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Lehrpläne Thüringen
Gymnasium
Geschichte (2021)
prozessbezogen
Gesellschaftswissenschaftliche Sachkompetenz
8
Gesellschaftswissenschaftliche Methodenkompetenz
9
Gesellschaftswissenschaftliche Selbst- und Sozialkompetenz
7
Historische Fragekompetenz
2
Historische Methodenkompetenz
5
Historische Begriffs- und Strukturierungskompetenz
5
Historische Orientierungskompetenz
3
Kompetenzen Klassenstufe 6
18
Kompetenzen Klassenstufe 8
22
Kompetenzen Klassenstufe 10
22
Kompetenzen Klassenstufe 11
22
Kompetenzen Klassenstufe 12
17
inhaltsbezogen
Lernbereich I: Europa auf dem Weg in die Moderne: Reform und Revolution
17
Lernbereich II: Nation – Nationalismus – nationale Identität
21
Lernbereich III: Demokratie und Diktatur
27
Lernbereich IV: Europapolitik und Weltpolitik im Spannungsfeld von Interessen und Werten
22
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Gesellschaftswissenschaftliche Sachkompetenz
gesellschaftliche Herausforderungen und Prozesse in den Dimensionen Raum und Zeit erklären,
regionale und globale gesellschaftliche Prozesse und Zusammenhänge analysieren und Ursachen und Wirkungen herausarbeiten, 5 Vgl. Leitgedanken zu den Thüringer Lehrplänen für den Erwerb der allgemein bildenden Schulabschlüsse, 2011. Kapitel 2.
verschiedene gesellschaftstheoretische Denkansätze und Denkmodelle erklären und erörtern,
sich an Debatten zu ausgewählten gesellschaftlichen Fragestellungen beteiligen,
gesellschaftliche Handlungsebenen in ihrer Funktion beschreiben,
sich mit Normen und Institutionen als Regelsysteme zwischen Freiheit und Sicherheit kritisch auseinandersetzen,
Entwicklungen in der Gesellschaft exemplarisch auf Nachhaltigkeit prüfen,
Wechselwirkungen der gesellschaftlichen Handlungsebenen in Politik, im Natur-, Sozialund Wirtschaftsraum beschreiben und Schlussfolgerungen für die persönliche Lebensplanung ableiten.
Gesellschaftswissenschaftliche Methodenkompetenz
Informationen aus unterschiedlichen Medien gewinnen und sichern,
Archive, wissenschaftliche Bibliotheken und Datenbanken unter Anleitung nutzen,
Informationen zielgerichtet und quellenkritisch verarbeiten,
kontinuierliche und diskontinuierliche Texte analysieren und beurteilen,
empirische Arbeitsmethoden anwenden,
Kreativität fördernde Arbeitsmethoden nutzen,
an außerschulischen Lernorten Informationen gewinnen und verarbeiten,
Methoden kooperativen Lernens nutzen,
Visualisierungstechniken selbstständig und dem Lerngegenstand angemessen einsetzen.
Gesellschaftswissenschaftliche Selbst- und Sozialkompetenz
gesellschaftliche Entscheidungen, Probleme oder Konflikte eigenständig sachund wertorientiert beurteilen,
eigene Urteile und Entscheidungen überprüfen,
eigene Positionen angemessen artikulieren,
Konflikte demokratisch austragen,
Mehrheitsentscheidungen akzeptieren und den Minderheitenschutz respektieren,
seinen Lernprozess eigenverantwortlich und strukturiert planen, durchführen, dokumentieren,
den eigenen Lebensentwurf reflektieren.
Historische Fragekompetenz
selbst Fragen an die Geschichte stellen,
fremde Fragestellungen (z. B. in Geschichtsdarstellungen) erkennen und verstehen, um sie auf die eigene Fragestellung zu beziehen. Historische Fragekompetenz setzt voraus, dass der Schüler von der Geschichte als Konstrukt ausgeht und den Unterschied zwischen Vergangenheit und Geschichte benennen kann. Dabei kann er die historische Erkenntnis als gegenwartsgebunden, perspektivisch und selektiv einordnen.
