ / встатъ.
Von den genannten Verbalklassen und Verben werden folgende Formen verlangt: die Formen des Präsens, Präteritums, Futurs; der Imperative und des Konjunktivs.
Aspekt und Verben der Bewegung
Richtiger Gebrauch der Aspekte wird grundsätzlich nur in den Fällen verlangt, in denen der Gebrauch der perfektiven oder imperfektiven Verbform durch den engeren oder weiteren Kontext (Situation) zwingend vorgeschrieben und eindeutig erkennbar ist. Präsens: nur imperfektive Aspektform. Präteritum: wiederholte Handlung: nur imperfektiver Aspekt (мы не раз решали такие задачи.); einmalige Handlung: perfektiver Aspekt, wenn darüber informiert werden muss, dass die Handlung die in ihr angelegte Grenze (Resultat) erreicht hat (наконеп я решил зту задачу. / Я решил эту задачу и пошёл гулятъ.); imperfektiver Aspekt, wenn über die Handlung in ihrem Verlauf (Prozess) informiert werden muss (Чем ты занимался? - Я решал задачи. когда я решал задачи, вдруг позвонил телефон.). Infinitiv: imperfektiver Aspekt nach Phasenverben (мы уже начали решатъ эту задачу.).
* Verben der Bewegung: Determinierte Verben der Bewegung zur Bezeichnung zielgerichteter Bewegungen (Вот он идёт в школу.); Indeterminierte Verben der Bewegung zur Bezeichnung nicht zielgerichteter Bewegungen (Вот он ходит) und wiederholter Bewegungen (Ему семъ лет. Он уже ходит в школу.).
Syntax
Wiedergabe des deutschen „sein“ im Präsens unter Wegfall der Kopula (Его отец - учителъ.) sowie im Präteritum und Futur durch „бытъ“ + Prädikativ im Instrumental oder Nominativ (Его отец был / будет учителем / учителъ).
Wiedergabe des deutschen „es gibt“ durch (естъ) / был / будет + Nominativ (вэтом городе (естъ) / были / будут широкие улицы.) und * - нет / не было / не будет + Genitiv (вэтом городе нет / не было / будет театра.).
Wiedergabe des deutschen „haben“ durch у меня (естъ) /был / будет + Nominativ (у меня (естъ) /был / будет билет в театр.) und * - нет / не было / не будет + Genitiv (у меня нет / не было / не будет билета в театр.).
Gebrauch der 3. Person Plural zur Wiedergabe des deutschen „man“ (Строят новыи дом.).
Wiedergabe deutscher Modalverben durch Prädikative: (мне) надо, (мне) нужно, я должен, (мне) можно, (мне) нелъзя; * - Infinitivsätze: Что мне делатъ?
* Wiedergabe des deutschen „als“ nach Komparativ durch Genitiv des Vergleichswortes: Он старше Олега.; „чем“ + Nominativ des Vergleichswortes: Он старше чем Олег.
Verneinung: kumulative Verneinung: Он никого не видел.; * - Gebrauch des Genitivs zur Bezeichnung des Objekts nach verneinten transitiven Verben: Я не читал этого журнала.
* Gebrauch von „чтобы“ zur Einleitung finaler Nebensätze: (Я пришла, чтобы поговоритъ с вами. / Она говорила громко, чтобы все её слышали.).
* Gebrauch von „ли“ zur Einleitung indirekter Entscheidungsfragen (Я спросил его, скоро ли он будет готов.).
* Gebrauch der Wortfolge des Aussagesatzes in der Entscheidungsfrage (Это твоя книга? / Отец дома?).
Wortschatz
Verlangt wird die Kenntnis eines Wortschatzes von 400 Wörtern entsprechend dem verwendeten Lehrwerk.
Verlangt wird die Fähigkeit, auf der Grundlage folgender Wortbildungsgesetze einen darüber hinaus gehenden Wortschatz zu erschließen: Fremdwörter, die im Deutschen und im Russischen bedeutungsgleich sind und nach folgenden Kriterien erschließbar sind: russ. аппетит - dt. Appetit; russ. канал - dt. Kanal; russ. библиотека - dt. Bibliothek; russ. грамматика - dt. Grammatik; russ. анекдот - dt. Anekdote; russ. гардероб - dt. Garderobe; russ. -изм - dt. -ismus: реализм, соцализм; russ. -ция - dt. -tion: операция, реакция; russ. -ия - dt. -ie: академия, геометрия; russ. -ик - dt. -iker: математик, лирик; russ. - ироватъ - dt. -ieren: фотографироватъ, полемизироватъ; russ. -ический - dt. -isch: класический, педагогический; russ. авто - dt. auto-: автобус, авторитет. Russische Wörter, die aus Wörtern des bekannten Wortschatzes abgeleitet werden können: Personenbezeichnungen auf -телъ, abgeleitet von Verben: строитъ - чтроителъ; покупатъ - покупателъ; Personenbezeichnungen auf -ник: колхоз - колхозник; школа - школник; Antonyme mit -не: интересный - неинтересный; правда - неправда; Verben mit folgenden Präfixen: в- (hin)ein-, входитъ; вы- (her)aus-, выходитъ; у- weg-, уходитъ.
Lerntechniken
die sich auf den Lernprozess selbst beziehen, also die individuelle Art des Lernens bestimmen, z. B. verschiedene Formen des Vokabel- oder des Auswendiglernens.
die den Lernprozess vorbereiten oder ihn unterstützen, z. B. die Benutzung eines Wörterbuches oder einer Grammatik, das Anfertigen von Notizen oder das Systematisieren eines Textes.
