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Lehrpläne Schleswig-Holstein
Sekundarstufe II
Evangelische Religion
prozessbezogen
Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit
4
Deutungsfähigkeit
5
Urteilsfähigkeit
6
Dialogfähigkeit
4
Gestaltungsfähigkeit
3
inhaltsbezogen
I. Die Frage nach Gott
6
II. Die Frage nach dem Menschen und dem richtigen Handeln
6
III. Die Frage nach den Religionen in der Gesellschaft
5
IV. Die Frage nach der Wahrnehmung und dem Verstehen von Religion und ihren Ausdrucksformen
4
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit
Situationen erfassen, in denen letzte Fragen nach Grund, Sinn, Ziel und Verantwortung des Lebens aufbrechen;
religiöse Spuren und Dimensionen in der Lebenswelt aufdecken;
grundlegende religiöse Ausdrucksformen (Symbole, Riten, Mythen, Räume, Zeiten) wahrnehmen und in verschiedenen Kontexten wiedererkennen und einordnen;
ethische Herausforderungen in der individuellen Lebensgeschichte sowie in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern wie Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft als religiös bedeutsame Entscheidungssituationen erkennen.
Deutungsfähigkeit
religiöse Sprachformen analysieren und als Ausdruck existentieller Erfahrungen verstehen (Beispiele: Gebet, Lied, Segen, Credo, Mythos, Grußformeln, Symbole);
religiöse Motive und Elemente in Texten, ästhetisch-künstlerischen und medialen Ausdrucksformen identifizieren und ihre Bedeutung und Funktion erklären (Beispiele: biographische und literarische Texte, Bilder, Musik, Werbung, Filme);
biblische Texte, die für den christlichen Glauben grundlegend sind, methodisch reflektiert auslegen;
theologische Texte sachgemäß erschließen;
Glaubenszeugnisse in Beziehung zum eigenen Leben und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit setzen und ihre Bedeutung aufweisen.
Urteilsfähigkeit
deskriptive und normative Aussagen unterscheiden;
Formen theologischer Argumentation vergleichen und bewerten;
Gemeinsamkeiten von Konfessionen und Religionen sowie deren Unterschiede erklären und kriteriengeleitet bewerten;
Modelle ethischer Urteilsbildung kritisch beurteilen und beispielhaft anwenden;
die Menschenwürde theologisch begründen und als Grundwert in aktuellen ethischen Konflikten zur Geltung bringen;
im Kontext der Pluralität einen eigenen Standpunkt zu religiösen und ethischen Fragen einnehmen und argumentativ vertreten.
Dialogfähigkeit
die Perspektive eines anderen einnehmen und in Bezug zum eigenen Standpunkt setzen;
Gemeinsamkeiten von religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sowie Unterschiede benennen und im Blick auf mögliche Dialogpartner kommunizieren;
sich unter besonderer Berücksichtigung christlicher Standpunkte mit unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen argumentierend auseinandersetzen;
Kriterien für eine konstruktive Begegnung, die von Verständigung, Respekt und Anerkennung von Differenz geprägt ist, in dialogischen Situationen berücksichtigen.
Gestaltungsfähigkeit
typische Sprachformen der Bibel theologisch reflektiert transformieren;
religiöse Symbole kriterienbewusst gestalten;
religiös relevante Inhalte und Positionen medial und adressatenbezogen präsentieren.
I. Die Frage nach Gott
nehmen im Kontext religiöser und kultureller Vielfalt reflektierend wahr, dass es unterschiedliche Gottesvorstellungen gibt,
erkennen, dass Gottesvorstellungen einem biografischen und gesellschaftlichen Wandel unterliegen und können die Folgen der jeweiligen Gottesvorstellungen im persönlichen und gesellschaftlichen Kontext beurteilen,
können biblisches Reden von Gott, einschließlich des biblischen Redens von Jesus Christus, methodisch sachgemäß erschließen,
erkennen, dass in christlicher Sicht Gott trinitarisch gedacht wird und die Gottesfrage sowie die Frage nach Jesus Christus in unmittelbarem Zusammenhang stehen,
verfügen über Kenntnisse hinsichtlich der Rede von Gott in unterschiedlichen Religionen und identifizieren diese als Grundlage für einen konstruktiven interreligiösen Dialog,
setzen sich mit theistischen und nichttheistischen Zugängen zur Welt auseinander, reflektieren deren Konsequenzen für die Lebenswirklichkeit und entwickeln einen eigenen Standpunkt zu diesen Positionen.
II. Die Frage nach dem Menschen und dem richtigen Handeln
erkennen, dass die oder der Einzelne einen Prozess der Identitätssuche und Identitätsentwicklung durchläuft,
nehmen im Kontext einer Pluralität von Erklärungsmodellen reflektierend wahr, dass die anthropologische Grundfrage „Was ist der Mensch?“ notwendigerweise perspektivisch gebunden beantwortet wird,
erkennen, dass die ethische Urteilsbildung und die Frage nach dem richtigen Handeln mit der Frage nach dem Menschenbild verbunden sind,
vertreten begründet, dass die Menschenwürde ein grundlegender und wesentlicher Bezugspunkt ethischen Handelns ist,
erkennen, dass sich nach christlich-jüdischem Verständnis die Frage nach dem Menschen und seiner Würde im Kontext der Gottebenbildlichkeit stellt,
setzen sich mit dem Verhältnis von Mensch und Umwelt auseinander und reflektieren Folgerungen für verantwortliches Handeln.
III. Die Frage nach den Religionen in der Gesellschaft
erkennen Religion als kulturell, geschichtlich und geografisch bedingtes Phänomen menschlichen Fragens nach Grund, Ziel, Sinn und Verantwortlichkeit des Lebens,
können auf religionswissenschaftlicher Basis exemplarisch nichtchristliche Religionen und deren Praxis in Grundzügen darstellen und anhand charakteristischer Ausdrucksformen oder Denkfiguren zueinander in Beziehung setzen,
erkennen die Ambivalenz religiöser Ausprägungen in ihrer lebensförderlichen und lebensfeindlichen Wirkung für den Einzelnen wie für die Gesellschaft in Geschichte und Gegenwart und entwickeln einen eigenen Standpunkt,
kennen die Elemente eines gelingenden Dialogs zwischen den Religionen und können aus dem christlichen Selbstverständnis den Willen zum Dialog mit den Religionen herleiten,
kennen religiöse Formen und Phänomene und reflektieren die Rolle von Religion in der Gesellschaft.
IV. Die Frage nach der Wahrnehmung und dem Verstehen von Religion und ihren Ausdrucksformen
nehmen wahr, dass die erfahrbare Wirklichkeit immer eine Deutung ist, die in unterschiedlichen Interpretations- und Zeichenzusammenhängen erfolgt, und erkennen, dass in religiösen Texten existenzielle Grunderfahrungen zum Ausdruck kommen,
kennen verschiedenen Formen der Erschließung der Bibel in Geschichte und Gegenwart und entwickeln eine eigene Position,
kennen Grundannahmen und Wege des Erkennens von Theologie und setzen sie im Sinne komplementären Denkens zu denen der Natur-, Human-, Sozial- und Religionswissenschaften in Beziehung,
erkennen in religiösen oder scheinbar religiösen Phänomenen Interessen und Geltungsansprüche und entwickeln einen eigenen Standpunkt im Kontext einer pluralen Gesellschaft.
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