Historische Methodenkompetenz
erkenntnisorientiert recherchieren und Quellen gezielt auswählen,
eine an der gewählten Fragestellung orientierte Quellenkritik und Quelleninterpretation durchführen und dabei bestimmte Gattungsmerkmale beachten,
Darstellungen von Geschichte (z. B. in Sachbüchern, Filmen, Ausstellungen, TV-Dokumentationen, Computerspielen) hinsichtlich ihrer inhaltlichen Struktur, ihrer Sinnbildungsmuster, Absichten und Orientierungsangebote analysieren sowie die Triftigkeit dieser Darstellungen in Teilaspekten überprüfen,
die aus der Beschäftigung mit Quellen und Darstellungen gewonnenen Ergebnisse in einen gedeuteten Zusammenhang stellen und daraus eine eigenständige, plausible historische Narration bilden,
die eigene historische Narration medienund adressatengerecht präsentieren (z. B. in Form eines Aufsatzes, eines Referates, einer Ausstellung oder eines Rollenspiels).
Historische Begriffs- und Strukturierungskompetenz
fachspezifische Begriffe und die dahinter stehenden gedanklichen Konzepte sachgerecht anwenden, erweitern und reflektieren,
fachspezifische und alltagssprachliche Begriffe unterscheiden und dabei die Historizität von Sprache beachten,
grundlegende Prinzipien des historischen Denkens (z. B. Perspektivität, Selektivität, Partialität, Konstruktivität) berücksichtigen und reflektieren,
fachspezifische und allgemeine Kategorien und Konzepte zur Erklärung und Strukturierung historischer Sachverhalte anwenden,
die funktionale Bedeutung dieser Konzepte (z. B. Epocheneinteilungen) als gedankliche Konstrukte reflektieren.
Historische Orientierungskompetenz
aufgrund hinzu gewonnenen Wissens oder neu erworbener Methoden und Einsichten das eigene Geschichtsbewusstsein reflektieren und erweitern,
durch die Auseinandersetzung mit Geschichte und über die Wahrnehmung zeitlicher und kultureller Differenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart das eigene Welt-, Fremdund Selbstverstehen reflektieren, erweitern und gegebenenfalls revidieren,
die im Prozess des historischen Lernens erworbenen Erkenntnisse und Einsichten nutzen, um eigene Handlungsdispositionen zu reflektieren und zu erweitern.
Kompetenzen Klassenstufe 6
unter Anleitung Fragen an die Geschichte stellen,
altersgemäß eine Vorstellung von Geschichte als Konstruktion entwickeln und den Unterschied zwischen Geschichte und Vergangenheit erklären,
unter Anleitung historische Ereignisse und Entwicklungen räumlich und zeitlich einordnen, deren Nachund Nebeneinander erfassen und beschreiben,
ausgewählte Arten von Quellen und Darstellungen anhand ihrer spezifischen Merkmale unter Anleitung identifizieren und beschreiben,
zwischen Quellen und Darstellungen unterscheiden,
die erarbeiteten fachspezifischen Begriffe unter Anleitung im historischen Kontext korrekt verwenden,
mit Hilfe vorgegebener Begriffe und Strukturierungsmöglichkeiten historische Sachverhalte beschreiben und sein historisches Wissen ordnen.
den Weg des historischen Forschens von den Funden über die Rekonstruktion zur Darstellung der Ergebnisse beschreiben,
unter Anleitung erste Hypothesen entwickeln, um Fragen an die Vergangenheit zu beantworten,
ausgehend von der Fragestellung Schrift-, Bildund gegenständliche Quellen beschreiben und wesentliche Inhalte wiedergeben,
unterschiedliche Quellenaussagen zu einem Sachverhalt vergleichen und ansatzweise Wirkungsabsichten und eventuelle Widersprüche erfassen und beschreiben,
unter Anleitung erkenntnisorientiert recherchieren, relevante Informationen sachgerecht auswählen und die Spezifik der verschiedenen Medien beachten (z. B. Lehrbuchtext, Geschichtskarte, Schaubild, Lexikon, Internet, Film, Jugendbuch, Comic),
die Ergebnisse des historischen Lernens altersgemäß sinnbildend darstellen und präsentieren.
