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Lehrpläne Thüringen
Regelschule
Wirtschaft-Umwelt-Europa (1999)
inhaltsbezogen
Sachkompetenz
5
Das Unterrichtsfach Wirtschaft-Umwelt-Europa
1
Die Familie als Wirtschaftsgemeinschaft
1
Private Haushalte und Umweltschutz
1
Die Familie als Freizeitgemeinschaft
1
Das Unternehmen im Überblick
1
Aufgabenbereiche des Unternehmens
1
Ökologisch orientierte Unternehmensführung
1
Unternehmen im Wandel
1
Der Wirtschaftsraum Thüringen
1
Thüringen im EU-Binnenmarkt
1
Umweltpolitik in Thüringen
1
Raumplanung und Umwelt
1
Abfallwirtschaft
1
Die Wirtschaftsräume Deutschland und Europa
1
Außenwirtschaftliche Beziehungen
1
Umweltpolitik
1
Überleben in der Einen Welt
1
prozessbezogen
Selbstkompetenz
5
Sozialkompetenz
5
Methodenkompetenz
4
Keine Kompetenz enthält diesen Suchbegriff.
Sachkompetenz
eine rationale und systematische Erarbeitung exemplarischer Strukturen, Problembereiche und Ereignisse der Themenfelder Wirtschaft, Umwelt und Europa und deren Vernetzungen,
die Entwicklung der Erkenntnis, dass es keine einfachen Lösungen für die komplexen Problembereiche gibt,
das Fragen nach der Sozial- und Umweltverträglichkeit von Lösungen,
die Fähigkeit und Bereitschaft, in grenz- und generationenüberschreitenden Modellen und Systemen zu denken,
die Fähigkeit, durch Wissen in der zusammenwachsenden europäischen Gesellschaft Orientierung zu gewinnen, zum Handeln zu befähigen und Verantwortung wahrnehmen zu können.
Selbstkompetenz
sich mit allen Sinnen auf diese Welt einzulassen (Neugierde und Fragestellungen werden gefördert.),
sich in andere versetzen zu können, aber auch, sich selber mit den Augen anderer zu sehen (Perspektivenwechsel),
authentische Erfahrungen aus dem Nahbereich in einen weltweiten Rahmen zu stellen,
Zutrauen in die eigene Selbstwirksamkeit und verantwortete Selbstbestimmung zu entwickeln,
mit anderen zu kooperieren und sich gemeinsam europäisch/global, sozial und ökologisch zu engagieren.
Sozialkompetenz
gemeinsame und persönliche Handlungstrategien zur Problemlösung zu entwickeln,
Vorurteile zu überwinden,
anzuerkennen, dass Geschehnisse im sozialen Nahbereich ohne den Blick auf den europäischen und globalen Kontext nicht mehr angemessen begriffen und bewältigt werden können,
die Vielfalt anderer Lebensweisen mit dem eigenen Bedürfnis nach Beheimatung im engeren Lebenskreis und in der Region zu verknüpfen,
sich um Kenntnisse und Informationen über andere europäische Staaten zu bemühen und Interesse für die europäischen Nachbarn zu entwickeln.
Methodenkompetenz
das gezielte Erlernen von Arbeitstechniken der Informationsfindung, -auswertung und -darstellung,
die Fähigkeit des Problemlösens, d. h., wie man sich mit Hilfe von Fachwissen das Erkennen, Erörtern, Beurteilen und Lösen von Problemen ermöglicht,
die Bereitschaft, Können, Handeln und Wissen spielerisch oder experimentell zu entfalten,
die spielerische und phantasievolle Erprobung neuer Denk- und Handlungsmuster.
Das Unterrichtsfach Wirtschaft-Umwelt-Europa
Die Schüler erkennen mit Hilfe von Fallbeispielen, dass Wirtschaft, Umwelt und Europa alle angeht, weil sie ihnen auf vielfältige Art in verschiedenen Lebensbereichen begegnen. Die Schüler erfassen die Themenfelder des Faches Wirtschaft-Umwelt-Europa im Überblick.
Die Familie als Wirtschaftsgemeinschaft
Die Schüler begreifen durch Analysieren von Fallbeispielen die grundlegende Bedeutung wirtschaftlicher Zusammenhänge für die Familie und erfahren das Prinzip der Arbeitsteilung. Sie erkennen die Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns. Ihnen wird bewusst, dass Entscheidungen durch die Begrenztheit der finanziellen Mittel beeinflusst werden. Die Schüler gewinnen Einsicht in die Funktionsweise des Marktes und erarbeiten Grundzüge des marktwirtschaftlichen Systems. Sie reflektieren ihre Rolle als Verbraucher. Indem die Schüler Europa erfahren, entwickeln sie die Fähigkeit und Bereitschaft, klischeehafte Vorstellungen abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu praktizieren.