Techniken zur Arbeitsorganisation, zur Zeiteinteilung, zur Anlage von Vokabelkarteien und zur Gestaltung des Arbeitsplatzes.
Kenntnisse über Methoden und Fähigkeiten
die Beherrschung sprachspezifischer Kulturtechniken, insbesondere des kyrillischen Alphabets.
sprachliche Kenntnisse zur Unterrichtsphraseologie, zu Arbeitsanweisungen, zu grammatischen Kategorien und zur grammatischen Terminologie.
Kenntnis verschiedener Aufgabenformen.
die Fähigkeit zur selbständigen Benutzung von Medien.
Selbstkompetenz
die russische Sprache in möglichst vielen realen Kommunikationssituationen anzuwenden.
durch das Interesse an russischsprachigen Ländern und Kulturen Neugier und Lernmotivation zu steigern.
die eigene fremdsprachliche Kompetenz durch Leistungsbereitschaft und persönlichen Einsatz zu steigern.
Selbständigkeit in der Anwendung von Arbeitstechniken und in der Benutzung entsprechender Hilfsmittel zu entwickeln.
sich in der kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema bzw. einer Aufgabe beständig und ausdauernd einzusetzen und dabei Schwierigkeiten zu überwinden.
eigene Standpunkte und Normen sowie rollen- und geschlechtsspezifisches Verhalten einzuschätzen, zu relativieren und gegebenenfalls zu ändern.
Sozialkompetenz
für Kontakte mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen offen zu sein und dabei diesen Menschen vorurteilsfrei und mit Toleranz zu begegnen.
für sich und für anderen Verantwortung zu übernehmen.
anderen zu helfen und selbst Hilfe anzunehmen.
mit Partnern und in Gruppen konstruktiv und zielgerichtet zusammenzuarbeiten und dabei auftretende Schwierigkeiten zu überwinden.
Arbeitstechniken zu erlernen, die das Arbeiten mit Partnern und in Gruppen effektiver gestalten.
diskriminierenden Sprachgebrauch zu vermeiden.
Vermittlung von Kompetenzen
Schülerinnen und Schüler des Anfangsunterrichts im Fach Russisch sollen in der Auseinandersetzung mit diesem Themenbereich Erkenntnisse darüber gewinnen, dass das Russische eine europäische Sprache ist und eine europäische Kultur repräsentiert.
Schülerinnen und Schüler des Anfangsunterrichts im Fach Russisch sollen in der Auseinandersetzung mit diesem Themenbereich Erkenntnisse darüber gewinnen, dass das Russische als Glied der slawischen Sprachfamilien eine Schlüsselfunktion für das Verständnis dieser Sprachen und damit Osteuropas einnehmen kann.
Schülerinnen und Schüler des Anfangsunterrichts im Fach Russisch sollen in der Auseinandersetzung mit diesem Themenbereich Erkenntnisse darüber gewinnen, dass vielfältige Verflechtungen zwischen dem slawischen und dem deutschen Sprachraum als Hinweise auf eine gemeinsame Geschichte gedeutet werden können.
Die Beschäftigung mit dem Themenbereich soll Schülerinnen und Schülern zu einer fundierten Auseinandersetzung mit den Grundlagen europäischen Zusammenlebens befähigen.
Toleranz und die Bereitschaft, sich zunächst fremd Erscheinendem zu öffnen, sollen gefördert und von den Lernenden als Grundlage für die o. g. Auseinandersetzung anerkannt werden.
Sprachliche Kompetenz
Festigung der Kenntnisse zu Alphabet, Orthographie, Phonetik.
Kenntnisse von Grundzügen der Bildung und Lautung russischer bzw. slawischer Eigennamen.
russische bzw. slawische Adjektivbildung (auch: Possessivadjektive).
Vermittlung von Kompetenzen
Schülerinnen und Schüler in der zweiten Hälfte des zweiten Lernjahres Russisch sollen in der Auseinandersetzung mit der Problematik, die sich aus der Geschichte und aus der Gegenwart des Kaukasus ergeben, Einblicke in die Bedeutung von Toleranz für das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen gewinnen.
Die Beschäftigung mit diesem relativ fernliegenden Gebiet ist in exemplarischer Weise geeignet, die Bedeutung historischer Prozesse für das Entstehen und die Lösung aktueller Probleme zu erfassen.
Die Einbeziehung literarischer Werke in die Bearbeitung dieses Themenbereiches dient u. a. der Erweiterung des geistigen Horizonts und damit der Herausbildung einer eigenständigen, kritikfähigen Persönlichkeit.
Vertiefung und Erweiterung der erworbenen Fähigkeiten anhand adaptierten und authentischen Sprachmaterials (Sachtexte, Prosa, Lyrik).
die multinationale und multikulturelle Region des Kaukasus mit ihren aktuellen und historischen Problemen kennenlernen.
die Problematik der imperialistischen Expansion Russland im 19. Jahrhundert erfassen.
Einblick in die russische Literatur des 19. Jahrhunderts gewinnen (u. a. am Beispiel M. Ju. Lermontovs).
Einblick in die literarischen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland (Goethe-Lermontov) gewinnen.
Vermittlung von Kompetenzen
Die Auseinandersetzung mit historischen Phänomenen wie Nationalsozialismus und Stalinismus befähigt einerseits zu verantwortungsbereitem Engagement in der eigenen Gesellschaft, andererseits zu einem adäquaten Zugang zur russischen Gesellschaft mit ihren spezifischen Hintergründen, die nicht zuletzt von der Erfahrung des 2. Weltkrieges geprägt sind. Damit sind Kompetenzen wie Toleranz, Kritikfähigkeit und Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung angesprochen.
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