Spuren und Überlieferungen aus der Vergangenheit in seinem Lebensumfeld entdecken und dadurch in Ansätzen das historische Gewordensein gegenwärtiger Verhältnisse erkennen und beschreiben,
unter Anleitung die Bedeutung ausgewählter historischer Sachverhalte für die Gegenwart und das eigene Leben erfassen und beschreiben,
unter Anleitung das Handeln von Menschen vergangener Zeiten aus dem historischen Kontext heraus beschreiben und bewerten,
eigene Wertvorstellungen und Betrachtungsweisen mit denen kulturell und zeitlich ferner Lebenswelten unter Anleitung vergleichen sowie Fremdes von Vertrautem unterscheiden,
unter Anleitung vorhandene Vorstellungen über Vergangenes überprüfen, erweitern und gegebenenfalls revidieren.
Kompetenzen Klassenstufe 8
selbstständig Fragen an die Geschichte stellen, diese in Ansätzen ordnen und strukturieren
unter Anleitung Fragestellungen in Darstellungen erkennen und verstehen
den Konstruktcharakter von Geschichte und die Prinzipien historischen Denkens erklären,
fachspezifische Begriffe korrekt verwenden, erweitern und ansatzweise reflektieren,
zwischen zeitgenössischer Quellensprache und Gegenwartssprache unterscheiden,
weitgehend selbstständig historische Ereignisse und Entwicklungen räumlich und zeitlich einordnen, deren Nachund Nebeneinander kennzeichnen und beschreiben,
ausgewählte Konzepte und Kategorien zur Erklärung historischer Sachverhalte und zur Ordnung historischen Wissens anwenden und erweitern,
zwischen Quellen und Darstellungen unterscheiden,
Quellen und Darstellungen in ihrer Vielfalt anhand ihrer spezifischen Merkmale identifizieren und charakterisieren.
Hypothesen entwickeln und daraus unter Anleitung das methodische Vorgehen zur Überprüfung der Hypothesen ableiten,
weitgehend selbstständig erkenntnisorientiert recherchieren, relevante Informationen sachgerecht auswählen und dabei die Gattungsspezifik verschiedener Medien beachten,
ausgehend von der historischen Fragestellung Schrift-, Bildund gegenständliche Quellenbeschreiben, analysieren und interpretieren,
weitgehend selbstständig unterschiedliche Quellenaussagen zu einem Sachverhalt vergleichen und Perspektiven, Wirkungsabsichten und eventuelle Widersprüche erfassen und untersuchen,
unter Anleitung Geschichtsdarstellungen hinsichtlich ihrer Sinnbildungsmuster und Aussageabsichten analysieren und vergleichen,
die Ergebnisse des historischen Lernens in zunehmend komplexeren Zusammenhängen sinnbildend darstellen sowie adressatenbezogen und mediengerecht präsentieren.
Spuren und Überlieferungen aus der Vergangenheit entdecken, bewusst wahrnehmen und die Gegenwärtigkeit von Geschichte an ausgewählten Beispielen erkennen und beschreiben,
die Bedeutung ausgewählter historischer Sachverhalte für die Gegenwart und das eigene Leben untersuchen und bewerten,
im Wesentlichen selbstständig das Handeln von Menschen vergangener Zeiten aus dem historischen Kontext heraus erklären und bewerten und daraus triftige Sachurteile ableiten,
vorhandene Vorstellungen über Vergangenes überprüfen, erweitern und gegebenenfalls revidieren,
eigene Wertvorstellungen und Betrachtungsweisen mit denen kulturell und zeitlich ferner Lebenswelten vergleichen, Alterität wahrnehmen und beschreiben,
weitgehend selbstständig Werturteile unter Beachtung der eigenen Standortgebundenheit bilden und begründen,
sich in Ansätzen mit fremden Werturteilen auseinandersetzen, dabei eigene Orientierungen und Vorstellungen überprüfen, erweitern und gegebenenfalls revidieren.