Private Haushalte und Umweltschutz
Die Schüler erarbeiten einen Überblick über den Haushalt als Input-Output-System. Dabei wird von einer Aufstellung der benötigten Verbrauchs- und Gebrauchsgüter ausgegangen und deren Bedarf, Bereitstellung und Einsparmöglichkeiten diskutiert. Durch gezielte Aspekterkundungen erkennen die Schüler, dass zwischen der Ökonomie und Ökologie ein ausgewogenes Gleichgewicht bestehen muss, um der weiteren Umweltzerstörung vorzubeugen. Das Aufzeigen der Technikentwicklung im Haushalt unter ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht fördert zunehmend die Erkenntnisgewinnung, die Technik sachbezogen zu nutzen.
Die Familie als Freizeitgemeinschaft
Die Schüler setzen sich mit der historischen Entwicklung der Arbeitszeit und dem daraus resultierenden Anstieg der Freizeit auseinander. Durch vergleichende Untersuchungen zum Freizeitverhalten in der Region, im Land und mit anderen EU-Ländern werden Rückschlüsse auf territoriale Unterschiede gezogen. Sie lernen Freizeitangebote in der Region und deren wirtschaftliche Aspekte kennen. Gleichzeitig wird den Schülern verständlich, dass damit auch eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens verbunden ist und dieser Sachverhalt u. a. zu einer weiteren Verstärkung der Umweltbelastung beiträgt. Diese Erkenntnisse sowie die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten auf dem Gebiet der Freizeitgestaltung beeinflussen zugleich die individuelle Berufswahlentscheidung.
Das Unternehmen im Überblick
Die Schüler lernen die Vielfalt der Unternehmen in ihrer Region kennen. Durch gezielte Aspekterkundungen setzen sie sich mit der historischen und perspektivischen Entwicklung von Unternehmen auseinander und erhalten dadurch einen Einblick in die Ziele, Leistungen und Verantwortung der Betriebe aus volkswirtschaftlicher und sozialer Sicht. Dies ermöglicht den Schülern einen tieferen Einblick in Tätigkeiten und Anforderungen der für die Region typischen Berufsbilder. Unternehmen werden im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie in ihrer zunehmenden europäischen und globalen Verflechtung betrachtet. Die Schüler erwerben Kenntnisse über die Einordnung der Unternehmen unter Zugrundelegung der Unternehmensarten.
Aufgabenbereiche des Unternehmens
Die Schüler erkennen die Vielgestaltigkeit der Unternehmen. Sie begreifen anhand betrieblicher Abläufe die Notwendigkeit der Ausgewogenheit zwischen der Ökonomie und Ökologie. Die Schüler erfahren den zentralen Stellenwert der Arbeit für den Menschen.
Ökologisch orientierte Unternehmensführung
Die Schüler erkennen die Umweltziele in Unternehmen. Durch das Analysieren von betrieblichen Maßnahmen des Umweltschutzes, von Methoden und Instrumentarien ökologischer Informationssysteme sowie des Umweltmanagements erwerben die Schüler Grundkenntnisse hinsichtlich einer modernen ökologischen Unternehmensführung. Die Schüler erfahren die Bandbreite der Umweltberufe.
Unternehmen im Wandel
Die Schüler erwerben Kenntnisse über die Ursachen und die Entwicklung des Wandels der Wirtschaftsbereiche. Sie begreifen die sich daraus ergebenden Auswirkungen aus ökonomischer und sozialer Sicht.
Der Wirtschaftsraum Thüringen
Mit Hilfe geeigneter Beispiele aus Thüringen erfassen die Schüler vielfältige Wechselwirkungen von Wirtschaft, Technik und Umwelt, klären Ursachen und Zusammenhänge und setzen sich mit den Folgen für Mensch und Natur auseinander. Die Schüler lernen durch aktive Auseinandersetzung mit den Fakten begreifen, dass Wirtschaftsstrukturen immer im Wandel begriffen und dabei politischen, ökonomischen, ökologischen, wissenschaftlichen, technischen und technologischen Bedingungen unterworfen sind, sich diesen anpassen, dabei diese Bedingungen verändern und sich selbst weiterentwickeln. Die Schüler begreifen, dass der Einzelne diesen Wandlungen nicht ausgeliefert sein muss, sondern durch sachkundiges Handeln zum Mitgestalter wird. Sie informieren sich über bestehende und zukünftige Möglichkeiten der Wirtschaftstätigkeit sowie deren Verbesserung und entwickeln damit zugleich Urteilsfähigkeit für ihre weitere Lebensplanung und -gestaltung.
Thüringen im EU-Binnenmarkt
Die Schüler ermitteln die Grundstrukturen des EU-Binnenmarktes. Sie begreifen durch analytische Tätigkeiten die Chancen und Möglichkeiten, die sich Thüringen als europäische Region in seiner globalen Einbindung bieten. Es ist ein Hauptanliegen, sie als mündige Bürger der Europäischen Union zu einem europäischen Denken und Handeln zu ermutigen, das durch die Bejahung der europäischen Vielfalt geprägt ist. Sie erkennen u. a. mit Hilfe von Fallbeispielen, dass die europäische Einigung ein Prozess ist, der den Menschen in Europa vielfältige Möglichkeiten eröffnet.