Kompetenzen Klassenstufe 10
im Rahmen forschenden Lernens und der Bildung eigener Narrationen Fragen selbstständig entwickeln, eingrenzen und strukturieren,
selbstständig Fragestellungen in Darstellungen erkennen, verstehen und auf die eigene Fragestellung beziehen,
den Konstruktcharakter von Geschichte und die Prinzipien historischer Erkenntnis reflektieren,
fachspezifische Begriffe sachgerecht anwenden, erweitern und reflektieren,
zwischen zeitgenössischer Quellensprache und Gegenwartssprache unterscheiden,
selbstständig historische Ereignisse und Entwicklungen räumlich und zeitlich einordnen, deren Nachund Nebeneinander erfassen und darstellen,
ausgewählte Konzepte und Kategorien zur Erklärung historischer Sachverhalte und zur Ordnung historischen Wissens selbstständig anwenden, erweitern und in Ansätzen reflektieren,
zwischen Quellen und Darstellungen unterscheiden,
Quellen und Darstellungen in ihrer Vielfalt anhand ihrer spezifischen Merkmale identifizieren und charakterisieren.
Hypothesen entwickeln und daraus das methodische Vorgehen zur Überprüfung der Hypothesen ableiten und reflektieren,
selbstständig erkenntnisorientiert recherchieren, relevante Informationen sachgerecht auswählen und dabei die Gattungsspezifik der verschiedenen Medien beachten,
ausgehend von der historischen Fragestellung Quellen gezielt auswählen, beschreiben, analysieren und interpretieren,
selbstständig unterschiedliche Quellenaussagen zu einem Sachverhalt vergleichen und Perspektiven, Wirkungsabsichten und eventuelle Widersprüche analysieren und bewerten,
weitgehend selbstständig Geschichtsdarstellungen hinsichtlich ihrer Sinnbildungsmuster und Aussageabsichten analysieren, vergleichen und in Teilaspekten auf ihre Triftigkeit prüfen,
die Ergebnisse des historischen Lernens in komplexen Zusammenhängen sinnbildend darstellen sowie adressatenbezogen und mediengerecht präsentieren.
das historische Gewordensein gegenwärtiger Verhältnisse und die Gegenwärtigkeit von Geschichte in der Gesellschaft bewusst wahrnehmen und reflektieren,
die Bedeutung ausgewählter historischer Sachverhalte für die Gegenwart und das eigene Leben untersuchen und reflektieren,
selbstständig das Handeln von Menschen vergangener Zeiten aus dem historischen Kontext heraus erklären und bewerten und triftige Sachurteile ableiten,
vorhandene Vorstellungen über Vergangenes überprüfen, erweitern und gegebenenfalls revidieren,
eigene Wertvorstellungen und Betrachtungsweisen mit denen kulturell und zeitlich ferner Lebenswelten vergleichen, Alterität wahrnehmen und reflektieren,
selbstständig Werturteile unter Beachtung der eigenen Standortgebundenheit bilden und begründen,
sich mit fremden Werturteilen auseinandersetzen, dabei eigene Orientierungen und Vorstellungen überprüfen, erweitern und gegebenenfalls revidieren.
Kompetenzen Klassenstufe 11
im Rahmen forschenden Lernens und der Bildung eigener Narrationen Fragen selbstständig entwickeln, eingrenzen und strukturieren,
selbstständig Fragestellungen in Darstellungen erkennen, verstehen und auf die eigene Fragestellung beziehen,
den Konstruktcharakter von Geschichte und die Prinzipien historischer Erkenntnis reflektieren,
fachspezifische Begriffe sachgerecht anwenden, erweitern und reflektieren,
zwischen zeitgenössischer Quellensprache und Gegenwartssprache unterscheiden,
selbstständig historische Ereignisse und Entwicklungen räumlich und zeitlich einordnen, deren Nachund Nebeneinander erfassen und darstellen,
ausgewählte Konzepte und Kategorien zur Erklärung historischer Sachverhalte und zur Ordnung historischen Wissens selbstständig anwenden, erweitern und in Ansätzen reflektieren,
zwischen Quellen und Darstellungen unterscheiden,
Quellen und Darstellungen in ihrer Vielfalt anhand ihrer spezifischen Merkmale identifizieren und charakterisieren.
Hypothesen entwickeln und daraus das methodische Vorgehen zur Überprüfung der Hypothesen ableiten und reflektieren,
selbstständig erkenntnisorientiert recherchieren, relevante Informationen sachgerecht auswählen und dabei die Gattungsspezifik der verschiedenen Medien beachten,
ausgehend von der historischen Fragestellung Quellen gezielt auswählen, beschreiben, analysieren und interpretieren,
selbstständig unterschiedliche Quellenaussagen zu einem Sachverhalt vergleichen und Perspektiven, Wirkungsabsichten und eventuelle Widersprüche analysieren und bewerten,
weitgehend selbstständig Geschichtsdarstellungen hinsichtlich ihrer Sinnbildungsmuster und Aussageabsichten analysieren, vergleichen und in Teilaspekten auf ihre Triftigkeit prüfen,
die Ergebnisse des historischen Lernens in komplexen Zusammenhängen sinnbildend darstellen sowie adressatenbezogen und mediengerecht präsentieren.
das historische Gewordensein gegenwärtiger Verhältnisse und die Gegenwärtigkeit von Geschichte in der Gesellschaft bewusst wahrnehmen und reflektieren,
die Bedeutung ausgewählter historischer Sachverhalte für die Gegenwart und das eigene Leben untersuchen und reflektieren,
selbstständig das Handeln von Menschen vergangener Zeiten aus dem historischen Kontext heraus erklären und bewerten und triftige Sachurteile ableiten,
vorhandene Vorstellungen über Vergangenes überprüfen, erweitern und gegebenenfalls revidieren,
eigene Wertvorstellungen und Betrachtungsweisen mit denen kulturell und zeitlich ferner Lebenswelten vergleichen, Alterität wahrnehmen und reflektieren,
selbstständig Werturteile unter Beachtung der eigenen Standortgebundenheit bilden und begründen,
sich mit fremden Werturteilen auseinandersetzen, dabei eigene Orientierungen und Vorstellungen überprüfen, erweitern und gegebenenfalls revidieren.
Kompetenzen Klassenstufe 12
im Rahmen forschenden Lernens und der Bildung eigener Narrationen Fragen selbstständig entwickeln, eingrenzen und strukturieren,
selbstständig Fragestellungen in Darstellungen erkennen, verstehen und auf die eigene Fragestellung beziehen,
den Konstruktcharakter von Geschichte und die Prinzipien historischer Erkenntnis reflektieren,
fachspezifische Begriffe sachgerecht anwenden, erweitern und reflektieren,
zwischen zeitgenössischer Quellensprache und Gegenwartssprache unterscheiden,
ausgewählte Konzepte und Kategorien zur Erklärung historischer Sachverhalte und zur Ordnung historischen Wissens selbstständig anwenden, erweitern und in Ansätzen reflektieren,
Quellen und Darstellungen in ihrer Vielfalt anhand ihrer spezifischen Merkmale identifizieren und charakterisieren.