Umweltpolitik in Thüringen
Die Schüler gewinnen die Erkenntnis, dass Mensch und Natur untrennbar miteinander verbunden sind. Sie erfassen und klären die Komplexität von Umweltbelastungen, ihre Ursachen und Wirkungen. Dabei wenden sie selbst erfasste und selbst erfahrene Fakten auf die erkannten Zusammenhänge an. Die Schüler lernen nach Sozial- und Umweltverträglichkeit von Lösungen zu fragen und durch eigene praktische Untersuchungen die Notwendigkeit ökologisch richtigen Handelns zu begründen. Die Schüler erwerben ein Überblickswissen zum Umweltrecht.
Alternativprojekt (eines von zwei Projekten auswählbar)
Die Schüler erfassen die Ziele der Raumplanung und stellen dabei die Planungsziele für den städtischen und ländlichen Raum gegenüber. Sie erarbeiten sich konkrete Kenntnisse über die Standortfaktoren ihres Untersuchungsgebietes und vergleichen sie mit den anderen Gebieten des Freistaates Thüringen. Die Schüler setzen sich mit entsprechenden Planungen ihrer Kommune auseinander, wenden ihre Kenntnisse über Standortfaktoren auf ein entsprechendes Gebiet an und suchen nach Lösungsvorschlägen für Optimierungsmöglichkeiten. Dabei streben sie möglichst ausgewogene ökologische und ökonomische Lösungsvarianten an.
Alternativprojekt (eines von zwei Projekten auswählbar)
Die Schüler ermitteln exemplarisch das Abfallaufkommen einiger ausgewählter Bereiche ihres Lernumfeldes, stellen sie den statistischen Ergebnissen des Landkreises gegenüber und setzen sich mit den sich ergebenden Fakten unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten auseinander. Mit Hilfe praktischer Untersuchungen und Erkundungen informieren sie sich über die Wirksamkeit der kommunalen Abfallentsorgungssysteme. Sie treffen auf der Grundlage ihrer Kenntnisse Entscheidungen für ihr persönliches Verhalten bei der Abfalltrennung und -entsorgung. Durch Auseinandersetzung mit Soll- und Istzustand anhand konkreter Beispiele erarbeiten sich die Schüler einen Überblick über Probleme, Möglichkeiten und Wege bei der Realisierung einer ökologisch und ökonomisch vertretbaren Abfallwirtschaft.
Die Wirtschaftsräume Deutschland und Europa
Die europäische Einigung bietet den Schülern die Chance, den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu begegnen. Informationen und Aufklärung über die Politik der Europäischen Union ermöglichen es ihnen, den Einigungsprozess nachzuvollziehen. Zur Förderung einer sachbezogenen Urteilsfähigkeit eignen sich die Schüler grundlegende Kenntnisse über die Konjunktur durch Analyse volkswirtschaftlicher Daten an und werden befähigt, konjunkturelle Zusammenhänge und wirtschaftliche Maßnahmen zu erkennen und zu bewerten.
Außenwirtschaftliche Beziehungen
Die Schüler erfassen durch analytische Tätigkeiten Inhalte, Umfang und Bedeutung der Außenhandelsbeziehungen. Gleichzeitig werden sie durch Nutzung innovativer Arbeitstechniken befähigt diese darzustellen und zu bewerten. Sie erkennen, dass globale wirtschaftliche Probleme nur durch das gemeinsame Handeln aller Länder gelöst werden können und mit welchen persönlichen Entscheidungen sie im Kleinen zur Lösung dieser Probleme beitragen können.
Umweltpolitik
Die Schüler werden befähigt die wesentlichen Grundzüge der Umweltpolitik der Europäischen Union zu benennen. Sie setzen sich mit der Darstellung von technischen Möglichkeiten der Energiegewinnung und -nutzung auseinander und analysieren bzw. bewerten deren Umweltverträglichkeit. Die Schüler erarbeiten z. B. durch projektorientierte Tätigkeiten Möglichkeiten der Energieeinsparung und erhalten Anregungen dafür einzutreten. Sie entwickeln einen möglichen Weg zur Lösung eines Problems der Energiewirtschaft.
Überleben in der Einen Welt
Die Schüler erfassen und analysieren die globalen Problemfelder. Die Einheit der menschlichen Gesellschaft und die globalen Zusammenhänge sowie das "Eine-Welt-Prinzip" nehmen die Schüler wahr und erkennen es an. Sie erwerben die Fähigkeit, eigene Entscheidungen und eigenes Handeln (oder Nichthandeln) im Hinblick auf die sozialen und ökologischen Folgen und die Auswirkungen auf die Zukunft zu reflektieren. Die Schüler entwickeln Szenarien und Lösungswege.
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Thüringer Kultusministerium: Lehrplan für die Regelschule und für die Förderschule mit dem Bildungsgang der Regelschule, Wirtschaft-Umwelt-Europa, 1999
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