selbstständig eigene Hypothesen entwickeln und daraus das methodische Vorgehen zur Überprüfung der Hypothesen ableiten und reflektieren,
selbstständig erkenntnisorientiert recherchieren, relevante Informationen sachgerecht auswählen und dabei die Gattungsspezifik der verschiedenen Medien beachten,
ausgehend von der historischen Fragestellung Quellen gezielt auswählen, beschreiben, analysieren und interpretieren,
selbstständig unterschiedliche Quellenaussagen zu einem Sachverhalt vergleichen und Perspektiven, Wirkungsabsichten und eventuelle Widersprüche analysieren und bewerten,
selbstständig Geschichtsdarstellungen hinsichtlich ihrer Sinnbildungsmuster und Aussageabsichten analysieren, vergleichen und in Teilaspekten auf ihre Triftigkeit prüfen,
die Ergebnisse des historischen Lernens in komplexen Zusammenhängen sinnbildend darstellen sowie adressatenbezogen und mediengerecht präsentieren.
das historische Gewordensein gegenwärtiger Verhältnisse und die Gegenwärtigkeit von Geschichte in der Gesellschaft bewusst wahrnehmen und reflektieren,
vorhandene Vorstellungen über Vergangenes überprüfen, erweitern und gegebenenfalls revidieren,
selbstständig triftige Sachurteile aus dem historischen Kontext ableiten und historische Werturteile unter Beachtung der eigenen Standortgebundenheit bilden und begründen,
sich mit fremden Werturteilen auseinandersetzen und dabei eigene Orientierungen und Vorstellungen überprüfen, erweitern und gegebenenfalls revidieren.
Lernbereich I: Europa auf dem Weg in die Moderne: Reform und Revolution
Epochen und Zäsuren von der Antike bis zur Gegenwart in den chronologischen Verlauf der Geschichte begründet einordnen,
die Begriffe Reform und Revolution gegenüberstellen,
die Herausbildung von Staaten in der Frühen Neuzeit mit Hilfe von Staatstheorien vergleichen,
die Bedeutsamkeit der Ideen der Aufklärung für den Weg in die Moderne anhand der Entwicklung einer europäischen Großmacht beurteilen,
die Komplexität der Krise des Ancien Régime, die zur Französischen Revolution führte, erschließen,
die Französische Revolution als Wegbereiter für die Moderne beurteilen,
die Bedeutung der Französischen Revolution für die Herausbildung der politischen Leitideen von Konservatismus, Liberalismus und Nationalismus erläutern,
den Zusammenhang von Napoleons Herrschaft in Europa und der Durchsetzung der preußischen Reformen herausarbeiten,
den Stellenwert des Wiener Kongresses als europäischen Friedensvertrag beurteilen,
den Stellenwert des Wiener Kongresses als europäischen Friedensvertrag beurteilen und diesen mit einem anderen Friedensschluss vergleichen,
die Politisierung der Öffentlichkeit in der Zeit des Vormärz zwischen Restauration und Fortschrittsdenken beurteilen,
den Konflikt zwischen Revolutionsbewegung und Obrigkeitsstaat analysieren,
die Bedeutung der Revolution von 1848/49 für die Entwicklung des Verfassungsstaates und des Parlamentarismus diskutieren,
die Ursachen des Scheiterns der Revolution analysieren,
die Industrielle Revolution in England und Deutschland als tiefgreifende und dauerhafte Umwandlung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse im 18. und 19. Jahrhundert erörtern.
die im Zuge der Aufklärung und der Industriellen Revolution begonnenen Umwälzungsprozesse als Grundlage der Entwicklung des 19. Jahrhunderts reflektieren und das historische Gewordensein auf gegenwärtige Verhältnisse übertragen,
historische Sachurteile zu Revolutionsund Reformprozessen des 19. Jahrhunderts begründen.
Lernbereich II: Nation – Nationalismus – nationale Identität
sich kritisch mit den Begriffen Staatsnation und Kulturnation auseinandersetzen,
die Bedeutung der französischen Revolutionskriege und der napoleonischen Befreiungskriege für die Entwicklung des Nationalstaatsgedankens in Deutschland und Europa bewerten,
die Ambivalenz des Nationenbegriffes zwischen innerer Identifikation und äußerer Abgrenzung diskutieren,
das Streben nach nationaler Einheit und Unabhängigkeit als ein gesamteuropäisches Phänomen an einem selbstgewählten Beispiel untersuchen,
die Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen für die Herausbildung nationaler Identität beurteilen,
die Entwicklung von Nationalismus und Liberalismus im „langen 19. Jahrhundert“ anhand von Beispielen charakterisieren,
den Stellenwert der Revolution von 1848/49 für die Herausbildung des deutschen Nationalstaates diskutieren,
die Bedeutung der „Revolution von oben“ für das Verständnis der deutschen Nation im Deutschen Kaiserreich beurteilen,
Formen nationalstaatlicher Erinnerungskultur anhand eines Beispiels aus den Bereichen Denkmalkultur, Gedenktage oder nationale Symbole interpretieren,
Kontinuitäten und Diskontinuitäten der deutschen Innenund Außenpolitik im Kaiserreich analysieren,
den Wandel vom bürgerlich-liberalen zum integralen Nationalismus darstellen,
den Zusammenhang zwischen Nationalismus und imperialem Machtstreben untersuchen,
den Imperialismus am Beispiel verschiedener Staaten charakterisieren,
zeitgenössische Perspektiven zu Erscheinungsformen des Imperialismus analysieren,
sich mit Imperialismustheorien auseinandersetzen,
die gesellschaftliche und politische Polarisierung der Nationen vor und während des Ersten Weltkrieges beurteilen,
sich mit dem Stellenwert des Ersten Weltkrieges als „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen,
die Kriegsschuldfrage kriterienorientiert analysieren.
sich mit unterschiedlichen Historikerurteilen zur Kriegsschuldfrage auseinandersetzen.
zu aktuellen Fragen nationaler Identität begründet Stellung nehmen,
Gegenwartsbezüge und Möglichkeiten der Einflussnahme von Geschichtskultur auf sein eigenes Leben reflektieren.
Lernbereich III: Demokratie und Diktatur
die Herrschaftsformen Demokratie und Diktatur kriterienorientiert vergleichen,
den Aufstieg Russlands/der Sowjetunion und der USA zu führenden politischen Mächten erläutern,
die Entstehung und Ausformung des totalitären Systems in der Sowjetunion charakterisieren,
zu Chancen der Etablierung einer demokratischen Ordnung nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland Stellung nehmen,
sich mit den Auswirkungen des Versailler Vertrages auf die innenund außenpolitische Entwicklung Deutschlands auseinandersetzen,
die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen zwischen Annäherung und Konfrontation für den Aufbau einer europäischen Friedensordnung erläutern,
das politische System der Weimarer Republik vor dem Hintergrund von Stabilität und Legitimität bewerten,
die Erfolge der Außenpolitik der Weimarer Republik zwischen Revision und Annäherung bewerten,
die Entwicklung der politischen Kultur in der Weimarer Republik analysieren, z. B. anhand von Wahlplakaten und Wahlergebnissen,
den Zusammenhang zwischen gesellschaftspolitischer und kultureller Entwicklung in der Weimarer Republik diskutieren,
sich mit den Ursachen für das Scheitern der Weimarer Republik begründet auseinandersetzen,
das Phänomen des Aufstiegs des Faschismus an einem europäischen Beispiel erläutern,
mit Hilfe ausgewählter Theorien zu totalitären Systemen die Herausbildung von Diktaturen in Europa überprüfen,
sich mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus als Reaktion auf die durch nationale und internationale historische Entwicklungen bedingte Instabilität der deutschen Demokratie auseinandersetzen,
die ideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus zur Errichtung einer Diktatur erläutern,
Methoden des nationalsozialistischen Terrorregimes zur Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung und anderer Opfergruppen untersuchen,
sich mit den Methoden der nationalsozialistischen Herrschaftspraxis vor dem Hintergrund normativer und individueller Wertvorstellungen auseinandersetzen,
die Grundzüge der NS-Außenpolitik von 1933 bis 1939 charakterisieren,
die europäische Dimension des Holocaust als beispielloses Verbrechen an der Menschheit bewerten,
Motive, Formen und Grenzen des Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime miteinander vergleichen,
den Zweiten Weltkrieg als totalen Krieg charakterisieren,
sich mit unterschiedlichen Formen des Umgangs mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandersetzen,
mit Hilfe von verschiedenen Formen der Erinnerungskultur, z. B. Filme, Denkmäler, Gedenktage, den zeithistorischen oder gegenwärtigen Gebrauch von Geschichte als Mittel der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit diskutieren,
sich mit aktuellen Formen des politischen Radikalismus und Antisemitismus auseinandersetzen.
den Stellenwert demokratischer Erfahrungen aus der Zeit der Weimarer Republik für die weitere Entwicklung der Demokratie im 20. Jahrhundert bewerten,
zu gesellschaftspolitischen Diskursen über Nationalsozialismus, Widerstand, Holocaust und Verantwortung heutiger Generationen Stellung nehmen.
am Beispiel von Erinnerungsorten den Konstruktcharakter von Geschichte bewerten.
Lernbereich IV: Europapolitik und Weltpolitik im Spannungsfeld von Interessen und Werten
die beginnende Herausbildung einer bipolaren Weltordnung und deren Folgen am Ende des Zweiten Weltkrieges erläutern,
die ideologischen und militärstrategischen Hintergründe des Kalten Krieges und ihre existenzbedrohenden Folgen für die Menschheit an Beispielen erläutern,
mit Hilfe eines historischen Längsschnittes Konfrontation und Abrüstungsbemühungen der beiden Supermächte untersuchen,
die Integration der europäischen Staaten in wirtschaftliche und militärische Bündnissysteme als Ausdruck der Teilung erläutern,
die Auswirkungen der Teilung Europas für die Völker und Staaten Ostund Ostmitteleuropas, z. B. anhand des Ungarnaufstandes, beurteilen,
die gesellschaftspolitische Situation in Deutschland zur sogenannten „Stunde Null“ erläutern,
das Phänomen der Migration als Regelfall und nicht als Ausnahme der Geschichte analysieren,
die Auswirkungen des Kalten Krieges auf die deutschlandpolitischen Entscheidungen der Alliierten beurteilen,
sich mit kontroversen Wertund Ordnungsvorstellungen im Kontext der doppelten Staatsgründung auseinandersetzen,
die innere Entwicklung beider deutscher Staaten in Abhängigkeit von der Politik der Siegermächte erläutern,
die Entwicklung der deutschen Frage vor dem Hintergrund des Ost-West-Konfliktes untersuchen,
die Kontroverse zwischen Demokratieanspruch und Demokratiewirklichkeit in beiden deutschen Staaten anhand von Beispielen beurteilen,
den Umgang mit oppositionellen Gruppen in Ost und West untersuchen,
die Vergleichbarkeit von Diktaturen, z. B. Nationalsozialismus, Stalinismus, SED-Diktatur diskutieren,
den Zusammenhang von Wirtschaftsordnung, Lebensverhältnissen und Systemakzeptanz in beiden deutschen Staaten erschließen,
Ursachen, die zum Zusammenbruch der „Volksdemokratien“ in Osteuropa führten, vergleichen,
die friedliche Revolution als Ausdruck des ökonomischen, politischen sowie kulturellen Scheiterns des kommunistischen Gesellschaftsmodells beurteilen,
Herausforderungen und Ergebnisse des Wiedervereinigungsprozesses beurteilen,
die Aufarbeitung der DDR-Geschichte zum Beispiel mit Hilfe von Zeitzeugenbefragungen und Besuchen von außerschulischen Lernorten als Form der Auseinandersetzung mit der neuesten Geschichte beurteilen,
sich mit der jüngsten Zeitgeschichte als Problemgeschichte der Gegenwart auseinandersetzen, um aktuelle Krisendebatten historisch einzuordnen.
die deutsche Frage auf der Grundlage von Multiperspektivität kritisch bewerten,
seine Position zum Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft reflektieren.
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